.... und eine grund­sätz­li­che Höf­lich­keit schei­nen in die­ser Zeit kei­nen Platz mehr zu haben.

Etwa ein "Dan­ke!" oder "Bit­te!" ist immer sel­te­ner zu hören. Es wird dar­auf ver­zich­tet eine Rück­mel­dung zu geben wenn eine Sache als 'erle­digt' gel­ten kann. Schon ein freund­li­ches Zunicken oder ein Lächeln scheint man­chen Zeit­ge­nos­sen zuviel der Auf­merk­sam­keit für Ande­re zu sein.

Kin­der ken­nen kei­ne häu­fig kei­ne Rück­sicht­nahme, so, wie es noch vor Jah­ren üblich war Erwach­se­ne nicht zu duzen. Älte­re Men­schen wur­den geach­tet, man rem­pel­te sie nicht an, pöbel­te sie nicht an und mach­te ihnen - die ja meist nicht mehr ganz so flott unter­wegs sind - auf dem Geh­weg oder in der Fuß­gän­ger­zo­ne Platz.

Schon erst recht schei­nen Alters­ge­nos­sen nicht als sozia­le Wesen wahr­ge­nom­men zu wer­den:
Da wird her­um­ge­brüllt und geschubst, geboxt und getre­ten - von abwer­ten­der Gos­sen­spra­che mag ich schon gar­ nicht erst anfan­gen ....

Beschei­den­heit ist eben­so aus der Mode gekom­men - es wird geprahlt was das Zeug hält. Meist mit Din­gen, die unper­sön­lich und oft nicht selbst erar­bei­tet sind: Flot­te Jeans, schicker Pull­over, neu­estes Mobil­te­le­fon .... das ersetzt die feh­len­de Per­sön­lich­keit. Jun­ge Leu­te wer­den zu Anzieh­pup­pen die dem glei­chen, was ihnen die Wer­bung als "In" vor­gau­kelt.
Mir wird regel­mä­ßig schlecht wenn ich dann noch im Inter­net auf soge­nann­te "influ­en­cer" sto­ße, die, oft nicht ein­mal einer kor­rek­ten Sprach­nut­zung mäch­tig, Kos­me­tik und ande­ren unnüt­zen Tand an ihre Alters­ge­nos­sen oder iden­ti­täts­su­chen­de Tee­nies ver­ticken.

Wie auch sol­len Kin­der und Jugend­li­che ver­nünf­ti­ges Ver­hal­ten ler­nen, wenn ihre Eltern sol­cher­lei Benimm nicht gelernt zu haben schei­nen und daher nicht 'vor­le­ben' kön­nen ....