(V) Vom Sturm zur Flaute?


[Quel­le: Sta­ti­sti­sches Bun­des­amt]
 

In den Jah­ren seit 2015 hat eine Explo­si­on der Kosten statt­ge­fun­den, ca. 3% Stei­ge­rung pro Jahr (!) sowohl bei den Bau­ko­sten, sowie bei den beglei­ten­den Kosten [Bau­haupt­ge­wer­be & Aus­bau­ge­wer­be]. Es scheint nun eine gewis­se Sät­ti­gung bei den Neu­bau­ten ein­zu­tre­ten, denn wie zu sehen ist geht die Kur­ve des Mit­tels nicht mehr auf­wärts.
 

Nach wie vor besteht aber eine über­hitz­te Nach­fra­ge nach Bestands­im­mo­bi­li­en - und kürz­lich habe ich gese­hen warum:
Da wur­den Woh­nun­gen aus der Grün­der­zeit (Ende vor­letz­tes / Anfang letz­tes Jahr­hun­dert)* mit durch­schnitt­lich 160m², von denen zwei auf eine Eta­ge pass­ten, in nun­mehr vier Woh­nun­gen zu je etwa 80m² *saniert* .... die Kosten für eine sol­che Woh­nung lie­gen nun bei 800€ plus 200€ Neben­ko­sten, plus 80€ Hei­zung, plus 75€ Stell­platz, plus 50€ Rate für die Ein­bau­kü­che:
 
Macht zusam­men schlaf­fe 1.205€, für 80m².

Ein Schnäppchen ..!?
Und das in einer Stadt mit ca. 30.000 Ein­woh­nern.
 

Wie Sie, lie­be Lesen­de, leicht erken­nen kön­nen, ist das der Weg zum Reich­tum auf der 'speed lane', ganz schnell also. Wie sich doch die Zei­ten geän­dert haben!
 


Wenn Sie die­se Zah­len lesen ver­ste­hen Sie mög­li­cher­wei­se bes­ser, war­um wir im höhe­ren Lebens­al­ter noch ein­mal ein Haus bau­en. Das kostet uns (mit 20m² mehr als die oben beschrie­be­ne Woh­nung) monat­lich 750€ plus 'Haus­geld' in Höhe von ca. 250€ [Strom, Gas, Was­ser, Abwas­ser, son­sti­ge Ver­sor­ger und Steu­ern]. So die Pla­nung, es kann sich noch gering­fü­gig ändern - bei einem Haus­bau gibt es kei­ne tat­säch­li­che, fixe Kosten­über­sicht bis das Pro­jekt abge­schlos­sen ist. Wohl aber eine mit pro­zen­tua­len Zuschlä­gen ver­se­he­ne Nähe­rungs­rech­nung auf den End­preis.
 

 
 
* Wiki­pe­dia schreibt dazu " .. Davon abwei­chend wird der Begriff Grün­der­zeit im kul­tur­ge­schicht­li­chen und vor allem im archi­tek­tur­ge­schicht­li­chen Ver­ständ­nis (wo er übli­cher­wei­se als Syn­onym für Histo­ris­mus gebraucht wird) meist für die gesam­te Pha­se nach 1870 und oft bis 1914 ver­wen­det, so dass dabei die lan­ge wirt­schaft­li­che Kri­sen­zeit aus­ge­blen­det wird .. "

 

 

Kommentare

    1. Seit ich die­se Ent­wick­lung betrach­tet habe fällt mir auf, dass es mit eine der Ursa­chen für die Preis­spi­ra­le ist, wenn öffent­li­che Mit­tel zur Unter­stüt­zung von finanz­schwa­chen oder arbeits­lo­sen Men­schen ein­ge­setzt wer­den um deren Mie­te zu tra­gen - wenn nur 'teu­rer' Wohn­raum da ist wer­den die Kosten trotz­dem über­nom­men .... und damit wird der Markt zusätz­lich angeheizt.

      [Um nicht falsch ver­stan­den zu wer­den: Natür­lich ist es unab­ding­bar die­se Kosten zu tra­gen, denn woh­nen soll­te nicht zum Pri­vi­leg derer wer­den, die 'es sich lei­sten können'.]

