Untertitel
Bemerkungen zum Fernsehen (II)
In unserer Tageszeitung las ich heute (Quelle "FOCUS"):
"Wer Geld hat, schaut ARD und ZDF, wer arbeitslos und/oder minderbemittelt (!) ist schaut RTL und Sat1."
" .. Die GfK-Zahlen belegen auch: Je mehr Geld ein Zuschauer zur Verfügung hat, desto eher verbringt er seine Fernsehzeit nicht bei den vier größten Privatkanälen RTL, SAT.1, Pro Sieben und RTL2, sondern beim Ersten oder beim ZDF. "
Die GfK [Gesellschaft für Konsumforschung] erhebt im Auftrag der Sender - wie bekannt - eine "Quote", d.h. stellt fest, wer wann was sieht. Das läßt sich natürlich auch nutzen, um solche Informationen mit den demographischen Daten zu verknüpfen.
Woraus sich das oben angesprochene Bild ergibt. Das wundert mich nicht, denn wenn ich in Gesprächen vom "Fernsehgenuß" [beim Link herunterscrollen!] meiner Mitmenschen erfahre, ist oft eine Zuordnung nach sozialer Ebene und Bildungsstand festzustellen.
Ach ja, das Fernsehen!
Die GfK sagt dazu:
Je mehr Bildung die Zuschauer haben, desto eher sehen sie ARD und ZDF. Nun werden Sie sich fragen, was ich denn so schaue. Einfach zu beantworten.In der Woche komme ich auf ca. 1-2 Stunden vor dem Fernseher - für mehr ist mir meine Zeit zu schade!
Und wie ich früher schon einmal anmerkte:
Das Fernsehen - egal ob ARD, ZDF, RTL oder Sat1 - produziert völlig an meinen Bedürfnissen vorbei ....

mich machen die sendungen depressiv, hier wird immer nur das negative, die abgründe, die armut der harz bezieher, desolate familienverhältnisse, verpatzte schönheitsoperationen und als gegensatz nervige werbung gezeigt.
wie kann sich da mensch positiv orientieren?
es gibt ein sprichwort, "schau nicht dorthin wo du nicht hinwillst..."
Stimmt! und wieder einmal bewahrheitet sich die These:
"Das Sein bestimmt das Bewußtsein!"
Ob nicht Vielfernsehgucker allgemein über wenig Geld und wenig Bildung verfügen, egal, welchen Sender sie schauen? Wer Geld hat, unternimmt irgendwas, wer ein bisschen Bildung genossen hat, liest Bücher, wenn er kein Geld hat oder macht sonst irgendwas anderes.
@ blackbox Im Fazit stimmt das sicher, wobei ich auch eine Menge Leute kenne, die trotz genug Geld nicht viel außer Haus unternehmen - aber auch nicht lesen.
Du weißt doch selbst - und berichtest darüber - daß es auch andere "stimulierende" Beschäftigungen im Haus gibt .... und dann kommen noch die Hobbyköche, die Gartenliebhaber, die Bastler etc. dazu ....
Schaffen Sie doch den Fernseher ganz ab. Ein Fernsehbericht hat meistens den Informationsgehalt eines Dreizeilers (auch auf Arte). Sie werden sich wundern wie es sich anfühlt, ganz auf sich selber zurückgeworfen zu werden.
Der Vorschlag ist nicht .... schlecht, nur bin ich nicht allein in diesem Haushalt!
Sie wissen doch:
Ehe bedeutet immer Kompromiß ....
Geht wunderbar. Seit zehn Jahren lebe ich ohne Fernsehen. Dieses "ewige Licht des 20. Jahrhunderts", wie es Helmut Schmidt einmal bezeichnete, leuchtet auch im 21. Jahrhundert bei mir nicht. Ich vermisse dadurch nichts. Lese mehr.
