bookmark_border"Detox" ist die neue "Entschlackung"
*update* [12.02.2022]

jib Eine neue Ära, eine neue Bezeich­nung für den­sel­ben Quatsch - der frü­her schon x-mal wider­legt wur­de, aber wie ein Jack-in-the-Box [Schach­tel­teu­fel]* stets aufs neue zum Vor­schein kommt.

*edit/update*


Zu die­sem The­ma "Smoot­hie-Detox-Ent­gif­tung" gibt es einen aktu­el­len Arti­kel bei "Spek­trum" → Wei­tem­ei­ers Wider­spruch: Ent­gif­tung ohne Effekt der mei­ne fol­gen­den Aus­füh­run­gen von 2017 unterstützt.

 

Detox Delight NEU: PURE Delight


ist die kon­se­quen­te Ver­deng­lischung des­sen, was in Heil­prak­ti­ker­krei­sen als "Ent­schlackungs­kur" prak­ti­ziert wird.
In "life-style"-bewußten Krei­sen ist Heil­prak­ti­ker "out", man wen­det sich den vor­der­a­sia­ti­schen, indi­schen Heil­kün­sten zu. Um das zu ver­schlei­ern bedient man sich der eng­li­schen Wort­ge­bil­de die teils eng­li­sche, teils deut­sche Antei­le haben - oder schlicht­weg Über­set­zun­gen sind. Also heißt "Ent­schlacken" jetzt "Detox". Da braucht man sich wenig­stens die kom­pli­zier­ten Cha­kra & son­sti­ge Bezeich­nun­gen nicht zu mer­ken und kann trotz­dem beim small-talk über Vege­ta­ris­mus, Vega­nis­mus - ver­meint­lich 'gesun­des Essen' - mitreden.

Detox für 56€ für eine Woche ist Ihnen doch ihre Gesund­heit wert? Oder eine mehr­wö­chi­ge "Kur" für knapp 1.000,- €uro? Sie wol­len ja schließ­lich fit­ter, gesün­der & sexy sein ... und die­se fürch­ter­lich gefähr­li­chen basi­schen "Schlacken" 'aus­lei­ten' ....

Ach­tung: Text­aus­zü­ge kur­siv, mei­ne Anmer­kun­gen nor­ma­ler Satz.

" .. Statt auf Ross­kur für Kör­per und Geist setzt Frau Pur­zer auf eine sanf­te wie effek­ti­ve basi­sche Ent­gif­tungs­kur, die „die Zel­len mit Vit­ami­nen und Vital­stof­fen über­flu­tet“ und so dem Orga­nis­mus hilft, sich selbst bei der Ent­gif­tung zu helfen .. "

Wie Frau Pur­zer es hin­be­kommt sau­re Frucht­säf­te - die nach Aus­sa­ge zu den Pro­dukt­in­halts­stof­fen stets Apfel ent­hal­ten - "basisch" zu machen ist mir ein Rät­sel - aber schließ­lich haben die mit­tel­al­ter­li­chen Zau­be­rer ja auch ver­spro­chen einen Men­schen aus der Retor­te oder mit dem Stein der Wei­sen Gold zu erschaffen

" .. Früh am Mor­gen mischt man sich hei­ßes Was­ser mit Zitro­ne, die, auch wenn man das genau anders­her­um ver­mu­ten wür­de, basisch wirkt und den Säu­ren ent­ge­gen­wirkt, die durch fal­sche Ernäh­rung und zu viel Stress aus­ge­löst werden. .. "

Ein wei­te­res Wun­der der Chemie:
Die Zitro­nen­säu­re wird mit hei­ßem Was­ser ver­mischt und wird nicht nur ver­dünnt, son­dern schlägt auf ein­mal zu 'basisch' um. Scha­de, dass uns Frau Pit­troff nicht ver­rät wel­cher beson­de­re, den Fach­che­mi­kern bis­her unbe­kann­te Mecha­nis­mus das bewirkt. Sie wird es ver­mut­lich selbst nicht wis­sen - sonst hät­te sie es bestimmt erklärt.

Die Aus­sa­ge basiert wohl auf einem Arti­kel in der NZZ, der wie­der­um eine omi­nö­se "PRAL-Wert"-Tabelle!! zitiert. In der die Zitro­ne (unver­dünnt) mit -2,5 ange­ge­ben wird, im zuge­hö­ri­gen Text wird behaup­tet Zitro­nen­säu­re wir­ke 'basisch' - eine Erklä­rung wie­so das so sein soll fehlt allerdings. 

Die­se PRAL-Wert-Tabel­le ist mitt­ler­wei­le als wis­sen­schaft­li­cher Unfug ent­larvt. Weil nicht die phy­sio­lo­gi­schen Stoff­wech­sel­me­cha­nis­men, also die bio­che­mi­schen Pro­zes­se auf der Zell­ebe­ne, zugrun­de gelegt wer­den, son­dern eine Ver­bren­nung von Sub­stan­zen mit Rück­stands­be­stim­mung im Labor. Dabei ver­brennt der ioni­sier­te Was­ser­stoff (H+) - und zurück blei­ben nur die basi­schen Bestand­tei­le. Der Orga­nis­mus ist aber kein Labor in dem etwas ver­brannt wird, schon dar­aus ergibt sich, dass die­se Tabel­le blan­ker Unsinn ist. Herr Berg konn­te es nicht bes­ser wis­sen, denn zu sei­nen Leb­zei­ten steck­te die Bio­che­mie noch in den Kinderschuhen ....

