Verdient

In jedem Land scheint es irgend­wann den Moment zu geben in dem ein Star 'gebo­ren' wird .... das ist mir heu­te wie­der begeg­net, als ich von einer neu­see­län­di­schen Sän­ge­rin zum ersten Mal etwas anhörte: 

Hay­ley Westenra

Sie ist seit ihrer Ver­hei­ra­tung nach nur weni­gen Jah­ren aus­gie­bi­gen Rei­sens und Erfolg nach Erfolg nur noch sel­ten zu sehen und zu hören und hält ihr Pri­vat­le­ben wirk­lich 'pri­vat'.

An wen sonst aus ande­ren Natio­nen habe ich gedacht?
Ich gebe eine klei­ne Auswahl.

Bei­spiels­wei­se Sus­an Boyle aus England.

Oder Hele­ne Fischer der es oft so geht wie ande­ren deut­schen Berühmtheiten:
Man nei­det ihr den Erfolg. Die sich nach und nach von die­sem Herrn Sil­be­rei­sen eman­zi­piert hat, der irgend­wie ste­hen blieb wäh­rend sie zum Star wurde.

Nicht zu ver­ges­sen die lei­der so früh ver­stor­be­ne Whit­ney Hou­ston, in die­sem Video schon erkenn­bar angegriffen.

Dann noch mei­ne still ver­ehr­ten ABBAS - zu Zei­ten durf­te man es ja nicht sagen, dass man ihre Musik gut fand.

Am besten, nein 'die Beste' ist immer noch Jer­ney Kaag­man von "Earth & Fire" - da habe ich zwei Songs raus­ge­sucht um Sie 'abhän­gig' zu machen ;c)

Und Sie so?
Wen fin­den Sie 'gut'?

Kommentare

  1. ... ich fin­de Alex­an­der Eder rich­tig gut. So Jung, so klug und mit einer ein­zig­ar­ti­gen Stim­me aus­ge­stat­tet. Hier  inter­pre­tiert er "Fee­ling Good"  und es gibt eige­ne Songs, die er bei sei­nen Auf­trit­ten zum Besten gibt. https://www.youtube.com/watch?v=KETigJlpFHU

    Und hier im Duett mit Kari­na Klüber: 

    Anm. wvs: Ihr Kom­men­tar war in der Mode­ra­ti­on - das pas­siert immer, wenn mehr als ein Link im Kom­men­tar steht.

    1. Da haben Sie eine gewich­ti­ge Künst­le­rin der Klas­si­schen Musik mit vie­len Facet­ten her­aus­ge­sucht! Die Cal­las war - glaubt man dem Tableau - eine sehr bestimm­te Per­sön­lich­keit, geplagt von Selbst­zwei­feln und Launen.

      Aller­dings mit einer gött­li­chen Stim­me -sehr scha­de, dass damals die Auf­nah­me­tech­nik noch so schlecht war (im Ver­gleich zu dem, was heu­te mög­lich ist) und man des­we­gen immer leich­te Ver­zer­run­gen zu hören bekommt.

  2. Die Fra­ge nach den eige­nen Ein­schät­zun­gen ist etwas unvor­sich­tig. Die Liste, die ich ange­ben könn­te, wür­de das erlaub­te For­mat von Two­day spren­gen. Aber es sind natür­lich in erster Linie klas­si­sche Inter­pre­ten, an die ich denke.
    Ich erspa­re mir jetzt mei­ne der­zei­ti­ge Hit­li­ste aufzuzählen.
    Aber es gibt hier noch ein ganz ande­res Phä­no­men: vie­le der rus­si­schen, bzw. sowje­ti­schen Pia­ni­sten und auch ande­re Soli­sten waren bis vor kur­zem bei uns prak­tisch unbe­kannt, weil sie unter Ver­schluss gehal­ten wur­den. Für Tat­ja­na Niko­la­je­va trifft das nicht ganz zu, aber sie war abso­lut kein New­co­mer, als sie das erste Mal in Euro­pa bzw. USA kon­zer­tier­te. Ich glau­be Mari­ja Yudi­na war nur in Russ­land. Aber jetzt kom­men immer mehr Auf­nah­men und Berich­te über sie in unse­re Medi­en, vor allem natür­lich Youtube.

