Ist Dummheit ....

unser Unter­gang? Und wie kommt es, daß Dumm­heit (Abs.: 2.) immer mehr um sich greift?

In natür­li­cher Umge­bung über­leb­te nur, wer zum Unter­halt der Sip­pe Bei­trag lei­ste­te - war man zu dumm dazu, wur­de man aus­ge­sto­ßen und konn­te nicht überleben.

Über­le­ben ist in unse­rer Gesell­schaft heu­te nicht mehr an intel­lek­tu­el­le Fähig­kei­ten gebun­den - auch wer dumm ist kann über­le­ben - dank aus­ge­klü­gel­ter Syste­me, die sich eher am "Vor­han­den­sein" denn am "gesell­schaft­li­chen Nut­zen" orientieren.
Wer sich nicht durch eige­ne Lei­stung "unter­hal­ten" kann, wird durch Lei­stun­gen der All­ge­mein­heit unter­hal­ten. Dies unab­hän­gig davon, wel­che eige­nen Bei­trä­ge die so "Unter­hal­te­nen" jemals selbst bei­getra­gen haben.
Die Unter­stüt­zung fängt bereits in der Schu­le an:
Anstatt bestimm­te Anfor­de­run­gen fest­zu­le­gen, an denen sich die Schü­ler mes­sen las­sen müs­sen, wur­de über vie­le Jah­re pro­pa­giert, man müs­se mehr Schü­lern den Besuch des Gym­na­si­ums ermög­li­chen. In der Fol­ge wur­den mehr Schü­ler dort auf­ge­nom­men - und droh­ten zu ver­sa­gen. Jetzt muß­ten die Anfor­de­run­gen gesenkt wer­den, um ihnen das Über­le­ben zu sichern ....

* edit *
Noch ein Gedan­ke nachgeschoben:
Ein Grund für stei­gen­de Arbeits­lo­sig­keit mag aus der geschil­der­ten Sicht des Ein­flus­ses von Dumm­heit auch sein, daß "Dum­me" durch Pro­tek­ti­on in Posi­tio­nen ver­har­ren - und die­se nut­zen, um unlieb­sa­me Klü­ge­re los­zu­wer­den. Wis­sen wir doch seit län­ge­re Zeit, daß in öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen oder Groß­be­trie­ben nicht jene zuerst einen Arbeits­platz erhal­ten, die wirk­lich "gut" sind, son­dern jene, die Für­spre­cher haben ....
* / end edit *

Ein wei­te­rer Grund könn­te dar­in lie­gen, daß es zu müh­sam ist - bzw. durch gesetz­li­che Rege­lung unter­sagt ist - intel­li­gen­te Mit­ar­bei­ter zu behal­ten. Es wer­den sozia­le Grün­de bei der Abwä­gung zu Ent­las­sun­gen vor­ge­scho­ben - die lei­stungs­fä­hi­gen müs­sen gehen, die Dum­men lachen sich ins Fäustchen!

Dies Bei­spiel steht für eine all­ge­mei­ne Vorgehensweise:
Nicht mehr ver­lan­gen, son­dern die Anfor­de­run­gen absenken.
Das Ergeb­nis sehen wir, ich sage nur "PISA"!

Wel­che Fol­gen erge­ben sich daraus?
Und was kann man gegen - fort­be­stehen­de - Dumm­heit, ein­her­ge­hend mit den höch­sten Ansprü­chen, tun?

Kommentare

  1. dumm­heit ist bequem. zum einen ist es bequem für die dum­men- wie oben gesagt, über­le­ben sie auch so ganz gut. zum ande­ren ist dumm­heit bequem für die herr­schen­den. dum­me las­sen sich gut füh­ren, aus man­geln­dem intel­lekt und auch inter­es­sen­lo­sig­keit wird nicht nach­ge­dacht, nicht auf­be­gehrt. mei­ner mei­nung nach ist dumm­heit vom bil­dungs­sy­stem gewollt. eine intel­lek­tu­el­le éli­te darf her­an­rei­fen, wird geför­dert, die dann zum nut­zen der politik/wirtschaft ein­ge­setzt wird. das gemei­ne volk darf dumm blei­ben. was sol­len denn die gedan­ken mit éli­te-uni­ver­si­tä­ten? füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten wer­den gezüch­tet im sin­ne der herr­schaft. "die gedan­ken sind frei"- so frei bis sie mit den machen­schaf­ten der füh­rung kol­li­die­ren. oder so frei eben, wie sie die inter­es­sen der éli­te ver­tre­ten. quer­den­ker sind unbe­quem und ungewollt. 
    es geht,wie so oft, um geld und macht.

