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Man­che Begrif­fe sind in der eng­li­schen Spra­che knapp und aus­sa­ge­kräf­tig, wäh­rend es bei uns vie­ler Wor­te bedarf um den glei­chen Sach­ver­halt zu beschrei­ben. Das mag einer der Grün­de sein, wes­we­gen sich die eng­li­sche Spra­che rund um den Glo­bus so erfolg­reich ver­brei­tet hat.

Aber ich woll­te mit dem Begriff im Titel auf eine ganz ande­re Sache zu spre­chen kommen:
Die Ver­schmel­zung der ehe­ma­li­gen DDR-Bevöl­ke­rung mit der des ehe­ma­li­gen Westens.

"Wie­der­ver­ei­ni­gung" ist da ein hoh­les Schlüs­sel­wort, beschreibt es doch einen Zustand, den es, so wie benannt, nie gege­ben hat. Weder gab es ein "wie­der", denn vor­her war kei­ne Gemein­sam­keit in den Gren­zen des­sen, was nach dem Krieg von Deutsch­land übrig war, noch gab es eine "Ver­ei­ni­gung", denn zu ver­schie­den waren die Syste­me auf bei­den Sei­ten der Todes­gren­ze mit Sta­chel­draht und Selbst­schuß­an­la­gen. Was es gab war eine zwangs­wei­se Zusam­men­füh­rung zwei­er Gesell­schaf­ten mit völ­lig ver­schie­de­nen Lebens­wei­sen, die nicht zuein­an­der paß­ten. Dem­entspre­chend schwie­rig und lang­wie­rig gestal­te­te - und gestal­tet sich noch! - die Vereinigung.

Was es aber zu beob­ach­ten gibt ist das Ver­schwin­den all jener DDR-Genos­sen, die das System dort getra­gen und am Leben gehal­ten haben. Das waren nicht nur eine Hand­voll Men­schen, das waren Mil­lio­nen. Und ich fra­ge mich:
Wo sind die alle geblieben?

"blen­ded in" - in der Mas­se der Ande­ren sind die Mit­läu­fer und Ver­ant­wort­li­chen ver­schwun­den, sie haben sich unsicht­bar gemacht, tun so, als ob es Ver­bre­chen und Unter­drückung nie gege­ben hätte.

Fragt man - beim Zusam­men­tref­fen mit ehe­ma­li­gen DDR-Bür­gern - was sie denn so gemacht haben waren sie alle nur Opfer. Täter trifft man nicht. Die sind wie Nebel im Wind zer­flos­sen, weg­ge­weht und damit verschwunden ....

Das wider­spricht der nor­ma­len Lebenserfahrung:
Denn wo "Opfer" zu bekla­gen sind müs­sen auch "Täter" sein.

Das bedeu­tet für mich, daß die Täter nicht nur schlech­te Men­schen waren, son­dern auch heu­te noch schlech­te Men­schen sind - weil jemand mit gutem Gewis­sen sei­ne Rol­le in die­sem Unrechts­sy­stem doch aus­spre­chen könn­te. Selbst "Täter" könn­ten die Wahr­heit sagen und anfü­gen, war­um sie so und nicht anders gehan­delt haben. Das wäre alle­mal bes­ser, denn dann stün­de nicht bei allen Ost­lern die man so trifft die Ver­mu­tung im Raum sie hät­ten zu den "Tätern" gehört und woll­ten das aber nun lie­ber nicht mehr wis­sen - und schon erst recht nicht zugeben ....

Mie­se Feig­lin­ge, allesamt.


* sich ein­fü­gen, sich inte­grie­ren, sich vermischen.