Nachtrag zu "Silberfische aus Staub"

Durch eine Such­an­fra­ge bei GOOGLE, die bei mir auf­lief, weil ich zuvor etwas über "Sil­ber­fi­sche" geschrie­ben hat­te, wur­de ich dar­auf auf­merk­sam, daß offen­sicht­lich auch heu­te noch sehr selt­sa­me Vor­stel­lun­gen dar­über bestehen, wie Lebe­we­sen entstehen.

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Das ist sicher nichts Neu­es, denn bis ins 18.Jahrhundert bestand kei­ne exak­te Vor­stel­lung dar­über, wie Leben ent­steht. Eine bun­te Palet­te von Ansät­zen exi­stier­te. Eine davon, näm­lich daß Scha­fe aus "Schafs­pflan­zen" ent­ste­hen, ist unten im Bild gezeigt.


Erst Lou­is Pasteur konn­te 1884 schlüs­sig nach­wei­sen, daß Mikro­or­ga­nis­men (Bak­te­ri­en) nicht aus unbe­leb­ter Mate­rie ent­ste­hen. Die ein­fa­che Ver­suchs­an­ord­nung ist unten im Bild zu sehen.



Der deut­sche Che­mi­ker Fried­rich Wöh­ler konn­te spä­ter (1928) nach­wei­sen, daß es mög­lich ist, ohne "Schöp­fungs­kraft" ["vis vita­lis"] orga­ni­sches Mate­ri­al in der Retor­te zu pro­du­zie­ren, indem er Harn­stoff [CO(NH2)2] aus Ammo­ni­um­iso­cya­nat her­stell­te. Sein Ver­dienst ist die damit ein­ge­lei­te­te Ära der "Orga­ni­schen Che­mie" - die heu­te im wesent­li­chen unse­re All­tags­be­dürf­nis­se deckt, man den­ke nur an Fleece, Poly­ester und ande­re Plastikprodukte ....

Kommentare

  1. Der Che­mi­ker Wöh­ler führ­te ein Expe­ri­ment durch, das schein­bar vor­aus­setz­ung­lo­se Mate­rie bewies. Aber wer hat den Che­mi­ker Wöh­ler geschaf­fen, der die­ses Werk schaff­te? Und wer hat den geschaf­fen, der ihn geschaf­fen hat? Und ... Nein, auch Sie kom­men aus die­sem Argu­men­ta­ti­ons­zir­kel nicht her­aus. Es bleibt die Fra­ge nach dem Anfang.

    1. "Am Anfang schuf Gott .... Him­mel und Erde" - war es das?
      Eine Sum­me von Zufäl­len - das wies der Nobel­preis­trä­ger Jaques Monod nach - kann in mensch­li­chem Sin­ne durch­aus als "ziel­ge­rich­tet" inter­pre­tiert werden.

      Ich nei­ge zu der Theo­rie, daß das Uni­ver­sum sich aus einem "Urknall" ent­wickelt hat. 
      Ja, ich weiß, dann fra­gen Sie: 
      "Und wer hat den Urknall geschaffen?"

      Wie die mei­sten Natur­wis­sen­schaft­ler ant­wor­te ich darauf:
      "Eine höhe­re Macht - von wel­cher Gestalt auch immer ...."

      Die Schwei­zer jeden­falls sind sich sicher, wenn die Fra­ge gestellt wird: "Und wer hat's erfun­den?" Ricola! ;-)

    2. Zitiert der Schwei­zer die patri­ar­cha­le Ver­si­on der Schöp­fung, so weist die Deut­sche auf die matri­ar­cha­le Deu­tung hin ... ;-)

      Bevor die Welt geschaf­fen wur­de, war ich da. 
      Ich, die hei­li­ge Weisheit.
      Ich bin ein­ge­setzt von Anfang her,
      von Ewig­keit zu Ewigkeit.
      Ich war da, bevor die Erde geschaf­fen wurde,
      da die Tie­fen noch nicht waren,
      da war ich schon geboren,
      da die Brun­nen noch nicht mit Was­ser quollen.
      Ehe denn die Ber­ge ein­ge­setzt waren,
      vor den Hügeln war ich geboren.
      Noch bevor der Him­mel feststand,
      bevor die Wol­ken zogen,
      bevor das Meer der Erde Gren­zen setzte,
      da war ich da, ich, die Mut­ter alles Lebendigen.
      Ich bin die Mut­ter des Gottes,
      er spiel­te auf dem Erd­bo­den vor mir.
      Mei­ne Lust ist bei den Menschenkindern.
      So erlau­schet sorg­sam mei­ne Stimme!
      Wohl denen, die in mei­nen Wegen wandeln!
      Alle, die mich fin­den, fin­den das Leben,
      die an mir vor­über­ge­hen, ver­let­zen ihre Seele.
      Alle, die mich has­sen, lie­ben den Tod.

      (Ger­da Wei­ler in: 
      Ich ver­wer­fe den Krieg in mei­nem Lan­de“, S. 395
      Sie­he zum Thema:
      http://www.estherkeller.ch/neuestestament/auferstehung/auferst.htm

    3. Müß­te ich jetzt .... behaup­ten, daß mich die matri­ar­cha­li­sche Deu­tung verblüfft?
      Nein, ich muß zuge­ben: Ich kann­te sie bis­her nicht!

      Eine Fra­ge:
      Ist es über­haupt von Bedeu­tung ob die­se "höhe­re Macht" weib­lich oder männ­lich ist? Mög­li­cher­wei­se ver­eint sie Beides .... ?

