bookmark_borderExodus,
oder, um mit den Bremer Stadtmusikanten zu sprechen:
"Etwas besseres als den Tod finden wir allemal!"

Die Aus­sichts­lo­sig­keit je ein frei­es und siche­res Leben füh­ren zu kön­nen ist ange­sichts einer ras­si­sti­schen Mas­se von mehr als der Hälf­te der Bewoh­ner der USA für alle Far­bi­gen, ins­be­son­de­re jedoch die Nach­kom­men der aus Afri­ka ver­schlepp­ten ehe­ma­li­gen Skla­ven­po­pu­la­ti­on stam­men­den Men­schen, allgegenwärtig. 

Zwar gab es ver­schie­de­ne Wel­len der Auf­klä­rung und Anglei­chung, doch gegen die unter­schwel­li­gen Äng­ste des wei­ßen Pro­le­ta­ri­ats ist kei­ne 'Umer­zie­hung' jemals sta­bil geblie­ben und vor allem in den ehe­ma­li­gen Skla­ven­hal­ter­staa­ten ist das Tra­gen einer Waf­fe nicht nur sym­bo­lisch zu ver­ste­hen, son­dern eine Maß­nah­me der Abgren­zung zwi­schen Rassen:

Kein Schwar­zer wird offen eine Waf­fe tra­gen - das wäre eine Ziel­schei­be an sich zu tra­gen, eine Her­aus­for­de­rung sich töten zu las­sen. Wei­ße hin­ge­gen tra­gen 'offen', weil ihnen das ein Gefühl der Über­le­gen­heit und die Sicher­heit der höhe­ren Wer­tig­keit in den Augen der Geset­zes­hü­ter ver­mit­telt - wohl­ge­merkt nur dort, wo Ras­sis­mus noch offen gelebt wer­den darf. 

Die Gewalt durch Ord­nungs­kräf­te (pri­va­te Mili­zen und Wach­dien­ste) und Poli­zei, die bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen und töd­lich ver­lau­fen­den Amts­hand­lun­gen stets zunächst über jeden Ver­dacht von Will­kür oder Amts­miß­brauch erha­ben sind, rich­tet sich gegen Alle die eine ande­re Haut­far­be als 'weiß' haben. Gra­du­el­le Ände­run­gen durch die in den letz­ten Jah­ren häu­fi­ger gewor­de­nen Doku­men­ta­tio­nen mit den Mobil­te­le­fon­ka­me­ras soll­ten nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß schon dar­aus eine gegen­läu­fi­ge Gesetz­ge­bung erfolgt ist, die in man­chen Staa­ten das bild­li­che Fest­hal­ten von sol­che Poli­zei­hand­lun­gen unter Stra­fe stellt und daher abschrecken­de Wir­kung (vor­aus­ei­len­de Selbst­be­schrän­kung) hervorruft.

Nicht weni­ge den­ken also dar­über nach sich dem zu ent­zie­hen. Sie den­ken an das, was Genera­tio­nen von Euro­pä­ern, Asia­ten und Men­schen aus dem Rest der Welt gedacht haben als sie nach USA auswanderten:

Ein bes­se­res Leben in Frei­heit und Selbst­be­stim­mung, den Ertrag ihrer Hän­de Arbeit für sich und ihre Kin­der zu ver­wen­den, und vor dem Gesetz mit allen ande­ren Men­schen gleich behan­delt zu werden.

Die Gewalt in den letz­ten Jah­ren gegen­über (über­wie­gend unbe­waff­ne­ten!) Schwar­zen, die welt­weit Empö­rung her­vor­ge­ru­fen haben, gleich­wohl im Ursprungs­land schnell ver­ges­sen waren, ist durch nichts zu ent­schul­di­gen. Die Über­ra­schung der Täter aller­dings war unver­kenn­bar, sie haben ver­blüfft zur Kennt­nis neh­men müs­sen, daß ihre Taten Kon­se­quen­zen haben. 

Doch steht bei alle­dem die Fra­ge im Raum ob es denn tat­säch­lich gelin­gen kann dem Ras­sis­mus zu ent­flie­hen und sich eine neue Basis zu schaf­fen, auf der sich ein bes­se­res Leben auf­bau­en lie­ße. Mir scheint es mög­lich, jedoch gibt es wohl Bedin­gun­gen die erfüllt sein müs­sen und das Vor­ha­ben erfolg­reich wer­den zu las­sen. Grund­sätz­lich wei­se ich dar­auf hin wie ähn­lich die­se Bedin­gun­gen in jede Rich­tung sind:
Egal von wo nach wo die­se Ent­schei­dung Men­schen führt sind es immer die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen die für einen Erfolg nötig sind.

  • Der Wil­le sich in die bestehen­de Gesell­schaft ein­zu­glie­dern - was nicht bedeu­tet alle Iden­ti­tät fah­ren zu las­sen, son­dern sich an zusätz­li­che Gepflo­gen­hei­ten zu gewöh­nen und die­se im Außen­kon­takt vor­ran­gig zu pflegen.
  • Die Bereit­schaft im Zwei­fels­fall nicht auf der Ebe­ne beschäf­tigt zu wer­den die man zuvor inne­hat­te und Zeit bis zur Aner­ken­nung in Kauf zu nehmen.
  • Die Erkennt­nis, daß nir­gend­wo auf die­ser Welt ohne eige­nen Ein­satz etwas in den Schoß fällt, sozia­le Lei­stun­gen irgend­wann vor­bei sein wer­den (wenn sie denn von Anbe­ginn über­haupt da waren), und daß dann der eige­ne Ein­satz den Unter­halt sichern muß.

Schwar­zen Men­schen - so scheint mir - wer­den hier­zu­lan­de weni­ger Res­sen­ti­ments ent­ge­gen­ge­bracht als allen Anders­far­bi­gen. Inso­weit sehe ich grund­sätz­lich gute Aus­sich­ten. Bes­ser jeden­falls als jene für Men­schen aus dem Nahen Osten und mit mus­li­mi­schem Glau­ben. Kor­ri­gie­ren Sie mich gern, wenn Sie das anders sehen.

bookmark_borderX-treme

Wenn wir davon aus­ge­hen der Mensch habe ein Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von 36°C - was pas­siert dann, wenn die Umge­bungs­tem­pe­ra­tur über die­sen Wert hin­aus­geht? Wie kann der Orga­nis­mus mit Tem­pe­ra­tu­ren über 40°C fer­tig wer­den? Wo liegt die abso­lu­te Gren­ze die noch über­lebt wer­den kann?

Fra­gen über Fra­gen und .... der Rei­he nach, nur mit der Ruhe: Alle Fra­gen wer­den beantwortet.

Was für Vie­le erstaun­lich sein wird:
Es ist nicht allei­ne die Tem­pe­ra­tur, genau­so wich­tig ist die Luft­feuch­tig­keit. Das begrün­det sich in der Art und Wei­se wie der 'Kühl­me­cha­nis­mus' beim Men­schen funk­tio­niert. Die Haut ist durch­setzt mit aber­tau­sen­den Schweiß­drü­sen. Die­se son­dern das ab, was ich ein­mal flap­sig "Schwitzschweiß" nen­ne. Wis­sen­schaft­lich nennt sich das Sekret "ekkri­ner Schweiß" - und der 'frisch' sekre­tier­te Schweiß ist prak­tisch geruchs­los. Die­ser Schweiß besteht über­wie­gend aus Was­ser, ent­hält nur weni­ge Elek­tro­ly­te und fast kein Eiweiß.

Dem­ge­gen­über gibt es den "apo­kri­nen Schweiß", der ist eine Form von "Duftschweiß", ver­gleich­bar mit dem was im Tier­reich anson­sten der Signal­ver­mitt­lung zwi­schen den Geschlech­tern und ganz all­ge­mein unter Art­ge­nos­sen dient.

Die Abküh­lung über die Haut bedarf meh­re­rer Bedingungen:

- erstens muß sich der Schweiß auf der Haut ver­tei­len und
- zwei­tens das Was­ser dar­aus muß ver­dun­sten können;
- drit­tens darf daher die Luft­feuch­tig­keit nicht hoch sein, weil anson­sten kei­ne Ver­dun­stung mög­lich ist!


Was­ser­dampf­ge­sät­tig­te Luft kann kei­ne wei­te­re Feuch­tig­keit auf­neh­men und damit bleibt der Schweiß nutz­los auf der Haut lie­gen. Kei­ne Ver­dun­stung bedeu­tet aber kei­ne Abküh­lung der Haut­tem­pe­ra­tur und des­we­gen bleibt die Wär­me erhal­ten.
 

Wenn die­ser Vor­gang nicht statt­fin­det gibt es ein gro­ßes Pro­blem. Die im Kör­per ent­ste­hen­de Wär­me durch Mus­kel­be­we­gung, Stoff­wech­sel­tä­tig­keit & Ver­dau­ung läßt die Kör­per­tem­pe­ra­tur anstei­gen und das ist sehr bedroh­lich, weil die lebens­not­wen­di­gen Pro­zes­se nur opti­mal funk­tio­nie­ren wenn der Kör­per Nor­mal­tem­pe­ra­tur hat. Liegt der Wert dar­un­ter oder - schlim­mer noch - dar­über, dann ist das lebensbedrohend.


Je höher also die Luft­feuch­te ist, desto schlech­ter gelingt die Abküh­lung durch Verdunstung.
Die Fol­ge ist eine Über­hit­zung, die als "Hitz­schlag" bezeich­net wird.
 

Das eine Erd­er­wär­mung statt­fin­det leug­nen mitt­ler­wei­le nur noch Men­schen die unge­bil­det sind und kei­nen Deut dar­auf geben, daß Myria­den von Fach­wis­sen­schaft­lern das erforscht haben und sich einig sind wohin sich sowohl Tem­pe­ra­tur wie Luft­feuch­tig­keit ent­wickeln: Nach oben!

Auf die­se Wei­se ent­steht ein sich selbst hoch­schau­keln­der Prozeß:
- Mehr Wär­me bedeu­tet mehr Ver­dun­stung auf der Erdoberfläche,
- das hat eine höhe­re Luft­feuch­tig­keit zur Folge,
- Es ent­ste­hen star­ke Gewit­ter durch die Wolkenmassen,
- was zu noch mehr Luft­feuch­tig­keit führt.
- Gleich­zei­tig wird davon wie­der ein Teil in der Atmo­sphä­re verteilt,
- die Wär­me bleibt an der Erd­ober­flä­che lie­gen - und so fort.

Gefähr­det sind dem­nach bei extre­men Wet­ter­ver­hält­nis­sen - gro­ße Hit­ze und gleich­zei­tig hohe Luft­feuch­tig­keit - alle Men­schen die ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur nicht durch Schwit­zen zu ver­rin­gern ver­mö­gen. Die ent­ste­hen­de Kör­per­wär­me ver­bleibt, obwohl das Herz mehr Arbeit lei­stet die klei­nen Blut­ge­fä­ße der Ober­flä­che bes­ser zu durch­blu­ten, was nor­ma­ler­wei­se die Wär­me­ab­ga­be erhöht. Es kommt also dar­auf an küh­le Orte zu fin­den, an denen sich kei­ne Kör­per­wär­me staut. Das läßt sich oft schon durch bau­li­che Maß­nah­men errei­chen - gemein­hin sind aller­dings gera­de in Gegen­den der Erde wo zugleich Hit­ze und Feuch­tig­keit hoch sind die Gebäu­de leicht und ober­ir­disch gebaut, sodaß dadurch wenig Schutz vor­han­den ist. 


Lang­fri­stig wird das Bedeu­tung in den bis­her gemä­ßig­ten Zonen gewin­nen, denn es ist nur eine Fra­ge der Zeit, wann es hier sol­che Ver­hält­nis­se geben wird:
Nichts deu­tet dar­auf hin, daß die Poli­tik ernst­haf­te Anstren­gun­gen unter­nimmt in die Zukunft gerich­te­te Vor­keh­run­gen gegen die Erd­er­wär­mung zu unternehmen.
Die größ­te Frech­heit lei­stet sich die CDU/CSU, die es über Jah­re ver­säumt hat zu han­deln obwohl alle Alarm­leuch­ten "rot" zeig­ten, wenn sie jetzt 'rasche Maß­nah­men zur Sta­bi­li­sie­rung' for­dert. Nicht ganz unbe­tei­ligt sind SPD und FDP, die ja in Koali­ti­on stets das Lied­chen der CDU/CSU mit­ge­sun­gen haben ....
 

