"Arm, Schwach, Krank" - alles zusam­men oder min­de­stens ein Teil davon!
So scheint das Bild der mei­sten Men­schen - die älter sind als das Ren­ten­ein­tritts­al­ter - bei den jün­ge­ren Antei­len der Gesell­schaft zu sein.

Wenn die Jun­gen oft so den­ken kön­nen sie zunächst ein­mal nichts dafür.
War­um es so ist und war­um es aller­dings eben­so falsch sein kann folgt.

Ich neh­me den Euro als Bei­spiel:
Ein­ge­führt wur­de er am 31. Dez. 1998*. Neh­men wir ein­mal an, eine jün­ge­re Per­son war zu die­ser Zeit 10 Jah­re alt, dann ist sie heu­te, 2020, 31 Jah­re alt. Bezo­gen auf die Bar­geld­ein­füh­rung wären es drei Jah­re weni­ger, also 29 Jah­re.

All die­se Jahr­gän­ge und alle danach ken­nen nicht mehr die D-Mark. Sie haben ja nur (bewusst) den Euro erlebt. Vie­le der Älte­ren erin­nern sich noch an die Kauf­kraft der D-Mark und wenn sie *umrech­nen* ist ihnen der Euro weni­ger lieb, weil sie die neu­en Prei­se als über­trie­ben hoch anse­hen - ins­be­son­de­re im Ver­gleich zu ihren Ein­künf­ten, deren Höhe nicht pro­por­tio­nal mit­ge­wach­sen ist.

All das, was pas­sier­te, bevor die jet­zi­ge Genera­ti­on bis Mit­te drei­ßig gebo­ren wur­de, kennt die­se nicht - und daher ist es schwer für die­se jun­gen Leu­te zu erken­nen, dass vor ihrem Leben die Eltern­ge­nera­ti­on vor ähn­li­chen Her­aus­for­de­run­gen stand wie sie die­se nun erle­ben. Dass die Vor­ge­nera­tio­nen die Pro­ble­me in den Griff bekom­men haben wird dadurch deut­lich, dass der Staat noch exi­stiert und wei­ter­hin grund­sätz­lich über­le­bens­fä­hig ist.

Was will ich damit sagen?

"Die Alten", deren Lei­stun­gen und Erfah­run­gen dafür gesorgt haben, dass die jet­zi­gen jün­ge­ren Genera­tio­nen auf einem soli­den Fun­da­ment des Staats­we­sens - bei allen Feh­lern, Ver­säum­nis­sen und Unge­rech­tig­kei­ten - wei­ter bau­en kön­nen. Sie ver­die­nen es nicht, dass man sie, gera­de in den Zei­ten der Pan­de­mie, als Hemm­schuh für die Wie­der­eröff­nung unge­brem­sten öffent­li­chen Lebens ver­leum­det und von ihnen behaup­tet, sie sei­en sowie­so nur ein Klotz am Bein der Jün­ge­ren, die sie per erzwun­ge­ner Abga­ben­re­ge­lun­gen mit ernäh­ren müss­ten.

* [Genau­er: Janu­ar 1999 wur­de der Euro in elf Mit­glied­staa­ten als amt­li­che Wäh­rung ein­ge­führt. Die Aus­ga­be als Bar­geld an die End­ver­brau­cher begann am 1. Janu­ar 2002.]