Man redet sich hierzulande (Münsterland) ja gern "modern" - während in Wirklichkeit spätes 18. Jahrhundert in den meisten Köpfen rumort ....
Daß damals Dilettanten sich solcher Dinge annahmen, von denen sie nichts verstanden, läßt sich noch mit verständlicher Neugier erklären, Neugier auf das, was sich hinter der Fassade verbirgt.
Aber wie hängt das mit 'heute' zusammen?
Nun, sensationsheischende Redakteur-Verschnitte - unterstützt durch eine Feuerwehr, die offensichtlich wenig denkt und mehr strammsteht, wenn ein wichtiger Poahlbürger* ihre Diernstleistung** abruft - unternahmen nun folgende "Expedition":
Einem Waschbären, der sich in einem Krähennest - gut 16m hoch - eingenistet hatte, wurde mit einer Feuerwehrdrehleiter auf den Pelz gerückt.
Angeblich, um sich vom Gesundheitszustand des Tieres zu überzeugen - in Wahrheit wohl eher, um eine Ersatz-Schlagzeile für den in den Zoo einquartierten Schwan*** zu haben.

Pech für den Waschbären, der zwar zu Anfang der Aktion noch kerngesund war, dann aber durch geworfene Stöckchen so erschreckt wurde, daß er aus dem Nest stürzte und - scheinbar unverletzt - davonrannte .... wie jetzt zu erfahren war, wurde das Tier am Abend des "Expeditionstages" tot in einem Garten gefunden. Wie die Obduktion ergab starb er an einer Verletzung der Harnblase (Blasenriß) ....
Der örtliche Zoodirektor in Rage,
die Öffentlichkeit entsetzt,
ein Waschbär weniger.
Hätte man ihn in Ruhe gelassen lebte er noch ....
