bookmark_borderData Mining - was sich aus Metadaten folgern lässt

   

Bekannt­lich wird mit Sta­ti­stik oft Miß­brauch getrie­ben: Zu leicht - und ohne daß es Lai­en auf den ersten Blick erken­nen kön­nen - las­sen sich Schluß­fol­ge­run­gen behaup­ten, die über­haupt nicht durch die vor­han­de­nen Zah­len beweis­bar sind. Des­we­gen ist es ange­ra­ten sich über die Basis von 'Umfra­gen' Gedan­ken zu machen und die The­sen die dar­aus ent­wickelt wur­den einer Prü­fung auf Plau­si­bi­li­tät zu unterziehen.

Was bedeu­tet das ?

Nun, man könn­te eben­so sagen:
Man läßt 'gesun­den Men­schen­ver­stand' wal­ten und beur­teilt zunächst ob das, was behaup­tet wird, wirk­lich so mit der all­ge­mei­nen Lebens­er­fah­rung über­ein­stim­men kann. Wird das bejaht, so ist die näch­ste Stu­fe zu fra­gen wie vie­le Men­schen befragt wur­den bzw. wel­che Men­ge die Daten­ba­sis aus­macht. Aus frü­he­ren Arti­keln hier wer­den Sie sicher erin­nern, daß es aus mathe­ma­tisch-sta­ti­sti­schen Grün­den eine Min­dest­zahl gibt die bei 120 liegt - das des­we­gen, weil der sta­ti­sti­sche Feh­ler klei­ner sein muß als die Feh­ler­brei­te des gefun­de­nen Ergeb­nis­ses. Denn anson­sten wür­de man kei­ne halt­ba­re Aus­sa­ge machen können.

In der oben gezeig­ten Dar­stel­lung eines Text­aus­schnit­tes wur­den die Daten von mehr als 385.000 Per­so­nen aus­ge­wer­tet, die zudem noch ganz spe­zi­fi­sche Alters­struk­tur hat­ten. Das ist ein wei­te­res posi­ti­ves Kri­te­ri­um dafür, daß man nicht Äpfel mit Bir­nen ver­gleicht. Ein zusätz­li­cher Plus­punkt für die Rich­tig­keit der getrof­fe­nen Aussage. 

Was also war das Fazit aus die­ser Untersuchung?

Teil­neh­men­de, die den Kli­ma­wan­del so wie er von der Wis­sen­schaft dar­ge­stellt wird befür­wor­ten beka­men 43% mehr Zustim­mung und ins­ge­samt 28,5% mehr Zuschrif­ten ins­ge­samt. Dies trifft für die Ziel­grup­pen "Mil­le­ni­als" [Genera­ti­on Y] und "GenZ" [Genera­ti­on Z] zu.

Ein Hoff­nungs­schim­mer der anzeigt, daß es gera­de die jün­ge­ren Genera­tio­nen in USA sind, die sich von den knapp 57% der Kli­ma­l­eug­ner dort nichts vor­ma­chen lassen.
Nun wäre ich sehr gespannt ein Mei­nungs­bild ähn­li­cher Aus­sa­ge­kraft für unser Land oder Euro­pa ins­ge­samt zu fin­den. Ken­nen Sie, lie­be Lesen­de, etwa dazu Veröffentlichungen?

bookmark_borderWas bisher "GEHEIM" war
- jetzt exklusiv bei "RELAtief" enthüllt!

Wenn Sie schon ein­mal in Papen­burg waren und die Rie­sen­hal­len der MEYER WERFT gese­hen haben wer­den Sie sich fra­gen was denn wohl in die­sen Hal­len gebaut wird. Gemein­hin glaubt die Bevöl­ke­rung - und wird von der Pres­se dahin­ge­hend unter­rich­tet - es sei­en die­se gro­ßen Kreuz­fahrt­schif­fe, wie sie manch­mal vor den Hal­len lie­gen, oder die Ems hin­ab in die Nord­see gefah­ren werden.

Die Wahr­heit jedoch wird seit Jah­ren in den rasch errich­te­ten Hal­len ver­bor­gen. Die Bau­zeit ist enorm lang, denn es sind Rie­sen­ob­jek­te, die eine aus­ge­feil­te Tech­no­lo­gie und sehr vie­le gehei­me Bau­ele­men­te benö­ti­gen. Damit deren Zweck nicht sofort deut­lich wird fin­det der Zusam­men­bau funk­ti­ons­fä­hi­ger Ele­men­te erst in Papen­burg statt.


 


Die Enter­pri­se NCC-1701 läuft ver­mut­lich 2145 vom Dock, immer vor­aus­ge­setzt, die erfor­der­li­chen Geneh­mi­gun­gen für den dafür nöti­gen wei­te­ren Ener­gie­ver­brauch wer­den von der Welt-Ener­gie-Komis­si­on [WEC; World Ener­gy Commis­si­on] gestat­tet.
 

 

[Bild Werft­ge­bäu­de von Frank Vin­c­entz: Eige­nes Werk; CC BY-SA 3.0, Link ; im lin­ken Teil wer­den Schif­fe gebaut, im rech­ten Teil wird die ENTERPRISE gefer­tigt (links neben den Schif­fen der Antriebs­teil, rechts im fla­che­ren Hal­len­teil die Untertasseneinheit)]
[Bild Raum­schiff: Über­nah­me aus ".. Schiff­bau geht neue Wege .."]

bookmark_borderDie Notwendigkeits-Lüge

Vie­le Dis­kus­sio­nen über fos­si­le Sub­stan­zen wie Erd­öl und Erd­gas sowie alle beglei­ten­den Stof­fe die bei der Lager­stät­ten­aus­beu­tung vor­kom­men sind in Wahr­heit völ­lig nutz­los, da sie am Kern der Sache vor­bei gehen.

Es wird behaup­tet, wir brauch­ten die Erschlie­ßung und Auf­ar­bei­tung fos­si­ler Stof­fe um die Wirt­schaft am Lau­fen zu hal­ten. Sol­che Argu­men­te sind nicht haltbar.
Frei­lich ist es ein Unter­schied WAS aus die­sen Roh­stof­fen gemacht wird!

Sofern es sich um Gebrauchs- und Ver­brauchs­gü­ter han­delt, etwa Mobi­li­ar, Haus­halts­ge­gen­stän­de, Bau- und Aus­bau­stof­fe, Ver­sie­ge­lun­gen und all die Pro­duk­te für die Beklei­dungs- und Heim-Aus­stat­tungs­in­du­strie, den Innen­aus­bau von Fahr­zeu­gen und ande­ren Trans­port­mit­teln, so lie­ßen sich die­se bis­her benutz­ten Grund­stof­fe aus fos­si­ler Pro­duk­ti­on durch Ersatz­stof­fe aus ande­ren Quel­len durch­aus her­stel­len - es ist bereits ange­fan­gen wor­den die­se Her­aus­for­de­rung zu bewältigen.

Ohne­hin bedarf es nur etwa 15% der För­de­rung um dar­aus die vor­ge­nann­ten Pro­duk­te zu fer­ti­gen - der weit­aus grö­ße­re Anteil von 85% wird schlicht­weg in die Luft gebla­sen, nach­dem die dar­in befind­li­che Ener­gie genutzt wur­de. Koh­len­was­ser­stof­fe zu erset­zen ist nicht für alle Anwen­dungs­fäl­le denk­bar oder tech­nisch zu rea­li­sie­ren. Zwei­fel­los aber fin­den sich für sol­che Aus­nah­men Ersatz­mög­lich­kei­ten. Wenn man nur will.

Bleibt die Fra­ge nach dem öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck die­ser Pro­zes­se im Ver­gleich zu den auf fos­si­len Pro­duk­ten basie­ren­der Her­stel­lung. Dies genau zu bezif­fern ist schon des­we­gen schwie­rig, da vie­le Maß­nah­men erst ein­mal als Ver­su­che lau­fen und aus denen die Kosten für groß­tech­ni­sche Anwen­dung schlecht zu kal­ku­lie­ren ist. Hier müß­ten einst­wei­len Schät­zun­gen reichen. 

Was aller­dings ohne Fra­ge schon vor­ab zu sagen ist:
Sehr viel mehr wird es nicht kosten, ins­be­son­de­re wenn man es lei­sten kann durch die­se Alter­na­ti­ven die glo­ba­le Erwär­mung zu ver­min­dern. Wes­we­gen sonst soll­te man sich dar­auf einlassen?

bookmark_borderVom *footprint* unserer Ernährung

Eine inter­ak­ti­ve Tabel­le, umge­setzt in eine Gra­fik die ver­glei­chend ver­schie­de­ne Nah­rungs­mit­tel neben­ein­an­der stellt ist mir bis­her noch nicht im Inter­net begeg­net. Bis heute.

Sie sehen mei­ne Aus­wahl. Nah­rungs­mit­tel deren Wir­kung auf die Umwelt mir erfor­schens­wert erschie­nen. Sofern Sie das anders sehen und ande­re Sub­stan­zen bzw. Obst, Gemü­se & Süd­früch­te betrach­ten wol­len rufen Sie ein­fach den Link auf und set­zen links alle aus­ge­wähl­ten Pro­duk­te zurück, erset­zen sie durch ihre Wahl und klicken dann auf 'aus­füh­ren' ....

Kaf­fee­kap­seln gehö­ren nach mei­ner Mei­nung umge­hend ver­bo­ten. Das habe ich schon vor Jah­ren zum Beginn die­ser Seu­che von Pad-Maschi­nen ver­tre­ten. Schau­en Sie mal wie deren Umwelt­bi­lanz aus­sieht: Schlecht! Schlech­ter sind nur noch die von mir eben­so ver­ab­scheu­ten Pul­ver­kaf­fee Zube­rei­tun­gen. Wer sowas trinkt kann auch gleich Malz­kaf­fee 'genie­ßen'.


_________ Ein Klick auf das Bild / die Bil­der führt zu einer höhe­ren Auf­lö­sung! _________  ]

bookmark_borderEMERGENCE:
Komplexität, das Leben und das Universum

In den Natur­wis­sen­schaf­ten gilt die Grund­re­gel "Alles so ein­fach wie mög­lich - so kom­plex wie nötig!"
Ande­rer­seits stre­ben Men­schen danach durch die Beob­ach­tun­gen der Welt und des Uni­ver­sums hoch kom­ple­xe Struk­tu­ren zu fin­den die unse­re Exi­stenz erklä­ren könn­ten. Die Alles um uns her­um mit 'Sinn' erfül­len könnten.

Vie­le Jahr­hun­der­te was es das Pri­vi­leg der Reli­gio­nen die Erklä­run­gen zu lie­fern und dem 'gemei­nen Volk' eine Per­spek­ti­ve zu schaf­fen dies­sei­ti­ge Exi­stenz in einer jen­sei­ti­gen Exi­stenz ver­län­gert zu sehen - eine Bot­schaft, die nicht nur in den christ­li­chen oder wei­te­ren abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen vor­han­den ist, son­dern in wech­seln­der Form, grund­sätz­lich mit glei­chem Ziel, in vie­len der Welt­re­li­gio­nen vor­han­den sind. 

Die­se Erklä­rungs­ho­heit bröckelt seit Jahr­hun­der­ten, mit beson­de­rer Beschleu­ni­gung seit dem Zeit­al­ter der Auf­klä­rung. Es hat unzäh­li­ge unschul­di­ge Opfer geko­stet, die von den Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten meist auf grau­sa­me Wei­se zu Tode gebracht wur­den weil sie die Ver­nunft, die Fak­ten zur Erklä­rung her­an­ge­zo­gen haben. Dem hat­ten die­se mäch­ti­gen Orga­ni­sa­tio­nen nie etwas Stich­hal­ti­ges ent­ge­gen­zu­set­zen, wes­we­gen sie sich der 'Ket­zer' durch deren Ver­nich­tung entledigten.

