Bemerkungen zum "Duzen"

Vor eini­ger Zeit hat­te ich hier zum "Duzen" Stel­lung genom­men.
Sehr kon­tro­ver­se Diskussion!

Nun fand ich in der Zei­tung "aktiv" eini­ge Kommentare:

Aktu­ell wur­de das The­ma erneut - sehr kon­tro­vers - diskutiert ....

Kommentare

  1. Mit dem "Sie" anfan­gen und dann irgend­wann, mit zuneh­men­der Ver­traut­heit, zum "Du" über­ge­hen, um die­ses bringt sich der, der gleich mit dem "Du" anfängt.

    1. Da kann ich nur bei­pflich­ten .... denn plum­pe Ver­traut­heit von Anfang an, wenn man das Gegen­über noch nicht kennt, ist auch ein Zei­chen von man­geln­der Urteilsfähigkeit ....

      * edit *
      Wo wir gera­de dabei sind: 
      Ich fin­de Ihre Tex­te gut zu lesen und auf­schluß­reich, was mir nicht gefällt sind eini­ge - nach mei­nem Emp­fin­den unnö­ti­ge - "Kraft­aus­drücke" ....

    2. Die Kraft­aus­drücke sind dra­ma­tur­gisch uner­läss­lich, ausser­dem flie­ssen sie vom Kopf in die Fin­ger - ich den­ke nicht geblümt, war­um soll ich dann geblümt schreiben?

    3. Dra­ma­tur­gie .... hin oder her, bestimm­te Begrif­fe wecken bestimm­te Emo­tio­nen - und Vorurteile!

      Neu ist für mich der Begriff "geblümt". Steht das für "gestelzt", "geschraubt", "holp­rig", "wirk­lich­keits­fremd"?

    4. Mit Vor­ur­tei­len kom­me ich gut klar, rei­ne Gewohn­heits­sa­che, und "geblümt" steht dafür, dass ich "H*re" den­ke und nicht "gele­gent­li­che Lie­bes­die­ne­rin", glei­ches gilt für das F-Wort.

    5. Das wie­der­um glau­be ich nicht so ganz, fand es aber unpas­send, Ihr Ter­ri­to­ri­um mit mei­nen Kraft­aus­drücken zu versehen.... :)

    6. Ich begrei­fe die Befuerch­tun­gen die geaeu­ßert wer­den nicht ganz. Ich glau­be fast, hier wird das Wort "Ver­traut­heit" falsch inter­pre­tiert. Im Alter festi­gen sich lei­der die Waen­de des eige­nen Welt­bil­des, daher benutzt man die kuenst­li­che Bar­rie­re des "Sies" oef­ter. Kuenst­li­che Bar­rie­re des­halb, weil das was ich dir/Ihnen let­zend­lich sage aen­dert sich inhalt­lich nicht...
      Sie schei­nen zu ver­ges­sen; Inhal­te und Hand­lun­gen schaf­fen Ver­trau­en, nicht erlern­te Benimmregeln.
      Jun­ge Men­schen beschnup­pern sich noch ger­ne; ich hof­fe ich ver­ler­ne das nicht und Ihnen wuen­sche ich mehr Freu­de im Umgang mit frem­den Men­schen egal ob mit einem "Sie" oder "Du".

    7. Ja, das ist so eine Sache mit dem "Begrei­fen" .... Ver­traut­heit, die zum "Du" führt hat mit dem Alter nichts zu tun. Ich hal­te das schon so seit ich den­ken kann, mit Aus­nah­me der Schul­zeit, denn da war eben die­se Ver­traut­heit da: Man kann­te sich in- und aus­wen­dig, d.h. inner­halb und außer­halb der Schu­le, alle Schwä­chen und Stär­ken lagen offen.

      Wei­ter bin ich sicher, daß mit zuneh­men­der Ver­traut­heit auch die Qua­li­tät einer Freund­schaft Ver­än­de­run­gen erfährt: Din­ge, die ich einem mir nahen Men­schen anver­traue haben eine ande­re Tie­fe - ich offen­ba­re sol­che Gedan­ken, Gefüh­le und Erleb­nis­se, die mich ver­letz­bar machen nur jeman­dem, von dem ich weiß, daß er sie nicht gegen mich ver­wen­den wird. Auch dann, wenn die Freundschaft/Beziehung aus irgend­wel­chen Grün­den nicht mehr so nah, tief, eng ist wie zuvor.

