Darf man die Gesinnung von Staatskanzleichef
Nathanael Liminski hinterfragen ...?

Ein Wahl­spot der SPD gegen die CDU ist Anlass für Zeter und Mor­dio, das Auf­heu­len der Katho­li­schen, die anson­sten nicht gera­de sanft mit ihren Fein­den umge­gan­gen sind, sie­he Inqui­si­ti­on, oder heu­te noch umge­hen, sie­he Afri­ka und Südamerika.

»» .. Der ehe­ma­li­ge reli­gi­ons­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Vol­ker Beck, äußer­te auch Kri­tik: "Es ist völ­lig inak­zep­ta­bel, den Glau­ben von jeman­dem auf die­se Wei­se abzu­wer­ten." Limin­ski mit dem Begriff "erz­ka­tho­lisch" zu kri­ti­sie­ren sei dane­ben. "Pro­ble­ma­ti­sche Posi­tio­nen und Bezie­hun­gen von Poli­ti­kern soll­ten bei der Per­son aller­dings kon­kret hin­ter­fragt wer­den", sag­te der Lehr­be­auf­trag­te des Cen­trum für Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en an der Uni Bochum der Katho­li­schen Nach­rich­ten-Agen­tur (KNA) am Sams­tag. So sei laut Beck die Fra­ge gestat­tet, ob der Poli­ti­ker noch die Posi­tio­nen und Ver­bin­dun­gen aus frü­he­ren Jah­ren habe .. ««

Die erste Fra­ge die ich stel­le ist "Darf man einem Dozen­ten für Reli­gi­ons­wis­sen­schaft ver­trau­en neu­tral über eine Sache zu urtei­len, die den Ein­fluss von Reli­gi­on auf eine Gesell­schaft unter­sucht, die nach ihrer Ver­fas­sung eine Tren­nung von Kir­che und Staat hat - die­se aber immer wie­der zu Gun­sten der Reli­gi­on vernachlässigt?"
Mit Ein­schrän­kung sage ich "Ja", weil im zwei­ten Teil sei­ner Äuße­rung der Herr Beck sei­ne eige­ne Aus­sa­ge mit Fra­ge­zei­chen ver­sieht und einschränkt.

Neh­men wir trotz­dem die Aus­sa­ge ein­mal her­aus und unter­su­chen an ihr, ob es ange­mes­sen und ange­bracht ist sich dazu Gedan­ken zu machen, wel­che Posi­ti­on ein enger Bera­ter des Kanz­ler­kan­di­da­ten der CDU/CSU in Bezug auf Fra­gen von Sit­te, Moral und Ethik ein­nimmt und ob er gewähr­lei­stet, dass sein Rat für den Kanz­ler­kan­di­da­ten stets neu­tral und im Sin­ne des Aus­gleichs von Inter­es­sen aller Bür­ger zu sehen ist - ohne Bevor­zu­gung einer bestimm­ten Glau­bens­rich­tung und Lebensphilosophie.

" .. Limin­ski mit dem Begriff "erz­ka­tho­lisch" zu kri­ti­sie­ren sei dane­ben. "Pro­ble­ma­ti­sche Posi­tio­nen und Bezie­hun­gen von Poli­ti­kern" soll­ten bei der Per­son aller­dings kon­kret hin­ter­fragt wer­den .."
Falsch! Wer sich der­art expo­niert und öffent­lich eine sol­che Lebens­hal­tung zeigt will damit Ein­fluss aus­üben und es darf an der Neu­tra­li­tät gezwei­felt werden. 

Wie heisst es so tref­fend in der Bibel, hier spe­zi­ell (Mat­thä­us 7, 15+16), die ja von den Gläu­bi­gen gern als Quell der Weis­heit & Wahr­heit her­an­ge­zo­gen wird?

»⑮ Seht euch vor vor den fal­schen Propheten,
die in Schafs­klei­dern zu euch kommen,
inwen­dig aber sind sie rei­ßen­de Wölfe.
⑯ An ihren Früch­ten sollt ihr sie erkennen.« 

Da kann man doch zu Recht miss­trau­isch wer­den, wenn sol­che Per­so­nal­ent­schei­dun­gen die brei­te Kri­tik erfah­ren haben sti­kum durch­ge­drückt werden.

