bookmark_borderExodus,
oder, um mit den Bremer Stadtmusikanten zu sprechen:
"Etwas besseres als den Tod finden wir allemal!"

Die Aus­sichts­lo­sig­keit je ein frei­es und siche­res Leben füh­ren zu kön­nen ist ange­sichts einer ras­si­sti­schen Mas­se von mehr als der Hälf­te der Bewoh­ner der USA für alle Far­bi­gen, ins­be­son­de­re jedoch die Nach­kom­men der aus Afri­ka ver­schlepp­ten ehe­ma­li­gen Skla­ven­po­pu­la­ti­on stam­men­den Men­schen, allgegenwärtig. 

Zwar gab es ver­schie­de­ne Wel­len der Auf­klä­rung und Anglei­chung, doch gegen die unter­schwel­li­gen Äng­ste des wei­ßen Pro­le­ta­ri­ats ist kei­ne 'Umer­zie­hung' jemals sta­bil geblie­ben und vor allem in den ehe­ma­li­gen Skla­ven­hal­ter­staa­ten ist das Tra­gen einer Waf­fe nicht nur sym­bo­lisch zu ver­ste­hen, son­dern eine Maß­nah­me der Abgren­zung zwi­schen Rassen:

Kein Schwar­zer wird offen eine Waf­fe tra­gen - das wäre eine Ziel­schei­be an sich zu tra­gen, eine Her­aus­for­de­rung sich töten zu las­sen. Wei­ße hin­ge­gen tra­gen 'offen', weil ihnen das ein Gefühl der Über­le­gen­heit und die Sicher­heit der höhe­ren Wer­tig­keit in den Augen der Geset­zes­hü­ter ver­mit­telt - wohl­ge­merkt nur dort, wo Ras­sis­mus noch offen gelebt wer­den darf. 

Die Gewalt durch Ord­nungs­kräf­te (pri­va­te Mili­zen und Wach­dien­ste) und Poli­zei, die bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen und töd­lich ver­lau­fen­den Amts­hand­lun­gen stets zunächst über jeden Ver­dacht von Will­kür oder Amts­miß­brauch erha­ben sind, rich­tet sich gegen Alle die eine ande­re Haut­far­be als 'weiß' haben. Gra­du­el­le Ände­run­gen durch die in den letz­ten Jah­ren häu­fi­ger gewor­de­nen Doku­men­ta­tio­nen mit den Mobil­te­le­fon­ka­me­ras soll­ten nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß schon dar­aus eine gegen­läu­fi­ge Gesetz­ge­bung erfolgt ist, die in man­chen Staa­ten das bild­li­che Fest­hal­ten von sol­che Poli­zei­hand­lun­gen unter Stra­fe stellt und daher abschrecken­de Wir­kung (vor­aus­ei­len­de Selbst­be­schrän­kung) hervorruft.

Nicht weni­ge den­ken also dar­über nach sich dem zu ent­zie­hen. Sie den­ken an das, was Genera­tio­nen von Euro­pä­ern, Asia­ten und Men­schen aus dem Rest der Welt gedacht haben als sie nach USA auswanderten:

Ein bes­se­res Leben in Frei­heit und Selbst­be­stim­mung, den Ertrag ihrer Hän­de Arbeit für sich und ihre Kin­der zu ver­wen­den, und vor dem Gesetz mit allen ande­ren Men­schen gleich behan­delt zu werden.

Die Gewalt in den letz­ten Jah­ren gegen­über (über­wie­gend unbe­waff­ne­ten!) Schwar­zen, die welt­weit Empö­rung her­vor­ge­ru­fen haben, gleich­wohl im Ursprungs­land schnell ver­ges­sen waren, ist durch nichts zu ent­schul­di­gen. Die Über­ra­schung der Täter aller­dings war unver­kenn­bar, sie haben ver­blüfft zur Kennt­nis neh­men müs­sen, daß ihre Taten Kon­se­quen­zen haben. 

Doch steht bei alle­dem die Fra­ge im Raum ob es denn tat­säch­lich gelin­gen kann dem Ras­sis­mus zu ent­flie­hen und sich eine neue Basis zu schaf­fen, auf der sich ein bes­se­res Leben auf­bau­en lie­ße. Mir scheint es mög­lich, jedoch gibt es wohl Bedin­gun­gen die erfüllt sein müs­sen und das Vor­ha­ben erfolg­reich wer­den zu las­sen. Grund­sätz­lich wei­se ich dar­auf hin wie ähn­lich die­se Bedin­gun­gen in jede Rich­tung sind:
Egal von wo nach wo die­se Ent­schei­dung Men­schen führt sind es immer die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen die für einen Erfolg nötig sind.