      1. Ich ken­ne viel­mehr die Beschwer­de, dass der soge­nann­te "orts­üb­li­che Miets­spie­gel" (oder wie auch immer es haar­ge­nau hieß), der Grund­la­ge für die Über­nah­me der Wohn­ko­sten ist, oft­mals viel zu nied­rig ange­setzt ist, wegen der in der Zwi­schen­zeit so stark gestie­ge­nen Mie­ten bzw. Mietfor­de­run­gen (nen­ne man sie doch mal so, das ist eher der Fall) im Gegen­satz zu dann, als die­se (will­kür­li­chen) Gren­zen mal fest­ge­legt wur­den. Sprich­wört­lich, man­cher­orts, wenn du dort hin­ein­pas­sen sollst, dann bleibt dir fast nichts ande­res übrig, als den unter­sten Schrott, der noch zur Mie­te ange­bo­ten wird, neh­men zu müs­sen, oder eine Blei­be von etwa der Qua­drat­me­ter­zahl eines Schuh­kar­tons ertra­gen zu müs­sen. Also, statt den zuge­stan­de­nen 45 qm dann viel­leicht nur 10 oder 15. Kom­pri­mier­ter als jede Kasernenbaracke.

        Wie ich das schon mal als einen tref­fen­den Satz vor­ge­fun­den habe (und das noch nicht ein­mal auf Deutsch):
        Es gibt kei­ne Kri­se von einem Man­gel an Wohn­raum. Es ist eine Preiskrise.

        1. Soweit ich das ken­ne ist der ört­li­che Miet­spie­gel stets in Bewe­gung, selbst unter­jäh­rig erfol­gen dazu Kor­rek­tu­ren wenn sich der Markt ver­än­dert. Das muss nicht über­all so sein, es ist nur schwer vor­stell­bar, dass es da wesent­li­che Abwei­chun­gen gäbe.

          Dann habe ich mehr­fach gele­sen, dass es noch Här­te­fall­re­ge­lun­gen gibt - ob die genutzt wer­den hängt natür­lich vom Cha­rak­ter und der Ein­stel­lung des jewei­li­gen Sach­be­ar­bei­ters ab - die ver­hin­dern sol­len einen Arbeits­lo­sen / Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger aus sei­ner Woh­nung zu trei­ben wenn es nur um ein paar m² geht. An unse­rem frü­he­ren Wohn­ort in Teck­len­burg kann­te ich einen Fall da wur­de das vier­te Zim­mer der Woh­nung ver­sie­gelt und der Mann konn­te (nach­dem sei­ne Frau gestor­ben war und sei­ne Ren­te zu klein um allei­ne davon zurecht zu kom­men) trotz öffent­li­cher Unter­stüt­zung dort ver­blei­ben. Es gibt also Lösungen.

          Im gesam­ten Immo­bi­li­en­be­reich gibt es eine Preis­kri­se - das ist nicht zu leug­nen. Aller­dings habe ich den Ein­druck, dass es der Regie­rung bis auf Fen­ster­re­den und schwam­mi­ge Maß­nah­men nicht wirk­lich wich­tig ist da im Sin­ne der Gering­ver­die­ner und Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger etwas Wirk­sa­mes zu tun.

      2. Ange­passt wird der wohl in regel­mä­ßi­gen Abständen.
        Nur... manch­mal fragt man sich, wo die noch die Durch­schnit­te dafür her­neh­men, damit die Sum­men nicht signi­fi­kant steigen.
        Die Immo­bi­li­en­haie kau­fen sich schließ­lich durch das gan­ze Land durch, auch selbst in der Provinz...

        Zim­mer abschlie­ßen machen sie, aber nicht überall.
        In 'nem ande­ren Orts­teil haben die das hier recht oft gemacht, ander­erorts wie­der­um nicht. Nach wel­chen Kri­te­ri­en das erfolgt ist, das weiß ich nun nicht.
        Spon­tan wür­de ich anneh­men, es liegt an der all­ge­mei­nen Attrak­ti­vi­tät der Immo­bi­lie und der Wahr­schein­lich­keit der Wie­der­ver­mie­tung. Auch, ob man das bei dem kon­kre­ten vor­lie­gen­den Woh­nungs­schnitt machen kann.
        Woh­nun­gen, für die man mit guter Wahr­schein­lich­keit schnell einen neu­en Mie­ter fin­det, da wird wahr­schein­lich der Filz im Hin­ter­grund sich kurz­schlie­ßen und lie­ber für einen Umzug stim­men (wenn der laut Kosten sein muss). Bei Objek­ten, wo das weni­ger wahr­schein­lich der Fall ist, las­sen sie lie­ber Leu­te dar­in woh­nen mit einem Zim­mer weni­ger, weil die kom­mu­na­le Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft damit über­haupt mit der Woh­nung Geld ver­dient (bes­ser als wenn die ewig leer steht).

