bookmark_borderNachlese zum 1. April ....

Ein Zitat aus dem Web­log "Die Dunk­le Sei­te":


" .. Der April­scherz kom­me aus der Mode, stand die­ser Tage irgend­wo zu lesen. Für die­sen Befund hat­te der Ver­fas­ser auch kom­pli­zier­te hoch­ge­lahr­te sozio­lo­gi­sche Erklä­run­gen parat vom Wer­te­wan­del und so. Ich glau­be eher, der gesamt­ge­sell­schaft­li­che Mega­trend geht klar in Rich­tung Ganz­jah­res-Ver­ar­sche 247. .. "


Den unter­stri­che­nen Satz kann ich aus vol­ler Über­zeu­gung unter­schrei­ben .... es wird nahe­zu jeder Lebens­be­reich ins Lächer­li­che gezo­gen, wer Ernst­haf­tig­keit anmahnt gilt als Spiel­ver­der­ber oder Sauertopf ....
"Spaß­ge­sell­schaft" - bar jeden Verantwortungsgefühls!

bookmark_borderRentner ....

sol­len ja angeb­lich weni­ger Zeit haben als Men­schen, die noch arbei­ten. So lau­tet das all­ge­mei­ne Vorurteil.

Nun dach­te ich, daß das doch sehr über­trie­ben sei, muß­te mich aber jüngst eines Bes­se­ren beleh­ren lassen:
Eine ehe­ma­li­ge Kol­le­gin, seit Janu­ar 2005 im (UN)-Ruhestand, schick­te nach Weih­nach­ten (!) fröh­li­che Weih­nachts­grü­ße .... ver­bun­den mit den besten Wün­schen für das neue Jahr.

Nicht ganz ohne Selbst­iro­nie füg­te sie hin­zu, daß sie ja als Rent­ne­rin nie - und für nichts - Zeit hätte ....

Was mich aber beson­ders erstaunte:
Sie, sonst sehr nüch­tern und klar, mit excel­len­tem Geschmack für Stil­vol­les aus­ge­stat­tet, ver­schick­te mit die­ser "Weih­nachts­post" ein Gedicht - Mix aus Deutsch und Eng­lisch - mit Diddl-Mäu­sen als Deko­ra­ti­on .... spä­te­stens beim Anblick die­ser Geschmacks­ver­ir­rung erin­ner­te ich mich an die Bibelworte:


"So ihr nicht wer­det wie die Kinder,
wer­det ihr das Him­mel­reich nicht erlangen!"

Sie ist auf dem besten Weg dahin ....

bookmark_borderTraurig ....

wie "ein­äu­gig" - damit ist "vor­ur­teils­be­la­den" gemeint - man­che Kom­men­ta­to­ren auf sol­che Mei­nun­gen reagie­ren, die nicht mit ihren eige­nen Vor­stel­lun­gen kon­form sind ....

Wie heißt es doch schon in der Bibel:
" .. sie­hest den Split­ter im Auge dei­nes Nachbarn
- nicht jedoch den Bal­ken in dei­nem eige­nen Auge .. "

Nur ein Gedan­ke stimmt mich traurig:
Obwohl Betrof­fe­ne - offen­sicht­lich, nach ihren Ein­las­sun­gen zu urtei­len - hier "mit­le­sen", erken­nen sie nicht, daß ihnen, ja, genau ihnen, der Spie­gel vor­ge­hal­ten wird ....

Viel­leicht hat Herr seh­pferd doch recht, wenn er anmerkt, Blogs sei­en "tri­vi­al" ....

bookmark_borderMaßstäbe & Vorurteile ....

Der ein­zi­ge Mensch, der sich ver­nünf­tig benimmt,
ist mein Schnei­der. Er nimmt jedes­mal neu Maß
wenn ich zu ihm komme.
Alle ande­ren legen stets die alten Maß­stä­be an,
in der Mei­nung, sie pass­ten heu­te noch auf mich...

[G. B. Shaw]

Vor­ur­tei­le sind schwe­rer zu zer­trüm­mern als ein Atom.
[A. Ein­stein]

bookmark_borderSchwarze Tinte ....

oder auch grü­ne, rote oder blaue Tin­te wer­den immer sel­te­ner. An den letz­ten hand­ge­schrie­be­nen Brief - mit Tin­te geschrie­be­nen Brief kann ich mich nicht ein­mal mehr erin­nern (Nicht den letz­ten Brief den ich geschrie­ben habe, son­dern emp­fan­gen habe ).