Schweiß
Wiki­pe­dia → https://de.wikipedia.org/wiki/Schwei%C3%9F
https://www.stark-gegen-schwitzen.de/schweiss/was-ist-schweiss/zusammensetzung/
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/nachtschweiss-737747-mehrseiter-2-was-uns-ins-schwitzen-bringt.html
https://www.everdry.de/schweissdruesen-so-entsteht-schweiss/

bookmark_borderEMERGENCE:
Komplexität, das Leben und das Universum

In den Natur­wis­sen­schaf­ten gilt die Grund­re­gel "Alles so ein­fach wie mög­lich - so kom­plex wie nötig!"
Ande­rer­seits stre­ben Men­schen danach durch die Beob­ach­tun­gen der Welt und des Uni­ver­sums hoch kom­ple­xe Struk­tu­ren zu fin­den die unse­re Exi­stenz erklä­ren könn­ten. Die Alles um uns her­um mit 'Sinn' erfül­len könnten.

Vie­le Jahr­hun­der­te was es das Pri­vi­leg der Reli­gio­nen die Erklä­run­gen zu lie­fern und dem 'gemei­nen Volk' eine Per­spek­ti­ve zu schaf­fen dies­sei­ti­ge Exi­stenz in einer jen­sei­ti­gen Exi­stenz ver­län­gert zu sehen - eine Bot­schaft, die nicht nur in den christ­li­chen oder wei­te­ren abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen vor­han­den ist, son­dern in wech­seln­der Form, grund­sätz­lich mit glei­chem Ziel, in vie­len der Welt­re­li­gio­nen vor­han­den sind. 

Die­se Erklä­rungs­ho­heit bröckelt seit Jahr­hun­der­ten, mit beson­de­rer Beschleu­ni­gung seit dem Zeit­al­ter der Auf­klä­rung. Es hat unzäh­li­ge unschul­di­ge Opfer geko­stet, die von den Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten meist auf grau­sa­me Wei­se zu Tode gebracht wur­den weil sie die Ver­nunft, die Fak­ten zur Erklä­rung her­an­ge­zo­gen haben. Dem hat­ten die­se mäch­ti­gen Orga­ni­sa­tio­nen nie etwas Stich­hal­ti­ges ent­ge­gen­zu­set­zen, wes­we­gen sie sich der 'Ket­zer' durch deren Ver­nich­tung entledigten.

Wer aber denkt, wir sei­en dar­über hin­weg, der muß sich nur ein­mal in Asi­en und im Mitt­le­ren Osten umse­hen um zu erkennen:

Unwis­sen­heit ist der Brut­bo­den für reli­giö­se Ver­blen­dung und Agi­ta­ti­on durch so-genann­te Reli­gi­ons­füh­rer. Die haben, außér ihren Lügen­mär­chen, Ver­trö­stun­gen in die Zukunft und Appel­len an die Duld­sam­keit ihrer Gläu­bi­gen nichts, was einer Fak­ten­prü­fung stand­hal­ten würde.
Es wer­den in die­sem Jahr­hun­dert immer noch Men­schen wegen Blas­phe­mie ver­haf­tet, gequält und ermor­det - und die größ­te Schan­de ist es für mich, daß trotz­dem mit Län­dern in denen das pas­siert Geschäf­te gemacht werden.

Die Wis­sen­schaf­ten sind ent­ge­gen aller Wider­stän­de heu­te nicht mehr so gefähr­det und ver­brei­ten daher ihre Erkennt­nis­se sehr viel frei­er - was dazu führt immer mehr Wis­sen welt­weit zu ver­knüp­fen und schnel­ler neue Erkennt­nis­se zu gewin­nen als es frü­her in der geo­gra­fi­schen Abge­schie­den­heit mög­lich war. Dazu bei­getra­gen haben die rasan­ten Ent­wick­lun­gen der Com­pu­ter­tech­no­lo­gie, die heu­te Rechen­ope­ra­tio­nen ermög­licht wozu man noch vor weni­gen Jah­ren Jahr­hun­der­te und Tau­sen­de von Men­schen gebraucht hätte.

So wur­de es offen­bar wie Kom­ple­xi­tät nicht etwa pro­gram­miert vor­han­den ist, son­dern sich auf ein­fach­ste Grund­la­gen her­un­ter­bre­chen läßt:

Die Ursa­che, der Aus­gangs­punkt für Kom­ple­xi­tät ist meist ein ein­fa­cher Bau­stein, der zusam­men­ge­setzt zu neu­en Eigen­schaf­ten führt, die die­sen vor­her nicht zu eigen waren. Der Fach­be­griff dafür ist "Emer­gence", wört­lich "Her­vor­brin­gung", frei zu Deutsch "spon­ta­ne Orga­ni­sa­ti­on" oder "Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on".

So wird "Leben" als eine spon­ta­ne Orga­ni­sa­ti­on von che­mi­schen Bau­stei­nen erklär­bar, die für sich genom­men die­se Eigenschaft(-en) nicht besit­zen. Bei­spie­le aus Wiki­pe­dia sind:
- Die Ent­ste­hung kom­ple­xer, frak­ta­ler Struk­tu­ren bei der Bil­dung von Schneeflocken;
- Die Her­stel­lung eines Ter­mi­ten­hü­gels der einen Zweck erfüllt und die Funk­ti­on opti­miert, ohne Bauplan.

Wei­te­re Funk­tio­nen die dort genannt wer­den (Aus­wahl):
- Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on [Self-orga­niz­a­ti­on]
- Kol­lek­tiv­ver­hal­ten [Collec­ti­ve behavior]
- Netz­wer­ke [Net­works]
- Evo­lu­ti­on und Anpas­sung [Evo­lu­ti­on and adaptation]

All die­se Erkennt­nis­se lau­fen schluß­end­lich zusam­men und bestä­ti­gen die Ent­wick­lung hin zu immer kom­ple­xe­ren Syste­men deren Bil­dung kei­nen nach­weis­ba­ren Anlaß und kein nach­weis­ba­res Ziel hat. Sol­che Erkennt­nis­se sind natür­lich ver­stö­rend für die mei­sten Men­schen, denen die Reli­gio­nen doch stets ein­ge­trich­tert haben es sei ein Schöp­fer am Werk! Und wie immer in sol­chen Fäl­len kommt es zu (ungläu­bi­ger) Ableh­nung weil das eige­ne Welt­bild zusam­men­bricht und weil es kaum Men­schen gibt denen es gelingt zu ver­ste­hen wie "Nichts um etwas her­um" sein kann.

Die Dis­kus­si­on wogt um das The­ma. Ist es nun doch eine Ziel­rich­tung, ein ziel­ge­rich­te­ter Ver­lauf, wenn sich weni­ger kom­ple­xe Syste­me zu höher kom­ple­xen Syste­men ver­bin­den und die­se mehr kön­nen als die Ein­zel­ele­men­te? Wohin führt eine sol­che Annah­me, wie geht es weiter?
Mir fällt da der Satz mei­nes Pro­fes­sors ein bei dem ich mei­ne Diplom­ar­beit schrieb "Je mehr wir wis­sen desto mehr Fra­gen tür­men sich auf"

Sicher ist der­zeit nur, daß die Bedeu­tung der Reli­gio­nen suk­zes­si­ve wei­ter schrump­fen wird.
So wie es sich der­zeit selbst in erz­kon­ser­va­ti­ven Regio­nen und Län­dern der Welt schon abzeichnet.
Erkennt­nis ist kei­ne Ersatz­re­li­gi­on, sie ist ein Leit­fa­den wie wei­ter gedacht wer­den kann.
Wie Fak­ten das Leben bes­ser machen als Hin­ge­spin­ste, die stets nur einer schma­len Erklär­bär-Min­der­heit Pri­vi­le­gi­en schaf­fen und den Rest der Men­schen zu unmün­di­gen Auto­ma­ten degradieren. 

bookmark_borderZauberlehrling Englisch

Manch­mal, Sie wer­den das ken­nen, denkt man plötz­lich an längst ver­gan­ge­ne Zei­ten und Ereig­nis­se und es stel­len sich zuvor unbe­ant­wor­te­te Fra­gen, die man längst ver­ges­sen hat­te .... so ging es mir vor ein paar Tagen, als ich in einem Blog­ar­ti­kel die Meta­pher vom Zau­ber­lehr­ling las.

Vor Jah­ren hat­te ich nach Über­set­zun­gen gesucht, da aller­dings war die Aus­beu­te gering. Genau­er gesagt: Ich fand nichts!
Ange­regt von die­sem Arti­kel dort stell­te ich eine neue Suche an und fand sehr unter­schied­li­che Über­set­zun­gen, von denen ich drei her­aus­ge­sucht habe, die ich nun hier ver­glei­chend neben­ein­an­der kopiere.

Die Rei­hen­fol­ge ist nicht zufäl­lig, mei­ne Ein­schät­zung der Über­set­zungs­qua­li­tät läuft von links nach rechts - und zurück .... was mei­nen Sie dazu?


Ein Qualitätsvergleich 

The sorcerer's apprentice

(1) The old sorcerer
Has final­ly gone away!
Now the spi­rits he controls
Shall obey my commands.

(2) I've noted his method,
What he says and does,
And with strength of spirit,
I shall work won­ders too.

(3) Wan­der! Wander
On and on,
So that water
Might flow,
And gush abundantly
And fill the bath.

(4) So come along, you old broomstick!
Dress yours­elf in rot­ten rags!
You've long been a servant;
Obey my orders now!

(5) Stand up on two legs,
Let's give you a head on top,
Make haste now and off you go
With the water-jug!

(6) Wan­der! Wander
On and on,
So that water
Might flow,
And gush abundantly
And fill the bath.

(7) Look, he's run­ning down to the bank;
In truth! He's alrea­dy rea­ched the river,
And back he comes as quick as lightning
And swift­ly pours it all out.

(8) Here he comes a second time!
Look how the tub is filling!
Look how every basin
Fills to overflowing!

(9) Stand still, stand still!
Becau­se we
Have had our fill
Of all your gifts! -
Alas! Alas! I rea­li­se now;
I've for­got­ten the magic word!

(10) The word, alas, that turns him back
Into what he once was.
Alas! spee­di­ly he runs and fetches!
If only you were a broom as before!

(11) He keeps rus­hing in
With more and more water,
Alas! a hund­red rivers
Pour down on my head!

(12) No, I won't per­mit it
A moment longer;
I shall sei­ze him.
Oh, the spi­te­ful brute!
Ah, now I'm get­ting real­ly scared!
What a face! And what a look!

(13) O, you crea­tu­re from hell!
Shall the enti­re hou­se be drowned?
I can see streams of water
Pou­ring through every door.

(14) A des­pi­ca­ble broom
Not to listen!
You who were once a stick -
Will you once again stand still!

(15) Will you never
Ever stop?
I'll catch you,
I'll hold you,
And swift­ly split this old wood
With this sharp hatchet.

(16) Look, once more he comes, drag­ging pails!
Wait till I get to grips with you,
Then, O gob­lin, I'll knock you flat;
The smooth bla­de crashes down on him.

(17) A fine blow, in truth!
Look - he's split in two.
There's hope for me now,
I can brea­the free­ly again!

(18) Alas! alas!
Both halves
Stand up at once,
A pair of servants,
Rea­dy for action!
Ah, help me, you powers on high!

(19) And off they run! Hall and steps
Get wet­ter and wetter.
What a ghast­ly inundation!
Lord and master, hear my cries! -

(20) Ah, my master comes at last!
Sir, I'm in despe­ra­te straits!
The spi­rits I summoned -
I can't get rid of them.

(21) 'Into the corner,
Brooms! Brooms -
Have done!
Only your old master
Can call you forth
As spirits.'