Dann kam der Herr Hei­nig zu Wort:
»» .. Der Staats- und Kir­chen­recht­ler Hans Micha­el Hei­nig kennt laut "Tages­spie­gel" kei­nen ande­ren Fall, in dem die Reli­gi­on des Ver­trau­ten eines Spit­zen­po­li­ti­kers "in sol­cher Wei­se bewusst poli­ti­siert wur­de". Hei­nig hält dem­nach den Vor­gang poli­tisch für ein­schnei­dend. Denn seit eini­gen Jahr­zehn­ten sei die SPD bemüht gewe­sen, ihr posi­ti­ves Ver­hält­nis zu den Kir­chen herauszustellen.

Der Göt­tin­ger Kir­chen­recht­ler sprach von einem "Para­dig­men­wech­sel, der auch den christ­li­chen Tra­di­ti­ons­ab­bruch reflek­tiert". Katho­li­zis­mus stren­ge­rer Obser­vanz sei inzwi­schen in wei­ten Tei­len der Gesell­schaft nega­tiv besetzt, sag­te er. "Das kann die Reli­gi­ons­frei­heit und die hin­rei­chen­de Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Reli­gi­on und Poli­tik unter­spü­len", so Hei­nig in der Zei­tung .. ««

Wo Herr Hei­nig wei­ter­den­ken soll­te ist, dass der Herr Kanz­ler­kan­di­dat sei­nen eng­sten Bera­ter sicher nicht des­we­gen aus­ge­sucht hat weil der mit ihm völ­lig uneins ist, frag­los dage­gen des­we­gen, weil der Herr Limin­ski alle­mal noch katho­li­scher ist als er selbst. Der Beweis wur­de kürz­lich erbracht, als die Staats­kanz­lei einen Ver­tre­ter des erz­kon­ser­va­ti­ven "OPUS DEI" [der Vater von Limin­ski war dort Mit­glied] in den Rund­funk­rat berief¹ - hin­ge­gen ablehn­te einen Huma­ni­sten als Ver­tre­ter der Reli­gi­ons­lo­sen dort zu etablieren.

Kin­der­rei­che machen noch nicht 4% der Bevöl­ke­rung aus,
Huma­ni­sten und Athe­isten dage­gen fast 30%!
Nennt man das in NRW "Aus­ge­gli­chen­heit"?

Dass "Katho­li­zis­mus stren­ge­rer Obser­vanz" nega­tiv besetzt ist hat doch der Katho­li­zis­mus selbst zu ver­ant­wor­ten: Kin­des­miss­brauch, mas­sen­haf­te Kinds­tö­tun­gen in vie­len katho­li­schen Insti­tu­ten rund um die Welt, Teil­nah­me an rechts­ra­di­ka­len Umstür­zen in vie­len Län­dern mit nach­fol­gen­der Unter­stüt­zung der Dik­ta­to­ren, Ver­tu­schung durch 'in-Schutz-nah­me', ja Ver­stecken über­grif­fi­ger und straf­fäl­li­ger Kir­chen­men­schen vor der welt­li­chen Justiz.

Reicht das?
Ich den­ke schon.
Etwas 'Wah­res' als Tat­sa­che zu benen­nen ist nie falsch, son­dern immer notwendig!

[Bei­de Zita­te von dort → Quel­le]

¹ ".. #Laschet drückt den "Ver­band Kin­der­rei­cher Fami­li­en" [KRFD] in den #WDR-Rund­funk­rat. Der Bei­rat die­ses Ver­bands wird auch ver­tre­ten durch einen Wis­sen­schaft­ler mit völ­kisch-natio­na­li­sti­schen Ideen und ein Opus-Dei-Mit­glied. .." [Link]

Her­kunft, Fami­lie, kon­fes­sio­nel­les Engagement

Die rech­te Hand Laschets
".. (Laschet) will die kul­tu­rel­le Wen­de. Zurück zu einer Zeit, wo die Kir­che noch das Sagen hat­te und Diver­si­tät nicht exi­stent (war) .."

Kommentare

  1. "Ver­band kin­der­rei­cher Familien"??
    Und wenn die Blau­en mit dem roten Nike-Pfeil auf irgend­ein Pla­kat schrei­ben "mehr Mut zu Deutsch­land" mit einem schwan­ge­ren Frau­en­bauch, dann ist das wie­der übel­ste Pro­pa­gan­da unter­ster Sor­te... (Da hat wohl eher einer bei der CDU gesagt "Schei­ße, dass uns das nicht ein­ge­fal­len ist! Die­ser durch­trie­be­ne Ver­rä­ter Gau­land! Argh!".)

