haben sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was zu einem bestimmten Zeitpunkt "wichtig" ist.
Ich gebe einmal ein paar Beispiele.
- Paar 1:
Er sucht seit Tagen nach einem Lieferanten für ein spezielles Motoröl für seinen Oldtimer -
Sie sucht nach einem Mittel, das ihre "Apfelbäckchen" weniger rot erscheinen läßt .... - Paar 2:
Er möchte in ein Cottage nach Cornwall und Lesen oder dösen -
Sie will Sonne und Strand, abends Candlelight und Tanz .... - Paar 3:
Er stöbert im Eisschrank nach "seiner" Salami -
Sie verweist auf die "köstliche" Gemüsesülze ....
Wundert es Sie da,
wenn die Zahl der Ehescheidungen von Jahr zu Jahr steigt?
* edit *
Eine umfassende Erörterung zum Thema bei chaetzle.

ich glaube nicht, dass die verschiedenen interessen von paaren die ursache von scheidungen sind. [laut statistik sind es diese kleinen nachlässigkeiten-- die sache mit dem toilettendeckel, die socken, die überall herumfahren, nur nicht im wäschekorb etc] verschieden interessensgebiete oder vorlieben machen doch eine beziehung auch spannend- man lernt von dem gegenüber..
ich glaube, dass viele einfach nicht mehr bereit sind, an einer beziehung zu arbeiten. arbeiten ist vielleicht der falsche ausdruck, vielleicht passt das wort bemühen besser. und eine beziehung ist ständig in bewegung- kein status quo. stillstand ist für eine beziehung gift. würden die paare kompromisse schliessen (was eigentlich ganz einfach wäre- wenn man es denn will)- gäbe es weniger streit. um bei einem ihrer beispiele oben zu bleiben: Cornwall liegt auch am meer- sonne gibt es bisweilen dort auch- und tanzmöglichkeiten sicher ebenfalls- möglichkeiten eine linie zu finden sind immer gegeben.
unsere zeit ist schnelllebig geworden, und so ist es auch in beziehungen. leider. ich habe es selbst gerade wieder erlebt.
ein gesunder egoismus ist völlig in ordnung, den brauchen wir zum überleben. aber ein übersteigerter egoismus in einer beziehung ist der anfang vom ende.
[ich wollte heute eigentlich auch einen text zu diesem thema schreiben- weil mich das thema zur zeit beschäftigt- mal sehen- vielleicht mache ich es in der mittagspause noch..]
Sie haben natürlich .... Recht, wenn Sie darauf hinweisen, daß es sich um eine Summe von Kleinigkeiten handelt, die oft die Atmosphäre soweit vergiften, daß nur noch Trennung als Ausweg gegen ständige Zerfleischung bleibt - die Schwelle wird immer niedriger, da liegt das Hauptproblem in unserer Entfremdung vom Gedanken "Familie" - alle kämpfen nur noch für sich, als "Einzelkämpfer" ....
Meine Beispiele sind sicher nicht allgemein - sie stehen nur für viele andere Streitobjekte, die Sie ja auch angeführt haben. Insoweit ist es sicher richtig, auf den Mechanismus dahinter und nicht nur auf das vordergründige Ereignis zu schauen.
Ich bin gespannt, bei Ihnen weitere Ausführungen zum Thema zu lesen ....
ich muss zugeben, dass ich ein stück weit auch einzelkämpfer bin. oder geworden bin. weil ich bisher nie einen mann an der seite hatte, auf den ich mich wirklich rückhaltlos verlassen konnte. ich verlasse mich da doch lieber auf mich. mir kann ich vertrauen. aber ich habe die hoffnung noch nicht aufgegeben, dass mir vielleicht irgendwann einmal ein männliches wesen über den weg läuft, das bereit ist, kompromisse zu schliessen, das nicht vor jedem problem davonläuft, und auf das ich mich verlassen kann. ["das" hört sich seltsam an- fällt mir gerade auf]
Männer gelten ja insgesamt .... als "weniger verläßlich" - da wird es schwer, den "Richtigen", die Stecknadel, aus dem großen Haufen herauszusuchen ....
Mit steigender Zahl von Jahren als "Einzelkämpfer/-in" steigen natürlich auch die Anspüche - ein Teufelskreis, eine Aufwärtsspirale setzt sich ingang! Hier zu bremsen und seine Ansprüche "normal" zu halten ist eine besondere Herausforderung.