Wer aber denkt, wir sei­en dar­über hin­weg, der muß sich nur ein­mal in Asi­en und im Mitt­le­ren Osten umse­hen um zu erkennen:

Unwis­sen­heit ist der Brut­bo­den für reli­giö­se Ver­blen­dung und Agi­ta­ti­on durch so-genann­te Reli­gi­ons­füh­rer. Die haben, außér ihren Lügen­mär­chen, Ver­trö­stun­gen in die Zukunft und Appel­len an die Duld­sam­keit ihrer Gläu­bi­gen nichts, was einer Fak­ten­prü­fung stand­hal­ten würde.
Es wer­den in die­sem Jahr­hun­dert immer noch Men­schen wegen Blas­phe­mie ver­haf­tet, gequält und ermor­det - und die größ­te Schan­de ist es für mich, daß trotz­dem mit Län­dern in denen das pas­siert Geschäf­te gemacht werden.

Die Wis­sen­schaf­ten sind ent­ge­gen aller Wider­stän­de heu­te nicht mehr so gefähr­det und ver­brei­ten daher ihre Erkennt­nis­se sehr viel frei­er - was dazu führt immer mehr Wis­sen welt­weit zu ver­knüp­fen und schnel­ler neue Erkennt­nis­se zu gewin­nen als es frü­her in der geo­gra­fi­schen Abge­schie­den­heit mög­lich war. Dazu bei­getra­gen haben die rasan­ten Ent­wick­lun­gen der Com­pu­ter­tech­no­lo­gie, die heu­te Rechen­ope­ra­tio­nen ermög­licht wozu man noch vor weni­gen Jah­ren Jahr­hun­der­te und Tau­sen­de von Men­schen gebraucht hätte.

So wur­de es offen­bar wie Kom­ple­xi­tät nicht etwa pro­gram­miert vor­han­den ist, son­dern sich auf ein­fach­ste Grund­la­gen her­un­ter­bre­chen läßt:

Die Ursa­che, der Aus­gangs­punkt für Kom­ple­xi­tät ist meist ein ein­fa­cher Bau­stein, der zusam­men­ge­setzt zu neu­en Eigen­schaf­ten führt, die die­sen vor­her nicht zu eigen waren. Der Fach­be­griff dafür ist "Emer­gence", wört­lich "Her­vor­brin­gung", frei zu Deutsch "spon­ta­ne Orga­ni­sa­ti­on" oder "Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on".

So wird "Leben" als eine spon­ta­ne Orga­ni­sa­ti­on von che­mi­schen Bau­stei­nen erklär­bar, die für sich genom­men die­se Eigenschaft(-en) nicht besit­zen. Bei­spie­le aus Wiki­pe­dia sind:
- Die Ent­ste­hung kom­ple­xer, frak­ta­ler Struk­tu­ren bei der Bil­dung von Schneeflocken;
- Die Her­stel­lung eines Ter­mi­ten­hü­gels der einen Zweck erfüllt und die Funk­ti­on opti­miert, ohne Bauplan.

Wei­te­re Funk­tio­nen die dort genannt wer­den (Aus­wahl):
- Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on [Self-orga­niz­a­ti­on]
- Kol­lek­tiv­ver­hal­ten [Collec­ti­ve behavior]
- Netz­wer­ke [Net­works]
- Evo­lu­ti­on und Anpas­sung [Evo­lu­ti­on and adaptation]

All die­se Erkennt­nis­se lau­fen schluß­end­lich zusam­men und bestä­ti­gen die Ent­wick­lung hin zu immer kom­ple­xe­ren Syste­men deren Bil­dung kei­nen nach­weis­ba­ren Anlaß und kein nach­weis­ba­res Ziel hat. Sol­che Erkennt­nis­se sind natür­lich ver­stö­rend für die mei­sten Men­schen, denen die Reli­gio­nen doch stets ein­ge­trich­tert haben es sei ein Schöp­fer am Werk! Und wie immer in sol­chen Fäl­len kommt es zu (ungläu­bi­ger) Ableh­nung weil das eige­ne Welt­bild zusam­men­bricht und weil es kaum Men­schen gibt denen es gelingt zu ver­ste­hen wie "Nichts um etwas her­um" sein kann.

Die Dis­kus­si­on wogt um das The­ma. Ist es nun doch eine Ziel­rich­tung, ein ziel­ge­rich­te­ter Ver­lauf, wenn sich weni­ger kom­ple­xe Syste­me zu höher kom­ple­xen Syste­men ver­bin­den und die­se mehr kön­nen als die Ein­zel­ele­men­te? Wohin führt eine sol­che Annah­me, wie geht es weiter?
Mir fällt da der Satz mei­nes Pro­fes­sors ein bei dem ich mei­ne Diplom­ar­beit schrieb "Je mehr wir wis­sen desto mehr Fra­gen tür­men sich auf"

Sicher ist der­zeit nur, daß die Bedeu­tung der Reli­gio­nen suk­zes­si­ve wei­ter schrump­fen wird.
So wie es sich der­zeit selbst in erz­kon­ser­va­ti­ven Regio­nen und Län­dern der Welt schon abzeichnet.
Erkennt­nis ist kei­ne Ersatz­re­li­gi­on, sie ist ein Leit­fa­den wie wei­ter gedacht wer­den kann.
Wie Fak­ten das Leben bes­ser machen als Hin­ge­spin­ste, die stets nur einer schma­len Erklär­bär-Min­der­heit Pri­vi­le­gi­en schaf­fen und den Rest der Men­schen zu unmün­di­gen Auto­ma­ten degradieren. 

bookmark_borderHaben Kinder mehr Geschmacksnerven?

Die Fra­ge ist unklar/uneindeutig for­mu­liert, da es nicht ersicht­lich ist was unter "Geschmacks­ner­ven" ver­stan­den wer­den soll. Einer­seits kön­nen damit die Ner­ven­bah­nen in ihrer Gesamt­heit gemeint sein, die 'Geschmack' von den Rezep­to­ren in Mund­schleim­haut, Zun­ge und Rachen zum Gehirn lei­ten. Ande­rer­seits könn­ten damit die Rezep­to­ren selbst gemeint sein, deren Zahl grö­ßer oder klei­ner ist, je nach­dem wann man es (Lebens­al­ter!) untersucht. 

Wei­ter muss in die­sem Fall fest­ge­legt wer­den um wel­che Geschmacks­qua­li­tät es sich han­delt, denn zwi­schen den Zah­len von Rezep­to­ren für süß, sau­er, sal­zig, bit­ter gibt es Unter­schie­de. Das sind die 'gesi­cher­ten' Wahrnehmungen.
Popu­lär­li­te­ra­tur behaup­tet es gäbe außer­dem ".. uma­mi, also herz­haft ..", wei­ter heißt es ".. Eine neue Stu­die aber lie­fert nun den bis­lang stärk­sten Hin­weis auf einen sech­sten Sinn. Auf der mensch­li­chen Zun­ge gibt es Knos­pen, die auf Fett reagie­ren. Man­che Men­schen schei­nen beson­ders sen­si­bel .." [Quel­le] ¹

Eine Grund­la­gen­zu­sam­men­fas­sung zum Geschmacks­sinn fin­det sich in die­ser Dis­ser­ta­ti­on (*.pdf); dort wird schwer­punkt­mä­ßig der ".. Geschmacks­sinn bei Kin­dern, ins­be­son­de­re der die Ent­wick­lung eines Schmeck­tests für Schul­kin­der zwi­schen fünf und sie­ben Jah­ren .." untersucht.

Auf die Behaup­tun­gen in Ter­tiär­ver­öf­fent­li­chun­gen (Bou­le­vard-/ Rat­ge­ber­pres­se) wer­de ich spä­ter noch zurück kom­men³ und klä­ren, was davon zu hal­ten ist.

".. Alle Zel­len des Geschmacks­sinns, ange­fan­gen bei den Sin­nes­zel­len in der Zun­ge bis hin zu den Ner­ven­zel­len in der Groß­hirn­rin­de, reagie­ren auf meh­re­re Reiz­ar­ten. Die Sen­si­bi­li­tä­ten für die ein­zel­nen Stof­fe schei­nen jedoch unter­schied­lich zu sein .." heißt es bei Lern­hel­fer, doch ist das kei­ne beson­de­re Lei­stung des Geschmacks­sin­nes, son­dern eine all­ge­mei­ne Lei­stung des Ner­ven­sy­stems: Sie ken­nen sicher den Schmerz wenn man etwas Hei­ßes ange­fasst hat - und genau so fühlt es sich an wenn man etwas sehr Kal­tes für län­ge­re Zeit fest­hält - 'heiss' und 'kalt' sind also ein Fra­ge der Dau­er der Ein­wir­kung, nicht unbe­dingt der tat­säch­li­chen Tem­pe­ra­tur (wobei die Fol­gen für das Gewe­be selbst­re­dend sehr unter­schied­lich sein werden).

Gehen wir also zunächst ein­mal der Fra­ge nach wel­che die­ser bei­den grund­sätz­lich ver­schie­de­nen Struk­tu­ren gemeint sind. Da bei Kin­dern bis zur Puber­tät die Ner­ven­bah­nen noch nicht kom­plett sind, son­dern mit dem Kör­per wach­sen, kann das nicht der Teil sein, der gemeint ist. Sie sind bei Kin­dern kür­zer und in der Mas­se klei­ner, wes­we­gen also die Geschmacks­ner­ven des Mun­des gemeint sein müssen. 

".. Auf dem Zun­gen­rücken, d.h. der Zun­gen­ober­flä­che, befin­den sich neben klei­nen Erhe­bun­gen, den Papil­len zur Tast­emp­fin­dung auch sol­che zur Geschmacks­wahr­neh­mung. Man unter­schei­det Blät­ter­pa­pil­len sowie pilz­för­mi­ge und wall­för­mi­ge Geschmacks­pa­pil­len. In ihrem Inne­ren lie­gen die Geschmacks­knos­pen. Sie ähneln in ihrer Form Tul­pen­knos­pen, daher auch der Name. Oben, im Bereich der Epi­the­l­ober­flä­che der Zun­ge, wei­sen die Geschmacks­knos­pen ein klei­nes Grüb­chen mit einer Öff­nung auf, den Geschmackspo­rus. In die­sen ragen die Sin­nes­zel­len mit einem so genann­ten Geschmacks­stift­chen hin­ein .." [Quel­le]

Auch hier setzt die Über­le­gung zunächst an der Grö­ße an: Weni­ger Gewe­be deu­tet zunächst ein­mal auf weni­ger Sin­nes­zel­len hin. Doch stimmt das?

Erstens wird hier noch ver­nach­läs­sigt, dass der Geruchs­sinn funk­tio­nie­ren muss um den Geschmacks­sinn voll zu akti­vie­ren. - wenn die Nase ver­stopft ist schmeckt selbst das beste Essen nicht wirk­lich. Da das für Kin­der und Erwach­se­ne gleich­ar­tig im Ergeb­nis ist kön­nen wir es als Ursa­che für einen Unter­schied vernachlässigen.

Zwei­tens steht nicht fest, wel­che der Geschmacks­rich­tun­gen in den Sin­nes­zel­len, die den Reiz auf­neh­men, in wel­cher Zahl, d.h. in wel­chem Ver­hält­nis zuein­an­der und im Ver­gleich zum Erwach­se­nen­al­ter denn tat­säch­lich zu fin­den sind.
Hier nähern wir uns nun dem Kern der Sache und müs­sen Daten, Stu­di­en und Bewei­se fin­den, um die­se Fra­ge zu klären.

".. Ins­ge­samt neh­men Kin­der Geschmäcker erst in viel höhe­rer Kon­zen­tra­ti­on wahr als Erwach­se­ne. Eine euro­pa­wei­te Stu­die zum Ess­ver­hal­ten bei über 400 Kin­dern ergab, dass Drei­jäh­ri­ge eine Zucker­lö­sung erst dann als süß emp­fin­den, wenn sie 8,6 Gramm Zucker ent­hält. Die­se Reiz­schwel­le sinkt mit fort­schrei­ten­dem Alter: 20-jäh­ri­ge Pro­ban­den schmeck­ten bereits rund zwei Gramm den Zucker her­aus .." [Quel­le]

Das klingt doch eher so, als ob Kin­der weni­ger Geschmacks­zel­len hät­ten oder die­se, selbst wenn ihre Zahl abso­lut höher wäre eine gerin­ge­re Emp­find­lich­keit haben und daher Kin­der weni­ger gut schmecken als Erwachsene.
Nun soll man sei­ne Wahr­neh­mung nicht von einer Quel­le allein bestim­men las­sen und wir machen uns auf die Suche nach wei­te­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen zum Thema.

