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bookmark_borderBemerkungen zur selektiven Wahrnehmung

Neh­men wir 'mal an, Sie waren letz­te Woche beim Möbel­dis­coun­ter und haben über­di­men­sio­nier­te Pake­te geschleppt und transportiert.
Oder neh­men wir an, Sie haben ein neu­es Auto gekauft, schwarz.
Im ersten Fall sehen Sie plötz­lich um sich her­um unend­lich vie­le Men­schen, die gro­ße, sper­ri­ge Kisten trans­por­tie­ren - ver­mut­lich nach Käu­fen von Möbeln. Im zwei­ten Fall sehen Sie mög­li­cher­wei­se über­all schwar­ze Autos - häu­fi­ger auch von der Mar­ke, die Sie erwor­ben haben.

Die For­ma­tio reti­cu­la­ris in unse­rem Gehirn ist an die­ser "wun­der­sa­men Ver­meh­rung schwar­zer Autos" schuld!

Es ist ein Fil­ter, der regelt, wel­che der vie­len Infor­ma­tio­nen, die auf uns ein­stür­men, in das Bewußt­sein vor­drin­gen kön­nen. Die­ser Fil­ter wird zwar unbe­wußt ein­ge­stellt, jedoch beein­flußt die regu­lä­re Hirn­ak­ti­vi­tät - also die Beschäf­ti­gung mit einer bestimm­ten Sache - die­se Einstellung.

Ja, und da wird es interessant!

Vie­le Bei­trä­ge wer­den täg­lich in Web­logs geschrieben.
Weni­ge fin­den Resonanz.
Eini­ge zie­hen Kom­men­ta­re an wie Honig die Fliegen.

Es kommt eben auf die Ein­stel­lung der For­ma­tio reti­cu­la­ris an ....
Oder die Ein­stel­lung der Per­son, zu der die­se Hirn­struk­tur gehört!

So kommt es, daß bestimm­te Kom­men­ta­to­ren nie auf Ein­trä­ge reagie­ren, die anspruchs­vol­le The­men behan­deln, zu deren Dis­kus­si­on man fun­dier­tes Wis­sen haben muß, aber fast immer auf sol­che reagie­ren, zu denen man 

  • "Mei­nun­gen" äußern kann, zu denen man 
  • Kri­tik üben kann, ohne Bewei­se für die Behaup­tun­gen zu erbrin­gen, bei denen man 
  • vom Kern der Aus­sa­ge abwei­chen und auf ein The­ma kom­men kann, von dem man meint, sich dort bes­ser auszukennen ....

Und wenn die For­ma­tio reti­cu­la­ris auf "pan­thol nie­der­ma­chen" ein­ge­stellt ist, wird jede ratio­na­le Betrach­tung unmög­lich. Sie­he HIER

bookmark_borderBemerkungen zu "Toll Collect und kein Ende"


Man müss­te doch glau­ben, die Damen und Her­ren von Toll Coll­ect hät­ten genug schlech­te Publi­ci­ty gehabt – aber weit gefehlt!

Sie kön­nen es noch besser ….

Kaum war der Zorn über die drei­ste Hal­tung zum miss­glück­ten Start des Systems ver­raucht, da steht schon neue Unge­mach ins Haus:
Spe­di­teu­ren, die den Ende 2004 vor­ge­leg­ten Ver­trag, der ihnen alle Lasten, Toll Coll­ect aber fast kei­ne Lasten auf­er­legt, nicht unter­schrie­ben haben, wird der Ver­trag gekün­digt. Was bedeu­tet, die on-board-units (OBUs) müss­ten wie­der aus­ge­baut, zumin­dest aber still­ge­legt – wer­den. Was wei­ter bedeu­tet, die Fah­rer müs­sen den weit umständ­li­che­ren Weg über die Maut-Ter­mi­nals wäh­len: Zeit- und Geld­ver­lust in einer Bran­che, die schon ohne sol­che Mätz­chen ums Über­le­ben kämpft!