Ich wünsche Ihnen, daß es gelingt!
ob es "den richtigen" überhaupt gibt?? was ist schon richtig?!
das mit den ansprüchen kenne ich. allerdings nicht von mir. vielleicht bin ich dafür noch zu jung. aber ich glaube, wenn man mal viele jahre alleine war, wird man schon zum eigenbrödler (bsp: mein onkel ist 54 und war nie verheiratet (wollte und will es nicht), hatte aber immer irgendwelche freundinnen- er ist so ein schwieriger junggeselle mit ansprüchen).
ich meine, meine ansprüche sind "normal" . ich erwarte keinen supermann. alles was ich möchte ist ein intelligenter, warmherziger mann mit manieren, einen mit dem man pferde stehlen und spass haben kann (soweit das ganze in kurzform). ich will keinen mann, von dem ich finanziell abhängig bin, ich brauche keinen mann mit statussymbolen. ist das schon zuviel verlangt?
Das klingt .... alles ganz normal - und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich habe ähnliches von meiner Tochter gehört: "Gibt es denn überhaupt keine vernünftigen, normalen und sauberen(!) Männer mehr?"
Doch. Aber frau braucht viel Geduld ....
Nachsatz:
Manchmal ist es empfehlenswert, das "Suchmuster" zu wechseln. Also an Orten - und zu Gelegenheiten - suchen, die bisher nicht in Frage kamen ....
suchen- wenn ich suchen würde. das suchen habe ich mir abgewöhnt. ich glaube an das schicksal. irgendwann kommt der topf zum deckel. ob das nun im supermarkt passiert, beim gassigehen (übrigens eine tolle kontaktbörse- wenn man nicht wie ich alleine im wald herumstiefelt) oder sonstwo. es muss schliesslich nicht an den üblichen stellen zum kontakt kommen (disko, kneipe, konzert etc) ich gehe kaum mehr aus. im moment bin ich eher stubenhockerin. von der praxis in den wald und vom wald heim. und im moment bin ich zufrieden so. meine freunde beschweren sich schon, dass ich mich so rar mache. aber so ist es nunmal. "alles hat seine zeit".
Lese ich da zwei sehr unterschiedliche Standpunkte heraus?
Zum Einen:
So, wie es ist gefällt es mir nicht, mir fehlt ein Partner ....
- zum Anderen:
Ich bin ganz zufrieden mit dem wie es ist, ich komme auch alleine gut zurecht ....
Zwar "hat alles seine Zeit", aber sich zurückzuziehen und (alte) Freunde zu vernachlässigen scheint mir auch nicht gut zu sein, denn Freundschaften müssen - zumindest nach meiner Erfahrung - gepflegt werden, sonst zerdrieseln sie allmählich.
Sie tun etwas auf eine bestimmte Art - und ich will mich beileibe nicht als Berater aufspielen und Ratschläge "erteilen" - aber doch einige Fragen stellen:
Wie war das früher?
War es anders und wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Was hat den derzeitigen Rückzug ausgelöst?
Welche Aktivitäten von früher wurden eingestellt und durch neue ersetzt?
Was müßte passieren, damit Sie wieder Lust haben, unter Leute zu gehen?
Nein, Sie sollten sich nicht verpflichtet fühlen hier zu antworten. Ich denke es wäre aber gut sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen ....
ich habe keine probleme damit hier zu antworten. und ich setze mich tagtäglich mit mir auseinander. ich sehe es als bewusstseinsfördernd an.
es ist tatsächlich so: ich bin zufrieden alleine. ich gehöre zu denen, die kein problem haben alleine zu sein- sich alleine zu beschäftigen. ich geniesse das alleine daheim zu sein. andererseits fände ich es auch schön, einen partner an der seite zu haben- die bekannte schulter zum anlehnen.
zu meinen freunden: die kennen mich. sie wissen, dass ich mich von zeit zu zeit zurückziehe. auch wenn sie sich ab und an ein wenig beschweren. und die meisten sind sowieso in einer beziehung und haben wenig zeit. ich denke, freundschaften, die nur bestehen, wenn man sich ständig sieht, und auseinandergehen, wenn man sich nicht sieht, sind keine wirklichen freundschaften. meine "beste" freundin, die für mich wie eine schwester ist, sehe ich nur sehr selten. gut, wir telefonieren ab und zu, aber sehen vielleicht alle 6 wochen. und wir sind schon seit schulzeiten befreundet. ab und an kommt: "dich erreicht man auch nie, oder: wann kommst du endlich mal wieder vorbei?? " aber die trennung tut der freundschaft keinen abbruch. und so ist es mit den meisten meiner freunde.
