Erwachsene Menschen ....

benut­zen manch­mal son­der­ba­re Kürzel/Stammeleien sobald sie in Web­logs schreiben: 

  • *gg*
  • *lach*
  • *freu*
  • *grins*
  • *NEID!*
  • *meow*
  • *mäh*
  • *grrr*
  • *tihi*
  • *muha­ha*
  • *-*
  • *zun­ger­aus­streck*

.... um nur eini­ge zu nennen!

Kommentare

  1. ja das tun sie, spra­che allein ist eben zu behä­big und ein­ge­schränkt um alles das -was zum bei­spiel- ich möch­te auszudrücken
    das klingt wie eine kri­tik ihrerseits?
    war­um dies?

    1. Ich möch­te nur .... ver­ste­hen war­um nicht Wor­te son­dern Kür­zel benutzt wer­den .... der Auf­wand, etwas "aus­zu­schrei­ben", also z.B. einen Neben­satz zu benut­zen, kann doch nicht zu groß sein ....

    2. ich bezweif­le daß es am auf­wand schei­tert, die wir­kung ist ein­fach ganz anders.
      und aus neu­gier, wie wür­dest du *mäp* in einen neben­satz verwandeln :)?

    3. Dass Spra­che zu behä­big sei, kann ich mir nicht vor­stel­len. Ich den­ke, dass so gut wie alles, was Men­schen umtreibt, sub­ti­ler, exak­ter und nicht zuletzt ästhe­ti­scher mit Wor­ten als durch die­se Kür­zel aus­ge­drückt wer­den kann. Ich glau­be auch nicht, dass die­se Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kür­zel dem Blog­medum an sich anhaf­ten, bei mir etwa sind der­lei "Stern­chen­blog­ger" nur sehr sel­ten unterwegs.

    4. Ihre Anmer­kung .... zeigt mir, daß es offen­sicht­lich eher eine Fra­ge der Per­sön­lich­keit der kom­men­tie­ren­den Per­son als eine Regel in Web­log-Bei­trä­gen ist. 
      Mög­li­cher­wei­se hat das etwas mit der Sprach­fer­tig­keit zu tun ....

    5. In der Tat kann es eine Fra­ge der Per­sön­lich­keit sein. Das Schaum­schla­gen mit Wor­ten soll ja beson­ders beliebt sein bei eher Halb­ge­bil­de­ten mit dem Drang, nach außen das Bild eines Men­schen von Welt zu ver­mit­teln. Ande­re wis­sen ein­fach, was sie wis­sen und sind sou­ve­rän genug im Umgang mit den Kür­zeln und Clow­ne­rien des Netzes.

    6. Kür­zel und codier­te Clow­ne­rien kön­nen einen Zweck erfül­len, wie ja bereits Moc­calover schrieb. Sie fül­len die Lücke feh­len­der Mimik. Sie wer­den benutzt, wenn wenig Zeit ist und das Medi­um es erlaubt, oder aber der Raum begrenzt ist und daher um der Gefahr eines Miss­ver­ständ­nis­ses wegen mit Emo­ti­cons die feh­len­den Wör­ter durch Zei­chen ersetzt wer­den. Jeder, der schon ein­mal län­ge­re Zeit eine Mai­ling­li­ste ver­folgt hat, kennt die­se rapi­den Emo­ti­ons­wel­len, die durch zu wenig Wor­te aus­ge­löst wer­den. Ich fin­de, dass sich wirk­lich selbst­be­wuss­te Pro­fis ruhig die­ser Instru­men­te bedie­nen sollten.

  2. das ist.. wenn dir (ja, ich weiß, sie­zen gehört sich, aber in dem fall muß ich eine aus­nah­me bean­tra­gen, ist jetzt auch gar nicht aufs per­so­nel­le bezo­gen) jemand ganz lie­be­voll aus naserl drückt und du sagst dann *mäp*
    es ist gluck­sig, hei­ter, lieb, kind­lich, freund­lich, augen­blitzig, nase­kraus­zie­hend, lächelnd, ver­ständ­nis­voll, woh­lig und warm und weich.
    schon beim gedan­ken dar­an bring­ts mich zum lächeln und kichern :)
    und jetzt -fröh­li­ches gute nacht der herr :)

    1. Aha, das wird .... schon kla­rer und ich sehe, mir fehlt der "Durch­blick", was die Bedeu­tun­gen angeht. Aller­dings haben Sie auch bewie­sen, daß es sich in Wor­ten, wenn auch in vie­len Wor­ten dar­stel­len läßt ....