    Ehr­lich, also die­ses gan­ze Kin­der-erficken, da kommt mir was hoch.
    Über­all ist Kli­ma­wan­del des The­ma, kein biss­chen Abstrich will man vom mit­tel­klas­si­gen Wohl­stand machen, aber bum­sen ohne Gum­mi sol­len sie wie die Bescheu­er­ten, mög­list in der hei­li­gen Ehe, damit es ja noch mal wie­der neu­es Men­schen­ma­te­ri­al gibt für eine näch­ste umwelt­un­freund­li­che Boom­zeit, die dem Pla­ne­ten wahr­schein­lich noch den Rest geben wird.
    Ekel­haft!! Kann ich da nur sagen.

    Eigent­lich täte es dem Pla­ne­ten näm­lich gut, wenn die Baby­Boo­mer-Jah­re jetzt noch irgend­wie über­brückt wer­den, und man danach dabei bleibt, mit weni­ger Men­schen zu arbei­ten. Weni­ger Men­schen, die wie ein Vor­zei­ge­west­ler leben wol­len, mit Haus, Auto und 1 Mal Urlaub im Jahr, wür­de näm­lich mehr Ent­la­stung als ihre Pseu­do- oder halb­her­zig gemein­ten "Maß­nah­men zum Schutz des Kli­mas" zusam­men schaffen.

    Aber so was kapie­ren die Chri­sten ja nicht, nein... Das hat ja mit "Ver­stand" und "Ver­nunft" zu tun! (Auch wenn ihr lie­ber Gott dem Men­schen bei­des gege­ben hat in der Annah­me, dass sie es auch mal benut­zen und sich nicht nur auf ihn verlassen.)

    Naja... Das Fazit unterm Strich: Wenn so was in die Rund­funk­rä­te gedrückt wird, oder anders­wo in hoher bera­ten­der Funk­ti­on sit­zen, dann braucht man sich ja nicht wun­dern, war­um man immer mehr medi­al mit dem lie­ben Gott belä­stigt wird, obwohl sta­ti­stisch den orga­ni­sier­ten christ­li­chen Kir­chen die Mit­glie­der weg­lau­fen, die Bevöl­ke­rung im Schnitt also eigent­lich ungläu­bi­ger wird.

    1. Das The­ma muss dich irgend­wie hef­tig berührt haben, sonst bist du doch nicht mit so dra­sti­scher Aus­drucks­wei­se unterwegs!?
      Natür­lich ist es rich­tig gegen die gren­zen­lo­se Befür­wor­tung von hohen Kin­der­zah­len zu wet­tern, zumal es anson­sten von den glei­chen Leu­ten immer Beden­ken gibt, ob denn die Nati­on von den 'fal­schen Gläu­bi­gen' über­rannt wer­de .... soweit ich das sehe gibt es NUR FALSCHE GLÄUBIGE.

      Dabei soll­te man nicht vergessen:
      Des­sen unge­ach­tet sind die hohen Kin­der­zah­len oft ein Ergeb­nis der man­geln­den Sicher­heit für gro­ße Tei­le der Erd­be­völ­ke­rung, die des­we­gen ihr Alter und die dann ent­ste­hen­de Schwie­rig­keit für sich selbst zu sor­gen auf die Schul­tern vie­ler Kin­der legen wol­len. Eine gerech­te­re Ver­tei­lung könn­te zumin­dest der erste Ansatz sein zumin­dest den Beginn einer Umkehr zu erreichen.

      Signi­fi­kant ist die Dis­kre­panz zwi­schen der Reprä­sen­ta­ti­on von Christ­li­chen und ihnen nahe­ste­hen­den Grup­pie­run­gen in staat­li­chen Insti­tu­tio­nen und Gre­mi­en, wenn man die aktu­el­len Bestands­zah­len und offi­zi­el­len Zäh­lun­gen betrach­tet. Ein grö­ße­res Ungleich­ge­wicht - das ja schon fast ein umge­kehr­te Pro­por­tio­na­li­tät dar­stellt - gibt es sel­ten, es wird stets auf 'Pro­porz' geach­tet, bis in die klein­sten Parteistrukturen.