        Auch ein Zug aus der jün­ge­ren Zeit soll wohl sein, dass die Grö­ßen der Woh­nun­gen den Gren­zen des Sozi­al­am­tes auf dem Papier bes­ser ange­passt wer­den. Soll hei­ßen: Auch wenn die Bude eigent­lich 50 qm hat, lie­ber geben sie 45 an und schen­ken einem die 5 qm als wenn sie wie­der kei­nen Mie­ter dafür fin­den wür­den. So dann auch mit den höhe­ren Gren­zen für mehr Bewoh­ner. (60, 75, 90 qm)

        Die Regie­rung steckt bei dem Preis­pro­blem seit einer Ewig­keit bereits den Kopf in den Sand und bringt ledig­lich Sym­bol­ge­sten auf den Weg.
        Sieht man ja, wo die Prio­ri­tä­ten lie­gen - "Bau­kin­der­geld" und so. Bau von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern för­dern. (Nichts gegen ihr eige­nes Pro­jekt!) Damit noch mehr Flä­chen ver­sie­gelt und mit ver­gleichs­wei­se rela­tiv weni­gen Men­schen bewohnt sind.
        Lie­ber för­dern sei es, dass die Leu­te pri­vat Geld in die Hand neh­men, um selbst Wohn­raum zu schaf­fen, weil der Staat weder hin­ter­her­kom­men wür­de, noch wil­lig wäre, dafür Geld auf­zu­op­fern oder einen kon­kre­ten Plan zu entwickeln.
        Oder damit der kom­mu­na­le Immo­bi­li­en­ver­kauf im Rah­men der "schwar­zen Null" nicht in Fra­ge gestellt wer­den muss und man mal näher hin­schaut, wer die Ver­wal­tung des ört­li­chen Wohn­raums in die Hän­de bekommt.

        1. Bau­kin­der­geld ist - wie vie­le der För­de­run­gen - nur vor­der­grün­dig ein hilf­rei­ches Modell: Ent­we­der hat die Fami­lie genug Ein­kom­men um sich das Bau­en lei­sten zu kön­nen, dann hat sie meist auch das benö­tig­te Eigen­ka­pi­tal, fällt aber aus der För­de­rung weil das Ein­kom­men zu hoch ist. Oder sie hat zu wenig Ein­kom­men, dann hilft auch das Bau­kin­der­geld nicht, weil sie nicht die nöti­gen Rück­la­gen hat und den Bau nur durch extrem hohe Eigen­lei­stung finan­zie­ren könn­te - und wer hat dazu Zeit, wenn schon mit Über­stun­den das Geld nicht reicht?

          Was unser Vor­ha­ben angeht habe ich bis­her kein För­der­pro­gramm in die Finan­zie­rung ein­ge­plant - das wäre nicht klug, denn wenn es ohne nicht gin­ge wäre es mit För­de­rung immer noch knapp und 'auf Kan­te'. Und was wäre dann nach Aus­lau­fen der Zins­bin­dung? Eine Zit­ter­par­tie, ob dann noch die Ren­ten rei­chen ...? Nein, da ist es bes­ser etwas klei­ner zu pla­nen und dadurch bezahl­ba­ren Wohn­raum zu haben.
          Was den 'öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck" angeht bin ich ohne Sor­ge: Auf 960m² ein Haus mit weni­ger als 100m² ist eine gute Rela­ti­on, vor allem weil im kom­plet­ten rück­wär­ti­gen Bereich die teil­wei­se 30 & mehr Jah­re alten Bäu­me ste­hen bleiben.

          Öffent­lich geför­der­ter Wohn­raum - aber nicht Miet­ka­ser­nen mit hun­dert Woh­nun­gen, son­dern auf­ge­lockert und Genera­tio­nen­über­grei­fend. Das wäre bestimmt rich­tig. Aller­dings erfor­dert das ein Umden­ken, wofür die Anzei­chen nicht schlecht ste­hen .... ich wer­de es aber wahr­schein­lich nicht mehr erleben.

