führen manchmal auf "alte" Blogeinträge zurück
- und sie sind immer noch "top aktuell"!
Kategorie: Nachtarockt ....
bookmark_borderEne, mene, muh .... (2)
Genußfeindliches Puristenpack!
Dem Alkoholkonsum unter Druck abzuschwören führt nicht nur bei Jugendlichen, sondern vor allem bei Erwachsenen zu heftigem Unmut.
Nun bin ich in diesem Fall kein Paradebeispiel, denn ich trinke bekanntlich kaum Alkohol - allerdings:
Für das uneingeschränkte Recht des selbstbestimmten Alkoholkonsums würde ich auf die Barrikaden gehen ....
Zur Zeit erleben wir eine neue Welle - diesmal geht es gegen die Nutzung von Kraftfahrzeugen: Autofahrer sind die Bösewichte der Nation, nur wer Fahrrad fährt ist ein akzeptables Mitglied der Gesellschaft ....
Liebe Protagonisten der Fahrradbewegung:
Strampelt nur schön weiter .... wenn ich nicht Auto fahre gehe ich lieber zu Fuß .... ich lasse mich nicht von euch vereinnahmen und mit einem lächerlichen Helm verunstalten .... und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer üben ja auch Alle - mit Ausnahme der Radfahrer ....
Das nächste Mal aber, wenn einer von euch mir wieder einmal rücksichtslos auf dem Gehweg in die Quere kommt, dann seid auf der Hut:
Mein Gleichgewicht auf zwei Füßen ist besser
als eures auf zwei Reifen!
bookmark_borderVorbei ....
und für den Rest des Jahres - bis zum nächsten Nationalfeiertag - vergessen. Der Tag der Deutschen Einheit - wären wir nur schon so weit!
Kürzlich saß ich mit drei Kollegen am Tisch. Zwei Ost - ein West (und ich). Wir haben über Trennendes gesprochen, zum Glück aber auch über Gemeinsamkeiten. Wir einigten uns am Ende darauf, daß Ignoranz den jeweils "Anderen" gegenüber zu schlimmen und schlimmsten Vorurteilen führt, noch verstärkt durch das Gefühl die Finanzlage sei immer so:
Ost bekommt, West zahlt!
Was mich an all den Reden an diesem Tag mächtig geärgert hat war die weltfremde, abgehobene Sicht der Redenden, ihre Unfähigkeit, sich in die Situation der Menschen hineinzuversetzen.
Das sollte mich durchaus nicht verwundern oder gar ärgern. Denn mit den Kollegen aus dem (früheren!) Osten waren wir uns einig:
Wohin man schaut, in Betriebe, in Verwaltungen, in die Politik - kein Gespür mehr für "das Volk", kein Ansatz zu "Dienstleistung" - lediglich die Auffassung, es schon richtig gemacht zu haben und zukünftig auch weiter so zu machen ....
Im nächsten Jahr hören wir dann von den Erfolgen. Diese Berichte allerdings vertrauen darauf, daß die Masse der Zuhörenden bereits vergessen hat, daß dies auch die Erfolge diesen Jahres waren ....
bookmark_border"Vater Maulwurf, du mußt noch Würmer graben .... !"
so lautete eine Zeile aus einem PIXI-Buch meiner (sehr viel jüngeren) Schwestern, mit dem Mutter Maulwurf ihren Gatten zur Arbeit schickte ....
.
Mutter Maulwurf blieb derweil zu Hause und kochte, räumte auf, wickelte die kleinen Maulwürfe, hielt den Bau sauber .... und natürlich hörte sie sich geduldig an, was Vater Maulwurf so beim Würmergraben erlebt hatte ....
Frau Eva Hermann muß das PIXI-Buch wohl auch gelesen haben - zumindest finden sich Anklänge hinsichtlich des Inhaltes in ihrem umstrittenen Buch ....
Ich frage mich nun:
Welchen Einfluß haben Kinderbücher?