    The­men­wech­sel: zur Ant­wort hin­sicht­lich Krat­z­er­chen. Her­mann Hes­se hat in sei­nem Step­pen­wolf geschrie­ben, dass die Musik von Mozart noch dann ihre "Gött­lich­keit" dar­stellt, wenn sie über das Radio mit vie­len Stö­run­gen und Aus­set­zern trans­por­tiert wird. Da ist was dran, obwohl ich sei­ne Mozart-Ver­eh­rung als etwas exal­tiert sehe.

    1. Ist es nicht sehr bedau­er­lich, dass die Poli­tik selbst vor den Kün­sten nicht mehr Schluss macht? Es hieß doch immer "Kunst ver­bin­det alle Natio­nen!" - und nun gibt auch da 'Gren­zen' ent­lang der Ideo­lo­gie! Sehr schade.
      Was das Gen­re abgeht habe ich in den ver­schie­de­nen Musik­ebe­nen sehr ver­schie­de­ne Vor­lie­ben - bei der Klas­sik hal­te ich es vor­nehm­lich mit Orgel­wer­ken - es ist wohl das Monu­men­ta­le, was mich dort anzieht.

  3. Kann ich irgend­was aus der eher aktu­el­len Zeit hier nennen...?
    ...Ich glau­be, wohl eher nicht.
    Das liegt aber nicht nur dar­an, dass ich mehr mit Zeug längst ver­gan­ge­nen Tagen zu tun habe, son­dern auch dar­an, den­ke ich, dass ich inzwi­schen schwer zu beein­drucken bin. Wenn man eh selbst ein bestimm­tes Sche­ma von aus­ge­fal­le­ne­ren Din­gen abdeckt, ja, von was soll man sich da noch bewegt füh­len? Höch­stens von jeman­dem, der noch kras­ser drauf ist.
    Danach ste­hen die Zei­chen aber nicht, dass es so etwas in die­ser Zeit so schnell geben wird... Zu sehr steckt die Bie­der­mei­er-Seu­che auch die Här­te­sten an. (Und die, die ver­su­chen, dazu das Kon­trast­pro­gramm zu erge­ben, über­trei­ben es u. a. auch damit.)

    1. Hier kann man ALLES schrei­ben - nur nichts Unge­setz­li­ches oder Belei­di­gen­des gegen­über ande­ren Kom­men­tie­ren­den. Anson­sten gibt es kei­ne Gren­zen (na ja, wohl noch die "des guten Geschmacks", aber das ver­steht sich doch von selbst).

      Las­sen Sie uns gern wis­sen wohin ihr Geschmack geht, so wie es klingt ist es bestimmt nicht das was unter *main­stream* läuft ...? Wenn es nicht gän­gig ist hilft zur Ver­deut­li­chung mög­li­cher­wei­se ein Link / ein Videohinweis ....

    2. Hm... Wie kann man da anfangen...
      Also, aus dem Blau­en her­aus (ohne Anlass) ist mir der hier in den letz­ten Tagen mal wie­der eingefallen:
      (Hof­fe, der Code funk­tio­niert... Wenn nicht, bit­te anpassen.)
      Läuft unter "Hard Tran­ce", erschie­nen 1995.
      Der hier fiel mir auch ein­fach so mal wie­der ein:
      (von 2001; wird als Tran­ce u. Hard­trance einkategorisiert)
      Mei­stens blei­be ich dann anschlie­ßend bei dem hier hängen:
      (auch von 2001; eben­falls irgend­wo zwi­schen Tran­ce und Hard­trance anzusiedeln)
      (Der gehört für mich in die Kate­go­rie "lustiges/bescheuertes Zeug, was irgend­was für sich hat".)
      (Anmer­kung zu den letz­ten zwei Titeln zusam­men: Was sich die bei­den spä­ter (2004) als Glo­bal Deejays mit "The sound of San Fran­cis­co" gedacht haben, das ver­ste­he wer will...)
      Über den hier letz­tens gestol­pert (und dabei rea­li­siert, was für gutes Zeug ich manch­mal zu lie­gen habe, an das ich mich nicht erinnere...):
      (Bit­te nicht vom Bild irri­tie­ren lassen...)
      Ist, laut Dis­cogs, von 2003, läuft unter Hardstyle.
      Sol­che Dröh­ner sind heu­te im Gen­re lei­der sel­ten geworden...
      Ande­rer Ver­tre­ter der Sor­te ist der hier:
      (auch von 2003; Hardstyle)

      Für Aggro­tech ist es schwer, da Bei­spie­le her­aus­zu­su­chen, da es bei mir, außer bei altem Fun­ker­Vogt-Zeug, sehr vom Song abhän­gig ist.
      'Ne klei­ne Nei­gung dazu kann ich aber nicht leug­nen, auch wenn ich sonst mit der Gruf­tiesze­ne nichts am Hut habe (der Begriff steht näm­lich für einen bestimm­ten Musik­stil, der wie­der­um dort als Unter­ka­te­go­rie behei­ma­tet ist).