Hart­näckig klam­mern sich die "Schlacke­ent­gif­ter" und nun auch "Deto­xer" an die­se Tabel­le um ihre The­ra­pie oder Pro­duk­te (pseu­do-) wis­sen­schaft­lich zu untermauern.

[Quel­le der Zita­te oben]

Im Anzei­gen­teil - auf­ge­macht wie redak­tio­nel­ler Text (!), um dem Inhalt mehr Gewicht zu ver­lei­hen - heißt es:

" .. Astrid Pur­zer hat Deutsch­lands ersten Lie­fer­ser­vice für eine Roh­kost­kur gegrün­det, mit der man ent­schlacken kann. Dass sich vie­le Exper­ten über die­sen Begriff lustig machen (»Schlacken gibt es nur im Klär­werk«), ringt der klu­gen Geschäfts­frau ein Lächeln ab. »Wer Schlech­tes isst, fühlt sich schlecht«, sagt sie. Und umge­kehrt gilt auch: Gute Nah­rung lässt einen aufblühen .. "
[Quel­le]

Frau Pur­zer hat durch­aus recht mit ihrer Aus­sa­ge - die hat nur den Feh­ler das Argu­ment nicht zu ent­kräf­ten. Es gibt kei­ne Stoffwechselschlacken!

Die Autorin Usch­ka Pit­troff - die die zitier­ten Arti­kel ver­faßt hat - schreibt öfter zu die­sem und ähn­li­chen The­men [Ayur­ve­da­ku­ren; Pan­cha­k­ar­ma-Kur]. Für genü­gend Geld tun man­che Men­schen Alles .... holi­stisch gespro­chen [= ganz­heit­lich], wie Frau Pit­troff es gern aus­drückt, weil es so schön gelehrt klingt:

Neben „Vata“ (aus Luft und Raum), „Pit­ta“ (aus Feu­er und Was­ser), „Kapha“ (aus Was­ser und Erde) wirkt bei der Autorin offen­bar haupt­säch­lich „Pecu­nia“ (aus Metall und Papier, oder gleich elektronisch....).

Wenn Lai­en, und als sol­che getraue ich mich Frau Pur­zer zu bezeich­nen - die aus der Infor­ma­tik kommt und nir­gend­wo berich­tet sie habe eine natur­wis­sen­schaft­li­che Vor­bil­dung [Bio­che­mie, Bio­lo­gie, Che­mie, Phy­sik] - wenn also sol­che Lai­en wie Pur­zer und Pit­troff über "Eiweiß" reden sträu­ben sich mir die Nacken­haa­re, denn meist kommt nur gequirl­te ..., äh, gequirl­ter Unsinn dabei heraus:
" .. Pro­te­in bzw. Eiweiß steckt nicht nur in Fleisch, Fisch oder Milch­pro­duk­ten, son­dern auch in Obst, Gemü­se, Nüs­sen, Spros­sen, Samen und Hül­sen­früch­ten. Die­se wert­vol­len pflanz­li­chen Pro­te­ine ver­daut unser Kör­per sogar wesent­lich bes­ser, da die Ami­no­säu­ren-Struk­tur weni­ger kom­plex ist als bei tie­ri­schem Eiweiß .. "
[ aus faq]

In Wahr­heit ist das Gegen­teil der Fall:
Pflanz­li­che Eiwei­ße sind schlech­ter ver­füg­bar! Weil die Zel­len erst auf­ge­bro­chen wer­den müs­sen. Das bedeu­tet für den Men­schen ver­mehr­te Stoff­wech­sel­ar­beit und redu­ziert so die auf­ge­nom­me­ne Men­ge des in den Pflan­zen­zel­len ent­hal­te­nen Eiwei­ßes (Pro­te­in = Eiweiß).
Bereits im Magen des Men­schen wer­den tie­ri­sche Eiwei­ße gespal­ten, pflanz­li­che Eiwei­ße dage­gen erst im dahin­ter lie­gen­den Dünndarm.
[Die Zusam­men­set­zung von Eiweiß aus Tie­ren und Pflan­zen unter­schei­det sich: Tie­ri­sches Eiweiß ist dem des Men­schen ähn­li­cher in der Anzahl und Zusam­men­set­zung der Bau­stei­ne, den Ami­no­säu­ren. Pflanz­li­che Eiwei­ße ent­hal­ten nicht alle vom Men­schen benö­tig­ten Ami­no­säu­ren (und man­che Vit­ami­ne) - des­we­gen neh­men Vega­ner die­se als Ergän­zungs­mit­tel zu sich.
Zum Stoff­wech­sel sie­he => HIER; mehr zu Eiweiß → DORT]

Zu vege­ta­ri­scher / vega­ner Ernäh­rung all­ge­mein noch ein Zitat [pdf]:
" .. Wären die Theo­rien von Berg [das ist der Berg, der die PRAL-Wert-Tabel­le erfun­den hat] rich­tig, müss­ten Roh­köst­ler die besten Kno­chen haben und Body­buil­der, die Mol­ken­ei­wei­ße schlucken, eines schö­nen Tages ein mor­sches Ske­lett auf­wei­sen. Kli­ni­sche Stu­di­en zei­gen ein ande­res Bild:
Je vege­ta­ri­scher die Kost, desto schlech­ter die Knochengesundheit.
Ver­gleicht man die Kno­chen­dich­te von Gemischt­köst­lern mit der von Vege­ta­ri­ern, die tie­ri­sche Pro­duk­te mei­den, ist bei den Vege­ta­ri­ern die Kno­chen­dich­te durch­wegs schlechter.
Am schlech­te­sten schnei­den Roh­köst­ler ab (wegen der vie­len Säu­ren in rohem Obst und Gemüse) .. "