Wie ich dar­auf komme?
Ich habe über Tole­ranz nach­ge­dacht und mich an ein Gedicht aus dem Struw­wel­pe­ter [von Dr. Hein­rich Hoff­mann] erin­nert. Sol­che Gedich­te oder Kin­der­bü­cher sind ja heut­zu­ta­ge nicht mehr "IN", die zar­ten Kin­der­see­len sol­len vor all­zu dra­sti­schem bewahrt wer­den, aber damit geht auch ein Lehr­stück zu Rück­sicht­nah­me, Tole­ranz und ange­mes­se­nem Beneh­men verloren!

Tole­ranz gegen­über anders­far­bi­gen Men­schen und Tin­te - was hat das mit­ein­an­der zu tun?

Lesen Sie selbst:


Es ging spa­zie­ren vor dem Tor
Ein kohl­pech­raben­schwar­zer Mohr.
Die Son­ne schien ihm aufs Gehirn
Da nahm er sei­nen Sonnenschirm.

Da kam der Lud­wig hergerannt
Und trug sein Fähn­chen in der Hand.
Der Kas­par kam mit schnel­lem Schritt
Und brach­te sei­ne Bret­zel mit;
Und auch der Wil­helm war nicht steif
Und brach­te sei­nen run­den Reif.
Die schrie'n und lach­ten alle drei
Als dort das Mohr­chen ging vorbei,
Weil es so schwarz wie Tin­te sei!

Da kam der gro­ße Nikolas
Mit sei­nem gro­ßen Tintenfass.
Der sprach: Ihr Kin­der, hört mir zu,
Und lasst den Moh­ren hübsch in Ruh'!
Was kann denn die­ser Mohr dafür,
Dass er so weiß nicht ist, wie ihr?

Die Buben aber folg­ten nicht,
Und lach­ten ihm ins Angesicht,
Und lach­ten ärger als zuvor
Über den armen schwar­zen Mohr.

Der Niko­las wur­de bös und wild, -
Du siehst es hier auf die­sem Bild!
Er pack­te gleich die Buben fest,
Beim Arm, beim Kopf, bei Rock und West',
Den Wil­helm und den Ludewig,
Den Kas­par auch, der wehr­te sich.
Er tunkt sie in die Tin­te tief,
Wie auch der Kas­par : "Feu­er!" rief.
Bis über'n Kopf ins Tintenfass
Tunkt sie der gro­ße Nikolas.

Du siehst sie hier, wie schwarz sie sind,
Viel schwär­zer als das Mohrenkind!
Der Mohr vor­aus im Sonnenschein,
Die Tin­ten­bu­ben hintendrein;
Und hät­ten sie nicht so gelacht,
Hätt' Niko­las sie nicht schwarz gemacht.

[Quel­le: kikisweb=Poetenweb]

So wird Kin­dern - und Erwach­se­nen! - ein Bei­spiel gege­ben, war­um man sich nicht über Men­schen ande­rer Haut­far­be mokie­ren soll - es kommt lei­der viel zu oft vor - noch immer!

bookmark_borderSozial = Ausgewogen?

Bemer­kun­gen zu "Soziale(-n) Netzen"

"Sozi­al" ver­langt altru­isti­sches Den­ken - und das ist völ­lig ver­lo­ren­ge­gan­gen. Ver­lo­ren, weil die Gesell­schaft den Ego­is­mus för­dert. Und, wie ich mei­ne, in die­sen Fäl­len (s.u.) zu Recht ....

Ich bin es leid, für Din­ge Steu­ern zu zah­len, die ich nicht nut­ze / nut­zen will, für Men­schen auf­zu­kom­men, die sich nicht anstren­gen / anstren­gen wol­len, für Kran­ke zu zah­len, die ihre Krank­heit durch ent­spre­chen­den Lebens­wan­del selbst ver­schul­det haben und nun dar­auf bau­en, es wer­de schon für sie gesorgt werden!