Unterhalte mich mehr. Habe mehr Ruhe. Mehr Zeit zum Malen und zum Schreiben und sei es für diesen Kommentar. Nur weil die Familie schaut, muss ich ja nicht schauen. Wäre ja fast auch ein wenig eine Selbstaufgabe und nicht etwa nur ein Kompromiss. Ich schaue nicht, also bin ich (auch).
An anderer Stelle .... hatte ich schon darauf hingewiesen, daß ich zu den "Wenig-Sehern" (bis "Wochenlang-überhaupt-nicht-Sehern") gehöre. Damit habe ich kein Problem.
Auch die Familie nicht, obwohl es auch nach Jahren immer noch passiert, daß ich mit dem Hinweis " .. da ist was ganz Interessantes .. " zum Fernseher gelockt werden soll ....
Sich dem Fernsehen gänzlich zu verschließen halte ich für ebenso bedenklich.
Es geht beim Fernsehen doch nicht ausschließlich um Informationsaufnahme sondern auch um die Betrachtung des Zeitgeistes.
Ich kann dort wirklich keine Serie als sehenswert bezeichnen, aber zumindest prägen doch wenigstens einige der gezeigten Filme.
Kritisiert wird natürlich, dass viele Filme abstumpfend wirken. Sicherlich ist es problematisch wenn Fersehen polarisiert und Gewaltfilme Nachahmer erzeugen. Ich für meinen Teil aber - möchte abstumpfen.
Wo wäre ich heute, wenn Gewaltszenen nicht auch karikiert würden; wenn ich den satirischen Aspekt durch überzogene Darstellung nicht begreifen würde?
Und ich meine es ganz ernst, wenn ich schreibe, dass das Fernsehen auch dazu beiträgt, mir die Differenzierung zu ermöglichen.
Die Eltern einer Bekannten lehnten Fernsehen jeher ab, was dazu führte, dass diese Freundin vor Kurzem ein wenig verstört war, als sie mit einer dieser unsäglichen Gerichtsshows konfrontiert wurde.
Da bin ich schon ein wenig erleichtert, dass ich in soweit abgestumpft bin, dass ich solche Kulissen ausblenden kann und mich nicht mit den gezeigten Personen emotional solidarisieren muss.
Wann wird meine Bekannte solche Filme wie 'Reservoir Dogs' ohne Trauma ansehen können?
Nun, diesen Standpunkt .... kann ich aus mehreren Gründen nicht teilen:
Nein! Vom Fernsehen das Leben lernen?
Nie und nimmer ....
PS:
Das geht hier nicht als persönlicher Angriff ab,
ich bin der Sache wegen so kompromißlos ....
Vielen Dank für Ihr Postskriptum, aber Sie dürfen mich gern angreifen.
Oder ist das die Prophylaxe gegen Kreuzfeuer aus dem Internet?
Ich gebe Ihnen in all Ihren Punkten Recht.
Ich hatte nämlich außer Acht gelassen, dass die Prämisse für 'Fernsehgucken' natürlich die ist, dass man zumindest durchschaut was dort passiert und man sich erst dann darauf einlassen kann.
Leider muss man vielen (nicht nur jugendlichen) Zuschauern unterstellen, dass sie eben dies nicht können.
Aber das Fernsehen ist auch an einem Punkt angelangt, wo es sich derart selbst persifliert, dass die Unterscheidung der Formate in Spreu und Weizen relativ einfach gelingt.
Längst sitzt die Familie nicht mehr um 20:15 Uhr vor der Zusammenschaltung der Eurovision, um mit einer Sendung von Fuchsberger/Kulenkampff/Carell alles richtig zu machen.
Dies möchte ich heute auch nicht mehr.
Ich möchte ganze Sender einfach wegzappen.
Ich möchte Moderatoren verabscheuen dürfen.
Über deutsche Comedy lache ich nicht.
Gelbe Küken sind nicht niedlich.
Bei 9live will ich nichts gewinnen.
Magentafarbene Putzmittel brauche ich nicht.
Ich brauche auch keinen Telefonjoker.
Dies lehrte mich das Fernsehen selbst.
Und wenn ich allen Unrat wegstreiche bleiben mir 4 Stunden Fernsehen in der Woche.
Meist erst ab 2:00 Uhr morgens und oft auf regionalen Sendern.
Aber das hat man sich dann auch bitter verdient.
Zuerst .... zur "Prophylaxe":
Nein, ich "fürchte" nicht den Gegenwind - aber aus früheren Diskussionen habe ich gelernt, daß es teilweise heftigste Reaktionen gab, weil sich wer angegriffen fühlte, wo ich garkeinen Angriff in meinem Text sah ....
Das gesagt habend nun zum Inhalt:
Wenn man das Fernsehen bewußt nutzt, kann man sicher an einigen Sendungen Spaß haben, über manche sogar lachen, von wieder anderen Sendungen betroffen sein.
Es kommt also darauf an, kritisch bis informiert - bewußt - Entscheidungen zu treffen. Das können aber Kinder und Jugendliche meist nicht ....
Ich selbst bin ein SciFi-Fan und daher gibt es nur wenige Sendungen pro Woche, die ich gern sehen würde, obwohl es mir nicht immer gelingt. Das hat aber bisher keine Schäden hinterlassen, im Gegenteil, die Zeit war immer sinnvoll ausgenutzt.
Jeder muß selbst bestimmen, wieviel Fernsehen gut für ihn ist (gilt natürlich auch für "sie" im Sinne von "weiblich") ....
Ich habe frühere Diskussionen schon mitverfolgt und sprach daher auch bewußt das 'Kreuzfeuer' aus unerwarteten Richtungen an.
Dass Sie neben "ihm" auch "sie" erwähnten, ist das auch eine Angewohnheit die mit dem bloggen enstanden ist?
Um vielleicht denen gerecht zu werden, die mit dem großen I ihre GästInnen begrüßen?
Viel Feind' viel Ehr' .... wie der Lateiner spricht!
Über den letzten Gedanken habe ich herzlich gelacht.
Nein, ich bin eben von der "alten"Art, und achte natürlich auch auf korrekte Anrede der hier Lesenden .... ob nun weiblich oder männlich oder Alien ....
* edit *
wie ich gerade feststellen konnte gibt es auf Ihrer Seite recht viel zu lachen. Ich sage nur "Slögene"! Und die Sache mit der "mirror page" ist auch erheiternd ....
"Längst sitzt die Familie nicht mehr um 20:15 Uhr vor der Zusammenschaltung der Eurovision, um mit einer Sendung von Fuchsberger/Kulenkampff/Carell alles richtig zu machen.
Dies möchte ich heute auch nicht mehr."
Wirklich nicht?
Gerade solche Showmaster wie sie in den schönen 70er Jahren vorhanden waren, bräuchte man heute wieder...Frankenfeld fehlt noch in der Auflistung.
Wo sind die tollen Jugendserien wie z.B. "Timm Thaler" abgeblieben, heutzutage sind die Produzenten wohl nicht mehr dazu in der Lage, solche Klassiker herzustellen.
Über die beschränkten Krimis/Liebesfilme aus der ARD/ZDF Produktion sage ich lieber nichts.
Ich entsinne mich .... noch daran, meine Tante war die erste, die einen Fernseher hatte - die ganze Familie war bei ihr versammelt, um solche Sendungen zu sehen.
Damals war das noch eine Erweiterung zum Zusammenhalt der Familie, heute trennt das Fernsehen die Familienmitglieder eher ....
PS:
Ich hatte Sie schon vermißt. Waren Sie "aushäusig"?
aushäusig?
Ja! von zu Hause weg,
nicht an gewohntem Ort,
im Urlaub,
durch Prüfung gehindert zu bloggen,
genervt und weggeblieben,
also: einfach nicht da ....
genervt und weggeblieben triffts am besten...
Dann: Schön, daß Sie wieder da sind.
"Alive and kicking" - wie der Yankee spricht ....
PS:
Da ich sooo neugierig bin.
Was war denn der Auslöser für Ihren Unmut?