Von Allah und Wissenschaft
*update* [07.02.2019]

Mit den fol­gen­den Sät­zen habe ich vor ein paar Tagen einen Kom­men­tar begon­nen, den ich zum bes­se­ren Ver­ständ­nis hier als screen­shot zei­ge (grün unter­leg­ter Text).

" .. Ken­nen Sie die Situa­ti­on in der ein Kind einen Turm aus Bau­klöt­zen auf­baut, so hoch wie es selbst groß ist? Und dann, im Weg­ge­hen, ver­se­hent­lich den Turm umwirft?

So ist es mit dem letz­ten Satz den Sie schreiben:
Der macht alles, was Sie vor­her über Wis­sen­schaft gesagt haben zunichte .. "

Es war in der Tat der letz­te Satz,
der mich dazu brach­te zu antworten ....

"Wis­sen­schaft" bedeu­tet auch, sich mit der Dog­ma­tik von Reli­gio­nen aus­ein­an­der zu set­zen. Des­we­gen ist es zwei­fel­haft, ob eine Per­son die "glaubt" - und damit eine fest­ge­leg­te Geschich­te zu Reli­gi­on, deren Grün­dung und Ansprü­chen akzep­tiert ohne "Fra­gen" zu stel­len deren Ergeb­nis 'offen', also nicht von vorn­her­ein fest­ge­legt ist - über­haupt wis­sen­schaft­lich arbei­ten kann.

".. Lasst euch nicht davon abhal­ten euren eige­nen Fra­gen nach­zu­ge­hen, sei es im Stu­di­um oder im Pri­vat­le­ben. Wis­sen­schaft fängt immer mit einer Fra­ge an .." - wie wäre es denn mit der Frage:
"Wel­chen Beweis gibt es für die Exi­stenz Allahs/Gottes?"
Ich habe noch nie einen sol­chen Beweis, der wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en stand­hiel­te, gese­hen, gele­sen, gehört.

Es ist nicht Allah, der unser Wis­sen ver­mehrt - Allah for­dert sei­ne Aus­sa­gen abso­lut zu neh­men. Das schließt Ände­run­gen der Welt­sicht aus - und ist des­we­gen "unwis­sen­schaft­lich".

Daher schlie­ßen sich Glau­be und Wis­sen­schaft aus.
Der letz­te Satz des Arti­kels führt ihn ins­ge­samt 'ad absurdum'! 

*update* [07.02.2019]
Mitt­ler­wei­le ist eine Ant­wort auf mei­nen Kom­men­tar zu lesenAbdus-Salaam

Mei­ne Ant­wort dar­auf steht → dort

Kommentare

  1. Hm? Ich ken­ne eine Men­ge Phy­si­ker, die sich als gläubig(e Chri­sten) bezeich­nen. Um nur ein Bei­spiel zu nen­nen: Harald Lesch ist evangelisch.
    (Die glau­ben aller­dings eher nicht, daß der Herr das Wis­sen vom Him­mel schmeißt.)

    1. In katho­li­schen Tex­ten wird bei­spiels­wei­se behaup­tet eini­ge der "wich­tig­sten Wis­sen­schaft­ler der Welt" [Pasteur, Men­del, de Bro­glie] sei­en glau­bens­fe­ste Katho­li­ken gewe­sen - selbst Gali­lei sei NIE gezwun­gen wor­den sei­ne The­sen zu wider­ru­fen (und sei­ne Toch­ter sei Non­ne gewor­den, Aus­sa­gen, die heu­te nicht mit Sicher­heit zu wider­le­gen sind). 

      In evan­ge­lisch-fun­da­men­ta­li­sti­schen Schrif­ten heißt es: Der Mensch ist zum Glau­ben 'ange­legt', er hat eine inne­re Stim­me mit der er Dia­lo­ge führt, wir nen­nen das "Beten". Eben­so wird behaup­tet, in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen wer­de selbst von Athe­isten gebe­tet, wofür es genau­so wenig Bewei­se gibt wie für die The­se, Athe­isten wür­den kurz vor ihrem Tod noch Gott anrufen. 

      Der­glei­chen wird immer wie­der als "Beweis" ange­führt. Gera­de bei Gali­lei klingt es wie post­hu­me Ver­höh­nung, wenn die katho­li­sche Kir­che ihn 'ver­ein­nahmt' und von sich behaup­tet "För­de­rin der Wis­sen­schaft" gewe­sen zu sein- nun fehlt nur noch, dass Gior­da­no Bru­no als Beweis für die Groß­zü­gig­keit der Inqui­si­ti­on benannt wird.