      Ich - für mei­nen Teil - wer­de aber wohl bes­ser beim "Klar­text" blei­ben. Die Gefahr, etwas zu schrei­ben das ich nicht beab­sich­ti­ge, ist doch bei die­sen "Kür­zeln" zu groß ....
      ach ja: Dan­ke für die Erklärung!

  3. Jedes Medi­um hat sei­ne eige­ne Aus­drucks­form. Oft wer­den die­se Abkür­zun­gen und Sym­bo­li­ken dort ein­ge­setzt, wo man den Boden des streng Sach­li­chen ver­läßt. Ich fin­de, daß man gera­de mit sol­chen wort­ma­le­ri­schen Ein­wür­fen viel rüber­brin­gen kann, was in einem gan­zen Neben­satz nicht gelingt, bzw. fad wirkt.

    Den­ken Sie nur an Comics. Kein Mensch kri­ti­siert heu­te noch die wort­ma­le­ri­schen Ein­spreng­sel, die einen Gut­teil der Atmo­sphä­re rüber­brin­gen, die man sich zu dem jewei­li­gen Bild vor­stel­len soll.

    1. Was die .... beson­de­re "Spra­che" in Comics angeht sind wir sicher einig,

      da sich auf begrenz­tem Raum anders die "Bot­schaft" schwer ver­mit­teln läßt ....

      Bis­her habe ich aber Web­logs immer für "ernst­haf­ter" als Comics gehal­ten - es gibt da wohl gro­ße Unterschiede ....

    2. Das kommt ganz auf die Inten­ti­on des Web­logs an. Es gibt ern­ste, sach­li­che, pro­blem­wäl­ze­ri­sche, lusti­ge, fröh­li­che, iro­ni­sche, sar­ka­sti­sche, sati­ri­sche. Mein Web­log betrach­te ich zb. als nicht sehr ernst­haft. Und ich fin­de die Viel­falt gut. Auch die Viel­falt der Aus­drucks­mög­lich­kei­ten. Im Gegen­teil - ich fin­de es sogar sehr inter­es­sant, daß ein rela­tiv neu­es Medi­um wie das Inter­net ganz all­ge­mein ganz bestimm­te Aus­drucks­for­men her­vor­ge­bracht hat, die sich noch dazu sehr schnell durch­ge­setzt haben und von einem Groß­teil der Leser auch ver­stan­den werden.

    3. Paßt.

      Es kommt da übri­gens noch etwas dazu: Wenn ich mit jeman­dem spre­che und dabei sei­ne Gesichts­zü­ge beob­ach­te oder den Klang sei­ner Stim­me höre, dann kann ich dar­aus her­aus­le­sen, wie es gemeint ist. Das geht beim Schrei­ben natür­lich ver­lo­ren. Die­se neu­en "Wör­ter" erset­zen das und hel­fen somit, einen Text so zu ver­ste­hen, wie er gemeint ist.

      Bei­spiel:
      Wenn ich zu jeman­dem sage: "Du bist ein Dep­perl" und läch­le den­je­ni­gen dabei schel­misch an, dann weiß der­je­ni­ge, daß ich es neckisch mei­ne und nicht böse.
      Im geschrie­be­nen macht es einen Unter­schied, ob ich schreibe:
      - Du bist ein Dep­perl oder
      - Du bist ein Dep­perl *g*
      Schrie­be ich hingegen:
      - Du bist ein Dep­perl, aber mach dir kei­ne Sor­gen, ich mei­ne das in einem fre­chen und fröh­li­chen Sinn
      dann ist aus die­ser Aus­sa­ge der Witz her­rau­ssen, weil man so etwas in einem Gespräch ja auch nicht sagen würde. 
      Wie gesagt, der­ar­ti­ge Aus­drücke erset­zen Gestik, Mimik und Ton­fall - erklä­ren­de Neben­sät­ze wür­den da sper­rig wirken.

