Hin­ter Cowboy-Romantik ver­steckt, "Wil­dem Westen" und einer welt­um­span­nen­den Medi­en­in­du­strie (die keine Fra­gen stellt son­dern ein vir­tu­el­les Bild des Lan­des zeigt) ent­wickelte sich das Land seit den spä­ten sech­zi­ger Jah­ren zu einer Kriegs­ma­schi­ne­rie. Erbar­mungs­los und nur dar­auf abge­stellt 'pro­fit' für zu Hause mög­lich zu machen wer­den in neo-kolonialem, impe­ria­li­sti­schen Stil die hilf­lo­sen Völ­ker der Erde mili­tä­risch und mit­tels Geheim­dien­st­ein­satz 'sturm­reif' geschos­sen und dann aus­ge­plün­dert.
Dabei wird der eige­nen Bevöl­ke­rung "Größe" vor­ge­gau­kelt wo doch nur Gier regiert, ange­heizt durch die schmale Schicht von Top-Verdienern, denen es noch nicht genug ist mehr zu besit­zen als über 50% der rest­li­chen Welt­be­völ­ke­rung.

Mit eini­gen Schluß­fol­ge­run­gen zur Per­son Ber­nie San­ders - wie im ver­link­ten (und nur aus­zugs­weise über­setz­ten) Text dar­ge­stellt - bin ich nicht ein­ver­stan­den, weil sie ande­ren Quel­len wider­spre­chen und die Per­son ohne Not dis­kre­di­tie­ren, mit dem Rest der Demo­kra­ten in einen Topf wer­fen. Den­noch ist San­ders zu aller­erst Ame­ri­ka­ner - und wenn man das Erzie­hungs­sy­stem dort kennt ist selbst er das Ergeb­nis von "Gehirn­wä­sche durch Schu­len & Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen" - und daher ist es eher ver­wun­der­lich seine linke Über­zeu­gung zu beob­ach­ten. Sein Land steht für ihn - kom­pro­miß­los - an erster Stelle vor allen ande­ren Natio­nen.

Was in dem über­setz­ten Aus­zug zu lesen ist deckt sich aller­dings mit dem, was ich aus Recher­chen und Gesprä­chen mit US-Bürgern erfah­ren konnte und was ich selbst in meh­re­ren Jah­ren dort erlebt habe: 

Eine glän­zende Fas­sade, hin­ter der sich - im über­tra­ge­nen Sinne for­mu­liert - Unmen­gen an Unrat ver­ber­gen. Anti­so­ziale und ras­si­sti­sche Umtriebe, über­füllte Gefäng­nisse, die Unter­schicht mas­siv in der Armee 'geparkt', ein­sei­tige und abge­schot­tete Medi­en­welt, hire-and-fire-Kapitalismus, Wucher­zin­sen und Ablen­kung von der Wirk­lich­keit durch ein fein gespon­ne­nes, all­um­fas­sen­des Unter­hal­tungs­sy­stem. Das alles noch getoppt von einer heuch­le­ri­schen Gläu­big­keit, deren Schein­hei­lig­keit nir­gendwo auf der Welt über­trof­fen wird. 

Hier zunächst der Text­aus­zug im Ori­gi­nal
The United Sta­tes does not have a natio­nal health care system worthy of the name, because it is in the war busi­ness, not the health busi­ness or the social equa­lity busi­ness. The U.S. has the wea­kest left, by far, of any indu­stria­li­zed coun­try, because it has never escaped the racist, pre­da­tory dyna­mic on which it was foun­ded, which stun­ted and defor­med any real social con­tract among its peop­les. In the U.S., pro­gress is defi­ned by glo­bal domi­nance of the U.S. State — chiefly in mili­tary terms — rather than dome­stic social deve­lop­ment. Ame­ri­cans only ima­gine that they are mate­ri­ally bet­ter off than the people of other deve­lo­ped nati­ons — a fal­lacy they assume to be the case because of U.S. glo­bal mili­tary domi­nance. More import­antly, most white Ame­ri­cans feel raci­ally ent­it­led to the spoils of U.S. domi­nance as part of their patri­mony, even if they don’t actually enjoy the fruits. (“WE made this coun­try great.”) This is by no means limi­ted to Trump voters.

Race rela­ti­ons in the U.S. can­not be under­s­tood out­s­ide the histo­ri­cal con­text of war, inclu­ding the con­stant state of race war that is a cen­tral func­tion of the U.S. State: pro­tec­ting “Ame­ri­can values,” fight­ing “crime” and “urban dis­or­der,” and all the other euphe­misms for pre­ser­ving white supre­macy.

