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768,- Euro für 20 m² ...!
das sind 9,- €uro mehr als unsere Miete für eine 4-Zi-Wohnung. Frü­her nannte man so etwas "Wucher" und es war straf­bar ....
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Nur Ele­fan­ten brau­chen einen Rüs­sel - nach Pro­te­sten wurde die zunächst erlaubte Ein­fuhr von Jagd-Trophäen nach U.S.A. wie­der kas­siert ....
 
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Es gibt noch ori­gi­nelle Ideen für Schil­der - so wie dies .... 
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Da wo die evan­ge­li­ka­len Fundi-Christen für fast Alles sind - außer für lega­len Schwan­ger­schafts­ab­bruch.
Was für ein ver­lo­ge­nes Pack! 
 
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Hier sagt 'mal Einer was öfter gesagt wer­den müßte .... 
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car­ni­val bar­ker = Aus­ru­fer, der Attrak­tio­nen beim Jahr­markt anpreist um Publi­kum in die Zelte zu locken .... 
 
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Da ist Eng­land keine Aus­nahme - bei uns wird ja genauso scham­los über­trie­ben um die Mas­sen in Angst &mani­pu­lier­bar zu hal­ten ....
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Der US-Amerikanischen und Bri­ti­schen Skan­dal­blät­tern war dabei beson­ders wich­tig, dass die Braut *gemisch­tras­sig* sei - kein Wun­der also, wenn der Ras­sis­mus gras­siert bzw. wie­der auf­lebt ....
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Wie schon bei Hartz IV ....

.... hat die kon­ser­va­tive Seite "vor­ge­dacht" und sich tun­lichst zurück gehal­ten. Die SPD hin­ge­gen wird nun wie­der ein­mal, wie bei Hartz IV, ent­ge­gen der Inter­es­sen ihrer Stamm­wäh­ler­schaft, zum Erfül­lungs­ge­hil­fen:

" .. Aktu­ell ist bei­spiels­weise die Ein­füh­rung einer Bür­ger­ver­si­che­rung ein strit­ti­ges Thema. Die SPD wünscht sich, dass auch Beamte, Selb­stän­dige und Ange­stellte mit hohem Ein­kom­men darin ein­be­zo­gen wer­den und damit die Pri­vate Kran­ken­ver­si­che­rung ersetzt wird .. "
 

[via *Kraut­re­por­ter-News­let­ter* mehr dazu beim Deutsch­land­funk]

Die eigent­li­chen Kosten­trei­ber, Kran­ken­haus­ge­sell­schaf­ten, die *for pro­fit* arbei­ten, und die Phar­ma­in­du­strie, böten sehr viel umfang­rei­chere Regulierungs- und Ein­spar­mög­lich­kei­ten. Die Kosten könn­ten leicht um Mil­li­ar­den gesenkt wer­den ohne dabei die Qua­li­tät der Ver­sor­gung zu ver­schlech­tern. Dazu müßte aller­dings Mut auf­ge­bracht wer­den - und den hat­ten unsere bis­he­ri­gen Gesund­heits­po­li­ti­ker noch nie. Stets sind sie vor der Macht (?) der Phar­malobby zurück geschreckt und haben lie­ber herum laviert anstatt wirk­li­che Abhilfe zu schaf­fen.

Ein glän­zen­des Bei­spiel dafür ist die Errich­tung einer Zwi­schen­ebene in Gestalt des Gesund­heits­fond, das als eine Art Ver­teil­stelle die Bei­träge an die Kas­sen wei­ter­lei­tet. Schon bei des­sen Grün­dung hatte ich den Ver­dacht, dass dadurch eine Ein­heits­ver­si­che­rung ermög­licht wer­den solle. Durch die jetzt aktu­elle SPD-Initiative erhär­tet sich diese Annahme.