    4. Dann muß ich wohl .... in Kauf neh­men "sper­rig" zu wir­ken, denn mir fehlt der Zugang zu den Kür­zeln - und ehr­lich gesagt habe ich schon genug "Fremd­spra­chen" in mei­nem Leben gelernt.
      Dan­ke für Ihre Hin­wei­se und Erklä­run­gen. Zumin­dest ist mir das Gan­ze jetzt verständlicher ....

    5. Ich ver­ste­he nicht, wor­in bei "Du bist ein Dep­perl *g*" der Witz liegt, der durch "erklä­ren­de Neben­sät­ze" ver­lo­ren gehen könnte.

    6. Ich kann mir kei­ne Situa­ti­on vor­stel­len, in der ich die­sen Satz gebrau­chen wür­de, aber das heisst nicht, dass er nicht von ande­ren, weni­ger "beschränk­ten", ange­mes­sen ein­ge­setzt wer­den könnte.

    7. zu "Du bist ein Dep­perl *g*" Dies war ein klei­nes Bei­spiel, wie es unter Freun­den, die sich gut ver­ste­hen, vor­kom­men kann. Wenn mir ein Freund unter dem Mot­to "Was liebt sich, das neckt sich" eine fre­che Äuße­rung unter die Nase reibt und ich dar­auf mit dem ent­spre­chen­den Humor reagie­re, dann wer­de ich viel­leicht so etwas von mir geben.

      Ich glau­be, Ihr habt das sehr wohl ver­stan­den. Man muß nicht immer ernst und seri­ös durch's Leben lau­fen. Man kann auch fröh­lich, frech, lustig und humor­voll sein. Iro­nisch, sar­ka­stisch und selbst­iro­nisch. Dem­entspre­chend kann man sei­ne Web­logs auch humor­voll und von mir aus auch kin­disch gestal­ten. Na und? Leben und leben las­sen, lau­tet die Devise.

      Was das mit sozia­lem Umfeld und Ein­ge­schränkt­heit zu tun haben soll, ist mir schlei­er­haft. Mir sind jeden­falls Men­schen, die sich ein Min­dest­maß an Humor bewahrt haben, wesent­lich lie­ber als Men­schen, die mit säu­er­lich-seri­ös-humor­lo­ser Mie­ne durchs Leben ziehen.

      Fröh­lich­keit und die Fähig­keit, sich zb. eine kin­di­sche Art erhal­ten zu haben, hat jeden­falls nichts mit Bil­dung, sozia­lem Umfeld oder Intel­li­genz zu tun, son­dern mit einer bestimm­ten Lebenseinstellung.

      Und jetzt lacht's ein bis­serl, ihr werdet's sehen, daß euch das mal ganz gut tut zur Abwechslung.

    8. Das kann .... sicher jeder der Dis­ku­tan­ten/-innen ein­se­hen! Es ging ja auch nicht dar­um, Sie per­sön­lich irgend­wie anzu­grei­fen. Ich bin sicher, man hat ver­stan­den, wor­auf Sie hin­wei­sen: Man­che Bei­trä­ge sind mehr ern­ster, ande­re eher hei­te­rer Natur - und bei letz­te­ren bie­tet sich eine Auf­locke­rung durch * Stern­chen­kür­zel * an ....

    9. Ich bin sicher kein Ver­fech­ter der Humor­lo­sig­keit, ich mei­ne nur, dass es Unter­schie­de gibt, was jemand als wit­zig emp­fin­det und womit jemand wenig anfan­gen kann (bei Herrn WVS und mir funk­tio­niert zB der oben zitier­te Satz nicht so gut), dass es von ver­schie­de­nen Fak­to­ren abhängt, was jemand wit­zig findet.