[Eng­lish Trans­la­ti­on © Richard Stokes]

 

-

The sorcerer's apprentice

(1) Good! The sorce­rer, my old master
left me here alo­ne today!
Now his spi­rits, for a change,
my own wis­hes shall obey!

(2) Having memorized
what to say and do,
with my powers of will I can
do some wit­ching, too!

(3) Go, I say,
Go on your way,
do not tarry,
water carry,
let it flow abundantly,
and pre­pa­re a bath for me!

(4) Come on now, old broom, get dressed,
the­se old rags will do just fine!
You're a slave in any case,
and today you will be mine!

(5) May you have two legs,
and a head on top,
take the bucket, quick
hur­ry, do not stop!

(6) Go, I say,
Go on your way,
do not tarry,
water carry,
let it flow abundantly,
and pre­pa­re a bath for me!

(7) Look, how to the bank he's running!
and now he has rea­ched the river,
he returns, as quick as lightning,
once more water to deliver.

(8) Look! The tub already
is almost fil­led up!
And now he is filling
every bowl and cup!

(9) Stop! Stand still!
Heed my will!
I've enough
of the stuff!
I've for­got­ten - woe is me!
what the magic word may be.

(10) Oh, the word to chan­ge him back
into what he was before!
Oh, he runs, and keeps on going!
Wish you'd be a broom once more!

(11) He keeps brin­ging water
quick­ly as can be,
and a hund­red rivers
he pours down on me!

(12) No, no longer
can I let him,
I must get him
with some trick!
I'm begin­ning to feel sick.
What a look! - and what a face!

(13) O, you ugly child of Hades!
The enti­re hou­se will drown!
Ever­y­whe­re I look, I see
water, water, run­ning down.

(14) Be you dam­ned, old broom,
why won't you obey?
Be a stick once more,
plea­se, I beg you, stay!

(15) Is the end
not in sight?
I will grab you,
hold you tight,
with my axe I'll split the brittle
old wood smart­ly down the middle.

(16) Here he comes again with water!
Now I'll throw myself upon you,
and the sharpness of my axe
I will test, o spi­rit, on you.

(17) Well, a per­fect hit!
See how he is split!
Now there's hope for me,
and I can brea­the free!

(18) Woe is me! Both pieces
come to life anew,
now, to do my bidding
I have ser­vants two!
Help me, o gre­at powers!
Plea­se, I'm begging you!

(19) And they're run­ning! Wet and wetter
get the stairs, the rooms, the hall!
What a delu­ge! What a flood!
Lord and master, hear my call!

(20) Ah, here comes the master!
I have need of Thee!
from the spi­rits that I called
Sir, deli­ver me!

(21) “Back now, broom,
into the closet!
Be thou as thou
wert before!
Until I, the real master
call thee forth to ser­ve once more!”

[https://lyricstranslate.com]

 

The Pupil in Magic

(1) I am now, — what joy to hear it!—
Of the old magi­ci­an rid;
And hence­forth shall ev’ry spirit
Do whate’er by me is bid;

(2) I have watch’d with rigour
All he used to do,
And will now with vigour
Work my won­ders too.

(3) Wan­der, wander
Onward lightly,
So that rightly
Flow the torrent,
And with tee­ming waters yonder
In the bath dischar­ge its current!

(4) And now come, thou well-worn broom,
And thy wret­ched form bestir;
Thou hast ever ser­ved as groom,
So ful­fil my plea­su­re, sir!

(5) On two legs now stand,
With a head on top;
Water­pail in hand, Haste, and do not stop!

(6) Wan­der, wander
Onward lightly,
So that rightly
Flow the torrent,
And with tee­ming waters yonder
In the bath dischar­ge its current!

(7) See! he’s run­ning to the shore,
And has now attain’d the pool,
And with light­ning speed once more
Comes here, with his bucket full!

(8) Back he then repairs;
See how swells the tide!
How each pail he bears
Strai­ght­way is supplied!

(9) Stop, for, lo!
All the measure
Of thy treasure
Now is right!—
Ah, I see it! woe, oh woe!
I for­get the word of might.

(10) Ah, the word who­se sound can straight
Make him what he was before!

(11) Ah, he runs with nim­ble gait!
Would thou wert a broom once more!
Streams renew’d for ever
Quick­ly brin­geth he;
River after river
Rus­he­th on poor me!

(12) Now no longer
Can I bear him;
I will sna­re him,
Kna­vish sprite!
Ah, my ter­ror waxes stronger!
What a look! what fear­ful sight

(13) Oh, thou vil­lain child of hell!
Shall the hou­se through thee be drown’d
Floo­ds I see that wild­ly swell,
O'er the thres­hold gai­ning ground.

(14) Wilt thou not obey,
Oh, thou broom accurs’d?
Be thou still I pray,
As thou wert at first!

(15) Will enough
Never plea­se thee?
I will sei­ze thee,
Hold thee fast,
And thy nim­ble wood so tough,
With my sharp axe split at last.

(16) See, once more he hastens back!
Now, oh Cobold, thou shalt catch it!
I will rush upon his track;
Cra­shing on him falls my hatchet.

(17) Bra­vely done, indeed!
See, he’s cleft in twain!
Now from care I'm freed,
And can brea­the again.

(18) Woe, oh woe! Both the parts,
Quick as darts, Stand on end,
Ser­vants of my drea­ded foe!
Oh, ye gods pro­tec­tion send!

(19) And they run! and wet­ter still
Grow the steps and grows the hail.
Lord and master hear me call!
Ever seems the flood to fill,

(20) Ah, he’s com­ing! see,
Gre­at is my dismay!
Spi­rits rai­sed by me
Vain­ly would I lay!

(21) “To the side
Of the room
Hasten, broom,
As of old!
Spi­rits I have ne’er untied
Save to act as they are told.”

(The Sorcerer’s Apprentice)
a trans­la­ti­on of Der Zau­ber­lehr­ling by Johann Wolf­gang von Goethe

 

-

Das *Ori­gi­nal*

(1) Hat der alte Hexenmeister
Sich doch ein­mal wegbegeben!
Und nun sol­len sei­ne Geister
Auch nach mei­nem Wil­len leben.

(2) Sei­ne Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wun­der auch.

(3) Wal­le! walle
Man­che Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Was­ser fließe
Und mit rei­chem, vol­lem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

(4) Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlech­ten Lumpenhüllen!
Bist schon lan­ge Knecht gewesen:
Nun erfül­le mei­nen Willen!

(5) Auf zwei Bei­nen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

(6) Wal­le! walle
Man­che Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Was­ser fließe
Und mit rei­chem, vol­lem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

(7) Seht, er läuft zum Ufer nieder!
Wahr­lich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blit­zes­schnel­le wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.

(8) Schon zum zwei­ten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Was­ser füllt!

(9) Ste­he! stehe!
Denn wir haben
Dei­ner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

(10) Ach, das Wort, wor­auf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!

(11) Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hun­dert Flüsse
Stür­zen auf mich ein!

(12) Nein, nicht länger
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Wel­che Mie­ne! wel­che Blicke!

(13) O, du Aus­ge­burt der Hölle!
Soll das gan­ze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Was­ser­strö­me laufen.

(14) Ein ver­ruch­ter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wie­der still!

(15) Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem schar­fen Bei­le spalten!

(16) Seht, da kommt er schlep­pend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Kra­chend trifft die glat­te Schärfe.

(17)Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

(18) Wehe! wehe!
Bei­de Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völ­lig fer­tig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

(19) Und sie lau­fen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch ent­setz­li­ches Gewässer!
Herr und Mei­ster, hör mich rufen! -

(20) Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

(21) “In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu sei­nem Zwecke,
Erst her­vor der alte Meister.”

bookmark_borderWas bleibt unterm Strich ...?

Vom Gast­ar­bei­ter zum Mit­bür­ger - ein Traum, der nur ver­ein­zelt wahr wur­de!
Dem Herrn blo­ed­bab­bler gewidmet ....


 
Ras­sis­mus / Anti-Rassismus
".. inkon­se­quen­te Anti­ras­si­sten, die fest­ge­fah­re­ne Grup­pen­iden­ti­tä­ten in den Vor­der­grund stel­len statt den ein­zel­nen Men­schen. Ein sol­cher Anti­ras­sis­mus habe näm­lich "das Poten­zi­al, die Gesell­schaft auf ähn­li­che Wei­se zu spal­ten wie der Ras­sis­mus selbst. Weil es eben nicht um die Men­schen geht, son­dern um die Attri­bu­te, die man ihnen zuschreibt." Den Ras­sis­mus, erklärt Abdel-Samad, bekämp­fe man daher am besten durch das Lösen star­rer Loya­li­tä­ten und .. über­kom­me­nen Iden­ti­täts­scha­blo­nen, die wir alle mit uns her­um­schlep­pen. An deren Stel­le sol­le eine welt­of­fe­ne Kul­tur des Plu­ra­lis­mus tre­ten, "die sich natür­lich ent­wickelt, nicht aber durch ideo­lo­gi­sches Social Engi­nee­ring einer Iden­ti­täts­po­li­tik, die nur zu noch mehr Spal­tung führt". Die Öff­nung von kol­lek­ti­ven Iden­ti­tä­ten sieht Abdel-Samad nicht zuletzt auch als Vor­aus­set­zung für eine gelun­ge­ne Integrationspolitik .." 

    [aus: "Hamed Abdel-Samad: Wege aus der Iden­ti­täts­fal­le"]

 

 
Nicht alles, was sich wie Ras­sis­mus anhört ist auch Ras­sis­mus. Das vor­weg geschickt will ich hier kei­ne Vor­ur­tei­le fort­füh­ren oder Men­schen, egal woher sie kom­men, irgend­wie wer­ten oder in Schub­la­den stecken.

Zu einer gründ­li­chen Betrach­tung der Bilanz nach mehr als 60 Jah­ren Ein­wan­de­rung, die von den Par­tei­en der bestehen­den Koali­ti­on und eini­gen ande­ren, die nur noch außer­par­la­men­ta­risch ver­tre­ten sind, stets abwei­chend beti­telt wur­de, gehört aller­dings Din­ge beim Namen zu nen­nen und bit­te­re Wahr­hei­ten auszusprechen.

Vie­le Län­der der heu­ti­gen EU began­nen mit einer Ein­wan­de­rungs­po­li­tik ohne die lang­fri­sti­gen Fol­gen zu über­den­ken, und schon gar nicht zu über­wa­chen. Ein­wan­de­rung wur­de als unver­zicht­ba­re Reak­ti­on auf den Arbeits­kräf­te­man­gel ange­se­hen. War das zunächst noch von der Bevöl­ke­rung akzep­tiert, da die "Gast­ar­bei­ter" aus Län­dern kamen, die eine zu Deutsch­land ver­gleich­ba­re Geschich­te und Lebens­art hat­ten, wenig­stens aus christ­lich struk­tu­rier­ten Gesell­schaf­ten stamm­ten, sodass sie sich nur in Klei­nig­kei­ten, wie etwa den Zuta­ten ihrer Haupt­ge­rich­te unter­schie­den. Es dau­er­te aller­dings nicht lan­ge, bis die Stim­mung sich wandelte.

Das änder­te sich grund­le­gend und ohne ent­spre­chen­de Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men durch den Staat als tür­ki­sche Gast­ar­bei­ter in Deutsch­land ein­wan­der­ten, von denen ange­nom­men wur­de, sie wür­den wahr­schein­lich wegen der gesell­schaft­lich und reli­gi­ös so sehr ver­schie­de­nen Auf­fas­sun­gen und fami­liä­rer Lebens­ent­wür­fe, irgend­wann mit ihrem erar­bei­te­ten Ren­ten­an­spruch im Ruhe­stand nach Hau­se zurück­keh­ren wol­len. Die Ent­wick­lung seit­dem stellt sich dem­ge­gen­über kom­plett anders als in die­sen Vor­her­sa­gen ange­nom­men dar.


Das rosi­ge Bild, was ins­be­son­de­re die Lin­ken manch­mal schwär­me­risch ver­brei­ten, ist dabei genau­so falsch, wie der Gegen­ent­wurf der Rech­ten, die ihre Iden­ti­tät aus der Abwer­tung von Ein­wan­de­rern bezie­hen, die sie für 'min­der­wer­tig' hal­ten um sich selbst aufzuwerten. 