Da wer­den wir fün­dig und lesen fol­gen­den Text ".. Die Sin­nes­or­ga­ne sind zwar von Geburt an funk­ti­ons­tüch­tig, doch die Wahr­neh­mung ist eine Sache der Übung. Sen­so­ri­sche Tests haben gezeigt, dass Kin­der erst nach und nach fei­ne­re Unter­schie­de her­aus­schmecken kön­nen und dass dies kei­ne orga­ni­schen Grün­de hat .." [Quel­le].

Die­se Fest­stel­lung sagt also, es sei­en zwar bei Kin­dern alle ana­to­mi­schen Vor­aus­set­zun­gen gleich, aber das Schmecken sei ein Lern­vor­gang, der erst ent­wickelt wer­den müs­se. Das klingt zumin­dest für mich so, als ob Kin­der nicht bes­ser, son­dern sogar schlech­ter schmecken kön­nen. Wir lesen in die­sem Arti­kel - die Unter­su­chung wur­de mit 400 Kin­dern zwi­schen drei und acht Jah­ren durch­ge­führt - fol­gen­de Zusam­men­fas­sung ".. Mit stei­gen­dem Alter zeig­te sich in den Unter­su­chun­gen eine deut­li­che Abnah­me der unte­ren Reiz­schwel­len. Mit ande­ren Wor­ten: Je älter des Kind/der Jugend­li­che, desto gerin­ger fällt die Kon­zen­tra­ti­on aus, bei der eine Lösung gera­de noch als nicht geschmacks­neu­tral emp­fun­den wird. Die­se so genann­te Reiz­schwel­le sank beson­ders zwi­schen dem ach­ten Lebens­jahr und dem Erwach­se­nen­al­ter stark ab .." [Quel­le]

Das zeigt sehr deut­lich, wo die Unter­schie­de sind und wie sie beur­teilt wer­den müssen:
Erwach­se­ne haben zwar nicht mehr Geschmacks(-sinnes-)zellen, doch sie haben gelernt zu unter­schei­den. Das ist es was Kin­dern noch fehlt: Erfah­rung mit ver­schie­den­sten Geschmacks­trä­gern die nicht die Qua­li­tät 'süß' reprä­sen­tie­ren, für die sie von Geburt an eine extrem hohe Emp­find­lich­keit ab einem bestimm­ten Min­dest­ge­halt der Nah­rung haben.

Ande­rer­seits gibt es Unter­su­chun­gen die zei­gen, dass selbst in höhe­rem Lebens­al­ter noch Ände­run­gen der Nah­rungs­prä­fe­renz für bestimm­te Geschmacks­rich­tun­gen mög­lich sind. Nach­ge­wie­sen wur­de es aller­dings bis­her nur für den Salz­ge­halt der Nahrung:
".. there's some sci­en­ti­fic evi­dence to sup­port this expe­ri­ence. Rese­ar­chers have also inve­sti­ga­ted methods of modi­fy­ing one's food pre­fe­ren­ces so more health­ful foods will be more appe­aling. In gene­ral — and not unex­pec­ted­ly — fla­vor and food pre­fe­ren­ces are more mal­le­ab­le when we're young (inde­ed, in ute­ro), but as adults, we can still work on them .. Several stu­dies have shown that peop­le who mana­ge to fol­low a low-sodium diet for several mon­ths wind up pre­fer­ring lower con­cen­tra­ti­ons of salt in their food. .." [Quel­le].

Doch zurück zu der Fra­ge ob Kin­der mehr Geschmacks(-sinnes-)zellen haben.
".. wenn Ihr Kind unge­fähr 5 Mona­te alt ist, sind die Geschmacks­ner­ven Ihres Babys so weit ent­wickelt, dass es sal­zig erken­nen und auch dar­auf reagie­ren kann .." [Quel­le]
Im glei­chen Bei­trag heißt es wenig spä­ter ".. In die­sem Zeit­raum ist der Geschmacks­sinn Ihres Babys sehr aus­ge­prägt. Tat­säch­lich hat ein Neu­ge­bo­re­nes eine wei­te­re Streu­ung der Geschmacks­ner­ven als ein Erwach­se­ner. Die Geschmacks­knos­pen sind im Mund, Rachen, auf der Zun­ge und auf sei­nen Man­deln zu fin­den ..". Die­se Aus­sa­ge mag dahin­ge­hend inter­pre­tiert wer­den, wie es ein­gangs postu­liert wur­de - jedoch: Es feh­len jeg­li­che Bewei­se!³ Als AutorIn wird ledig­lich ange­ge­ben '.. Geschrie­ben für Baby­Cen­ter Deutsch­land ..' - zwei­fels­oh­ne ist das weni­ger über­zeu­gend als eine wis­sen­schaft­li­che Quelle!

Damit kom­me ich auf die Dis­ser­ta­ti­on zurück, die ich ganz oben bereits erwähnt habe.
Der Zweck die­ser Unter­su­chung wird fol­gen­der­ma­ßen beschrieben:

(S.03) ".. Ziel der Stu­die war es her­aus­zu­fin­den, ob gesun­de Schul­kin­der im Alter zwi­schen fünf und sie­ben Jah­ren in der Lage sind, vier der fünf Grund­ge­schmacks­qua­li­tä­ten, näm­lich sal­zig, sau­er, süß und bit­ter sowie Was­ser rich­tig zu erken­nen und zu benen­nen und wie ihre Ergeb­nis­se im Ver­gleich zu Erwach­se­nen aus­fal­len. Dabei inter­es­sier­ten uns nicht nur die Ergeb­nis­se für die Testung im gan­zen Mund, son­dern auch die Fra­ge, ob bei Kin­dern in die­sem Alter eine regio­na­le Testung auf der Zun­ge mög­lich und sinn­voll ist .."

Zur Ana­to­mie und Phy­sio­lo­gie wird aus­ge­führt (S.25):

".. Das heißt Kin­der haben ins­ge­samt mehr Geschmacks­knos­pen als Erwach­se­ne, was aber kei­ne Rück­schlüs­se auf die Funk­ti­on zulässt. Die Inner­va­ti­on der Papil­len und Knos­pen scheint bei Kin­dern noch nicht so gut aus­ge­bil­det zu sein wie beim Erwach­se­nen (Plat­tig, 1984 aus Gui­nard, 2001) .."

Das Fazit für den Ver­gleich lau­tet (S. 26):

".. Eine Stu­die aus Öster­reich kommt zu dem Ergeb­nis, dass nur 27,3% der zehn- bis drei­zehn­jäh­ri­gen Schul­kin­der in der Lage sind alle der vier gete­ste­ten Geschmacks­qua­li­tä­ten (süß, bit­ter, sal­zig und sau­er) zu erken­nen und rich­tig zu benen­nen. 5,2% der Kin­der erkann­ten drei von vier, 35,8% erkann­ten zwei von vier, 23,6% erkann­ten eine von vier und 8,1% erkann­ten kei­ne der Geschmacks­qua­li­tä­ten. Im Ver­gleich hier­zu lie­fer­ten Erwach­se­ne bes­se­re Ergeb­nis­se. Über 70% der Erwach­se­nen erkann­ten alle Geschmacks­qua­li­tä­ten (Dürr­schmidt et al., 2008 aus Tra­ar, 2009) .."


Wegen der ins­ge­samt vor­ge­leg­ten Stu­di­en­ergeb­nis­se und den Befun­den aus die­ser spe­zi­fi­schen Dis­ser­ta­ti­on zie­he ich den Schluss, dass nicht nach­ge­wie­sen wer­den kann, dass Kin­der bes­ser schmecken kön­nen als Erwach­se­ne, son­dern umge­kehrt Erwach­se­ne bes­ser schmecken kön­nen als Kin­der.
 

 

¹ ".. Wei­te­re Sen­so­ren für Glut­amat ("Uma­mi") gel­ten als gesi­chert, mög­li­cher­wei­se gibt es auch spe­zi­el­le Sen­so­ren für Fet­te .." behaup­tet auch "Lern­hel­fer" - ohne jedoch, genau so wie der Spie­gel, die Quel­len zu nen­nen. Hat da eine Zeit­schrift von der ande­ren abge­schrie­ben und kommt es so, dass sich der­glei­chen "Erkennt­nis­se" ledig­lich dadurch her­vor­he­ben, dass sie so oft wie­der­holt wer­den, dass der Ein­druck ent­steht sie sei­en tat­säch­lich Erkennt­nis­se der Wissenschaft?

² Arlam! Wenn so etwas als Titel eines Arti­kels dasteht habe ich gro­ße Beden­ken was die Qua­li­tät des Inhalts die­ser Ver­öf­fent­li­chung angeht. Im wei­te­ren Ver­lauf des Tex­tes wird jedoch der Ein­druck abge­schwächt und durch wis­sen­schaft­lich ange­mes­se­ne Dar­le­gung aufgehoben. 

³ Aus­sa­gen ohne Bewei­se sind wis­sen­schaft­lich irrele­vant. Wer­den zudem noch quan­ti­ta­tiv mehr gegen­tei­li­ge Quel­len gefun­den, so spricht das dafür, dass in der Popu­lär­li­te­ra­tur eher Mei­nun­gen als Fak­ten ver­brei­tet werden.

Wei­te­re z.T. popu­l­är­me­dia­le Quel­len die das dar­ge­leg­te Fazit unterstützen:
Sin­ne-Spe­cial - Teil 4: Das Schmecken
Appe­tit auf Geschmack; Dipl. oec. troph. Lisa Vogel
→ Aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht umstrit­ten: "orale(s) Mikro­bi­om"Der wis­sen­schaft­li­che Grund, war­um vie­le Kin­der kei­nen Brok­ko­li mögen

bookmark_borderWas bleibt unterm Strich ...?

Vom Gast­ar­bei­ter zum Mit­bür­ger - ein Traum, der nur ver­ein­zelt wahr wur­de!
Dem Herrn blo­ed­bab­bler gewidmet ....


 
Ras­sis­mus / Anti-Rassismus
".. inkon­se­quen­te Anti­ras­si­sten, die fest­ge­fah­re­ne Grup­pen­iden­ti­tä­ten in den Vor­der­grund stel­len statt den ein­zel­nen Men­schen. Ein sol­cher Anti­ras­sis­mus habe näm­lich "das Poten­zi­al, die Gesell­schaft auf ähn­li­che Wei­se zu spal­ten wie der Ras­sis­mus selbst. Weil es eben nicht um die Men­schen geht, son­dern um die Attri­bu­te, die man ihnen zuschreibt." Den Ras­sis­mus, erklärt Abdel-Samad, bekämp­fe man daher am besten durch das Lösen star­rer Loya­li­tä­ten und .. über­kom­me­nen Iden­ti­täts­scha­blo­nen, die wir alle mit uns her­um­schlep­pen. An deren Stel­le sol­le eine welt­of­fe­ne Kul­tur des Plu­ra­lis­mus tre­ten, "die sich natür­lich ent­wickelt, nicht aber durch ideo­lo­gi­sches Social Engi­nee­ring einer Iden­ti­täts­po­li­tik, die nur zu noch mehr Spal­tung führt". Die Öff­nung von kol­lek­ti­ven Iden­ti­tä­ten sieht Abdel-Samad nicht zuletzt auch als Vor­aus­set­zung für eine gelun­ge­ne Integrationspolitik .." 

