Vorteile des (fortgeschrittenen) Alters ....

sehen vie­le Autoren - aus unter­schied­li­chen Gründen.
Nicht verwunderlich.
Die­je­ni­gen, die heu­te noch über Älte­re abschät­zi­ge Bemer­kun­gen machen, kön­nen aus mei­ner Sicht kei­ne weit­sich­ti­gen Men­schen sein. Sie schei­nen anzu­neh­men, sie blie­ben immer jung .... nun gut, in einem Bereich trifft das sicher zu:
Sie sind in einem frü­hen Sta­di­um der Puber­tät stecken geblie­ben - daher die infan­ti­le Sicht der Welt!

Hier nun eini­ge Bei­trä­ge / Aus­zü­ge zum Thema

Ein Vor­teil des Alters
Ein Vor­teil des Alters ist es auf jeden Fall, sich end­lich von jeg­li­chen Geschmacks­kon­ven­tio­nen los­zu­sa­gen. Ach­tet man in der Jugend noch eher dar­auf, was hipp und in ist, ..(ist).. einem ... mit zuneh­men­dem Alter ... ein­fach nicht(s) mehr pein­lich.
Spruch­weis­hei­ten
Ein gro­ßer Vor­teil des Alters liegt darin,
dass man nicht län­ger die Din­ge begehrt,
die man sich frü­her aus Geld­man­gel nicht lei­sten konnte.
[Char­lie Chaplin]

Rich­ter, Horst-Eber­hard: Wan­de­rer zwi­schen den Fronten
"Der Vor­teil des Alters ist ja, dass man - als ver­meint­lich nur noch beschränkt zurech­nungs­fä­hig - den vom momen­ta­nen Zeit­geist getra­ge­nen Anfüh­rern des ... Macht­den­kens unge­schützt die Mei­nung sagen kann."
Pla­ton, Politeia
Der alte Kepha­los lädt ihn freund­lich ein ... Sokra­tes fin­det sich dazu bereit, zumal die Unter­hal­tung mit betag­ten Män­nern ihm sehr wert­voll sei, da man sich bei ihnen über den Weg erkun­di­gen kön­ne, den man viel­leicht auch ein­mal gehen wer­de. Dar­an knüpft er unmit­tel­bar die Fra­ge, ob Kepha­los das Alter beschwer­lich fin­de. Nicht das Alter an sich, ant­wor­tet (d)er, sei eine Beschwer­de, son­dern die Denk- und Lebens­art der Men­schen mache es beschwer­lich.
* edit *
Ach ja, um sogleich allen Beschwer­den der eman­zi­pier­ten Damen vor­zu­beu­gen: Wenn Pla­ton heu­te leb­te, hät­te er sicher "poli­tisch kor­rekt" gesagt "betag­ten Frau­en und Män­nern" ....

Kommentare

  1. Hät­te er eben nicht. Es ist schon nett, wie Sie die eman­zi­pier­ten Damen gön­ne­risch den Mund ver­bie­ten, aber der Witz an der Sache mit den Eman­zen ist schon ein biss­chen, dass Pla­ton das eben nicht gesagt hät­te. Oder wie Ari­sto­te­les schon sag­te: Der Ver­gleich Pla­tons von Frau­en und Hun­den ist absurd, da die Hun­de ja kei­nen Haus­halt zu füh­ren haben.

