Es gibt sie noch, die Protestgesänge, wie in den Sechzigern, die Inhalte haben sich nur leicht verschoben - traurig, wie gering der "Fortschritt" in diesem Land in fünfzig Jahren war .... OK, das Positive ist, daß es sie wieder immer noch gibt:
Kategorie: Beobachtungen
bookmark_border"typisch" ....
Das Bild "der Deutschen" im Ausland ist manchmal sehr verzerrt, insbesondere deswegen, weil bestimmte Menschen sich zu bestimmten Zielen hingezogen fühlen und deswegen nicht überall der gleiche "Touristentyp" zu finden sein wird.
Kürzlich sah ich aber das Vorurteil hinsichtlich des Aussehens des typischen (männlichen) deutschen Touristen wieder voll bestätigt:
- Knappe Turnhose (keine Shorts, sondern diese flatterigen Hosen, aus dünnem Stoff, aus den 50er Jahren)
- Kugelbauch, der unter einem viel zu knappen T-Shirt nur mühsam versteckt war und unten noch heraussschaute
- Füße in Socken und dazu Sandalen
- Auf dem Kopf eine 'Batschkappe' (das bezeichnet eine Mütze die den kubanischen Militärmützen ähnlich ist)
Muß ich noch erwähnen, daß besagter Tourist*, wahrscheinlich Rentner, sich mit lauter Stimme so äußerte:
"Die Spanier bekommen nichts auf die Reihe.
Die müssen mal lernen hart zu arbeiten - wie wir!"
Das sind die Momente in denen ich mich glücklich schätze mich als 'nicht-zugehörig' darstellen zu können indem ich nur noch Englisch spreche weil das bißchen Spanisch, was ich bisher gelernt habe, für eine 'normale' Konversation noch nicht ausreicht ....
* Kennzeichen "WW" - und wie man weiß kommt da die 'Élite' Deutschlands her ....
bookmark_border'Privileg'
Ich finde es immer wieder erstaunlich, was Menschen so als 'Privileg' deuten:
- Eine langjährige Erfahrung ist sicher hilfreich, aber keine "besondere Qualifikation" - wird aber oft als solche fehlgedeutet. Ein 'Privileg' wird dadurch nicht begründet.
- Irgendwo schon seit vielen Jahren zu wohnen muß auch nicht heißen sich dort besser als andere auszukennen.
- Aus einem Land zu kommen in dem die Infrastruktur ausgereift ist bedeutet nicht, daß man andere Gegebenheiten in anderen Ländern deswegen als 'minderwertig' ansehen kann - es ist doch stets eine Entwicklung hin zu Perfektion, und da braucht es eben seine Zeit .... grundsätzlich ist es ja nicht die Leistung einer einzelnen Person wenn es im eigenen Land 'besser' als andernorts funktioniert.
bookmark_borderBreitner vs. Katze ....
Jüngst soll Paul Breitner - als "Grantler" etabliert - bei M. Lanz die plaudernde Daniela Katzenberger in übler Weise niedergemacht haben. Die nachfolgende Empörung war abzusehen und - wie ich mir vorstellen kann - durchaus gewollt.
Machen wir uns doch nichts vor: In den Redaktionen der Talkshows sitzen nicht nur Dummköpfe, sondern gewiefte Marketingspezialisten. Und wenn nicht in den Redaktionen, dann sitzen sie eben anderswo in den Sendern. Es gibt sie jedenfalls.
Wenn dann die Kurve der Zuseher sich nach unten neigt und abzusehen ist, daß der Zuseherschwund die Einnahmen für Werbung beeinträchtigen könnte, dann braucht man einen 'booster' .... was wäre besser zu diesem Zweck geeignet als eine vollbusige Blondine die von einem alternden Grantler angegangen wird?
[Pssst, nicht weitersagen!