    [aus: "Hamed Abdel-Samad: Wege aus der Iden­ti­täts­fal­le"]

 

 
Nicht alles, was sich wie Ras­sis­mus anhört ist auch Ras­sis­mus. Das vor­weg geschickt will ich hier kei­ne Vor­ur­tei­le fort­füh­ren oder Men­schen, egal woher sie kom­men, irgend­wie wer­ten oder in Schub­la­den stecken.

Zu einer gründ­li­chen Betrach­tung der Bilanz nach mehr als 60 Jah­ren Ein­wan­de­rung, die von den Par­tei­en der bestehen­den Koali­ti­on und eini­gen ande­ren, die nur noch außer­par­la­men­ta­risch ver­tre­ten sind, stets abwei­chend beti­telt wur­de, gehört aller­dings Din­ge beim Namen zu nen­nen und bit­te­re Wahr­hei­ten auszusprechen.

Vie­le Län­der der heu­ti­gen EU began­nen mit einer Ein­wan­de­rungs­po­li­tik ohne die lang­fri­sti­gen Fol­gen zu über­den­ken, und schon gar nicht zu über­wa­chen. Ein­wan­de­rung wur­de als unver­zicht­ba­re Reak­ti­on auf den Arbeits­kräf­te­man­gel ange­se­hen. War das zunächst noch von der Bevöl­ke­rung akzep­tiert, da die "Gast­ar­bei­ter" aus Län­dern kamen, die eine zu Deutsch­land ver­gleich­ba­re Geschich­te und Lebens­art hat­ten, wenig­stens aus christ­lich struk­tu­rier­ten Gesell­schaf­ten stamm­ten, sodass sie sich nur in Klei­nig­kei­ten, wie etwa den Zuta­ten ihrer Haupt­ge­rich­te unter­schie­den. Es dau­er­te aller­dings nicht lan­ge, bis die Stim­mung sich wandelte.

Das änder­te sich grund­le­gend und ohne ent­spre­chen­de Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men durch den Staat als tür­ki­sche Gast­ar­bei­ter in Deutsch­land ein­wan­der­ten, von denen ange­nom­men wur­de, sie wür­den wahr­schein­lich wegen der gesell­schaft­lich und reli­gi­ös so sehr ver­schie­de­nen Auf­fas­sun­gen und fami­liä­rer Lebens­ent­wür­fe, irgend­wann mit ihrem erar­bei­te­ten Ren­ten­an­spruch im Ruhe­stand nach Hau­se zurück­keh­ren wol­len. Die Ent­wick­lung seit­dem stellt sich dem­ge­gen­über kom­plett anders als in die­sen Vor­her­sa­gen ange­nom­men dar.


Das rosi­ge Bild, was ins­be­son­de­re die Lin­ken manch­mal schwär­me­risch ver­brei­ten, ist dabei genau­so falsch, wie der Gegen­ent­wurf der Rech­ten, die ihre Iden­ti­tät aus der Abwer­tung von Ein­wan­de­rern bezie­hen, die sie für 'min­der­wer­tig' hal­ten um sich selbst aufzuwerten. 

 

Die Ver­klä­rung und Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on des­sen, was mit Ein­wan­de­rungs­po­li­tik bzw. Inte­gra­ti­ons­po­li­tik zu errei­chen ist und wie Ein­wan­de­rung die Gesell­schaft des Gast­lan­des berei­chern soll, ist hin­ge­gen ein 'Wohl­fühl­ele­ment' der Lin­ken, die sich dadurch zu bes­se­ren, weil aus­ge­spro­chen altru­isti­schen Men­schen erklä­ren können.

Was fehlt ist eine nüch­ter­ne Fest­stel­lung von Tat­sa­chen, die nicht ver­schweigt, dass aus frem­dem sozio­lo­gi­schen Gefü­ge kom­men­de Men­schen anders geprägt sind und daher einen lan­gen Pro­zess der Ände­rung von Grund­auf­fas­sun­gen vor sich haben, den Vie­le schaf­fen. Vie­le ande­re nie schaf­fen wer­den, weil sie es im Extrem ein­fach nicht wol­len. Da liegt zwar der Wunsch vor im Gast­land zu leben und des­sen Annehm­lich­kei­ten, vor allem die sicher ver­füg­ba­ren sozia­len Lei­stun­gen (im Ver­gleich zum Her­kunfts­land), für die die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung mit ihren Steu­ern zahlt in Anspruch¹ zu neh­men, anson­sten aber so wei­ter zu leben, zu den­ken und sich zu ver­hal­ten wie sie es zuvor gewohnt waren. Ja sogar häu­fig die Lebens­wei­se im 'Gast­land' ver­ächt­lich zu machen, sich damit zu brü­sten wie leicht man den Deut­schen Geld aus der Tasche zie­hen kann.

Wie sich am Bei­spiel der tür­ki­schen Ein­wan­de­rer gezeigt hat ver­lau­fen die Ent­wick­lun­gen völ­lig ver­schie­den zum 'gewünsch­ten' Inte­gra­ti­ons­ge­sche­hen, je nach­dem wel­che sozio­lo­gi­sche Grup­pe die­ser Natio­na­li­tät man betrach­tet. Aus jah­re­lan­ger Beob­ach­tung sind vier Grup­pen grob zu unter­schei­den. Tür­ken mit und ohne Bin­dung an den Islam, Kur­den mit oder ohne reli­giö­se Bin­dung. Es scheint, als ob es zwi­schen die­sen Grup­pen ein Gefäl­le gibt, das die Wahr­schein­lich­keit einer Ein­glie­de­rung in die hie­si­ge Gesell­schaft mehr oder weni­ger wahr­schein­lich macht, und zwar von "wenig wahr­schein­lich" zu "sehr wahrscheinlich":
Streng reli­giö­se Tür­ken, mili­tan­te Kur­den², wenig bis über­haupt nicht reli­giö­se Tür­ken, wenig bis über­haupt nicht reli­giö­se Kurden.

Das Bild wird durch die letz­te Ein­wan­de­rungs­wel­le der Jah­re 2015 (mitt­ler­wei­le zah­len­mä­ßig stark abge­schwächt) bis heu­te noch ver­kom­pli­ziert, denn trotz grund­le­gend glei­cher Reli­gi­ons­ba­sis im Islam ist doch die prak­ti­sche Lebens­füh­rung und damit zusam­men­hän­gen­de Kul­tur der ver­schie­de­nen Eth­ni­en breit gestreut. Die "typi­schen" Ein­wan­de­rer gibt es nicht, wes­we­gen der Ver­such Alle mit den glei­chen Regeln und Maß­nah­men ein­zu­glie­dern schon im Ansatz zum Schei­tern ver­ur­teilt ist. Das ist zugleich ein wesent­li­cher Gesichts­punkt der die Fra­ge auf­wirft, ob wir denn in den nord­west­eu­ro­päi­schen Län­dern über­haupt ein Kon­zept für eine sol­che Inte­gra­ti­on ent­wickeln kön­nen, das die­ser Sach­la­ge gerecht wer­den könnte.

Wovon das Wohl­erge­hen Ein­ge­wan­der­ter abhängt ist an der Art ihrer Beschäf­ti­gung, ihrer reli­giö­sen Bin­dung und ihrer Bereit­wil­lig­keit, sich dem neu­en gesell­schaft­li­chen Gefü­ge anzu­pas­sen fest zu machen. Wesent­lich­stes Ele­ment ist die Fähig­keit sich in der Lan­des­spra­che zu unter­hal­ten, und zwar nicht nur eines Fami­li­en­mit­glie­des, son­dern aller Fami­li­en­mit­glie­der glei­cher­ma­ßen. Ohne Sprach­kennt­nis­se ist jeder Ver­such einer Inte­gra­ti­on zum Schei­tern verurteilt.

Die The­se, es wer­de durch die Arbeit der Zuge­wan­der­ten in die Sozi­al­sy­ste­me ein­ge­zahlt ist zwar kor­rekt, doch hält man dage­gen die Kosten, die eine sol­che Fami­lie ver­ur­sacht, so wird die Bilanz schnell nega­tiv. Dies ins­be­son­de­re, wenn Arbei­ten ver­rich­tet wer­den, die im unte­ren Bereich der Lohn­ska­la ange­sie­delt sind:

- Hier wer­den Antei­le am sozia­len Gefü­ge nur bedingt ein- aber oft in gro­ßem Umfang aus­ge­zahlt. Etwa Kin­der­geld, Wohn­geld, Kran­ken­ver­si­che­rungs­lei­stun­gen und Betreu­ung in Kin­der­gar­ten und Schu­len. In den Schu­len müs­sen für ein­ge­wan­der­te Kin­der erheb­lich höhe­rer Auf­wand und eine schwer auf­zu­ho­len­de Distanz zu alters­glei­chen Kin­dern aus hei­mi­scher Bevöl­ke­rung ange­nom­men wer­den, wofür es zahl­rei­che Bele­ge aus den Schul­ver­wal­tun­gen gibt.

- Die sprach­li­chen und kul­tu­rel­len Unter­schie­de füh­ren schnell zu einer Über­for­de­rung der übli­chen Struk­tu­ren - und obwohl die Schul­ver­wal­tun­gen das erkannt haben und abzu­stel­len ver­su­chen bleibt stets der Satz "Gut gewollt ist nicht gleich gut gemacht!" aktu­ell, weil sich das Bild vom Ver­wal­tungs­schreib­tisch aus oft in wirk­lich­keits­frem­de Akti­on ergiesst, die am Man­gel nichts ändert, son­dern sogar wei­te­re Stö­run­gen her­vor­ru­fen kann. 

Was bis­her erör­tert wur­de gilt für die erste Genera­ti­on. Die Bilanz für die zwei­te und wei­te­re Genera­tio­nen derer, die sich aus ver­schie­den­sten Grün­den nicht ein­glie­dern wol­len oder es man­gels intel­lek­tu­el­ler Fähig­kei­ten schlicht­weg nicht kön­nen, sieht beson­ders schlimm aus:

Die Kin­der ler­nen ein Rol­len­ver­ständ­nis, das von dem unse­ren extrem abwei­chen kann. Etwa, was die Rol­le der Frau angeht. Wenn Jun­gen unge­bremst die Macho­al­lü­ren aus­le­ben dür­fen, wäh­rend Mäd­chen in die­nen­de, unter­wür­fi­ge Rol­len gedrängt wer­den, kann das nicht gut gehen. Die so zu klei­nen männ­li­chen Tyran­nen erzo­ge­nen Kna­ben, durch den Islam bestärkt alle Anders­gläu­bi­gen und Ungläu­bi­gen sei­en min­der­wer­ti­ge Krea­tu­ren, beneh­men sich auch Per­so­nen außer­halb ihres Kul­tur­krei­ses, gegen­über so, wie sie es gelernt haben: 

Über­heb­lich, auf­müp­fig, frech, ver­ächt­lich - oder eine Kom­bi­na­ti­on davon. 


Die Über­be­to­nung männ­li­cher Pri­vi­le­gi­en schafft eine Schicht von Her­an­wach­sen­den, die kei­ne Gren­zen mehr akzep­tiert und sich schon dadurch von der Kern­be­völ­ke­rung ganz wesent­lich unter­schei­det, sich auch bewusst abhebt und schließ­lich nicht mehr ein­glie­dern und anpas­sen will.

 

Dem ste­hen dia­me­tral ande­re Grup­pen gegen­über, die sich 'ein­glie­dern', indem sie als 'deut­sche Tugen­den' beschrie­be­ne Ver­hal­tens­wei­sen über­neh­men, ja manch­mal sogar über­kom­pen­sie­ren, indem sie die­se Ver­hal­tens­mu­ster aus­ge­präg­ter zei­gen als Geburts­deut­sche. Men­schen aus die­ser Grup­pe, nicht nur Kin­der und Jugend­li­che, son­dern ins­be­son­de­re ihre Eltern, dür­fen gleich­wohl als die "Erfolg­rei­chen" ange­se­hen wer­den, denen eine naht­lo­se Inte­gra­ti­on in weni­gen Jah­ren gelingt und wei­ter­hin, in Fol­ge­ge­nera­tio­nen, gelin­gen wird. Es zeich­net sich deut­lich ab, dass zwi­schen den Extre­men die Unter­schie­de zwei wesent­li­che Ursa­chen haben:

Reli­gi­on und Intellekt.