War is not a side issue in the United Sta­tes; it is the cen­tral poli­ti­cal issue, on which all the others turn. War mania is the enemy of all social pro­gress — espe­cially so, when it unites dis­pa­rate social forces, in oppo­si­tion to their own inte­rests, in the ser­vice of an impe­ria­list state that is the tool of a rapa­cious white capi­ta­list élite. The­re­fore, the orche­stra­ted pro­pa­ganda blitz­krieg against Rus­sia by the Demo­cra­tic Party, in col­la­bo­ra­tion with the cor­po­rate media and other func­tio­na­ries and pro­per­ties of the U.S. ruling class, marks the party as, collec­tively, the Warmonger-in-Chief poli­ti­cal insti­tu­tion in the United Sta­tes at this histo­ri­cal junc­ture. The Demo­crats are anathema to any poli­tics that can be descri­bed as pro­gres­sive.

[Quelle]

__ __ __ Über­set­zung __ __ __ __ __ __ __ __ 

 

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten haben kein natio­na­les Gesund­heits­ver­sor­gungs­sy­stem das die­sen Namen ver­diente, weil das Land nicht im Gesundheits- oder soziale Gleichheits-Geschäft, son­dern im Kriegs-Geschäft ist.
Die U.S.A. hat die schwäch­ste Linke von allen indu­stria­li­sier­ten Län­dern, weil sie nie­mals der ras­si­sti­schen, räu­be­ri­schen Dyna­mik ent­wach­sen ist, auf der sie gegrün­det wurde. Einer Dyna­mik, die einen wirk­li­chen sozia­len Zusam­men­halt in ihrer Bevöl­ke­rung ver­küm­mern und dege­ne­rie­ren ließ. In den USA wird der Fort­schritt durch die glo­bale Domi­nanz des US-Staates - vor allem in mili­tä­ri­scher Hin­sicht - und nicht durch die hei­mat­li­che soziale Ent­wick­lung defi­niert. Ame­ri­ka­ner stel­len sich nur vor, dass sie wesent­lich bes­ser gestellt sind als die Men­schen ande­rer ent­wickel­ter Natio­nen - ein Irr­tum, dem sie wegen der US-Militärdominanz ver­fal­len. Noch wich­ti­ger ist, dass die mei­sten wei­ßen Ame­ri­ka­ner sich (ras­si­stisch) berech­tigt füh­len, die Beute der U.S. Domi­nanz als Teil ihres Erbes zu genie­ßen, auch wenn sie nicht wirk­lich daran teil­ha­ben. ("Wir haben die­ses Land groß gemacht.") Das ist kei­nes­wegs auf Trump-Wähler beschränkt.

Ras­sen­be­zie­hun­gen in den USA kön­nen nicht außer­halb des histo­ri­schen Kon­tex­tes des Krie­ges ver­stan­den wer­den, ein­schließ­lich des kon­stan­ten Zustands des Ras­sen­krie­ges, der eine zen­trale Funk­tion des US-Staates ist: Schutz der "ame­ri­ka­ni­schen Werte", "Kampf gegen das Ver­bre­chen" und "Erhalt der städ­ti­sche Ord­nung" und all die ande­ren Euphe­mis­men, die für die Erhal­tung der wei­ßen Vor­macht­stel­lung ste­hen.

Krieg ist in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten keine Neben­sa­che. Es ist die zen­trale poli­ti­sche Frage, an der sich der Rest ori­en­tiert. Kriegs­lust ist der Feind allen gesell­schaft­li­chen Fort­schritts - beson­ders wenn unglei­che gesell­schaft­li­che Kräfte im Gegen­satz zu ihren eige­nen Inter­es­sen im Dien­ste des impe­ria­li­sti­schen Staa­tes (der das Werk­zeug einer räu­be­ri­schen, wei­ßen, kapi­ta­li­sti­schen Élite ist) ver­eint wer­den. Die von den Demo­kra­ten in Zusam­men­ar­beit mit den Medi­en­kon­zer­nen und wei­te­ren Funk­tio­nä­ren und Ver­tre­tern der herr­schen­den US-Klasse orche­strierte Pro­pa­ganda für einen blitz­krieg gegen Russ­land weist diese Par­tei als der­zei­ti­gen Kriegs­trei­ber Num­mer 1 in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus. Die Demo­kra­ten sind zu die­sem histo­ri­schen Zeit­punkt das genaue Gegen­teil jener Poli­tik, die man als 'pro­gres­siv' bezeich­nen würde.


Noch ein Wort zum Abschluß:
"Ame­ri­ka­feind­lich" ist die­ser Arti­kel bestimmt nicht. Wenn Tat­sa­chen benannt wer­den ist das völ­lig ohne jedes Urteil. Wenn­gleich das Ver­hal­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in Summe als "ver­ur­tei­lungs­wür­dig" bezeich­net wer­den kann. Aus der Ver­gan­gen­heit gibt es für jeden der genann­ten Teil­be­rei­che man­nig­fal­tige Belege, die - bei­spiels­weise was die US-Geheimdienstaktivitäten angeht - aus Quel­len genau die­ser Dien­ste stam­men.