(Haus­bau VI)

 
Manch­mal sind es nur gering­fü­gi­ge Unter­schie­de in der Art wie ein Satz for­mu­liert ist - und schon erkennt man, dass die ver­bor­ge­ne Aus­sa­ge, die dar­in ent­hal­ten ist, etwas ganz ande­res bedeu­tet, als das, was aus einem Satz her­vor­geht wenn man ledig­lich liest was da steht.
Es ist nicht Zwei­deu­tig­keit, son­dern eine ver­steck­te Bot­schaft die ich damit mei­ne. Da gibt es 'Schlüs­sel­wör­ter' wie "zeit­ge­mäß", "statt­haft", oder "seri­ös", die dem Adres­sa­ten eigent­lich das Gegen­teil von dem sagen sol­len, was sie all­ge­mein bedeu­ten.
 
Etwa:
 
"Ihr Vor­schlag ist nicht zeit­ge­mäß"
- was bedeu­tet:
 Sie haben total ver­al­te­te Vor­stel­lun­gen, so läuft das heu­te nicht mehr.
 
"So etwas ist nicht statt­haft"
- was bedeu­tet:
 Arbei­ten Sie sich erst ein­mal in die Mate­rie ein, dann reden wir wei­ter.
 
"Um das seri­ös zu beur­tei­len fehlt die Daten­ba­sis"
- was bedeu­tet:
 Las­sen Sie mich bloß damit zufrie­den.
 

Muss sowas wirk­lich sein?
Wäre es nicht bes­ser 'Klar­text' zu reden/schreiben anstatt so dar­um her­um zu schlei­chen wie die Kat­ze um den hei­ßen Brei? Ist es das, was unter "posi­ti­ver Aus­sa­ge" ver­stan­den wird - wo es doch dem Grun­de nach ver­lo­gen ist?

 
Es wird ja immer behaup­tet im Schlaf wäl­ze man sol­che Pro­ble­me, die einem schwer lös­bar oder gar unlös­bar vor­kom­men, um dann in der Wirk­lich­keit die bes­se­ren Lösun­gen zu haben ....