      Sonst, für ruhi­ge Stun­den als auch zur Abwechs­lung, habe ich mal Sound­tracks von Spie­len für mich ent­deckt. Vor­ran­ging RPGs aus der PS1-Ära (biss­chen auch PS2), aber auch sowas leid­vol­les wie Musik aus Silent Hill 2 und 3, die man dosiert kon­su­mie­ren sollte...

      1. Hier sind kei­ne YT Ein­bet­tungs­codes zu sehen, am besten bit­te per e-mail zusen­den, dann kann ich es hier rein­set­zen, ein­zig der Link zu Aggro­tech wur­de akzep­tiert - mla sehen, ob das System von ir YT codes annimmt, ich den­ke schon, aber nicht von Kommentatoren.

        Ach, und noch dies: Seit ich "Fun­ker Voigt" auf­ge­ru­fen habe bekom­me ich bei YT stän­dig ähn­li­che Musik vor­ge­schla­gen ... ;c)

        1. Ich gebe jetzt die iframes mal als ein­zel­ne Kom­men­ta­re ein, weil eben der Ver­such alle fünf auf ein­mal zu schrei­ben vom System abge­lehnt & gelöscht wurde.

    3. Mist, macht der hier nicht mit...
      (Ich wuss­te nicht wie die ein­ge­bet­te­ten Vide­os von ande­ren hier tech­nisch zustan­de kom­men, also habe ich ledig­lich den Stan­dard-Ein­bet­tungs­code von YT benutzt.
      Wenn der Quell­code im Kom­men­tar mit­ge­ge­ben ist und nicht gelöscht wur­de, bit­te nur funk­tio­nell machen, sonst, weiß ich, muss ich mir was ein­fal­len lassen.)

    4. Gut, okay, dann geb' ich ihnen mal bei­des per Mail.
      Ist auf ande­ren Platt­for­men immer ein Rät­sel­ra­ten ins Blaue, was die akzep­tie­ren (wenn nicht das Kom­men­tar­fen­ster selbst ein paar Vers­chör­ke­lungs­op­tio­nen mit anbie­ten) und wenn, wie muss das html ent­spre­chend dazu aussehen...
      (Den ande­ren Link hat es gefres­sen, weil ich dafür den tag inzwi­schen aus­wen­dig weiß - der soll­te über­all funktionieren.)

    5. Wer weiß, war­um Wor­d­Press das nicht mit­macht... Irgend­ein Spam­schutz viel­leicht? Manch­mal ist es seltsam...

      Zum The­ma:
      Ich habe ja nicht nur solch kräf­ti­ges Zeug zu bie­ten. Geht auch "besinn­li­cher", oder wie man es aus­drücken soll. Das war jetzt zunächst bloß aus dem gegrif­fen, was ich in der letz­ten Zeit mal im Brow­ser offen hat­te. Für ein biss­chen Band­brei­te habe ich die Hardstyle-Titel mal miterwähnt.

      Bezüg­lich "Laut­stär­ke" und "Tan­zen" muss ich eher lachen - erste­res geht bei mir lang auch nicht mehr so (aus bestimm­ten Grün­den); beim zwei­ten spre­che ich es ein­mal sehr direkt aus: Ich bin zu dumm dazu. Wenn ich "tan­zen" soll­te, ich glau­be, das sähe eher wie Kampf­sport­übun­gen aus oder als wenn ich mit jeman­dem gegen­ein­an­der Schat­ten­bo­xen betrei­ben würde.
      Jeden­falls wäre es sowas, was mir da ein­fal­len wür­de, was man tun könnte...