 

Die Ver­klä­rung und Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on des­sen, was mit Ein­wan­de­rungs­po­li­tik bzw. Inte­gra­ti­ons­po­li­tik zu errei­chen ist und wie Ein­wan­de­rung die Gesell­schaft des Gast­lan­des berei­chern soll, ist hin­ge­gen ein 'Wohl­fühl­ele­ment' der Lin­ken, die sich dadurch zu bes­se­ren, weil aus­ge­spro­chen altru­isti­schen Men­schen erklä­ren können.

Was fehlt ist eine nüch­ter­ne Fest­stel­lung von Tat­sa­chen, die nicht ver­schweigt, dass aus frem­dem sozio­lo­gi­schen Gefü­ge kom­men­de Men­schen anders geprägt sind und daher einen lan­gen Pro­zess der Ände­rung von Grund­auf­fas­sun­gen vor sich haben, den Vie­le schaf­fen. Vie­le ande­re nie schaf­fen wer­den, weil sie es im Extrem ein­fach nicht wol­len. Da liegt zwar der Wunsch vor im Gast­land zu leben und des­sen Annehm­lich­kei­ten, vor allem die sicher ver­füg­ba­ren sozia­len Lei­stun­gen (im Ver­gleich zum Her­kunfts­land), für die die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung mit ihren Steu­ern zahlt in Anspruch¹ zu neh­men, anson­sten aber so wei­ter zu leben, zu den­ken und sich zu ver­hal­ten wie sie es zuvor gewohnt waren. Ja sogar häu­fig die Lebens­wei­se im 'Gast­land' ver­ächt­lich zu machen, sich damit zu brü­sten wie leicht man den Deut­schen Geld aus der Tasche zie­hen kann.

Wie sich am Bei­spiel der tür­ki­schen Ein­wan­de­rer gezeigt hat ver­lau­fen die Ent­wick­lun­gen völ­lig ver­schie­den zum 'gewünsch­ten' Inte­gra­ti­ons­ge­sche­hen, je nach­dem wel­che sozio­lo­gi­sche Grup­pe die­ser Natio­na­li­tät man betrach­tet. Aus jah­re­lan­ger Beob­ach­tung sind vier Grup­pen grob zu unter­schei­den. Tür­ken mit und ohne Bin­dung an den Islam, Kur­den mit oder ohne reli­giö­se Bin­dung. Es scheint, als ob es zwi­schen die­sen Grup­pen ein Gefäl­le gibt, das die Wahr­schein­lich­keit einer Ein­glie­de­rung in die hie­si­ge Gesell­schaft mehr oder weni­ger wahr­schein­lich macht, und zwar von "wenig wahr­schein­lich" zu "sehr wahrscheinlich":
Streng reli­giö­se Tür­ken, mili­tan­te Kur­den², wenig bis über­haupt nicht reli­giö­se Tür­ken, wenig bis über­haupt nicht reli­giö­se Kurden.

Das Bild wird durch die letz­te Ein­wan­de­rungs­wel­le der Jah­re 2015 (mitt­ler­wei­le zah­len­mä­ßig stark abge­schwächt) bis heu­te noch ver­kom­pli­ziert, denn trotz grund­le­gend glei­cher Reli­gi­ons­ba­sis im Islam ist doch die prak­ti­sche Lebens­füh­rung und damit zusam­men­hän­gen­de Kul­tur der ver­schie­de­nen Eth­ni­en breit gestreut. Die "typi­schen" Ein­wan­de­rer gibt es nicht, wes­we­gen der Ver­such Alle mit den glei­chen Regeln und Maß­nah­men ein­zu­glie­dern schon im Ansatz zum Schei­tern ver­ur­teilt ist. Das ist zugleich ein wesent­li­cher Gesichts­punkt der die Fra­ge auf­wirft, ob wir denn in den nord­west­eu­ro­päi­schen Län­dern über­haupt ein Kon­zept für eine sol­che Inte­gra­ti­on ent­wickeln kön­nen, das die­ser Sach­la­ge gerecht wer­den könnte.

Wovon das Wohl­erge­hen Ein­ge­wan­der­ter abhängt ist an der Art ihrer Beschäf­ti­gung, ihrer reli­giö­sen Bin­dung und ihrer Bereit­wil­lig­keit, sich dem neu­en gesell­schaft­li­chen Gefü­ge anzu­pas­sen fest zu machen. Wesent­lich­stes Ele­ment ist die Fähig­keit sich in der Lan­des­spra­che zu unter­hal­ten, und zwar nicht nur eines Fami­li­en­mit­glie­des, son­dern aller Fami­li­en­mit­glie­der glei­cher­ma­ßen. Ohne Sprach­kennt­nis­se ist jeder Ver­such einer Inte­gra­ti­on zum Schei­tern verurteilt.

Die The­se, es wer­de durch die Arbeit der Zuge­wan­der­ten in die Sozi­al­sy­ste­me ein­ge­zahlt ist zwar kor­rekt, doch hält man dage­gen die Kosten, die eine sol­che Fami­lie ver­ur­sacht, so wird die Bilanz schnell nega­tiv. Dies ins­be­son­de­re, wenn Arbei­ten ver­rich­tet wer­den, die im unte­ren Bereich der Lohn­ska­la ange­sie­delt sind:

- Hier wer­den Antei­le am sozia­len Gefü­ge nur bedingt ein- aber oft in gro­ßem Umfang aus­ge­zahlt. Etwa Kin­der­geld, Wohn­geld, Kran­ken­ver­si­che­rungs­lei­stun­gen und Betreu­ung in Kin­der­gar­ten und Schu­len. In den Schu­len müs­sen für ein­ge­wan­der­te Kin­der erheb­lich höhe­rer Auf­wand und eine schwer auf­zu­ho­len­de Distanz zu alters­glei­chen Kin­dern aus hei­mi­scher Bevöl­ke­rung ange­nom­men wer­den, wofür es zahl­rei­che Bele­ge aus den Schul­ver­wal­tun­gen gibt.

- Die sprach­li­chen und kul­tu­rel­len Unter­schie­de füh­ren schnell zu einer Über­for­de­rung der übli­chen Struk­tu­ren - und obwohl die Schul­ver­wal­tun­gen das erkannt haben und abzu­stel­len ver­su­chen bleibt stets der Satz "Gut gewollt ist nicht gleich gut gemacht!" aktu­ell, weil sich das Bild vom Ver­wal­tungs­schreib­tisch aus oft in wirk­lich­keits­frem­de Akti­on ergiesst, die am Man­gel nichts ändert, son­dern sogar wei­te­re Stö­run­gen her­vor­ru­fen kann. 

Was bis­her erör­tert wur­de gilt für die erste Genera­ti­on. Die Bilanz für die zwei­te und wei­te­re Genera­tio­nen derer, die sich aus ver­schie­den­sten Grün­den nicht ein­glie­dern wol­len oder es man­gels intel­lek­tu­el­ler Fähig­kei­ten schlicht­weg nicht kön­nen, sieht beson­ders schlimm aus:

Die Kin­der ler­nen ein Rol­len­ver­ständ­nis, das von dem unse­ren extrem abwei­chen kann. Etwa, was die Rol­le der Frau angeht. Wenn Jun­gen unge­bremst die Macho­al­lü­ren aus­le­ben dür­fen, wäh­rend Mäd­chen in die­nen­de, unter­wür­fi­ge Rol­len gedrängt wer­den, kann das nicht gut gehen. Die so zu klei­nen männ­li­chen Tyran­nen erzo­ge­nen Kna­ben, durch den Islam bestärkt alle Anders­gläu­bi­gen und Ungläu­bi­gen sei­en min­der­wer­ti­ge Krea­tu­ren, beneh­men sich auch Per­so­nen außer­halb ihres Kul­tur­krei­ses, gegen­über so, wie sie es gelernt haben: 

Über­heb­lich, auf­müp­fig, frech, ver­ächt­lich - oder eine Kom­bi­na­ti­on davon. 


Die Über­be­to­nung männ­li­cher Pri­vi­le­gi­en schafft eine Schicht von Her­an­wach­sen­den, die kei­ne Gren­zen mehr akzep­tiert und sich schon dadurch von der Kern­be­völ­ke­rung ganz wesent­lich unter­schei­det, sich auch bewusst abhebt und schließ­lich nicht mehr ein­glie­dern und anpas­sen will.

 

Dem ste­hen dia­me­tral ande­re Grup­pen gegen­über, die sich 'ein­glie­dern', indem sie als 'deut­sche Tugen­den' beschrie­be­ne Ver­hal­tens­wei­sen über­neh­men, ja manch­mal sogar über­kom­pen­sie­ren, indem sie die­se Ver­hal­tens­mu­ster aus­ge­präg­ter zei­gen als Geburts­deut­sche. Men­schen aus die­ser Grup­pe, nicht nur Kin­der und Jugend­li­che, son­dern ins­be­son­de­re ihre Eltern, dür­fen gleich­wohl als die "Erfolg­rei­chen" ange­se­hen wer­den, denen eine naht­lo­se Inte­gra­ti­on in weni­gen Jah­ren gelingt und wei­ter­hin, in Fol­ge­ge­nera­tio­nen, gelin­gen wird. Es zeich­net sich deut­lich ab, dass zwi­schen den Extre­men die Unter­schie­de zwei wesent­li­che Ursa­chen haben:

Reli­gi­on und Intellekt.

"Alle Deut­schen sind Über­flie­ger und kön­nen alles errei­chen" - das ist ein immer noch vor­han­de­ner Trug­schluss der zum Wohl der Gesell­schaft ins­ge­samt ein­mal demon­tiert und offen kom­mu­ni­ziert wer­den soll­te - und das gilt ver­gleichs­wei­se natür­lich für Men­schen aus ande­ren Kul­tur­krei­sen und Lebens­ver­hält­nis­sen. Wenn aber (bei­spiels­wei­se) tür­ki­sche Frau­en so an das Haus gebun­den sind, dass sie trotz Jahr­zehn­te lan­ger Anwe­sen­heit in Deutsch­land immer noch nicht die Spra­che beherr­schen, so deu­tet das auf Absicht oder Gleich­gül­tig­keit hin, die nicht akzep­tiert wer­den kann, wenn man die Errun­gen­schaf­ten der moder­nen Gesell­schaft nicht ad absur­dum füh­ren will.
[Die vor­ge­nann­ten tür­ki­schen Frau­en könn­ten sicher bes­ser leben und mehr tun als in dem engen Gefü­ge in das sie der reli­giö­se Wahn ein­bin­det, nur damit die obi­ge Anmer­kung nicht miss­ver­stan­den wird.]

Um auf eine posi­ti­ve Note zu enden will ich noch von einer syri­schen Fami­lie berich­ten, die aus mei­ner Sicht ein Para­de­bei­spiel für gelun­ge­ne Inte­gra­ti­on ist:
Vater, Mut­ter und drei Söh­ne sind geflo­hen. Alle haben inner­halb von zwei Jah­ren Deutsch gelernt. Die drei Kna­ben besu­chen alle das Gym­na­si­um mit gro­ßem Erfolg. Die Mut­ter, von Beruf Apo­the­ke­rin, hat nicht gewar­tet bis sie in ihrem Beruf etwas fand und hat statt­des­sen in einer Schu­le in der 'Über­mit­tags­be­treu­ung' Arbeit gefun­den. Der Vater, Elek­tro­in­ge­nieur von Beruf, hat eine Fort­bil­dung zu moder­nen CAD-Syste­men & Pro­gram­men gemacht, war ein­ein­halb Jah­re als 'Prak­ti­kant' bei einem Unter­neh­men um die Arbeits­welt ken­nen zu ler­nen, und wur­de dann in ein Fest­an­stel­lungs­ver­hält­nis übernommen.
Nach fünf Jah­ren ist die­se Fami­lie voll inte­griert, sie trägt ihre Kosten selbst und die Söh­ne wer­den alle­samt in höhe­ren Beru­fen wesent­lich zu den Staats­fi­nan­zen bei­tra­gen - wodurch sie mehr ein­zah­len als sie frü­her an Kosten ver­ur­sacht haben.