    1. Da kann ich nur .... bei­pflich­ten: In den USA sieht man das System in sei­ner extre­men Form, wir sind mit dem Trend zur Gesamt- und Tages­schu­le auf dem Weg dahin. Kin­der, die den Eltern ent­zo­gen wer­den kön­nen dann noch leich­ter zu funk­tio­nie­ren­den Mario­net­ten getrimmt wer­den - Ansät­ze sieht man schon in NRW. Dort kom­men per Dekret vom Mini­ste­ri­um Richt­li­ni­en in die Schu­len, die die Natur­wis­sen­schaf­ten auf einen Bruch­teil des­sen schrump­fen lie­ßen, der frü­her dort unter­rich­tet wur­de. Der­glei­chen "ver­dumm­te" Men­schen müs­sen dann glau­ben, was ihnen die "Grü­nen Vor­be­ter" zu Umwelt und Natur ein­trich­tern, weil ihnen die Grund­la­ge für ein eige­nes Urteil fehlt .... inter­es­sant ist in die­sem Zusam­men­hang, daß in einer Zeit knap­per Kas­sen und Behör­den­zu­sam­men­le­gun­gen die NRW-Mini­ste­rin Höhn eine Stu­die (€ 50.ooo,-) in Auf­trag gab, die unter­su­chen soll­te, wel­che unter­schied­li­chen Gefüh­le Frau­en und Män­ner haben, wenn sie in einen Wald gehen ....

  2. was man tun kann? das fern­seh­pro­gramm ändern. das ist wohl zu einem gross­teil volks­ver­dum­mung. für kin­der ein­ge­schränk­tes fern­se­hen. wie­vie­le kin­der lesen noch bücher? wie­vie­le kön­nen sich noch selb­stän­dig beschäf­ti­gen? dadurch geht die krea­ti­vi­tät ver­lo­ren. krea­ti­vi­tät för­dert die ver­schal­tung und neu­bil­dung von syn­ap­sen, genau­so wie klas­si­sche musik. das heisst, schon im (klein)kindesalter (d.h. vor der ein­schu­lung) müs­sen die grund­la­gen gelegt wer­den. das pro­blem: was sol­len jun­ge eltern vor­le­ben, die selbst kaum bil­dung genos­sen haben??!

    1. Die "Fern­seh­ge­ne­ra­ti­on" .... (Men­schen unter 50, die mit Voll­zeit-Fern­se­hen auf­ge­wach­sen sind) hat - wie Sie anmer­ken - nicht gelernt, zwi­schen Fik­ti­on und Wirk­lich­keit zu unter­schei­den. Des­we­gen wird geglaubt, Fern­se­hen sei wahr oder gehö­re gar zur "Bil­dung" - erschrocken bin ich kürz­lich, als ein Mit­ar­bei­ter (im glei­chen Unter­neh­men) mir sag­te: "Ich infor­mie­re mich umfas­send" und auf Nach­fra­ge von mir, wie er das denn mache ant­wor­te­te: "Ich sehe jeden Abend die Tages­schau". Dem ist nichts hinzuzufügen!

    2. immer­hin die tages­schau. das ist schon first class... man den­ke an talk­shows, big brot­her usw. fern­se­hen ist ein wun­der­ba­res medi­um, um das volk zu kon­trol­lie­ren. selek­tier­te nach­rich­ten, infor­ma­tio­nen. alles ande­re- das wirk­lich wich­ti­ge- fällt unter den tisch. 
      sich berie­seln las­sen för­dert die pas­si­vi­tät. pas­si­vi­tät wie­der­um senkt die kom­mu­ni­ka­ti­on bzw. die bereit­schaft für konfrontation.

    3. Hier­zu fin­det sich .... eine sehr auf­schluß­rei­che Abhand­lung bei quelle_symbol Dicki, dort ist auch ein Link ent­hal­ten, der zu einer Geschich­te führt, die sich mit S. Chri­sti­an­sen befaßt ....

      Lei­der hat man hier nicht die Über­sicht was z.B. in USA abläuft. Man kann dar­aus erken­nen, wohin wir hier abdrif­ten wer­den: Gleich­ge­schal­te­te Medi­en aus weni­gen Kon­zer­nen, regie­rungs­nah, jede Alter­na­ti­ve mund­tot gemacht ....