  • Der Wil­le sich in die bestehen­de Gesell­schaft ein­zu­glie­dern - was nicht bedeu­tet alle Iden­ti­tät fah­ren zu las­sen, son­dern sich an zusätz­li­che Gepflo­gen­hei­ten zu gewöh­nen und die­se im Außen­kon­takt vor­ran­gig zu pflegen.
  • Die Bereit­schaft im Zwei­fels­fall nicht auf der Ebe­ne beschäf­tigt zu wer­den die man zuvor inne­hat­te und Zeit bis zur Aner­ken­nung in Kauf zu nehmen.
  • Die Erkennt­nis, daß nir­gend­wo auf die­ser Welt ohne eige­nen Ein­satz etwas in den Schoß fällt, sozia­le Lei­stun­gen irgend­wann vor­bei sein wer­den (wenn sie denn von Anbe­ginn über­haupt da waren), und daß dann der eige­ne Ein­satz den Unter­halt sichern muß.

Schwar­zen Men­schen - so scheint mir - wer­den hier­zu­lan­de weni­ger Res­sen­ti­ments ent­ge­gen­ge­bracht als allen Anders­far­bi­gen. Inso­weit sehe ich grund­sätz­lich gute Aus­sich­ten. Bes­ser jeden­falls als jene für Men­schen aus dem Nahen Osten und mit mus­li­mi­schem Glau­ben. Kor­ri­gie­ren Sie mich gern, wenn Sie das anders sehen.

bookmark_borderVergleichsweise .... (III)

["click!" ver­grö­ßert]

Das Zitat stammt - wie im Bild ange­ge­ben - aus der Zeit kurz vor der vor­letz­ten Jahr­hun­dert­wen­de 1889. Wenn man den Text liest, hat man den Ein­druck es könn­te auch gestern oder vor­ge­stern gewe­sen sein, als er nie­der­ge­legt wur­de. War­um erst Men­schen zu Aus­ge­sto­ße­nen wer­den las­sen, wenn eine über­leg­te Vor­sor­ge dies ver­hin­dern könnte?

Ver­gleichs­wei­se wenig hat sich an der sozia­len Situa­ti­on der Men­schen geän­dert, die von ihrer Hän­de Arbeit leben. Im Gegen­teil, sie sind durch die fort­schrei­ten­de Tech­no­lo­gie gefähr­de­ter denn je. Das soll jetzt kein Ela­bo­rat gegen die Tech­nik wer­den, viel­mehr ein Hin­weis dar­auf, dass die sozia­le Stu­fung erhal­ten bleibt, egal wie sich die Gesell­schaft wei­ter ent­wickelt hat. Vor­aus­schau­end zu han­deln ist wohl nicht die zen­tra­le Arbeit der Poli­tik - damals wie heu­te sorgt man sich um die Legis­la­tur­pe­ri­ode und den Erhalt der eige­nen Mehr­hei­ten, des eige­nen Mandates.

Dabei ist es so leicht, sich die Fol­gen vor­zu­stel­len wenn man ana­log denkt:
Eine Krank­heit im Früh­sta­di­um zu erken­nen und eine vor­sorg­li­che Behand­lung ein­zu­lei­ten ist (min­de­stens) um das Zehn­fa­che preis­wer­ter als dann den mani­fe­sten Scha­den wie­der in den Griff zu bekommen.
[Selbst da aller­dings ist es immer noch nicht bei allen Kran­ken­kas­sen Übung, für Vor­beu­gung Mit­tel zur Ver­fü­gung zu stel­len - statt­des­sen bezahlt man lie­ber Quack­sal­be­rei mit soge­nann­ten 'alter­na­ti­ven Heil­me­tho­den']

Eine Chan­ce sol­che Unzu­läng­lich­kei­ten in sozia­len und gesund­heit­li­chen Ange­le­gen­hei­ten bes­ser anzu­ge­hen sehe ich in der KI:
Da wer­den die Model­le auf­zei­gen, dass früh­zei­ti­ge Inter­ven­ti­on spä­te­re Kosten reduziert.

Wir wol­len nur hof­fen, dass die KI nicht zu dem Ergeb­nis kommt die preis­wer­te­ste Vari­an­te sei auf 'Homo sapi­ens' gleich ganz zu verzichten.

bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".

bookmark_borderHessen wählt .... demnächst.

" .. Beim Euro­pa­par­tei­tag der rhein­land-pfäl­zi­schen SPD beton­te sie, wie wich­tig das neue Teil­zeit­ge­setz für vie­le Frau­en sei. "Lie­be Leu­te, es spricht nur kei­ne Sau dar­über", sag­te sie und appel­lier­te: "Aber wir spre­chen dar­über. Weil wir es sind, die das in die­sem Land für die Men­schen durch­set­zen". Das sei der ent­schei­den­de Unterschied .. "
[Quel­le]

Da ist die Frau Nah­les aber sau­er. Und wenn man böse wird, dann fällt man auf sei­ne Ursprün­ge zurück. Dahin, woher man kommt - und alle ange­lern­te Con­ten­an­ce fällt ab, so wie die alte Haut von einem Insekt. Her­vor kommt bei Nah­les ihre frü­he Sozia­li­sa­ti­on mit Gossensprache ....

Wenn " .. kei­ne Sau dar­über spricht .. " kann das dar­an lie­gen, dass es zwar der SPD und der Frau Nah­les wich­tig ist, es aber für die Men­schen im Lan­de wich­ti­ge­re Din­ge zu lösen gibt - und des­we­gen wäh­len sie nicht mehr SPD, weil die etwas ande­res für wich­tig hält. Ganz ein­fach, aber offen­bar zu kom­pli­ziert für Frau Nahles.

Die SPD - einst stol­ze Arbei­ter­par­tei - hat die Arbei­ter ver­ra­ten und sich mit den Pro­fit­gei­ern gemein gemacht. Wenn nun Frau Nah­les sagt: 

" .. Da gebe es "Reno­vie­rungs­be­darf",
über den dis­ku­tiert wer­den müs­se .. "
,

dann reicht das nicht. Ein Her­um­dok­tern an Ein­zel­hei­ten ist zu wenig, das Gesamt­werk "Hartz IV" gehört raus­ge­wor­fen und durch eine men­schen­freund­li­che, sank­ti­ons­lo­se Novel­le ersetzt.

Da das nicht pas­siert wird die SPD in Hes­sen nicht reüssieren.
Scha­de, denn der Herr Schä­fer-Güm­bel ist nicht dumm, er ist sehr kun­dig, kun­di­ger als Herr Bouf­fier, und wesent­lich flot­ter im Denken.

Viel­leicht reicht es ja zu rot-rot-grün?
Das täte Hes­sen gut.

bookmark_borderDer Nachtwächter

Wegen der zuneh­men­den Zahl von aus­ge­dien­tem Büro­ma­te­ri­al mie­te­te die Bun­des­tags­ver­wal­tung ein Lager­ge­bäu­de an um dort die aus­ran­gier­ten Gegen­stän­de bis zu einem Ver­kauf zu lagern.

Weil ab und zu auch wert­vol­le­re Sachen dar­un­ter waren und das Gebäu­de in einem nachts sehr ruhi­gen Bereich lag wur­de ein Nacht­wäch­ter eingestellt.

Dann kam ein Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ter auf die Idee:
"Der Nacht­wäch­ter weiß ja gar­nicht, was er zu tun hat und wie er die Bewa­chung durch­füh­ren soll!"

Es wur­de eine Pla­nungs­grup­pe gegrün­det und zwei Mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt, einer, um die Abläu­fe wäh­rend der Rund­gän­ge zu opti­mie­ren, ein ande­rer, um eine Arbeits­an­wei­sung für den Nacht­wäch­ter zu schreiben.

Nun kamen Zwei­fel auf, ob denn der Nacht­wäch­ter sei­ne Arbeit auch rich­tig machen wür­de - Abhil­fe brach­te eine Unter­ab­tei­lung "Qua­li­täts­kon­trol­le" - mit zwei Mit­ar­bei­tern: Der erste unter­such­te was der Nacht­wäch­ter an Berich­ten abgab und was er tat, der zwei­te Mit­ar­bei­ter hat­te die Auf­ga­be das Pro­to­koll zu allen Akti­vi­tä­ten zu führen.

Die gewach­se­ne Zahl von Mit­ar­bei­ten­den erfor­der­te als näch­stes eine Per­so­nal­stel­le - besetzt mit zwei Mit­ar­bei­tern: Einer um die Zeit­er­fas­sung zu betreu­en und Arbeits­zei­ten zu berech­nen, der Zwei­te um die Aus­zah­lun­gen vor­zu­be­rei­ten und durchzuführen.

Mitt­ler­wei­le waren es so vie­le Mit­ar­bei­ter gewor­den, daß nach dem Per­so­nal­schlüs­sel der Ver­wal­tung ein Ver­ant­wort­li­cher benannt wer­den muß­te, der die­se Abtei­lung führt.
Man stell­te drei Leu­te ein:
Einen Abtei­lungs­lei­ter, einen Stell­ver­tre­ter und für bei­de eine Sekretärin.

Das Bud­get für die­se gesam­te Ope­ra­ti­on betrug nun 918.000,- €uro. Der Haus­halts­aus­schuß bemän­gel­te die Höhe die­ser Aus­ga­be und ord­ne­te eine Kür­zung an.