"Alle Deut­schen sind Über­flie­ger und kön­nen alles errei­chen" - das ist ein immer noch vor­han­de­ner Trug­schluss der zum Wohl der Gesell­schaft ins­ge­samt ein­mal demon­tiert und offen kom­mu­ni­ziert wer­den soll­te - und das gilt ver­gleichs­wei­se natür­lich für Men­schen aus ande­ren Kul­tur­krei­sen und Lebens­ver­hält­nis­sen. Wenn aber (bei­spiels­wei­se) tür­ki­sche Frau­en so an das Haus gebun­den sind, dass sie trotz Jahr­zehn­te lan­ger Anwe­sen­heit in Deutsch­land immer noch nicht die Spra­che beherr­schen, so deu­tet das auf Absicht oder Gleich­gül­tig­keit hin, die nicht akzep­tiert wer­den kann, wenn man die Errun­gen­schaf­ten der moder­nen Gesell­schaft nicht ad absur­dum füh­ren will.
[Die vor­ge­nann­ten tür­ki­schen Frau­en könn­ten sicher bes­ser leben und mehr tun als in dem engen Gefü­ge in das sie der reli­giö­se Wahn ein­bin­det, nur damit die obi­ge Anmer­kung nicht miss­ver­stan­den wird.]

Um auf eine posi­ti­ve Note zu enden will ich noch von einer syri­schen Fami­lie berich­ten, die aus mei­ner Sicht ein Para­de­bei­spiel für gelun­ge­ne Inte­gra­ti­on ist:
Vater, Mut­ter und drei Söh­ne sind geflo­hen. Alle haben inner­halb von zwei Jah­ren Deutsch gelernt. Die drei Kna­ben besu­chen alle das Gym­na­si­um mit gro­ßem Erfolg. Die Mut­ter, von Beruf Apo­the­ke­rin, hat nicht gewar­tet bis sie in ihrem Beruf etwas fand und hat statt­des­sen in einer Schu­le in der 'Über­mit­tags­be­treu­ung' Arbeit gefun­den. Der Vater, Elek­tro­in­ge­nieur von Beruf, hat eine Fort­bil­dung zu moder­nen CAD-Syste­men & Pro­gram­men gemacht, war ein­ein­halb Jah­re als 'Prak­ti­kant' bei einem Unter­neh­men um die Arbeits­welt ken­nen zu ler­nen, und wur­de dann in ein Fest­an­stel­lungs­ver­hält­nis übernommen.
Nach fünf Jah­ren ist die­se Fami­lie voll inte­griert, sie trägt ihre Kosten selbst und die Söh­ne wer­den alle­samt in höhe­ren Beru­fen wesent­lich zu den Staats­fi­nan­zen bei­tra­gen - wodurch sie mehr ein­zah­len als sie frü­her an Kosten ver­ur­sacht haben.

¹
".. Die Zuwan­de­rung aus nicht-west­li­chen Regio­nen ist in der Regel ungün­stig für die öffent­li­chen Finan­zen. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Her­kunfts­ge­bie­te Kari­bik, West­asi­en, Tür­kei und Nord-, Zen­tral- und West­afri­ka mit Net­to­ko­sten von 200.000 € bis 400.000 € pro Ein­wan­de­rer sowie Marok­ko, Horn von Afri­ka und Sudan mit Net­to­ko­sten von 550.000 € auf 600.000 € pro Ein­wan­de­rer. Zum Ver­gleich: Ein durch­schnitt­li­cher Nie­der­län­der ist in sei­nem Leben unge­fähr „bud­get­neu­tral“.
Aus allen Migra­ti­ons­mo­ti­ven schei­nen west­li­che Ein­wan­de­rer „bes­ser abzu­schnei­den“ als nicht-west­li­che Ein­wan­de­rer. Die Dif­fe­renz beträgt ca. 125.000 € für Arbeits- und Stu­di­en­mi­gran­ten und 250.000 € für Asyl- und Familienmigranten.
Für sich genom­men schei­nen nur zwei Kate­go­rien für die öffent­li­chen Finan­zen der Nie­der­lan­de gün­stig zu sein; Arbeits­mi­gra­ti­on aus west­li­chen Län­dern (außer mit­tel- und ost­eu­ro­päi­schen Län­dern), Asi­en (außer Mitt­le­rer Osten) und Latein­ame­ri­ka sowie Stu­di­en­mi­gra­ti­on aus der EU. Alle ande­ren For­men der Zuwan­de­rung sind besten­falls haus­halts­neu­tral oder haben erheb­li­che nega­ti­ve fis­ka­li­sche Auswirkungen .. "
['..As regards the net con­tri­bu­ti­on of immi­grants to public finan­ces, the­re are sub­stan­ti­al dif­fe­ren­ces be-
tween groups with dif­fe­rent migra­ti­on moti­ves as regi­stered by the Dut­ch Immi­gra­ti­on and Naturali-
sati­on Ser­vice (IND). Only labour migra­ti­on gene­ra­tes a posi­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of, on average,
€125,000 per immi­grant. Stu­dy migra­ti­on shows, on average, a nega­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of
€75,000. Fami­ly migra­ti­on shows, on average, a nega­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of about €275,000 per im-
migrant. Asyl­um migra­ti­on shows a nega­ti­ve figu­re as well, amoun­ting to an average of €475,000 per
immigrant.
The­re are also con­si­derable dif­fe­ren­ces by regi­on of ori­gin. On average, Western immi­grants make a
posi­ti­ve con­tri­bu­ti­on of €25,000, while non-western immi­grants cost near­ly €275,000. Wit­hin the cat-
ego­ries Western and non-Western the­re is, howe­ver, much varia­ti­on..'
ebda.]
„Der gren­zen­lo­se Wohl­fahrts­staat“ Jan van de Beek, Hans Roo­den­burg, Joop Har­tog und Ger­rit Kref­fer, 2021, Amster­dam School of Eco­no­mics. [Link: Gren­zel­o­ze Verz­or­gings­staat]

²
".. Die Kur­di­sche Arbei­ter­par­tei PKK tritt heu­te bei ihrem Kampf für die Rech­te der Kur­den am mili­tan­te­sten auf, auch wenn sie mili­tä­risch kaum Chan­cen gegen die tür­ki­sche Armee hat. Spek­ta­ku­lä­re Aktio­nen bis hin zu Selbst­ver­bren­nun­gen und ter­ro­ri­sti­schen Anschlä­gen mar­kie­ren über Jahr­zehn­te die Poli­tik der PKK .." - so eine 'offi­zi­el­le' Dar­stel­lung im ZDF, die ich mir nicht zu eigen mache.

bookmark_borderWissenschaftliche Fortentwicklung am Beispiel der Ausscheidungsfunktion bei Insekten

Heu­te, lie­be Lesen­de, möch­te ich Sie ein­mal an die Gren­zen des­sen füh­ren, was man als "Letz­ten Stand der wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis" bezeich­nen kann. Die­ses (bebil­der­te und daher recht über­sicht­li­che) Bei­spiel [Quel­le / aus: Tra­cing the evo­lu­tio­na­ry ori­gins of insect renal func­tion (PDF)] stellt meh­re­re Insek­ten­ar­ten gegen­über, bei denen mit einer neu ent­wickel­ten Metho­de spe­zi­fi­sche Neu­ro­trans­mit­ter unter­sucht wur­den. Neu­ro­trans­mit­ter sind che­mi­sche Sub­stan­zen, die eine Infor­ma­ti­on zwi­schen Zel­len über­tra­gen und zwar spe­zi­fisch, was bedeu­tet: Sie sind nur bei die­sem defi­nier­ten Pro­zess wirksam.

In der Arbeit die­ser Grup­pe von Wis­sen­schaft­lern wird her­aus­ge­stellt, wie sich die Aus­schei­dungs­funk­ti­on der ver­schie­de­nen Insek­ten­ar­ten unter­schei­det, wie sie im Lau­fe der Evo­lu­ti­on gewan­delt wur­de und von eini­gen Arten wie­der auf­ge­ge­ben ist. Es soll nicht auf Ein­zel­hei­ten näher ein­ge­gan­gen wer­den, son­dern ledig­lich gezeigt wer­den, wel­che Tie­fe in eini­gen Wis­sen­schafts­zwei­gen erreicht wur­de - die schie­re Fül­le der in den letz­ten Jahr­zehn­ten erforsch­ten Mecha­nis­men der beleb­ten Umwelt ist überwältigend.

Die­ses Bei­spiel bie­tet zugleich die Gele­gen­heit Ihnen zu erklä­ren wie sehr sich das Wis­sen in die­ser Zeit­span­ne ver­än­dert hat. Als ich 1970 mit dem Bio­lo­gie­stu­di­um begann gab es das Fach "Bio­che­mie" nur als Teil­ge­biet der Pflan­zen- und Tier­phy­sio­lo­gie. Erste Ansät­ze die Struk­tur der Erb­infor­ma­ti­on, und der von ihr gesteu­er­ten Stoff­wech­sel­pro­zes­se, ver­tieft zu beschrei­ben war zu die­ser Zeit ein Spe­zi­al­ge­biet, auf dem sich nur weni­ge Wis­sen­schaft­ler aus­kann­ten und eine noch klei­ne Zahl von ihnen aktiv For­schung betrieben. 

Wat­son und Crick hat­ten den Anstoß zu einer völ­lig neu­en For­schungs­rich­tung gege­ben, als sie 1953 die Struk­tur der Dop­pel­he­lix beschrie­ben, die alle nöti­gen Infor­ma­tio­nen für den Auf­bau von leben­den Wesen auf unse­rem Pla­ne­ten beinhaltet.
Das war aller­dings zu mei­ner Stu­di­en­zeit (1970 -'77) noch nicht Gegen­stand der Aus­bil­dung von Biologen.

Um den Rie­sen­sprung vor­wärts bes­ser zu beschrei­ben möch­te ich eine Ana­lo­gie aus dem täg­li­chen Leben wäh­len und zu ver­deut­li­chen, wel­chen enor­men Fort­schritt die hier vor­ge­stell­te Unter­su­chung bedeutet:

Stel­len Sie sich die Signal­ge­bung der India­ner mit Rauch­zei­chen als Beginn der Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie vor - und dann stel­len Sie dem die Tech­nik eines Mobil­te­le­fo­nes der neue­ren Genera­ti­on gegen­über! Von einer Decke, die den Rauch in ein­zel­ne Wol­ken teil­te, zu Minia­tur­schalt­krei­sen, die aus so klei­nen Bau­ele­men­ten bestehen, dass man sie ohne tech­ni­sche Unter­stüt­zung nicht mehr erken­nen kann. 


Soll­ten Sie nun nach dem Nut­zen sol­cher Erkennt­nis­se fra­gen - eine oft gestell­te Fra­ge, weil For­schung natür­lich Geld kostet, und das muss irgend­wo­her kom­men - nur soviel:
Wenn man an nie­de­ren Tie­ren Erkennt­nis­se gewon­nen hat ver­fei­ner­te man so die Metho­den sol­che Ergeb­nis­se zu errei­chen. Das "Werk­zeug" um die­se For­schung zu betrei­ben wird also erprobt, und steht dann für Unter­su­chun­gen auch an höhe­ren Orga­nis­men zur Verfügung.

[Wobei ich noch anmer­ken will, dass es bei der For­schung stets zuerst um einen Erkennt­nis­ge­winn geht - die Fra­ge nach dem Nut­zen stel­len Men­schen, denen die Freu­de an rei­ner "Erkennt­nis", also letzt­lich dem Gewinn an Wis­sen, durch das kapi­ta­li­sti­sche System 'aberzo­gen' wor­den ist.]
 