      Zudem, muss ich sagen: Ich glau­be, ich höre das Zeug doch sehr anders als das viel­leicht Sze­ne­gän­ger tun. Ich höre das oft­mals eher wie jemand, der sich eine Klas­sik­plat­te aus dem Schrank holt und die auflegt.
      Und sonst ist es noch wie ein Schlacht­ruf, wie die Unter­ma­lung zum Krieg.
      Aber auch die Selbst­be­ru­hi­gung in schlech­ten Zei­ten. Sowie das "ande­ren deut­lich machen, was in einem vor­geht bzw. was man nicht mit Wor­ten wie­der­ge­ben kann".

      Klei­ne Anmer­kung, die ich sonst auch noch dazu machen muss: Die ver­wen­de­ten Sounds und die Ton­re­gie aus frü­he­ren Tagen gefällt mir bes­ser. Die ist, für mei­ne Begrif­fe, ohren­freund­li­cher bzw. ange­neh­mer für die Hörnerven.
      Soll nicht hei­ßen, dass man mit neue­rem tech­ni­schen Equip­ment nichts gutes kom­po­nie­ren könn­te (kommt auch immer auf den Zweck an oder was man damit genau kom­po­niert), aber seit dem der Virus TI auf dem Markt ist und sich zum Stan­dard­in­stru­ment ent­wickelt hat, seit dem wird der Ton wesent­lich mehr in Rich­tung "grell" getrimmt.
      Ich fin­de, davon kriegt man schnell Kopfschmerzen.
      Das ging einem mit den Klang­far­ben der alten Roland-Syn­the­si­zer nicht so. Nur wenn man den Super­saw-Sound beim Roland JP-8000 sehr aus­ge­reizt hat (was so ein Kern­merk­mal bei Hardstyle und spä­ter bei Jumpstyle bis ca. Ende des ersten Jahr­zehnts nach dem Mill­en­ni­um war; zu guten Tei­len war und ist es bei Hands Up auch ein Standard).

      1. Es ist bestimmt so eine Vor­ga­be für ver­meint­li­che Sicher­heit - bei Kom­men­ta­ren wer­den die ja zur Mode­ra­ti­on geschickt wenn mehr als zwei Links dar­in ste­hen, sowas ähn­li­ches könn­te es sein.

        Was die Musik angeht muss ich ein­mal deut­lich sagen: Ich höre übli­cher­wei­se Klas­sik, Orgel­mu­sik gefällt mir am Besten. Anson­sten Musik aus den spä­ten sech­zi­ger und bis Ende der sieb­zi­ger Jah­re. Auch nicht alles, eher die kon­zer­tan­ten For­men wie bei­spiels­wei­se "Tubu­lar Bells" / Mike Oldfield. 

        Mit Beginn der acht­zi­ger Jah­re wur­de die Musik von Jahr zu Jahr schnelllebi­ger und die Inter­pre­ten wech­sel­ten immer häu­fi­ger, es ging um Geld, nicht mehr um Musik. Seit die­ser Zeit habe ich auf­ge­hört dem all­ge­mei­nen Trend zu fol­gen und auf dem Lau­fen­den zu blei­ben. Was ich hier im Arti­kel ange­führt habe ist (nur) ein Ausschnitt.

        Zu allem was ledig­lich von Syn­the­si­zern und der­glei­chen pro­du­ziert wird habe ich kein Ver­hält­nis - davon ver­ste­he ich also auch nichts und wo ich mich nicht aus­ken­ne kann ich nicht mit­re­den. Das bit­te als Ent­schul­di­gung sehen, wenn ich hier nicht wei­ter auf ihre Aus­füh­run­gen im Ein­zel­nen eingehe.