Man ent­ließ den Nachtwächter.

PS:
Die ande­ren Mit­ar­bei­ter wur­den - nach Rück­spra­che mit dem Per­so­nal­rat, weil sie nicht gekün­digt wer­den konn­ten - in ande­re Berei­che ver­setzt. Für die Bewa­chung enga­gier­te man einen Dienst­lei­ster, 'out­sour­cing' heißt das wohl .... und wenn sie nicht gestor­ben sind ver­wal­ten sie noch heute ...!


Par­kin­sons Gesetz:


Die Grö­ße einer öffent­li­chen Verwaltung
ist umge­kehrt pro­por­tio­nal zu ihrer Effizienz.

 

bookmark_borderArbeit macht das Leben süß ...?

Der Mensch ist nicht auf Ganz­tags­ar­beit "aus­ge­legt" - und den­noch sol­len die Arbei­ten­den zehn und mehr Stun­den "pro­duk­tiv" sein. Für immer weni­ger Geld.

Schau­en Sie sich mal an einem frei­en Tag das Ver­hal­ten ihres Hun­des oder ihrer Kat­ze an:
Außer kur­zen Pha­sen der Akti­vi­tät ver­brin­gen die Tie­re den über­wie­gen­den Teil des Tages mit Ausruhen.

Oder den­ken Sie an die Urmenschen:
Vie­le Tage Ruhe, Jagd­tag und Beu­te machen, dann voll(fr)essen und wie­der tage­lang ruhen ....

Nun noch ein paar Fragen:
Wem nützt die­se hek­ti­sche Arbeits­welt und wel­chen Effekt hat das auf die Gesund­heit der Arbei­ten­den?
Brauch­ten wir ein Gesund­heits­sy­stem die­sen Aus­ma­ßes - und alles was dar­an hängt - wenn wir es ins­ge­samt "ruhi­ger" ange­hen ließen?
Könn­ten wir Alle viel, viel älter wer­den - und dabei gesund blei­ben! - wenn sich die Pro­duk­ti­vi­tät redu­zier­te und der Ein­kom­mens­ver­lust durch min­de­re Aus­ga­ben für die Wie­der­her­stel­lung der Gesund­heit ausgliche?

Schließ­lich noch die wich­tig­ste Frage:
Wenn wir ein Pro­blem schwin­den­der Resour­cen haben - wäre dann nicht weni­ger Pro­duk­ti­vi­tät genau die rich­ti­ge Antwort?

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Set­zen Sie neue Impul­se für neue Pro­duk­te und Anwendungen
Selbst­ver­ständ­lich unter­stüt­zen wir Sie mit einem lei­stungs­fä­hi­gen Home­of­fice, moder­nem IT-Equip­ment und einem Dienstwagen
Sie sind eine Per­sön­lich­keit, die mutig und krea­tiv Initia­ti­ve ergreift. Sie sind offen für neue Ideen und hin­ter­fra­gen kon­ven­tio­nel­le Denk­mu­ster. Sie wol­len in einer lei­stungs­ori­en­tier­ten Umge­bung arbei­ten und über­zeu­gen durch unter­neh­me­ri­sches Han­deln und zei­gen Ihr Füh­rungs­po­ten­ti­al. Gegen­sei­ti­ger Respekt sowie Mei­nungs­aus­tausch mit allen Hier­ar­chien sind Ihnen wichtig .. "

So lau­tet der Text in einem Stel­len­an­ge­bot eines gro­ßen Unter­neh­mens für eine Bera­tungs­tä­tig­keit im Außen­dienst. Klingt doch gut - oder?

Da wol­len wir mal kurz in ein­zel­ne Abschnit­te auf­tei­len und das "human resources"-Neusprech in nor­ma­le, ver­ständ­li­che Spra­che übersetzen:

  1. " .. Unser Mar­ke­ting & Sales Team .. betreut sämt­li­che Mar­ke­ting- und Ver­triebs­ak­ti­vi­tä­ten für das .. Port­fo­lio in Deutsch­land. Als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter .. ver­mark­ten und ver­kau­fen Sie unse­re ..syste­me in der Region ..:
  2. Sie sind ein 'Mar­ke­ting­in­stru­ment' - ver­gleich­bar mit einer Wer­bung in einer Fach­zeit­schrift, aller­dings kann der Kun­de mit ihnen inter­agie­ren. Sie müs­sen in einem Ver­drän­gungs­wett­be­werb die Markt­an­tei­le ver­tei­di­gen. Wenn ihnen das nicht gelingt sind sie schnel­ler wie­der drau­ßen als sie dachten.