      3. Ich wür­de auch den­ken, Bau­kin­der­geld ist eine total ver­que­re Idee und geht am eigent­li­chen The­ma vor­bei. (Neben­bei, dass man fra­gen muss: Und die, die kei­ne Kin­der haben, oder wo die schon aus­ge­zo­gen sind, die brau­chen kei­nen Wohn­raum oder was?)

        För­de­run­gen haben ja das für sich, dass sie in der Regel nur zeit­lich begrenzt sind - bis dahin ist aber sel­ten ein Haus fertig.
        Des­we­gen ist es, von vorn her­ein mit der För­de­rung zu pla­nen, ein wenig abwe­gig, nur dann so ein Vor­ha­ben umzu­set­zen. Fällt die För­de­rung weg, steht man näm­lich dumm da. (Und das kann auch ein­fach mal so pas­sie­ren, wenn die näch­ste Regie­rung die ent­spre­chen­de För­de­rung wie­der abschafft.)
        Eher umge­kehrt - mit­neh­men, weil es gera­de da ist - wäre eine Opti­on. Aller­dings, dann stän­de wie­der die Fra­ge, ist man dann einer För­de­rung über­haupt bedürf­tig, wenn man auch allein sein Vor­ha­ben finan­zie­ren kann?

        Bei die­sem Unver­mö­gen um den öffent­lich geför­der­ten Wohn­raum fällt einem ein Spruch ein: "Erich währt am läng­sten." Warum?
        Weil man zu Ost-Zei­ten dafür auch ein koor­di­nier­tes Pro­gramm benö­tig­te - aber wenig­stens mach­te man sich die­se Gedan­ken und fal­te­te nicht die Hän­de nur in den Schoß und war­te­te dar­auf, dass da irgend­was vom Him­mel fällt. (Von wem hät­te das denn kom­men sollen?)
        Es war zwar lei­der auch so, dass man kaum hin­ter­her­kam, das dürf­te aber auch an der mode­ra­ten Gebur­ten­quo­te frü­her gele­gen haben - wenn die Men­schen ähn­lich wie heu­te auch irgend­wann weni­ger Kin­der bekom­men hät­ten, wäre das irgend­wann auf eine Balan­ce hinausgelaufen.

        Ich muss dazu sagen, sozia­li­sti­sches Pla­nen hat in die­ser Hin­sicht aller­dings ver­sucht, wenig­stens alle mög­li­chen Aspek­te gleich mit zu berück­sich­ti­gen. Nicht nur Woh­nungs­bau, son­dern auch Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, Nah­erho­lung, Kin­der­gär­ten, Schu­len, Ver­kehrs­an­bin­dung, Spiel­plät­ze, son­sti­ge Ver­gnü­gungs­mög­lich­kei­ten - alles Din­ge, wo heut­zu­ta­ge irgend­was immer am Ende nicht so gelingt wie das zuvor gern gewollt gewe­sen wäre, wo ihnen zwi­schen­durch das Geld aus­geht, wo man 3 Mal noch zwi­schen­durch umplant und Pro­jek­te eine Ewig­keit dau­ern bis sie denn end­lich in die Tat umge­setzt sind, oder wo man sich von vorn her­ein ziem­li­chen Mum­pitz aus­ge­dacht hat.

        1. So lan­ge es nicht gesell­schaft­lich akzep­tiert ist für Men­schen, die sich kei­ne Neu­bau­woh­nung am frei­en Markt lei­sten kön­nen, bezahl­ba­re Woh­nung von Staats wegen bereit zu stel­len, so lan­ge wird es die­se Mise­re mit schlech­ten Woh­nun­gen für Arme geben - die dann oft (unkon­trol­liert) noch gesund­heits­ge­fähr­dend sind ( → Schwarzschimmel!).

          Und selbst­re­dend fin­den zwi­schen den Anle­gern einer Regi­on und den Poli­ti­kern Abre­den statt - die Anle­ger schmie­ren ja nicht umsonst mit beacht­li­chen Summen ....

          PLANERFÜLLUNG war eine Fik­ti­on. Das steht nach den auf­ge­fun­de­nen Akten fest. Da haben sich alle Ebe­nen in die Tasche gelo­gen um nicht schlecht dazu­ste­hen. Der Tausch­han­del, oder bes­ser die Tausch­wirt­schaft war gang und gäbe, wer etwas abstau­ben konn­te hat­te etwas zum tau­schen - alle ande­ren muss­ten war­ten, war­ten, warten ....