    1. Dubi­os. Was das The­ma Alter mit Eman­zi­pa­ti­on zu tun hat.
      Ich wei­se vor­sorg­lich dar­auf hin, dass wir Frau­en auch "alt" wer­den - sta­ti­stisch über­le­ben wir die Her­ren der Schöp­fung immer noch um Eini­ges. (Viel­leicht, weil wir weni­ger kampf­hah­nen müs­sen haha).
      Scherz beiseite:
      Lite­ra­risch gese­hen wächst - im Nor­mal­fall - die Qua­li­tät des Schrei­bens mit dem Alter. Autoren in den 30ern (damit ist die Lebens­span­ne gemeint, nicht das Jahr­zehnt im letz­ten Jahr­hun­dert) gel­ten lite­ra­risch als "jung". Man muß sich auch nicht son­der­lich expli­zit mit Lite­ra­tur aus­ein­an­der­ge­setzt haben, um zu ver­ste­hen, dass eine gewis­se Rei­fe von­nö­ten ist, um wirk­lich kom­ple­xe Erzäh­lun­gen zu schrei­ben. Sogar die Ver­ein­fa­chung, zu der vie­le Autoren und Autorin­nen im "Alter" grei­fen wäre nicht mög­lich, ohne die Dimen­si­on dahin­ter aus dem Erle­ben zu ken­nen - schließ­lich muß schon bewußt sein, was man da kom­pri­miert und wie das sti­li­stisch so umzu­set­zen ist, dass es eine brei­te Leser­schaft auch versteht.

  2. @ zeit­ge­nos­sen Es ist schon sym­pto­ma­tisch und ich hat­te es quelle_symbol mehr­fach erwähnt:
    Von der gesam­ten Aus­sa­ge wird ein win­zi­ger Punkt, noch dazu als *edit* gekenn­zeich­net, her­aus­ge­nom­men und damit der Autor "nie­der­ge­macht".
    Haben Sie nicht ver­stan­den, daß die­se Anmer­kung nicht als Dis­kri­mi­nie­rung oder Ein­schrän­kung gemeint ist, son­dern ledig­lich auf die Beson­der­heit der Spra­che hin­wei­sen soll? Es ist nun ein­mal nur der "alte Mann" erwähnt - und ich woll­te sagen, obwohl dies nicht so ange­spro­chen ist, ist es für mich selbst­ver­ständ­lich für Frau­en eben­so gül­tig .... also genau das Gegen­teil des­sen, was Sie mir hier vorwerfen: 
    Sie ren­nen offe­ne Türen ein!
    Dazu noch ein gön­ne­ri­scher Von-oben-Herab-Ton: 
    Nein, das ist nicht die fei­ne eng­li­sche Art ....

    1. Wenn man ein Argu­ment angreift, muss man nicht den Gesamt­kon­text berück­sich­ti­gen, son­dern dann darf man eine Prä­mis­se auf­grei­fen und die­se als ein­zel­nen Satz wider­le­gen und damit das gan­ze Argu­ment in den Müll­ei­mer wer­fen. Das aber nur so neben­bei. Es stimmt, dass ich nicht Ihr Argu­ment bezügl. des Alters ange­grif­fen habe, weil ich Ihnen da zustim­me. Ich bin ja in das Alter ver­liebt. Nur haben Sie den­noch ein Edit ange­hängt, edit will ja meist eine Ver­bes­se­rung, nicht wahr, und so ein zwei­tes The­ma ein­ge­führt. Und als Lese­rin kann ich doch wohl auch dar­auf reagie­ren, auch wenn es von Ihnen nicht so inten­diert war. 

      Das Los des Autors. 

      Ich ver­ste­he schon: Sie woll­ten nett sein oder gross­zü­gig oder poli­tisch kor­rekt oder modern oder so. Und das ist ja auch nett, modern, poli­tisch kor­rekt oder so. Nur sagen Sie:
      1. Für Euch Eman­zen sage ich das.
      Nein, Sie müss­ten das für jede ein­zel­nen Mensch, der in einer gleich­be­rech­tig­ten Gesell­schaft lebt und leben will sagen.
      2. Ich bin poli­tisch korrekt.
      Nein, wenn man Frau­en und Män­ner gleich­be­rech­tigt in einem Satz erwähnt, ist man nicht poli­tisch kor­rekt, son­dern ein­fach normal.
      3. Pla­to hät­te das gesagt. 
      Nein hät­te er nicht. Aber Sie wür­den das aber heu­te sagen. Und das ist Fort­schritt. Ein Fort­schritt, den wir dem Kampf der Eman­zen zu ver­dan­ken haben. Und den negie­ren Sie mit Ihrer Aussage.