¹
".. Die Zuwan­de­rung aus nicht-west­li­chen Regio­nen ist in der Regel ungün­stig für die öffent­li­chen Finan­zen. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Her­kunfts­ge­bie­te Kari­bik, West­asi­en, Tür­kei und Nord-, Zen­tral- und West­afri­ka mit Net­to­ko­sten von 200.000 € bis 400.000 € pro Ein­wan­de­rer sowie Marok­ko, Horn von Afri­ka und Sudan mit Net­to­ko­sten von 550.000 € auf 600.000 € pro Ein­wan­de­rer. Zum Ver­gleich: Ein durch­schnitt­li­cher Nie­der­län­der ist in sei­nem Leben unge­fähr „bud­get­neu­tral“.
Aus allen Migra­ti­ons­mo­ti­ven schei­nen west­li­che Ein­wan­de­rer „bes­ser abzu­schnei­den“ als nicht-west­li­che Ein­wan­de­rer. Die Dif­fe­renz beträgt ca. 125.000 € für Arbeits- und Stu­di­en­mi­gran­ten und 250.000 € für Asyl- und Familienmigranten.
Für sich genom­men schei­nen nur zwei Kate­go­rien für die öffent­li­chen Finan­zen der Nie­der­lan­de gün­stig zu sein; Arbeits­mi­gra­ti­on aus west­li­chen Län­dern (außer mit­tel- und ost­eu­ro­päi­schen Län­dern), Asi­en (außer Mitt­le­rer Osten) und Latein­ame­ri­ka sowie Stu­di­en­mi­gra­ti­on aus der EU. Alle ande­ren For­men der Zuwan­de­rung sind besten­falls haus­halts­neu­tral oder haben erheb­li­che nega­ti­ve fis­ka­li­sche Auswirkungen .. "
['..As regards the net con­tri­bu­ti­on of immi­grants to public finan­ces, the­re are sub­stan­ti­al dif­fe­ren­ces be-
tween groups with dif­fe­rent migra­ti­on moti­ves as regi­stered by the Dut­ch Immi­gra­ti­on and Naturali-
sati­on Ser­vice (IND). Only labour migra­ti­on gene­ra­tes a posi­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of, on average,
€125,000 per immi­grant. Stu­dy migra­ti­on shows, on average, a nega­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of
€75,000. Fami­ly migra­ti­on shows, on average, a nega­ti­ve net con­tri­bu­ti­on of about €275,000 per im-
migrant. Asyl­um migra­ti­on shows a nega­ti­ve figu­re as well, amoun­ting to an average of €475,000 per
immigrant.
The­re are also con­si­derable dif­fe­ren­ces by regi­on of ori­gin. On average, Western immi­grants make a
posi­ti­ve con­tri­bu­ti­on of €25,000, while non-western immi­grants cost near­ly €275,000. Wit­hin the cat-
ego­ries Western and non-Western the­re is, howe­ver, much varia­ti­on..'
ebda.]
„Der gren­zen­lo­se Wohl­fahrts­staat“ Jan van de Beek, Hans Roo­den­burg, Joop Har­tog und Ger­rit Kref­fer, 2021, Amster­dam School of Eco­no­mics. [Link: Gren­zel­o­ze Verz­or­gings­staat]

²
".. Die Kur­di­sche Arbei­ter­par­tei PKK tritt heu­te bei ihrem Kampf für die Rech­te der Kur­den am mili­tan­te­sten auf, auch wenn sie mili­tä­risch kaum Chan­cen gegen die tür­ki­sche Armee hat. Spek­ta­ku­lä­re Aktio­nen bis hin zu Selbst­ver­bren­nun­gen und ter­ro­ri­sti­schen Anschlä­gen mar­kie­ren über Jahr­zehn­te die Poli­tik der PKK .." - so eine 'offi­zi­el­le' Dar­stel­lung im ZDF, die ich mir nicht zu eigen mache.

bookmark_border"You’re allowed to have your own opinions - but not your own facts"
"Du darfst eine eigene Meinung haben - aber nicht eigene Fakten."

Das Zitat in der Titel­zei­le stammt von einem ame­ri­ka­ni­schen Staats­mann [Daniel_Patrick_Moynihan] - und ja, die gab es dort frü­her tat­säch­lich als Regel, nicht als Ausnahme.

In die­sem Zitat steckt - kurz aus­ge­drückt - die Abwer­tung der gesam­ten Amts­füh­rung des abge­wähl­ten US Prä­si­den­ten, der von 2016 bis 2020 sein Unwe­sen getrie­ben und immer noch Ambi­tio­nen hat, sich noch ein­mal 'in den Ring zu bege­ben'.

Was für die Poli­tik gilt ist in den Natur­wis­sen­schaf­ten noch sehr viel wich­ti­ger - und es soll­te uns zu den­ken geben, dass es für Gei­stes­wis­sen­schaf­ten nicht zutrifft. Es dort also kei­ne beleg­ba­ren Fak­ten gibt, son­dern allen­falls Strö­mun­gen des Den­kens, die von grö­ße­ren Zah­len der aus dem glei­chen Fach stam­men­den Wis­sen­schaft­ler so als 'rich­tig' oder min­de­stens 'rele­vant' betrach­tet werden.

Die Natur­wis­sen­schaf­ten erfor­dern - um mit­spre­chen zu kön­nen - je nach Fach immer ein bestimm­tes Basis­wis­sen, dass nur mit eini­gem Auf­wand erar­bei­tet wer­den kann. Ich zitie­re mich hier ein­mal selbst:

 
In die­sem Zusam­men­hang fällt uns doch sogleich auf, dass es einen wesent­li­chen Ein­fluss­fak­tor in unse­rem Land (und nicht nur da!) gibt, der sich weder der einen, noch der ande­ren Wis­sen­schafts­rich­tung zuord­nen lässt und trotz­dem gro­ße Sum­men an öffent­li­chen Gel­dern verschlingt:

Die Reli­gi­onswis­sen­schaf­ten.

Die Basis der Reli­gi­on ist eine irgend­wie gear­te­te fik­ti­ve Enti­tät, die in einer fik­ti­ven Ebe­ne des Seins ange­sie­delt sein soll und fik­ti­ve Ansprü­che - selt­sa­mer­wei­se - nur an die Spe­zi­es "Homo sapi­ens" stellt.

Soviel Unge­wiss­heit - und so vie­le Inter­pre­ten für den Wil­len die­ser 'höhe­ren Macht', die alle­samt von der Gut­gläu­big­keit von Men­schen leben, die ihr Leben aus dem Bauch her­aus und nicht auf Fak­ten basie­rend füh­ren. Das sind mitt­ler­wei­le weni­ger als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung - und den­noch wer­den die 'Geist­li­chen' von der ande­ren Hälf­te der Steu­er­zah­len­den mitfinanziert. 

Dazu kurz die Infor­ma­ti­on, die ich mit Stau­nen las:
Alle Geist­li­chen, Bischö­fe und höhe­ren Char­gen egal wel­cher Kir­chen wer­den aus Steu­er­gel­dern bezahlt - nicht aus Kir­chen­steu­er, nein, wie Staatsbedienstete!
Die­ses Geld fehlt an ande­rer Stel­le, bei­spiels­wei­se für Schu­len und Stra­ßen­bau, bzw. -unter­hal­tung. Vor dem Hin­ter­grund ist es auch bedeut­sam zu wis­sen, dass selbst die unter kirch­li­cher Lei­tung ste­hen­den sozia­len Ein­rich­tun­gen und Kran­ken­häu­ser über­wie­gend aus staat­li­chen Mit­teln, manch­mal bis zu 90% (!) bezahlt werden.

bookmark_borderWas uns - jetzt (noch) - und was spätere Generationen wahrscheinlich 'ausmacht' ....

Wie bekannt ist die Welt voll von Vor­ur­tei­len. Nun, nicht 'die Welt' abso­lut, son­dern die Men­schen auf der Welt. Vor­ge­ge­ben sind bei Men­schen nur eini­ge grund­sätz­li­che Bedürf­nis­se, die man so bei allen Tie­ren auf dem Pla­ne­ten fin­det: Nah­rungs­auf­nah­me, Fort­pflan­zung, Selbsterhaltung.

Was dar­über hin­aus geht ist aner­zo­gen und dazu­ge­lernt. Durch die Eltern, die erwei­ter­te Fami­lie, das Wohn­um­feld und die regio­na­len Bedin­gun­gen kom­men all die Erfah­run­gen zustan­de, die letzt­lich die Per­sön­lich­keit eines jeden Men­schen formen.

Wie­so sich mit die­sem The­ma befassen?
Weil es wesent­li­che Unter­schie­de gibt, wie das heu­te pas­siert - im Ver­gleich zu dem, wie es noch vor 50 Jah­ren ablief. Men­schen sind vom Grund­mu­ster her gleich geblie­ben, aber die Per­sön­lich­keits­bil­dung hat enor­men Wan­del durch­ge­macht. Das will ich ein­mal mit einer Gra­fik darstellen:

Obe­re Abbildung
Der Erzie­hungs­pro­zess war frü­her eine wesent­li­che Ein­fluss­nah­me der Eltern (hell­grün), die mit Her­an­wach­sen vom Umfeld­ler­nen und vom Erfah­rungs­ler­nen modi­fi­ziert wur­den. Men­schen wur­den dem­nach durch Eltern, erwei­ter­te Fami­lie und unmit­tel­ba­res sozia­les Umfeld geprägt.

Unte­re Abbildung
Der 'moder­ne' Mensch wächst bereits unter immer umfang­rei­cher und schrei­en­der wer­den­den Fremd­ein­flüs­sen auf. Eltern~ und Fami­li­en­ein­fluss sind stark redu­ziert, weil schon in frü­he­stem Kin­des­al­ter der erdrücken­de Medi­en­ein­fluss die­se vom Umfang her ein­schränkt und so indi­rekt zurück­drängt. Bestes Bei­spiel sind hier die Sechs­jäh­ri­gen, die auf dem Mobil­te­le­fon herumdaddeln!

Die sozia­le Bin­dung wird mit den Jahr­zehn­ten des Ein­flus­ses moder­ner Medi­en auf­ge­löst. Gleich­zei­tig wird die Tie­fe von Infor­ma­ti­on redu­ziert: Vie­le wis­sen immer mehr Ober­fläch­li­ches, spe­zi­el­les Wis­sen geht der Mas­se ver­lo­ren. Anstatt aus rea­len Ein­wir­kun­gen und Vor­komm­nis­sen Erfah­run­gen zu sam­meln wer­den unkri­tisch 'tal­king points' auf­ge­nom­men. Was dazu führt, dass schon Kin­der, und vor allem Jugend­li­che, welt­um­span­nen­den Trends aus­ge­lie­fert sind. Sie haben das kri­ti­sche Den­ken und Hin­ter­fra­gen von Mei­nun­gen - frü­her von Eltern und Umfeld mit­ge­teilt und ein­ge­ord­net - noch nicht gelernt, und gehen so den Ein­flüs­sen von Wer­bung und so genann­ten 'trend­set­tern' (influ­en­cern) auf den Leim.


Die­se Ent­wick­lung ist oben nicht im Zeit­ver­lauf, son­dern als Gegen­satz dar­ge­stellt. Man muss sie sich jedoch als lang­sam schlei­chen­den Pro­zess vor­stel­len, der im wesent­li­chen dafür ver­ant­wort­lich ist, dass heu­te nicht Fak­ten abge­wo­gen wer­den um zu einer kor­rek­ten Betrach­tung der Welt zu kom­men, son­dern Abzieh­bil­der über­nom­men wer­den, geschaf­fen von einer über­mäch­ti­gen Medi­en­welt, in der Mei­nun­gen als Wahr­hei­ten ver­brei­tet wer­den.
 

 

bookmark_borderAloisius herbei!

Hülf­him­mi­k­reizsag­ga­ra­ment!

  Luja sag' i ...! 