     

  3. Set­zen Sie unse­re Unter­neh­mens­stra­te­gien zur Ver­mark­tung unse­rer .. Pro­duk­te sowie Maß­nah­men .. um
  4. Wir sit­zen am 'grü­nen Tisch' und den­ken uns aus was funk­tio­nie­ren könn­te - sehen sie da Pro­ble­me so spre­chen sie nicht davon - sonst müß­ten wir uns von ihnen tren­nen. Es muß ihnen doch klar sein: Wir bekom­men mehr Geld - ergo wis­sen wir alles besser

     

  5. Bera­ten und betreu­en Sie .. Schwer­punkt­ein­rich­tun­gen, .. akti­ve Haus­arzt­pra­xen, Kli­ni­ken, Apo­the­ken und akti­ve Patientenorganisationen
  6. Wir haben eine umfang­rei­che Daten­samm­lung mit detail­lier­ter Infor­ma­ti­on zu all unse­ren Kun­den. Über man­che wis­sen wir mehr als die­se über sich selbst.

     

  7. Erzie­len Sie ver­bind­li­che Abschlüsse
  8. Wir geben ihnen Jahr für Jahr höhe­re Zie­le vor - und egal ob das prak­tisch wirk­lich mög­lich ist erwar­ten wir 'Aus­füh­rung' ....

     

  9. Erwei­tern Sie Ihren Kun­den­stamm und akqui­rie­ren Sie neue Kunden
  10. Das gehört wohl irgend­wie zum Text­bau­stein und nie­mand macht sich so recht Gedan­ken dar­über - sol­che 'neu­en Kun­den' gibt es nicht, denn die wer­den durch die Daten­über­tra­gun­gen zwi­schen Unter­neh­men und den Stan­des­ver­bän­den sofort erfaßt.
    Ist aber eine gute Hand­ha­be ihnen irgend­wann Ver­säum­nis­se vor­zu­wer­fen um sie zu entlassen.

     

  11. Ana­ly­sie­ren Sie Ihre Gebiets­ent­wick­lung und ergrei­fen Sie Maß­nah­men zur Umsatzentwicklung
  12. Wenn ihr Umsatz zurück­geht müs­sen sie das erklä­ren, dabei ist schon sicher, daß man ihnen kei­nen Glau­ben schen­ken wird, denn das Mar­ke­ting und die von Sei­ten der Fach­ab­tei­lun­gen vor­be­rei­te­ten Maß­nah­men sind immer rich­tig - schon wie­der haben sie den 'Schwar­zen Peter' ....

     

  13. Beob­ach­ten Sie den Markt, Wett­be­werbs­ak­ti­vi­tä­ten und gesund­heits­po­li­ti­sche Trends
  14. Wie­der ein All­ge­mein­platz - aber Anlaß sie extra 'sur­veys' und 'fact she­ets' aus­fül­len zu lassen:
    Das prüft, ob sie noch loy­al und erge­ben sind oder anfan­gen sich über nutz­lo­se Mehr­ar­beit Gedan­ken zu machen ....

     

  15. Set­zen Sie neue Impul­se für neue Pro­duk­te und Anwendungen
  16. Wehe, wenn sie dabei von unse­rer Vor­ga­be in Aus­druck und Inhalt abwei­chen, oder dazu etwa ein höhe­res Bud­get brauchen:
    Dann müs­sen wir ihnen zei­gen wer auf der höhe­ren Ebe­ne sitzt und wirk­lich entscheidet.

     

  17. Selbst­ver­ständ­lich unter­stüt­zen wir Sie mit einem lei­stungs­fä­hi­gen Home­of­fice, moder­nem IT-Equip­ment und einem Dienstwagen
  18. Stimmt - da stecken alle mög­li­chen Über­prü­fungs­mög­lich­kei­ten für uns drin. Mit dem Mobil­funk­un­ter­neh­men haben wir uns so geei­nigt, daß wir jeder­zeit wis­sen wo sie gera­de sind und wie lan­ge sie sich irgend­wo auf­hal­ten - wir wis­sen da mehr als die Poli­zei und völ­lig ohne Gerichts­be­schluß. Ihr Com­pu­ter über­trägt Daten - von denen sie nichts wis­sen - an unser Rechen­zen­trum zu Aus­wer­tung. Selbst der Betriebs­rat kennt davon nur Bruch­stücke. Der Dienst­wa­gen wird per GPS loka­li­siert und die Daten wer­den mit ihrer Spe­sen­ab­rech­nung abge­gli­chen - wehe es gibt da Abwei­chun­gen, dann über­le­gen sie schon mal wie sie erklä­ren, daß sie einen klei­nen Umweg zum Super­markt gemacht haben ....

     

  19. Sie sind eine Per­sön­lich­keit, die mutig und krea­tiv Initia­ti­ve ergreift. Sie sind offen für neue Ideen und hin­ter­fra­gen kon­ven­tio­nel­le Denk­mu­ster. Sie wol­len in einer lei­stungs­ori­en­tier­ten Umge­bung arbei­ten und über­zeu­gen durch unter­neh­me­ri­sches Han­deln und zei­gen Ihr Füh­rungs­po­ten­ti­al. Gegen­sei­ti­ger Respekt sowie Mei­nungs­aus­tausch mit allen Hier­ar­chien sind Ihnen wichtig .. "
  20.  

    • 'mutig & krea­tiv' - soll­ten sie das wirk­lich sein dann schei­den sie schon im Vor­feld aus
    • 'offen für neue Ideen' - sie ler­nen gern & zügig aus­wen­dig was wir vorgeben
    • 'hin­ter­fra­gen kon­ven­tio­nel­le Denk­mu­ster' - wir arbei­ten hart an der Gren­ze zur Lega­li­tät, machen sie da mit?
    • 'in einer lei­stungs­ori­en­tier­ten Umge­bung arbei­ten' - wir geben Zah­len vor, sie füh­ren ohne Mur­ren aus, dabei ste­hen sie im stän­di­gen Wett­be­werb mit ihren Kol­le­gen - so kommt 'Soli­da­ri­tät' erst gar­nicht auf:
      "Tei­le & herr­sche", das mach­ten schon die alten Römer so
    • 'unter­neh­me­ri­sches Han­deln' - mit die­ser 'Zau­ber­for­mu­lie­rung' kön­nen wir ihnen end­los Mehr­stun­den abver­lan­gen für die es kei­ne Bezah­lung gibt, 'unter­neh­me­risch' eben ....
    • 'Füh­rungs­po­ten­ti­al' - soll­ten sie das haben wer­den sie sowie­so für die­sen Job nicht eingestellt

     
    Jetzt das dick­ste Ei:
    " .. Gegen­sei­ti­ger Respekt sowie Mei­nungs­aus­tausch mit allen Hier­ar­chien sind Ihnen wich­tig .. " Respekt vor jeder vor­ge­setz­ten Ebe­ne soll­te ihnen kein Fremd­wort sein - erwar­ten sie das aber kei­nes­falls umge­kehrt. Wenn nicht, wird man sie über ihren unmit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten zurecht­wei­sen - ein soge­nann­ter 'Mei­nungs­aus­tausch', bei dem ihre Vor­stel­lung von 'rich­tig' und 'gerecht' gegen die des Vor­ge­setz­ten 'aus­ge­tauscht' wer­den wird. Sie wol­len doch ihren Job behalten?

     

Tja, sol­che Anzei­gen muß man mit Über­le­gung, Skep­sis und Krea­ti­vi­tät lesen. Auf gark­ei­nen Fall darf man etwa 'ver­trau­en', nichts ist wahr oder sicher, es sei denn es wird schrift­lich in einem Ver­trag fest­ge­hal­ten .... Wenn sie dann noch ein paar Kol­le­gin­nen haben denen ihre Nase nicht paßt - oder wenn sie eine Frau sind und hüb­scher als die 'Platz­hen­nen', dann machen sie sich, soll­ten sie den Job doch ange­nom­men haben, auf 'Mob­bing' vom fein­sten gefaßt .....


Gewid­met - seli­gen Ange­den­kens - der wuse­li­gen 'Vie­rer­ban­de',
die blin­den Aktio­nis­mus für 'sinn­vol­les Arbei­ten' hielt*
☣ Clau­dia ☣
 Elke 
☠ Sigrid ☠
♕ Constanze ♕

bookmark_borderMit 45 zum "Alteisen" geworfen ...?

Bezug:

Jugend­ar­beits­lo­sig­keit, ja wie­so denn?

Ich hat­te den unten­ste­hen­den Text zunächst als Kom­men­tar zu dem dort behan­del­ten The­ma geschrie­ben. Dar­auf for­mu­lier­te der Bloginhaber: 


"wvs und Fal­kin haben das eigent­li­che The­ma auf ähn­li­che Wei­se ver­fehlt, obwohl die Bei­trä­ge für sich genom­men durch­aus die Aus­gangs­punk­te eige­ner Dis­kus­sio­nen bil­den könnten."


Nichts wäre mir fer­ner als dar­auf zu behar­ren ein The­ma in eine vom Blog­inha­ber nicht gewünsch­te Rich­tung zu ver­schie­ben, daher habe ich mei­ne Kom­men­ta­re ent­fernt und den Vor­schlag von Herrn Step­pen­hund auf­ge­nom­men dar­aus einen 'eige­nen' Bei­trag zu formulieren.