Zum Abschluß noch ein Kun­den­dienst für mei­ne Lese­rin­nen & Leser - ich über­set­ze das Wer­be-Deng­lisch von der "Detox Delight-Ent­gif­tung" (zu Deutsch: Ent­gif­tungs Ent­zücken-Ent­gif­tung) ins Deut­sche, und schon klingt es gar nicht mehr so suuu­per toll:

 
Ori­gi­nal   Über­set­zung
   
Detox Ein­mal­eins   Ent­schlackungs-/Ent­gif­tungs- Einmaleins
   
Clean­se Vorbereitung    Rei­ni­gungs­vor­be­rei­tung
   
Juice Delight Easy mit Aktivkohle-Lemonade    Saft Freu­de leicht mit Aktiv­koh­le-ange­rei­cher­ter, ver­wäs­ser­ter Zitronenverdünnung
   
Der Clean­se mit der Extra­por­ti­on Protein    Der Rei­ni­ger mit mehr Eiweiß als nötig wäre
   
Mit Clean Eating ins neue Jahr starten    Mit sau­be­rem Essen ins neue Jahr star­ten
und mei­ne Kas­se füllen

 
 

OK, lie­be Lese­rin­nen und Leser, der Neben­satz "und mei­ne Kas­se fül­len" ist eine Hin­zu­fü­gung von mir.
Ganz bewußt.
Weil ich es für eine unzu­läs­si­ge Unter­stel­lung hal­te, dass alle Men­schen die sich nicht von den Pro­duk­ten der Frau Pur­zer ernäh­ren unsau­be­res, also "drecki­ges" Essen zu sich nehmen ....

Hier­zu gibt es einen aktu­el­len Arti­kel bei "Spek­trum" → Wei­tem­ei­ers Wider­spruch: Smoot­hie-Detox: Ent­gif­tung ohne Effekt

!!
„Poten­ti­al renal acid load“, poten­ti­el­le Säu­re­be­la­stung der Niere.

* Abbil­dung Jack in the Box {public domain}

*update* [04.08.2019]; Erst­ver­öf­fent­li­chung 19. Jan 2017 um 1:28

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Detox: Braucht unser Kör­per Tees, Shakes und Pfla­ster zum Ent­gif­ten? | Dr. Wim­mer | NDR Gesund [Video]

bookmark_borderErnährung: Eiweiß

Es wird ja der­zeit nichts so hef­tig dis­ku­tiert als die Fra­ge wie man sich 

1. aus gesund­heit­li­chen Grün­den und
2. aus Grün­den des Umweltschutzes 

ernäh­ren sollte.

Eine wesent­li­che Rol­le für (1) spielt dabei die Zusam­men­set­zung der Nah­rung, was Aus­wir­kung auf (2) hat, weil es dar­um geht die opti­ma­le Ver­sor­gung mit allen wesent­li­chen Nah­rungs­be­stand­tei­len zu beden­ken und des­we­gen die Bau­stei­ne der Diät sinn­voll auszuwählen.

Wie mög­li­cher­wei­se vie­le Men­schen aus ihrem Bio­lo­gie­un­ter­richt erin­nern braucht der Mensch Pro­te­in, zusam­men­ge­setzt aus Eiweiß­bau­stei­nen, in mög­lichst gün­sti­ger - das heißt zu sei­nem eige­nen Muster pas­sen­den - Men­ge der Ein­zel­stof­fe. Die 20 Bau­stei­ne der Eiwei­ße, genannt "kano­ni­sche Ami­no­säu­ren" kön­nen über­wie­gend aus ein­an­der in unse­rem Kör­per her­ge­stellt werden. 

Doch es gibt eini­ge davon, die nicht auf die­sem Wege gewon­nen wer­den können:
Es sind die soge­nann­ten "essen­ti­el­len Ami­no­säu­ren", für deren Her­stel­lung wir nicht die nöti­gen Stoff­wech­sel­we­ge haben.

Sol­che Ami­no­säu­ren müs­sen wir Men­schen dem­nach als Nah­rung zu uns neh­men. Ob sie aus pflanz­li­cher Quel­le stam­men (Gemü­se, Obst, Nüs­se, Samen) oder aus tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln (Fleisch, Milch, Eier) ist dabei uner­heb­lich - sie sind che­misch gese­hen völ­lig iden­tisch. 'Iden­tisch' heißt in die­sem Fall 'aus­tausch­bar' bzw. 'nicht zu unter­schei­den'. Ihre Frei­set­zung aus dem Nah­rungs­ei­weiß und die Zer­le­gung des Eiwei­ßes in die Ami­no­säu­rebau­stei­ne sind ein Teil des Stoff­wech­sels.

Der Unter­schied in der Ernäh­rungs­wei­se - und die Beson­der­hei­ten, die zu beach­ten sind - rührt daher, dass in Pflan­zen die Men­ge der ein­zel­nen Bau­stei­ne von Pro­te­inen sehr ver­schie­den ist von dem, was in tie­ri­schen Nah­rungs­stof­fen vor­han­den ist. Je mehr die­se Ver­hält­nis­se von Ami­no­säu­ren zuein­an­der denen glei­chen die wir in unse­rem Kör­per haben, desto weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit muss der Kör­per leisten. 

