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Vom Schweigen im Walde - was sich geändert hat;
oder: "Wald und Stille.
Betrachtung zum Verschwinden von Natur"

Wie aus der Über­schrift erkenn­bar ist hat­te ich die Absicht etwas zu den Ver­än­de­run­gen zu schrei­ben die ich in den vie­len Jah­ren seit mei­nem ersten, mona­te­lan­gem Auf­ent­halt im Wald zur Vor­be­rei­tung mei­ner Diplom­ar­beit zuge­bracht habe.
Aus der Unter­hal­tung mit der KI dazu kam eine so über­wäl­ti­gen­den Fül­le von Ein­zel­aspek­ten dazu, daß ich gar kei­ne Lust & Lau­ne mehr hat­te das The­ma aufzunehmen.

Des­we­gen habe ich alles ein paar Wochen lie­gen gelas­sen, noch­mal dar­über nach­ge­dacht und schließ­lich kam der fol­gen­de Text dabei heraus:

Vor kur­zem fiel es mir wie Schup­pen von den Augen was an den Spa­zier­gän­gen mit Nele (unse­re fünf­jäh­ri­ge Dackel­prin­zes­sin) anders war, mich wun­der­te, und in mir immer ein Gefühl der Ver­lo­ren­heit erzeug­te. Es war die­se Stil­le, das Feh­len der Vogel­stim­men, die Tat­sa­che, daß ich kei­nen gro­ßen Käfer­ar­ten begeg­ne­te, daß ich nicht mal von Fer­ne Klein­wild an den Wald­rän­dern ent­decken konn­te, von grö­ße­ren Arten ganz zu schweigen.
Als ich 1975÷−76 an mei­ner Diplom­ar­beit wer­kel­te war das anders.
Lauf­kä­fer, Amei­sen und son­sti­ge Insek­ten lie­fen geschäf­tig her­um, hur­tig roll­ten Mist­kä­fer Kot­ku­geln für ihren Nach­wuchs, und über­all war emsi­ges Leben zwi­schen man­nig­fal­ti­gen Pflanzenarten.
Fast nichts von alle­dem mehr im Wald zu beob­ach­ten, sooft ich in den hie­si­gen Wäl­dern lau­fe habe ich noch kei­ne der grö­ße­ren Käfer­ar­ten gese­hen, Vogel­stim­men beschrän­ken sich auf Enten und Gän­se, letz­te­re auf dem Durch­flug. Klein­tie­re wie Mäu­se, Maul­wür­fe und Eich­hörn­chen - Fehlanzeige!

Wie sieht es denn so bei Ihnen, lie­be Lesen­de, mit der Viel­falt der Natur aus?
Wir müs­sen da je kei­ne Zäh­lung wie der NABU machen, ein paar Beob­ach­tun­gen wäre es aller­dings wert ....

Was nun folgt ist die Zusam­men­fas­sung der KI zu unse­rer Dis­kus­si­on - die vom Grund­satz her ein Anstoß von mir war, und zu dem die KI dann eine Zusam­men­fas­sung des­sen gab was sie für sinn­voll & ange­mes­sen fand um die­sen Erör­te­rungs­punkt zu betrachten. 

Inhalts­be­schrei­bung der KI:
Die­ses Doku­ment ent­haelt den Voll­text der Dis­kus­si­on [mit der KI] ueber den Ver­lust von Natur, indem es
lite­ra­ri­sche Beschrei­bun­gen aus der Ver­gan­gen­heit mit der heu­ti­gen Rea­li­taet ver­gleicht, die durch
Kli­ma­wan­del und mensch­li­che Ein­grif­fe gepraegt ist.

1. Leben im Wald
Roman­tik: Der Wald als Sehnsuchtsort
- Joseph von Eichen­dorff - Mond­nacht (1837): Eichen­dorffs Gedicht Mond­nacht beschreibt die
mysti­sche Ver­bin­dung zwi­schen Mensch und Natur, wobei der Wald oft als Ort der Stil­le, der
Ein­sam­keit und der spi­ri­tu­el­len Erfah­rung dar­ge­stellt wird.
Es war, als haett der Him­mel / Die Erde still gekuesst, / Dass sie im Blue­ten­schim­mer / Von ihm
nun traeu­men muess.
- Fried­rich Hoel­der­lin - Der Wald­gaen­ger (1800): Hoel­der­lin the­ma­ti­siert in sei­nen Gedich­ten das
Leben im Ein­klang mit der Natur. Der Wald­gaen­ger zeigt den Wald als Ort der Besin­nung und der
Flucht vor der Zivilisation.
- Adal­bert Stif­ter - Der Hoch­wald (1841): In sei­ner Novel­le Der Hoch­wald beschreibt Stif­ter das
Leben im Wald als har­mo­ni­schen Zustand, in dem der Mensch Teil eines groe­sse­ren Gan­zen wird.