Und das alles vor dem Hin­ter­grund, dass sowie­so wei­te­re Kosten für die Spe­di­teu­re dadurch geschaf­fen wer­den, dass Mit­te des Jah­res neue Soft­ware auf­ge­spielt wer­den muß – Werk­statt­auf­ent­halt, den Toll Coll­ect bestimmt nicht bezah­len wird ….

bookmark_borderBemerkungen zur Pantscherei

Wenn Sie ein Schnit­zel kau­fen und über Nacht lie­gen las­sen haben Sie es sicher schon bemerkt:


Was­ser ver­kauft sich gut in Deut­schen Metz­ge­rei­en!

Mit Hil­fe von Pökel­sal­zen* und Pro­te­in­hy­dro­ly­sa­ten** wird dem Fleisch Was­ser zuge­setzt, das dann beim Bra­ten ver­dampft. Aus 100g Fleisch, das Sie ein­ge­kauft haben wer­den dadurch beim Bra­ten mit viel Glück noch 75g auf dem Tel­ler. Was­ser ist bil­li­ger als Fleisch (=Pro­te­in), von der Dif­fe­renz leben man­che Mani­pu­la­teu­re nicht schlecht!

Frü­her nann­te man so etwas Betrug
- heu­te nennt man das "Ver­bes­se­rung des Geschäfts­er­geb­nis­ses".

Im Mit­tel­al­ter wur­den sol­che Machen­schaf­ten an Nah­rungs­mit­teln dra­stisch bestraft. "O tem­po­ra, o mores!" kann man da nur sagen ....

* Pökel­sal­ze sind Mischun­gen aus Koch­salz mit Natri­um­ni­trit, Kali­um­ni­trit sowie Natri­um- und Kali­um­ni­trat. Der Zusatz von Pökel­salz zu Fleisch- oder Wurst­wa­ren bewirkt, dass die­se Pro­duk­te eine rote Fär­bung er- und behal­ten. Außer­dem hemmt es die Akti­vi­tät von Mikro­or­ga­nis­men im Lebens­mit­tel. Ande­rer­seits kann Nitrit die Ent­ste­hung bestimm­ter Krebs­er­kran­kun­gen beim Men­schen fördern.
** Pro­te­in­hy­dro­ly­sat; künst­li­che Brü­he, gewon­nen durch Auf­lö­sen von Eiweiß­re­sten in Salz­säu­re. Als Eiweiß­re­ste fin­den Ver­wen­dung: Fisch­mehl, Wei­zen­kle­ber, Soja­ei­weiß (Rück­stand nach der Extrak­ti­on des Ölan­teils mit Leicht­ben­zin zur Mar­ga­ri­ne­her­stel­lung). Fisch­mehl: Nor­we­gen, Däne­mark, USA Wei­zen­kle­ber, Soja: USA.

bookmark_borderBemerkungen zu Prosecco

Ich habe mir heu­te einen Glücks­bam­bus gekauft.

Was das mit Pro­sec­co zu tun hat?

Der Glücks­bam­bus braucht eine Vase, und bei SPAR gab's keine!

Des­we­gen habe ich eine Fla­sche Pro­sec­co, blau, gekauft. Blau wegen der Algen - oder bes­ser: Gegen die Algen. In blau­en Fla­schen wach­sen die nicht.

Den Pro­sec­co hab' ich weggegossen.
Weil ich eigent­lich kei­nen Pro­sec­co mag ....

bookmark_borderBemerkungen zur Moral

Moral bedeu­tet Unter­schied­li­ches für jeden Men­schen. Eine Defi­ni­ti­on lau­tet etwa folgendermaßen: 

Mora­li­sche Wer­te sind die Gesamt­heit aller sitt­li­chen Grund­sät­ze, Nor­men und Wer­te, die das Mit­ein­an­der und zwi­schen­mensch­li­che Ver­hal­ten in einer Gesell­schaft regu­lie­ren, und vom über­wie­gen­den Teil aller zu die­ser Gesell­schaft gehö­ren­den Indi­vi­du­en als ver­bind­lich akzep­tiert wird.