Das bedeu­tet: Weni­ger Nah­rung muss (men­gen­mä­ßig) zuge­führt wer­den. Weni­ger Zufuhr wie­der­um ist gleich­be­deu­tend mit weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit und das hat weni­ger Ener­gie­ver­brauch zur Fol­ge. Man nennt die­se Rela­ti­on zwi­schen Nutz­bar­keit und Auf­nah­me­men­ge "Bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit". Pflanz­li­che Pro­te­ine haben meist eine gerin­ge­re bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit, weil sie sich in der Zusam­men­set­zung von der des Men­schen unterscheiden.

Refe­renz­wert für die bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit ist Vollei, des­sen bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit als 100 defi­niert wird. Bei­spie­le fin­det man bei WIKIPEDIA.

"Wer­tig­keit" ist also kein Wert­ur­teil über die in Fra­ge ste­hen­de che­mi­sche Sub­stanz, das Pro­te­in, oder sei­ne Bau­stei­ne, die Ami­no­säu­ren, son­dern ledig­lich über deren men­gen­mä­ßi­ge Brauch­bar­keit für den mensch­li­chen Stoffwechsel.

Weni­ger Nah­rungs­zu­fuhr bei pas­sen­der bio­lo­gi­scher Wer­tig­keit bedeu­tet natür­lich weni­ger *Logi­stik* - wir nen­nen es ja im All­tags­ge­brauch schlicht *ein­kau­fen* .... und nach Hau­se tra­gen. Bes­se­re Ver­wert­bar­keit bedeu­tet dem­nach zugleich mehr Bequem­lich­keit durch gerin­ge­res Gewicht und Volu­men. Das wird zukünf­tig bestimmt eini­ge Ände­run­gen in den Gewohn­hei­ten erfor­dern - wenn sich, zwangs­läu­fig, die Gewohn­hei­ten umstel­len müs­sen um umwelt­scho­nen­de Ver­sor­gung zu erreichen.

Vor dem Hin­ter­grund von wach­sen­den Beden­ken gegen die Mas­sen­tier­hal­tung und der dar­aus ent­stan­de­nen Beden­ken hin­sicht­lich des Tier­wohls, sowie der öko­lo­gi­schen Nach­tei­le die dar­aus erwach­sen, ist es sinn­voll den Fleisch­kon­sum zurück zu fah­ren und über pflanz­li­che Alter­na­ti­ven nachzudenken.

Dazu abschlie­ßend zwei Hinweise:
Zuerst muss das Lebens­al­ter in Erwä­gung gezo­gen wer­den, denn mit zuneh­men­dem Alter ist die Ver­stoff­wechs­lung redu­ziert, es wer­den leich­ter Man­gel­zu­stän­de ein­tre­ten als bei jün­ge­ren Personen.

Zwei­tens ist eine dra­sti­sche "Sofor­t­um­stel­lung" nicht sinn­voll, denn der Kör­per ( = Stoff­wech­sel) braucht eine Über­gangs­zeit, um sich auf die geän­der­te Nah­rungs­zu­sam­men­set­zung ein­zu­stel­len. Sinn­voll ist daher mit einem Tag pro Woche zu begin­nen und all­mäh­lich zu stei­gern - sofern man die­se Umstel­lung in die Tat umset­zen will.

Sicher ist es mög­lich sich rein pflanz­lich zu ernäh­ren. Ob es aller­dings für die Ein­zel­per­son auch sinn­voll ist sei dahin gestellt. So, wie man 'einen alten Baum nicht mehr ver­pflan­zen soll' oder 'einem alten Hund kei­ne neu­en Tricks bei­brin­gen' kann, ist es eine Fra­ge der eige­nen Lebens­qua­li­tät, wie weit man die­se Umstel­lung trei­ben will. Wahr bleibt auch, dass unser Kör­per auf Misch­kost ein­ge­stellt ist, eine rein pflanz­li­che Ernäh­rung macht zwar einem Ele­fan­ten kei­ne Pro­ble­me beim Mus­kel­auf­bau, uns als Misch­köst­lern schon. Des­we­gen rate ich zu einer modi­fi­zier­ten Kost, in der Fleisch nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen wird.

So wie damals ange­dacht → Öko­fa­schi­sten aber bit­te nicht ...!

bookmark_borderManchmal ....

 

Manch­mal fin­det die Wis­sen­schaft etwas her­aus was in der Ver­gan­gen­heit als rei­ne Annah­me postu­liert wur­de. Wahr­schein­lich eine der bekann­te­sten Comic­fi­gu­ren ist 'Popeye' der See­mann, der stets dann zu einer Dose Spi­nat griff, wenn er gegen irgend­ein Hin­der­nis oder einen Wider­sa­cher kämp­fen muss­te.
 