    6. Aus mei­nem tech­ni­schen Wis­sen her­aus, muss ich sagen (ja, wer Syn­the­si­zer-Musik hört, der darf auch etwas über die wissen...):
      Klas­sik und rei­ner Elec­tro sind gar nicht mal so ver­schie­den, was die Kom­po­si­ti­ons­wei­se angeht.
      Man hat nur sein gan­zes Orche­ster fak­tisch in einem (oder ein paar) Instru­men­ten komprimiert.
      In frü­he­ren Zei­ten wären das zur Auf­füh­rung ein paar dut­zend Leu­te gewe­sen, die dort hät­ten spie­len müssen.
      So kann der "Kom­po­nist" sein Werk in eini­gen spe­zi­el­len Com­pu­ter­pro­gram­men aus­ar­bei­ten und zusam­men­fü­gen - und es dabei jedes Mal gleich anhö­ren statt nur die Töne im Kopf haben zu müs­sen, die er auf sein Noten­blatt schreibt.
      Nur hier ent­steht dann ein klei­ner Unter­schied zur Klas­sik: Wäh­rend man klas­si­che Wer­ke mit einem Orche­ster noch "live" auf­führt und da jeder Dirigent/Inszenierer sei­ne eige­ne Inter­pre­ta­ti­on hin­zu­fü­gen kann, ist es bei Elek­tro­ni­ka mög­lich, die kom­plet­te Kom­po­si­ti­on im O-Ton auf­zu­füh­ren, weil man mit dem aus­ge­ar­bei­te­ten Song direkt arbei­tet und nicht zwin­gend ein live-Arran­ge­ment benötigt.
      Das wird zwar auch gemacht, je nach dem in wel­chem Elek­tro-Gen­re man ist (z. B. alles, was in Rich­tung der Gruf­ties­zen läuft, die ste­hen ja auch wie­der auf der Büh­ne und geben Kon­zer­te), aber man kann es tech­nisch auf bei­de Arten umsetzen.
      Ich bin mal zu der Erkennt­nis gekom­men - Dis­co-Kul­tur ist eigent­lich gar nicht mal so ver­schie­den von der Ball-Kul­tur des frü­he­ren Adels. Die sind auch bloß in ein Fest­spiel­haus gegan­gen, wo man gewis­se Par­ties gefei­ert hat und neben­bei hat man getratscht, exo­ti­sche Köst­lich­kei­ten ver­zehrt und noch so eini­ges ande­res gemacht.
      Ähnelt nicht unwe­sent­lich dem, wie Men­schen sich ver­hal­ten, wenn sie zur Dis­ko­thek gehen...
      Auf­bre­zeln, anste­hen, hof­fen, dass man rein­ge­las­sen wird - und drin­nen gibt es was expres­si­ves für die ver­schie­de­nen Gelüste.

      Klei­ne Anmer­kung, die ich noch machen muss:
      Wenn es um "Kom­po­si­ti­on" geht, bin ich wahr­schein­lich, im Ver­gleich zur aktu­el­len Zeit, auch schon ein klein wenig altmodisch.
      Heut­zu­ta­ge "wur­steln" sich so vie­le bereits mit Soft­ware-Plugins durch, weil sie's tech­nisch kön­nen - frü­her hielt man es so, dass jeder, der was auf sich hält und Ele­tro­ni­ka pro­du­zie­ren will, min­de­stens einen eige­nen Syn­the­si­zer hat. Weil - es geht dabei um die Mög­lich­keit, ori­gi­nel­ler kom­po­nie­ren zu kön­nen; dass man nicht von jedem ande­ren blind­links ein­fach mal abko­piert oder über­nimmt, aber recht­lich darf man das am Ende gar nicht und das führt irgend­wann mal zu Problemen.
      Nur mit Soft­ware zu arbei­ten, da ist die Gefahr groß, die­sen Feh­ler ein­mal zu machen.
      Mit eige­nen (phy­si­schen) Instru­men­ten löst sich die­se Gefahr mit der Zeit auf - die Syn­thies haben ihre vor­ge­ge­be­nen Sounds drin, die sind recht­lich abge­wickelt und man darf die benut­zen. Auch kann man dar­auf hina­rei­ten, basisch sei­ne eige­nen Grund­tö­ne zu ent­wickeln, die dann kein ande­rer hat.

      Ob man das heu­te auch noch so hand­habt, weiß ich nicht - ich wür­de sagen, man soll­te jedoch, wenn man das mit der Musik etwas ern­ster meint, so machen. Es ist ziem­lich bescheu­ert, wenn einer Musik macht, aber nicht mal ein ein­zi­ges rich­ti­ges phy­si­sches Instru­ment im Schrank zu ste­hen hat...
      Als Hob­by oder um her­aus­zu­fin­den, ob man über­haupt Talent hat, kann man die ande­re Metho­de zum Kom­po­nie­ren durch­aus benut­zen, weil es weit­aus weni­ger Geld kostet (selbst alte Syn­the­si­zer kosten noch ordent­lich Geld).