Wenn ich sehe, daß von mei­nen Ein­künf­ten ledig­lich 35% übrig blei­ben, dann bin ich nicht mehr nur schockiert, ich bin zutiefst verärgert ....

Sozia­le Net­ze sind eine Fik­ti­on - und eine Schlech­te dazu:
Sie hel­fen denen, die nichts selbst zu lei­sten imstan­de sind, aber for­dern, als ob sie die­je­ni­gen wären, die die Gesell­schaft sta­bil halten ....

Ja, "Schluß mit lustig", ich bin für eine bis auf die Kno­chen abge­speck­te sozia­le Hän­ge­mat­te, für eine Beloh­nung der­je­ni­gen, die die Gesell­schaft vor­an­brin­gen, für Bes­ser­stel­lung - vor allem finan­zi­ell - von Men­schen, die "lei­sten", "anschie­ben", "vor­an­trei­ben"!

bookmark_borderBemerkungen zum Fußball

Mich ver­wun­dert es nicht, daß es jetzt auch einen "Fuß­ball­skan­dal" gibt.
"Wer Wind sät, wird Sturm ern­ten" sagt das Sprichwort.
Der DFB, immer gie­ri­ger in sei­nen For­de­run­gen, die Ver­ei­ne und deren Spie­ler immer unver­schäm­ter - da fehl­ten doch irgend­wie die "Unpar­tei­ischen"!

Heu­te ist klar:
Es gibt kei­nen Altru­is­mus im pro­fes­sio­nel­len Fußball ....

Leid tun mir aller­dings die vie­len wirk­lich begei­ster­ten Fuß­bal­ler in den Kin­der- und Jugendmannschaften:
Deren Idea­lis­mus dürf­te stark gelit­ten haben, für man­chen Jung-Fuß­bal­ler ist sicher eine Welt zusammengebrochen ....

bookmark_borderBemerkungen zu den "Grünen"

Sie wer­den es mir nicht glauben:

Ich war frü­her ein­mal den "Grü­nen" gegen­über sehr posi­tiv eingestellt.
Sie waren die Ersten, die das bereits in den spä­ten 60ern an den Uni­ver­si­tä­ten dis­ku­tier­te "Wald­ster­ben" in den spä­ten 70ern öffent­lich gemacht haben. Sie tre­ten tra­ten (!) für eine Ämter­tren­nung ein und woll­ten Ehr­lich­keit in die Poli­tik brin­gen - bis sie selbst von eben jener kor­rum­piert wurden ....

War­um sich das geän­dert hat? Sie­he oben und
vie­le wei­te­re Grün­de, hier die wich­tig­sten:

  • Herr Trit­tin als Mini­ster, wo er doch schon in Nie­der­sach­sen soviel Unfug ange­stellt hat­te .... und erst der Lacher "Dosen­pfand"!
  • Frau Roth, die am Amte klebt und außer Kei­fe­rei nichts zu sagen hat als Phra­sen (Bsp.: "ich denk' 'mal ... ") .... als Dau­er­gast bei Chri­sti­an­sen immer für einen Zank oder Betrof­fen­heit, meist aber Geschwätz .... immer für einen Lacher gut! 
  • Frau Höhn, die als Mathe­ma­ti­ke­rin viel­leicht gut rech­nen kann, aber ohne Skru­pel "ihre" Leu­te in Posi­tio­nen schiebt, die sie vor­her leer gemacht hat, weil sie angeb­lich weg­fal­len soll­ten .... und dann der Lacher "Gartz­wei­ler"!

bookmark_borderBemerkungen zur Spinnenfurcht

Es ist die Jah­res­zeit für Spin­nen, Spin­nen­net­ze und Spin­nen­wan­de­rung. Außer­dem schlüp­fen der­zeit die Jung­spin­nen aus den Kokons.

Zeit also, sich vor Spin­nen zu "fürch­ten"!

War­um fürch­ten sich man­che Men­schen vor Spin­nen - wäh­rend ande­re sie als Haus­tie­re halten?
Es liegt wohl an der Art, wie Spin­nen sich bewe­gen: PLÖTZLICH!

Hoch­in­ter­es­sant ist, daß Spin­nen ihre Bei­ne mit einer Art "Hydrau­lik" strecken, wäh­rend die Beu­gung mit Mus­kel­kraft bewerk­stel­ligt wird.
Das ist schon eine beson­de­re Leistung.