Und:
Gibt es besondere Phasen während der Kindheit, in denen Kinder durch diese Informationen geprägt werden?
bookmark_borderEin Ärgernis ....
ist es, wenn vereinbarte Termine nicht eingehalten werden:
Heute hatten sich zwei potentielle Nachmieter für meine Zweit-Wohnung angesagt - erschienen sind sie beide nicht ....
Nun mache ich mir keine Sorgen, weil ich sicher bin, daß das eher eine Ausnahme ist. Außerdem war ich ja sowieso zu Hause und hatte keine besonderen Pläne, die ich hätte verschieben müssen. Trotzdem ist es zumindest schlechter Stil, zu einer verabredeten Zeit nicht nur nicht zu erscheinen, sondern sich auch nicht einmal telefonisch "abzumelden" ....
Ach ja, falls es unter den Bloggern Interessenten geben sollte:
2 Zimmer in der 3. Etage, Küche und Bad frisch renoviert, in der Küche ist das Wesentliche vorhanden, incl. Spülmaschine, etwa 50 m² Altbau, kein Aufzug, kein Balkon - dafür bleiben alle Lampen und Jalousetten drin .... und das alles für ca. €470,- warm - es kommen nur noch Wasser (€10,-) und Strom (€30,-) hinzu - guter Stadtteil: HH-Eppendorf. Der Vermieter ist ein freundlicher Mensch, der - seit er das Haus geerbt hat - sowohl außen als auch innen eine Totalrenovierung vornehmen ließ.
Was will man mehr?
email genügt ....
bookmark_border"Mini-Treff HH" ....
Was geschah am 01.04.2006 nach 15:00h in Hamburg?
So oder ähnlich werden die Chronisten / -innen bei späteren Berichten formulieren .... hier nun mein - bereits mehrfach angemahnter gewünschter - Bericht (I) (II) ....
Der FC St. Pauli - dessen Fußballplatz unmittelbar neben dem Gelände des "DOM" liegt - hatte um diese Zeit ein Fußballspiel und so war das mehrere Hundertschaften umfassende Polizeiaufgebot ausdrücklich zur Beruhigung aufgebrachter Fans dort .... nicht etwa - wie manche Leser annehmen könnten - um eventuell aufflammende Konflikte beim Hamburger (Mini-) Bloggertreffen im Keime zu ersticken ....
Wie tubias schon feststellte: Breit gefächerte Altersstruktur, zwei junge Damen und ein (jünger-aussehend-als-er-ist) Herr. Und ich - zum Alter liest man ja hier und dort etwas - in reiferem Alter [bitte hierzu keine - unqualifizierten Anmerkungen!]
Die rasche Durchquerung des Festgeländes* ist - aus meiner Sicht - durchaus auf die Erwartung zurückzuführen, es werde sogleich wieder einen kräftigen Schauer geben .... was sich bewahrheitete und wie beschrieben in einem Tagescafe (?) als Zwischenstation endete.
Herr tubias hat es - dankenswerterweise - übernommen, die Szene auch bildlich - gut getroffen! - festzuhalten:
Wesentliche Erkenntnisse über möglicherweise bestehende Geheimnisse werden noch geklärt.
Nur soviel:
Es taten sich Abgründe des Schreckens auf ....
Bleibt festzustellen:
Ja, es ist schwierig, sich so auszudrücken, daß keine Mißverständnisse auftreten - mündlich wie schriftlich .... und ich kann nur vermuten, daß sich das doch sehr verbessen würde, wenn man sich länger kennt und die Aussagen einer Person besser einzuschätzen wüßte .... es gibt dabei sicher auch eine altersspezifische Komponente, denn zu verschiedenen Zeiten haben Begriffe verschiedene Bedeutung ....
Das eingestreute Shopping hätte mir neue Erkenntnisse vermittelt - aber zu diesem Zeitpunkt war ich schon nicht mehr dabei** ....
Allen Beteiligten möchte ich herzlich für die unterhaltsame und aufschlußreiche Diskussion danken und bedauere, daß ich nicht länger bleiben konnte.