      Der Man­gel sol­cher "Bewei­se" ist, dass sie immer behaup­tet wer­den, es aber kei­ne Bele­ge dafür gibt. Sicher ist aller­dings, dass die­se For­scher nicht des­we­gen gro­ße Erfol­ge hat­ten weil sie gläu­big waren, son­dern weil sie nach wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en gear­bei­tet haben.

      OK, nun zu Prof. Lesch:
      Ich ken­ne vie­le Wis­sen­schaft­ler (aus Stu­di­um und Beruf), die des­we­gen nicht aus der Kir­che (egal wel­che) aus­ge­tre­ten sind, weil sie um ihre Kar­rie­re fürch­te­ten. So sehr sich unse­re Uni­ver­si­tä­ten *modern* geben - bei der Aus­wahl der zu Beru­fen­den spielt oft­mals die 'bür­ger­li­che Ein­bin­dung' eine Rol­le. Da wäre es doch unklug, sich als kri­ti­scher Geist zu posi­tio­nie­ren und nur des­we­gen sei­ne Chan­cen zu vermindern .... 

      Aus die­sem Grund hal­te ich die Anga­ben zum Glau­ben bei vie­len Wis­sen­schaft­lern für eine Schutz­be­haup­tung um nicht die ver­blie­be­nen 35% an Reli­giö­sen zu ver­prel­len. Es bleibt zu hof­fen, dass sol­che Schein­chri­sten irgend­wann nicht mehr vor­han­den sein wer­den, wenn es end­lich zu einer 'wah­ren' Tren­nung von Kir­che und Staat gekom­men ist. Wir sind da auf einem guten Weg, die Aus­trit­te neh­men ste­tig zu ....

      Wir sind uns offen­bar wenig­stens dar­in einig, dass Wis­sen­schaft har­te Arbeit und nicht gött­li­che Ein­ge­bung ist.

    2. Nach­trag

      Ich habe noch­mal wei­ter nach Aus­sa­gen zu mei­ner The­se gesucht und stieß dabei auf fol­gen­den Satz:
      " .. kann ein kon­se­quen­ter Wis­sen­schaft­ler nur gläu­big sein, wenn er den dog­ma­ti­schen Gehalt des The­is­mus – anders als die Kir­che – als Bild oder Gleich­nis betrach­tet .. " [Quel­le]

      Die­ser Arti­kel ist inso­fern erwei­ternd, dass es dort zwei Stel­lung­nah­men, *Pro* und *Kon­tra* gibt.

  2. Einer (auch ein Astro­phy­si­ker) hat mir mal gesagt, in sei­ner Dis­zi­plin habe man ein­fach so viel mit dem Unge­heu­er­li­chen zu tun, da wun­de­re es ihn nicht, daß vie­le an Gott glaubten. 

    Und Herr Lesch, aber das weiß ich nur aus einem sei­ner Vor­trags­vi­de­os, sagt, er sei in der Kir­che, weil ihm der Gedan­ke, daß da so gar nichts sein soll außer uns, unbe­hag­lich ist.

    1. Das scheint eine häu­fi­ge Begrün­dung zu sein - weil wir gewohnt sind jen­seits des­sen, was wir sehen, wie­der *etwas* zu vermuten. 

      Ich selbst habe ja schon zuvor beschrie­ben wor­in ich den Zweck unse­res Daseins sehe, und auch das ist für Vie­le ein Schrecknis:

      Aus dem Nichts zu kom­men und wie­der ins tota­le Nichts zu gehen ....

  3. Es wun­dert mich immer wie­der -oder auch nicht ;-) - dass sie sich die­se Dis­kus­sio­nen immer wie­der antun (wol­len), mein lie­ber Herr wvs. 

    Unse­re Lebens­zeit ist begrenzt, nicht wie die der Gläu­bi­schen, denn denen gehört ja schließ­lich das Him­mel­reich, die Ewig­keit und die Jung­fräu­li­chen Trau­ben krie­gen die auch noch.
    Uns Ungläu­bi­gen bleibt da nur die Span­ne, die uns die Natur gewährt - und da ist es doch wirk­lich ein schwe­rer Feh­ler sich immer wie­der mit den glei­chen sinn­lo­sen The­men in letzt­lich frucht­lo­se Dis­kus­sio­nen ver­wickeln zu lassen.

    Phy­si­ker haben -hat­ten wir das nicht mal im Gespräch the­ma­ti­siert oder war das mit mei­nem Bio­lo­gen­kum­pel vor Ort?- unter den Natur­wis­sen­schaft­lern aus irgend­ei­nem Grund schein­bar eine höhe­re Affi­ni­tät in Bezug auf Gott, als bspw. Biologen. 

    Oder, es ist ein wenig, wie der gute Carl Sagan formulierte:
    »Wenn man mit Gott die Gesamt­heit der phy­si­ka­li­schen Geset­ze meint, die das Uni­ver­sum beherr­schen, dann gibt es natür­lich einen Gott. Doch die­ser Gott ist emo­tio­nal unbe­frie­di­gend. Es hat nicht viel Sinn, zum Gra­vi­ta­ti­ons­ge­setz zu beten.«

    Und da liegt oft­mals die Crux, wenn Phy­si­ker von Gott reden. 

    Wobei der von mir -ob sei­ner Fähig­keit kom­pli­zier­te Zusam­men­hän­ge fast ver­ständ­lich zu for­mu­lie­ren- gemoch­te Harald Lesch tat­säch­lich wohl einem spe­zi­fi­schen christ­li­chen Glau­ben anhängt, also nicht nur als Alibi.
    Und da wir in Deutsch­land und nicht den USA leben, soll­te dies auch hier im Land (für Beruf, All­tag und Sexualität)nicht die glei­che absur­de Rele­vanz haben, ver­mu­te ich aber nur.

    In einem ähn­li­chen Dis­kus­si­ons­zu­sam­men­hang und einem ande­ren Leben zitier­te ich den guten Richard Daw­kins aus dem Got­tes­wahn der sich mit ein paar Defi­ni­tio­nen abmüh­te um etwas Klar­heit ins Düster des Glau­bens zu brin­gen. Und also tue ich es auch hier nochmal:
    Ein The­ist glaubt an eine über­na­tür­li­che Intel­li­genz, die das Uni­ver­sum erschaf­fen hat und die immer noch gegen­wär­tig ist, um das wei­te­re Schick­sal ihrer ursprüng­li­chen Schöp­fung zu beauf­sich­ti­gen und zu beeinflussen.
    In vie­len the­isti­schen Glau­bens­sy­ste­men ist die­ser Gott eng in die Ange­le­gen­hei­ten der Men­schen ein­ge­bun­den. Er erhört Gebe­te, ver­gibt oder bestraft Sün­den, greift durch das Voll­brin­gen von Wun­dern in die Welt ein, zürnt über gute oder schlech­te Taten und weiß, wann wir sie bege­hen (oder auch nur dar­an den­ken, sie zu begehen).
    Ein Deist glaubt eben­falls an eine über­na­tür­li­che Intel­li­genz, aber deren Tätig­keit beschränkt sich dar­auf, die Geset­ze auf­zu­stel­len, denen das Uni­ver­sum unter­liegt. Der dei­sti­sche Gott greift spä­ter nie mehr ein und inter­es­siert sich sicher nicht gezielt für die Ange­le­gen­hei­ten der Menschen.
    Pan­the­isten schließ­lich glau­ben über­haupt nicht an einen über­na­tür­li­chen Gott, son­dern benut­zen das Wort »Gott« als Syn­onym für die Natur, für das Uni­ver­sum oder für die Gesetz­mä­ßig­kei­ten, nach denen es funktioniert.
    Dei­sten unter­schei­den sich von The­isten dar­in, dass der Gott der Dei­sten kei­ne Gebe­te erhört, sich nicht für Sün­den oder Beich­te inter­es­siert, unse­re Gedan­ken nicht liest und uns nicht mit lau­ni­schen Wun­dern in die Que­re kommt.
    Im Gegen­satz zu den Pan­the­isten hal­ten die Dei­sten Gott den­noch für eine Art kos­mi­sche Intel­li­genz, wäh­rend er für die Pan­the­isten ein meta­pho­ri­sches oder poe­ti­sches Syn­onym für die Geset­ze des Uni­ver­sums darstellt.
    Pan­the­is­mus ist auf­ge­pepp­ter Athe­is­mus, Deis­mus ist ver­wäs­ser­ter Theismus.

    In die­sem Lich­te wer­den man­che Aus­sa­gen, die ger­ne her­ge­nom­men wer­den um das ach so christ­li­che, weil an Gott glau­ben­de Ele­ment, in Aus­sa­gen und Sprü­chen man­cher gro­ßer Wis­sen­schaft­ler zu ver­ein­nah­men, viel­leicht deut­lich als das, was sie oft­mals eben wohl sind: ande­re Defi­ni­tio­nen von ursprüng­li­chen und uni­ver­sa­len Geset­zen und nicht der Glau­be an einen rausch­bär­ti­gen alten Mann der im Him­mel sitzt und sich das jam­mern­de Gesab­bel von Indi­vi­du­en anhört und dar­auf reagiert – oder auch nicht!

    Seid Dar­win haben es die Bio­lo­gen dank­ba­rer­wei­se leich­ter; deren Theo­rie der Evo­lu­ti­on ist bis­her (Gott sei Dank! :-D )ohne Fehl und benö­tigt auch kei­nen Schöp­fer­gott, son­dern wider­spricht die­ser Theo­rie in Per­ma­nenz -durch beob­acht­ba­re, wei­ter­lau­fen­de Evo­lu­ti­on und der täg­li­chen Ent­ste­hung von Arten- in jedem Teil vom reli­giö­sen Schöp­fungs­my­thos über die Ent­ste­hung von Pflan­zen und Tieren.

    Falls nun Men­schen für ihren indi­vi­du­el­len Trost einen ima­gi­nä­ren Freund anneh­men wol­len, so sei ihnen das unbe­nom­men - nur in der Wis­sen­schaft hat so was eben schlicht nix zu suchen. 

    Ich per­sön­lich fin­de es auch schwer eine sau­be­re Tren­nung, einer­seits im Gehirn an Feen, Elfen und Göt­ter zu glau­ben und gleich­zei­tig wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­ge­winn ver­fol­gen zu wol­len, zu rea­li­sie­ren, ohne dabei unglaub­wür­dig zu wer­den -zumin­dest wenn ich Wis­sen­schaft als Pro­fes­si­on betrei­be, aber das sehen ande­re Men­schen ja offen­sicht­lich anders.

    Sicher scheint mir aber zu sein, dass der Dog­ma­tis­mus den Reli­gio­nen fun­da­men­tal und ele­men­tar ist und somit für eine brauch­ba­re Metho­de zur Annä­he­rung an die Regeln des Uni­ver­sums und / oder zur ste­ten Wei­ter­ent­wick­lung und Ver­bes­se­rung von Erkennt­nis­pro­zes­sen sel­bi­ger heu­te eben sicher nicht mehr das Mit­tel der Wahl sein kann.
    Des­we­gen: Pri­vat kann jeder auf Knien rut­schen, sooft und so viel wie er will, in öffent­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen hin­ge­gen hat der über­kom­me­ne Aber­glau­be nix zu suchen, schon gar nicht beim Ver­such Wis­sen­schaft Ernst zu nhe­men und anzuwenden. 

    Trotz­dem domi­niert er in Form von insti­tu­tio­na­li­sier­ten Macht­zen­tren wei­ter­hin im 21 Jahr­hun­dert auch all jene(die-wenn man den Zah­len glau­ben will- welt­weit immer mehr wer­den, sobald Bil­dung und rela­ti­ver Wohl­stand Ein­zug hal­ten) in der Gesell­schaft, die ihr Leben lie­ber nicht auf einen ver­meint­li­chen Schöp­fer von Allem, Herr­scher über weib­li­che Ute­ri und kind­li­che Schö­ße auf­bau­en wollen.

    Mein Tipp: Nut­zen sie die Zeit lie­ber für dazu rela­tiv schö­ne Din­ge, wie bspw. die Pfle­ge ein­ge­wach­se­ner Fuß­nä­gel oder das kul­ti­vie­ren von Zahnschmerzen.
    Lie­ber etwas Pro­fa­nes tun, als mit den Anhän­gern des Pro­phe­ten oder des Rausch­bart­trä­gers beten­der Schaf­s­her­de Dis­kus­sio­nen um Gott, Glau­ben, Fische und den Rest zu führen...findet heu­te Nacht zumin­dest Ihnen Ihr Blödbabbler

    P.S. Das gilt expli­zit nicht für die Bei­trä­ge hier im Blog bisher...nicht das da Miss­ver­ständ­nis­se aufkommen

    1. Dan­ke, Herr blo­ed­bab­bler, dass Sie sich um mein Wohl & gei­sti­ge Gesund­heit Gedan­ken machen ;c)
      Ich ver­si­che­re, noch in durch­aus gei­stes-gesund­heit­li­cher Norm zu lie­gen (obwohl das bestimmt auch die sagen, die nicht dar­un­ter fallen).

      Die Dis­kus­si­on von der Sie da berich­ten müs­sen Sie mit wem anders als mir geführt haben - obgleich ich die­se Vari­an­te durch­aus unter­stüt­zen kann: 

      Phy­si­ker nei­gen eher zum *Gran­dio­sen* wenn sie vom Uni­ver­sum spre­chen - wir Bio­lo­gen sind da etwas mehr 'down to earth'. Des­we­gen fällt es mei­ner Zunft weni­ger schwer sich als eine Art von Säu­ge­tier unter Vie­len zu sehen und den the­isti­schen Über­hö­hungs­an­spruch von uns zu weisen.