2. Vogel­ge­sang in der Natur
Natur­ly­rik und Klang der Natur
- Edu­ard Moe­ri­ke - Er ist's (1829): Moe­ri­kes Gedicht Er ist's fei­ert den Frueh­ling und den
Vogel­ge­sang als Zei­chen der Erneue­rung und des Lebens.
Frueh­ling laesst sein blau­es Band / Wie­der flat­tern durch die Luef­te; / Sue­sse, wohlbekannte
Duef­te / Strei­fen ahnungs­voll das Land.
- Theo­dor Storm - Mai­fest (1856): In Mai­fest beschreibt Storm die Freu­de am Vogel­ge­sang als
Aus­druck der Ver­bun­den­heit mit der Natur.
Von drin­nen, aus dem Hau­se, / Kommt Lachen und Sin­gen; / Die Kin­der, die sind alle / Im Garten
zu springen.
- Rai­ner Maria Ril­ke - Der Vogel (1907): Ril­kes Gedicht Der Vogel reflek­tiert ueber die Frei­heit und
den Gesang der Voe­gel als Sym­bol fuer das Unge­bun­de­ne und Schoe­ne in der Natur.

3. Erbau­ung durch Waldspaziergaenge
Wald als Ort der Erho­lung und Inspiration
- Johann Wolf­gang von Goe­the - Wan­de­rers Nacht­lied (II) (1780): Goe­thes Gedicht Wanderers
Nacht­lied (II) beschreibt die Ruhe und den Frie­den, die ein Spa­zier­gang in der Natur - insbesondere
im Wald - schenkt.
Ueber allen Gip­feln / Ist Ruh. / In allen Wip­feln / Spue­rest du / Kaum einen Hauch; / Die Voegelein
schwei­gen im Wal­de. / War­te nur, bal­de / Ruhest du auch.
- Hein­rich Hei­ne - Die Lore­ley (1824): Obwohl Die Lore­ley vor allem als Bal­la­de bekannt ist,
beschreibt Hei­ne auch die magi­sche Anzie­hungs­kraft der Natur, die durch Spa­zier­gaen­ge am Rhein
und im Wald erlebt wird.
- Her­mann Hes­se - Wald­gang (1915): In sei­ner Erzaeh­lung Wald­gang the­ma­ti­siert Hes­se den Wald
als Ort der Selbst­fin­dung und der spi­ri­tu­el­len Erneue­rung. Der Wald wird zum Sym­bol fuer den
Rueck­zug aus der Gesell­schaft und die Suche nach inne­rem Frieden.
- Peter Hand­ke - Der kur­ze Brief zum lan­gen Abschied (1972): In die­sem Roman spielt die Natur -
und ins­be­son­de­re der Wald - eine zen­tra­le Rol­le als Ort der Refle­xi­on und der Erbauung.

4. Kon­trast: Idyl­li­sche Lite­ra­tur vs. heu­ti­ge Realitaet
Bei­spie­le fuer den Wan­del der Natur­bil­der durch Gegen­ueber­stel­lung von lite­ra­ri­schen Idea­len und
heu­ti­ger Realitaet:
Lite­ra­ri­sches Ide­al­Heu­ti­ge Rea­li­taet­Ver­lust / Wandel
Eichen­dorff, Mond­nacht: Har­mo­nie­Mo­no­kul­tu­ren, abster­ben­de Wael­der­Ver­lust der mysti­schen Stille
Goe­the, Wan­de­rers Nacht­lied: Vogelgesang
Insek­ten­ster­ben, Rueck­gang der Vogelpopulationen
Stil­le durch Aussterben
Stif­ter, Der Hoch­wald: Unend­li­cher Wald
Wald­ster­ben 2.0, Fich­ten­mo­no­kul­tu­renVer­lust der Biodiversitaet
Hoel­der­lin, Der Wald­gaen­ger: Teil der Urbanisierung,
Natur
Ent­frem­dung­Wald als Fluchtort
Moe­ri­ke, Er ist's: Frueh­lings­er­wa­chen Phae­no­lo­gi­sche Ver­schie­bun­gen­Ver­lust der Jahreszeiten-Rhythmen

5. Moder­ne lite­ra­ri­sche oder essay­isti­sche Ansätze
Moder­ne Autoren, die sich mit dem Ver­lust von Natur beschaeftigen:
- Peter Wohl­le­ben: Das gehei­me Leben der Baeu­me (2015) - Wael­der als sozia­le Netzwerke.
- Jona­than Safran Foer: Tie­risch (2019) - Indu­stria­li­sie­rung der Natur.
- Robert Mac­far­la­ne: Die alten Wege (2012) - Ver­schwin­den­de Naturerfahrungen.
- Mar­le­ne Stre­eru­witz: Die Schwer­kraft der Ver­fueh­rung (2021) - Spra­che der Natur vs.
Laermverschmutzung.