* update *
Auf dem Rückweg zum Auto - über den DOM - habe ich mir noch gebrannte Mandeln vom "Knusperhäuschen" - mit wenig Zucker - gekauft, konnte auch den an einem anderen Stand angebotenen Schmalzkuchen (100g.-Portion) nicht widerstehen und hatte schließlich noch einen kleinen Umweg zu fahren, da die Hundertschaften der Polizei mittlerweile ausgeschwärmt waren, denn die Fans hatten Zoff angefangen .... nach der Regenerierung habe ich dann noch ein Birnenkompott gekocht. Ist gut geraten.
Bloggertreffen-Info
- => [mehr] °
- => [noch mehr] °° und
- => [noch viel, viel mehr] °°°
* O-Text Paulaline: " .. Wir haben uns spontan erkannt, sind im Eiltempo über den (halben!) DOM gerast. So kam denn weder Tubias zu (was war das noch gleich, habs vergessen, so sehr ich auch grüble...) noch ich zum Schießen."
** O-Text wvs: Bedauerlicherweise bin ich ja derzeit gesundheitlich noch etwas angeschlagen - konnte mich aber durch einige Stunden in horizontaler Lage wieder regenerieren.
*edit*
° Frau Paulaline ist noch viel quirliger als ich annahm ....
°° Herr Tubias dafür besonnener als ich aus seinem Blog folgerte ....
°°° Frau Araxe ist überhaupt nicht "gruselig" - aber sehr bestimmt ....
bookmark_borderKein Wunder .... !
T-Punkt - 'mal wieder ....
bookmark_borderKleines "update" zur Nachbarschaft ....
und sonderbaren Beobachtungen:
- der junge Mann vom 5. Stock hat wieder seine Betten aus dem Fenster geschüttelt - nun fliegen die armen Hausstaubmilben in der kalten Abendluft herum - ein grausamer Tierschänder .... !
- die (früher 'mal barbusige) Nachbarin von gegenüber, 4. Stock, sitzt nun öfters - sittsam bekleidet - hinter dem Fenster und liest Bücher ....
- die Nachbarin aus dem 3. Stock hatte neulich ihre Perücke nicht auf, ich dachte erst sie hat einen glatzköpfigen Besucher. Der völlig kahle Kopf war aber ihrer - muß wohl kürzlich in einer Chemotherapie gewesen sein - das erklärt, warum sie oft tagelang das Haus nicht verläßt und ständig (= rund um die Uhr) den Fernseher laufen hat. Überwiegend sind es wohl "Kaufprogramme" .... nun sehe ich ein, warum: Sie wird es vermeiden aus dem Haus zu gehen - oder sie ist zu schwach dazu ....
- In der dritten Etage (Eckhaus rechts) sind neue Bewohner eingezogen - sie sind die einzigen im ganzen Haus mit akkuraten Vorhängen. Und "indirekter" Beleuchtung, sehr "stylish" ....
[/ Ende update /]
bookmark_borderLEER-Information oder ....
wie man Informations-Seifenblasen produziert ....
bookmark_borderC. Roth - revisited ....
© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 11⁄05 11. März 2005
"Die Bundesempörungsbeauftragte" von Doris Neujahr, JF 11⁄05
[Zitat]
Claudia Roth: Die Grünen-Chefin steht mit ihrer Ideologie, moralischen Entrüstung und intellektuellen Durchschnittlichkeit für das Profil der Partei
" .. Sandra Maischberger hatte die Nase voll. Normalerweise schafft sie es in ihrer nt-v-Sendung, auch Langweilern wie Roland Koch, Christian Wulff oder Guido Westerwelle interessante Nuancen zu entlocken, doch gegen den autistischen Redeschwall der Grünen-Chefin Claudia Roth kam sie nicht an. Sie war einfach zu höflich, um auf den groben Klotz den scharfen Keil zu setzen. Roth hatte Jörg Haiders "Taferl"-Methode übernommen und eine Papptafel mit Terminangaben ins Studio gebracht, die beweisen sollten, daß "der Joschka" mit dem mutmaßlichen Import von Zwangsprostituierten aus der Ukraine nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. "Der Joschka!" sagte Claudia Roth immer wieder und wollte wohl ausdrücken: So menschlich, so familiär geht es bei den Grünen zu! Die Zuschauer dürften eher an den Satz von Karl Kraus gedacht haben, wonach das Wort "Familienbande" den Beigeschmack von Wahrheit habe. "Wir müssen das jetzt abkürzen, denn gleich kommt Herr Glos", sagte Sandra Maischberger. Man sah ihr an, daß sie sich auf den CSU-Mann freute.