Bei "The Dai­ly Car­too­nist" konn­te man jetzt lesen:
" .. It was the secret to Popeye’s super-human strength – but lea­ding ath­le­tes look likely to be ban­ned from fol­lo­wing his lead.
Near­ly a cen­tu­ry after the crea­ti­on of the car­toon sailor, and his love of spi­n­ach, sci­en­tists have rea­li­sed he might have been on to something.
Rese­ar­chers at the Free Uni­ver­si­ty of Ber­lin have found that ecdy­s­te­ro­ne – a hor­mo­ne found in spi­n­ach – is so power­ful that they want it con­si­de­red a per­for­mance-enhan­cing drug.
The rese­arch team found a signi­fi­cant spike in per­for­mance among tho­se who took the sup­ple­ment in lar­ge quan­ti­ties. The team, who­se stu­dy was fun­ded by the World Anti-Doping Agen­cy (WADA), gave ath­le­tes cap­su­les of ecdy­s­te­ro­ne during a ten-week strength trai­ning session .. "

Es war das Geheim­nis von Popeyes über­mensch­li­cher Stär­ke - aber es ist wahr­schein­lich, dass Spit­zen­sport­ler dar­an gehin­dert wer­den, sei­nem Bei­spiel zu folgen.
Fast ein Jahr­hun­dert nach der Erschaf­fung des Comic-See­manns und sei­ner Lie­be zum Spi­nat haben Wis­sen­schaft­ler erkannt, dass er damit auf etwas gesto­ßen sein könnte.
For­scher der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin haben her­aus­ge­fun­den, dass Ecdy­s­te­ron - ein im Spi­nat vor­kom­men­des Hor­mon - so stark ist, dass sie mei­nen, es als lei­stungs­stei­gern­des Medi­ka­ment betrach­ten zu müssen.
Das For­scher­team stell­te einen signi­fi­kan­ten Lei­stungs­an­stieg bei den­je­ni­gen fest, die das Sup­ple­ment [Anm.d.Übers.: Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel] in gro­ßen Men­gen ein­nah­men. Das Team, des­sen Stu­die von der Welt-Anti-Doping-Agen­tur (WADA) finan­ziert wur­de, gab Ath­le­ten wäh­rend eines zehn­wö­chi­gen Kraft­trai­nings Ecdysteron-Kapseln. 

Nach­dem nun - fast in all den gro­ßen Blät­tern des Lan­des - und in "Spek­trum der Wis­sen­schaft" dar­über zu lesen war muss es ja wohl wahr sein ...! 

Es bleibt aller­dings eine Fra­ge offen:
Wie­viel Spi­nat muss man essen um eine Wir­kung zu sehen?
Das erfah­ren Sie - zusam­men mit ande­ren Ein­zel­hei­ten, die hier nicht berich­tet wur­den - im Spek­trumar­ti­kel.

bookmark_borderMythos "Stein- oder Himalayasalz",
die "story" macht den Wert ....

[Die dunk­len Kügel­chen sind Pfefferkörner ]
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Koch­salz¹ oder Spei­se­salz = Natri­um­chlo­rid, NaCl

Che­misch betrach­tet ist "Salz" stets iden­tisch zusam­men­ge­setzt, näm­lich aus Natri­um [Na+] und Chlo­rid [Cl-]. Alle Zusät­ze zu dem Wort "Salz" die­nen entweder 

  • - zur Ver­deut­li­chung der Her­kunft oder 
  • - zur Begrün­dung von Wer­be­aus­sa­gen für Produkte,

die bei glei­cher Che­mie und phy­sio­lo­gi­scher Wir­kung wesent­lich teu­rer ver­kauft wer­den ohne wirk­lich 'bes­ser' oder 'anders' als das gewöhn­li­che Haus­halts­salz zu 29¢/500g zu sein.

Stein­salz² (auch Hali­tit oder Salz­ge­stein, gele­gent­lich irre­füh­rend Salz­stein, ver­al­tet Sal gemmae).
 

!! Stein­salz ist nichts ande­res als Meer­salz, das vor Mil­lio­nen von Jah­ren durch Aus­trock­nen von gro­ßen Mee­ren entstand. 

Fleur de Sel³ (deutsch Salz­blu­me, spa­nisch Flor de Sal) ist das teu­er­ste Meer­salz. Bei ent­spre­chen­den Unter­su­chun­gen wur­den in Fleur de Sel die höch­sten Kon­zen­tra­tio­nen an Mikro­pla­stik gefun­den, im dar­un­ter ent­ste­hen­den "grau­en Salz" (sel gris) wur­den in 16 han­dels­üb­li­chen Meer­sal­zen aus acht Län­dern Mikro­pla­stik­par­ti­kel nach­ge­wie­sen.

Anstatt beson­ders gesund zu sein - was der Preis von Fleur de Sel sug­ge­riert, das pro 100g 4,59 [Kilo­preis: 45,90 €] kostet - kauft man sich so eine höhe­re Kon­zen­tra­ti­on von Pla­stik­par­ti­keln mit ein.

! Fleur de Sel:
Die Salz­blu­me besteht im Mit­tel aus über 97 % Natri­um­chlo­rid, 0,5 % Cal­ci­um­sul­fat, 0,3 % Magne­si­um­chlo­rid, 0,2 % Magne­si­um­sul­fat („Bit­ter­salz“) und etwa 0,1 % Kali­um­chlo­rid [zusam­men = 98%], der Rest [2%] ist ver­blie­be­nes Was­ser (Rest­feuch­te).
! Meer­salz:
Ent­hält wie ande­res Spei­se­salz zu 95 bis 98% Natri­um­chlo­rid und nur gerin­ge Men­gen Mine­ral­stof­fe, aber dafür bis zu 5% Was­ser als Restfeuchte. 

Noch­mal zum Vergleich: 

1 kg    Salz (Super­markt)      0,58 €
1 kg    Salz "Fleur de Sel"    45,90 €

Es geht auch noch teurer
Sal de Ibi­za; 1 kg kostet stol­ze 76,70 €

Heu­te wer­den schät­zungs­wei­se 70 Pro­zent des Welt­ver­brauchs aus Stein­salz gewon­nen, als hoch­prei­si­ges Spei­se­salz kommt vor allem gewa­sche­nes Meer­salz in den Verkauf. 

