bookmark_borderBemerkungen zu Frisören

Sie ken­nen den Spruch:
"Hast Du kei­nen Fri­sör, dem Du das erzäh­len kannst?"

Nein, habe ich nicht!
Seit mei­nem Umzug aus Schles­wig-Hol­stein nach Ham­burg ist mir der Fri­sör verlorengegangen ....

Was für vie­le Frau­en die beste Freun­din ist, ist der Fri­sör für den Mann!

Es besteht ein tie­fes Ver­trau­ens­ver­hält­nis, man kennt sich in- und aus­wen­dig, bespricht wich­ti­ge Lebens­ent­schei­dun­gen und natür­lich auch, wie Alles im Lan­de bes­ser sein könn­te, hör­te man nur:
Auf .... den Fri­sör und sei­ne Kunden ....

Ver­ste­hen Sie jetzt was ich momen­tan durchmache?

PS:
Wenn einer der Leser einen Fri­sör im Umkreis des Sie­mers­plat­zes (HH) kennt, und den Preis für Her­ren­schnit­te dort: Bit­te mit­tei­len! Soll­te von der Art sein, die sich noch trau­en die Haa­re kurz zu schnei­den: Danke.

bookmark_borderBemerkungen zu Generationen

Ich fin­de es immer wie­der erstaun­lich, wie sel­ten man über die Tat­sa­che nach­denkt, daß die jewei­li­ge "Vor"-Generation vom vor­ma­li­gen "Leben", dem All­tag, sehr wenig weiss. Kürz­lich kram­te ich mei­nen alten Plat­ten­spie­ler her­vor, um ihn an die Anla­ge anzu­schlie­ßen - ich woll­te eini­ge mei­ner Lang­spiel­plat­ten hören.

Stau­nen bei anwe­sen­den Kindern:
"Was ist das für ein Apparat?"
"Damit kann man Musik hören."
"Und wo geht die CD rein?"
"Das ist kein CD-Spie­ler, damit spielt man Platten."
"Was ist eine Platte?"
"Das ist so was änli­ches wie eine CD, nur größer."
"Wie groß?"
Ich zei­ge etwa Piz­za­tel­ler­grö­ße und sage:
"So groß wie ein Pizzateller."
Ganz stolz, einen Ver­gleich aus dem All­tag der Kin­der gebracht zu haben ....
doch sofort wie­der auf dem Boden der Tatsachen:
"Du lügst, eine CD so groß wie ein Piz­za­tel­ler paßt nir­gends rein!"
Ich blei­be ruhig:
"Die kommt auch nicht rein, die legt man drauf, auf die­sen Teller."
"Wie­vie­le Lie­der sind da drauf?"
"Nur ein Kon­zert, dafür muß man die Plat­te umdrehen."
"Du lügst schon wie­der, eine CD kann man nicht umdrehen."
Ich ertap­pe mich bei dem Gedan­ken laut zu wer­den .... ent­schlie­ße mich aber für ein sanftes:
"Das stimmt nicht, es ist die Wahr­heit, aber ich den­ke, Du bist noch zu klein dafür, das rich­tig zu verstehen."
Ganz falsch!
Denn jetzt schal­tet sich die Mut­ter ein und erklärt mir, Kin­der sei­en nie, nie, nie zu klein etwas zu verstehen.
Die Schuld liegt bei mir, weil ich nicht rich­tig erklärt habe ....

Ich zie­he es vor, nicht wei­ter zu diskutieren.
Bre­che mei­ne Anschluß­ver­su­che ab.
Zie­he mich in mein Arbeits­zim­mer zurück.
Und den­ke über Gene­ra­tio­nen­kon­flik­te nach ....

bookmark_border"Wohnungswunder"

Waren Sie schon 'mal in Hamburg?
Mit dem Auto?
Und haben Sie einen Park­platz gefunden?

Neu­lich sag­te ein Bekann­ter zu mir:
"Bes­ser als ein Lot­to­sech­ser ist, in Eppen­dorf abends um 21:00h einen Park­platz zu finden!"

Ich neh­me an das war etwas über­trie­ben, aber es ist wahr­haf­tig eine Her­aus­for­de­rung. Was hat mich wohl dazu gebracht, mir mit­ten in die­sem Cha­os eine Woh­nung zu mieten?