Claudia Roth ist die Co-Vorsitzende einer Regierungspartei, sie nimmt an den Koalitionsrunden im Kanzleramt teil, sitzt im Außenpolitischen Ausschuß des Bundestags, redet im Plenum und verbreitet ihre Meinung in Talkshows und Interviews. Zwar ist sie nur die "Untervorsitzende" unter Übervater Joschka, doch zugleich ist sie für dessen System eine unverzichtbare Stütze. Denn Joschka gilt selbst in den eigenen Reihen als Egomaniak, Claudia Roth aber ist eine Königin der Herzen. Die Attribute, die man ihr zuschreibt, lauten: authentisch, unmittelbar, unverbogen, emotional, mitfühlend, spontan. Selber nennt sie sich "menschlich, direkt und kompromißlos" - das heißt, mit diesen Worten hat sie Jesus Christus charakterisiert, was aber praktisch auf dasselbe hinausläuft.
In der Partei und der Öffentlichkeit beansprucht sie den Platz, der seit dem Tod von Petra Kelly verwaist ist. Zwischen beiden liegen jedoch Welten: Kelly war hochintelligent, ihre Emotionalität enervierend, aber nie berechnend. Roth ist bauernschlau statt klug, ihre Stimme klingt absichtlich aufgeregter, als die Sache, über die sie spricht, das rechtfertigt. Sie profiliert sich als allseits betroffene Persönlichkeit. Der FAZ-Journalist Thomas Schmid, ein Kenner der grünen Pappenheimer, nannte sie eine "Quietschente", was heißen soll: innen hohl, außen niedlich, im Grunde harmlos.
Doch harmlos ist es eben nicht, wenn eine Person wie Roth die deutsche Politik mitbestimmt. Sie wurde 1955 in Ulm geboren, studierte Theaterwissenschaften, war danach an kleinen Bühnen und später als Managerin der Rockband "Ton Steine Scherben" tätig. Die Band ging 1985 pleite, Roth sagt, sie löste sich nach "demokratischen Beschluß" auf. Danach war der Sänger Rio Reiser als "König von Deutschland" erfolgreich - ohne Roth.
Unter dem taz-Artikel, der das Ende der Gruppe vermeldete, stand eine Anzeige der Grünen, die eine Pressesprecherin suchten. Da entschloß sich Claudia Roth, Politikerin zu werden. Ihre Karriere verlief steil: Von 1989 bis 1998 war sie Abgeordnete im Europa-Parlament, seit 1998 sitzt sie - mit Unterbrechung von März 2001 bis Dezember 2002 - im Bundestag. Sie war Menschenrechtsbeauftragte im Auswärtigen Amt, zweimal wurde sie zur Parteivorsitzenden gewählt. Seit zwanzig Jahren gehört sie zum politischen Apparat dieser Republik. Eine schöne Pension ist ihr damit schon einmal sicher.
Claudia Roth ist die deutsche Lisa Simpson
Wer in ihren Reden und Artikeln nach geistiger Substanz sucht, stößt auf Wortmüll wie "postmoderne Gesellschaften" und "multikulturelle Demokratie". Im übrigen befleißigt sie sich einer infantilen Bildersprache, die dem transportierten Inhalt adäquat ist. Ihren Traum einer Zukunftsgesellschaft stellte sie auf einem Parteitag folgendermaßen dar: Sie radelt mit dem Fahrrad über die Autobahn, links grüßen Windräder, rechts küßt sich ein Schwulenpärchen, dem sie zuwinkt, und das Ziel ist ein multikulturelles Straßenfest. Wer die Chose bezahlen soll, sagte sie nicht.
