Haftpflichtversicherung ....

soll ja die wich­tig­ste Ver­si­che­rungs­art sein. Das war schon frü­her so.

Als ich so ca. sechs Jah­re alt war spiel­ten wir als wil­de Kin­der­grup­pe von mehr als zehn Kin­dern abwech­selnd in Haus­rui­nen und Trüm­mer­grund­stücken. Genau­so beliebt waren die rück­wär­tig lie­gen­den ver­wil­der­ten Gär­ten, die seit Jah­ren kei­ne Pfle­ge mehr hat­ten, denn die Men­schen waren so kurz nach dem Krieg stän­dig damit beschäf­tigt das Wich­tig­ste zum Leben zu besor­gen - und das brauch­te damals viel Zeit.

Glück­li­cher­wei­se für uns Kin­der - je mehr sich die Erwach­se­nen um Brot­er­werb und Essens­be­schaf­fung küm­mern muß­ten, desto weni­ger Zeit hat­ten sie, sich mit uns zu befas­sen. Wir konn­ten also weit­ge­hend "uner­zo­gen" spie­len, toben, erforschen ....

Zwi­schen dem Haus in dem ich wohn­te und dem Hin­ter­haus war von Tor­bo­gen zu Tor­bo­gen eine Ver­bin­dung gemau­ert wor­den. So ent­stand eine Art Zwi­schen­ge­bäu­de, das aller­dings nur bis unter­halb der ersten Eta­ge reichte.

Beim Spie­len gibt es - das wis­sen die Eltern unter den Lesern - auch schon 'mal Strei­te­rei­en. Grup­pen bil­den sich und zer­fal­len, neue Kon­stel­la­tio­nen - neue Akti­vi­tä­ten - neue Grup­pen. Beim Cow­boy­spiel, frei nach Roy Rogers Comics, die wir von US-Sol­da­ten bekom­men hat­ten, gerie­ten Cow­boys und India­ner hef­tig in Streit. Eine wil­de Schimpf­e­rei star­te­te und schließ­lich rann­ten zwei Grup­pen aus­ein­an­der, um neue Schlacht­plä­ne auszuhecken ....

Unse­re Grup­pe traf sich bei unse­rem Haus, im Hof, hin­ter dem Vor­der­haus. Die Kon­tra­hen­ten tra­fen sich im Hof des Nach­bar­hau­ses. Wir waren also nur durch den Zwi­schen­bau getrennt, konn­ten die ande­ren Kin­der nicht sehen, aber sehr gut hören! Was wir zu hören beka­men, war nicht beson­ders freund­lich, und so reif­te der Plan ein paar Stei­ne auf die ande­re Sei­te zu wer­fen - nicht um die ande­ren zu tref­fen, nein, sie soll­ten nur erschreckt werden.

Gesagt, getan. Schon flo­gen vie­le Kie­sel aus unse­rem Hof über das Zwi­schen­ge­bäu­de in den Nach­bar­hof .... das Geheu­le auf der ande­ren Sei­te wur­de lau­ter, schwoll wei­ter an - und wur­de dann von einer tie­fen Erwach­se­nen­stim­me über­tönt: "Hört sofort auf mit Stei­nen zu wer­fen, es ist schon genug kaputt!"

Ja, und nun kommt die Haft­pflicht­ver­si­che­rung zum Zuge:
Auf der ande­ren Sei­te, im Nach­bar­hof, war näm­lich zur Zeit der Stein­at­tacke ein nagel­neu­er Mer­ce­des des Haus­be­sit­zers geparkt. Das Auto hat­te mäch­tig 'was abbe­kom­men. Schei­be gesplit­tert, Del­len im Lack .... na, sie kön­nen sich vor­stel­len, was Kie­sel über die­se Strecke so anrichten!

Etwas Gutes hat­te die Sache dann doch. Wir muß­ten uns beim Auto­be­sit­zer ent­schul­di­gen und lern­ten so schon in "zar­tem Alter", daß man sich zu ent­schul­di­gen hat, wenn man Mist baut!

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