    2. Nun, .... Sie stel­len wenig­stens fest, daß Sie mei­ne Grund­idee bezüg­lich des Alters teilen.
      In allen ande­ren Punk­ten sind wir offen­sicht­lich sehr weit von­ein­an­der ent­fernt - zumin­dest schät­zen Sie das so ein. Ich habe nicht den Ehr­geiz, Sie vom Gegen­teil zu über­zeu­gen, bin Ihnen aber dank­bar für die Erläu­te­run­gen. Sie zei­gen auf wie Sie den­ken, wel­che Schluß­fol­ge­run­gen Sie aus ein­zel­nen Anmer­kun­gen ziehen. 

      Wenn es rich­tig wäre, daß schon die Wider­le­gung einer ein­zel­nen Aus­sa­ge in einem Zusam­men­hang rei­chen soll, alles zu ver­wer­fen, dann folg­te dar­aus, daß man zukünf­tig alle The­sen nur noch in Ein­zel­sät­zen dar­stel­len dürf­te - alles ande­re wäre nicht "öko­no­misch" - war­um vie­le Sät­ze schrei­ben, wenn durch einen von ihnen alles hin­fäl­lig wird?

      Ich schla­ge vor, den Aus­tausch damit abzu­schlie­ßen. Und das ist kei­nes­falls als "Abwür­gen" oder "mund­tot machen" oder "zen­sie­ren" gedacht. Selbst­ver­ständ­lich steht es sowohl Ihnen - als auch ande­ren - völ­lig frei, sich wei­ter­ge­hend zu äußern ....

    3. Das wäre nicht nur so rich­tig, son­dern das ist so rich­tig. Mit der Wider­le­gung einer ein­zel­nen Aus­sa­ge im Zusam­men­hang kann ich alles ver­wer­fen (ich muss aber nicht, der "Kern, das Fazit" kann immer noch wahr sein), nur wäre es dann an Ihnen, eine Aus­sa­ge zu fin­den, die Ihren Kern bes­ser stützt. Das ist der Witz am Argu­men­tie­ren, aber ich habe schon geschnallt, dass es Ihnen hier nur dar­um geht, Ihre Mei­nung kund­zu­tun und sie dann ohne wei­te­re Argu­men­ta­ti­on auch zu behal­ten. So be it. (Falls das impli­zit Vor­aus­ge­setz­te, näm­lich, dass ich immer Recht habe, gilt)

    4. Wie schon zuvor .... erwähnt: 
      Das klingt doch sehr "von oben her­ab" - mer­ken Sie das eigent­lich nicht? Oder ist die Absicht mich zu provozieren?

      Sie kom­men hier­her. Stür­zen sich auf einen Satz. Stel­len die The­se auf, es sei aus­rei­chend, die­sen zu wider­le­gen um alles hin­fäl­lig zu machen. Nut­zen die Ein­schrän­kung, die ich zu beden­ken gebe, als Argu­ment mir vor­zu­wer­fen, ich sei zumin­dest unfle­xi­bel, wahr­schein­lich aber ein hoff­nungs­lo­ser Fall .... wer will denn da sei­ne Vor­stel­lung auf Bie­gen und Bre­chen durchsetzen?

      Wenn das bei Ihnen pas­sier­te, wie wür­den Sie dann wohl über die / den Kom­men­ta­to­rIn denken?

      Ich den­ke Sie sagen es selbst: " .. das impli­zit Vor­aus­ge­setz­te, dass (Sie) immer Recht haben, gilt .. "
      Aber bit­te, nichts leich­ter als das:
      Sie haben Recht, 
      ich bin nur dar­an inter­es­siert mei­ne Mei­nung kundzutun.

    5. Mio Dio. Ich habe nicht erfun­den, wie Argu­men­tie­ren geht:

      1. Ich habe n Sät­ze und zie­he dar­aus eine Schluss­fol­ge­rung. Wenn mir jemand bewei­sen kann, dass einer der Sät­ze falsch ist, dann muss er mei­ne Schluss­fol­ge­rung nicht mehr zwin­gend zutref­fend fin­den. Dann muss ich einen Satz "besor­gen", der mei­ne The­se bes­ser stützt oder mei­ne The­se auf­ge­ben. Das muss ein Natur­wis­sen­schaft­ler doch checken, oder nicht? 