    4. Bekla­gens­wer­tes .... das in dem Arti­kel zum Aus­druck gebracht wird. Doch miß­fällt mir die Ver­all­ge­mei­ne­rung, die genau­so schlimm ist, genau­so unge­recht, wie sie der männ­li­chen Sei­te vor­ge­wor­fen wird ....
      Wenn es um "glei­che Rech­te" (Gleich­be­rech­ti­gung ist mir da zu kurz gegrif­fen!) geht, müs­sen dann nicht auch glei­che Vor­aus­set­zun­gen für Alle - unab­hän­gig vom Geschlecht - gelten?

    5. Struk­tu­rel­le Kri­tik des Bestehen­den ist eine Schluß­fol­ge­rung auf das All­ge­mei­ne hin, die sich aus der Ana­ly­se und Bewer­tung des Ein­zel­nen ergibt. Chan­cen­un­gleich­heit in einer patri­ar­cha­len Gesell­schaft trifft alle, unab­hän­gig vom Geschlecht. Wie also kön­nen wir die Ver­schie­den­heit, die Unter­schie­de akzep­tie­ren, und gleich­zei­tig eine gerech­te Ver­tei­lung von Chan­cen gewähr­lei­sten? Das ist die Auf­ga­be einer nach­pa­tri­ar­cha­len, frei­en Gesellschaft.

    6. Heißt das: "Wo geho­belt wird fal­len Späne!" 
      - nur etwas kom­pli­zier­ter ausgedrückt?
      Und weiter: 
      "Die Vor­ge­hens­wei­se wird sich ent­lang des Ände­rungs­pro­zes­ses herausbilden."?

      Wenn das so ist darf ich also schlußfolgern:
      Neue Unge­rech­tig­kei­ten sind denk­bar - wenn­gleich nicht beab­sich­tigt - und müs­sen, der guten Sache wegen - hin­ge­nom­men werden.

    7. Ich den­ke, man soll­te die Fra­ge nach dem Weg in eine freie nach­pa­tri­ar­cha­le Gesell­schaft so ver­ste­hen, wie die Frau­en von "Code Pink" das tun. Bei Goog­le ist ihre Sei­te ange­zeigt als:
      Code Pink: Women's Pre-emp­ti­ve Strike for Peace 

      Es sind die Zie­le von Frau­en, die sich zusam­men­schlos­sen unter "Women for Peace", wie man auf der Sei­te dann lesen kann, wenn man den Goog­le-Link verfolgt:
      http://www.codepink4peace.org/

      Es ver­hält sich also mit der Fried­fer­tig­keit der Frau­en genau­so wie mit der Fried­fer­tig­keit der NATO im Rah­men des soge­nann­ten "Pre-emp­ti­ve Strike" oder der Air-Land-Battle-Strategie ... ;-)

    8. "Pre-emp­ti­ve Strike" .... ist - mit Ver­laub - eine US- nicht NATO-Doktrin. 
      Noch ist die NATO nicht "aus­füh­ren­des Mili­tär" für dei USA!
      Und hof­fent­lich wird sie das nicht auch ....

      Ich stel­le - abschlie­ßend - fest, daß es "Fried­fer­tig­keit" also in ver­schie­de­ner Dimen­si­on gibt: "Der Zweck hei­ligt (also doch) die Mittel."

      Scha­de, ich hat­te ernst­haft geglaubt eine "gleich­be­rech­tig­te Gesell­schaft" wer­de auch eine "gerech­te Gesell­schaft" sein ....

    9. Die Nato ... hach ja ... Ich habe die­sen Seuf­zer des "NOCH" auch schon aus ver­schie­de­nen Quel­len entnommen.

      Die Uto­pie einer gleich­be­rech­tig­ten und fried­fer­ti­gen Gesell­schaft gilt es als Visi­on nicht aus dem Auge zu ver­lie­ren. Wie weh­ren wir uns aber in der Zwi­schen­zeit gegen die, die es anders wol­len? Wie fried­fer­tig und wie tole­rant sind wir gegen­über den Krie­gern und Into­le­ran­ten? Wie schüt­zen wir uns vor ihren per­ma­nen­ten Grenzverletzungen?

      Was schla­gen Sie denn vor, Herr WVS?

    10. Aus mei­ner Sicht .... kann es bei der NATO gern so blei­ben wie es ist. Das gefällt mir bes­ser, als eine nicht nur US-domi­nier­te son­dern gar "befeh­lig­te" Allianz.

      Zu der Fra­ge, was ich vorschlage:
      Wach­sam­keit, Gren­zen ein­hal­ten, nach Gleich­ge­sinn­ten suchen .... und selbst ein Bei­spiel sein!

    11. Ein­ver­stan­den! Den Sta­tus Quo schüt­zen und Gleich­ge­sinn­te suchen. Und dann? Vor­bild sein und Stei­ne ins Was­ser wer­fen, die Krei­se ziehen?

    12. .... und - wie bereits erwähnt - selbst ein Bei­spiel sein! 
      [= Immer, wenn es dar­auf ankommt; 
      = Immer, wenn sich die Gele­gen­heit bietet; 
      = Immer, wenn man Irrun­gen ande­rer kor­ri­gie­ren kann; 
      = Immer, wenn Aus­sicht auf Ver­ständ­nis, auf Ände­rung besteht .... 
      = immer, etc.]

      PS:
      Eine "Gren­ze" sehe ich da, wo man durch eige­nes Ver­hal­ten & unab­läs­si­ge Wie­der­ho­lun­gen eher lang­weilt oder abstößt als über­zeugt .... anders gesagt: Man muß den rech­ten Zeit­punkt abwar­ten, damit die Krei­se auch zu erken­nen sind, die ein Stein erzeugt. Bei schwe­rer See wird das wohl kaum frucht­bar sein ....

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