Ja, ganz recht, ich habe eine Woh­nung gefun­den - und noch dazu zu einem für Ham­burg erstaun­li­chen Miet­preis von €430.- warm für 2-Zim­mer, 50 m²!

bookmark_borderSchlaf ....

ist für uns alle wichtig:

Wer zu viel schläft, d.h. mehr als acht Stun­den, ver­kürzt sei­ne Lebens­er­war­tung eben­so wie Per­so­nen, die zu wenig schla­fen. Weni­ger als vier Stun­den sind auf Dau­er schlecht!

Auch wech­seln­de Schlaf­zei­ten - Schicht­be­trieb rund um die Uhr - for­dern ihren Tribut:

Mit jedem Jahr­zehnt im Schicht­be­trieb gehen den Betrof­fe­nen min­de­stens zwei Jah­re Lebens­er­war­tung ver­lo­ren. Kom­men dann noch ande­re Risi­ken hin­zu, wie Rau­chen und/oder Über­ge­wicht, dann erhöht sich die­se Zahl auf fünf Jahre!

Was Frau­en nicht wun­dern wird:
Män­ner schla­fen im Durch­schnitt eine hal­be Stun­de län­ger als Frau­en - und jün­ge­re Män­ner schla­fen kür­zer als älte­re. Was die wohl in der gewon­ne­nen Zeit tun?

Die Chi­ne­sen sind uns in die­ser Hin­sicht vor­aus. Nach alter Tra­di­ti­on glau­ben sie, es gibt vier Din­ge, die Men­schen frü­her ster­ben lassen:

Sup­pe - Zucker - Lie­gen - Heißes


汤 糖 躺 烫 

bookmark_borderThe easy way ....

Schön­heits­ope­ra­tio­nen erle­ben einen Boom! Wäh­rend in Asi­en die Mas­se der Ein­grif­fe im Nasen- und Augen­be­reich statt­fin­den - Anglei­chung an euro­päi­sches Aus­se­hen - bestim­men hier­zu­lan­de die Bauch-, Hüft-, und Ober­schen­kel­kor­rek­tu­ren das Bild. Dane­ben gibt es eine gro­ße Zahl von Kor­rek­tur­ope­ra­tio­nen, die dazu die­nen Fal­ten und all­ge­mein schlaf­fe Haut zu ent­fer­nen, bzw. zu straffen.

Über Sinn und Unsinn sol­cher ärzt­li­cher Lei­stun­gen ist schon häu­fi­ger dis­ku­tiert und berich­tet wor­den, erst jüngst befaß­te sich WISO [ZDF] mit dem Thema.

War­um wol­len "Frau/Mann" es unbe­dingt "leicht" und "schön" haben? Hier ein paar mög­li­che Gründe:

    Ope­rie­ren weil
  • es dem "Ide­al" entspricht? 
  • sie davon über­zeugt sind? 
  • es die Wer­bung gekonnt vermittelt? 
  • sie sich dann "jün­ger" fühlen? 
  • ihre Umge­bung Druck macht? 
  • sie „eitel“ sind?

Wohl ein Mix aus allem bei den Mei­sten. Kei­ner der Grün­de aus mei­ner Sicht „stich­hal­tig“, alle­samt unwich­tig. Sind noch „wirk­li­che“ Grün­de hinzuzufügen?

bookmark_borderUnfair wäre ....

wenn mei­ne Auto­wä­sche, hier in Bil­dern, vom Auto, das vor mir dran war und das glei­che Wasch­pro­gramm hat­te, dadurch umsonst war, weil es mor­gen wie­der "schmud­delt":











und nach 12 Minu­ten war ich dann dran .... Kom­men­tar vom Fah­rer des Autos hin­ter mir: "Das dau­ert ban­nig lang!" Stimmt, vor allem wenn man noch in der Schlan­ge steht ....

bookmark_borderOsterlämmer ....

wer­den um die­se Zeit im Jahr gebo­ren. Man nennt sie wohl so, weil bis Ostern die dies­jäh­ri­gen Läm­mer alle gebo­ren sind und die Wei­den bevölkern.

Als "Wochen­end­fah­rer" lebe ich mit "Zweit-Domi­zil" acht Kilo­me­ter von der näch­sten Bun­des­stra­ße ent­fernt mit­ten im Gelän­de, auf einem Bau­ern­hof, in der Ein­lie­ger­woh­nung, die eigent­lich eine Feri­en­woh­nung ist - und da bleibt es nicht aus, daß ich von dem "Leben auf dem Bau­ern­hof" etwas mit­be­kom­me - wie eben die besag­ten Osterlämmer.