      2. Es ist irrele­vant, was ich oder Sie über die argu­men­tie­ren­de Per­son denken.

      3. Wenn man Recht hat, klingt man leicht von oben her­ab. Ich habe Recht, also klin­ge ich von oben her­ab. Das kön­nen Sie wider­le­gen, indem Sie 
      a bestrei­ten, dass man von oben her­ab klingt, wenn man Recht hat oder 
      b bestrei­ten, dass ich Recht habe. 
      Ich klin­ge den­noch immer noch von oben herab. 

      Ihre The­se war: Pla­to hät­te das so gesagt. Mei­ne Ant­wort war: Nein hät­te er nicht. Das war ein bil­li­ger Trick von mir und kein Argu­ment, aber solan­ge ich so durch­kom­me, auch ok.

  3. @ The­Sour­ce "Was das The­ma Alter mit Eman­zi­pa­ti­on zu tun hat." NICHTS!
    So einfach. 
    Mei­ne Inten­ti­on ist in der Ant­wort @ zeit­ge­nos­sen beschrie­ben - ich wer­de das *edit* strei­chen, es ver­wirrt und lenkt davon ab, was ich sagen wollte.

    " .. sta­ti­stisch über­le­ben wir die Her­ren der Schöp­fung immer noch um Eini­ges." rosi­ge Aus­sich­ten, ich gön­ne Ihnen die Zeit!

    Mei­ne Kern­aus­sa­ge fin­det sich im drit­ten Absatz "Die­je­ni­gen, die heu­te noch über Älte­re abschät­zi­ge .. ", dar­auf woll­te ich "hin­aus" ...

    1. Wis­sen Sie. Die sog. "Eman­zen" erwäh­nen Sie schon im Thread selbst.
      Aber das hat Ihnen zeit­ge­nös­sisch schon heu­te jemand gesagt.
      Allein: Sie haben nicht verstanden.
      Nein, ich kor­ri­gie­re mich: Sie woll­ten nicht. 
      Cara­me­leis und Spaghetti.

  4. als noch rela­tiv jun­ges lebe­we­sen, fin­de ich es scha­de, dass vie­le über das alter hin­weg­se­hen, oder es zu ver­drän­gen suchen. ich fin­de auch die­se gan­ze "anti-aging" pro­pa­gan­ta fürch­ter­lich. war­um kön­nen men­schen nicht zu ihrem alter ste­hen? ich fin­de es grau­sam (v.a. zum anschau­en), wenn sich älte­re damen auf jung trim­men und sich in haut­enge kur­ze mini­röcke schmei­ssen, sich zent­ner­dick die schmin­ke auf das gesicht klei­stern und affek­tiert lachen. das hat nichts mit rei­fe zu tun. lei­der hat es mit unse­ren gesell­schaft­li­chen for­men zu tun. wo nur noch das knacki­ge jun­ge zählt. die rei­fe und weis­heit des alters wird abge­tan- die alten abge­scho­ben. in dezen­tral gele­ge­ne alters­hei­me. dabei kann doch die jugend nur vom alter pro­fi­tie­ren. die lebens­er­fah­rung, das erleb­te wis­sen. all dies könn­te die jugend wei­ter­brin­gen. ich selbst suche das gespräch mit alten(älteren) men­schen. weil ich dadurch nur ler­nen kann (auch im beruf). wie ich schluss­end­lich sel­ber hand­le- dass ist mei­ne sache. erfah­run­gen muss jeder für sich machen. mein lebens­ziel war zumin­dest schon immer: "alt und wei­se zu werden".

  5. @ chaetz­le "In Wür­de" alt zu wer­den ist nicht jede/r/m gege­ben. Ich stim­me Ihnen zu: Auf­ge­mö­bel­te Alte sind lächerlich!