  3. Intel­lek­tu­al-Dar­wi­nis­mus mag vor­der­grün­dig ein­leuch­ten... ...lässt sich aber wis­sen­schaft­lich nicht belegen.
    Ganz im Gegenteil:

    "Dumm­heit siegt

    Die dümm­sten Bau­ern haben die dick­sten Kar­tof­feln, heißt es. Nicht ganz zu unrecht, denn Intel­li­genz und Inno­va­ti­on gel­ten in der Evo­lu­ti­on als hoch ris­kan­te Stra­te­gien. In der Tier­welt ist Beschränkt­heit meist von Vor­teil und Krea­ti­vi­tät eher die Sache der Under­dogs." Quel­le: http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,309099,00.html

    Ori­gi­nal­ar­ti­kel: http://www.sciencenews.org/pages/sn_arc99/6_5_99/bob2.htm

    Letzt­lich lässt es sich zusam­men­fas­send nur noch­mal wie­der­ho­len, egal wie scha­de es sein mag:

    Dumm­heit siegt.

    1. Für die Tier­welt .... gilt das zwar gene­rell, jedoch sind jene Tie­re, die - anders als ihre Art­ge­nos­sen - Werk­zeug­ge­brauch ent­deckt haben, im Vor­teil (ich den­ke da an Ver­su­che mit Affen, die mit Hil­fe einer Kiste und eines Stocks an eine auf­ge­häng­te Bana­ne her­an­kom­men; Fres­sen kön­nen= Über­le­ben, das ist schon ein Vor­teil von Intelligenz).

      Was nun den Men­schen angeht, rühmt sich doch "unse­re Spe­zi­es" sich mit dem Gebrauch des Gei­stes aus der Tier­welt her­vor­zu­he­ben. Eines von bei­den Argu­men­ten kann daher aus mei­ner Sicht nur zutref­fend sein:
      Entweder 
      wir sind gleich­ge­stellt, dann trifft Ihre Aus­sa­ge zu.
      Oder 
      wir sind ver­schie­den, dann darf ich Dumm­heit bemängeln. 
      Es liegt auf der Hand, daß ich glück­li­cher wäre, Dumm­heit bemän­geln zu kön­nen .... aber ich erken­ne, Ihre Ver­si­on ist glaubhafter.

      Letz­ter Gedan­ke (der mich viel­leicht doch noch "ret­ten" kann):
      Soll­te man zwi­schen "Dumm­heit" und "ange­paß­tem Ver­hal­ten" unterscheiden?

    2. Tier­mo­del­le.... ....sind es nun­mal, mit denen die mei­sten Gege­ben­hei­ten der mensch­li­chen Zivil­a­sti­on unter­such­bar sind. Im Detail gibt es immer unter­schie­de, aber die gene­rel­len Erkennt­nis­se sind fast immer zutref­fend. Es bleibt also nur zu hof­fen, dass es sich bei der o.g. erwähn­ten Erkennt­nis um einen ähn­li­chen "Aus­rut­scher" wie bei Con­ter­gan oder der Strah­len­re­si­stenz han­delt; wobei -gera­de wenn man sich in der Welt umschaut- mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit die "Dumm­heits-Ten­denz" auf den Men­schen eben­so über­trag­bar ist wie die Neben­wir­kun­gen von Aspi­rin oder die mecha­nis­men der sozia­len Akti­viert­heit im Tiermodell.
      Soll hei­ßen: dem Grun­de nach sind wir gleich­ge­stellt. Wenn man auf­rech­ten Gang und Reli­gi­on sub­tra­hiert, ist "Mensch" auch nur ein Bono­bo mit Semi-Auto­ma­tik und Führerschein.

    3. Ich sehe schon .... ich muß klein bei­geben - Gera­de Ihr "Soll hei­ßen: ff." läßt mir kei­ne Wahl .... dafür spricht, daß in Assess­ments immer die obsie­gen, die ein gesun­des Mit­tel­maß darstellen.

      Ich kann mir aber nicht ver­knei­fen festzustellen: 
      Vor­an geht's nach mei­nem Ver­ständ­nis in die­sem unse­rem Lan­de nur, wenn die weni­gen Quer­den­ker wie­der etwas mehr Gewicht gewinnen ....

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