      4. So lan­ge es nicht gesell­schaft­lich akzep­tiert ist für Men­schen, die sich kei­ne Neu­bau­woh­nung am frei­en Markt lei­sten kön­nen, bezahl­ba­re Woh­nung von Staats wegen bereit zu stellen,

        Das will ich mir hier mal grei­fen, weil es bringt mich zu einer ande­ren Assoziation...

        Die­ser Umstand war mit­un­ter auch ein klei­ner Auf­hän­ger in der gan­zen Flüchtlingssache.
        Für Asylsuchen­de (also noch nicht ein­mal bewil­lig­te) wur­de Him­mel und Höl­le in Bewe­gung gesetzt, damit die­se irgend­ei­ne Unter­kunft haben, aber für Ein­hei­mi­sche - Obdach­lo­se, Arbeits­lo­se, arme Rent­ner, Kran­ke usw. - da wird nach dem bewähr­ten Prin­zip ver­fah­ren "Jeder ist sei­nes eige­nen Glückes Schmied.". Mit ande­ren Wor­ten: "Küm­mer' dich selbst!".
        Auch beschä­mend von den ver­schie­de­nen NGOs und den pri­va­ten Hel­fern, die plötz­lich ihre Ader für "was zurück­ge­ben" mein­ten ent­deckt zu haben.
        Der Bedarf sol­cher Lei­stun­gen ist nicht erst mit den Flücht­lin­gen ent­stan­den, son­dern den gab es vor­her auch schon... (Wenn man böse wäre, könn­te man dort noch latent einen gewis­sen Ras­sis­mus unter­stel­len, weil bei Nicht-Bleich­ge­sich­ti­gen las­sen eini­ge plötz­lich ihren Hel­fer-Kom­plex ansprin­gen. So als wenn sie sagen woll­ten "das kön­nen die unmög­lich allein bewerk­stel­li­gen!", als wenn die alle unmün­di­ge klei­ne Kin­der wären.)

        ...Woll­te das mal nur ange­merkt haben, weil es mir bei der For­mu­lie­rung ihrer­seits einfiel.

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        Das war nicht der Punkt, den ich machen wollte...
        Es war viel­mehr so, die Plä­ne waren eher zu nied­rig ange­setzt. Man kam mit dem selbst ste­ti­gen Woh­nungs­bau und der Pla­nung des­sen ein­fach nicht hin­ter­her.
        Was man der Sache aber anrech­nen muss, ist, dass die sich damals wenig­stens über­haupt ver­sucht haben, einen Kopf dar­über zu machen, und zu han­deln - im Gegen­satz zu den jet­zi­gen Regie­ren­den, die alle wei­ter­hin bei dem Man­tra "der Markt wird das schon regeln" blei­ben. Obwohl der Baum schon lan­ge brennt.

        1. Mir feh­len bei sol­chen Aus­sa­gen immer die Bewei­se / Fak­ten: WER wur­de WANN bevor­zugt und von WEM? Ist das ein Unter­schied zu der Zeit, als es noch kei­ne / weni­ger Asyl­be­wer­ber gab? Gibt es regio­na­le Unterschiede?

          Was die Woh­nungs­not ins­ge­samt und die Bau­tä­tig­keit ins­be­son­de­re angeht muss man sich doch nur fra­gen wo die Unter­stüt­zer der regie­ren­den Par­tei­en sit­zen und wel­che Struk­tur die Kon­ti­nui­tät stützt. Es ist doch nicht im Inter­es­se derer, die an der Woh­nungs­not Schuld sind und davon pro­fi­tie­ren hier Abhil­fe zu schaf­fen - nicht umsonst ist der Erwerb von Wohn­ei­gen­tum so teu­er, dass es eine Ein­stiegs­schwel­le gibt, die Vie­le in Miet­ver­hält­nis­se zwingt. Wer also Grund­be­sitz in Form von Miet­ob­jek­ten hält wird zunächst eine sol­che Par­tei för­dern, die die Pro­fi­te sichert .... Markt­wirt­schaft ist - wie ganz offen gesagt (und gehan­delt) wird - nicht unbe­dingt 'sozi­al' ....