      1. Ich weiß nicht, bei dem The­ma kommt mir aus einer Zahl von per­sön­li­chen Grün­den was an.

        Immer wie­der den­ke ich dabei "Ist das alles, was die Mensch­heit kann und will? Ficken, Essen, Schla­fen, Kacken?". Sich wie die Rat­ten ver­meh­ren und es noch schön finden?
        Und gleich­zei­tig wol­len sie dir dabei etwas von "Kli­ma­ret­tung" erzählen...

        Es ist als wenn ab einem bestimm­ten Punkt, irgend­wo auf nie­der­ster Trie­be­be­ne, ab einem bestimm­ten Alter, der Ver­stand aus­setzt. Über­all um einen her­um pas­sie­ren die Ein­schlä­ge, die Zukunft sieht mehr als nur "nicht rosig" aus, aber alles was der Mensch­heit ein­fällt, ist, wei­ter­zu­ma­chen wie bis­her. Und das heißt: Den spieß­bür­ge­ri­chen Traum errich­ten. Auto, Ehe, Kin­der, Haus.

        Und dabei mache ich denen aus Erd­tei­len, bei denen es kei­ne sozia­le Absi­che­rung gibt, und Bil­dung Man­gel­wa­re ist, noch nicht mal den Vor­wurf, weil die wis­sen es nicht bes­ser und kön­nen kaum anders handeln.

        Mich regen da die in den ent­wickel­ten Län­dern auf, die eigent­lich über all die öko­lo­gi­schen Pro­ble­me ihres Pla­ne­ten bescheid wis­sen (soll­ten), bei denen es nicht ultra-abwe­gig ist, ein Bewusst­sein dafür zu ent­wickeln, dass ihnen lang­sam für die­se "end­lo­ser Wohlstand"snummer die Res­sour­cen aus­ge­hen, und sie ent­schlie­ßen sich doch dazu, all das zu igno­rie­ren. Lie­ber der kurz­sich­ti­gen, trie­bori­en­tier­ten Freu­de von Kon­sum und Nest­bau zu fröh­nen. Wie ein­fa­che Tie­re, die zu kei­nem kom­ple­xen Den­ken fähig sind.

        Kom­men da noch sol­che wie die christ­li­chen Ver­bän­de an, die am lieb­sten eine Rekon­struk­ti­on der Zustän­de in den Baby­Boo­mer-Jah­ren wün­schen, nur um die sel­be Über­pro­duk­ti­on wei­ter­zu­füh­ren, die jetzt schon bewirkt, dass einem öko­lo­gisch und öko­no­misch das Was­ser bis zum Hals steht, dann sind bei mir die Schleu­sen ent­gül­tig offen.

        1. Apro­pos Klimarettung → 

          Bericht IPCC09.08.2021, 13:10 Uhr
          Welt­kli­ma­rat schließt Hor­ror­sze­na­ri­en nicht aus: Kli­ma­wan­del ist verheerend
          Nach sie­ben Jah­ren stellt der Welt­kli­ma­rat einen neu­en Sach­stand über die glo­ba­le Erwär­mung vor – die Aus­sa­gen glei­chen einem Pau­ken­schlag. Selbst zwei Hor­ror­sze­na­ri­en kön­nen nicht mehr aus­ge­schlos­sen werden.

          Da ste­hen die Bewei­se drin - und wenn ich wet­ten soll­te, dass es die Ver­ant­wort­li­chen wie­der igno­rie­ren wür­de ich bestimmt die Wet­te gewin­nen. Inso­weit hast du mit dei­ner Ein­schät­zung wohin die Rei­se tat­säch­lich der­zeit noch geht abso­lut Recht!

          PS
          Auch die­ser Arti­kel ist loh­nend → https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/umwelt/polarstern-arktis-expedition-nordpol/

        2. Kei­ne Ahnung, ob man mich schel­ten wird, wenn ich das sage... Irgend­wie habe ich einen klei­nen per­sön­li­chen Krieg mit dem kleinbürgerlichen/spießbürgerlichen Lebensstil.