Hier also der Ansatz:

Herr step­pen­hund schrieb
"Für 40-Jäh­ri­ge ist es sehr schwie­rig, rele­vant zu sein."

Dazu merk­te ich an
Das ist in vie­len Wirt­schafts­zwei­gen so - wenn man sich die Logik der Arbeit­ge­ber hin­sicht­lich der Per­so­nal­po­li­tik ansieht ver­wun­dert es auch kaum:

Man stel­le sich eine Pyra­mi­de mit meh­re­ren Ebe­nen vor. An deren unter­ster Ebe­ne sind die neu eigetre­te­nen Mit­ar­bei­ter pla­ziert, auf jeder der fol­gen­den Ebe­nen sind weni­ger Stel­len vor­han­den. Durch Auf­stieg wer­den von unten nach oben Stel­len besetzt (Ein­stei­ger von außen gibt es natür­lich, zur Ver­ein­fa­chung las­se ich die mal weg).

Übrig blei­ben auf jeder Ebe­ne nur die Mit­ar­bei­ter, die für höhe­re Auf­ga­ben bzw. Füh­rungs­auf­ga­ben nicht geeig­net erscheinen.

All­mäh­lich bil­det sich also auf jeder Ebe­ne eine Grup­pe von 'Unzu­frie­de­nen & Übrig­ge­blie­be­nen' - jene, die glau­ben bes­ser zu sein, jene, die glau­ben schlicht 'über­gan­gen' wor­den zu sein, jene, die nicht mehr wol­len als da zu ver­blei­ben wo sie sind.

Was also soll der Arbeit­ge­ber mit den Veblie­be­nen tun?
Zumal sie mit den Jah­ren immer 'teu­rer' wer­den, aber nicht 'pro­duk­ti­ver'.

Die Zahl der ver­füg­ba­ren Stel­len auf jeder Ebe­ne redu­ziert sich, auch das macht eini­ge Mit­ar­bei­ter 'über­flüs­sig' - der Arbeit­ge­ber wählt die (ver­meint­lich / tat­säch­lich) Bes­se­ren und ent­le­digt sich der Schwachen.

Meist sind die­se Men­schen dann um die Mit­te 40.

Um Miß­ver­ständ­nis­sen vorzubeugen:
Ich sage nicht, daß ich ein sol­ches System befür­wor­te oder gut hei­ße - den­noch ist es eine oft gemach­te Beob­ach­tung, für die ich eini­ge Groß­un­ter­neh­men als Bei­spiel parat hät­te. Dies aber nicht öffentlich.

Wenn von den um die 45-jäh­ri­gen eine gewis­se Zahl aus­ge­mu­stert wird haben sie nie wie­der die Mög­lich­keit auf glei­cher Ebe­ne ein­zu­stei­gen - denn in einem glei­chen Fach­ge­biet bei ande­ren Unter­neh­men läuft es nach glei­chem Muster ab.
Das ist der Boden­satz der "Unver­mit­tel­ba­ren", deren Zukunfts­per­spek­ti­ven erlö­schen, die 'abge­hängt' wer­den und damit dem sozia­len Abstieg anheim fallen.

Schon des­we­gen sind die wohl­klin­gen­den Phra­sen der Poli­tik zum The­ma "Beschäf­ti­gungs­po­li­tik" unred­lich oder zeu­gen von man­geln­der Sachkenntnis.

Daß es eini­gen Bewer­bern - zufäl­lig oder bei geziel­tem Suchen - den­noch gelingt auch in höhe­rem Lebens­al­ter eine Anstel­lung zu fin­den schrieb Herr Step­pen­hund in sei­nem Blog.

bookmark_borderEin Gedanke (IV) ....

.... zum Absatz­di­lem­ma der euro­päi­schen Autoindustrie:
 
 

Das Lächeln mei­ner Kan­ze­rin ....
 
....wur­de ihr aus dem Gesicht gewischt als sie erfuhr, daß die Auto­in­du­strie in Euro­pa einer Absatz­ka­ta­stro­phe ent­ge­gen­sieht - und nun fragt es sich wie sie reagie­ren wird: "Spa­ren oder Sub­ven­tio­nie­ren, das ist hier die Frage!"
Und im näch­sten Jahr sind Wahlen ....

bookmark_borderZahlen ....

Soviel zur oft zitier­ten & dis­ku­tier­ten "Asyl­be­wer­ber­schwem­me" in Deutschland.
Schon ein paar Zah­len im Ver­gleich zer­schla­gen die Mär von der Überfremdung ....

platzhalter


bookmark_borderRente mit 75 ...?