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      Ich hän­ge wahr­schein­lich auch auf etwas älte­rem Mate­ri­al fest, weil mir die Ent­wick­lung in der aktu­el­len Zeit nicht gefällt.
      Spe­zi­ell seit dem Elec­tro-Hou­se-Boom, den David Guetta los­ge­tre­ten hat, ist mir viel zu viel Unsinn erschie­nen und es ist auch bei­lei­be so weich­ge­spült. Irgend­wann kam dann noch so eine Mini­mal-Wel­le in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dazu - "Mini­mal" lässt sich in allen Gren­res leicht erklä­ren: Ein­satz von weni­gen Sounds, kein gro­ßes Klang­vo­lu­men im Raum -; das ist für mich dann fak­tisch wie ein Rie­sen­gau. Über­haupt nicht mein Geschmack.
      Was bleibt einem also übrig? Die Archi­ve zu durch­wüh­len und Augen Aus­schau hal­ten nach Zeug, was sich nicht die­sem Main­stream ver­schrie­ben hat... Das Übli­che eben.

      Obwohl ich sagen muss, es ist nicht so, als wenn in der Ver­gan­gen­heit nicht auch sol­che Kur­se vor­ka­men, die mir nicht liegen.
      Als Anfang der 2000er Tran­ce Main­stream wur­de, schos­sen auf ein­mal die 80s-Reste­ver­wer­tungs­co­ver/-sam­pling-Ver­sio­nen aus dem Boden wie Pil­ze. Und hier kann ich sogar aus Erfah­rung reden, weil das ken­ne ich alles aus der Zeit "live" als es erschie­nen ist.
      In den Jah­ren muss man die guten Songs suchen. Es ist dort viel Mist pro­du­ziert wor­den... Und nur eine Hand voll von die­sen 80s-Covern, die auf Tran­ce gemacht wur­den, sind wirk­lich gut oder anhör­bar geworden.
      Also, die­se Mode fühlt sich im Nach­hin­ein an, als wenn das von den gro­ßen Plat­ten­la­bels gekom­men ist.
      Weil die einem immer wie­der die bekann­ten 80s-Schnul­zen in wel­cher Art auch immer unter­ju­beln wol­len, die kei­ner mehr hören kann, weil das Radio sie tot­ge­spielt hat. Auch heute.
      Auch so eine klei­ne Abart in der Zeit war, dass häu­fig die Radio­ver­si­on eines Songs gut ist, aber der Ori­gi­nal oder Club Mix sind äußer­ste Grüt­ze, weil sie dort die musi­ka­li­schen The­men und Melo­dien, die in der Radio­ver­si­on ordent­lich auf­ge­baut wur­den, völ­lig zer­stückelt und in die Län­ge gezo­gen haben. Oft­mals fin­det man dort die bes­se­re Lang­ver­si­on eher unter den Remixen.
      Ist sehr typisch für die Zeit Anfang der 2000er. Spä­ter war das nicht mehr so. Davor auch nicht.
      Mit dem, was Anfang der 2000er in der Dance-Sze­ne pro­du­ziert wur­de, damit konn­te man Leu­te eher von dem Gen­re ver­scheu­chen als anlocken. Ich muss das so in aller Deut­lich­keit ausdrücken.

      Qua­li­ta­tiv kann ich es also nach­voll­zie­hen, wenn man sich ab einem bestimm­ten Punkt ein­fach der Wei­ter­ver­fol­gung des Zeit­gei­stes ver­wei­gert und sei­nem eige­nen Geschmack fröhnt...
      Wird zu einem gewis­sen Teil auch eine Alters­fra­ge sein - wenn man jung ist, kann man noch sehr viel Infor­ma­ti­on in sich auf­neh­men, wenn man älter wird, ist das alles etwas lah­mer. Wenn dann noch Kon­flik­te mit den eige­nen Prä­fe­ren­zen dazu kom­men, dann unter­lässt man es ein­fach und "macht sein eige­nes Ding".

      (PS: Ver­zei­hen sie die Län­ge des Kommentars...)

      1. Län­ge ist kein Pro­blem, Sie erwar­ten ja bestimmt nicht eine Replik in glei­cher Län­ge ;c)

        Ich habe durch ihre Aus­füh­run­gen eini­ge Hin­wei­se bekom­men die ich so noch nie gele­sen habe. Zwar hat­te mein Sohn einen Freund der sich aktiv & pas­siv mit elek­tro­ni­scher Kom­po­si­ti­on beschäf­tig­te, aber davon habe ich immer nur Aus­schnit­te mit­be­kom­men - zumal das in eine Zeit fiel, in der ich als Selb­stän­di­ger fast rund um die Uhr arbeitete.

        Natür­lich ist es rich­tig, wenn Sie schrei­ben man wer­de mit zuneh­men­dem Alter wäh­le­ri­scher - 'lah­mer' aller­dings nicht, denn das wäre schon eine Dia­gno­se mit sehr ungün­sti­ger Pro­gno­se! Es ist eher die Erkennt­nis nicht alle Strö­mun­gen mehr haben zu WOLLEN, weil man mit dem zufrie­den ist, was man hat und es einem genug ist.

    7. Mit Län­ge ist es für mich so: Einer­seits darf es ruhig län­ger wer­den (die­se kur­ze Radio­ti­tel-Län­ge von 3-4 Minu­ten ist mir inzwi­schen ganz schön unge­wohnt) - eine ande­re Sache ist dann: Die Kom­po­si­ti­on muss die­ser Län­ge ange­passt sein.
      Heißt: Nicht in die Län­ge gezo­gen, son­dern der Song soll ein­fach mehr Zeit zum ent­fal­ten krie­gen, was er bei der Radio­ver­si­on nicht hat.
      Man­che Din­ge benö­ti­gen schlicht­weg auch etwas Zeit, um sich in ihrem Effekt auf­zu­bau­en... Nicht?
      Wie lang das dann aus­fällt, dar­über wür­de ich pau­schal kein Urteil tref­fen. Man­ches The­ma oder man­che Idee gibt z. B. ein­fach nicht mehr wie 5 Minu­ten her, es ist ein­fach so.
      Was nur bei der Lang­ver­si­on stim­men soll­te: Man soll­te nicht das, wes­halb jemand die Radio­ver­si­on des Songs gut­fin­den könn­te, in der Lang­ver­si­on kom­plett ein­rei­ßen oder ruinieren.
      Und das haben sie Anfang der 2000er lei­der sehr oft drauf gehabt...
      Selt­sa­mer­wei­se ist das in der Remix­spar­te dann teil­wei­se wie­der völ­lig anders gelau­fen (zum Positiven).

      Ist vie­le Jah­re her, dass ich mir mal ein wenig Fach­wis­sen dar­über ein­ge­eig­net habe. Das kam vor­ran­ging über die Schie­ne "Tracker" (sowas wie Fast­tracker 2 z. B.), was eher aus der Kom­po­si­ti­on von Musik für Com­pu­ter­spie­le aus der Com­mo­do­re-Zeit stammt. In den 90er-Jah­ren scheint es dar­um teil­wei­se schon mal eine rich­ti­ge Netz­la­bel-Kul­tur gege­ben zu haben, die nur über das frü­he Inter­net exi­stiert haben...
      Beim Tracker ist das etwas ein­fa­cher zu ver­ste­hen, einer­seits, weil es nur einen Pro­fes­sio­nel­len gibt, der wirk­lich unter kom­mer­zi­el­ler Lizenz ver­trie­ben wird; alles ande­re ist Ware, die man sich beden­ken­los kosten­los anschau­en kann. Und ande­rer­seits blei­ben bei den ver­schie­de­nen Tracker-Pro­gram­men die Songs im Roh­for­mat des Pro­gramms, also nicht MP3 oder WAV. Dadurch kann man in das "Noten­blatt", was der Tracker abspielt, und Ein­blick krie­gen, was der Kom­po­nist dort gemacht hat. Was bei den ande­ren Pro­gram­men, die heut­zu­ta­ge ver­brei­te­ter sind unter den Pro­fes­sio­nel­len, nicht ein­fach so zu machen geht, außer man geht nach Gehör.

      Wegen der Ahnung, die sich mir dabei erge­ben hat, kann ich es heu­te nicht mehr lei­den, wenn irgend­wer mit dem typi­schen Kli­schee-Gere­de ankommt "ach, Tech­no ist ja kei­ne rich­ti­ge Musik, das macht ja der Com­pu­ter für einen".
      Mei­stens haben die Leu­te sich nicht mal Ahnung dar­über ver­schafft, es sich nicht mal ange­se­hen, und glau­ben nur, weil sie ihre durch­schnitt­li­che Kon­zert­mu­sik ken­nen und wis­sen "wenn einer bei einer Klamp­fe in die Sei­ten greift, kommt Ton her­aus", dass sie Wun­der wie viel über alles wissen.
      Für mich gibt es seit dem die Attri­bu­te "nicht mein Geschmack, aber soll jeder wie er will", "gene­rall schlech­te Kom­po­si­ti­on" oder "nicht mein Geschmack, aber Respekt, die Kom­po­si­ti­on ist solide/gut gemacht". Urtei­le ich mehr nach dem Inhalt, was einem dar­ge­bo­ten wird, nicht nach dem Genre.