Sofern Sie das wert­vol­le (!) Fleur de Sel aus Ver­se­hen oder Schus­se­lig­keit offen ste­hen las­sen zieht es Was­ser an und ver­flüs­sigt sich - daher wird es in Glä­sern mit fest schlie­ßen­dem Deckel verkauft.

Wenn Sie jetzt denken:
Na gut, dann gehe ich eben lie­ber in die nächst­ge­le­ge­ne HIMA­LA­YA-Stein­salz-Grot­te, die wird als "natür­lich & gesund, hilft bei Atem­be­schwer­den" bewor­ben, und atme das Salz-Luft-Gemisch ein, das wird mir hel­fen .... nein, da holen Sie sich höch­stens einen Schnup­fen oder Schlim­me­res, denn durch die Ver­wir­be­lung der ange­feuch­te­ten Luft leben Viren län­ger und ver­tei­len sich bes­ser als an ande­ren Orten.

Fah­ren Sie lie­ber an die See und gehen dort am Strand spa­zie­ren - das ist alle­mal die bes­se­re Wahl.

¹ https://de.wikipedia.org/wiki/Speisesalz
² https://de.wikipedia.org/wiki/Steinsalz
³ https://de.wikipedia.org/wiki/Meersalz

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[Bil­der:

1. Kri­stall­struk­tur-Abbil­dung: Von Solid Sta­te - Eige­nes Werk, Gemein­frei, Link
2. Salz & Pfef­fer Makro­auf­nah­me: By The ori­gi­nal uploa­der was Y6y6y6 at Eng­lish Wiki­pe­dia. - Trans­fer­red from en.wikipedia to Com­mons by Inger­Al­Hao­sului using Com­mon­sHel­per., Public Domain, Link
]

bookmark_borderGetroffen ....

So ein 'Zufall'.
Zu Kau­sa­li­tät und Koinzidenz.

Gestern war ich noch­mal ein­kau­fen, Zuta­ten für ein beson­de­res Gebäck, das ich gern esse und schon immer mal aus­pro­bie­ren woll­te selbst zu backen:
Ber­li­ner Bobbes
(Sei­te 1) → Rezept
(Sei­te 2) → Rezept
Grö­ße­res Photo

Im gera­de fer­ti­gen, neu­en Super-Super­markt ist eine "Eßthe­ke" direkt gegen­über der Kas­sen­rei­he platz­iert. Dort riecht es ver­lockend nach Gesot­te­nem .... und nach so einem Ein­kauf kann ein klei­ner Imbiß ja nicht schaden.

Ich kauf­te mir also ein Bröt­chen mit einer Schei­be Leber­käs. Sowas muß man gleich essen, spä­ter schmeckt es nicht mehr. Des­we­gen schob ich den vol­len Ein­kaufs­wa­gen nach drau­ßen, da, wo die Tische ste­hen, weil sich krü­meln­de Bröt­chen und sau­be­res Auto schlecht vertragen.

Am Tisch den ich ins Auge gefaßt hat­te saß ein ein­zel­ner Herr, der auf mei­ne Fra­ge ob ich mich zu ihm set­zen dür­fe posi­tiv antwortete.

Wie das so geht kamen wir - ich lei­der manch­mal noch kau­en­der­wei­se ant­wor­tend - ins Gespräch.

Sehen Sie:
Wenn ich jetzt ein gläu­bi­ger Mensch wäre wür­de ich an eine 'höhe­re Fügung' den­ken. Denn aus dem Gespräch ergab sich eine Mög­lich­keit zur zukünf­ti­gen Erfül­lung eines lan­ge geheg­ten Wunsches ....

Der Gesprächs­part­ner war übri­gens ein pen­sio­nier­ter Pastor.

bookmark_borderReisen

bildet

macht satt ....

Sie ken­nen bestimmt die­se T-Shirts, lie­be Leser, die man über­all auf der Welt in Sou­ve­nir­lä­den zu kau­fen bekommt, die mit der Auf­schrift:
 

Mei­ne Eltern waren in Dubai
und alles was sie mir mit­ge­bracht haben
ist die­ses lau­si­ge T-Shirt!


 

Ich war heu­te in Hamburg.
Mor­gens hin, Spät­nach­mit­tag wie­der zurück.
Aus Gründen ....
Mach ich nicht alle Tage. 

Dort habe ich vier Cin­na­mon-and Rai­sin-BAGELs geges­sen und zwei suuu­per gro­ße Kaf­fee getrun­ken .... die erste Bestel­lung ist unten abge­bil­det. Kosten 5,00 €uro. Bei der zwei­ten Char­ge hät­te ich das Bild nur dupli­zie­ren müs­sen. Aber sie bekom­men auch so den Eindruck.

22

Der Bagel­shop liegt am öst­li­chen Ende der Oster­stra­ße in Ham­burg Eims­büt­tel. Sehr empfehlenswert.

Ach, übrigens:
Wenn sie nicht extra des­we­gen nach Ham­burg fah­ren wol­len - vom Selbst-Backen rate ich ab, das ist sehr kom­plex - kön­nen sie auch Bagel­pa­ke­te bestellen.

[Ich ste­he zum Bagel­shop in kei­ner Bezie­hung und erhal­te für die­se Emp­feh­lung kein Honorar]

bookmark_border"Mit Essen spielt man nicht!"