Die gehen einer unge­wis­sen Zukunft ent­ge­gen, und ich muß geste­hen, wenn ich an Lamm­keu­le oder Lamm­fi­let den­ke, wird mir ihr Schick­sal schon deut­li­cher und ich habe - ver­roht und gefühl­los, dem kuli­na­ri­schen Genuss nicht abge­neigt - über­haupt kein schlech­tes Gewissen!

Inter­es­sant war es heu­te mor­gen, eine Schaf­mut­ter mit Klei­nem stand in der Mit­te der Wie­se, eini­ge ande­re Scha­fe näher­ten sich zöger­lich, wor­auf die Mut­ter ihren Kopf in einer eigen­ar­ti­gen Wei­se nach vorn streck­te, so daß Kopf und Rücken eine Linie bil­de­ten, und die sich nähern­den Art­ge­nos­sen anstarrte.

Die Wir­kung war verblüffend:
Wie ange­wur­zelt blie­ben die Ange­starr­ten ste­hen, troll­ten sich nach einer Wei­le. Mal sehen, ob sich die­se Beob­ach­tung wie­der­holt, ob es sich also um eine all­ge­mei­ne Ver­hal­tens­wei­se von Schaf­müt­tern handelt ....

Ja, wäh­rend der Woche, hab' ich ein auf­re­gen­des Leben ....

bookmark_borderDie subjektive Schwelle ....

Ver­sa­gen und Ver­sa­gens­äng­ste kön­nen aus unter­schied­lich­sten Anläs­sen ent­ste­hen. Ich den­ke aber, es gibt drei wesent­li­che, aus­lö­sen­de Fak­to­ren, denen immer "Ver­sa­gen" - aus sub­jek­ti­ver Sicht - zu Grun­de liegt:

    Ad 1: Ver­sa­gen in Bezie­hun­gen / als Partner;
    Ad 2: Ver­sa­gen in Aus­bil­dung / im Beruf;
    Ad 3: Ver­sa­gen als Eltern / als Erzie­herIn.

Ad 1:
Kei­ne Part­ner­schaft ist frei von Stö­run­gen, wor­aus sich ein bestän­dig vor­han­de­nes Ver­sa­gens­ri­si­ko ergibt. Hier ist der sta­bi­li­sie­ren­de Fak­tor "Part­ner" oft zugleich Quel­le der Insta­bi­li­tät. Der Labi­li­täts­grad hängt von der Part­ner­in­ter­ak­ti­on ab. Hohe Über­ein­stim­mung führt zu abneh­men­der Insta­bi­li­täts­nei­gung, gerin­ge Über­ein­stim­mung läßt häu­fi­ge­re Dis­so­nanz erwar­ten. Zudem ist die sub­jek­ti­ve Schwel­le, die als Ver­sa­gen inter­pre­tiert wird, bei inter­agie­ren­den Indi­vi­du­en nie exakt gleich. Dar­aus ergibt sich eine unter­schied­li­che Anfäl­lig­keit für Versagensangst. 

Es darf ver­mu­tet wer­den, daß labi­le Per­sön­lich­kei­ten von sol­chen Äng­sten häu­fi­ger betrof­fen sind. Wei­ter darf ange­nom­men wer­den, daß intel­li­gen­te­re Per­so­nen wenig betrof­fen sind, als sol­che, die eher durch­schnitt­lich begabt sind, da erste­re ihre Lebens­si­tua­ti­on bes­ser ein­schät­zen können.

Ergän­zend wir­ken eben­so Erzie­hungs­ele­men­te aus der eige­nen Kind­heit ein. Die erlern­te Kon­flikt­lö­sungs­stra­te­gie - modi­fi­ziert durch mitt­ler­wei­le gemach­te Erfah­run­gen - ist so tief "ein­ge­prägt", daß es wesent­li­cher Umer­zie­hung durch die Umwelt bedarf, sol­che Stra­te­gien zu modifizieren.