          Der Mensch hat sich zig Optio­nen geschaf­fen wie er sich per­sön­lich ver­din­gen kann, zig Optio­nen frei nach indi­vi­du­el­len Gelü­sten (und Nei­gun­gen) zu leben - aber was fällt ihm ein?
          Doch nur zu hei­ra­ten, sich zwei, drei Kin­der anzu­schaf­fen, und zwi­schen­durch gedan­ken­los Ton­nen von Res­sour­cen zu verbrauchen.
          Gei­stig in etwas so anspruchs­voll wie Toast­brot. Und dafür haben die lie­ben Vor­fah­ren gekämpft... Für das Recht, wei­ter­hin dem Dik­tat aus Sich-wie-die-Rat­ten-zu-ver­meh­ren, Stamm­hal­ter-für-den-Sta­tus-zu-zeu­gen und gesell­schaft­li­chen Zwän­gen unter­wor­fen zu blei­ben, bzw. sich ihnen sogar frei­wil­lig zu unterwerfen.

          Da sage einem jemand: Wofür sind die mal gestorben?

          In mei­nem Ver­ständ­nis hat das auch was mit "Volks­ver­dum­mung" zu tun. Mit Klein­gei­stig­keit. Mit Pri­mi­ti­vi­tät. Mit... das tun, was auch ein Dro­gen­süch­ti­ger macht: Dem abso­lut nie­de­ren Trieb zu fol­gen, sich eine erneu­te bio­che­mi­sche Beloh­nung in sei­nem Hirn zu besor­gen; sprich: Eine wei­te­re Ein­heit der Dro­ge, nach der er süch­tig ist.
          Kurzz­zei­ti­ge Beloh­nung, ohne Abwä­gung der lang­fri­sti­gen Folgen.

          Hm... (*shrugs*) Viel­leicht habe ich auch einen Oxy­to­cin­man­gel, dass ich von die­sem gan­zen "natür­li­chen" Ver­meh­rungs­drang ange­wi­dert bin und nicht kapie­re, was dar­an so toll sein soll. ("Natür­lich" in Anfüh­rungs­stri­chen, denn - ich fin­de, es wird auch viel von die­sem Kon­zept "Nest­bau" ein­ge­re­det. Und es wer­den damit ver­bun­den auch vie­le fal­sche emo­tio­na­le Hoff­nun­gen geschürt. Nach dem Mot­to "DAS braucht man zum Glück" oder "Kin­der him­meln dich an und ver­las­sen dich nie als Eltern­teil" ( = Kin­der als eine Art Hund zu haben, der einen stets begrüßt, wenn man von der Arbeit nach Hau­se kommt, und die einen erst mal lie­ben, in schwie­ri­gen Zei­ten, bevor man sie lie­ben muss -> über­trie­ben gespro­chen: ein leben­di­ger Trösteteddy).)

          Was noch wider­li­cher als die­se klein­bür­ger­li­che "ich igno­ri­er' mal alles in der Welt"-Idylle ist, ist: Leu­te wie die oben Genann­ten, die mit irgend­ei­ner Agen­da ankom­men, und gleich­zei­tig doch immer wie belei­dig­te Leber­wür­ste wir­ken, die nicht damit klar­kom­men, dass die Welt ihre Saat nicht in dem unbe­grenz­ten Maße haben will wie sie am lieb­sten Nach­wuchs in die Welt set­zen wollten.

        3. Es ist ja nicht immer ein Drang danach Kin­der zu haben - manch­mal ist es pure Neu­gier­de zu sehen, was da aus einer Ver­bin­dung her­aus­kommt. In vie­len Fäl­len ist es Unkennt­nis bezüg­lich auf Ver­hü­tung, manch­mal Fahr­läs­sig­keit, und wohl sehr oft das Kal­kül sich damit Ein­künf­te und För­der­mög­lich­kei­ten zu sichern.

          Sich Fort­zu­pflan­zen ist so neben­bei auch ein grund­sätz­li­ches Bedürf­nis bei allen Säu­ge­tie­ren - wenn ich 'mal so dreist bin die rein wis­sen­schaft­li­che, bio­lo­gi­sche Ebe­ne zu betre­ten. Wir sind Säu­ge­tie­re, und die pflan­zen sich zwar über­wie­gend in klei­ne­ren Zah­len an Nach­kom­men­schaft fort, aber grund­sätz­lich doch min­de­stens in der Zahl, dass die Art erhal­ten bleibt.