Lieber redet sie von "Betroffenen", für die sie "permanent Druck" macht und "eine Menge erreicht hat". Sie schwärmt von der "frischen Politik" und den "wahnsinnig tollen Programmen" der Grünen und zürnt über diejenigen, die nicht begriffen, "wie sich die Gesellschaft verändert hat". Am Aschermittwoch 2002 rief sie aus: "Für die Frau gilt nicht mehr Kirche, Küche und Kinder, wir Grünen wollen für die Frauen Karriere, Kinder und andere Kerle." Roth ist ledig und kinderlos. Einer türkischen Zeitung erklärte sie, daß sie nichts gegen die Heirat mit einen türkischen Mann hätte. Prompt trafen Heiratsanträge bei ihr ein, die aber nicht verfingen. Wie schade! Diesen Kampf der Kulturen hätte man gern erlebt.
So verbringt sie weiter ihre Zeit damit, Unsinn zu verbreiten. "Der Volmer-Erlaß war absolut richtig", findet sie, denn er habe "Härtefälle" bei "Familienzusammenführungen" verhindert. "Die Verfahren, die mit großer krimineller Energie zu Schleusungen ausgenutzt wurden, waren nicht Teil des Volmer-Erlasses." So ist es immer bei Roth & Co.: Wir sind die Guten! Die Verantwortung für Risiken und Nebenwirkungen unserer Handlungen weisen wir daher schärfstens zurück!
Wenn sie in Talkshows sitzt und die Kamera auf sich gerichtet weiß, reißt sie die Augen weit auf: Die Augen, das hat sie beim Studium gelernt, sind der Spiegel der Seele - und Claudia will, daß alle ihre edle Seele sehen können. Ihr Mund ist halboffen, und zwar aus Zorn über die Ungerechtigkeit in der Welt. Es heißt, daß sie italienische Brecht-Inszenierungen mag. Noch mehr mag sie Fellinis Film "La strada", was freilich ein riesiges Mißverständnis ist: In den angstvoll geweiteten Augen der kleinen Gelsomina (Giulietta Masina) wird ein Schmerz sichtbar, dessen existentielle Tiefe am Ende durch den Tod beglaubigt wird.
Roths Schmerzensausdruck ist dagegen ein kalkulierter. Sie will sich nicht opfern, sondern bloß Mehrheiten sammeln. Ihr Blick ist denn auch trübe und stumpf vor Berechnung, selbst wenn die Augen feucht werden - und sie werden oft feucht. Giulietta Masina hatte in ihrem Gesicht ein existentielles Drama zur Anschauung gebracht, Roth versucht ihre persönlichen Affekte künstlich zum Existenzdrama hochzustemmen. In Wahrheit steht sie in der Tradition von Maria Schell, dem verheulten "Seelchen" des deutschen Nachkriegsfilms.
Wegen Roth postfeministischer Camouflage fällt das nicht weiter auf. Sie spielt die Frau, die sich ihre Weiblichkeit bewahrt, die aber "ihren eigenen Weg geht", die sich "einmischt", "engagiert", die "aktiv" ist, die ihre innere Bewegung nicht versteckt, sondern "einbringt". Dieses Einbringen erfolgt - neben dem halboffenen Mund - durch ein konsequentes Wimpernklimpern, das ihren schrillen Wortkaskaden vorausgeht. Das ist der Moment der Wahrheit: Claudia Roth ist die deutsche Lisa Simpson, eine fleischgewordene Wiedergängerin der ewigen Nervensäge aus der amerikanischen Trickfilmserie.
Nur, die kleine Lisa ist erst acht und kann sich noch entwickeln. Claudia Roth wird bald fünfzig und spielt sich immer noch als frischverliebter Backfisch auf. Ob sie nun gutgelaunt durch eine Nostalgie-Show von RTL tänzelt oder an der Seite von SPD-Chef Franz Müntefering zur Pressekonferenz erscheint, macht keinen Unterschied. Winke-winke, pelzbesetzter Blazer, albernes Lachen hier, freudiges Wiedererkennen da, fehlt nur noch das Kußhändchen. Claudia Roth, eine Kindfrau mit erfahrungslosem Apfelwangengesicht, forever young, Petra Pan, eine Kitschfigur aus der Retorte der Popkultur.
