Eigentlich wollte ich mich hier doch nur über das "Reförmchen" vom letzten Jahr lustig machen. Nahezu ein Jahr kreiste der Berg und gabar die berühmte Maus - etwas, das den Namen "Reform" nicht verdient. Schon gar nicht den Begriff "Entlastung", denn wie wir erfahren haben, handelt es sich im Schnitt um ca. €300,oo pro Jahr, oder, wie ein Journalist ausgerechnet hat: Einmal im Monat Pizza für die ganze Familie!
Bei mir hat jedenfalls die Reform nicht einmal dafür gereicht, denn gleichzeitig wurde meine Krankenversicherung um ca. €50,oo monatlich erhöht, da ist im Gegenteil nur eine Pizza weniger drin.
Das traurigste ist doch, daß die wirklichen Experten zwar wissen, wie man eine Steuerreform machen sollte, aber nicht genügend "Hausmacht" haben, um sich durchzusetzen. Wenn man dann ihre Modelle durch die Ausschußmangel dreht, wird ein Kompromiß daraus, der vielleicht noch fünf Prozent von dem enthält, was vernünftig gewesen wäre.
Es ist sicher richtig, daß in USA manches schief läuft, von den Fehlgriffen, Versäumnissen und rassischen Ungerechtigkeiten ganz zu schweigen, dennoch ist das Land ein Beispiel dafür, wie einfach Steuern - oder besser Steuererklärungen sein können. Durchschnittlich zwei Seiten, manchmal noch zwei weitere Seiten Anlagen, das ist alles! Der Steuersatz für einen Durchschnittsverdienst von $32.000,oo liegt bei 11%, für beide Steuerarten, State und Federal zusammen, die MwSt. beträgt durchschnittlich ca. 4,5%. Und das geht nur, weil alle - wirklich alle - Unternehmen, die ihre Waren oder Dienstleistungen im Land verkaufen, dort auch Steuern zahlen. Keine Modelle wie hier, Gewinne in´s Ausland verschieben, Verluste in Deutschland ansetzen. Vergleichen Sie das ´mal mit dem, was hier zu zahlen ist, bzw. sich hier abspielt!
Heute hat mit dem Beschluß der CDU / CSU zu einer gemeinsamen Vorgehensweise wenigstens Vernunft eingesetzt wo vorher Zwist herrschte. Es bleibt abzuwarten, was schlußendlich daraus wird. Hoffentlich setzen sich im zweiten Anlauf die Fachleute durch.
Etwas liegt mir noch am Herzen: Ich möchte für eine Reduzierung der Staatsausgaben plädieren. Nicht solche Ausgaben, die in Sozialsysteme fliessen, sondern solche, die in die Taschen von Abgeordneten, ihren Mitarbeitern, Kommissionen, Verbänden wie dem DGB landen.
Wesentlich wäre auch, bestimmte Hindernisse für unternehmerisches Engagement zu beseitigen: Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Berufsgenossenschaften, Landschaftsverbände, kurz all jene "Zwischenbehörden", die von niemandem gewählt werden, keiner demokratischen Kontrolle unterliegen, da ihre Mitglieder zwangsweise zu solchen werden.
Diese Institutionen ersticken junge Unternehmen mit ihren Forderungen. Die anfangs dringend benötigte Liquidität wird abgeschöpft und viele scheitern deswegen - Nutzniesser sind lediglich die "künstlich" gestützten Institutionen und Banken, die so oder so ihr Geschäft machen. Warum sollen sie also den Erfolg der Jungunternehmer wünschen, wenn sie doch das gleiche Geld erhalten, egal ob Erfolg oder Mißerfolg vorliegen.