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Ad 2:
Die Berufs­wahl steht in einer kri­ti­schen Lebens­pha­se an: Noch uner­fah­ren und nur durch Schul­wis­sen geprägt, wird eine weit­rei­chen­de Ent­schei­dung getrof­fen. Sie ori­en­tiert sich im wesent­li­chen an mate­ri­el­len und/oder per­sön­li­chen Vor­bil­dern, ahmt nach, da grund­le­gen­de Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en aus Uner­fah­ren­heit außer Acht gelas­sen wer­den. Obwohl dies nicht als indi­vi­du­el­le Schwä­che zu inter­pre­tie­ren ist, führt es doch zu Ver­sa­gens­angst, da "Abbre­chen" in unse­rer Gesell­schaft mit "Ver­sa­gen" gleich­ge­setzt wird. Die gesell­schaft­li­che Ent­schei­dung, dem Indi­vi­du­um viel zu früh eine sol­che Bür­de auf­zu­hal­sen muß zwangs­läu­fig bei einer Über­for­de­rung füh­ren, die - wie­der­um in Abhän­gig­keit von basa­ler Per­sön­lich­keits­struk­tur - zu mehr oder weni­ger sub­jek­ti­ver Ver­sa­gens­emp­fin­dung führt.

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Ad 3:
Kin­der stel­len eine ent­schei­den­de Her­aus­for­de­rung dar und bis­he­ri­ge Wer­te müs­sen neu über­dacht wer­den. Die Bezie­hung zum Part­ner wird auf Pro­be gestellt, da sich die Pfle­ge des Kin­des in bei­der Lebens­äu­ße­run­gen als Stör­fak­tor ein­ni­stet und vor­han­de­ne Koor­di­na­ten­sy­ste­me [des Ver­hal­tens­mu­sters] verschiebt.
Wenn der gedank­li­chen Beschäf­ti­gung mit dem bevor­ste­hen­den Ereig­nis des Fami­li­en­zu­wach­ses - vor des­sen tat­säch­li­chem Auf­tre­ten - objek­tiv rich­ti­ge Annah­men zu Grun­de gele­gen haben, mag das ohne grö­ße­re Stö­run­gen der Har­mo­nie ein­her­ge­hen. In aller Regel ist aber auch hier wegen unter­schied­li­cher Per­zep­ti­on ein sub­jek­tiv unter­schiedl­li­ches Ver­hal­ten zu erwar­ten - wor­aus sich, im Abgleich zwi­schen Wol­len und Tun, eine gra­du­ell ver­schie­de­ne Ver­sa­gens­angst einstellt.

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Sodann gibt es über­grei­fen­de Aspek­te:
In der Varia­ti­ons­brei­te zwi­schen "sehr sta­bi­le Per­sön­lich­keit" und "sehr insta­bi­le Per­sön­lich­keit" [Nor­mal­ver­tei­lung] liegt ein wesent­li­cher Grund für sub­jek­tiv emp­fun­de­nes Ver­sa­gen. Das resul­tie­ren­de Ver­hal­ten unter­liegt der Modi­fi­ka­ti­on durch wei­te­re, erlern­te Ver­hal­tens­mu­ster, was eine Aus­sa­ge über den tat­säch­li­chen Aus­gang einer Situa­ti­on nicht ohne Ana­ly­se der betref­fen­den Per­sön­lich­keits­mu­ster zuläßt.

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bookmark_borderZur Nacht ....

.... fra­ge ich mich manch­mal, ob uns die Com­pu­ter wirk­lich helfen.

Zwar bie­ten sich einer­seits Mög­lich­kei­ten, die frü­her nie denk­bar waren: email, Kon­takt nach Über­see in Sekun­den­schnel­le, umfas­sen­de Rechen­ope­ra­tio­nen in weni­gen Bruch­tei­len von Sekun­den, Schreib­ar­bei­ten rasch kor­ri­giert und wie­der aus­ge­druckt ohne 60 Sei­ten neu zu schrei­ben, wie bei mei­ner Diplomarbeit.

Aber um wel­chen Preis? Wie lan­ge braucht man, um Pro­gram­me zu instal­lie­ren, die Maschi­ne am lau­fen zu hal­ten, Feh­ler aus­zu­mer­zen, zu sichern, zu über­tra­gen, etc. ....

Und die Kosten? Na ja, das hält sich in Gren­zen. Aber der Zeit­ein­satz? Immer wenn es über "die Com­pu­te­rei" wie­der fast drei Uhr gewor­den ist beschlei­chen mich Zweifel ....

bookmark_border17.01.2004 / Bemerkungen über Suppe

Haben Sie auch bestimm­te Gerich­te, die Sie an bestimm­ten Tagen der Woche essen? Mir fällt auf, daß das in vie­len Fami­li­en [und ähn­li­chen Lebens­ge­mein­schaf­ten] so gehal­ten wird. Frei­tags gibt es vie­ler­orts Fisch - eigent­lich ein reli­gi­ös bestimm­tes Mahl an die­sem Tag, aber wer weiß das schon noch?