 
An den Satz [Titel des Bei­tra­ges] kann ich mich des­we­gen so gut erin­nern, weil ich als Kind einen gescheck­ten 'Blut­wurst­hund" aus einer Wurst­schei­be her­aus­ge­knab­bert habe - und als mein Vater das sah gabs 'was hin­ter die Ohren .... früh­kind­li­ches Trau­ma, Ver­lust jeder Initia­ti­ve wei­ter krea­tiv zu sein ;c)

Nein, ich habe kei­nen Scha­den genom­men, war ein paar Tage nicht gut auf mei­nen Vater zu spre­chen und im Rück­blick kann ich ihn sogar ver­ste­hen. Die schlim­men Jah­re von Nah­rungs­man­gel - wegen des Krie­ges - waren ja zu die­ser Zeit gera­de vor­über und das, was es zu kau­fen gab, war Anfang der fünf­zi­ger Jah­re (1950!) noch sehr viel 'wert­vol­ler' als wir es uns heu­te vor­stel­len kön­nen - sofern man es nicht, wie ich, noch am eig­nen Lei­be ver­spürt hat.

Nun will ich bestimmt nicht dar­auf hin­aus Spar­sam­keit und Ent­halt­sam­keit beim Essen zu pre­di­gen. Obwohl es heut­zu­ta­ge bestimmt für eine Men­ge Leu­te angbracht wäre.

1Ich esse gern das Gebäck, das als "Rus­si­sches Brot" bezeich­net wird. Und damit spie­le ich hem­mungs­los eine Art von Scrabb­le, indem ich es zu Wor­ten dra­pie­re. Unpas­sen­de Buch­sta­ben müs­sen gleich ver­zehrt wer­den, ein ange­neh­mer Nebeneffekt.

Wahr­schein­lich mag ich es des­we­gen so gern - und weil es so ziem­lich das ein­zi­ge Gebäck war, das nach dem Krieg rasch wie­der in den Tan­te-Emma-Läden ver­kauft wur­de, da es ohne Fett her­ge­stellt wird.
Das war auch Jah­re nach dem Krieg noch Mangelware. 

Wie bekannt wer­den sol­che Gewohn­hei­ten in frü­her Kind­heit geprägt, und bei mir war es eben das ABC-Gebäck. So wird es näm­lich auch genannt. 

Der Han­no­ver­sche Dau­er­back­wa­ren-Spe­zia­list Bahl­sen ver­treibt eine Sor­te Rus­sisch Brot unter der Bezeich­nung „Leib­niz-ABC“, das kau­fe ich nicht mehr so häu­fig. Denn seit Jah­ren schon gibt es eine Vari­an­te aus Dres­den, Dr. Quendt Back­wa­ren, die erstens genau­so gut schmeckt und zwei­tens noch um eini­ges preis­wer­ter ist.

Es gibt sogar eine Schrift­art die "Rus­si­sches Brot" heißt - und man kann sie kosten­frei her­un­ter­la­den.
 
1

 
PS 
Der Text ganz oben heißt übri­gens: "bald" & "hare", zu Deutsch "Glat­ze" & "Hase" ....


 

bookmark_borderHandkäs mit Musik

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Bekannt­lich stam­me ich ja aus dem schö­nen Hes­sen­land - wo ich aller­dings nur bis zu mei­nem 16. Lebens­jahr wohn­te, da wir wegen beruf­li­cher Ver­än­de­rung mei­nes Vaters ganz in den Nor­den Deutsch­lands umzo­gen, nach Westerland/Sylt. Auch nicht schlecht, aber so ganz anders als Hessen.

Die Prä­gung in Kind­heit und Jugend ist aber so stark, dass die "Hei­mat" nie­man­den so recht los­läßt. Selbst jah­re­lan­ge "Hochdeutsch"-Konditionierung läßt eine leich­te Fär­bung der Spra­che durch den Dia­lekt nicht ver­schwin­den. Wer aus der Gegend kommt hört es her­aus, wer nicht daher stammt wird zumin­dest eine 'frem­de' Fär­bung bemerken.

Typisch für jede Regi­on sind beson­de­re Nah­rungs­mit­tel, bei Bay­ern denkt man an Weiß­wurst, bei Schwa­ben an Spätz­le und bei Ham­burg an Labskaus.

Zu Hes­sen gehört Ebbel­woi [Apfel­wein], Worscht [Fleisch­wurst im Ring] und Hand­käs [Har­zer Käse]. Letz­te­rer schei­det die Geister: 

Man­chen Leu­ten ist er zu wür­zig, sie behaup­ten er stinkt. Ich bezeich­ne das eher als "aro­ma­tisch". Man ißt den Hand­käs nicht solo, son­dern mit einem Dres­sing aus Zwie­beln, Essig, Öl und Küm­mel, gesalzt & gepfef­fert nach Geschmack (die Mari­na­de ist das, was als "mit Musik" bezeich­net wird). Ein­le­gen ver­än­dert den Käse - es ent­steht eine weiß­li­che Außen­schicht, ein wenig wie schrum­pe­li­ge Haut nach län­ge­rem Ver­wei­len im Badewasser ....

1

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Das Aus­se­hen, der Geruch - und auch der Geschmack - sind nicht jeder­manns Sache. Das will ich gern zuge­ben. Aber gesund ist der Hand­käs alle­mal. Nur maxi­mal 3% Fett, 30% Eiweiß und fast kei­ne Kohlehydrate.

Mit einer Schei­be fri­schem Brot genos­sen, das darf auch gern mit Schmalz bestri­chen sein (sonst bekommt man am Ende zu wenig Fett), ist es ein 'aus­ge­wo­ge­nes' rusti­ka­les Abendbrot.

bookmark_borderDomian reloaded ....