Roth steht emblematisch für den diskursiven Alarmismus
Sie würde gut in einen naiven Märchenfilm passen. Statt dessen untersteht sie sich, bei Erwachsenenthemen mitzureden, unter anderem beim EU-Beitritt der Türkei. Man dürfe die Türkei nicht "ausgrenzen", keift sie bei jeder Gelegenheit. Ausgrenzen - das gehört sich bloß bei Neonazis. Was ist das für ein primitiver, manichäischer Ansatz von Außenpolitik! Spätestens da beginnt das Versagen der anderen Politiker. Warum stürmt Angela Merkel nach einem Roth-Auftritt nicht an das Mikrophon des Bundestags und gibt ihr - frei nach Friedrich dem Großen - Bescheid:
"Frau, lerne erst denken, bevor Du zu reden beginnst!"
Und Friedbert Pflüger könnte Wilhelm Busch zitieren:
"Oft vereinigt ein Gemüte / Dämlichkeit mit Herzensgüte!"
Roths Aufstieg in der Politik ist Indikator einer politischen Regression, die in den achtziger Jahren einsetzte. Damals wurde die Bundesrepublik zum "Puppenhaus im Wohlstandstango, bevölkert von Märchenprinzen, Quotenfrauen und Peaceniks, in (dem) sich die notorisch von schlechtem Gewissen geplagte Mittelschicht auf der Suche nach Sinn in aberwitzige Zukunftsszenarien hineinsteigerte" (Cora Stephan). Die deutsche Selbstthematisierung im Schatten des Dritten Reiches führte zu einem primitiven Moralismus und dieser zu einem politischen Manichäismus, dessen negativer Bezugspunkt die "deutsche Gefahr" war. Deutsche Politik sollte jetzt "weich" sein, wichtiger als Fachwissen wurde die "Glaubwürdigkeit", und am "glaubwürdigsten" erschien, wer "authentisch" war, wer "Gefühle", respektive "Betroffenheit" zeigte. Das war die Chance einer mediokeren Figur wie Roth. Wohlwollende Beobachter sehen im Erfolg der Grünen die gelungene Resozialisierung eines halbintellektuellen Subproletatariats. In Wahrheit hat sich die Asozialisierung der deutschen Politik vollzogen.
Der diskursive Alarmismus, eine Abart des politischen Ausnahmezustandes, ist das Lebenselixier der Politikszene, für die Roth emblematisch steht. Sie kann gar nicht anders, als ihn immer weiter eskalieren zu lassen. Gegen Möllemann und Hohmann fuchtelte Roth mit dem Volksverhetzungsparagraphen herum und stellte Strafanzeige. Kardinal Meisner warf sie vor, er würde die "existentiellen Nöte" der abtreibenden Frauen ignorieren. Der Schwangerschaftsabbruch ist für die Frauen ernst, existentiell ist er hingegen für den Fötus - ein Unterschied, den Roth nicht begreifen kann. Natürlich schwant ihr, daß, würde man Meisners Verstand gleichmäßig auf fünf Personen verteilen, jede einzelne ihr intellektuell immer noch überlegen wäre. Auf eine Diskussion, die den Namen verdiente, kann sie sich also nicht einlassen.
Die Maischberger-Sendung war in dieser Hinsicht aufschlußreicher, als es der Moderatorin bewußt war. Maischbergers unerschütterliches, spöttisches Lächeln zeigte Roth, daß ihre gutmenschelnde Frauenpower ins Leere ging. Das war für sie neu, für diese Situation stand ihr weder ein verbales noch mimisches Repertoire zur Verfügung. Ihre Rede lief Amok, und das penetrant naïve Apfelwangengesicht zerfloß ins Konturenlose. Übergangslos war aus Petra Pan eine keifende Vettel geworden. Politisch ist Claudia Roth eine Frucht, die nie reif, sondern vor der Reife faul geworden ist. Wohin faule Früchte gehören, ist bekannt.
Grünen-Vorsitzende Claudia Roth:
"Wie eine 'Quietschente'
- innen hohl, außen niedlich, im Grunde harmlos .. "
[/ Zitat]
Das spricht mir aus der Seele ....