bookmark_border(II) GEFÄSSE

Die Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­men im Einzelnen: 

Gefäss­wei­te
Die arte­ri­el­len Gefä­ße der Men­schen glei­chen einem gro­ßen Rohr­sy­stem, das das Blut im Orga­nis­mus ver­teilt. Sie besit­zen in ihrer Wand Mus­keln aus glat­ter Mus­ku­la­tur die - anders als die Mus­keln des Ske­letts - nicht will­kür­lich zu bewe­gen sind. Je näher am Her­zen sich die­se arte­ri­el­len Gefä­ße befin­den, desto weni­ger Mus­keln haben sie - das wird beim Unter­punkt "Ela­sti­zi­tät" noch ein­mal wich­tig.
Über das Gehirm wer­den die Mus­keln in den Arte­trien eng oder weit ein­ge­stellt - oder eben auf einen Durch­mes­ser dazwi­schen, je nach Situa­ti­on und Not­wen­dig­keit der Ver­sor­gung mit Sau­er­stoff und Nähr­stof­fen.
Stellt man sich ein sol­ches Gefäß (= Ader) als Feu­er­wehr­schlauch vor, so wird deut­lich:
Je enger es ist desto höher ist der Druck, im Fall der Arte­ri­en also der Blut­druck. Erschlafft die Mus­ku­la­tur in den Blut­ge­fä­ßen, dann sinkt der Blut­druck immer wei­ter ab, weil durch ein grö­ße­res 'Rohr' die glei­che (Blut-) Men­ge fließt (= Drucksenkung).

Elastizität
Die Wand einer Arte­rie - und natür­lich auch der Venen - ent­hält ela­sti­sche Antei­le, bin­de­ge­web­i­ge Fasern, die sich deh­nen und zusam­men­zie­hen, je nach­dem wel­che Kräf­te auf sie wirken.
Als Faust­re­gel kann man sich merken:
Je näher am Her­zen, desto mehr ela­sti­sche Antei­le in der Gefäß­wand, je wei­ter vom Her­zen ent­fernt desto mehr mus­ku­lä­re Antei­le in der Gefäßwand.
Ein Unter­schied besteht zwi­schen Arte­ri­en und Venen:
Arte­ri­en haben höhe­re Mus­kel­an­tei­le, Venen höhe­re Antei­le von ela­sti­schen Fasern in ihrer Wand.


Ein Vergleich:
Zieht man ein Gum­mi­band aus­ein­an­der so hat es das Bestre­ben wie­der sei­ne alte Form anzu­neh­men - und es läßt sich nicht 'enger' machen als es sei­nem Durch­mes­ser entspricht.
Über­tra­gen auf die Blut­ge­fä­ße bedeu­tet das:
Wenn innen ein hoher Druck herrscht bewirkt die Ela­sti­zi­tät daß sich das Gefäß aus­dehnt und dabei gespannt wird - es hat stän­dig das Bestre­ben in sei­ne alte Form zurückzukehren.

 

Abbil­dung:
Gefäss-Para­me­ter

ZUSAMMENFASSUNG:

Betrach­tet man nun bei­de Vor­gän­ge, dann sieht man, wie Durch­mes­ser und ela­sti­sche Kraft der Gefäß­wand sich auswirken:

Wird die Mus­ku­la­tur kon­tra­hiert erhöht sich (bei glei­cher Blut­men­ge) der Druck, die­ser wird von den ela­sti­schen Antei­len dort 'auf­ge­fan­gen' wo weni­ger oder kei­ne Mus­keln mehr vor­han­den sind. Herz­nah wird der Druck den das Herz pro­du­ziert so von den ela­sti­schen Antei­len der Arte­ri­en­wand auf­ge­nom­men, herz­fern sor­gen die Mus­keln in der Arte­ri­en­wand für eine Auf­recht­erhal­tung des (Blut-) Druckes.
 

 

[© wvs (wird mit (III) => BLUT fort­ge­setzt!)] ....

 

 

bookmark_border(I) HERZ

Die Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­men im Einzelnen:

Fre­quenz
Jede Herz­ak­ti­on för­dert eine bestimm­te Men­ge Blut von den Vor­hö­fen in die Kam­mern und von da ent­we­der in den Kör­per oder in die Lun­ge. Die Füll­men­ge ist dabei von meh­re­ren Fak­to­ren abhän­gig:
Folgt eine Kon­trak­ti­on zu schnell auf die ande­re, so ist die Fül­lung unvoll­stän­dig - und dem­entspre­chend wird weni­ger Blut aus dem Her­zen gepumpt.
Ist dage­gen die Fol­ge von Kon­trak­tio­nen (= Fre­quenz) zu gering, so ist zwar der Fül­lungs­zu­stand opti­mal, aber wegen der redu­zier­ten Fre­quenz wird ins­ge­samt weni­ger Blut geför­dert.
Hier­aus ergibt sich, daß es ein Opti­mum (zwi­schen tota­ler und unvoll­stän­di­ger Fül­lung) gibt, bei dem die ein­flie­ßen­de Blut­men­ge mit einer mitt­le­ren Fre­quenz aus­ge­sto­ßen wird.