    10. Zustim­mung. Bei mei­nem "Image" wür­de das ent­we­der als Anbie­de­rung oder schlecht ver­pack­te Iro­nie ankom­men - des­we­gen habe ich ja den einen und ein­zi­gen "Ver­such" gemacht ....

  4. das gan­ze kommt ja aus den Chat­rooms... ...(zu deutsch Schwatz-Salons o.ä.).

    Da geht es um die text­ba­sier­te Simu­la­ti­on eines Gesprä­ches unter Anwe­sen­den, und daher wird da auch so geschrie­ben, dass es den einen oder ande­ren den Recht­schrei­be­regeln sehr ver­bun­de­nen Men­schen grau­sen könn­te. Die For­men wer­den da dem Zweck unter­ge­ord­net; und ja, es ist mög­lich, dass es ab und an einem gelingt, durch aus­schliess­li­ches Publi­zie­ren in Chat­rooms zu ver­hin­dern, dass das Feh­len sei­ner Ortho­gra­phie­kennt­nis­se auffiele.

    Zum The­ma: Weil's in den Chat­rooms zackig gehen muss (und, wie der Herr Baron ganz zutref­fend aus­führt, weil man aufs Lesen in Mimik und Kör­per­spra­che des Gegen­übers ver­zich­ten muss), hat die Kul­tur­evo­lu­ti­on hier smi­leys bzw. Emoticons[z.B. :-) ] und ent­spre­chen­de Text-Kür­zel wie *lol* (laug­hing out loud­ly) her­vor­ge­bracht. Schnell schwapp­te die Mode auch in die Blogs her­über, denn deren Kom­men­tar­sei­ten ähneln bis­wei­len stark dem Chatroom.

    Eine Wei­ter­ent­wick­lung der Text-Ver­sio­nen von Emo­ti­cons sind nach mei­ner Ein­schät­zung Wen­dun­gen wie *ganz­be­drücktdrein­schau­eund­flach­at­me* (um es jetzt ein­mal auf die Spit­ze zu trei­ben). In Bil­der umge­bro­chen wäre sol­ches kaum mehr denk­bar, auf die­se Wei­se lässt sich aber in aller Kür­ze recht viel aus­drücken. Ich habe mich schon oft gefragt, war­um man denn *laut­pfei­fe* schreibt und nicht *ich pfei­fe laut*... Ganz abge­se­hen davon, dass die erste Form natür­lich durch ihre Kurio­si­tät die in Chats und Blogs häu­fig anzu­tref­fen­de Iro­nie mar­kiert, glau­be ich auch, dass es sich hier um eine Anleh­nung an den Stil han­delt, der in Comics zur Beschrei­bung von Bewe­gun­gen und Geräu­schen (Text ausser­halb von Sprech­bla­sen) ver­wen­det wird. Da steht dann z.B. "hol­per", "kawumm" oder "schmacht" (Letz­te­res am häu­fig­sten bei Mickey Mou­se in Anbe­tracht von Min­nie Mouse).

    Viel­leicht brin­gen Ihnen mei­ne Gedan­ken Erkenntnisse.

    1. Um die letz­te Anmer­kung .... zuerst zu beant­wor­ten: Ein JA!

      Anson­sten:
      Da ich Chats immer für Zeit­ver­schwen­dung gahal­ten habe - und mich durch Ihre Aus­füh­run­gen dar­in bestärkt sehe - sind mir all die­se Über­le­gun­gen und Schreib­wei­sen völ­lig fremd.

      Wie schon oben aus­ge­führt möch­te ich bei der eher "kon­ser­va­ti­ven" Schreib­wei­se blei­ben - auf die Gefahr hin von eini­gen hier als "alter Trot­tel" gese­hen zu wer­den. Die­se Rol­le ist mir lie­ber als "um jeden Preis dazu­ge­hö­ren" zu wollen.

      Man kann nicht erwar­ten, von ALLEN geliebt zu werden ....

      Na gut, einen Ver­such will ich wohl unternehmen:

      *ganz­liebdrein­schau­und­ver­zei­hungs­ag*

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