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Kürz­lich hat­te ich bei "Domi­an" ein paar Minu­ten zum The­ma "Ernäh­rung" geplaudert.

Nun hat der Vater eines Säug­lings am 09. Mai ange­ru­fen und mit­ge­teilt sie sei­en ver­ant­wor­tungs­be­wuß­te Eltern und woll­ten bestimmt nichts Schlech­tes für ihr Kind und der Ver­gleich mit den Tie­ren die Gras fres­sen sei unzu­läs­sig - sie äßen als Vega­ner ja kein Gras.

Nur soviel:
"Gras" ist ledig­lich ein Begriff - den ich für "pflanz­li­che Nah­rung" benutzt habe weil es den Haupt­be­stand­teil der Nah­rung von Pflan­zen­fres­sern aus­macht. Es geht also nicht ledig­lich um "Gras", son­dern um "pflanz­li­che Nah­rung" als Ober­be­griff.

Dazu gehö­ren auch Getrei­de, Salat, Gemü­se und Obst.

Ich hal­te es nach wie vor für Kin­des­miß­hand­lung einen Säug­ling rein "vegan" zu ernäh­ren. Ein Bei­spiel war " .. ein­fa­che Nudeln, Hefe­flocken und Lein­öl .. "!
Wie gestört müs­sen Eltern sein um das für adäqua­te Säug­lings­nah­rung zu halten?

Um es ganz deut­lich zu sagen:
Das hoff­nungs­los über­süß­te Gemisch von "hipp" und ande­ren Her­stel­lern, das als Baby­nah­rung ange­bo­ten wird, ist bestimmt genau­so schlecht wie rein vega­ne Kost - aber zwi­schen die­sen Extre­men gibt es eine Men­ge ver­nünf­ti­ger Mög­lich­kei­ten sei­nen Säug­ling ange­mes­sen zu ernähren!

Ab 15min:30sec im fol­gen­den Video ist zu hören wie "welt­of­fen" die­ser Anru­fer tat­säch­lich ist - es sei, sagt er, eine Belei­di­gung für ihn wenn sein Kind spä­ter mal etwas ande­res essen wol­le als das, was ihm heu­te von sei­nen Eltern ver­füt­tert / vor­ge­setzt wird. Nicht beson­ders tole­rant! Ideo­lo­gi­siert eben.

Da sag' ich nur:
Ver­blen­de­te - wie Vega­ner - reden sich ihre Art zu essen schön, Argu­men­te sind nutz­los, weil sie nicht durch­drin­gen. Gegen Gefühl, genau gesagt also Unwis­sen­heit, läßt sich nicht argumentieren.

Aber hören Sie selbst was da an Geschwur­bel & Gestam­mel kam, die Frau des Anru­fers ist wohl die 'Über­zeug­te' - und er plap­pert sei­ne lücken­haf­ten Frag­men­te in den Äther .... 

Ab 50min:00sec kommt noch eine Stel­lung­nah­me per E-Mail rein die Domi­an vor­liest .... sehr aufschlußreich!

Man muß bestimmt nicht jeden Tag Fleisch essen, dafür bin ich auch und hal­te es auch so, aber zu behaup­ten der Mensch kön­ne sich 'art­ge­recht' vegan ernäh­ren ist eine Fik­ti­on. Zu wenig Kennt­nis­se über die mensch­li­che Ver­dau­ung - und da sind wir wie­der bei dem Pro­blem der Unwis­sen­heit, die sol­chen Ideo­lo­gien den Boden berei­tet. Wer nichts weiß muß glau­ben, bzw. sich den zusam­men­ge­spon­ne­nen "Glau­ben" ande­rer Men­schen zu eigen machen.

bookmark_borderDomian 01.05.2015

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Das The­ma "Ernäh­rung" hat - nicht nur - mich ein Leben lang beschäf­tigt und es gibt ja bereits eine gro­ße Zahl von Bei­trä­gen hier und in mei­nen ande­ren Blogs [Liste unter dem Video].

Bei "Domi­an" hat­te ich die Gele­gen­heit mei­ne Sicht einem grö­ße­ren Publi­kum ver­füg­bar zu machen - hören Sie 'mal rein ....

Mehr zum The­ma "Ernäh­rung"

bookmark_borderOliebollen

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Die Hol­län­der haben, ähn­lich wie die West­fa­len & Nie­der­sach­sen, den Brauch rund um den Jah­res­wech­sel in sie­den­dem Fett gebacke­ne Hefe­teig­stücke, rund oder eckig, zu ver­zeh­ren. Ich fin­de den Namen dafür wit­zig, des­we­gen der Titel die­ser kur­zen Betrachtung ....

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Im Hes­si­schen hei­ßen sie "Krep­pel" oder "Kreb­bel" - und es gibt einen Spruch dazu, der Bezug auf die Kar­ne­vals­zeit nimmt:

"Lusdisch is die Fassenacht
wenn die Mud­der Kreb­bel backt!" 

Das sagt sehr viel über die hes­si­sche Fas­se­nacht aus. Bei der geht es haupt­säch­lich um den süßen Genuss, wäh­rend im Rhei­ni­schen alle Sitt­sam­keit über Bord gewor­fen wird und der fleisch­li­che Genuss in Form von "Bütz­chen" - und mehr - ins Zen­trum des Inter­es­ses rückt.

* Ja, ja, lie­be Rhein­län­der, ich weiß, hier rast das Vor­ur­teil ;c) *