      Das hat - aus mei­ner Sicht - natür­lich auch etwas mit Inhal­ten und Hand­lun­gen zu tun - mehr aber mit "Prü­fung", denn Ver­trau­en wächst aus der Erkennt­nis, die­ses Gegen­über zu ken­nen, Reak­tio­nen ein­schät­zen zu können.

      Es klingt die Sor­ge an, ich könn­te mir mög­li­cher­wei­se die Freu­de neue Freun­de zu gewin­nen durch den Abstand, auf dem ich anfangs immer bestehe, ver­bau­en. Das Gegen­teil ist rich­tig! Gera­de eine plum­pe Ver­trau­lich­keit, aus­ge­drückt durch das vor­schnel­le "Du" stößt sol­che Men­schen ab, die tie­fer blicken wol­len, bevor sie sich wei­ter öffnen.

      Fazit:
      Für mich dis­qua­li­fi­ziert sich Jede/-r, die/der die­se Gren­ze nicht akzep­tiert. Sol­che Men­schen hal­te ich für ober­fläch­lich - und des­we­gen mag ich es nicht.

      Nur zur Klar­stel­lung:
      Wenn das hier pas­siert, mich also hier jemand "duzt", habe ich damit kein gro­ßes Pro­blem. Es besteht durch das Medi­um genü­gend Distanz. Was ich oben aus­ge­führt habe gilt für mein "wirk­li­ches" Leben, das sich nur bedingt mit dem hier Offen­bar­ten überschneidet ....

      Zuletzt:
      Es stün­de uns Deut­schen gut an, mehr "Benimm" zu zei­gen! Flap­si­ge Spra­che, Respekt­lo­sig­keit und schlaf­fe Hal­tung zeu­gen nicht gera­de von Anspruch - weder an sich selbst noch an andere!
      Wenn man sich umsieht muß man erschrecken: 
      Wohin man schaut Dis­zi­plin­lo­sig­keit, Frech­heit, Gedan­ken­lo­sig­keit und man­gel­haf­te Manie­ren - ein Ergeb­nis der The­se, "man muß alles ganz locker sehen" ....

    8. Selbst­ver­staend­lich stim­me ich Ihnen zu; mit zuneh­men­der Ver­traut­heit erlan­gen Freund­schaf­ten ganz klar ande­re Dimen­sio­nen. Eben­falls als ober­flaech­lich erken­ne ich jene, die Eigen­ar­ten ande­rer Men­schen nicht akt­zep­tie­ren. Soweit spre­chen wir die sel­be Spra­che. Aller­dings den Men­schen die vor­schnell duzen eine nie­de­re Urteils­kraft zuzu­spre­chen hal­te ich fuer leicht all­ge­mein (ver­bluemt fuer oberflaechlich).

      Mei­ne begriff­li­che Huer­de habe ich bei Aus­sa­gen von Ihnen und Herrn Black­box die ein "Du" als eine Ver­trau­en­stu­fe sehen. Irr­tum nicht aus­ge­schloßen emp­fin­de ich als wuer­de ein ueber­eil­tes "Du" Sie in die Gefuehls­la­ge eines Beraub­ten ver­set­zen, was scha­de ist und Wege ver­baut. Mei­nes Erach­tens gibt mit einem "Du" kein Ver­trau­en zu stehlen. 
      Wie bereits geschrie­ben set­ze ich Inhal­te vor Benimm­re­geln (was nicht hei­ßen soll ich gebrau­che kei­ne) und die­se ange­spro­che­nen Inhal­te hoe­ren sich mit einem "Du" nicht anders an als mit einem "Sie". Sie stim­men mir sicher zu, dass Sie in Ihren Gesprae­chen kei­ne gaenz­lich ande­re Inhal­te an den Tag nur weil Sie jeman­den siezen.

      Ich muss zuvie­le Annah­men machen um sicher­zu­ge­hen sie rich­tig ver­stan­den zu haben bei ihren wei­te­ren Aus­sa­gen. War­um wer­fen Sie die Deut­schen in den Topf der Eti­quet­te-armen. Einen Poe­bel (poe­beln­de Men­schen) gab es und wird es immer geben. Wenn ich gezwun­gen einen Topf aus­su­chen muess­te, dann wuer­de ich die Deut­schen eher in den Topf der Eti­quet­te-Feti­schi­sten wer­fen, deren Aus­wuech­se bis in die Bue­ro­kra­tie des Lan­des zu spue­ren sind.