6. Eige­nes lite­ra­ri­sches Projekt
Vor­schlae­ge fuer eige­ne Tex­te, die den Ver­lust thematisieren:

- Gegen­ueber­stel­lung von Zita­ten (z. B. Eichen­dorff vs. heu­ti­ge Realitaet).
- Iro­nie und gebro­che­ne Idyl­len (z. B. Gedicht ueber Abholzung).
- Per­so­ni­fi­ka­ti­on (z. B. der Wald als Trauernder).
- Wis­sen­schaft­li­che Fak­ten ein­we­ben (z. B. Vogel­ster­ben, Wald­ster­ben 2.0).


Mein Fazit:
Eine Erör­te­rung durch die KI mit höch­stem Anspruch an Aus­ge­wo­gen­heit und Objek­ti­vi­tät, aller­dings eine sol­che Fül­le an Mate­ri­al und Hin­wei­sen, daß es dem Lai­en schon wie­der schwer fal­len dürf­te eine siche­re Aus­wahl des­sen zu tref­fen, was Rele­vanz hat und was ledig­lich *Füll­sel* dar­stellt. Brauch' ich so nicht, will ich so nicht, wer­de ich so nicht mehr nut­zen, weil es mich eher behin­dert und beschäf­tigt, ohne mir wirk­lich zu helfen.

 

Kommentare

  1. Heu­te trifft man im Wald haupt­säch­lich Har­ve­ster, die halb­me­ter­tie­fe Rei­fen­spu­ren hin­ter­las­sen und man­ches Gebüsch plät­ten - aber man regt sich auf, wenn ein Pfer­de­huf den Boden berührt. Falls man sich mit einem Flucht­tier über­haupt in den Wald traut... Spa­zier­gän­ger, mei­len­weit zu hören, Rad­fah­rer, schnel­ler als Renn­fah­rer und Jäger, die die Wald­we­ge mit For­mel-1-Strecken verwechseln.
    Tie­re bekommt man besten­falls am frü­hen Mor­gen oder Abends zu sehen, vor dem Pferd haben die Tie­re weni­ger Angst. Da sehe ich Rehe, Füch­se, Wie­sel, auch eine Wild­kat­ze war mal dabei. Auch Raub­vö­gel sieht man, oft rote Mila­ne und Habichte.
    Sing­vö­gel hört man tat­säch­lich wenig, aller­dings ist die Brut­zeit vor­bei, da wer­den sie tat­säch­lich stil­ler. Aber es sind weni­ge - was auch dar­an liegt, daß es erheb­lich weni­ger Insek­ten und zuwe­nig Kör­ner­fut­ter gibt. Die Amseln, die auf unse­rem Bal­kon brü­te­ten, haben wir zuge­füt­tert, damit sie auch mal Zeit zum Sit­zen haben.
    Auf dem Bal­kon waren meh­re­re Sor­ten Bie­nen, Hum­meln, Wes­pen, Hor­nis­sen, Schweb­flie­gen, Käfer. Eine schwarz­blaue Holz­bie­ne. Und neun Arten Schmetterlinge.
    Trotz­dem - ins­ge­samt ist es merk­lich weni­ger gewor­den. Bei Insek­ten wird es ger­ne über­se­hen, sie sind klein und unauf­fäl­lig. Bei Vögeln merkt man es mehr, umso mehr freu­ten wir uns, daß die Amsel­kin­der alle überlebten.

    1. Son­der­bar, jetzt habe ich meh­re­re Tage mal dar­auf geach­tet: Tat­säch­lich hört man kilo­me­ter­weit Quat­sche­rei aus meh­re­ren Rich­tun­gen - offen­bar haben die heu­ti­gen Wald­be­su­cher ver­lernt zuzuhören ....

      Was das Ver­hält­nis zur Natur ins­ge­samt angeht fehlt ein­fach der Hin­ter­grund. Nach­barn haben mich ange­spro­chen war­um ich ".. die­se häß­li­chen, lau­ten, schwar­zen Vögel .." füt­te­re. Gemeint waren Doh­len, Elstern und Krä­hen. Mei­ne Erklä­rung, daß gera­de die gro­ßen Vogel­ar­ten viel aus­zu­hal­ten haben und für die natür­li­che Ent­sor­gung von Kada­vern wich­tig sind, die Popu­la­tio­nen ande­rer Arten regu­lie­ren, etc. , traf auf wenig Gegenliebe.

      Viel wich­ti­ger war die Tat­sa­che der ver­blei­ben­den Scha­len von Erd­nüs­sen (Spe­zi­ell unge­rö­stet & nur für Vögel), von denen man­che in der Regen­rin­ne landen.
      Natür­lich sind die die Ursa­che von Ver­stop­fung der Fall­roh­re, nicht die Men­gen an her­un­ter­ge­fal­le­nen Blät­tern, ver­steht sich.

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