    Wenn ich sagen soll­te, was sich gegen­über "frü­her", also dem "jung sein" geän­dert hat, gibt es vier Punkte:
    1.
    Zeit wird rar und daher wertvoller;
    2.
    Man kann zwi­schen "ech­ten" und "fal­schen" Freun­den unterscheiden;
    3.
    Ange­sam­mel­tes Wis­sen und Erfah­rung erge­ben zusam­men Abstand von unwich­ti­gen Klei­nig- bzw. -lichkeiten;
    4. 
    Man bedau­ert, daß nur weni­ge Jün­ge­re die Chan­ce wahr­neh­men, sich die­ser Erfah­rung zu bedie­nen, son­dern danach trach­ten "das Rad neu zu erfinden".

    Soll ich Ihnen ver­ra­ten, was mich am mei­sten stört?
    Wenn auf Packun­gen die Schrift in 4pt. gesetzt ist, und ich nicht ein­mal mit Bril­le erken­nen kann, was dort geschrie­ben wird .... dann muß ich immer kra­men, nach mei­ner Lupe suchen, das nervt!

    1. wenn es nach der klei­nen schrift geht, dann gehö­re ich schon zu den ganz ganz alten. ohne mei­ne bril­le bin ich nichts. 
      zu punkt 1: mein­ten sie, dass a.) die zeit schnel­ler ver­geht, oder b.) das (lebens)ende näher rückt? --das ende kommt immer schnel­ler als man denkt, das kann auch bei einem jun­gen men­schen ruck-zuck kom­men. ich selbst habe das gefühl, die zeit ver­geht wie im flug. woche um woche. so schnell vor­bei. im gegen­satz zu frü­her. ich habe kürzl­cih in einer (fach)zeitschrift (raum&zeit?) gele­sen, dass die zeit wirk­lich schnel­ler vergeht... 
      zu 2. wenn man sich auf sei­ne gefüh­le ver­lässt, kann man ech­te und fal­sche freun­de immer erken­nen-unab­hän­gig vom alter.
      zu 3. im alter kann man wohl schon bes­ser selek­tie­ren. in jun­gen jah­ren häuft man das wis­sen an, um es im alter zu ent­rüm­peln. durch die fähig­keit, sich nicht über­all mit dem erlern­ten wis­sen (und der dadurch ent­stan­de­nen macht) pro­fi­lie­ren zu müs­sen (wie man es in der jugend ger­ne tut--v.a. beruf­lich), kann man das wich­ti­ge vom unwich­ti­gen tren­nen, und die für sich selbst ver­wert­ba­re erkennt­nis "mit­neh­men". (oje, kann glau­be ich nicht so recht aus­drücken, was ich meine)
      dass die jugend ver­sucht "das rad neu zu erfin­den" liegt im natu­rell der jugend. war es bei ihnen nicht auch so? die jugend möch­te eige­ne wer­te schaf­fen- sei­en es gei­sti­ge oder mate­ri­el­le. das ist doch das blei­ben­de . ein stück von sich, dass nach dem tod wei­ter­be­steht. (wie im bio­lo­gi­schen sinn die kin­der). ohne den taten­drang, gaä­be es kei­ne neue­run­gen. wird dazu noch die weis­heit der alten genutzt, ergibt es das beste "out­put".
      nach­trag: es liegt auch nciht immer an der jugend, die nciht von den alten ler­nen will. als ich sei­ner­zeit nach einer assi­stenz­stel­le in einer pra­xis gesucht habe (vor­zugs­wei­se bei einem älte­ren kol­le­gen- wegen der berufs­er­fah­rung), woll­te kei­ner einen assi­sten­ten ein­stel­len. grund: angst, dass das eige­ne wis­sen "geklaut" wird, und die jun­gen mit dem wis­sen der alten als kon­kur­renz eine pra­xis eröff­nen. (ich hat­te schluss­end­lich doch glück und habe bei einem (nicht ganz so alten kol­le­gen) für drei jah­re unter­schlupf gefun­den- und sehr viel gelernt.