Sofern all das Vorstehende nicht gilt hätte ich noch eine pikante Variante:
Paul Breitner mag Daniela Katzenberger und er weiß, daß er bei ihr kein Gehör finden würde. Da inszeniert er einen Streit um hernach die Möglichkeit zu haben sich mit ihr zu treffen um sich zu entschuldigen - das kann sie nicht ablehnen, egal wie sie zu ihm steht. Schon hat er erreicht was er anders nicht hätte erreichen können.]
Egal wie es tatsächlich 'gelaufen' ist und welche der Varianten zutrifft (oder auch nicht):
M. Lanz und seine Show sind im Gespräch, haben Aufmerksamkeit, und Viele werden wieder einschalten um dabei zu sein wenn es bei Lanz 'Zoff' gibt. Katzenberger und Breitner haben Publicity, sind darum bestimmt auch nicht traurig.
Derweil sitzen die unbedarften Tröpfe vor der Flimmerkiste und echauffieren sich über die eine oder andere Seite, nicht ahnend, daß in Wahrheit sie selbst die Opfer geschickt plazierten Medienmarketings wurden ....
bookmark_borderEin (weiterer) Gedanke ....
.... zum Besuch in Portugal.
| Unterschiedliche "Wahrnehmung": |
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LINKS: Wie die Deutschen sie sehen. (Und sie sich selbst) RECHTS: Wie die Portugiesen sie sehen. "We are BORG - resistance is futile!" |
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bookmark_borderOpfer als Täter ...
Es gibt Menschen die stets die Schuld für ihre Mißgeschicke und/oder andauernde Beeinträchtigungen auf Andere projizieren - so, als ob sie selbst keinerlei Anteil an dem hätten was ihnen so widerfährt.
Diese besondere Art sich von Ungemach und Krankheit zu distanzieren - und sich auch noch darüber zu beschweren wenn Dritte nicht sofort zu helfen in der Lage sind - ist weiter verbreitet als man denkt. Besagte Individuen machen sich Gütmütigkeit und Hilfsbereitschaft zunutze, erwarten umgehende Aufmerksamkeit, im Falle von gesundheitlicher Störung mindestens 'Wunderheilung' ....
Dank allerdings können die Helfer in den wenigsten Fällen erwarten. Im Gegenteil. Wenn es nicht gelingt die Folgen zu beseitigen werden letztendlich noch sie dafür verantwortlich gemacht.
bookmark_borderFeindbilder
Wenn Unwissenheit, Neid und Hass zusammenkommen sind sie 'schlechte Berater', denn das, was daraus hervorgeht sagt mehr über die Autorin als über den behandelten Inhalt aus.
Halbwissen bleibt eben Halbwissen, egal wie vehement und mit welchen Phrasen es vorgetragen wird. Ein Blick in das geschmähte WIKIPEDIA könnte manchmal zu einer breiteren Informationsbasis führen - obwohl 'Bildung' dadurch noch immer nicht erreicht wird ....
*edit*
Daß Sie, Frau Pia, in Wien - als Frau - ihrem Fuß- und Körperpflege-Business nachgehen können haben sie dem Adel* zu verdanken, der Wien gegen die aus dem Südosten kommenden Horden erfolgreich verteidigt hat.
* (und - so ungern ich es schreibe - der katholischen Kirche)
bookmark_borderZielvorstellung ....
Ein Leben lang werden amerikanische Mädchen auf den Moment "gedrillt" - den Moment in dem sie von einem Verehrer gebeten werden ihn zu heiraten. Die Wahl ist vordergründig von Zuneigung und Verständnis füreinander bestimmt. Dafür, daß die äußeren Umstände beim potentiellen Bräutigam 'stimmen' sorgen schon - im Hintergrund steuernd - die Eltern der zukünftigen Braut.

Aber wehe der Kandidat kommt mit einem zu kleinen "Steinchen"* zum Treffen bei dem er um 'ihre' Hand anhält ...! Da kann es ihm passieren, daß die 'große Liebe' schlagartig verpufft.