      Aber; letzt­lich muss man alles locker sehen, da haben Sie wie­der voll­kom­men Recht ;-)

    9. Las­sen Sie mich .... so anfangen:

      Mein Urteil, wer unter­schieds­los und beden­ken­los "duzt" dis­qua­li­fi­ziert sich für mich, hal­te ich auf­recht. Bestimmt tut man so eini­gen Men­schen Unrecht - aber wo ist schon Gerech­tig­keit in die­ser Welt?

      Wenn es stimmt, daß ich das "Du" nur gebrau­che, wenn ich mich öff­nen will, dann kann mich der der­glei­chen in Kennt­nis befind­li­che Mensch auch ver­let­zen - daher die "strenge(-re)" Auswahl!

      Kei­ne Zustim­mung in Hin­sicht auf Inhal­te. Wer von mir geduzt wird erfährt ganz ande­re Din­ge als der, auf den das nicht zutrifft, s.o.!
      Alter Hut: Es sagt sich leich­ter "Du Kas­per" als "Sie Kasper" ....
      wei­ter: Benimm­re­geln. Soll­ten zutref­fen, egal ob "Du" odr "Sie" - gutes Beneh­men ist unteilbar!

      Beneh­men ist nicht ange­bo­ren. Beneh­men lernt man. Mei­ne Aus­sa­ge soll andeu­ten, daß ich der Mei­nung bin, zu weni­ge Men­schen ler­nen heu­te noch von frü­her Kind­heit an was es heißt, sich gesit­tet zu beneh­men. Kein Vor­bild bei den Eltern - da hel­fen auch "Benimm-Kur­se" für ange­hen­de Mana­ger nichts! 
      Altes (deut­sches) Sprichwort:
      "Was Häns­chen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!"

      Gutes Beneh­men fängt für mich übri­gens auch schon bei ver­nünf­ti­ger Spra­che an. Ein­ge­streu­te Angli­zis­men hei­ßen für mich: 
      Der Mensch ist unge­bil­det, da ihm der Wort­schatz in der eige­nen Spra­che fehlt muß er sich mit "Flos­keln" behel­fen .... schaue Sie doch ein­mal in die Web­logs hier, es wim­melt nur so von Fremd­sprach­li­chem. Und meist kann man aus dem Zusam­men­hang erken­nen, daß die Schrei­be­rIn­nen nicht ein­mal den Wort­sinn der gebrauch­ten Begrif­fe kennen ....

      (Klei­ne Anek­do­te am Rande: 
      Da erklär­te mir jüngst in einem Bei­trag ein Schrei­ber die Bedeu­tung des Wor­tes "Ateist" (sic!) - er wuß­te nicht, daß das "Athe­ist" geschrie­ben wird. 
      Mein Umkehrschluß: 
      Er hat vom grie­chi­schem Wort­stamm kei­ne Ahnung!)

  2. So geht's. Herr Twoblog:
    "Sie haben aber einen inter­es­san­ten Blog, Herr Panthol!"

    Herr Pan­thol:
    "Du, Two­blog, Dein Blog gefällt mir aber wirk­lich auch!"

    1. Wo .... haben Sie das bei mir an ande­rer Stel­le schon ein­mal gelesen? 
      Sol­che Anmer­kun­gen mache ich nicht häu­fig - eher das Gegenteil.
      Des­we­gen tau­che ich auch sel­te­ner in den Link-Listen auf ....

      Bei Ihnen fin­de ich gut: 
      Die Idee, mehr als 100 Kom­men­ta­re herauszufordern .... 
      hoch gepo­kert und gewon­nen! Alle Achtung!

      * nach­satz *
      Müß­te es nicht hei­ßen: " .. ein inter­es­san­tes Blog .. " 

      * nach­satz 2 *
      Wie HIER zu lesen ist, hal­te ich es nicht so mit dem "Du" wie vie­le ande­re Web­log­ger, des­we­gen hät­te mein Satz wohl eher
      "Sie, Herr (?) two­blog, Ihr Blog gefällt mir!" 
      gelautet ....

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