  CC BY-SA 2.5
 
 

Der frü­he­re Dienst­mann - jetzt "Engel" - Aloi­si­us wur­de in einer Geschich­te von Lud­wig Tho­ma vom Him­mel zur Erde zurück geschickt, damit er der Baye­ri­schen Regie­rung den gött­li­chen Rat­schluss über­bringt. Abge­lenkt vom Getrie­be der Haupt­stadt jedoch geneh­migt er sich eine Maß Bier, und noch eine, und .... so war­tet die Baye­ri­sche Regie­rung bis heu­te auf die gött­li­che Erleuchtung.

Und der baye­ri­sche Landtag?

Na, der hat in der letz­ten Woche bewie­sen, dass er viel drin­gen­der einen gött­li­chen Rat braucht:
„ .. Die CSU will mit Unter­stüt­zung der 'Frei­en Wäh­ler' und den Grü­nen (!) in einer Stu­die unter­su­chen las­sen, ob durch homöo­pa­thi­sche Mit­tel der Ein­satz von Anti­bio­ti­ka gesenkt wer­den kann. Die Frei­en Demo­kra­ten sind ent­setzt: "Das Vor­ha­ben der baye­ri­schen Staats­re­gie­rung ist fahr­läs­sig, weil es bereits mit der Fra­ge­stel­lung sug­ge­riert, dass homöo­pa­thi­sche Mit­tel wie Glo­bu­li mul­ti­re­si­sten­te Kei­me bekämp­fen könn­ten“, sag­te der FDP-Poli­ti­ker Domi­nik Spit­zer. Bis­her habe kei­ne wis­sen­schaft­li­che Stu­die bewei­sen kön­nen, dass homöo­pa­thi­sche Mit­tel allein gegen Beschwer­den wirkten .. "

Real­sa­ti­re vom Feinsten.
Applaus gab es - wie zu erwar­ten - von Heil­prak­ti­ker­sei­te. Die auch in die­ser Stel­lung­nah­me eine längst wegen gro­ber Män­gel deklas­sier­te Stu­die bei Inten­siv­pa­ti­en­ten mit Sep­sis¹ aus dem Hut zaubern. 

Die Steu­er­zah­ler kostet die­se völ­lig unnö­ti­ge und unsin­ni­ge Stu­die wohl so um 400.000 €uro ....


Eine Fra­ge zum Nachdenken:
Die Homöo­pa­thie gab es schon vie­le Jahr­zehn­te VOR der Ein­füh­rung von Anti­bio­ti­ka - sie hat schwe­re & schwer­ste Infek­tio­nen weder abge­mil­dert noch geheilt. Wie­so soll­te es nun plötz­lich eine Wir­kung geben, wo doch frü­her nie eine nach­ge­wie­sen wer­den konnte?
 

 

¹ " ..Die Leta­li­tät der Sep­sis ist in Deutsch­land mit ca. 40% deut­lich höher als in ande­ren Län­dern. Es gibt drin­gen­den Bedarf an Ver­bes­se­run­gen, ein Blick in ande­re Län­der mag hel­fen, aber Unter­su­chun­gen zum Nut­zen vom Homöo­pa­thie sind eine Ver­schwen­dung von Res­sour­cen.. " [Quel­le]

bookmark_borderKlimaforschung: Kleines Klima-1x1

02|2019

Die Situation:

1.   Es wird wärmer 

2.   Grund sind unse­re Aktivitäten 

3.   Zwei­fels­frei ...!   

4.   Die Zeit wird knapp 

5.   Noch kön­nen wir den Kol­laps abwenden 

------------------------------------------------------------------- 

6.   DAS KLEIN GEDRUCKTE:   

  • Nur wenn umge­hend und umfas­send der Aus­stoß von CO2 redu­ziert, der Ver­brauch von fos­si­len Brenn­stof­fen ein­ge­dämmt und der Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gie­er­zeu­gung beschleu­nigt wird. 
  • 02|2019

    bookmark_borderDeniz Y. Dix

    "X. hat nach Ende sei­nes Stu­di­ums erkannt, dass der Schul­dienst sei­ne aka­de­mi­sche Neu­gier nicht stil­len wer­de und such­te des­we­gen Her­aus­for­de­run­gen außer­halb die­ses Berufs­fel­des".

    Es ist eine bekann­te und nicht ganz ehr­li­che Vor­ge­hens­wei­se, dass ein Lehr­amts­stu­di­um absol­viert wird, ohne das Ziel in den Schul­dienst zu gehen. Krea­tiv ver­brämt und *posi­tiv* aus­ge­drückt heißt es so wie im Ein­gangs­satz (oben, blau) dar­ge­stellt. Nicht ganz wahr, aber auch nicht ganz unwahr, Herr Dix kennt sich da aus, er hat dazu einen "Schnell­kurs" abge­hal­ten, der als Video auf­ge­zeich­net wur­de ["Crash­kurs Lügen­er­ken­nung"].

    Will man beim Stu­di­um Auf­wand spa­ren, so ist die­ser Neben­weg über das Lehr­amts­stu­di­um ein pro­ba­tes Mit­tel, es win­ken meh­re­re Vor­tei­le als 'Beloh­nung':

    - Zunächst wer­den in beson­ders für sie ein­ge­rich­te­ten Fächern Lehr­amts­stu­den­ten auf einem in den Schu­len benö­tig­tes Niveau unter­rich­tet. Das liegt fast immer unter dem, was die Haupt­fach­kom­mi­li­to­nen ler­nen müs­sen. "Stu­di­um light", bei gerin­ge­rem aka­de­mi­schen Anspruch hat der so Stu­die­ren­de noch einen Zeitgewinn.

    - Die Bezeich­nung des stu­dier­ten Faches ist in der über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le gleich. Lai­en wis­sen das häu­fig nicht, sie sehen nur die Bezeich­nung, ken­nen nicht den Unter­schied, und das bringt daher das glei­che Pre­sti­ge - bei gerin­ge­rem Auf­wand! Aus "Lehr­amt für Gym­na­si­en mit den Fächern Phi­lo­so­phie und Sozi­al­kun­de" wird dann "Lehr­amt Sozi­al­kun­de · Bil­dungs­wis­sen­schaf­ten · Lehr­amt Phi­lo­so­phie · (Trier)" und beim hpd wird dar­aus "Er stu­dier­te Poli­tik­wis­sen­schaft und Phi­lo­so­phie an der Uni­ver­si­tät Trier". 

     

    Die son­der­ba­re Meta­mor­pho­se von "Sozi­al­kun­de" zu "Sozi­al­wis­sen­schaf­ten" zu "Poli­tik­wis­sen­schaf­ten" kann wahr­schein­lich nur Herr Dix erschöp­fend erklä­ren. Offi­zi­ell sind näm­lich bei­de Fächer völ­lig ver­schie­den nach Inhalt und Ausrichtung.


    Die Stadt Frei­berg zu "Wich­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten der Stadt"

    Ich habe mir erst mal das "Werk" von Herrn Dix mit dem Titel "Besti flok­ku­rinn¹; Der Erfolg einer Sati­re­par­tei" [Stu­di­en­ar­beit aus dem Jahr 2014] bestellt. 13,99€ für 24 Sei­ten ist ein stol­zer Preis, ich soll­te viel­leicht mei­ne Diplom­ar­beit [> 80 Sei­ten, 800 Labor- und 600 Feld­ar­beits­stun­den; Dau­er 18 Mona­te] in ein Buch umwan­deln. Das wären umge­rech­net ca. 54,-€ pro Exem­plar, die noch den Vor­teil hät­ten, dass sie - nach­prüf­bar - das Wis­sen über die Ent­wick­lung von Amei­sen wäh­rend der Pup­pen­pha­se auf eine höhe­re Stu­fe geho­ben haben. 

    Gro­ße Span­nung, ich wer­de das Werk des Herrn Dix stu­die­ren. Wie es Zufäl­le so an sich haben sind sie für die Einen ganz hilf­reich, den Ande­ren kom­men sie höchst unge­le­gen. Über Pla­gi­ats­fäl­le in der Wis­sen­schaft ist in den letz­ten Jah­ren so man­cher Möch­te­gern-Wis­sen­schaft­ler gestol­pert und am Ende war die erlo­ge­ne Repu­ta­ti­on per­dü! Mal sehen, wie es um das Polit-Werk tat­säch­lich steht und ob es einer gründ­li­chen Prü­fung stand­hält. Wenn Alles schief läuft und es weder mit phi­lo­so­phi­schen Tex­ten noch mit Lehr­amt läuft hat Herr Dix ja noch das *fall-back* als Poli­ti­ker in der Sati­re-Par­tei "Die Partei" ...

    In einem jüngst ver­öf­fent­lich­tem Arti­kel beim hpd ver­tritt Herr Dix - nicht ganz unum­strit­ten, wie die Dis­kus­si­on zeigt - eini­ge The­sen zur Wahr­neh­mung der Phi­lo­so­phie, genauer:
    Zur fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des­sen, was eini­ge wich­ti­ge Phi­lo­so­phen gesagt bzw. was sie - Dix' Mei­nung nach hat­ten sagen wol­len. Voll Beschei­den­heit schob er spä­ter ein er habe nur den aktu­el­len Stand der Kennt­nis­se refe­riert. Aha, dann ist ja alles in But­ter, es sind *Ande­re* die in Zwei­fels­fäl­len den schwar­zen Peter haben ....

    Was in den Gei­stes­wis­sen­schaf­ten [Zitat: ".. .."] unter Klar­heit ver­stan­den wird demon­striert sehr schön das nach­fol­gen­de Bild­zi­tat in dem Herr Dix auf eine Leser­fra­ge ant­wor­tet - mög­li­cher­wei­se erken­ne Sie, lie­be Lesen­de, was er eigent­lich sagen wollte ...?

    Nun möch­te ich noch eine Abbil­dung anfü­gen, die sehr ele­gant zusam­men­fasst wie die obi­gen Ein­las­sun­gen des Herrn Dix zu Sin­ger aus mei­ner Sicht ein­zu­ord­nen sind:

    ¹ Besti flok­ku­rinn ist Islän­disch, es bedeu­tet "The best par­ty", zu Deutsch "Die beste Partei" → 
    Wei­te­re Quellen:
    https://de-de.facebook.com/denizdix
    https://dubito-magazin.de/author/deniz-y-dix/
    http://vereins.wikia.com/wiki/Freiberg
    Bild Deniz Y. Dix → CC-BY-SA-4.0; 12. April 2016; Source www.partei-rlp.de; Aut­hor Isa­bel­la Zühlke.

    bookmark_borderWer hat's erfunden?


    [Quel­le]

    Über­set­zung:


    ... im Ver­gleich dazu scheint das öffent­li­che Schul­sy­stem der Ver­ei­nig­ten Staa­ten (eine Idee, die übri­gens wir erfun­den haben) außer­or­dent­lich kleinlich ... 

    Als ich die­se Aus­sa­ge las dach­te ich "Das kann so nicht rich­tig sein - das ist bestimmt wie­der so eine hoch­tra­ben­de ame­ri­ka­ni­sche Aus­sa­ge, die jeder Wahr­heit entbehrt!" 

    Was in sol­chen Fäl­len hilft ist, sich schlau zu machen und nach den Anfän­gen des "Öffent­li­chen Schul­sy­stems" zu suchen. Gefun­den habe ich zuerst eine Zusam­men­stel­lung zu den Schu­len die vor dem Jahr 1500 nach­weis­lich vor­han­den waren und dann vie­le der danach begrün­de­ten Schulen.

    Dann stieß ich auf einen Arti­kel beim Deutsch­land­funk, der unter dem Titel "300 Jah­re Schul­pflicht; Bil­dungs­hi­sto­ri­ker: Schu­le muss sich selbst neu erfin­den kön­nen" die Ereig­nis­se von 1717 [Erstes Friedrich'sches Dekret zur Unter­richts­pflicht¹], 1763 [Gene­ral­land­schul­re­gle­ment] und 1794 [All­ge­mei­nes Land­recht für die Preu­ßi­schen Staa­ten²] in einer Dis­kus­si­on darstellt.

