bookmark_borderWir unterschätzen ....


man­che nie­de­re Lebe­we­sen doch enorm:
Bak­te­ri­en sind ganz offen­sicht­lich mit einer Art Zeit­ge­ber aus­ge­rü­stet. Nie­mand hat die­se Struk­tur bis jetzt gese­hen, aber Vie­le haben schon unter die­sem Zeit­ge­ber gelitten ....

Alles Unfug, so etwas gibt es bei Bak­te­ri­en nicht - sagen Sie?

Gibt es doch!
Wie wol­len Sie sonst erklä­ren, daß Zahn­schmer­zen aus­ge­rech­net immer dann auf­tre­ten, wenn Zahn­ärz­te Urlaub machen - z.B. zu Weihnachten .... ?

Ganz schön hin­ter­li­stig, die­se Bakterien ....


[Bild­quel­le]

bookmark_borderBemerkungen zu chronischen Kranheiten

Vie­le chro­ni­sche Krank­hei­ten neh­men seit Jah­ren extrem zu:

  • All­er­gien,
  • Dia­be­tes,
  • Rheu­ma.

Allein 2003 stieg die Zahl der Dia­be­ti­ker um 30.000 Pati­en­ten an, und das nicht etwa, weil man bewuß­ter nach ihnen "gesucht" hät­te, nein, weil man bei Rou­ti­ne­un­ter­su­chun­gen mehr davon "aus­ge­fil­tert" hat - die Zahl ist abso­lut gewachsen.

Mit einer chro­ni­schen Krank­heit zu leben heißt sich nach den Bedin­gun­gen der Krank­heit zu rich­ten, sein Leben umzu­stel­len und sich völ­lig neu zu ori­en­tie­ren. Das ist für die Mas­se der Betrof­fe­nen nicht leicht und sie suchen Hilfe.

Son­der­ba­rer­wei­se bie­ten gera­de die Kran­ken­kas­sen wenig Hil­fe, sie stre­ben viel­mehr danach, Model­le zu ent­wickeln, die Kosten spa­ren. Hil­fe kommt von einer Sei­te, die in der Dis­kus­si­on um das Gesund­heits­we­sen oft als Buh­mann dar­ge­stellt wird: Von der Industrie.

Ohne die breit ange­leg­ten Unter­richts- und Pati­en­ten­auf­klä­rungs-Kam­pa­gnen der Indu­strie wären die Chroniker 

  • schlecht bera­ten,
  • schlecht geschult und noch 
  • schlech­ter versorgt.

Vie­le wir­ken am Erfolg mit: Ärz­te, Bera­ter, Apo­the­ker, Inter­es­sen­grup­pen und Selbst­hil­fe­ver­ei­ne. Die Zusam­men­ar­beit ist gut, manch­mal sehr gut - und die betrof­fe­nen Pati­en­ten pro­fi­tie­ren davon.

Ein gutes Bei­spiel, wie durch gemein­sa­mes Han­deln etwas erreicht wer­den kann. Hof­fent­lich wir­ken sich die ein­ge­lei­te­ten Refor­men im Gesund­heits­we­sen nicht so aus, daß die sich gera­de erst ent­wickeln­de Betreu­ungs­kul­tur "aus­ge­trock­net" wird und die wün­schens­wer­ten Ent­wick­lun­gen zum Erlie­gen kom­men, bevor sie ein Maxi­mum an Nut­zen für die Betrof­fe­nen bie­ten konnten.

bookmark_border22.04.2004 / Bemerkungen zum Gesundheitswesen

In Deutsch­land wer­den weni­ger Kin­der gebo­ren, als Men­schen ster­ben. Dadurch kehrt sich unse­re Alters­py­ra­mi­de [1 ; 2 ; 3 ] um: Die brei­te Basis wird zur Spit­ze, die Spit­ze ver­brei­tert sich von Jahr zu Jahr. Das durch­schnitt­li­che Ster­be­al­ter schiebt sich wei­ter nach oben, wobei Frau­en offen­sicht­lich einen gewis­sen Vor­teil haben [Män­ner (76,92 Jah­re) Frau­en (83,15)]. Bio­lo­gisch betrach­tet ist das nicht ver­wun­der­lich, denn mit zwei X-Chro­mo­so­men sind sie in Wirk­lich­keit das "star­ke" Geschlecht! *

Was das mit dem Gesund­heits­we­sen zu tun hat?

Der Grund dafür, daß durch­schnitt­lich das Ster­be­al­ter nach oben ver­scho­ben ist, liegt - wenig­stens teil­wei­se - in Fort­schrit­ten der Medi­zin begrün­det. Vie­le aku­te Krank­hei­ten wer­den schnel­ler und frü­her behan­delt, Infek­ti­ons­krank­hei­ten durch immer geziel­ter wir­ken­de Anti­bio­ti­ka ein­ge­dämmt oder ganz aus­ge­merzt, chro­ni­sche Krank­hei­ten wer­den durch ver­bes­ser­te Dia­gno­stik frü­her erkannt und dem­entspre­chend in ihrem Ver­lauf "get­reckt", d.h. bis zu ihrer Voll­ent­wick­lung ver­geht sehr viel mehr Zeit - die Pati­en­ten haben unter­des­sen eine wesent­lich ver­bes­ser­te Lebensqualität.

Doch um wel­chen Preis! Und was ist die "Kehr­sei­te der Medaille"?

Die Gesamt­ko­sten für den "Gesund­heits­be­trieb" sind in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten explo­si­ons­ar­tig gestie­gen, wobei zwi­schen Kosten­stei­ge­rung, Bei­trags­er­hö­hung und Infla­ti­ons­be­ding­ter Stei­ge­rung zu unter­schei­den wäre. Jeder Ver­si­cher­te - und hier gilt der Begriff "Stei­ge­rung" - spürt das an den Abzü­gen für die Kran­ken- (und ande­re Sozi­al-) ver­si­che­rung, seit Jah­res­wech­sel spü­ren es zusätz­lich all jene, die wegen aku­ter Gesund­heits­stö­run­gen in Arzt­pra­xen oder Kran­ken­häu­sern vor­stel­lig wer­den: Mit 10€ sind sie dabei!

Mal abge­se­hen von dem tat­säch­li­chen Nut­zen, der äußerst zwei­fel­haft ist, wel­ches Signal geht von die­ser Gebühr aus? Alle Ver­si­cher­ten wer­den gehal­ten, selbst mehr für ihre Gesund­erhal­tung [Selbst­ver­ant­wor­tung] zu tun. Vor­bei ist es mit der Hal­tung "Sump­fen bis zum Umfal­len, der Dok­tor wird´s schon rich­ten!". Was über Jahr­zehn­te durch ver­schie­de­ne Wel­len der Auf­klä­rung über die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten nicht geschafft wur­de - jetzt, wo es Geld kostet wacht "Deutsch­land" auf.

Der Bruch kam für vie­le plötz­lich, zu plötz­lich nach mei­nem Geschmack. Ich bin zwar der Mei­nung, daß eine Umstel­lung des Ver­hal­tens nötig ist, es wäre jedoch bes­ser gewe­sen all denen, die nicht die Chan­ce hat­ten sich auf ein "ver­schärf­tes" System durch Ände­rung ihres Ver­hal­tens ein­zu­stel­len, eine Über­gangs­lö­sung zu gewäh­ren [Selbst­ver­ant­wor­tung]. Wegen der immensen Geld­not des Gesamt­sy­stems ist das wohl unter­blie­ben - da hät­te frü­he­re Inter­ven­ti­on der Poli­tik ein­set­zen müssen.

Außer­dem haben sol­che Schnell­schüs­se immer Män­gel. Ein wesent­li­cher Man­gel ist sicher die vol­le Ein­be­zie­hung von Betriebs­ren­ten zur Berech­nung der Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, da es sich in die­sem Fall um eine Dop­pel­er­he­bung han­delt, denn die Betriebs­rent­ner haben ja zu akti­ver Zeit auf ihr Ein­kom­men bereits den vol­len Kran­ken­kas­sen­bei­trag gezahlt. Hier wur­de sicher nach dem Prin­zip gehan­delt: Klei­ne Per­so­nen­grup­pe => über­durch­schnitt­li­che Gesamt­be­zü­ge => also wenig Gegen­wehr zu erwar­ten. Ähn­lich ist die Situa­ti­on übri­gens bei der Zins­be­steue­rung, da ver­steht ein nor­ma­ler Mensch auch nicht, war­um die­je­ni­gen, die ihr Geld nicht ver­pras­sen, son­dern spa­ren, dar­auf und auf die Erträ­ge noch­mals Steu­ern zah­len müssen.

Der Schock über die Ände­run­gen im Gesund­heits­we­sen sitzt tief, dem­entspe­ch­end hef­tig sind die Reak­tio­nen von allen Sei­ten, abge­stuft nur nach Grad der Betroffenheit.

Es stellt sich auch die Fra­ge, wer eigent­lich von den über­durch­schnitt­lich gestie­ge­nen Kosten pro­fi­tiert. Jede betei­lig­te Grup­pe Ärz­te - Apo­the­ker - Kran­ken­haus­be­trei­ber - Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler - Kran­ken­kas­sen schiebt den "Schwar­zen Peter" auf die jeweils ande­ren Betei­lig­ten - und nie­mand kann das Dickicht so recht durch­drin­gen. Wo sol­che Beträ­ge im Spiel sind wird alles getan, die Unklar­heit auf­recht zu erhal­ten [Ansatz zur Klä­rung HIER ].

bookmark_borderBemerkungen über Arzneimittel ....

