Warum ist die Gründerwelle der "new economy" gescheitert?
Sind die 33% der 55 - 65-jährigen die noch arbeiten selbst daran schuld?
Geht das denn überhaupt: Arbeiten bis 67?
Dazu erschien jüngst in der Apotheken Umschau v. 16−02−04 ein Beitrag. Drei Vorurteile, die allgemein vertreten werden, sind dort widerlegt.
1. These:
Über 50-jährige sind in der heutigen Arbeitswelt nur eingeschränkt zu gebrauchen
FALSCH!
Die Produktivität ist gleich, aber sie wird anders erreicht. Was eingebracht wird: Erfahrung, besserer Umgang mit Menschen, besserer Überblick. Als Beispiel wird angeführt, daß zwar eine 20-jährige schneller am Computer tippen kann, wenn es aber um die Führung eines Sekretariats geht, ist ihr die ältere Kollegin überlegen.
2. These:
Alte Menschen sind nicht mehr lernfähig
FALSCH!
Es gibt derzeit in Deutschland mehr als 30.000 Studierende im Rentenalter, daneben hunderttausende Gasthörer. Neues Wissen wird - nach Untersuchungen der Uni Bremen - zwar langsamer, dafür aber intensiver aufgenommen.
3. These:
Wer alt ist kränkelt und ist psychisch schlecht drauf
FALSCH!
In einer Vielzahl von Studien wurde nachgewiesen, daß die "Grantler" [Beispiel Statler und Waldorf auf dem Balkon bei den Muppets] eine kleine Minderheit bei den Älteren sind. Überwiegend sind sie zufriedener, weniger von Krankheit eingeschränkt, weil sie gelernt haben, körperliche Einschränkung zu kompensieren. Als Angestellte sind sie ausgleichend und weniger krank (!) als ihre jüngeren Kollegen. Sie kennen die Abläufe besser und wenn sie in Teams mit jüngeren zusammenarbeiten sorgen sie für den nötigen Anteil "Besonnenheit".
Ach ja - zurück zur Eingangsthese: Hätten die dot.coms mehr ältere Mitarbeiter gehabt, wären ihre Chancen zu "Überleben" besser gewesen. In USA gab es dazu eine Untersuchung. Solche dot.coms, die einen 20%-igen Anteil Mitarbeiter über 55 hatten, haben den Crash der "New Economy" überlebt .... erzählen sie das 'mal ihrer Personalabteilung!
