Ferndiagnose ....

so ganz ohne Hilfs­mit­tel und ohne die Pati­en­tin gese­hen zu haben betrieb heu­te eine Arzt­hel­fe­rin am Telefon:

[Dar­ge­stellt ist - natur­ge­mäß - nur die eine Sei­te der Konversation!]

H: "Ja, wenn Sie Herz­schmer­zen haben muß das nicht am Wet­ter liegen."
P: ?
H: "Haben Sie noch die Tablet­ten mit Nife­di­pin*?
Dann neh­men Sie eine mehr davon, das senkt den Blutdruck!"
P: ?
H: "Sie kön­nen auch Nitro­gly­ce­rin** für's Herz neh­men, sicher, eine Tablette."
P: ?
H: "Ach Sie haben Spray. Ja, das geht auch."
P: ?
H: "Ja, und der Dok­tor muß heu­te frü­her weg, da kann er Sie jetzt [11:30h] nicht mehr sehen."
P: ?
H: "Wenn's ihnen gar­nicht bes­ser geht kom­men sie heut Nach­mit­tag her, ab 16:00h ist wie­der Sprechstunde!"

Wenn die Pati­en­tin dann noch lebt ....

* senkt über vor­wie­gend arte­ri­el­le Gefäß­er­wei­te­rung den Blutdruck.
** senkt die Schlag­kraft des Her­zens und erwei­tert den venö­sen Teil des Kreis­laufs. Fol­ge ist eine extre­me Sen­kung des Blutdruckes.
[Bei­des zusam­men kann - bild­lich gespro­chen - die Pati­en­tin "zu Fall" brin­gen, das Blut ver­sackt in den Bei­nen, Blut­lee­re im Gehirn = ggf. Bewußtlosigkeit]

Kommentare

  1. och so Sachen erle­be ich immer wie­der. Der Will­kür der Hel­fe­rin­nen gehö­ren Gren­zen gesetzt. Und ich weiss, dass vie­le Men­schen sich schon bei der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung beschwert haben.
    Nur ein bsp., das mir kürz­lich wider­fah­ren ist: Pati­en­tin, 84 Jah­re, war bei mir mit einem Blut­druck von 210105. War mir nicht so wohl dabei. Zumal sie unter Herz­in­suf­fi­zi­enz lei­det (alters­be­dingt). Ich rief bei einem ört­li­chen Kardiologen/Internisten an. Die Hel­fe­rin: "Wie ist die Dame denn ver­si­chert?" Ich "AOK". Die Hel­fe­rin: "Ja, dann haben wir einen Ter­min erst wie­der in 8 Wochen frei". Ich: "Das ist ein Not­fall." Helferin:"Dann soll sie zum Haus­arzt, das geht Sie als HP nichts an- die Frau braucht eine Über­wei­sung". Ich: "Die Haus­ärz­ti­nist in Urlaub. Und es ist ein Not­fall!" Hel­fe­rin (wur­de immer pam­pi­ger und generv­ter): "Da kann ich nichts machen. Sie soll zu einem Inter­ni­sten. Sie sind bei uns falsch." (Kar­dio­lo­ge! und Internist!)Ich: "Kön­nen Sie mir einen ande­ren Inter­ni­sten emp­feh­len?" Helferin:"das haben SIE sowie­so nicht zu ent­schei­den, das muss der Haus­arzt ent­schei­den wohin die Dame kommt"............. Irgend­wann wur­de es mir zu blöd. Sie ist in Krankenhaus.
    Wäre sie Pri­vat­pa­ti­en­tin gewe­sen, wäre sie sofort in Behand­lung gekom­men. Das ist mir näm­lich eini­ge Zeit zuvor gesche­hen. Auch ein Not­fall, sel­be Pra­xis. Erst: "nein, näch­ster Ter­min in 6 Wochen" Als ich sag­te: "er ist Pri­vat­ver­si­chert" kam: "also gut, er kann vor­bei kommen." 
    Schlim­mer geht´s wohl kaum noch. Im Zwei­fels­fall haben die ein Men­schen­le­ben auf dem Gewis­sen. Das ist unter­las­se­ne Hilfeleistung.

    1. Das Pro­blem sehe ich .... in dem Bewußt­sein: "Ich und der Herr Dok­tor .... ", vie­le Hel­fe­rin­nen haben leich­tes Spiel, weil ihnen kei­ne kla­ren Kri­te­ri­en vor­ge­ge­ben wer­den, wann sie die/den Pra­xis­in­ha­ber/-in ein­zu­schal­ten haben. Der bewuß­te Anruf hät­te zum Arzt durch­ge­stellt wer­den müs­sen!

      Die Beob­ach­tung Kas­sen­pa­ti­ent / Pri­vat­pa­ti­ent ist sicher kein Ein­zel­fall. Aber es gibt son­der­ba­rer­wei­se auch das genaue Gegen­teil: Man will kei­ne Pri­vat­pa­ti­en­ten, son­dern Kas­sen­ver­si­cher­te, die IGeL-Lei­stun­gen * "dazu­kau­fen" (finanz­star­ke Rent­ner, das läßt die Kas­se in bar klingeln).

      * IGeL = Indi­vi­du­el­le Gesund­heitsLeis­tun­gen
      [Quel­le 1]
      [Quel­le 2]
      [Quel­le 3]

    2. ja, die Igel. Die haben auch schon bemerkt, dass man mit Extra­wür­sten Geld ver­die­nen kann. Anders wer­den die Ärz­te in Zukunft nicht mehr durch kom­men. Das Gesund­heits­sy­stem wird sich noch radi­kal ändern (Müs­sen). In eini­gen Jah­ren ist von dem heu­ti­gen System nichts mehr über.

    3. Völ­lig Ihrer Mei­nung .... mit Kas­sen­bei­trä­gen allei­ne ist es dann nicht mehr getan, da heißt es - ja nach Situa­ti­on - kräf­tig per Zuzah­lung ein­zu­sprin­gen, wenn anson­sten das Bewußt­sein fehlt, daß man für sei­ne Gesund­heit etwas tun muß - rechtzeitig!

Schreibe einen Kommentar zu chaetzle Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert