.
Manchmal denke ich:
Inkonsequenz muß eine nationale Eigenschaft sein.
Wo man hinkommt haben die Leute irgendetwas worüber sie sich aufregen, worüber sie klagen oder meckern. Auf Nachfrage kommt dann heraus, dass sie genau die Parteien gewählt haben über deren Handeln sie jetzt aufgebracht sind, das sie mißbilligen. Der Vorschlag allerdings, bei der nächsten Wahl doch eine andere Partei zu wählen kommt meist garnicht gut an. Nein, aus Tradition wähle man nun schon seit Jahren diese Partei und das werde sich auch nicht ändern - weil die "Anderen" es ja auch nicht besser können oder machen würden. Inkonsequenz, erstes Beispiel.
Neulich in unserer Nachbarschaft großes Getöse: Ehestreit, lautstark bei offenen Fenstern ausgetragen, über zwei Tage richtig 'Zoff'. Drei unserer Nachbarn haben das gesprächsweise in den letzten Tagen erwähnt und ihre Empörung darüber ausgedrückt.
Nun traf ich dieser Tage die Hausmeisterin und fragte mal nach, ob sich denn jemand bei ihr wegen der Ruhestörung beschwert hätte. Nein, niemand hatte etwas erwähnt - und wenn, sagte sie, müßte sie das sowieso schriftlich mit Unterschrift haben um etwas zu unternehmen .... Inkonsequenz, zweites Beispiel.
Dabei will ich es belassen. Jede/-r kennt ähnliche Situationen:
Erst wird laut getönt und räsoniert - dann erfolgt - - - NICHTS!
Aber:
Alle wollen "wichtig" sein, Vereinsvorstand oder sowas, irgendein Amt, das aus der Masse heraushebt. Herrschen, also die Unten kujonieren - und sich mit der Obrigkeit nicht anlegen.
Verwalten ist beliebt.
Kneifen, sich heraus halten, sich bedeckt halten und nur nicht für etwas verantwortlich sein, das scheint demgegenüber im Konfliktfall oder wenn es zum Schwure kommen müßte die einzige Handlungsoption für eine Mehrzahl von Mitbürgern zu sein. Das ist - fast einhundert Jahre nach Abschaffung der Monarchie - ein Armutszeugnis für unsere Nation.