    Doch das preu­ßi­sche Bil­dungs­re­gle­ment stand nicht ganz am Anfang, "Die Zeit" ord­net es - nach Erfor­schung meh­re­rer Quel­len - eher ein hal­bes Jahr­hun­dert frü­her im Jah­re 1657 ein:

    Ein all­ge­mei­nes Schul­recht, ver­bun­den mit einer Schul­pflicht für alle Kin­der, scheint end­gül­tig ab 1874 bestan­den zu haben³.

    Dage­gen ste­hen die Daten aus der Kolo­nia­li­sie­rung der U.S.A.:
    1607 Jame­stown Colony
    1620 Besie­de­lung durch die "Pil­ger­vä­ter"
    1776 Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung; Grün­dung der Ver­ei­nig­ten Staaten
    17871788 Verfassung
    18041806 Lewis-und-Clark-Expe­di­ti­on von
    1842 Land­nah­men durch Sied­ler auf den Trecks nach Westen
    1861 – 1865 Bürgerkrieg

    Abge­se­hen davon, dass es ein umfas­sen­des, all­ge­mei­nes Schul­recht für Preu­ßen erst im Jahr 1794 gege­ben hat, waren doch schon seit min­de­stens dem Jah­re 1500 höhe­re Bil­dungs­an­stal­ten in Deutsch­land flä­chen­deckend vor­han­den. Das war etwa die Zeit, in der Ame­ri­ka gera­de ent­deckt wur­de [Okto­ber 1492]. 

    Es scheint zudem vor dem Hin­ter­grund der Geschich­te der U.S.A. [sie­he aus­zugs­wei­se Zeit­ta­fel oben] wenig wahr­schein­lich, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten das Schul­sy­stem "erfun­den" haben als sie noch dabei waren den Westen zu besie­deln, und als es noch weni­ger als 35 Staa­ten in die­sem Land gab. Die Auf­nah­me von Ter­ri­to­ri­en in den Ver­bund setz­te sich über­wie­gend bis 1846, teil­wei­se noch ins 20. Jahr­hun­dert fort.

    Ich habe trotz inten­si­ver Suche kei­nen Beweis dafür gefun­den, dass das Schul­sy­stem für Alle [All­ge­mei­ne Schul­pflicht] in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka *erfun­den* wur­de. Inso­weit hat sich mein erster Gedan­ke zu dem Zitat ganz oben auf die­ser Sei­te bestä­tigt. Soll­ten Sie, lie­be Lesen­de, dazu etwas wis­sen, so bit­te ich um Mit­tei­lung um hier even­tu­el­le Kor­rek­tu­ren vor­neh­men zu können. 

    Dan­ke!

    ¹

    ²

    ³

    Zita­te aus Leser­kom­men­ta­ren zu Arti­kel in der "Washing­ton Post":
    1.
    Hey, may­be our kids would bet­ter be able to make friends if they were edu­ca­ted enough to be able to car­ry on a con­ver­sa­ti­on about some­thing bes­i­des styles and drugs and phones.

    2.
    Die­ses Zitat spielt dar­auf an, dass es eine zuneh­men­de Zer­split­te­rung des Schul­sy­stems gibt, die teil­wei­se aus reli­giö­sen Krei­sen her­vor­ge­ru­fen wur­de, da dem all­ge­mei­nen Schul­sy­stem unter­stellt wird es *bekämp­fe* den Glau­ben bzw. neh­me nicht die reli­giö­sen Stand­punk­te (Bei­spiel: Evo­lu­ti­on vs. Schöp­fungs­ge­schich­te) aus­rei­chend ernst.

    Ein wei­te­res Zitat:

    Inter­na­tio­na­ler Ver­gleich und Kritik
    Im Ver­gleich zu ande­ren ent­wickel­ten Staa­ten errei­chen die Fähig­kei­ten der Schü­ler und Absol­ven­ten oft nur unter­durch­schnitt­li­che Lei­stun­gen. In den PISA der OECD beleg­ten 2003 in Mathe­ma­tik 15-jäh­ri­ge den 24. Platz, in Natur­wis­sen­schaf­ten den 19. Platz, in Lesen den 12. Platz und in Pro­blem­lö­sungs­fä­hig­kei­ten den 26. Platz. Teil­ge­nom­men an der Stu­die hat­ten 38 Staa­ten. Bei­na­he jeder drit­te Ame­ri­ka­ner ver­lässt die Schu­le ohne Abschluss.[2] Vie­le Wirt­schafts­füh­rer haben dahin­ge­hend Beden­ken geäu­ßert, dass die Qua­li­tät des US-Bil­dungs­sy­stems in sei­ner Gesamt­heit unter einem akzep­ta­blen Niveau liegt.

    Sie­he dazu noch
    Eine Fra­ge des Gel­des?; Das Bil­dungs­sy­stem der USA

    bookmark_borderVom Nutzen "Förmlicher Bildung"

    Ver­schie­dent­lich wird in Web­logs die Fra­ge auf­ge­wor­fen, inwie­weit "förm­li­che Bil­dung" - wor­un­ter eine durch staat­li­che Stel­len (Hoch­schu­le, Fach­hoch­schu­le, Kunst­aka­de­mie etc.) abge­nom­me­ne, also "aka­de­mi­sche" Prü­fung ver­stan­den wird - nötig oder nütz­lich ist.

    Las­sen Sie mich vor­ab eine Fest­stel­lung machen:
    Es ist für den "Wert" eines Men­schen uner­heb­lich, ob jemand eine sol­che Prü­fung absol­viert hat oder nicht. Prü­fun­gen sagen nichts über den Cha­rak­ter der/des Titelträgerin/Trägers aus. Der "Wert" eines Men­schen bestimmt sich allei­ne durch sei­ne Handlungen.

    Dies vor­weg­ge­schickt, kom­me ich nun zurück zur Eingangsfrage:
    Was oder wem nützt eine aka­de­mi­sche Bildung?

    ad 1:
    Berufs­aus­übung
    Für ver­schie­de­ne Beru­fe ist eine abge­schlos­se­ne Hoch­schul­aus­bil­dung zwin­gend gefor­dert. Die Fra­ge, ob dies für eini­ge Beru­fe noch zeit­ge­mäß ist, sei dahin­ge­stellt - Tat­sa­che ist jedoch, daß Jenen, die sie nicht auf­zu­wei­sen haben, sol­che Beru­fe ver­schlos­sen sind.

    Das wirft zwei Pro­ble­me auf.
    Zum Einen das Pro­blem der sozia­len Ein­stu­fung(a), die gemein­hin mit der Tätig­keit in direk­tem Ver­hält­nis steht;
    zum Ande­ren das Pro­blem des Selbst­wert­ge­füh­les(b) der­je­ni­gen, die von einer sol­chen Rege­lung betrof­fen, ja, aus eige­ner Sicht "benach­tei­ligt" sind.

    zu 1(a)
    Sozia­le Ein­stu­fung:
    Es ist unbe­strit­ten ein Man­gel unse­res Systems, die sozia­le Stel­lung von der beruf­li­chen Tätig­keit her zu bestimmen.
    "Amts­trä­ger" sind so übli­cher­wei­se nicht nur im Amte pri­vi­li­giert, son­dern auch in ihrer Pri­vat­sphä­re. Sie erfah­ren eine Son­der­be­hand­lung (sprich: Bes­ser­be­hand­lung) gegen­über den Nicht-Amtsträgern.

    Dies erscheint zumin­dest unpas­send, denn - um ein Bei­spiel zu nen­nen - wenn ein Bür­ger­mei­ster ohne offi­zi­el­le Funk­ti­on z. B. ein Schüt­zen­fest besucht, hat er sich für ein Getränk genau­so anzu­stel­len wie jeder ande­re Fest­platz­be­su­cher auch.
    Bekannt ist aber, daß dies nicht so pas­siert, weil
    ent­we­der der Amts­in­ha­ber sich pri­vi­li­giert fühlt - und ent­spre­chen­de Son­der-Behand­lung erwartet,
    oder die Umge­bung - in typisch deut­scher Manier des "vor­aus­ei­len­den Gehor­sams" - alles dar­an setzt, ver­meint­li­che "Hin­der­nis­se" aus dem Weg zu räumen.

    Es ist daher an der Zeit, eine kla­re Unter­schei­dung nach Amts­funk­ti­on und Pri­vat­funk­ti­on - in Abhän­gig­keit von der jewei­li­gen Situa­ti­on - zu for­dern und "fal­sche" Pri­vi­le­gi­en von fal­schen Auto­ri­tä­ten, die mit die­ser Tei­lung ver­bun­den sind, end­gül­tig aufzuheben.

    zu 1(b)
    Selbst­wert­ge­fühl:
    In einer Gesell­schaft, in der zuneh­mend auf die Initia­ti­ve der/des Ein­zel­nen gesetzt wird, ist es ein Ana­chro­nis­mus den glei­chen Men­schen die Ent­schei­dungs­be­fug­nis für Ihre Hand­lun­gen zu ver­weh­ren. Den­ken, Pla­nen und Ent­schei­dung fäl­len müs­sen untrenn­bar ver­bun­den sein.

    Die der­zei­ti­ge Situa­ti­on in Wirt­schaft und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen macht jedoch aus "mün­di­gen Bür­gern" wäh­rend der Arbeits­zeit "unmün­di­ge Befehls­emp­fän­ger". Inso­weit sind nicht nur jene Men­schen betrof­fen, die ohne aka­de­mi­sche Aus­bil­dung einem Beruf nach­ge­hen, son­dern alle Berufstätigen!

    Der Unter­schied liegt jedoch in der selbst­emp­fun­de­nen Wer­tig­keit. Bei den­je­ni­gen, die kei­ne aka­de­mi­sche Vor­bil­dung haben, kann eine Ten­denz zu Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­len eher beob­ach­tet wer­den, als bei denen, die durch eine Hoch­schul­aus­bil­dung gelernt haben, fal­sche Auto­ri­tä­ten zu erken­nen und sich ange­mes­sen distan­ziert zu verhalten.

    Die­ses Ver­hal­tens­re­per­toire fehlt den Nicht-Aka­de­mi­kern. Gleich­wohl haben sie ein Unter­le­gen­heits­ge­fühl, wis­sen aber man­gels ange­lern­ter Abwehr­me­cha­nis­men nur um ein begrenz­tes Lösungs­ver­hal­ten. Hier fin­den sich dann die Ten­den­zen (= Ver­hal­tens­mu­ster) zu aggres­si­vem oder ander­wei­tig situa­tiv abwei­chen­dem, unpas­sen­dem Ver­hal­ten. Die um sich grei­fen­de "Wis­sen­schafts­feind­lich­keit" - gera­de beim The­ma "Glo­ba­le Erwär­mung" in den U.S.A. sehr gut zu beob­ach­ten - steht auf einer brei­ten Basis der Akzep­tanz durch min­der gebil­de­te Men­schen die "Mei­nung" mit "Fak­ten" ver­wech­seln bzw. nicht aus­ein­an­der hal­ten können.

    Die Ohn­macht gegen­über einer als über­mäch­tig emp­fun­de­nen Umge­bung schafft sich oft Raum durch Zer­stö­rung öffent­li­chen oder pri­va­ten Eigen­tums, unge­zü­gel­te Aggres­si­on oder Auto­ag­gres­si­on, bis hin zum Suizid.

    Man­gel­haf­te Bil­dung, oft schon in frü­hem Kin­des­al­ter durch unin­ter­es­sier­te Eltern vor- bzw. mit­be­stimmt, stellt daher eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gesell­schaft dar. Wesent­lich ist hier­bei, die grund­sätz­li­che Ermög­li­chung von Bil­dung nach Fähig­keit, nicht nach sozia­ler Her­kunft.
    Dabei darf die Tat­sa­che nicht ver­schwie­gen wer­den, dass es Lei­stungs­un­ter­schie­de zwi­schen den Bil­dungs­wil­li­gen gibt, die sich natur­ge­mäß auf spä­te­re Lebens­wirk­lich­keit, sprich Mög­lich­kei­ten der Berufs­aus­übung aus­wir­ken werden. 