          Ich sehe das als einen wei­te­ren Beweis, dass wir uns min­de­stens in die­ser Hin­sicht nicht weit genug von unse­ren spitz- und breit­na­si­gen, affen­ähn­li­chen Vor­fah­ren ent­fernt haben. Bedau­er­li­cher­wei­se haben wir auch ande­re Gren­zen über­schrit­ten: Unse­re Art­ge­nos­sen zu töten ohne dabei den Nah­rungs­er­werb im Sinn zu haben, und unse­re Umwelt zu Schan­den zu rich­ten, so sehr, dass wir uns selbst die Lebens­grund­la­gen entziehen.

          Die näch­sten Jah­re wer­den span­nend wer­den, denn nun ent­schei­det es sich ob der Pla­net irgend­wann eine wei­te­re Spe­zi­es, jetzt "Homo sapi­ens" durch Aus­ster­ben ver­liert, oder ob das Ruder noch ein­mal her­um­ge­ris­sen wer­den kann. Vor die­ser Kulis­se sind die Auf­trit­te von Laschet und Kon­sor­ten nichts als Schmie­ren­ko­mö­die .... der schlech­te­sten Art!

        4. Von der rein bio­lo­gi­schen Sei­te it mir das klar.
          Mir ist nur inzwi­schen, von mensch­li­cher Sei­te aus, da zu viel Schmalz drin... Zu viel "sich selbst fei­ern" und kei­nen Gedan­ken an das Außen ver­schwen­den. "Haupt­sa­che mir geht es gut und der Kelch wird noch mal an mir vorbeigehen."
          Lie­ber reden sie sich ein, dass Vega­nis­mus (ohne spe­zi­ell indu­stri­ell ver­ar­bei­te­tes Essen, sodass kein ekla­tan­ter Nähr­stoff­man­gel ent­steht) gut für sie ist und fres­sen neu­mo­der­nen Indu­strie­f­raß aus irgend­was, was mal pflanz­li­che Bestand­tei­le waren, als­dass ein Mal dar­auf ver­zich­tet wird, sich ein leib­li­ches Kind zuzulegen.

          Bei den Umwelt­pro­ble­men... ich weiß nicht, ob es fak­tisch kor­rekt ist, aber ich habe den Ein­druck, selbst wenn der Mensch von heu­te auf mor­gen auf­hö­ren wür­de zu atmen und zu leben, aske­tisch und spar­ta­nisch ein­fach leben wür­de, allein die schie­re Men­ge an Men­schen, die es bereits auf der Welt gibt, wür­de den ent­schei­den­den Effekt auf die Umwelt, den man damit bezwecken woll­te, vereiteln.
          In Zei­ten ohne Indu­strie auf der Welt, da hielt sich die Mensch­heit bei ca. 1 Mil­li­ar­de Indi­vi­du­en welt­weit. Und ohne die Pro­duk­te aus der indu­stri­el­len Pro­duk­ti­on hielt es sich auch dabei. (Wobei man hier auch erwäh­nen muss: Selbst zu den Ent­decker­zei­ten der See­fahrt hat der Mensch schon frem­de Lebens­räu­me zer­stört, indem, dass er Tie­re in Ter­ri­to­ri­en gewil­dert und geges­sen hat, die davor in ihrem Gebiet kei­ne natür­li­chen Fein­de hat­ten. Zusätz­lich brach­te er sei­ne Haus- und Nutz­tie­re in die­se Gegen­den mit und die Mikro­or­ga­nis­men, die in sei­nem Ursprungs­lang hei­misch waren. Mit ande­ren Wor­ten: Krank­hei­ten, Pil­ze und Bak­te­ri­en kamen in Regio­nen, wo kein Immun­schutz dage­gen vor­lag. Und dadurch ging auch eini­ges zu Bruch.
          Ins­ge­samt war also das Handeln&Tun die­ser Mil­li­ar­de auf der Welt auch schon nicht völ­lig unproblematisch.)

          Wenn man jetzt also das Lebens­ni­veau dar­auf zurück­dre­hen woll­te, um dem Kli­ma und dem Pla­ne­ten einen Gefal­len zu tun, man hät­te trotz­dem ca. die 7-8fa­che Men­ge an Men­schen auf der Erde vor­han­den. Wür­de das sicher den gewünsch­ten Effekt erzielen?
          Ich den­ke, man darf dar­an zweifeln...

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