Eines jedoch steht jetzt schon fest:
Es wer­den sich die Lei­stun­gen für die Ver­si­cher­ten nicht ver­bes­sern, im Gegen­teil, für die bis­her pri­vat Ver­si­cher­ten wird es bei fast glei­chen Bei­trä­gen schlech­ter wer­den. Die gesetz­lich Ver­si­cher­ten wer­den kaum Ver­än­de­run­gen sehen, es sei denn, sie sind bereit ein­zelne Risi­ken zusätz­lich zu ver­si­chern.

Den­noch wird diese euphe­mi­stisch "Bür­ger­ver­si­che­rung" genannte Maß­nahme kom­men - weil dadurch die öffent­li­chen Arbeit­ge­ber Mil­li­ar­den ein­spa­ren, Mil­li­ar­den, die sie schon seit Jah­ren nicht mehr ein­neh­men. Das ist sehr viel ein­fa­cher, als den mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen auf die Fin­ger zu klop­fen und dafür zu sor­gen, dass sie all das, was sie in Deutsch­land ver­die­nen, auch in Deutsch­land ver­steu­ern.

Genug Geld wäre schon län­ger da.

Die Regie­rung hat aber weder den Mut noch die Absicht die Machen­schaf­ten der tat­säch­li­chen Steu­er­hin­ter­zie­her zu unter­bin­den. Frau Mer­kel kann sich die Hände rei­ben bei so viel tum­ber Ein­falt sei­tens der SPD:
Die CDU/CSU steht im Hin­ter­grund wäh­rend die SPD das unlieb­same Modell voran treibt. Egal ob in Regie­rungs­be­tei­li­gung oder Dul­dung einer Min­der­heits­re­gie­rung bleibt der Unmut an der SPD hän­gen. Sie bekommt die Schelte, Frau Mer­kel ist der reine Engel ....

 

 

Mein "Spruch des Jahres" [für 2017]


Am schäd­lich­sten sind die Fla­schen,
die in der Regie­rung sit­zen
und die nie­mand,
für kein Pfand der Welt,
zurück nimmt.

Die EU-Glyphosat-Entscheidung - her­bei­ge­führt durch ein "Ja" des CSU Agrar­mi­ni­sters zugun­sten der Ver­län­ge­rung um 5 Jahre anstatt einer Ent­hal­tung wegen des Ein­spruchs der SPD Umwelt­mi­ni­ste­rin Hend­ricks - hat gezeigt wie die CSU tickt: 

Egal was abge­spro­chen ist, ent­we­der mit der CDU oder dem (immer noch) Koali­ti­ons­part­ner SPD, es ist völ­lig nutz­los. Die Lob­by­isten haben die CSU (und ver­mut­lich nicht nur diese, wie immer wie­der ein­mal her­aus­kommt) fest im Griff.

Wer es bis­her noch schaffte sich ein­zu­re­den die SPD werde 'stark blei­ben' und so ihre Aus­sage am Wahl­abend ein­hal­ten, das Ver­spre­chen keine erneute "Große Koali­tion" mit zu machen, sieht sich ge- bzw. ent­täuscht. Denn, und da wage ich die Pro­gnose, es wird trotz all des Getö­ses der SPD über den Ver­rat der CDU/CSU von heute [27.11.2017] wie­der eine große Koali­tion geben .... was zugleich das end­gül­tige *AUS* für die SPD bedeu­ten wird, mit weni­ger als 20% fällt sie in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit.

Es ist wie beim Stier­kampf, der Phra­sie­rung des Paso Doble:
Der Torero reizt und hetzt den Stier, am Ende gibt er ihm den Todes­stoß.

oder:
Ver­führt Macht Män­ner zu sexu­el­len Über­grif­fen?

In den U.S.A. rollt eine Welle von Ent­hül­lun­gen zu sexu­el­ler Belä­sti­gung von Frauen durch Män­ner in Schlüs­sel­po­si­tio­nen, in Macht­po­si­tio­nen im Show­busi­ness und in der Poli­tik. Wahr­schein­lich fol­gen dem­nächst wei­tere Ver­öf­fent­li­chun­gen sol­chen Fehl­ver­hal­tens aus der Wirt­schaft, denn es ist kaum anzu­neh­men, dass das ein Sek­tor ist, in dem sol­cher­lei Miß­brauch nicht vor­kommt.