zu ihren fragen:
früher: war ich schon so. ich war immer ein einzelgänger- mit vielen freunden (seltsamerweise suchen die menschen meine nähe). meine beziehungen zu männern: nun ja, ich gehe nicht mit jedem. angebote von männern bekomme ich genug. ich kann mich nicht beklagen. aber "der passende" war wohl nie dabei (obwohl ich es schon dachte).
der derzeitige rückzug. hat meiner ansicht nach nichts mit einer zerbrochenen beziehung zu tun. es ist einfach im moment so. ich brauche das in mich gehen. es hat eher etwas mit dem geistigen zu tun, mit meiner arbeit am selbst. schwer zum beschreiben. (ich meditiere viel, arbeite in einem heilerzirkel- viel geistiges eben). es ist eine umbruchphase.
aktivitäten von früher: altersentsprechend bin ich bis vor ein paar jahren noch viel aus gewesen- discos, bars etc.
ich habe das gefühl, dass ich das in dem sinne nicht mehr brauche. natürlich gehe ich noch ab und an weg. diskos nicht mehr, aber kneipen und bars, oder essen gehen. ich verbringe jetz mehr zeit in der natur. die schweizer berge sind nah, wir wohnen hier am rande des schwarzwaldes, die vogesen, die rheinebene etc. - was will ich mehr?! sport und natur.
es muss nichts passieren, dass ich wieder unter leute gehe. ich habe tagtäglich leute um mich herum. das bringt u.a. die praxis mit sich. da kann ich das tun, was ich am liebsten tue: forschen, beobachten, analysieren. menschen kennenlernen. den geist, die persönlichkeiten, die charaktere.
Sehr klare Vorstellungen .... zu sich und seinem Wollen zu haben ist eher selten geworden. Sie haben offensichtlich Abstand vom Getriebe der Zeit gewonnen und ruhen in sich - auch eine eher seltene Erscheinung. Ich kann mir gut vorstellen, daß es da ein "potentieller" Partner nicht leicht hat zu genügen - zumal die jüngeren Herren mit solchen Gedanken und Lebensvorstellungen wenig anzufangen wissen .... Fußball, Autos und - entschuldigen Sie den Ausdruck - Saufen scheinen häufiger von Interesse als Natur, Berge, Meditation.
Und ja, wenn Menschen zu Ihnen kommen haben Sie bestimmt ein "reiches" Leben ....
was sie da schreiben: "ein potentieller partner hat es nicht leicht zu genügen" habe ich in ähnlicher weise schon von anderen gehört. obwohl ich es nicht so sehe. ein partner muss mir doch nicht genügen,oder? er ist ein eigenständiges wesen. mit allen eigenschaften, die sein charakter und sein sein ausmachen. so bin auch ich eine eigenständige persönlichkeit.
ich glaube, dass viele männer noch nicht damit zurecht kommen, dass auch frauen nicht mehr nur das heimchen am herd sind. das sie ihre eigenen wünsche verwirklichen wollen, ihre eigenen gedanken haben, und diese auch durchzusetzen versuchen. und vielleicht spielt auch die intelligenz eine rolle.
männer mit den obengenannten interessen lerne ich eigentlich weniger kennen (gesetz der entsprechungen und der anziehung??)
ich habe da ein beispiel von meiner letzten beziehung. mein ex-freund ist sozialpädagoge- im fachbereich heilpädagogik (mit behinderten mitmenschen). er hatte einen sehr gut bezahlten job in der schweiz. als er krank wurde (herzprobleme) wurde ihm im krankenstand gekündigt. mittlerweile ist er hartz 4. unsere beziehung ist unter dem ganzen druck zusammengebrochen. aber nicht von meiner seite. er hat sich völlig abgekapselt. er konnte nicht verstehen, dass ich noch zu ihm halte. warum ich einen "versager" wie ihn lieben kann, könne er nicht verstehen, sagte er einmal (er hat das wort versager umschrieben- nicht deutlich ausgesprochen). ich frage mich, was hat geld und arbeit mit liebe zu tun?! warum davonlaufen? er war auch ohne arbeit und geld mein freund. was zählt sind doch die inneren werte?!
nun ja, ich muss ja nicht alles verstehen.