Der Druck auf die heiratswilligen Jungmänner ist enorm und viele, besonders aus einkommensschwachen Schichten, verschulden sich auf Jahre. Sie sind manchmal schon wieder geschieden bevor der Verlobungsdiamant komplett abbezahlt ist.
Nun hörte ich in meiner Familie dieser 'Trend' sei mittlerweile auch bei uns angekommen: Sehr bedauerlich.
* Ganz nebenbei ein gutes Beispiel für den Effekt von jahrzehntelangem Einpauken von Marketingparolen:
Da hat vor allem DeBeers den U.S.-Markt 'aufgeschlossen und profitiert nun davon ....
bookmark_borderPerversion
Die EU ist mittlerweile zur Perversion dessen geworden als was sie einmal begründet wurde. Unser Leben, Lebensqualität, Dientleistungen und Produkte sollten sicherer, günstiger und nachhaltiger werden. Das Gegenteil ist der Fall.
Wenn nationale Gesetzgebung nicht möglich ist weil es heftigste Gegenreaktionen gegen dieses Vorhaben gibt schiebt die Regierung ihre Initiative auf die europäische Ebene und setzt dort - ohne nennenswerten Widerstand weil kaum öffentliche Kontrolle stattfindet - ihre Gesetze durch.
Wenn im Inland ein Mangel festgestellt wird zucken die verantwortlichen Politiker mit den Schultern und verweisen darauf, daß das einer Regelung der EU bedürfe und deswegen - sehr bedauerlich, natürlich - keine Handlungsoptionen vorhanden seien. Es sei denn, man wäre in der Lage einen EU-weiten Konsens herzustellen.
Kommen Vorschläge die eine Situation zu verbessern suchen läuft ein vergleichbares Procedere ab:
Es müßten wegen des Binnenmarktes erst die EU-Gremien zum Handeln gebracht werden - und diese Initiaiven verlaufen dann im Sande.
War es das, was wir bei der Gründung der EU versprochen bekamen?
Ist es das, was wir auf Dauer dulden wollen?
bookmark_borderSpruch der Woche: ....
Eine EKG-Nullinie muß nicht bedeuten,
daß der Patient tot ist,
die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber sehr hoch.
bookmark_border"fake body"
Manche "Investition" in das eigene Aussehen - sofern man denn mit dem natürlich Vorhandenen unzufrieden ist - wird verheimlicht. Klar, wo ein wenig 'nachgeholfen' wurde muß es nicht an die große Glocke gehängt werden. Es soll ja so getan werden als ob es schon immer so gewesen sei .... natürlich eben.

Andere "Investitionen" scheinen eher zweifelhaft - sieht man ihnen doch die Künstlichkeit an:
Oft gerade wegen des Fehlens jeglicher Fehler, einer übernatürlichen Makellosigkeit, völlig verschieden von 'natürlichem' Aussehen, dem eine gewisse Asymetrie eigen ist.
Lohnt sich so etwas für die 'Trägerin'?
Einmal Playboy - und dann?
Wo nur "Körper" signalisiert wird - siehe Abbildung - wird kaum "Geist" erwartet. Wundert da noch jemanden die Assoziation "blond-dumm"?
bookmark_border"busybody"
Im englischen Sprachraum gibt es den treffenden Begriff "busybody" - er beschreibt diese eigentümliche Art von demonstrativer Geschäftigkeit die eigentlich garkeine wirkliche Beschäftigung ist ....
Dieses meist ziellose hin-und-her täuscht dem zufälligen Betrachter wichtige Aktivitäten vor und ist doch nur eine Art Schauspiel, schlecht und hölzern, in dem Gesten, Bewegungen und sogar Gesprochenes seltsam überbetont und nur für das vermeintliche (oder tatsächliche?) Publikum aufgeführt werden.
Gespielte Bedeutsamkeit wo es grundsätzlich schon - und wahrscheinlich schon immer - an Bedeutung fehlt.
Eine Variante von Potjomkin.
Achten Sie mal darauf.
Wenn man genauer hinsieht sieht man es häufiger als zunächst angenommen.