Wenn Män­ner ihre Fin­ger nicht von Frauen las­sen kön­nen die klar machen, dass sie das nicht wol­len und tole­rie­ren ist es schlimm genug. Diese Annä­he­rungs­ver­su­che durch geöff­nete Bade­män­tel, Nackt­auf­tritt oder Mastur­ba­tion vor den Objek­ten der Begierde sind wahr­haf­tig abscheu­lich. Noch wider­li­cher aller­dings sind sol­che ver­lo­ge­nen, erz­christ­li­chen Lum­pen. Die, wie der Senats­kan­di­dat Moore, sich an Min­der­jäh­rige heran man­chen.

Letz­te­rer hat sich selbst bela­stet als er in einem Inter­view von sei­ner Ehe­frau sprach:
Mit 15 hat er sie 'beob­ach­tet' und gehei­ra­tet hat er sie dann als sie 23 wurde.
Schon da hat er also eine Min­der­jäh­rige im Visier gehabt - wes­we­gen die Anschul­di­gun­gen der ande­ren Frauen umso glaub­wür­di­ger sind.

Wie kürz­lich mehr­fach beim Herrn blo­ed­bab­b­ler zu lesen war ist es bei uns manch­mal nicht sehr viel bes­ser um die Moral und den Anstand bestellt.

Was her­vor­ge­ho­ben wer­den muß ist aus mei­ner Sicht die Ver­lo­gen­heit beson­ders kirch­li­cher Kreise, die oft in sol­che Über­griffe ein­ge­bun­den sind und sie zu ver­tu­schen suchen - oder gar selbst die Täter sind. Da bekommt der Begriff "Christ­li­che Näch­sten­liebe" eine völ­lig neue, ver­ab­scheu­ungs­wür­dige Bedeu­tung.
Zu all dem Leid das Reli­gio­nen über die Welt brin­gen kommt nun eine wei­tere Dimen­sion hinzu. Spä­te­stens da müß­ten doch bei Vie­len die Alarm­glocken läu­ten und der Gedanke an einen Kir­chen­aus­tritt end­gül­tig in die Tat umge­setzt wer­den.

(On the ends of good and evil)

Wie Frau G verschwand

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Herr W stand von sei­nem Com­pu­ter­ses­sel auf und schaute sich nebenan im Wohn­zim­mer nach Frau G um. Die hatte auf eine, seine, in den Raum gewor­fene Anmer­kung nicht geant­wor­tet. Was nicht an sich beun­ru­hi­gend war. Nicht immer ant­wor­tete sie auf seine Zwi­schen­rufe aus dem ande­ren Zim­mer. Bei­spiels­weise dann, wenn das Fern­seh­pro­gramm - wider Erwar­ten - doch ein­mal in der Lage war ihre Auf­merk­sam­keit tat­säch­lich zu 100% zu ver­ein­nah­men.

Manch­mal hatte er frü­her "Erde an Frau G - bitte ant­wor­ten Sie!" oder "Alarm­stufe rot - Frau G ant­wor­tet nicht!" oder "Wir dan­ken Frau G, dass sie mit uns gespro­chen hat!" geru­fen. Auf die Dauer war es aller­dings lächer­lich gewor­den sich dazu immer neue Vari­an­ten aus­zu­den­ken und sie ins Nach­bar­zim­mer zu rufen. Wenn es wich­tig war stand er auf und ging hin.