 

 

Bild­text:[Phy­lo­ge­ne­tic dis­tri­bu­ti­on of the two-cell-type model for insect renal func­tion. Con­sen­sus insect phy­lo­ge­ny of the insect spe­ci­es used in our stu­dy with super­im­po­sed cha­rac­ter matrix. A full green cir­cle deno­tes apo­si­ti­ve, while a full red cir­cle indi­ca­tes a nega­ti­ve, for each cate­go­ry for each spe­ci­es. By con­trast, a half green or red cir­cle indi­ca­tes that, for at least one mem­ber of that insect group, a posi­ti­ve or nega­ti­ve has been expe­ri­ment­al­ly con­fir­med. A grey cir­cle implies that data is not avail­ab­le. A colou­red tri­ang­le indi­ca­tes a key event in the evo­lu­ti­on of insect renal func­tion and control:
Green tri­ang­le, SCs aro­se; blue tri­ang­le, SCs adop­ted kinin signal­ling; pur­p­le tri­ang­le, kinin-signal­ling secon­da­ry lost. The phy­lo­ge­ne­tic rela­ti­ons­hips and error bars reflec­ting 95% con­fi­dence inter­vals of the esti­ma­ted diver­gence times for the bran­ching nodes were adop­ted from refs 32,46,63,64.]

Über­set­zung des *abstracts*:
Ver­fol­gung der evo­lu­tio­nä­ren Ursprün­ge der Nie­ren­funk­ti­on bei Insekten

Ken­neth A. Hal­berg 1,2, Selim Terhzaz 1, Pablo Cabre­ro 1, Shireen A. Davies 1 und Juli­an A.T. Dow 1

Das Wis­sen über Neuro­pep­tid­re­zep­tor­sy­ste­me ist ein wesent­li­cher Bestand­teil des Ver­ständ­nis­ses der Tierphysiologie.

Es ist jedoch pro­ble­ma­tisch, einen all­ge­mei­nen Ein­blick in die Neuro­pep­tid­si­gna­li­sie­rung in einer Grup­pe zu erhal­ten, die so bio­lo­gisch viel­fäl­tig ist wie die der Insek­ten. Hier wen­den wir fluo­res­zie­ren­de Ana­loga von drei wich­ti­gen Insek­ten-Neuro­pep­tiden an, um die Archi­tek­tur des Nie­ren­ge­we­bes über syste­ma­tisch aus­ge­wähl­te Ver­tre­ter der wich­tig­sten Insek­ten­ord­nun­gen hin­weg abzu­bil­den und einen bei­spiel­lo­sen Über­blick über die Nie­ren­funk­ti­on und -kon­trol­le von Insek­ten zu erhalten.

Bei endop­te­ry­go­ten Insek­ten wie Dro­so­phi­la emp­fan­gen zwei unter­schied­li­che trans­por­tie­ren­de Zell­ty­pen sepa­ra­te Neuro­pep­tid­si­gna­le, wäh­rend bei den ange­stamm­ten Exop­te­ry­go­ten ein ein­zel­ner all­ge­mei­ner Zell­typ alle Signa­le vermittelt.

Inter­es­san­ter­wei­se haben die Coleop­te­ra (Käfer) der größ­ten Insek­ten­ord­nung einen ein­zig­ar­ti­gen Ansatz ent­wickelt, bei dem nur ein klei­ner Teil der Zel­len Zie­le für die Neuro­pep­tid­wir­kung sind. Unse­re Ergeb­nis­se zei­gen nicht nur einen uni­ver­sel­len Nut­zen die­ser Tech­no­lo­gie, son­dern zei­gen auch eine all­ge­mei­ne Signal­über­tra­gung durch die evo­lu­tio­när alten Neuro­pep­tid­fa­mi­li­en, sowie eine kla­re funk­tio­nel­le Tren­nung der Zell­ty­pen, die das Signal vermitteln.

Ori­gi­nal­text:
Tra­cing the evo­lu­tio­na­ry ori­gins of insect renal function

Ken­neth A. Hal­berg 1,2 , Selim Terhzaz 1 , Pablo Cabre­ro 1 , Shireen A. Davies 1 & Juli­an A.T. Dow 1

Know­ledge on neuro­pep­ti­de recep­tor systems is inte­gral to under­stan­ding ani­mal physiology.

Yet, obtai­ning gene­ral insight into neuro­pep­ti­de signal­ling in a cla­de as bio­di­ver­se as the insects is pro­ble­ma­tic. Here we app­ly fluo­re­scent ana­lo­gues of three key insect neuro­pep­ti­des to map renal tissue archi­tec­tu­re across syste­ma­ti­cal­ly cho­sen repre­sen­ta­ti­ves of the major insect Orders, to pro­vi­de an unpre­ce­den­ted over­view of insect renal func­tion and control.

In endop­te­ry­go­te insects, such as Dro­so­phi­la, two distinct trans­porting cell types recei­ve sepa­ra­te neuro­pep­ti­de signals, whe­re­as in the ance­stral exop­te­ry­go­tes, a sin­gle, gene­ral cell type media­tes all signals. 

Intri­guin­gly, the lar­gest insect Order Coleop­te­ra (beet­les) has evol­ved a uni­que approach, in which only a small frac­tion of cells are tar­gets for neuro­pep­ti­de action. In addi­ti­on to demon­stra­ting a uni­ver­sal uti­li­ty of this tech­no­lo­gy, our results reve­al not only a gene­ra­li­ty of signal­ling by the evo­lu­tio­na­ri­ly anci­ent neuro­pep­ti­de fami­lies but also a clear func­tio­n­al sepa­ra­ti­on of the types of cells that media­te the signal.


 

 

bookmark_borderEmpfehlung

Wie sich Coro­na aus­brei­tet - Animationen.

Klicken Sie auf die nach­fol­gen­den Linkadressen
um sich die­se wirk­lich tol­len Ani­ma­tio­nen anzusehen

https://english.elpais.com/society/2020-10-28/a-room-a-bar-and-a-class-how-the-coronavirus-is-spread-through-the-air.html

https://english.elpais.com/society/2020-10-30/the-k-factor-why-it-matters-where-we-are-infected-with-the-coronavirus.html?rel=listapoyo

bookmark_borderDer Mensch ist nur 'bedingt' ein Raubtier ..?! 
Überlegungen zur wissenschaftlichen Einschätzung dieser Aussage

 
Zu der Betrach­tung eines Dia­logs in Kom­men­ta­ren zur Fra­ge der Zuläs­sig­keit des Ver­zehrs von tie­ri­schen Pro­duk­ten durch den Menschen
[ → "Wenn Ali­ens unse­re Babys essen".]

Aus­gangs­punkt des Arti­kels ist die reli­giö­se Auf­for­de­rung "Macht euch die Erde unter­tan!" - was in den letz­ten 150 Jah­ren zur fast völ­li­gen Erschöp­fung der natür­li­chen Res­sour­cen geführt hat und gleich­zei­tig den Lebens­raum für Tie­re und Pflan­zen so ein­eng­te, dass sie zu Tau­sen­den untergingen.

In den Kom­men­ta­ren war fol­gen­der Dia­log zu fin­den, den ich zum Aus­gangs­punkt ver­schie­de­ner Über­le­gun­gen neh­men will:

1. Wel­che Grund­hal­tung von A.S. und B.W. läßt sich aus den Äuße­run­gen herleiten? 

2. Sind die Argu­men­te empi­risch belegbar? 

3. Wel­che Argu­men­te sind plau­si­bel, wel­che absurd? 

4. Blei­ben die Kom­men­ta­to­ren beim Thema? 

5. Blei­ben die Kom­men­ta­to­ren bei logisch nach­voll­zieh­ba­ren Gedanken? 

Der Dia­log:

Zu 1.
Für A.S. ist der Mensch ein Raub­tier, das durch Umstän­de - wel­cher Art wird nicht näher aus­ge­führt - sei­ne gewalt­tä­ti­ge Natur gebän­digt hat. Sei­ne Betrach­tung unter­stellt, dass der Geist den Kör­per beherrscht, jedoch zu Zei­ten die Unter­drückung nicht mehr funk­tio­niert und sich dann Bahn bricht und die Sper­re wegfegt. 

B.W. hin­ge­gen ver­weist mit­tels der Betrach­tung der ana­to­mi­schen Gege­ben­heit dar­auf, dass der Mensch kei­nes­wegs 'Raub­tier' sei. Es sei auch nicht - wie behaup­tet wer­de -"Kro­ne der Schöp­fung". Dies wie­der­um ist ein Hin­weis dar­auf, dass B.W. 'Schöp­fung' als Ursa­che für die Unzu­läng­lich­keit der Men­schen ablehnt, da er sie in ande­ren Spe­zi­es viel aus­ge­präg­ter zu sehen angibt.

Zu 2.
Mög­li­cher­wei­se schon, aller­dings nimmt kei­ner der Kom­men­ta­to­ren eine sol­che Ein­schät­zung vor.

Zu 3.
Die von A.S. vor­ge­tra­ge­ne War­nung zur Vor­sicht ist aus all­ge­mei­ner Lebens­er­fah­rung nach­voll­zieh­bar und stellt inso­weit ledig­lich fest, was Vie­len bekannt sein dürf­te und unstrit­tig ist.
Dem­ge­gen­über ist der Hin­weis von B.W. auf das man­geln­de *Tötungs­werk­zeug* eini­ger Raub­tie­re, der Reiß­zäh­ne, kei­nes­wegs dien­lich, da 'töten' auch ohne die­se erfol­gen kann - inso­weit han­delt es sich um eine rhe­to­ri­sche Fin­te, die als absur­de Argu­men­ta­ti­on gel­ten muss. Hin­ge­gen ist der Hin­weis auf grö­ße­re Schön­heit nach­voll­zieh­bar - aller­dings nicht beweis­bar, da die Para­me­ter für den Begriff "Schön­heit" oder den eben­falls gebrauch­ten Begriff "Tugend(-en)" nicht benannt wer­den und inter­in­di­vi­du­ell variieren. 

Zu 4.
Ja, bei Beiden.

Zu 5.
Nein, Bei­de stüt­zen ihre Hin­wei­se und Argu­men­te auf eige­ne Beob­ach­tun­gen und dar­aus gefol­ger­te Ergeb­nis­se. Der Unter­schied ist ledig­lich der Blickwinkel:
A.S. hält einen Über­ra­schungs­ef­fekt für jeder­zeit denk­bar; B.W. hin­ge­gen sieht aus den ana­to­mi­schen Struk­tu­ren her­rüh­ren­de Defi­zi­te für eine raub­tier­ar­ti­ge Ent­glei­sung und ord­net das "Fleisch essen" als eine man­geln­de Reflek­ti­on der Lebens­um­stän­de auf dem Pla­ne­ten durch Men­schen zu. Er hält sie für genuss­be­ton­te, wenig über­le­gen­de Feh­ler der Natur.

Begriffsbestimmung(-en)
Logik
Mit Logik .. wird im All­ge­mei­nen das ver­nünf­ti­ge Schluss­fol­gern und im Beson­de­ren des­sen Leh­re – die Schluss­fol­ge­rungs­leh­re oder auch Denk­leh­re – bezeich­net. In der Logik wird die Struk­tur von Argu­men­ten im Hin­blick auf ihre Gül­tig­keit unter­sucht, unab­hän­gig vom Inhalt der Aus­sa­gen .. Jede Aus­sa­ge (zu einem 'Pro­blem') hat genau einen von zwei Wahr­heits­wer­ten, die meist als wahr und falsch bezeich­net werden.

Empi­rie
Empi­rie [Erfah­rungs­wis­sen‘] ist eine metho­disch-syste­ma­ti­sche Samm­lung von Daten. Auch die Erkennt­nis­se aus empi­ri­schen Daten wer­den manch­mal kurz Empi­rie genannt. In der Wis­sen­schafts­phi­lo­so­phie wird der Empi­rie als Erfah­rung, die zu einer Hypo­the­se führt (oder die­se auch wider­legt), die Evi­denz gegen­über­ge­stellt, also die unmit­tel­ba­re Ein­sich­tig­keit einer wis­sen­schaft­li­chen Behauptung. 

Evi­denz
Evi­denz bezeich­net das dem Augen­schein nach unbe­zwei­fel­bar Erkenn­ba­re oder die unmit­tel­ba­re, mit beson­de­rem Wahr­heits­an­spruch auf­tre­ten­de voll­stän­di­ge Ein­sicht [Der Begriff Evi­denz beschreibt die­je­ni­gen empi­ri­schen Befun­de, die Theo­rien bestä­ti­gen oder auf­grund derer Bestä­ti­gungs­ver­su­che scheitern].
Die anek­do­ti­sche Evi­denz schließt eine wis­sen­schaft­li­che Metho­do­lo­gie und somit spe­zi­ell eine not­wen­di­ge Repro­du­zier­bar­keit aus. Des­we­gen kann sie nie 'Beweis­kraft' erlangen.

Plau­si­bi­li­tät
Die Posi­ti­on des Begrif­fes als Dar­stel­lung: Absurd → Plau­si­bel → Offenkundig
Plau­si­bel ist ein Rela­ti­ons­be­griff, etwa in dem Satz "es könn­te mit einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit so sein" aus­ge­drückt, der eine gemein­sa­me Bezugs­grö­ße („Ver­ste­hen­sum­ge­bung“) ver­langt, vor der eine Beur­tei­lung von Aus­sa­gen jeweils erst mög­lich wird. Bei einem Wech­sel der Bezugs­grö­ße, also einem gro­ßen Unter­schied in der Grund­ein­stel­lung der Betei­lig­ten, kann sich die Beur­tei­lung der­sel­ben Aus­sa­gen ändern, etwa .. im Kon­trast zwi­schen Lai­en und Experten.

[Alle vor­ste­hen­den Defi­ni­tio­nen in Anleh­nung an die jewei­li­gen WIKIPEDIA Einträge]

A. Werk­zeu­ge der Auf­klä­rung sind: Logik und Empirie
B. Reli­gi­on ver­ab­scheut zwei wesent­li­che Eck­punk­te der Aufklärung:
Plau­si­bi­li­tät und Evi­denz [Plau­si­bi­li­tät wird mit dem Instru­ment der Logik betrach­tet; Evi­denz beruht auf Empirie].

Reli­gi­on [in Vor­der­asi­en und Euro­pa; soge­nann­te "Abra­ha­mi­ti­sche Religion(-en)] hat erst ver­sucht neue Erkennt­nis zu unter­drücken und dann ver­sucht sich so dar­zu­tel­len, als ob sie stets in der Geschich­te Ver­fech­ter von Erwei­te­rung des Wis­sens gewe­sen sei .... eine drei­ste­re Lüge und Geschichts­ver­fäl­schung gibt es nicht!

---------------------------------------------------------------------------------------------- 

bookmark_borderWoher-Wohin-Warum?

evolution

Die Evo­lu­ti­on des Lebens auf der Erde könn­te auch als eine Evo­lu­ti­on der Nut­zung von Ener­gie ver­stan­den werden."

Kei­ne Angst, lie­be Lesen­de, ich wer­de nicht die gesam­te Evo­lu­ti­ons­leh­re in klei­ne Teil­chen zer­pflücken und hier wie­der­käu­en, das kön­nen Sie bes­ser andern­orts nach­le­sen (¹,²). Ich wer­de ledig­lich eini­ge Punk­te her­aus­su­chen, um die Dis­kus­si­on etwas zu unter­stüt­zen, soll­ten Sie auf Evo­lu­ti­ons­leug­ner sto­ßen .... Oster­zeit, Kir­chen­zeit, der Zwei­fel ist sozu­sa­gen 'vor­pro­gram­miert'.

So, wie in der Phy­sik mitt­ler­wei­le vier Grund­kräf­te als Bau­stei­ne iden­ti­fi­ziert sind, gibt es - nicht nur für Bio­lo­gen - wohl kaum noch Zwei­fel dar­an, dass sich die beleb­te Umwelt nach den von Dar­win zuerst gefun­de­nen und beschrie­be­nen Mecha­nis­men der Evo­lu­ti­on ent­wickelt haben. Doch genau­so, wie es bei Aste­rix das klei­ne gal­li­sche Dorf ist, das sich dem "Main­stream", dem römi­schen Reich wider­setzt, fin­den sich immer wie­der ein paar Ver­dros­se­ne und Kri­ti­ker, die glau­ben nun end­lich eine Argu­men­ta­ti­on gefun­den zu haben die das Gebäu­de der Evo­lu­ti­ons­for­schung und die dar­aus resul­tie­ren­den Fol­ge­run­gen zum Ein­sturz brächten.

Vor ein paar Tagen las ich - in Vor­be­rei­tung auf die­sen Arti­kel - u.a. bei einem Herrn Armin Risi sei­ne The­sen zu "Evo­lu­ti­on: Leben aus Mate­rie?", in dem er mit man­nig­fal­ti­gen Ver­glei­chen ver­sucht, gegen die Hun­dert­schaf­ten von Wis­sen­schaft­lern anzu­ge­hen um den Beweis zu erbrin­gen, dass sei­ne The­sen bes­ser sind als jede ande­re Beweisführung. 

War­um bin ich so sicher, dass Herr Risi irrt? 

Er macht drei wesent­li­che Feh­ler, die aus dog­ma­ti­schem Den­ken her­rüh­ren, das stets eine End­gül­tig­keit postu­liert die es nicht geben kann und auch in der Wis­sen­schaft nie­mals gibt:
Herr Risi leug­net die Evo­lu­ti­on und sucht nur nach Bewei­sen dafür. Das ist sei­ne Schwäche.
Wis­sen­schaft hin­ge­gen sucht danach Bewei­se zu fin­den was an den Befun­den zur Evo­lu­ti­on falsch oder rich­tig sein könn­te. Es geht also nicht dar­um nur die Rich­tig­keit nach­zu­wei­sen, son­dern gera­de das Ergeb­nis offen zu hal­ten, ob denn die The­sen sich als halt­bar oder unhalt­bar erwei­sen las­sen. Wis­sen­schaft arbei­tet "ergeb­nis­of­fen".

Kurz:
Der Anti-Evo­lu­ti­ons-Dog­ma­ti­ker hat eine vor­ge­fer­tig­te Mei­nung für die er Bewei­se sucht, er sucht also Bewei­se gegen eine Theo­rie - ein Wis­sen­schaft­ler sucht nach Bewei­sen ob die The­sen rich­tig oder falsch sind.

Die Annah­men bei Herrn Risi sind oft dane­ben - sie stel­len nur ver­meint­lich einen Beweis dar, ohne das tat­säch­lich zu lei­sten, weil das Grund­wis­sen zusam­men­hang­los ange­lernt und nicht erwor­ben ist. Ich gebe ein Bei­spiel als Nach­weis für die­se Behaup­tung. Es gilt aller­dings genau­so für wei­te­re Model­le, die dort ange­führt werden.

Ein Zitat:
" .. Die Struk­tur der Enzy­me ist näm­lich in allen For­men der orga­ni­schen Mate­rie die glei­che! Das Enzym einer Bak­te­rie kann auch in einer mensch­li­chen Zel­le ver­wen­det wer­den, und die Bak­te­ri­en bewei­sen ja täg­lich, daß sie in unse­rem Kör­per aktiv sein und mit ihm in che­mi­scher Wech­sel­wir­kung ste­hen kön­nen (z. B. bei der Ver­dau­ung). Wir wis­sen nicht, wie die Enzym-Popu­la­ti­on in der angeb­li­chen „Ursup­pe“ aus­ge­se­hen hat, aber wir wis­sen, daß es heu­te min­de­stens 2000 ver­schie­de­ne Enzy­me gibt. Ist alles durch Zufall ent­stan­den, muß der Zufall also bis heu­te 2000 Enzy­me gebil­det haben, um auch nur die Grund­vor­aus­set­zung für leben­de Kör­per zu schaf­fen. (Die­se Enzy­me und Pro­te­ine dann noch zu lebens- und fort­pflan­zungs­fä­hi­gen Zel­len und Kör­pern zusam­men­zu­set­zen ist noch­mals etwas ganz ande­res und treibt die Unwahr­schein­lich­keit ins völ­lig Unmögliche .. "

Hier ist zunächst erst ein­mal ein Kar­di­nal­feh­ler ent­hal­ten, der oft von Lai­en gemacht wird:



Was sich im Darm abspielt ist Ver­dau­ung
- was sich in Zel­len abspielt ist Stoffwechsel.

 

Bak­te­ri­en im Darm sind daher dort mit Enzy­men an der Ver­dau­ung betei­ligt, haben jedoch kei­ner­lei Ein­fluß oder auch kei­nen Anteil am Stoffwechsel.

Der zwei­te Fehler:
Unkennt­nis der Vor­gän­ge beim Stoff­wech­sel der Zel­len. Es gibt zwar eine Fül­le von Enzy­men, die aber nicht gleich­zei­tig in allen Zel­len zur Ver­fü­gung ste­hen, son­dern - ganz gezielt - nur in spe­zia­li­sier­ten Zel­len vor­kom­men, weil ein Teil der Erb­infor­ma­ti­on nur bestimm­te Enzy­me bil­det (je nach Zell­typ und Aufgaben). 

Das dem Herrn Risi etwas "unwahr­schein­lich" oder gar "unmög­lich" erscheint ist kein Beweis für das, was er behaup­tet - es ist ledig­lich ein Beweis dafür, wie begrenzt das Vor­stel­lungs­ver­mö­gen des Herrn Risi ist. 

Er bringt auch noch ein Bei­spiel mit den viel­tau­send­fa­chen Mög­lich­kei­ten blind die Flä­chen von Rubik's Cube anzu­glei­chen - und zwar will er damit bewei­sen, dass bestimm­te Kon­stel­la­tio­nen nicht auf­tre­ten könn­ten. Dabei ver­gisst er völ­lig, dass es zwi­schen leben­den Zel­len Kom­mu­ni­ka­ti­on gibt, wodurch Pro­zes­se ange­gli­chen und har­mo­ni­siert wer­den, was die Irr­tums­wahr­schein­lich­keit erheb­lich min­dert. Mecha­nis­men also, die zwi­schen den Ein­zel­wür­feln aus Pla­stik, die den gesam­ten Wür­fel bil­den, nicht vor­han­den sind, Zitat:

" .. der eng­li­sche Astro­phy­si­ker Dr. Fred Hoyle .. ver­glich die Wahr­schein­lich­keit, daß sich auch nur ein Pro­te­in durch eine blin­de, zufäl­li­ge Kom­bi­na­ti­on von Ato­men gebil­det hat, mit der Wahr­schein­lich­keit, mit der ein Mensch blind einen Rubik-Wür­fel ordnet .. " 

Dies beweist nicht das, was Herr Risi durch den Eides­hel­fer Dr. Boyle bewei­sen will, son­dern ist wie­der ein Bei­spiel dafür, dass Fach­wis­sen­schaft­ler einer Dis­zi­plin, wie Dr. Boyle, bes­ser bei ihrem Fach blei­ben, weil sie für ein ande­res Fach meist nicht die genü­gen­de Kom­pe­tenz aufweisen. 

Es gibt hin­rei­chend siche­re Model­le in der Mathe­ma­tik, die, aus­ge­hend von der Berech­nung der Mate­rie­pro­zes­se, auch die Evo­lu­ti­on bere­chen­bar gemacht haben. Dar­auf wer­de ich hier nicht spe­zi­fisch ein­ge­hen, ist doch die Mathe­ma­tik für die mei­sten Men­schen eher ein 'rotes Tuch', weil sie damit Pro­ble­me haben. Unter dem Titel "Mathe­ma­tik der Evo­lu­ti­on" ist mehr dazu zu lesen, wenn Sie es doch ver­tie­fen wollen. 

