Ohne Hemmungen ....

legen wild­frem­de Men­schen ihre Hän­de auf die Bäu­che von Schwan­ge­ren. Und die las­sen es gesche­hen - meist ohne Protest!

Die­ser Weg­fall jeg­li­cher Hem­mun­gen Frem­den gegen­über muß auch ein Über­bleib­sel aus unse­rer Vor- und Früh­ge­schich­te sein ....

Kommentare

  1. das wür­de ich... (ohne zu fra­gen) nie tun, ich bin also ord­nungs­ge­mäss gehemmt. Mann wüss­te ja nicht, wie das dann ver­stan­den wür­de (sexu­el­le Belä­sti­gung ist bekannt­lich haupt­säch­lich eine Funk­ti­on von Umstän­den und sub­jek­ti­ver Wahr­neh­mung des 'Objek­tes').

    Viel­leicht haben Sie aber eher Frau­en beob­ach­tet, die, ohne zu fra­gen, nach dem Bau­che grei­fen. Da spielt dann wohl die­sel­be Art von Soli­da­ri­tät, die es bspw. auch bei gro­ssen Zugs­ver­spä­tun­gen u.ä. zu beob­ach­ten gibt: Man hat in anony­men Mas­sen­ge­sell­schaf­ten gleich­gül­tig anein­an­der vor­bei­zu­ge­hen und ein­an­der in (fröh­li­cher oder ver­zwei­fel­ter) Ruhe zu las­sen; falls aber ein Ereig­nis auf­taucht, wel­ches die Anony­men sicht­lich alle gleich trifft, begin­nen sie zumeist, sich anzu­spre­chen und sich zu soli­da­ri­sie­ren. Und Frau­en, die wild­frem­den Schwan­ge­ren 'auf den Bauch füh­len', sehen sich wohl genau von die­ser die Anony­mi­tät über­grei­fen­den Gemein­sam­keit getra­gen: Ich bin ja auch (aktuelle/potentielle/künftige) Mut­ter! Dazu kommt dann noch, dass die Schwan­ger­schaft gestern wie heu­te - zurecht oder nicht - als ganz beson­de­rer Zustand betrach­tet wird (soweit sicher unbe­strit­ten), und dass der Schwan­ge­ren beson­de­re Auf­merk­sam­keit, Rück­sicht und Soli­da­ri­tät ent­ge­gen­zu­brin­gen sei. (Sonst könn­te ja jeder zum ande­ren gehen, den Bauch berüh­ren und pro­kla­mie­ren: Ich bin ja auch Mann/Frau!)

    Im Übri­gen fra­ge ich mich jedoch, ob Sie, geschätz­ter Herr wvs, die Hem­mun­gen bzw. die Gehemmt­heit unbe­dingt vor­zie­hen, oder ob Sie mir (dif­fe­ren­zie­rend) zustim­men könn­ten, dass unse­re Lebens­art die beschrie­be­ne Anony­mi­tät und Gleich­gül­tig­keit wohl vor­aus­setzt, dass dies in einem aber manch­mal doch Weh­mut weckt, wenn man nicht ein­fach beob­ach­ten, anspre­chen und berüh­ren (nicht im sexu­el­len Sin­ne, son­dern z.B. am Unter­arm) darf, was einen fas­zi­niert, wie ein neu­gie­ri­ges Kind. Ist es nicht auch trau­rig, dass Men­schen, die all­zu unbe­darft auf die Welt zuge­hen, viel zu schnell als Idio­ten gel­ten (wie­wohl die mei­sten, die sich das trau­en, eben tat­säch­lich geistig/sozial nicht bzw. noch nicht nor­miert sind). Natür­lich, wenn man als Objekt der Neugier/Berührungslust kei­nen Bock auf den auf­ge­dräng­ten Sozi­al­kon­takt hat, muss man sich ner­ven oder gar ekeln dür­fen und ent­zie­hen kön­nen. Aber den­noch! Manch­mal macht es mich ein­fach traurig.

    1. Die Hän­de unge­fragt auf den Bauch legen? Kommt drauf an! Ob es bei­spiels­wei­se eine Schwan­ge­re ist oder aber der Bekann­te, den man nach einer lan­gen Nacht in der Knei­pe ver­ab­schie­det und der einen ob die­ser Geste des Bauch­strei­chelns im Gegen­zug so, als sei man ein klit­ze­klei­nes Feder­ge­wicht, in die Luft hebt und dann lie­be­voll ver­ab­schie­det. Wer wird denn da etwas gegen die­sen Aus­druck von Ver­traut­heit und Zunei­gung haben ... ?

    2. @ moc­calover Mei­ne Beob­ach­tung war tat­säch­lich "aktu­ell". Wobei es zutref­fend ist, daß ich schon häu­fi­ger davon fas­zi­niert war, Schran­ken fal­len zu sehen, die uns sonst doch sehr einschränken.