Bei uns gibt es immer Sonn­abends Sup­pe, rich­tig gekocht, nie aus der Tüte. Ich erin­ne­re mich noch, als mei­ne Toch­ter ganz klein war und bei einer Freun­din über­nach­te­te. Sie kam am Sonn­tag nach Hau­se und war ent­rü­stet, daß man ihr dort am Sonn­abend zu Mit­tag kei­ne Sup­pe ange­bo­ten hat­te! Ja, ja, die Macht der Gewohnheit.

Kürz­lich las ich, daß nur noch 29% aller Fami­li­en regel­mä­ssig jeden Tag zusam­men eine Mahl­zeit ein­neh­men. Erschreckend! Da bin ich mir sicher zu wis­sen, woher Rück­sichts­lo­sig­keit und man­geln­der Fami­li­en­sinn kom­men - man rührt nicht mehr gemein­sam Sonn­abends in der Suppe!

Wel­che Art Sup­pe essen Sie gern? Ich selbst bevor­zu­ge ent­we­der Blu­men­kohl­sup­pe oder eine gute Rind­fleisch­sup­pe - wozu man bekannt­lich ein Pfund Rip­pe oder Bein­schei­be braucht. Ich gebe zu, daß ich in den letz­ten Jah­ren häu­fig etwas zurück­hal­ten­der mit Rind­fleisch war - wen wun­dert das, bei den Sto­ries über BSE / Rinderwahnsinn?

Als wir kürz­lich Besuch aus Chi­na - ja, "Rot"China! - hat­ten, lern­te ich aber die Vor­zü­ge eine kla­ren Hüh­ner­sup­pe zu schät­zen. Ein Hauch Ing­wer, aus der Knol­le geschabt, und mehr als drei Stun­den gekocht, nichts außer Huhn und Gewürz in der Sup­pe - eine wah­re asia­ti­sche Köst­lich­keit! Inter­es­sant war die Tat­sa­che, daß der erste Sud nach etwa 10 Minu­ten kochen [damit ist gemeint "spru­deln­des" Kochen] ver­wor­fen, also glatt weg­ge­gos­sen wur­de. Ich dach­te erst, das sei dem Geschmack der Sup­pe abträg­lich, aber weit gefehlt, sie war köst­lich. Über den Grund die­ser Vor­ge­hens­wei­se kann ich nur spe­ku­lie­ren. Wenn man die man­geln­den hygie­ni­schen Ver­hält­nis­se in der drit­ten Welt, zu der Chi­na ja noch zu 90% zählt - von weni­gen indu­strie­ali­sier­ten Bal­lungs­zen­tren abge­se­hen - ist es durch­aus sinn­voll, die­sen ersten Sud zu ver­wer­fen, weil damit drei Din­ge erreicht wer­den: Erstens tötet man die hit­ze­emp­find­li­chen Bak­te­ri­en ab, äuße­rer Schmutz durch das Schlach­ten wird abge­wa­schen und zuletzt schüt­tet man so auch einen Teil des Hüh­ner­fet­tes mit ab, was für den Gesund­heits­zu­stand der Sup­pen­es­ser durch­aus zuträg­lich ist. Man sieht, daß in bestehen­der Tra­di­ti­on - vor allem aber in deren Bei­be­hal­tung - durch­aus Chan­cen für die nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen stecken. Nicht nur alles Neue ist gut, Tra­di­ti­on hat schon ihren Sinn.

Bei die­ser Gele­gen­heit habe ich übri­gens gelernt, daß man ledig­lich in Nord­chi­na "Hund", "Affe" und "Schlan­ge" auf dem Spei­se­plan hat. Ich muß aller­dings ein­räu­men, die Argu­men­ta­ti­on war nicht soooo über­zeu­gend, ich habe noch gewis­se Zwei­fel! Nun habe ich einen guten Grund, dort­hin zu fah­ren und mich per­sön­lich davon zu über­zeu­gen, wo was geges­sen wird.

Jetzt ist unse­re Sup­pe fer­tig und ich has­se es, wenn zu Tisch geru­fen wird und kei­ner kommt oder trö­delt noch her­um .... ich wün­sche Ihnen für heu­te auch eine "gute" Suppe.

bookmark_border20.01.2004 / Bemerkungen über Touristen

Als ich in den frü­hen 70ern bei der Bun­des­wehr "dien­te", hat­te ich einen Kame­ra­den, Horst Chwal­kow­ski [an den erin­ne­re ich mich noch, weil er sich spä­ter, als er am Gym­na­si­um der Regens­bur­ger Dom­spat­zen zu unter­rich­ten anfing, "Schu­bert" nann­te - und dar­auf bestand, daß ihn alle so nen­nen soll­ten]. Schu­bert behaup­te­te: "Wir sind alle Ver­käu­fer". Aus heu­ti­ger Sicht möch­te ich anfü­gen: "Stimmt, aber mehr oder weni­ger gut!".

Gut machen es die Rei­se­un­ter­neh­men, wenn sie ihre Zie­le anprei­sen. Der durch­schnitt­li­che Tou­rist bekommt die Kli­schees gelie­fert, nach denen sie/er sucht, und sei es "das gut geführ­te Mit­tel­klas­se­ho­tel", manch­mal mit erstaun­li­chem Aus­gang [sie­he dazu: Dal­ma­ti­en]. Der Bil­dungs­bür­ger hat Grie­chen­land mit "Besuch anti­ker Stät­ten" - für einen klei­nen Auf­preis mit deutsch­spra­chi­ger Rei­se­lei­tung - im Visier, der durch­schnitt­lich Gebil­de­te ist mit ein paar Sehens­wür­dig­kei­ten zufrie­den zu stel­len, die besucht wer­den kön­nen wenn's mal zu kalt zum Baden ist oder man ein­fach wegen des Son­nen­bran­des nicht noch einen­Tag in der Son­ne lie­gen kann. Fami­li­en mit Kin­dern wer­den Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en ange­dient: Was durch Sai­son­auf­schlag "abge­zockt" wird tut da nicht so weh, denn die Ein­hei­mi­schen speist man mit Beträ­gen ab, für die hier nie­mand einen (klei­nen) Fin­ger krumm machen wür­de. Und für den Rest gibt's in der Hoch­sai­son sowie­so nur "Bal­ler­mann" - eine Nach­fol­ge fin­det sich da sicher bald - end­lich "die Sau raus­las­sen", bis zum näch­sten Morgen.

Die Tou­ri­sten­wel­len schwap­pen hin- und her, aber eigent­lich regel­mä­ßig dort­hin, wo's schön bil­lig ist. Na, USA scheint nun doch in wei­te Fer­ne zu rücken, der Wech­sel­kurs ist rück­läu­fig, zu Ungun­sten des €.

Hier bie­tet sich doch gleich an, auf die Zwie­späl­tig­keit im Den­ken der Tou­ri­sten hin­zu­wei­sen: Bush mag kei­ner, aber ab nach USA um bil­lig Jeans ein­zu­kau­fen, das ist "cool". Und wei­ter geht's nach Afri­ka. Baden und Schnor­cheln im Roten Meer, Nil­kreuz­fahrt, Kenia und Safa­ri, Natio­nal­parks - und bloß nicht mit den Ein­hei­mi­schen in Kon­takt kom­men, es sei denn sie sind als Bedie­nungs­per­so­nal nütz­lich - da müß­te man anfan­gen über deren Lebens­si­tua­ti­on nach­zu­den­ken, und die ist geeig­net, sogar dem dick­fel­lig­sten Igno­ran­ten das Schau­dern bei­zu­brin­gen. [Ent­schul­di­ge, Her­ve, das muß­te sein!]

Viel­leicht ist es zuviel ver­langt, nach einem Boy­kott der Län­der zu ver­lan­gen, die sich nicht an demo­kra­ti­sche Grund­re­geln hal­ten, in denen eine klei­ne Ober­schicht ihre Bevöl­ke­rung bestiehlt, die es nicht hin­krie­gen, Men­schen­rech­te lt. UNO-Char­ta einzuhalten.