Den­ken Sie bit­te dar­an, wenn Sie sich das näch­ste Mal anschicken ein­fach nur drauf zu hau­en, wenn Sie eine Spin­ne sehen ....

bookmark_borderHerz, Leber, Niere ....

war frü­her häu­fig auf dem Spei­se­plan. Ich mag "Sau­re Nie­ren", auf die rich­ti­ge Zube­rei­tung kommt es dabei an, las­se bestimmt vie­les für "Leber mit Zwie­beln und Apfel­rin­gen" ste­hen, und haben Sie schon 'mal "Herz­ha­schee" geges­sen? Köstlich!
Es ist schon selt­sam, vie­le der tra­di­tio­nel­len Gerich­te sind von den Spei­se­kar­ten verschwunden.
Vor eini­ger Zeit woll­te ich Leber kau­fen, frisch gab's die über­haupt nicht, nur abge­packt, im Kühl­re­gal. Dahin hat­te mich die freund­li­che Fleisch­ver­käu­fe­rin mit einem halb süf­fi­san­ten, halb mit­lei­di­gen Gesichts­aus­druck geschickt, ich hat­te den Ein­druck sie glaub­te, ich kön­ne mir "kein rich­ti­ges Fleisch" kau­fen .... näch­stens gehe ich hin und kau­fe zehn Rou­la­den oder fünf kom­plet­te Lamm­fi­lets oder - noch bes­ser einen gan­zen Schin­ken. Ich freue mich schon auf den Gesichts­aus­druck der Ver­käu­fe­rin, hof­fent­lich hat sie Dienst!

bookmark_border.... aus dem Augenwinkel ....

Frei­tag, 13:00h, Auto­b­an­rast­stät­ten-Bur­ger­KIng, ich bei­sse in mei­nen Tri­ple-Cheese, zwei Tische wei­ter ein Zwei-Far­ben-Jeans-Trä­ger [braun (!) und blau - trägt die Sau, das war frü­her ein Kin­der­reim], Mit­te bis Ende zwan­zig, redet ohne Punk und Kom­ma auf eine - offen­sicht­lich aus­län­di­sche, da nur lang­sam und müh­sam arti­ku­lie­ren­de - jun­ge Frau, etwa gleich­alt­rig, ein. Tatzt sie hin und wie­der unmo­ti­viert und lin­kisch an, meckern­des Lachen stößt mich ab, sie bewahrt Hal­tung und ver­sucht zwi­schen Rede­schwall und Tat­zeln ihren Bur­ger zu essen.

Er, O-Ton:
"Gell, das sind gro­ße Bur­ger hier, die sind alle so groß, das kann man sich hier lei­sten" Ich habe Zwei­fel, da er sich selbst offen­sicht­lich nichts gelei­stet hat. Er grient sie an - und ich wer­de den Ver­dacht nicht los, daß sein lin­ki­sches Tät­scheln so eine Art "Vor­spiel" sein soll, denn schließ­lich muß sich die Aus­ga­be für den Bur­ger ja lohnen ....

Wei­ter er, O-Ton:
"Und im Auto da mach' ich Dir den Sitz run­ter, da kannst Du schla­fen bis wir zu Hau­se sind, dann bist Du heut' abend nicht so schläf­rig wie letz­tes Mal und wir kön­nen noch was unter­neh­men - ja, was wohl? Geifer,Geifer, - der Typ beginnt mich zu ner­ven, die jun­ge Frau tut mir leid, ich bin kurz davor auf­zu­ste­hen und den Kerl anzu­spre­chen .... doch dann siegt die Ver­nunft, ich kon­zen­trie­re mich auf mei­nen Bur­ger, trin­ke mei­nen Kaf­fee und neh­me aus dem Augen­win­kel wahr, wie er ver­sucht, beim Weg­ge­hen um ihre Hüf­te zu fas­sen, sie ihn so non-chalant abstreift, nicht hef­tig, aber so, daß er merkt es ist nicht will­kom­men .... und drau­ßen stei­gen die bei­den in einen auf­ge­motz­ten, mit Spoi­lern auf­ge­pepp­ten Fie­sta .... das paßt zu dem braun-blau sei­ner Hose!

[12-03-2004]