      Ich bin näm­lich in der Tat der Auf­fas­sung, daß es sich um eine völ­lig a-sexu­el­le Geste der Soli­da­ri­tät mit der Schwan­ge­ren han­delt (was Sie ja auch als einen Punkt Ihrer Erör­te­rung auf­füh­ren), der erlaubt sein müß­te .... inso­weit stimmt mei­ne - zuge­ge­ben pro­vo­kant for­mu­lier­te - Dar­stel­lung nicht mit mei­ner grund­sätz­li­chen Hal­tung über­ein. Ich bin viel­mehr - mit Ihnen (?) - der Mei­nung, dies ist ein Über­bleib­sel aus frü­he­rer gene­ti­scher Fixie­rung: " .. Schwan­ge­ren (ist) beson­de­re Auf­merk­sam­keit, Rück­sicht und Soli­da­ri­tät ent­ge­gen­zu­brin­gen .. ", weil sie zum Bestand der Art bei­tra­gen, die­sen garantieren.

      Viel von dem, was Sie - umschrie­ben - als kind­li­ches Stau­nen beschrei­ben ist "weg­so­zia­li­siert". Scha­de. Spon­tan zu sein erfor­dert heu­te sehr viel Nähe, sonst wird es eher als Affront betrachtet ....

    3. @ Mor­gai­ne Ich sehe, Sie ver­glei­chen die durch alko­ho­li­sche Geträn­ke (wohl­ge­form­ten?) Run­dun­gen mit denen, die so ab fünf­tem Monat bei Schwan­ge­ren zu erken­nen sind. Tja, bei Letz­te­ren ist der Zustand umkehrbar ....

      Doch zur Sache:
      Natür­lich besteht ein Unter­schied in der Geste. Im von Ihnen genann­ten Fall besteht eine Ver­traut­heit, die in den von mir beob­ach­te­ten Fäl­len nicht gege­ben war. Inso­weit ist "Bauch­strei­chen" nicht gleich "Bauch­strei­chen"!

      Was jedoch das Hoch­he­ben und die anschlie­ßen­de Ver­ab­schie­dung angeht: 
      Der Mann kennt sei­ne Grenzen. 
      Oder Ihre Grenzen. 
      " .. und dann lie­be­voll ver­ab­schie­det. Wer wird denn da etwas gegen die­sen Aus­druck von Ver­traut­heit und Zunei­gung haben .. ". 
      Das war's?
      Ich kann mir ande­re For­men der " .. Ver­traut­heit und Zunei­gung .. " vorstellen. 
      Ich hiel­te das auch nicht für abwegig. 
      Aber nach viel Alko­hol ist es mög­li­cher­wei­se die bes­se­re Form um Ent­täu­schun­gen oder gar Schlim­me­res zu vermeiden ....

    4. Ich ver­glei­che nicht Bäu­che, son­dern Berüh­run­gen. Und bei bei­den Bei­spie­len, also sowohl der Schwan­ge­ren als auch dem Bekann­ten mit ein klein wenig Bauch, ist die­se Form von Inti­mi­tät nur dann nicht grenz­über­schrei­tend, wenn zuvor bereits Nähe da war. 
      Ich fra­ge mich, ob es auch nur ansatz­wei­se dis­ku­tiert wür­de, einer frem­den Schwan­ge­ren über den Bauch zu strei­cheln, wenn SIE ein ER wäre. Er wür­de wahr­schein­lich wesent­lich schnel­ler und hand­fe­ster auf die Wah­rung sei­ner Gren­zen achten. 

      Zu Ihrer Fra­ge, ob es das war?
      Woher soll ich das wissen ... ? ;-)

      Dass Sie sich auch ande­re For­men der Ver­traut­heit und Zunei­gung vor­stel­len kön­nen, hof­fe ich doch.

    5. Aha, nicht Bäu­che .... sind im Visier. Dacht' ich's mir doch. 
      Mei­ne Über­le­gun­gen gin­gen von der Indi­vi­du­al­di­stanz aus. Ihre offen­sicht­lich auch. Und wenn ich es genau betrach­te sind wir uns eigent­lich einig. Erschreckend, die­se Übereinstimmung ;-).

      Gott­lob gibt's noch die Dif­fe­renz in Hin­blick auf "geschlechts­spe­zi­fi­sche Grenz­wah­rung". Das ist nicht ver­wun­der­lich. Bio­lo­gisch betrach­tet ist das Ter­ri­to­ri­al­ver­hal­ten bei Männ­chen stär­ker aus­ge­prägt, da sie meist die­je­ni­gen sind, die - arbeits­tei­lig betrach­tet - die Sicher­heit für die Auf­zucht der Nach­kom­men her­stel­len: Inte­gri­tät des Territoriums. 

      Den Rest las­se ich 'mal unkom­men­tiert wirken ....

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