In die­sem Zusam­men­hang fand ich einen Zei­tungs­ar­ti­kel inter­es­sant, der über eine neu­er­li­che Ver­haf­tung eines - zuge­ge­be­ner­ma­ßen igno­ran­ten - deut­schen Tou­ri­sten berich­te­te, der einen STEIN, antik (!), nach Hau­se mit­neh­men woll­te. Abge­se­hen von der Dumm­heit, so etwas zu tun, nach­dem der Fall aus Mün­ster durch die gesam­te Pres­se gegan­gen war, sieht man dar­an, wie z.B. in der Tür­kei mit Rechts­fra­gen umge­gan­gen wird, wie schnell die "Obrig­keit" reagiert. Ich fra­ge mich, wie stark der Sturm der Ent­rü­stung in tür­ki­schen Blät­tern ware, wenn ähn­li­ches hier bei uns einem tür­ki­schen Staats­bür­ger wider­fah­ren wür­de .... man den­ke an die Wel­len, die schon das KOPFTUCH schlägt .... der Aus­gangs­punkt war ja wohl das Anstel­lungs­be­geh­ren einer Leh­re­rin, die nur mit Kopf­tuch unter­rich­ten woll­te. Was wohl die Schü­ler dazu zu sagen hätten?

bookmark_border21.01.2004 / Bemerkungen über Schüler

Nein, kei­ne Angst, nicht schon wie­der PISA! Obwohl dazu eini­ges zu sagen wäre. Etwa über die lang­jäh­ri­ge "Kon­di­tio­nie­rung" von Schü­lern in Län­dern, die bes­ser abge­schnit­ten haben. "Kon­di­tio­nie­rung", was mei­ne ich? Tests, Tests, und noch­mals Tests und das von der Vor­schu­le an! Kein Wun­der also, wenn die Schü­ler, die so etwas nicht gewohnt sind, schon durch die for­ma­le Glie­de­rung der Fra­gen einen Nach­teil haben. Doch genug dar­über, sol­len sich die haupt­amt­lich mit Bil­dung befass­ten Spe­zia­li­sten die Köp­fe zer­bre­chen wie man ein bes­se­res Abschnei­den erreicht.

Schü­ler spie­geln die Struk­tur, vor allem aber die Wer­te der Gesell­schaft, denn sie ahmen im Schul­all­tag nach, was sie zu Hau­se sehen, hören und füh­len. Eltern ist oft nicht bewußt, wie genau man durch Beob­ach­tung ihres Nach­wuch­ses auf die häus­li­chen Ver­hält­nis­se schlie­ssen kann. Vor­ur­tei­le, Äng­ste, Denk­mu­ster, all das über­trägt sich auf die Schü­ler und zwar eins zu eins!

Schaut man genau hin, packt einen das Grau­sen: Rück­sichts­lo­sig­keit, man­geln­de Manie­ren, hohe Kon­flikt­be­reit­schaft ohne gewalt­freie Lösungs­mu­ster, Ellen­bo­gen­men­ta­li­tät statt Lei­stungs­wil­le, Schum­meln, Täu­schen, Trick­sen, die Liste lie­ße sich belie­big fortsetzen.

Den Schü­lern - oder soll­te ich bes­ser "Kin­dern" sagen - ist kein Vor­wurf zu machen, wohl aber der Eltern­ge­nera­ti­on. Die ist ent­rü­stet und ver­weist - mit Recht - auf ihre eige­nen Eltern. Die [jet­zi­ge] Eltern-Gene­ra­ti­on ist auf­ge­wach­sen wäh­rend ihre Eltern mit Wie­der­auf­bau, Geld­ver­die­nen und Anschaf­fun­gen beschäf­tigt waren, dazu bei­de Part­ner arbei­te­ten und sich natür­lich nicht um die Erzie­hung ihrer Kin­der küm­mern konn­ten. Die­se "Schlüs­sel­kin­der" von damals sind die Eltern der Schü­ler von heu­te. Neben­bei muß­te man sich zu die­ser Zeit "selbst ver­wirk­li­chen" und dabei stö­ren Kin­der ja bekanntlich ....

Was brau­chen wir also, um das Ruder her­um­zu­rei­ßen? Rück­kehr zu gesell­schaft­li­chen Wer­ten, die noch tief in unse­rer Bevöl­ke­rung schlum­mern - dann lösen sich viel­leicht ganz ele­gant ande­re Pro­ble­me mit, wie die des Gesund­heits­we­sens: Statt "Neh­men ist seli­ger denn Geben" mög­li­cher­wei­se "Sinn­vol­les, ver­ant­wor­tungs­be­wuß­tes Ver­hal­ten" und "Vor­beu­gen statt Hei­len" - doch das ist mor­gen The­ma, in den "Bemer­kun­gen zum Gesundheitswesen".