Es wird immer behaup­tet wir hät­ten viel zu vie­le Arz­nei­mit­tel in Deutsch­land. Falsch! Wir haben im Gegen­teil zu weni­ge Arz­nei­mit­tel. Wie begrün­de ich die­se Aus­sa­ge? Neh­men wir zum Bei­spiel die Hyper­to­nie, den Bluthochdruck. 
Die Ursa­chen für Hyper­to­nie kön­nen (Aus­wahl!) sein: 

• Ver­en­gung der Arte­ri­en (Arte­rio­skle­ro­se)
• Herz­schwä­che (Insuf­fi­zi­enz)
• Nie­ren­er­kran­kung (Neph­ro­pa­thie)
• Stoff­wech­sel­ver­än­de­run­gen (Meta­bo­li­sches Syndrom) 

Da ist es doch jedem Men­schen ein­leuch­tend, daß für die Sen­kung des Druckes in jedem Fall ein unter­schied­li­ches Medi­ka­ment nötig ist. Man benutzt z.B. beim Kochen doch auch unter­schied­li­che Gefä­sse, wie Töp­fe, Kas­se­ro­len, Pfan­nen etc., da zwar alle die Essens­zu­be­rei­tung erlau­ben, aber jedes für einen bestimm­ten Zweck bes­ser als das ande­re Gefäß geeig­net ist. 

Daher behaup­te ich: Wir haben zu wenig Arz­nei­mit­tel, denn wir haben noch nicht das beste Medi­ka­ment für jeden Zweck, sprich: Aus­lö­ser von Krankheit. 

Jetzt gibt es aber Inter­es­sen­grup­pen, die behaup­ten, man kön­ne mit 100 Medi­ka­men­ten "gute Medi­zin" betrei­ben. Mag sein. Das ist viel­leicht für Län­der denk­bar, in denen die Men­schen noch sehr viel natür­li­cher - und gesün­der - leben als wir hier in Deutsch­land. Dort rei­chen Mit­tel gegen Infek­tio­nen, Schmerz etc., wäh­rend wir hier Mit­tel gegen Zivi­li­sa­ti­ons­fol­ge­krank­hei­ten wie die oben erwähn­te Hyper­to­nie brau­chen - und das geht eben nicht mit den "100 lebens­not­wen­di­gen Arz­nei­en" lt. WHO [World Health Organization]. 

Wenn nun aber kei­ne neu­en Medi­ka­men­te mehr ver­ord­net wer­den dür­fen? Wenn die Refor­men nur noch "bil­li­ge", nach­ge­mach­te Arz­nei­mit­tel (Gene­ri­ka) zulas­sen? War­um nicht "freie Arz­nei­mit­tel" kau­fen und noch die Pra­xis­ge­bühr sparen? 

Da gibt es ein Pro­blem [trifft nur hier in Deutsch­land so zu, in ande­ren EU Län­dern ist der Markt­zu­gang völ­lig anders und kon­su­men­ten­freund­li­cher gestaltet]: 

Frei ver­käuf­li­che Arz­nei­mit­tel sind - über­wie­gend - sol­che Pro­duk­te, die wegen der Ände­run­gen in der Ver­schrei­bungs­pflicht aus dem Ver­ord­nungs-Seg­ment des Mark­tes her­aus­ge­fal­len sind, oder von Anfang an nicht in die Ver­schrei­bungs­pflicht her­ein genom­men wur­den, weil es Zwei­fel an ihrer Wir­kung gab. Grund dafür ist in den mei­sten Fäl­len - von Aus­nah­men wie Knob­lauch­pil­len ein­mal abge­se­hen - sie haben sich in kli­ni­schen Prü­fun­gen als unwirk­sam erwie­sen. ["Unwirk­sam" heißt hier: Eine Wir­kung konn­te sta­ti­stisch nicht nach­ge­wie­sen wer­den, obwohl sie bei eini­gen Pro­ban­den gese­hen wurde]. 

Was wir brau­chen ist der sorg­fäl­ti­ge­re Umgang mit den Arz­nei­mit­teln, die ver­ord­net wer­den. Kein Arz­nei­mit­tel hilft, wenn es in einer Schub­la­de oder dem Bade­zim­mer­schrank ver­gam­melt. Ein­neh­men hilft.

War­um neh­men vie­le Pati­en­ten ihre Arz­nei nicht ein? Weil sie auf der Infor­ma­ti­on, die bei­gelegt ist, ein wah­res Horr­o­sze­na­rio vor­fin­den. Ist das wirk­lich alles als Neben­wir­kung zu erwarten? 

Nein, nein, nein - in 98% aller Fäl­le! Die Anga­ben müs­sen näm­lich schon dann auf­ge­druckt wer­den, wenn sie ein­mal in ein­hun­dert­tau­send Fäl­len auf­tre­ten, oder wenn bei einer ähn­li­chen Arz­nei ein sol­cher Fall ein­ge­tre­ten ist. Wer weiss das schon oder bekommt es erklärt? Fast nie­mand, wenig­stens sehr weni­ge Pati­en­ten, die das Glück haben, zu einem gedul­di­gen, ver­ant­wor­tungs­vol­len Arzt oder Apo­the­ker gehen zu kön­nen, der nicht nur auf "den schnel­len Euro" erpicht ist [mehr zu die­sem The­ma an ande­rer Stelle]. 

"Inno­va­ti­on" des Pati­en­ten­ver­hal­tens - aber auch der Pro­du­zen­ten-hal­tung - tut Not!