Ist eine Per­son schlech­ter als die ande­re, nur weil sie deren Wert­vor­stel­lun­gen nicht teilt? Sicher nicht!
Es erschwert aber das Zusam­men­le­ben, wenn die Vor­stel­lun­gen von "Moral" sehr weit aus­ein­an­der­lie­gen (sie­he Dis­kus­si­on HIER und HIER).

Inso­weit bleibt nur festzustellen:
Gelas­sen­heit und Nach­den­ken füh­ren zu bes­se­ren Ergeb­nis­sen als Auf­re­gung und uner­füll­ba­re Forderungen ....

Manch­mal hilft es auch, Aus­wüch­se nur zu ignorieren ....

bookmark_borderBemerkungen zum Fußball

Mich ver­wun­dert es nicht, daß es jetzt auch einen "Fuß­ball­skan­dal" gibt.
"Wer Wind sät, wird Sturm ern­ten" sagt das Sprichwort.
Der DFB, immer gie­ri­ger in sei­nen For­de­run­gen, die Ver­ei­ne und deren Spie­ler immer unver­schäm­ter - da fehl­ten doch irgend­wie die "Unpar­tei­ischen"!

Heu­te ist klar:
Es gibt kei­nen Altru­is­mus im pro­fes­sio­nel­len Fußball ....

Leid tun mir aller­dings die vie­len wirk­lich begei­ster­ten Fuß­bal­ler in den Kin­der- und Jugendmannschaften:
Deren Idea­lis­mus dürf­te stark gelit­ten haben, für man­chen Jung-Fuß­bal­ler ist sicher eine Welt zusammengebrochen ....

bookmark_borderBemerkung zu Zielen

Heu­te, Gespräch mit Pati­en­ten im Kli­ni­kum, Wartezone.
Zwei Her­ren um die 50, einer mit Seh­stö­rung, der ande­re mit baye­ri­schem Akzent. Der Bril­len­trä­ger schweigt, zwi­schen dem Bay­ern (B) und mir (wvs) ent­spinnt sich ein Dialog:

wvs:
"Sie klin­gen so, als ob Sie von wei­ter her kommen."
B:
"I hob na Peru wolln."
wvs:
"Und da sind Sie in Ham­burg hängengeblieben?"
B:
"I hob mir halt dacht' fremd is fremd
- und zoahlt hams bes­ser hier, do bin i blibn!"

Schwei­gen.
Der Bril­len­trä­ger bemerkt:
"Ich bin aus Fin­ken­wer­der, das ist auch schon Ausland .... "

Na, wenn das nicht Erkennt­nis­se sind ....

bookmark_borderBemerkungen zu Frisören

Sie ken­nen den Spruch:
"Hast Du kei­nen Fri­sör, dem Du das erzäh­len kannst?"

Nein, habe ich nicht!
Seit mei­nem Umzug aus Schles­wig-Hol­stein nach Ham­burg ist mir der Fri­sör verlorengegangen ....

Was für vie­le Frau­en die beste Freun­din ist, ist der Fri­sör für den Mann!

Es besteht ein tie­fes Ver­trau­ens­ver­hält­nis, man kennt sich in- und aus­wen­dig, bespricht wich­ti­ge Lebens­ent­schei­dun­gen und natür­lich auch, wie Alles im Lan­de bes­ser sein könn­te, hör­te man nur:
Auf .... den Fri­sör und sei­ne Kunden ....

Ver­ste­hen Sie jetzt was ich momen­tan durchmache?

PS:
Wenn einer der Leser einen Fri­sör im Umkreis des Sie­mers­plat­zes (HH) kennt, und den Preis für Her­ren­schnit­te dort: Bit­te mit­tei­len! Soll­te von der Art sein, die sich noch trau­en die Haa­re kurz zu schnei­den: Danke.