      "Lah­mer" soll­te hei­ßen, dass das alles nicht mehr so blitz­schnell geht. Ist lei­der eine Fra­ge der Materie...
      Heißt aber nicht unbe­dingt, dass man das Inter­es­se ver­liert. Es geht nur eben (lei­der) nicht mehr ganz so schnell.

      Ich muss auch bemer­ken, mitt­ler­wei­le mache ich auch sol­che Festel­lun­gen - durch zeit­li­ches Wis­sen -, wann z. B. all­ge­mein gute Jahr­zehnt­ein der Musik gewe­sen sind und wel­che eher nicht.
      80er-Jah­re - um Him­mels Wil­len... Viel Tra­la­la und wenig Inhalt. Tri­vi­al. Jeden­falls in der Popmusik.
      90er-Jah­re - sehr bunt, sehr divers, aber gleich­zei­tig auch vie­les mit kräf­ter Aussage.
      Sehr posi­ti­ves Attri­but: Poli­ti­cal Cor­rect­ness hat nicht vor­ge­schrie­ben, was man machen, den­ken oder füh­len darf.
      2000er Jah­re - von Anfang bis Mit­te sind eigent­lich auch noch vie­le gute und ein­präg­sa­me Sachen gekom­men. Kommt aber dar­auf an, wel­ches Gen­re man ansieht.
      ab ca. 2005 - über den Auf­stieg von Deutsch-Rap/­deut­schem Gan­sta-Rap kann man sich strei­ten; ab dem Zeit­punkt aber zer­drif­tet vie­les in ein "sagt nichts aus - will beson­ders sein, ist aber nur Durch­schnitt". 80s-ähnlich.
      Und das hält bis Dato an. Der Fak­tor "viel Wind um nichts" mit dem Star­rum­mel ist viel­leicht über die Zeit noch etwas angewachsen.

      Ein biss­chen ist wohl inzwi­schen auch You­Tube Schuld dar­an, dass Musik ist wie sie ist.
      Weil es kein Musik­fern­se­hen und kein ver­nünf­ti­ges Radio­pro­gramm mehr gibt, spielt sich vie­les online ab - und mitt­ler­wei­le wird auf die­ses For­mat ziel­ge­rich­tet pro­du­ziert. In den ersten 20-30 Sekun­den muss im Prin­zip der gan­ze Song reprä­sen­tiert wer­den, sonst klickt der durch­schnitt­li­che You­Tube-Zuschau­er weg.
      So kommt es, dass diver­se Songs - gera­de bei popu­lä­rer Elek­tro­ni­ka - wir­ken als wür­den sie sich ein wenig ver­lie­ren, kei­ne Struk­tur mehr lie­fern, son­dern wie ein kon­ti­nu­ier­li­ches Durch­ein­an­der in Schlei­fe mit leich­ter Varia­ti­on lau­fen. Wie als wenn ein Anfän­ger-Musik­schü­ler ein wenig plan­los auf sei­nem Instru­ment her­um­klim­pert oder wie die unwe­sent­li­che Hin­ter­grund­be­gleit­mu­sik auf der Par­ty, die nur zum Berie­seln und Nach­barn ärgern läuft.

  4. Mir fällt gera­de ein, dass ich heu­te etwas über einen beson­de­ren Künst­ler geschrie­ben habe, den ich gar nicht so beson­ders mag.
    Aber Qua­li­tät und schon gar nicht musi­ka­li­sche Fähig­keit zum Inspi­rie­ren kann man nicht ein­fach leug­nen oder doch "nicht möchten".
    Auf Face­book fin­det sich mein Artikel.
    Hier ist ein Link auf die Sen­dung, der scheint aber dau­er­haft zu sein, weil er auf Face­book steht.

    https://www.arte.tv/de/videos/086916-000-A/ein-unfassbarer-pianist-arturo-benedetti-michelangeli/

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