Er war also auf­ge­stan­den und in den Nach­bar­raum gegan­gen - nur um ihn völ­lig leer vor­zu­fin­den. Natür­lich nicht völ­lig leer, die Möbel stan­den da, der Hund lag auf sei­nem übli­chen Platz, der Fern­se­her lief, Frau Gs Ses­sel aller­dings war leer. Die Kis­sen rechts und links der Lehne, noch so arran­giert wie Frau G es gern hatte: An die Seite gedrückt und ein wenig den Rücken unter­stüt­zend. Wie die farb­lich ange­paßte Fleece­decke, einen Farb­ton dunk­ler als das Rot des Ses­sels, die noch ihre Kon­tu­ren auf­wies.

Frau G war abwe­send. Er hatte nicht wahr­ge­nom­men wie sie ver­schwun­den war. Sofern sie denn ver­schwun­den war und er es sich nicht nur ein­bil­dete. Also machte W sich auf die Suche in der rest­li­chen Woh­nung. Irgendwo mußte sie ja sein, Ehe­frauen ver­schwin­den nicht ein­fach so. Wenig­stens nicht in zivi­li­sier­ten Län­dern und mit­ten im Abend­pro­gramm des Fern­se­hens.

Sie war nicht in ihrem Schlaf­zim­mer, nicht in der Küche, wo gerade die Spül­ma­schine dabei war das Geschirr des Tages zu rei­ni­gen, damit es wie­der ein­ge­räumt, an sei­nen Platz geräumt wer­den konnte. Die Wasch­ma­schine und der Trock­ner stan­den ohne Akti­vi­tät, es sah auch nicht so aus als ob sie da etwas zum waschen oder trock­nen vor­be­rei­tet hätte. 

W machte sich auf zum Bad wo kürz­lich die Fächer­palme vom Bal­kon Zuflucht vor den ein­set­zen­den Nacht­frö­sten gefun­den hatte. Bad begrünt. Mal sehen. Es war ein Ver­such. Eigene Über­le­gung, nicht aus der Abtei­lung "Rat­ge­ber" einer Wer­be­zei­tung oder "Schö­ner Gärt­nern". Ein Risiko, denn wer wußte schon ob sich eine Fächer­palme im Bad wohl­füh­len könnte. 'Pie­seln unter Pal­men!' dachte er ver­schmitzt und ein Lächeln machte sich auf sei­nem Gesicht breit.

Das Bad, an des­sen Tür er kurz geklopft hatte und weil er keine Ant­wort bekam sie öff­nete, war leer. Auf der Palme sah er eine kleine Spinne her­um­lau­fen. Na schön, Haupt­sa­che sie blieb dort, dachte er, wenn sie näm­lich Frau G erschrecken würde wäre es um sie gesche­hen. Adieu Spinne!

Keine Frau G weit und breit in der gan­zen Woh­nung. Herr W schaute in die kleine Mes­sing­schale auf der Flur­ab­lage. Dort wur­den Frau Gs Schlüs­sel depo­niert wenn sie zu Hause ankam, noch bevor sie übli­cher­weise ihren Man­tel oder ihre Jacke aus­zog. Die Mes­sing­schale war leer, so wie zuvor Bad, Küche, Wohn- und Schlaf­zim­mer. Kein Schlüs­sel. Nur ein altes Bob­on­pa­pier­chen, das es noch nicht in den Abfall geschafft hatte.

Aha, sie war dem­nach nicht von Ali­ens ent­führt wor­den, sie hatte ihre Schlüs­sel dabei und war fort. Das aller­dings beru­higte ihn. Obwohl: Auch wie­der nicht. Denn obschon nach 40 Jah­ren Ehe man­ches unge­sagt blei­ben kann weil der andere sowieso zu deu­ten weis was beab­sich­tigt ist, hat­ten sie Beide stets Abwe­sen­hei­ten ange­kün­digt und dazu oft den Grund dafür mit­ge­teilt. Min­de­stens war es keine über­stürzte, kopf­lose Flucht gewe­sen als sie ging.

W machte sich auf den Weg zurück in die Küche und dachte dar­über nach ob er viel­leicht ein Klin­geln über­hört hatte. Manch­mal war er - mit Kopf­hö­rern auf den Ohren um den Ton aus dem Com­pu­ter zu hören ohne dabei dem Fern­seh­ton von nebenan Kon­kur­renz zu machen - schon über­rascht Frau G am Tele­fon zu fin­den. Das Signal des ankom­men­den Anru­fes hatte er zu Zei­ten nicht gehört, über­hört, weil er sich so auf das kon­zen­trierte, was er gerade im Com­pu­ter ansah.

Wäh­rend W mecha­nisch die Kaf­fee­ma­schine vor­be­rei­tete, Was­ser ein­goß, Kaf­fee­pul­ver abmaß und ein­schal­tete, grü­belte er, was wohl Frau G so eilig hatte fort­ge­hen las­sen. Ohne dass sie ihm Bescheid gesagt hatte. Einen äuße­ren Anlaß konnte man aus­schlie­ßen. Sonst hätte der Hund ange­schla­gen. W nahm sich vor näch­stens bes­ser dar­auf zu ach­ten was nebenan vor­ging und ab und zu ein­mal nach­zu­se­hen. So ohne Grund, ein­fach nur um sicher zu gehen, dass Frau G noch da war.

Die Kaf­fee­ma­schine gab son­der­bar röchelnde, schnie­fende und spuckende Töne von sich - ein Zei­chen, dass sie in Kürze mit der Zube­rei­tung fer­tig sein würde. Diese Laute aus der Maschine erin­ner­ten W immer an einen Kom­mi­li­to­nen im Grund­stu­dium. Der trank Tee und seine Schlucke waren immer von schlür­fen­den, schmat­zen­den und röcheln­den Tönen beglei­tet wor­den. W nahm ein Glas aus dem Schrank und gab etwas fri­sche Milch hin­ein. Das hatte er schon als Stu­dent so gemacht. Es sparte einen Löf­fel, den brauchte man nicht zu spü­len.

Er ging in sein Arbeits­zim­mer und nahm einen - geräusch­lo­sen - Schluck Kaf­fee. Es war eine gute Wahl gewe­sen die Kaf­fee­sorte zu wech­seln, dachte er, die­ser war aro­ma­ti­scher und schmeckte viel bes­ser. Fast so wie die spa­ni­sche Vari­ante, die er jedes­mal mit nach Hause nahm, nach der Über­win­te­rung dort. Fair gehan­delt, dazu aro­ma­tisch und nicht bit­ter. Zwar war diese Sorte um zwei Euro teu­rer, aber das war ihm ein gutes Gewis­sen wert. 

Was hat­ten sie zuletzt bespro­chen, was könnte einen Hin­weis geben wo sie geblie­ben war? Es wurde W bewußt, dass Frau G wohl ein ähn­lich 'lee­res' Gefühl immer dann haben mußte wie das, was er gerade emp­fand. Immer dann, wenn er sich auf den Weg in den Süden machte und sie in Deutsch­land zurück blieb. Da konnte sie lange in der Woh­nung nach­se­hen, er war ja weg. Nein, schoß es ihm in den Sinn, so ganz genau gleich war das nicht, sie wußte ja wo er war. Schon des­we­gen, weil er fast täg­lich anrief und berich­tete.

Als er in sein Zim­mer ging um seine Schuhe anzu­zie­hen - er wollte den Such­ra­dius ver­grö­ßern und das konnte nicht in Haus­schu­hen pas­sie­ren - hörte er wie der Hund sich rap­pelte und von sei­nem Plätz­chen her in seine Rich­tung lief. Er beschloß den Hund mit­zu­neh­men. Es konnte nicht scha­den, viel­leicht gab er drau­ßen einen Hin­weis wo W sich hin wen­den mußte um Frau G zu fin­den. Geschirr umle­gen, rote Kot­beu­tel ein­stecken, ein Küchen­tuch in die Jacken­ta­sche und in die andere sei­nen Schlüs­sel­bund. Vor­sorg­lich griff er noch zu der klei­nen, run­den LED-Leuchte. Es war ja schon dun­kel. Viel­leicht würde er eine Lampe brau­chen.

Der Hund führte seine übli­chen Freu­den­sprünge aus. Das machte er immer wenn es nach drau­ßen ging, seit er ganz klein war. So ein Hun­de­le­ben hat nicht gerade viel Aben­teuer und Abwechs­lung dachte W. Es ist viel Rou­tine und wenig Neues was da so täg­lich abläuft. Son­der­ba­rer­weise wur­den die Hunde als "brav" bezeich­net die dull auf ihrem Platz ver­harr­ten. Dabei waren die doch eher die Lang­wei­ler. Ihr Hund war von Anbe­ginn von der wil­den Sorte gewe­sen und alle Ver­su­che ihn zur Ruhe zu brin­gen waren nur von kurz­fri­sti­gem Erfolg gewe­sen. Es war eben ein Aus­bund, immer schnell auf 180, nie so rich­tig rela­xed.

Drau­ßen vor der lan­gen Treppe nach unten packte W den Hund am Geschirr und klemmte ihn unter den Arm. Die Treppe war für den Rücken des Tie­res zu lang und zu steil. Außer­dem hat­ten sie frü­her fast eben­er­dig gewohnt und das war für das Tier nie ein Pro­blem gewe­sen. Am Fuß der Treppe setzte er den Hund auf den Plat­ten­weg und hielt dabei die Leine fest. Denn was folgte war stets gleich: Der Hund würde losstür­men, hin zu einem unbe­kann­ten Ziel. Das nur er kannte. Er machte dann den Ein­druck es sei ganz drin­gend dort­hin - wo auch immer - hin­zu­kom­men. So, als ob es schon fast zu spät wäre.

W schaute im Vor­bei­ge­hen zum Auto unter dem Car­port. Keine Frau G beim Auto. Es hätte ja sein kön­nen, dass sie etwas von dort hätte holen wol­len. Manch­mal war das schon vor­ge­kom­men, nach eine län­ge­ren Reise wie der, die sie gerade vor­ge­stern been­det hat­ten. Irgend­was bleibt immer im Auto lie­gen von all dem Klein­kram den man so meint für eine län­gere Abwe­sen­heit zu brau­chen.

Wäh­rend er von der lan­gen Ein­fahrt hin­ten, ent­lang der Ost­fas­sade des Hau­ses, zur Straße hin lief, warf er einen Blick in die Erd­ge­schoß­woh­nung die kürz­lich neu ver­mie­tet wor­den war. Der neue Mie­ter war ein allein­ste­hen­der Mann mitt­le­ren Alters. Wahr­schein­lich wie­der ein Fall von Tren­nung in der 'midlife'-Krise, das war die Zeit, in der viele Ehen in die Brü­che gin­gen. Dafür sprach - unter ande­rem - die recht spär­li­che Aus­stat­tung und Möblie­rung: ein Ses­sel, zwei Stühle, ein Tisch und eine kom­mo­den­ar­tige, nied­rige Anrichte mit einem Fern­se­her dar­auf. Anson­sten viele halb offene und noch mehr unge­öff­nete Kisten. Das wird dau­ern, dachte W, es sieht nicht danach aus als ob hier bald 'Ord­nung' ein­keh­ren würde.

Der Hund hatte an der Leine gezo­gen, was W aus sei­nen Gedan­ken riß und er kon­zen­trierte sich jetzt ganz auf den Gas­sigang. Fast hätte er ver­ges­sen, das fiel ihm nach ein paar Metern ein, nach Frau G Aus­schau zu hal­ten. Es war ja der eigent­li­che Grund für sei­nen spä­ten Gang nach drau­ßen gewe­sen.
Der Hund wie­selte von rechts nach links und wie­der zurück, den Kopf ganz tief und die Nase fast auf dem Boden. Man konnte erken­nen wenn er etwas Inter­es­san­tes auf­spürte. Dann blieb er ste­hen, drehte sich um die­sen Punkt herum - um schließ­lich, nach Hun­de­art, ein Zei­chen sei­ner Anwe­sen­heit zu hin­ter­las­sen.

W folgte dem Hund und schaute blin­zelnd zum Nacht­him­mel hoch. Es war klar. Die Milch­straße zog sich von Hori­zont zu Hori­zont. Begrenzt von den um diese Jah­res­zeit bunt gefärb­ten Laub­wäl­dern, die sich in sanf­ter Linie par­al­lel rechts und links des Tales hin­zo­gen. Die wer­den noch da sein wenn ich schon ver­mo­dert oder sonst­wie ent­sorgt bin, über­legte W, und der Gedanke ver­droß ihn. 

Wer weiß, dachte er, wenn es zu einer Kol­li­sion mit einem Meteo­ri­ten oder einem Aus­bruch eines Super­vul­ka­nes käme wäre sowieso für Alle auf dem Pla­ne­ten Schluß. Wenn irgend­ein Ver­rück­ter auf den berühm­ten 'Roten Knopf' drücken würde auch. Nicht nur diese Vari­ante, so viele men­schen­ge­machte Mög­lich­kei­ten für einen mehr oder weni­ger plötz­li­chen Unter­gang. Da hatte der Pla­net schon ziem­lich lange durch­ge­hal­ten und war jetzt, in den letz­ten 60 Jah­ren, zum ersten mal nicht alleine von natür­li­chen Kata­stro­phen bedroht. 

Ein Blick auf den Hund sagte ihm: Durch­ge­bo­ge­ner Rücken, wie ein Kat­zen­buckel, Schwanz steil nach oben, da heißt es gleich die Kot­tüte zücken und die Hin­ter­las­sen­schaf­ten auf­neh­men. Ein­ge­sackt und zuge­bun­den. W macht sich mit dem Hund auf den Weg zurück nach Hause, berg­auf, gemäch­lich. Immer noch ohne Frau G gefun­den zu haben.

Aus der näch­sten Sei­ten­straße hört er Stim­men. Sel­ten um diese späte Stunde und er beschließt genauer nach­zu­se­hen was da los ist. Eine Gruppe von Leu­ten steht dis­ku­tie­rend und gesti­ku­lie­rend bei­ein­an­der. W schal­tet die Lampe an und leuch­tet in Rich­tung auf die Stim­men. Mit­ten unter den Unbe­kann­ten steht Frau G, gegen die einige der Gruppe Front machen, bedroh­lich, nach ihrer Stimm­lage zu beur­tei­len. W beschleu­nigt seine Schritte, der Hund wird auf­ge­regt und fängt an zu bel­len.

Als W sich der Gruppe nähert lösen sich einige junge Män­ner her­aus und wen­den sich W zu. Einer prescht vor und baut sich vor ihm auf. Als er plötz­lich zuschla­gen will weicht W seit­lich aus - über sich selbst erstaunt, weil er sich mit über Sieb­zig noch so schnell bewe­gen kann - und hebt ein Bein um den Geg­ner mit einem har­ten Tritt ans Knie zu Fall zu brin­gen .... in die­sem Moment spürt er einen umklam­mern­den Griff von Hin­ten um sei­nen Hals. W bleibt die Luft weg, er hat das Gefühl zu ersticken und mit letz­tem Atem schreit er so laut er kann "Hiil­feee, Hiiil­feeee!"

W blin­zelt in hel­les Licht, bemerkt, dass Frau G ihn an der Schul­ter gepackt hat und schüt­telt. Dabei fragt sie besorgt: "Geht es dir nicht gut? Hast du 'was, 'was Schlech­tes geträumt?"
W setzt sich, schweiß­ge­ba­det, in sei­nem Bett auf und wird lang­sam wach ....