Kant: Wir sind 'schwach' ....

Mir gefällt die Kant'sche The­se, es gäbe "Ver­nunft­we­sen" nur theo­re­tisch, weil der Mensch durch sei­nen Wil­len in der Lage ist von dem, was 'mora­lisch gut' sei, auf­grund von Nei­gun­gen (bestimmt durch Lust - Unlust) abzu­wei­chen .... wir sind halt schwach!

Ich fra­ge mich, ob es mög­li­cher­wei­se im Welt­all "Ver­nunft­we­sen" im Kant'schen Sin­ne gibt - und ob die sich dann, bei Kon­takt mit uns 'Schwa­chen', 'eli­tär' ver­hal­ten wür­den - uns also ablehnten ....
Oder ob sie - weil ja "Ver­nunft­we­sen" über all dem stün­den und uns so akzep­tier­ten wie wir sind: Schwach*.


* Für alle Per­fek­tio­ni­sten noch­mals deutlicher:

-s-c-h-w-a-c-h- 

.... dar­auf gebracht wor­den bei Lady Sun­flower.
[3.007/tgr]
Veröffentlicht in Wie?

Kommentare

  1. nicht unin­ter­es­sant fin­de ich in dem zusam­men­hang aber auch, was die soge­nann­ten kon­struk­ti­vi­sten über will­kür, und die hirn­for­scher über den frei­en wil­len behaup­ten. bei außer­ir­di­schen kenn ich mich weni­ger aus;-)

    1. Wenn ich jetzt wüß­te .... auf wel­che der The­sen von Kon­struk­ti­vi­sten bzw. der Hirn­for­scher sich das bezieht, könn­te ich ggf. gezielt Stel­lung nehmen .... 

      Ich ken­ne mich mit Außer­ir­di­schen auch nicht aus - es war ledig­lich eine Über­le­gun im Sin­ne von "was-wäre-wenn" ....

  2. Ich habe kürz­lich mit einem Außer­ir­di­schen gespro­chen und ihn gefragt, wie­so wir nichts von deren Raum­schif­fen oder ande­ren Ein­flüs­sen sehen wür­den. Es ant­wor­te­te: "ihr seid in Qua­ran­tä­ne. Ihr seid so etwas von krank, dass es schon wie­der ein Wun­der ist, dass ihr über­le­ben könnt. Wir hüten uns aber, euch in irgend­ei­ner Wei­se Auf­schluss zu geben, dass es da noch etwas ande­res gibt.
    Dass Du mich in einem Fie­ber­traum wahr­neh­men kannst, ist das Äußer­ste der Gefüh­le. Du wirst fest­stel­len, dass dich nie­mand ernst neh­men wird, wenn Du das wei­ter erzählst."
    Ich gebe ihm recht. Weil es aber hier so gut her­passt, habe ich die Geschich­te trotz­dem wei­ter erzählt. Im Blog kann man ja auch fantasieren.

    1. Scha­de, .... daß man offen­sicht­lich der Außer­ir­di­schen nur gewahr wird wenn man sich im Fie­ber­wahn befindet ....
      Ich wur­de vor eini­ger Zeit gefragt, was ich wohl tun wür­de wenn ich von Außeri­ir­di­schen das Ange­bot bekä­me mit­zu­rei­sen, weg von hier, zu ihrer Heimat ....
      Nichts Bes­se­res könn­te mir pas­sie­ren. Ich den­ke, wenn sie in der Lage sind die uns begren­zen­den Fak­to­ren zu über­win­den müß­ten sie auch sonst 'fort­schritt­li­cher' sein .... da wäre es eine gro­ße Freu­de dar­an teil­zu­ha­ben. All das Neue, das man sehen könn­te, all das Wis­sen, das man noch erfah­ren und ler­nen könnte ....

  3. Ich auch, bit­te: Geht's dem Königs­ber­ger nicht eigent­lich um die Abgren­zung von Moral zu Ver­hal­ten­wei­sen wie

    - lust­ori­en­tier­tem Handeln

    - prag­ma­ti­schem Handeln

    - instink­ti­vem Handeln

    - usw.

     

    Er postu­liert im sieb­ten Para­gra­phen sei­ner Grund­ge­set­ze der prak­ti­schen Vernunft

    "Hand­le so, daß die Maxi­me dei­nes Wil­lens jeder­zeit zugleich als Prin­zip einer all­ge­mei­nen Gesetz­ge­bung gel­ten kön­ne." Huma­nis­mus pur. Und welch hoheit­li­cher Ansatz. Im posi­tiv­sten Sin­ne des Wor­tes. Es geht um Erkennt­nis. Wer das ver­in­ner­licht, hat schon den hal­ben Weg der kant­schen Erkennt­nis hin­ter sich gebracht. Auch wenn ich nicht behaup­ten möch­te, Kant auch nur ansatz­wei­se ver­stan­den zu haben. Aber er reizt (mich) immer wie­der seit Jahr­zehn­ten. Erkennt­nis­theo­rie. Allein die­ses Wort ist der­ma­ßen all­mäch­tig. Ich schwei­fe ab, dafür bin ich bekannt. Viel­leicht schau ich auch nur über den Rand.