    2. @ chaetz­le zu 1.
      Objek­tiv wird die "Rest"-Zeit bei älte­ren Men­schen weni­ger sein als bei Jün­ge­ren - von den plötz­li­chen Ereig­nis­sen ein­mal abgesehen. 
      Mei­ne These: 
      Ein gutes Gefühl, es bis (fast) 60 geschafft zu haben, wo so vie­le vor­her "gehen" ....

      zu 2.
      Prin­zi­pi­ell mag das stim­men. Aber ich habe schon erlebt, daß ver­meint­lich gute Freun­de (nach "Bauch") sich hin­ter­her als mie­se Oppor­tu­ni­sten her­aus­ge­stellt haben - ent­täu­schend ist dabei die eige­ne Fehl­ein­schät­zung, mehr als der tat­säch­li­che "Ver­rat".

      zu 3.
      Wis­sen ist - wenig­stens aus mei­ner Sicht - heu­te nicht mehr "Macht­fak­tor", und das ist auch gut so! 
      Zur Anspie­lung auf das Berufsleben:
      Mehr Wis­sen brei­ter zu streu­en macht im Beruf erfolg­rei­cher - die Füh­ren­den, die es ver­ste­hen Wis­sen zu tei­len, sind die Bes­se­ren - nur haben es die Mei­sten noch nicht begrif­fen und hor­ten, nach wie vor "Herr­schafts­wis­sen". Ein Irrweg!

      zu "Rad neu erfinden"
      Sicher sind "neue Ansät­ze" von Bedeu­tung. Der Feh­ler liegt dar­in, zu glau­ben, daß "Neu­es" auto­ma­tisch "Bes­se­res" ist ....

      zu "ein Stück von sich selbst unsterb­lich machen"
      Klar, das wäre der "ulti­ma­ti­ve Kick", doch wie vie­le schaf­fen das? Reicht es denn nicht, sein Leben so zu gestal­ten, daß man zurück­blicken kann und sagen (Aus­wahl):
      Ich habe nie­man­dem Unrecht getan, mei­ne Fami­lie ver­sorgt, etwas von der Welt gese­hen, Bedürf­ti­gen gehol­fen soweit es in mei­ner Macht stand .... ?

    3. (Was heisst aktiv?) Wenn ich davon aus­ge­he, dass ich durch mein Han­deln per se Bedürf­ti­ge pro­du­zie­re, (was ich übri­gens tue), dann tue ich durch mein Leben unrecht, ausser ich tue Recht. (Ist das dann pas­siv oder aktiv?) Und ich wer­de nie­mals die Genug­tu­ung haben zu sagen: Es war genug. Ist eine Irr­vor­stel­lung der Chri­sten zu mei­nen, nur weil man sich in einer ungün­sti­gen Situa­ti­on solan­ge nageln lässt, bis man lächelt und blu­tet, sei dem Leben Genü­ge getan. (Hrhrrrrr)

    4. Dies sind, um mit dem Zitat zu spre­chen "eit­le Gedan­ken eines eit­len Mannes".
      Erklä­rend: Denn sie ver­leug­nen die Eigenerschaf­fen­heit ande­rer "Ster­ne", oder Menschen.
      Tat­säch­lich ist es so, dass Kraft durch Gna­de bezähmt wird und Lie­be durch Wil­len, der Weis­heit ist. Alles Ande­re ist frei - und selbst dies ist nur Illu­si­on, sic: gilt unter der Herr­schaft von Raum-Zeit. Wer gross ist, führt tat­säch­lich sei­ne Umwelt zur Voll­kom­men­heit zurück. Liest sich wie ein alber­nes Postu­lat? Sicher. Der Mut dazu stirbt aus. Rittertum.

      [Der viru­len­te römisch-katho­li­sche Mysti­zis­mus hat schon lan­ge ver­sagt. Er ist tot. Und betet Lei­chen an]

    5. In mir ist kei­ne Gna­de, nur ein ist ja eh begrün­det oder die Lust oder Qual am Gnä­dig sein oder so. Kei­ne Kon­zep­te ohne Gefühl und Grund. (Bür­ger­li­che) Ethik funk­tio­niert nicht, wenn man alles ver­zei­hen kann. (Ja das ist protestantisch.)

    6. @ zeit­ge­nos­sen & The­Sour­ce Mit die­sem fein­sin­ni­gen Exkurs auf höch­ster Ebe­ne, mei­ne Damen, ist es Ihnen gelun­gen, auch noch die letz­ten wil­li­gen Lese­rIn­nen ins Nir­va­na zu schicken .... wie wäre es denn, wenn sie sich bemüh­ten, all­ge­mein ver­ständ­lich zu argumentieren?

    7. Wes­sen Dumm­heit bemän­geln Sie jetzt? (@WvS)

      @zeitgenossen: Aus Ihnen (die Gna­de). Das Kon­zept ist ja nicht bür­ger­lich an sich. Und hat auch nicht zwin­gend etwas mit ver­zei­hen zu tun - schon gar nicht alles. Tat­säch­lich ist das Skal­pell, das einen Tumor ent­fernt, auch ein Instru­ment der "Gna­de".

    8. Ich dach­te an Gna­de vor Recht, dann an ein Kon­zept, wo nicht nach dem war­um gefragt, wo sich immer auf irgend­was Meta­phy­si­sches oder die Gleich­gül­tig­keit beru­fen wird. Der da mit dem Tumor, der war sicher selbst schuld, wie­so soll­te er das Recht haben, dass jemand anders sei­nen Feh­ler behebt. Das wäre dann Ethik. Also bür­ger­li­che Ethik vs. Gnade.

    9. Ich ver­zich­te nicht dar­auf. Das fra­gens lie­ber mal die Gläu­bi­gen. Oder die, die den­ken, es gäbe ein höch­stes Prin­zip. Nicht dass es nicht weh täte, davon Abschied zu neh­men. Hei, ich bin ja die Frak­ti­on, die das Seel­ne­heil des Warums wegen opfert und auf Gna­de, Trost und fau­sti­sche Wün­sche ver­zich­tet. (Ha, Eman­zi­pa­ti­on nen­ne ich das übrigens.)

    10. Ema­zi­pa­ti­on oder nur neu­es Dog­ma? (Dies zu: Fraktion)
      Es ist ja irrele­vant, ob sie das höch­ste Prin­zip even­tu­ell als DNA oder Evo­lu­ti­on erken­nen (oh ja, wie schmerz­lich, die eige­ne Klein­heit zu sehen, wäre es bspw. so, dass Lea­ry eine Wahr­heit ent­deck­te, indem er sag­te: Wir sind nur Wir­te für DNA, Evo­lu­ti­on küm­mert sich nicht um Selbst­be­stim­mung). Oder es mag sogar das Para­do­xon zutref­fen: Ein höch­stes Prin­zip exi­stiert eben­so­we­nig wie es nicht exi­stiert - das muss ja erst­mal nach­voll­zo­gen wer­den vom Ich-zen­trier­ten Affen, der wir nun ein­mal alle­samt gene­tisch sind. (Ich bit­te dies nicht per­sön­lich zu neh­men, da schlie­ße ich mich durch­aus ein)

      Fakt ist, dass es nicht ein ver­sus ist. Nicht Gna­de vor Recht oder Ethik ver­sus Gna­de. Es ist das Erfor­der­nis des Augen­blickes, das sie gebiert - so wie jede Ent­schei­dung. Wir haben allent­hal­ber Axio­me, an denen wir unse­re Mei­nung, was wir denn den­ken, fest­ma­chen. Brin­gen Sie aber jeman­den oder sich in Extrem­si­tua­tio­nen, ent­blät­tert sich schnell die Natur und der Habitus.

    11. Wenn ich natür­lich sage, alles uni­ver­sel­ler als die Ein­zel­ne Hand­lung im Ang­sicht des Todes Gedach­te, sei ein Dog­ma oder ein Prin­zip, dann bit­te. Wie geht es dann wei­ter? Dann zählt die ein­zel­ne Hand­lung, gebo­ren aus Natur und Habi­tus oder was hab ich jetzt nicht verstanden?

Schreibe einen Kommentar zu chaetzle Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert