
der wolpertinger lebt - kein zweifel
nicht in schwarzwald oder eifel!
es gibt ihn nur im bayernland
und dort ist er sehr gut bekannt ...
sein kopf ist mächtig und gehörnt,
sein schweif meist buschig - wie gefönt.
das auge wild - und öfters rot:
schau nicht hinein, sonst bist du tot!
mit flügeln schwebt er nachts ganz leis`,
zieht eng und weit so manchen kreis,
läßt seine spitzen zähne blitzen:
die meisten vorn im kiefer sitzen.
mit seinen langen hasenohren
hört er sehr gut - nichts geht verloren,
und wenn er dich gewittert hat,
kommt näher er - du bist ganz platt:
denn klein sind seine vorderpfoten
an denen lange krallen drohen.
der hinterfuß hingegen ist
sehr massig - wenn man ihn ausmisst.
von pelz bedeckt das ganze tier,
sehr dicht, sehr glatt, verrat ich hier:
so glatt, daß man sehr schwer ihn packt.
darum braucht man `nen kartoffelsack.
es heisst man fänd' ihn nur zu zweit:
es braucht 'ne jungfrau, die bereit
mit einem kund'gen jägersmann
des nachts zu gehn in'n grünen tann ...
an utensilien nimmt man mit:
kartoffelsack und fensterkitt,
dazu ein licht aus bienenwachs,
'nen stock, und decken - als matratz' ...
der wolpertinger ist sehr schlau:
nähert im dunkeln sich der frau
und wenn er sie dann heiß geküßt
wächst haar wo er gewesen ist ...
drum heißt es wachsam sein und schnell:
stell auf den sack, wenn es noch hell
vorne der stock, die öffnung nordwärts
davor - für`s licht - die bienenkerz` ...
in diesen sack legt man ganz hinten
den fensterkitt - geformt wie printen
die mag der wolpertinger sehr
schleckt sich das maul - und kommt dann her ...
voll neugier schaut der wolpertinger
nun in den sack: rühr keinen finger!
erst wenn er ganz hineingeschlüpft
pack nun den sack - er drinnen hüpft,
nicht loszulassen ist nun wichtig
schnell zugebunden: das ist richtig!
der wolpertinger fügt sich drein:
bald ausgestopft wird er nun sein ...