    Die Ursprungs­fra­ge "ob schwach und was" wür­de ich mal mit "die haben eine Wahr­neh­mung jen­seits unse­rer vier Dimen­sio­nen" beantworten. 

    1. ich fan­ge 'mal .... mit einem Aus­zug aus Dei­nem Zitat an 
      ".. Prin­zip einer all­ge­mei­nen Gesetz­ge­bung .. "
      - da habe ich gelernt, daß die Geset­ze nicht dem 'gesun­den Men­schen­ver­stand' ent­spre­chen müs­sen, son­dern einem 'juri­sti­schen Anspruch' genü­gen sol­len - was auch immer dar­un­ter zu ver­ste­hen ist, es ist jeden­falls bestimmt nicht das, was Du oder ich, geschwei­ge denn Kant dar­un­ter verstehen .... 

      Sodann zur Fra­ge der Abgren­zung bzw. der Ein­schrän­kung, die ich hier gemacht habe: Es ist schlicht unmög­lich Kants Werk, sei­ne The­sen & und Bewei­se in einem Bei­trag umfas­send zu erör­tern - des­we­gen habe ich eine (zuge­ge­ben) außer­or­dent­lich ver­kürz­te Fas­sung einer Äuße­rung her­aus­ge­stellt - die sich noch dazu 'grif­fig' fas­sen ließ - um mei­ne Auf­fas­sung zu erörtern .... 

      Was aber die "Erkennt­nis" angeht nei­ge ich - das wird Dich nicht ver­wun­dern - zu einer weni­ger opti­mi­sti­schen Sicht­wei­se .... so, wie es den Mei­sten nicht gelin­gen wird "mora­lisch gut' zu sein, wird es noch weni­ger Men­schen geben, die in der Lage sind zu erken­nen, denn dazu gehört - wie­der nur von mei­nem Stand­punkt aus betrach­tet - daß man sich zunächst selbst erkennt .... ein abstrak­tes Den­ken jen­seits der Selbst­ana­ly­se traue ich nur einer sehr, sehr klei­nen Zahl von Men­schen zu. 

      Das ist des­we­gen nicht 'über­heb­lich', weil ich mich einschließe.

    2. Tat­säch­lich...

      ...wäre das The­ma Kant inhalts­fül­lend für eini­ge gro­ße Blogs und wür­de immer noch nicht nicht aus­rei­chend gewürdigt. 

      Zu den Geset­zen, nur ganz kurz: was wir da erle­ben ist ein Muster­bei­spiel für das, was ich unter "Per­ver­si­on des Gedan­kens" verstehe. 

      Das The­ma Erkennt­nis ist das The­ma des Lebens schlecht­hin. Nie­mand soll­te für sich den Anspruch erhe­ben, hier­für die all­um­fas­send gül­ti­ge Ant­wort zu haben. Immer wie­der ent­steht in mir ein Gefühl von wahr­haf­ti­ger Demut, wenn ich mich mit den Bei­trä­gen die­ses Auf­klä­rers ver­su­che aus­ein­an­der­zu­set­zen.Aber: "Habe Mut zu wis­sen" oder auch "Habe Mut, dich dei­nes eige­nen Ver­stan­des zu bedie­nen." - das ist eine Auf­or­de­rung an das täg­li­che Leben, das ist in mei­nen Augen Lebens­phi­lo­so­phie pur. Ob es immer zur Beant­wor­tung der drei Kernfragen

      • was kann ich wissen
      • was soll ich tun
      • was darf ich hoffen

      führt - nein, wohl nicht. Nichts desto trotz ist es jen­seits aller par­tei­po­li­tisch-dog­ma­tisch-kle­ri­kal ver­pe­ste­ten Lebens­lei­tungs­an­sprü­che ein Ansatz, der zu einem gly­ck­li­chen Leben füh­ren kann.

    3. Tref­fend gefaßt: .... Das The­ma Erkennt­nis und die Beant­wor­tung der drei Kernfragen

      • Was kann ich wissen?
      • Was soll ich tun?
      • Was darf ich hoffen?

      Mög­li­cher­wei­se ist es nicht die Beant­wor­tung der drei Fra­gen, die uns 'wei­ter­bringt', son­dern die Tat­sa­che, daß wir uns die­se Fra­gen immer wie­der stel­len und unser Tun dar­an mes­sen, anstatt uns eine bestimm­te Denk­wei­se auf­zwin­gen zu lassen ....

Schreibe einen Kommentar