Schlag­kraft
Hier­un­ter wird die Kraft des Herz­mus­kels ver­stan­den mit der Blut aus den Kam­mern in Lun­ge und Kör­per gepumpt wird:
Das Herz schlägt - wie bekannt - uner­müd­lich und stellt so einen kon­ti­nu­ier­li­chen Blut­strom her. Genau­ge­nom­men sind es 'Blut­wel­len' die an- und abschwel­len, ver­gleich­bar mit der Bran­dung an der See.
Die Schlag­kraft hängt von der Eigen­ver­sor­gung des Her­zens mit Blut ab: Der Herz­mus­kel braucht Ener­gie um zu arbei­ten. Die­se Ver­sor­gung geschieht über die auf dem Her­zen auf­lie­gen­den Gefä­ße. Ein Ver­sor­gung des Mus­kels kann aber nur wäh­rend der Ent­span­nungs­pha­se erfol­gen, weil Blut zur Eigen­ver­sor­gung nur in den Mus­kel ein­flie­ßen kann wenn die­ser ent­spannt ist.
Hier schließt sich der Kreis:
Die Fre­quenz des Her­zens begrenzt des­sen Ener­gie­ver­sor­gung, ist sie zu hoch wird durch man­gel­haf­te Durch­blu­tung der Herz­wand zu wenig Ener­gie bereit­ge­stellt und der Mus­kel kann nur mit klei­ner Schlag­kraft arbei­ten - ist sie dage­gen zu gering wird die her­an­ge­tra­ge­ne Men­ge an Sau­er­stoff zu klein um eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung bereit­zu­stel­len und die Kon­trak­ti­ons­kraft des Mus­kels sinkt.
Auch hier gibt es also eine opti­ma­le Zone der Ver­sor­gung im Mittelbereich.

 

Abbil­dung: Herz-Parameter

ZUSAMMENFASSUNG:

Fre­quenz und Schlag­kraft wir­ken nicht nur auf die geför­der­te Blut­men­ge son­dern bedin­gen sich - wegen der not­wen­di­gen Eigen­ver­sor­gung des Her­zens - gegen­sei­tig. Zu hohe Fre­quenz führt zu gerin­ger Lei­stung, eben­so wirkt eine über­mä­ßi­ge Kon­trak­ti­on. Das ande­re Extrem ist eine zu gerin­ge Fre­quenz bei nied­ri­ger Schlag­kraft, dies führt eben­so zu einer man­gel­haf­ten Herz­lei­stung.
Der Blut­druck, den das Herz erzeugt, ist also dann 'opti­mal', wenn sowohl Fre­quenz als auch Kon­trak­ti­ons­kraft im mitt­le­ren Bereich lie­gen - zuviel und zuwe­nig führt zu sub­op­ti­ma­len Blutdruckwerten.

 

[© wvs (wird mit (II) => GEFÄSSE / (III) => BLUT fort­ge­setzt!)] ....

 

 

bookmark_borderRegulation des Blutdruckes
- ein einfaches Modell ....

Der Blut­druck wird mit drei Stell­grö­ßen regu­liert, die auch als "Blut­druck­be­stim­men­de Fak­to­ren" bezeich­net werden:


Herz - Gefä­sse - Blut


 

wobei Herz & Gefä­sse die rasch wir­ken­den Fak­to­ren sind, Blut hin­ge­gen ein ver­zö­gert wir­ken­der Fak­tor ist.

Als Unter­fak­to­ren wir­ken am Herzen die "Fre­quenz" und die "Schlag­kraft" - "Schlag­kraft" bedeu­tet die Kraft, mit der sich der Herz­mus­kel zusam­men­zieht: Das hat wie­der­um Ein­fluß auf die Sau­er­stoff- und Nähr­stoff­ver­sor­gung des Herzmuskels.

Die Unter­fak­to­ren bei den Gefä­ssen sind "Gefäß­wei­te" und "Ela­sti­zi­tät" (der Gefäßwand).

Beim Blut schließ­lich han­delt es sich um die Unter­fak­to­ren "Volu­men" und "Vis­ko­si­tät".

Als Schau­bild dar­ge­stellt sieht das fol­gen­der­ma­ßen aus

Die Regu­la­ti­on erfolgt dadurch, daß an den genann­ten Stell­grö­ßen durch das Ner­ven- und Hor­mon­sy­stem Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men wer­den, die gemein­sam bzw. gegen­ein­an­der an der Fein­re­gu­lie­rung des ein­zu­stel­len­den Blut­drucks betei­ligt sind.

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Die Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­men wer­den nach­ein­an­der bespro­chen. Es emp­fiehlt sich in der auf­ge­li­ste­ten Rei­hen­fol­ge zu lesen, weil die Bei­trä­ge auf­ein­an­der Bezug nehmen.

Herz: => DORT
Gefä­ße: => DORT
Blut: => DORT


Die Rege­lung des Blut­drucks im Ein­zel­nen wird dann nach­fol­gend in die­sen Arti­keln behandelt:

Teil I => DORT
Teil II => DORT
Teil III => DORT
Teil IV => DORT



Gesam­ter Text die­ser acht­tei­li­gen Aus­ar­bei­tung & aller Abbil­dun­gen Wolf­gang v.Sulecki; Abbil­dun­gen erstellt mit PageMaker.
In bewun­dern­dem und freund­li­chem Ange­den­ken an Dr. Peter Kristl, vor­mals Direk­tor der San­doz AG, Nürn­berg, Lei­ter der Abtei­lung Ausbildung.