Hal­ten wir doch erst ein­mal die Fak­ten fest:

Wir finan­zie­ren seit Jahr­zehn­ten ein Gesund­heits-System das uns eine län­ge­re Lebens­er­war­tung beschert und durch die­se Per­spek­ti­ve ver­schie­ben wir gleich­zei­tig das Ren­ten­al­ter ste­tig – und zwangs­läu­fig – immer wei­ter nach hinten.

Per Sal­do gewin­nen wir (“die All­ge­mein­heit”) dadurch nichts als mehr Streß in den vie­len Arbeits­jah­ren, denn das Arbeits­tem­po hat sich durch Ratio­na­li­sie­rung - und gestie­ge­ne Kosten auch bei den Arbeit­ge­bern, die das durch "Ver­dich­tung" der Arbeits­pro­zes­se auf­zu­fan­gen ver­su­chen - pro­por­tio­nal erhöht.

Gleich­zei­tig erfolgt - durch die Glo­ba­li­sie­rung - eine Ver­schie­bung der manu­el­len Arbeits­lei­stung in geo­gra­phi­sche Regio­nen in denen - schon wegen der dort herr­schen­den kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen - eine Ver­dich­tung der Arbeit nur in gerin­ge­rem Maße als in gemä­ßig­ten Kli­ma­zo­nen mög­lich ist. Hier­zu­lan­de fal­len Arbeits­plät­ze weg oder sie wer­den - wegen der herr­schen­den Unsi­cher­hei­ten - als Teil­zeit- oder Zeit­ar­beits­be­schäf­ti­gung wie­der­ein­ge­rich­tet. Wo frü­her eine Lebens­pla­nung mög­lich war fällt sie heu­te zwangs­läu­fig aus. Den­noch wird natür­lich erwar­tet, daß Men­schen - so wie in frü­he­ren Jah­ren - Kin­der bekom­men und das Staats­we­sen durch Abga­ben lebens­fä­hig hal­ten, sich dabei auch noch sozi­al enga­gie­ren und ohne Mur­ren jeden staat­li­chen Ein­griff in ihre Pri­vat­sphä­re hinnehmen.

Das ist weni­ger als ein Null-Sum­men-Spiel:
Mehr Arbeit, mehr unsi­che­re Arbeitsplätze,
ste­tig stei­gen­de Anfor­de­run­gen an Infra­struk­tur und Bil­dung, stei­gen­de Kosten für die Alters­si­che­rung und eine ähn­li­che, wenn nicht gar expo­nen­ti­el­le Stei­ge­rung der Kosten für das Gesundheitswesen.

Der viel­ge­prie­se­ne "Fort­schritt" ent­puppt sich bei nähe­rem Hin­se­hen als eine men­schen­ver­ach­ten­de Tretmühle. 

Irgend­wann wird die Sche­re soweit auf­ge­bo­gen sein daß sie bricht.
Kei­ne beson­ders attrak­ti­ve Zukunftsperspektive.


Sie­he dazu auch:
http://www.querblog.de/2010/08/13/rente-mit-65-und-nicht-1-tag-mehr/

bookmark_borderAm 11.11.2004 ....

schrieb ich fol­gen­des Gedicht, das aktu­el­ler ist als je zuvor:

TITLE: № 0154: teufels-kreis

vom geld
das - wer arbei­tet - erhält
geht was ab
- und nicht zu knapp!

zuerst die steuer
- viel zu teuer,
dann krankenkasse
- auch ‘ne masse

soli immer noch,
stopft man­ches (frem­de) loch,
arbeitsagentur
- ver­schwen­dung pur

ren­ten­ver­si­che­rung
- kommt kei­ner drum rum
was bleibt ist wenig
reicht nicht für ewig

nie­mand kann kaufen
zum haa­re raufen!
ist’s net­to klein
muß spa­ren sein

zuwe­nig konsum
bringt fir­men um
massenweise
- trotz klei­ner preise!

leu­te entlassen
- vor­stän­de prassen
noch weni­ger geld
- abgestellt

vie­le kleine
sind alleine
wer­den betreut
ganz­tags heut’

noten schlecht
jeder job ist recht
bringt weni­ger geld
oft abgestellt

zah­len weni­ger ein
staat nimmt nichts ein
alles gekürzt
weni­ge gestützt

armut zieht ein
für groß und klein
ande­re zahlen
(erst nach den wahlen)

die sta­bi­li­tät
nun flö­ten geht
steu­ern herauf
jeder zahlt d’rauf

wenig ver­füg­bar
geht weg - na klar!
nichts auf der kante,
man borgt von der tante

wenn sie noch hat
sonst fragt man den staat
der hat’s nicht mehr
holts von uns her

abga­ben rauf
der alte lauf
noch weni­ger da
als ’s anfangs schon war …