      5. 2015, als die gro­ße Wel­le lief, ist das sehr stark so zu beob­ach­ten gewe­sen. Aller­dings, ich wür­de mei­nen, es ist auch nach wie vor so. Es ist ledig­lich aus den vor­der­sten Schlag­zei­len verschwunden.
        Zumin­dest, wenn ich ver­glei­che wie der Lob­by­ism­mus hier­zu­lan­de für Flücht­lin­ge und der für haus­ei­ge­ne finan­zi­ell gering Begü­ter­te auf­ge­stellt ist (gemes­sen an media­ler Prä­senz), dann ist ein­deu­tig erste­res stär­ker vertreten.
        Letz­te­res gibt es zwar, aber es führt zu kei­nen Ent­schei­dun­gen oder Pra­xis­än­de­run­gen, die den Betrof­fe­nen nach­hal­tig das Leben verbessern.
        (Man den­ke nur dar­an wie sich seit Jah­ren eigent­lich für eine signi­fi­kan­te Erhö­hung von Hart­zIV aus­ge­spro­chen wird, mit nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den, und wie sich seit Jah­ren gar nichts tut - es mit wel­chen Begrün­dun­gen auch immer abge­schmet­tert wird.)
        Bei erste­rem füh­len sich komi­scher­wei­se Poli­ti­ker als auch Gesell­schaft mehr in der Schuld, irgend­was zu tun... Wie gesagt, als wenn die Betei­lig­ten unter­be­wusst das Sche­ma ver­in­nertlicht haben: "Die kön­nen doch nicht! - Hart­zer, Gering­ver­die­ner und Obdach­lo­se sind nur faul, die brau­chen des­we­gen nichts, außer einen Tritt in den Arsch!".

        Markt­wirt­schaft - war die denn jemals sozial?
        Die­ser Kniff von der "Sozia­len Markt­wirt­schaft" wie es die Deut­schen ken­nen ist doch nur ein ein­ma­li­ges Nach­kriegs­sze­na­rio, wel­ches nur mit der Anwe­sen­heit und der Kon­kur­renz des Real­so­zia­lis­mus Not­wen­dig­keit hat­te, zu bestehen.
        Hät­te man damals die Leu­te schon so behan­delt wie heu­te - dass man merkt, dass man nur Die­ner ist - wäre es nicht unwahr­schein­lich frü­her oder spä­ter im Westen zur Revo­lu­ti­on gekommen.
        Also muss­te man die Gefahr ban­nen, indem, dass man sich selbst sozi­al etwas her­ab ließ - damit die Leu­te nicht stän­dig in Rich­tung Osten star­ren und sagen "ey, was haben die denn da? War­um kön­nen wir das nicht auch hier haben?!".
        Heut­zu­ta­ge brau­chen sie das nicht mehr; da hat der Spruch "wenn's dir hier nicht gefällt, mach' doch ein­fach 'rüber!" sei­ne Bedeu­tung verloren.
        Wenn man das unan­ge­foch­te­ne Mono­pol ist, kann man sei­ne Kun­den und Unter­ge­be­nen wie ein Schwein behan­deln - zu wem soll­ten sie schließ­lich ande­res gehen, wenn es ihnen nicht gefällt...?

        1. Das es Vor­ur­tei­le gegen Gering­ver­die­ner und Hart­z­emp­fän­ger gibt ist all­ge­mein bekannt - das ist aber noch kein Beweis der Bevor­zu­gung von Asyl­su­chen­den. Mir sind Fäl­le bekannt, da hieß es: Die bekom­men Haus­halts­ge­rä­te vom Staat bezahlt! - und wie sich her­aus­stell­te waren es Spen­den aus der ört­li­chen Gemein­de, von groß­zü­gi­gen Men­schen, die dafür Geld hergaben.

          Mir feh­len da immer noch kon­kre­te Bewei­se - ich habe sie bis­her von nie­man­dem zu sehen bekom­men. Bis das erfolgt ist hal­te ich an der mir bekann­ten Tat­sa­che fest, dass es näm­lich kei­ne Bevor­zu­gung gibt. Bei meh­re­ren syri­schen Fami­li­en habe ich den Vor­gang beglei­tet - und bei kei­ner war irgend­ei­ne Form von Vor­zugs­be­hand­lung vor­han­den, was sie hat­ten war second-hand, gespen­det, abge­spart vom übli­chen Satz, der unter dem für deut­sche Staats­bür­ger lag.

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