    Wie so oft wird das aller­dings von Vie­len igno­riert. Es ist natür­lich sehr viel leich­ter Allen Alles zu ver­spre­chen - anstatt wahr­heits­ge­mäß dar­auf hin zu wei­sen, dass nicht jedes Kind super intel­li­gent ist und das Zeug zum Nobel­preis­trä­ger hat - und so steht die­se For­de­rung nach der Berück­sich­ti­gung einer (fik­ti­ven) Gleich­heit im Intel­lekt, geför­dert und her­aus­ge­lockt durch die Schu­len, wie ein lästi­ges Gespenst im Raum und ver­legt die Chan­cen auf wirk­li­che Lösungen.

     
    Ein­fach und kurz aus­ge­drückt:
    Zu Beginn sol­len ALLE die glei­chen Chan­cen haben. Unter­schied­li­che intel­lek­tu­el­le Fähig­keit führt jedoch zu einer Dif­fe­ren­zie­rung im Lauf des wei­te­ren Lebens.

    ad 2:
    Berufs­er­fah­rung
    Wäh­rend ihres Lebens erler­nen vie­le Men­schen Fer­tig­kei­ten, die sie in der Vor­stel­lung bestär­ken, etwas genau­so­gut oder mög­li­cher­wei­se bes­ser zu kön­nen, als eine ande­re Per­son, die das Fach­ge­biet stu­diert hat. Für Teil­be­rei­che ist das sicher zutref­fend – aber eben nur für Teil­be­rei­che, nie für ein kom­plet­tes Fachgebiet!

    Ein Matro­se kann sicher erler­nen, wie man ein Schiff steu­ert. Er kann auch ler­nen, wie man den Kurs eines Schif­fes bestimmt. Aber da fängt es schon an, kom­ple­xer zu wer­den: Es gibt meh­re­re Metho­den, dies zu bewerk­stel­li­gen. Ein Kapi­tän lernt alle bekann­ten Metho­den zu beherr­schen, und er hat auch noch den natur­wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund aus der Phy­sik, das alles ist dem Matro­sen völ­lig unbekannt!

    Die Über­heb­lich­keit, die man bei Nicht-Aka­de­mi­kern fin­det, rührt aus deren irri­ger Annah­me her, „es genau­so­gut“ zu wis­sen wie der, der die Infor­ma­tio­nen wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­ben hat. Die­ses Den­ken kann nur der­je­ni­ge ent­wickeln, der das Wesen der aka­de­mi­schen Aus­bil­dung nicht kennt – also der Nicht-Akademiker!

    Wer wäh­rend einer Hoch­schul­aus­bil­dung bis zu einem Examen stän­dig den Unzu­läng­lich­kei­ten des Systems aus­ge­setzt war, hat nicht nur alles über sein Fach gehört, son­dern auch gelernt zu impro­vi­sie­ren, sich in unbe­stimm­ter Situa­ti­on ziel­ori­en­tiert zu orga­ni­sie­ren. Der Man­gel des Hoch­schul­we­sens ist daher im eigent­li­chen Sin­ne kein Man­gel, son­dern – posi­tiv betrach­tet – ein Teil des Lernergebnisses.

    Las­sen sich die wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­be­nen Kennt­nis­se eines Fach­ge­bie­tes auch ander­wei­tig erler­nen? Ja, sicher, aber nicht in allen Fächern und bestimmt nicht in der erfor­der­li­chen Tie­fe. Als Bei­spiel sei hier die Aus­bil­dung von Pfle­ge­per­so­nal vs. ärzt­li­che Aus­bil­dung ange­führt: Grund­sätz­lich wird eine Kran­ken­schwe­ster in den glei­chen Fächern aus­ge­bil­det, die auch ein Arzt stu­diert. Zumin­dest vom Titel her sind die Bezeich­nun­gen iden­tisch – nicht jedoch vom Inhalt her betrachtet!
    Der Unterschied:
    Die Tie­fe des Ein­drin­gens in eine Mate­rie ist nicht durch eine Über­schrift zu ver­deut­li­chen. So ver­birgt sich etwa hin­ter der Über­schrift „medi­zi­ni­sche Mikro­bio­lo­gie“ im Fal­le der nicht-ärzt­li­chen Aus­bil­dung ledig­lich eine gro­be Ein­tei­lung der Kei­me nach Färb­bar­keit und Viru­lenz, unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung jener Kei­me, die in Kran­ken­häu­sern gehäuft auf­tre­ten. Dem­ge­gen­über wer­den bei der ärzt­li­chen Aus­bil­dung zudem Lebens­zy­klen, Ver­wandt­schaft, Anti­bio­ti­ka-Emp­find­lich­keit und Kreuz­re­si­stenz unter­rich­tet, dazu noch die rele­van­te The­ra­pie, und Metho­den des Nachweises.
    Der Laie muß den Ein­druck gewin­nen, alles sei gleich und die Unter­schei­dung dem­entspre­chend falsch, was aber nach den vor­her ange­führ­ten Über­le­gun­gen kei­nes­falls der Wahr­heit ent­spre­chen kann.
    Viel­fach wird aber kein Bemü­hen da sein, sich der Ange­le­gen­heit auf die­ser Ebe­ne zu nähern:
    Das Vor­ur­teil schlägt in die­sem Fall uner­bitt­lich zu – man lie­fe ja Gefahr, eige­ne Unzu­läng­lich­kei­ten zuge­ben zu müs­sen. Da lebt es sich doch erheb­lich ein­fa­cher mit der Über­zeu­gung: Unge­rech­tig­keit hält mich davon ab, das zu errei­chen, was ande­re erreicht haben ….

    Wenn ich hier­zu einen Ver­gleich aus dem prak­ti­schen Leben neh­men darf:
    Jeder weiß, Autos fah­ren mit Ben­zin oder Die­sel, einen klei­ne­re Zahl kennt den Unter­schied zwi­schen bei­den und kann viel­leicht die Funk­ti­ons­wei­se beschrei­ben, ein Kfz-Mei­ster kann die Moto­ren zer­le­gen und wie­der zusam­men­bau­en, gege­be­nen­falls auch ein­zel­ne Tei­le von Hand fer­ti­gen – aber der Pla­nungs­in­ge­nieur hat auf dem Reiß­brett Com­pu­ter den Motor ent­wor­fen, die Pro­duk­ti­on geplant und alle Wer­te berech­net, bevor auch nur irgend­ein Teil phy­sisch ver­füg­bar war. An die­sem Bei­spiel erkennt man zum einen, daß alle Betei­lig­ten nötig sind, um ein Kfz betrei­ben zu kön­nen, ohne den Inge­nieur jedoch, wür­den alle ande­ren dasit­zen und Däum­chen dre­hen oder zu Fuß gehen!

    Ein wei­te­res Bei­spiel ist der Künst­ler, vor des­sen Werk Lai­en ste­hen und behaup­ten: „Das könn­te mein sechs­jäh­ri­ger Enkel auch“. Wer ein­mal ver­sucht hat, einen Kup­fer­stich oder eine Litho­gra­phie anzu­fer­ti­gen weiß, daß das eben nicht aus dem Hand­ge­lenk zu schaf­fen ist – von einem Ölge­mäl­de ein­mal völ­lig abgesehen!
    Natür­lich gilt das auch für alle mög­li­chen Anbie­ter von jour­na­li­sti­schen Dienst­lei­stun­gen. Schrei­ben und Lesen kann doch jeder - was ist also nahe­lie­gen­der als zu behaup­ten: "Das kann ich auch, Leu­te, nur, ich machs bil­li­ger!" Ein typi­sches Bei­spiel von Igno­ranz, gepaart mit völ­li­ger Unwis­sen­heit über die zugrun­de lie­gen­den Not­wen­dig­kei­ten. Wer, fra­ge ich Sie, wür­de wohl einen Herrn "NONa­me" enga­gie­ren, wenn gestan­de­ne Jour­na­li­sten - mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung - zur Ver­fü­gung ste­hen .... aber sol­che Sprü­che machen sich halt gut. Stamm­tisch­pa­ro­len. Der Kreis gleich­ge­sinn­ter Dumm­köp­fe applaudiert!

    ad 3:
    "School of Life" (=Prak­ti­sches Ler­nen; Autodidakten)

    Was aber nun, wenn ein Laie sich so inten­siv mit einem Fach­ge­biet aus­ein­an­der­setzt, daß er den „Stu­dier­ten“ an Wis­sen vor­aus ist? Sicher gibt es sol­che Fäl­le. Mir sind per­sön­lich Imker bekannt, die ihre Bie­nen bes­ser ken­nen als jeder Zoo­lo­ge. Aber das war’s auch schon. Sobald sie etwas über die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Bie­nen, Amei­sen und räu­be­ri­schen Wes­pen sagen soll­ten, sind die Fach­leu­te für Bie­nen, die Imker, über­fragt. Der Auto­di­dakt kann Spit­zen­lei­stung nur auf einem sehr, sehr engen Seg­ment vor­wei­sen, vom stu­dier­ten Aka­de­mi­ker kann man Wis­sen in der Tie­fe in vie­len Seg­men­ten die­ses Gebie­tes erwar­ten. Ich möch­te für die­se Fäl­le die Begrif­fe „prak­ti­sche Intel­li­genz“ und „theo­re­ti­sche Intel­li­genz“ ein­füh­ren. Der Auto­di­dakt geht mit prak­ti­scher Intel­li­genz an Pro­ble­me her­an, er beob­ach­tet und führt dann aus. Der Aka­de­mi­ker denkt nach und stellt Fra­gen – zu Gebie­ten, in denen es noch kei­ne prak­ti­schen Lösun­gen gibt. Aus die­sen Fra­gen kri­stal­li­siert er sol­che her­aus, die hel­fen, eine wei­te­re Ent­wick­lung zu bewerk­stel­li­gen, dann wird gehan­delt. Vor­der­grün­dig sind die­se Schrit­te gleich. Sie unter­schei­den sich nur in einem, aber sehr wesent­li­chen Punkt:
    Der Aka­de­mi­ker schafft Neu­es, der Auto­di­dakt kopiert oder ahmt nach ….

    Glei­cher­ma­ßen ungül­tig ist die Annah­me, man sei auf­grund "älte­rer Rech­te" auto­ma­tisch in einer Posi­ti­on der Stär­ke. Ich habe gele­gent­lich gele­sen, daß "alte Hasen" sich das Recht zubil­li­gen, zu bestim­men was "man" in bestimm­ten Situa­tio­nen tun oder las­sen darf. Das ist die lächer­lich­ste For­de­rung von Allen. Etwas "frü­her" gemacht zu haben ist ledig­lich von histo­ri­scher Bedeu­tung - Rech­te kön­nen dar­aus nicht her­ge­lei­tet wer­den. Wer also nicht mehr die Posi­ti­on inne­hat, die er frü­her ein­mal hat­te, muß sich eher fra­gen, war­um er den Anschluß ver­lo­ren hat. Ich den­ke, das hat etwas mit per­sön­li­cher Inkom­pe­tenz zu tun - man hat eben nicht die Fähig­keit, auch heu­te noch an der Spit­ze mit­zu­mi­schen, man hat nicht erkannt, wohin die Ent­wick­lung geht - so ein­fach, so trau­rig für den Betrof­fe­nen. So end­gül­tig aber auch, denn ein­mal ver­lo­ren heißt für lan­ge, lan­ge Zeit ver­lo­ren. Es ist eben etwas dran, an der The­se vom "lebens­lan­gen Lernen". 

    "Frue*er"™ sind Men­schen mit 40 Jah­ren gestor­ben. Es wird doch nie­mand auf die Idee kom­men, dar­aus her­zu­lei­ten, daß das auch heu­te so sein oder wie­der wer­den müßte ....

    Zusam­men­fas­sung

    Um es gleich vor­weg­zu­neh­men:
    Zu jeder The­se, die ich hier zusam­men­ge­stellt habe gibt es Aus­nah­men, die - schein­bar – das Gegen­teil bestä­ti­gen kön­nen. Es läßt sich die Wirk­lich­keit eben nicht in das enge Kor­sett einer Erör­te­rung wie die­ser her­ein­pres­sen. Ich kann mit die­ser Unschär­fe leben.