      Ihre Lebens­zeit ist noch län­ger als mei­ne, das ist doch ein schö­ner Gedan­ke, der Sie heu­te fröh­lich stim­men soll­te .... und ich dan­ke Ihnen für die Dawkins'schen Defi­ni­tio­nen, die doch sehr deut­lich zei­gen, dass ich mich mit mei­nen Erklä­rungs­ver­su­chen noch eher an der Ober­flä­che befin­de, wo er (Daw­kins) sich unbe­irr­bar in die Tie­fe des The­mas bohrt.

      Wäh­rend sich - da haben Sie die Fol­gen der tie­fe­ren Gedan­ken zur Ver­bin­dung zwi­schen dem Glau­ben und der Wirk­lich­keit sehr tref­fend zusam­men gefasst - die The­isten vor Allem und vor allem vor dem Ende des Lebens fürch­ten, haben die Bio­lo­gen die Gewiß­heit ein Teil einer end­lo­sen Ent­wick­lung zu sein die sich "Evo­lu­ti­on" nennt! Dem fik­ti­ven Zustand "Para­dies" wird hier ein exi­sten­ter, nach­weis­ba­rer Zustand "Evo­lu­ti­on des Lebens" ent­ge­gen gesetzt. 

      Das Indi­vi­du­um ist zwar ver­nach­läs­sig­bar in die­ser Betrach­tung, in der Sum­me von Indi­vi­du­en jedoch ent­wickel­te und ent­wickelt sich bis in alle Ewig­keit (sofern nicht irgend ein Idi­ot dar­auf drängt jetzt schnell Alles zu zer­stö­ren) die unbe­leb­te (durch Chemie/Physik beschrie­ben) und beleb­te (durch Bio­lo­gie beschrie­ben) Welt auf die­sem Planeten. 

      Die Maß­lo­sen, die Eng­stir­ni­gen, die Igno­ran­ten auf die­sem Pla­ne­ten sind hin­ge­gen die Gott­gläu­bi­gen, egal wel­cher Glau­bens­rich­tung sie ange­hö­ren, denn sie engen die umfas­sen­de Gestal­tungs­kraft der Evo­lu­ti­on auf eine klein­li­che Gott­heit ein, die eifer­süch­tig dar­über wacht, dass man ihr irgend­wie zu Dien­sten sei - was über­haupt nicht zu den son­sti­gen Ansprü­chen pas­sen will, die diesem/diesen Gott/Göttern zuge­ord­net wer­den. Welch eine Selbst­be­gren­zung, Nicke­lig­keit, wel­cher Klein­geist, wo doch von den jewei­li­gen Prot­ago­ni­sten die Wor­te "Frei­heit", "Erfül­lung" und "Frie­de" vor sich her getra­gen werden.

      " .. Falls nun Men­schen für ihren indi­vi­du­el­len Trost einen ima­gi­nä­ren Freund anneh­men wol­len, so sei ihnen das unbe­nom­men – nur in der Wis­sen­schaft hat so was eben schlicht nix zu suchen .. " da bin ich - anders als Sie - weni­ger tole­rant (im Den­ken, weil ich natür­lich nie­man­den prak­tisch ange­hen wür­de) und zwar des­we­gen, weil die Gläu­bi­gen auf die Ungläu­bi­gen her­ab sehen, denn die sind ja in deren Augen min­der­wer­tig wenn sie sich der *Wahr­heit* (Got­tes oder ande­rer Göt­ter) verschließen.

      Wenn die­se Leu­te ein­mal in der Min­der­heit sind - und wenn die Aus­trit­te so wei­ter gehen ist es bei uns zumin­dest abseh­bar wann das sein wird - wer­den sie hof­fent­lich nicht dazu nei­gen sich zu radi­ka­li­sie­ren und ihr Schick­sal als Min­der­heit zu leben hinnehmen.

      Ihr Fazit - dass Dog­ma­tis­mus der Reli­gio­nen dem wis­sen­schaft­li­chen Gedan­ken und der wis­sen­schaft­li­chen Arbeits­wei­se ent­ge­gen ste­hen - kann ich so unter­schrei­ben. Anders als es in ihren letz­ten Sät­zen anklingt bin ich der Auf­fas­sung, dass alle Zei­chen auf Säku­la­ri­sie­rung ste­hen, selbst in dem *bible belt* genann­ten geo­gra­fi­schen Bereich der U.S.A. - die Verb­abbp­ten wer­den weni­ger. Und das ist gut so.

Schreibe einen Kommentar