Ich beschrän­ke mich auf das Fazit:
" .. Die mei­sten posi­ti­ven Muta­tio­nen ster­ben aus solan­ge sie sel­ten sind .. " - was etwa bedeu­tet, dass sich die Zahl der Muta­tio­nen nicht unbe­dingt in der Ver­än­de­rung der gene­ti­schen Struk­tur aus­drücken muss, son­dern aus­drücken kann - wenn die Bedin­gun­gen gün­sti­ger sind als im mathe­ma­ti­schen Modell angenommen.
Da Muta­tio­nen der wesent­li­che Fak­tor für die Evo­lu­ti­on sind, weil durch sie neue Mög­lich­kei­ten für Indi­vi­du­en und damit eine gesam­te Spe­zi­es ent­ste­hen kön­nen, ist die­se mathe­ma­ti­sche Beweis­füh­rung ein soli­der Hin­weis auf die Halt­bar­keit der grund­le­gen­den Theorie.

Unter der Über­schrift "EVOLUTION = PROZESS" wer­den abschlie­ßen­de Gedan­ken zu einer Rei­he von fach­spe­zi­fi­schen Erör­te­run­gen und Model­len erfasst, die die Span­nung zwi­schen Ord­nung und Cha­os aus phy­si­ka­li­scher Sicht dar­stel­len und dar­aus die Mecha­nis­men für die Evo­lu­ti­on her­lei­ten, die dort in Ana­lo­gie tätig sind. Das Fazit dort lautet:
" .. Der Mensch IST Zeit. Also jener Punkt, wel­cher sich inner­halb sei­nes ganz eige­nen Spe­zi­fi­schen Volu­mens (Lebens­zeit, Bewusst­seins­raum) bewegt, manch­mal sta­tisch ver­harrt, manch­mal in Gedan­ken zurück oder vor­wärts springt. Die Ver­bin­dung die­ser Punk­te und der ein­ge­nom­me­ne Raum inner­halb des Spe­zi­fi­schen Volu­mens ist mensch­li­ches Leben .. "
Das knüpft an den Text an, den ich wei­ter oben bereits ver­linkt habe.

Wei­ter heißt es: " ..Nicht die Anzahl der Dimen­sio­nen des Mensch­li­chen Bewusst­seins sind end­lich, son­dern das Gesamt-Volu­men = Lebens­zeit. End­lich, auch in der Jetzt­zeit, ist jedoch die Spei­cher­ka­pa­zi­tät des mensch­li­chen Gehirns .. Nicht der Raum oder die Anzahl der Dimen­sio­nen des Uni­ver­sums sind unend­lich (end­li­ches ther­mo­dy­na­mi­sches Volu­men, wel­ches seit ca. 6 Mil­li­ar­den Jah­ren rasch expan­diert), son­dern die Mög­lich­kei­ten der Ereig­nis­se, Zustän­de und der Kom­bi­na­tio­nen, in wel­chen sie auf­tre­ten .. "

Die­se Gedan­ken stel­len das Dasein (Mensch, Tier, etc.) in eine Zeit­ach­se des Rau­mes, des sich erwei­tern­den Uni­ver­sums. Evo­lu­ti­on als klei­ne Ein­heit des gesam­ten Aus­deh­nungs­ge­sche­hens, ein ana­lo­ges Abbild.
[Ich emp­feh­le ab die­sem Teil­ab­schnitt ff. zu lesen]
evolution

Was ist denn nun das der­zeit bekann­te Ergeb­nis der Evo­lu­ti­on? Hier­zu hilft eine Abbil­dung (sie­he rechts), die aus dem ent­spre­chen­den Arti­kel bei WIKIPEDIA stammt, den ich zur Lek­tü­re empfehle.

[Abbil­dung "Tree of Life"; User:TimVickers, SVG con­ver­si­on by User:User A1 - Eige­nes Werk.
Ver­ein­fach­te Ver­si­on eines hoch­auf­ge­lö­sten Stamm­baums (Kla­do­gramm) der gesam­ten Orga­nis­men­welt („Tree of Life“) Euka­ryo­ten Rot; Archeen Grün; Bak­te­ri­en Blau. Gemein­frei, File:CollapsedtreeLabels-simplified.svg; Erstellt: 19. Mai 2007]

Weil Ostern ist, was uns allen übli­cher­wei­se ein paar Fei­er­ta­ge beschert, ob wir nun der Evo­lu­ti­ons­theo­rie oder den Kir­chen glau­ben schenken:
Wie passt nun Reli­gi­on mit der Evo­lu­ti­on zusammen?

Kur­ze Antwort:
Über­haupt nicht, wenn auch von Sei­ten der Reli­gio­nen immer wie­der Ver­su­che unter­nom­men wer­den sich irgend­wie damit zu *ver­söh­nen*(!) - sinn- und nutz­los von Anbe­ginn. Wis­sen­schaft lädt zu Zwei­feln ein, Glau­be ver­bie­tet das Zweifeln.

Eine kurz­wei­li­ge­re Vari­an­te ist dort → Vol­ker Pan­zer: "Leben ohne Gott – und den­noch ein glück­li­cher Mensch sein" zu lesen. Soll­ten Sie nicht den gesam­ten Arti­kel lesen wol­len scrol­len Sie bis zur Zei­le "Um es kurz zu machen. Wir, die Affen und die Men­schen, stam­men aus Afri­ka." her­un­ter und lesen die paar Absät­ze von da an.

Schon des öfte­ren muss­te ich fest­stel­len, dass auch Wis­sen­schafts­sen­dun­gen nicht immer die 'rei­ne Leh­re' ver­brei­ten, son­dern manch­mal ein auf Popu­lär­wis­sen zurecht­ge­schu­ster­tes Kon­glo­me­rat anrüh­ren, bei dem Wis­sen­schaft nicht immer kor­rekt dar­ge­stellt wird. Das liegt in der Natur der Sache, einer­seits, und ist daher ver­ständ­lich. Ande­rer­seits liegt es auch an der man­geln­den Kennt­nis derer, die dazu die Skrip­te ver­fas­sen. Trotz­dem soll­te die Grund­aus­sa­ge immer wis­sen­schaft­lich kor­rekt blei­ben. Bei­spie­le zum Gegen­teil fand ich in der Beschrei­bung einer Sen­dung:

1. " .. "Evo­lu­ti­on" ist ein theo­re­ti­sches Ver­ständ­nis­ge­bäu­de, das die Ent­wick­lung von Viel­falt auf­grund von Muta­ti­on, Selek­ti­on und Repro­duk­ti­on erklärt .. "
Hier wird glatt ein Ele­ment der Evo­lu­ti­ons­leh­re unter­schla­gen - anstatt Muta­ti­on, Selek­ti­on, Rekom­bi­na­ti­on und gene­ti­scher Drift heißt es Muta­ti­on, Selek­ti­on, Repro­duk­ti­on. Das ist nicht kor­rekt, nicht ein­mal wenn man sich an Lai­en wen­det, denn Rekom­bi­na­ti­on und Repro­duk­ti­on haben nichts mit­ein­an­der zu tun. Die 'gene­ti­sche Drift' wird gleich völ­lig unter­schla­gen, ich rate 'mal: Die Autorin hat das seit ihrer Schul­zeit nie rich­tig ver­stan­den und des­we­gen wird es verdrängt.
Dabei ist es ganz ein­fach: Eini­ge Gene wan­dern an ande­re Genor­te in der Erb­infor­ma­ti­on, wer­den dadurch unter­drückt oder bevor­zugt. Man­che ver­schwin­den völ­lig. Ande­re wer­den wie­der­um nicht vor­kom­men, weil ein Teil der Popu­la­ti­on abge­drängt wur­de und nicht mehr am gene­ti­schen Aus­tausch teilnimmt.

2. " .. Auch die Idee, dass Anpas­sun­gen eines Orga­nis­mus an die Umwelt an die Nach­kom­men wei­ter­ge­ge­ben wer­den, ist nach den The­sen der bio­lo­gi­schen Evo­lu­ti­ons­theo­rie ausgeschlossen .. "
Wie schon der Name der Dar­win­schen Dar­stel­lung besagt wan­deln sich die Bedin­gun­gen und mit ihnen die Erkennt­nis­se - so wie es dar­ge­stellt wird scheint ein Zwei­fel durch, ob denn die Evo­lu­ti­on bewie­sen sei. Ist sie. Hier kommt etwas zum Vor­schein was wei­ter oben schon ein­mal ange­spro­chen war: Wis­sen­schaft forscht stän­dig nach Neu­em, nach Bewei­sen , nach Mög­lich­kei­ten, an die bis­her noch nicht gedacht wur­de. Da ist es völ­lig klar, dass sich Ände­run­gen im Wis­sen­stand erge­ben. Bis­her hat das aber noch nie die Gül­tig­keit der Evo­lu­ti­ons­theo­rie ins­ge­samt zu Fall brin­gen kön­nen - und wird es in Zukunft auch nicht tun.

3. " .. Wir tref­fen bewuss­te Ent­schei­dun­gen. Des­halb sind wir beson­ders fle­xi­bel und anpas­sungs­fä­hig. Mit die­ser gei­sti­gen Evo­lu­ti­on ist der Mensch in der Lage, aktiv in die bio­lo­gi­sche Evo­lu­ti­on ein­zu­grei­fen und sie nach sei­nen Vor­stel­lun­gen zu gestalten .. "
Oh Schwül­stig­keit, du triefst durch die Zei­len! Was wir davon haben, dass der Mensch in die Evo­lu­ti­on ein­greift kann man in trau­ri­ger Erkennt­nis der Unzu­läng­lich­kei­ten des Wis­sens dar­um und der Ergeb­nis­se dar­aus beobachten. 


Etwas zu tun ist ja nicht gleich­be­deu­tend mit es 'rich­tig' zu tun.
 

Ich wün­sche mir eher, vor sol­chen 'bewuss­ten Ent­schei­dun­gen' bewahrt zu wer­den als ihre Fol­gen aus­ba­den zu müssen.

¹ Evo­lu­ti­on;
² Evo­lu­ti­ons­theo­rie.

bookmark_borderDie Gedanken sind frei - wie lange noch?

Laut einem Bericht aus jüng­ster Zeit dort 

»» New AI Turns Brain Signals Into Human Speech With 97% Accu­ra­cy ««

ist es min­de­stens schon mög­lich Gedan­ken­im­pul­se als Spra­che, also Wor­te, aus­zu­ge­ben. Noch aller­dings muss die Ver­suchs­per­son dabei mit­wir­ken und Wor­te spre­chen, deren Impuls­fol­ge im EEG dann von der KI durch Ver­gleich und Wie­der­ho­lung tat­säch­lich als Wort iden­ti­fi­zier­bar sind.

Von die­ser Vari­an­te aus­ge­hend wird es sich bestimmt dahin­ge­hend ent­wickeln, dass es eines Tages erreicht wird "Gedan­ken" zu lesen - und dann ist es vor­bei mit der Gedan­ken­frei­heit. Es ist wie­der ein­mal eine sol­che Weg­schei­de bei der Ent­wick­lung, wie wir sie schon öfter sahen:

Will man bei­spiels­wei­se den Men­schen hel­fen, die durch kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen die 'nor­ma­le' Bedie­nung (bei­spiels­wei­se) eines Com­pu­ters nicht lei­sten kön­nen - oder will man die­se Mög­lich­keit dazu nut­zen ganz pau­schal und all­ge­mein, so wie jetzt schon bei der Spei­che­rung von Daten auch unver­däch­ti­ger Bür­ger, jeden Men­schen aus­zu­for­schen und so ver­su­chen, 'die Bösen' aus­zu­fil­tern, bevor sie etwas Böses tun können?

Wie nah dabei die gute und böse Absicht einer über­ge­ord­ne­ten "Auto­ri­tät" lie­gen könn­te und mach­bar wären ist - min­de­stens für mich - erschreckend. Stel­len Sie sich ein­mal vor, ein Ver­rück­ter wie Trump könn­te ein sol­ches Instru­ment vor­fin­den und gar nutzen! 

Es gibt Ent­wick­lun­gen, die soll­te man bes­ser nicht wei­ter vorantreiben.