Am Beispiel lernen ....
*update* [22:30 Uhr]

"Flat­ten The Cur­ve!"¹ oder "Die Kur­ve abfla­chen!" wird zum meist­ge­brauch­ten Satz des Jah­res 2020 wer­den und in die Geschich­te der Mensch­heit als eine der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ein­ge­hen. Gro­ße Tei­le der Welt­be­völ­ke­rung sind gera­de dabei die Expo­nen­ti­al­kur­ve ken­nen­zu­ler­nen. Was noch vor weni­gen Mona­ten für Vie­le völ­lig unwich­tig war, was für noch mehr Leu­te unver­ständ­lich und daher neben­säch­lich und zu ver­nach­läs­si­gen war, ist heu­te weit ver­brei­tet, und die Bedeu­tung ist immer mehr Men­schen klar:

Wir sind auf die­sem Pla­ne­ten eine - trotz wesent­li­chen Fort­schritts in vie­len Berei­chen der Lebens­füh­rung - ver­wund­ba­re Art, die von so etwas win­zi­gem wie einem Virus in ernst­haf­te Bedräng­nis gebracht wer­den kann.

.
Von da ist es - hof­fent­lich! - nicht weit zu einer wei­te­ren Erkenntnis:

Was für die Ster­be­ra­te bei CORONA gilt ist genau­so für die Ster­be­ra­te der Umwelt➇ gül­tig! Zudem ist es die glei­che Kur­ve, die wegen der end­lo­sen Umwelt­be­la­stung ins Ver­der­ben führt. Wer spricht aller­dings ange­sichts der Pan­de­mie noch von "Fri­days for Future"? Dabei wäre es doch drin­gen­der denn je das zu tun.

Wenn wir uns die Kur­ven für

1. Ver­lust der Biodiversität➃,
2. Umwelt­zer­stö­rung / Kli­ma­wan­del➂➇ und
3. Corona-Pandemie 

anse­hen stel­len wir eine ver­blüf­fen­de Über­ein­stim­mung fest. Wie die Zahl der Ster­be­fäl­le bei CORONA expo­nen­ti­ell wächst wenn nichts/zu wenig dage­gen getan wird (Bei­spiel USA), gehen der­zeit vie­le Arten unter. Die Inten­si­tät des Arten­ster­ben­s➁ hat sich dem auf­stei­gen­den Ast der Expo­nen­ti­al­kur­ve genä­hert. Waren es in der Zeit vor 1900 nur weni­ge Arten➅ die aus­ge­stor­ben sind, so sind es im letz­ten Jahr­hun­dert (1900−1999) schon meh­re­re Hun­der­t➄ und allein in den ersten zehn Jah­ren die­ses Jahr­hun­dert­s➀➂➆ schon wie­der fast 200 Arten gewesen. 

Man kann leicht erken­nen, wohin das führt. Wenn man es sehen will. Dar­an genau habe ich Zwei­fel. Des­we­gen hal­te ich die Dar­stel­lung der Ana­lo­gie zu CORONA für eine Mög­lich­keit die Dring­lich­keit der Scho­nung der Umwelt und in Sachen Umwelt­schutz zu ver­knüp­fen, um so mög­li­cher­wei­se doch noch mehr Auf­merk­sam­keit zu erreichen. 

Abbil­dung 1. [Bild-Quel­le WIKIPEDIA]:

Wie deut­lich zu erken­nen ist bewegt sich die Kur­ve [rot] anfangs nur sehr lang­sam nach oben - dann aller­dings, in der letz­ten Pha­se geht es steil nach oben .... und dann ist es zu spät noch das Ruder herumzureißen!

Abbil­dung 2. (Kur­ve im Hintergrund)

Abbil­dung 3.
[blau= Fall­zah­len USA; rot= Fall­zah­len BRD.]

* edit *
¹ Ganz aktu­ell zur Ent­wick­lung in USA:
" .. Die Johns-Hop­kins-Uni­ver­si­ty ver­zeich­ne­te 2751 Tote zwi­schen Mon­tag­abend und Diens­tag­abend. Die Todes­ra­te ist damit wie­der gestie­gen: Zuletzt hat­ten die Zah­len unter der Mar­ke von 2000 gelegen .. "

* 2. edit *
So kann man mit einer Infek­ti­on umge­hen - Vor­aus­set­zung ist aller­dings die Fer­tig­keit das zeich­ne­risch umzu­set­zen - und die Infek­ti­on zu überleben ...!


➀ → 160 bekann­te Arten sind im letz­ten Jahr­zehnt ausgestorben
➁ → Aus­ge­stor­be­ne Tie­re der Neuzeit
➂ → Das Ver­schwin­den der Arten ist die Kri­se des Jahrhunderts
➃ → Bio­di­ver­si­tät: Die Viel­falt des Lebens
➄ → Das sech­ste Aus­ster­ben: Die Viel­falt des Lebens geht verloren
➅ → Liste der neu­zeit­lich aus­ge­stor­be­nen Säugetiere
➆ → More than 31,000 spe­ci­es are threa­tened with extinc­tion; That is 27% of all asses­sed species.
➇ → Fol­gen des Kli­ma­wan­dels | Kli­ma­po­li­tik - Euro­pean Commission

Sie­he hier­zu auch → Halb voll, ganz voll ....

Kommentare

  1. Eine Kur­ve ging in ver­gleich­ba­rem Zeit­raum auch noch nach oben: Die der Weltbevölkerung.

    Wie ich das stets zu sagen pfle­ge: Wo Men­schen woh­nen, woh­nen kei­ne ande­ren Tie­re mehr... (aus­ge­nom­men die Haus­tie­re des Men­schen und Schäd­lin­ge, wenn die Hygie­ne im Haus nicht stimmt)

    1. Ich habe ein inter­es­san­tes Inter­view gese­hen, dass ich nicht mehr fin­de. Ein Kli­ma­for­scher oder Meteo­ro­lo­ge hat Bil­der gezeigt, die man nicht als gefälscht bezeich­nen kann. Es sind Bil­der, die es seit Jah­ren bereits gibt, weil die Mes­sun­gen welt­weit pas­sie­ren und archi­viert sind. Es geht um die NOx.Konzentration in der Luft. (NO, NO2, etc)
      Er hat Bil­der gezeigt vor dem "Lock Down" und nach dem Lock Dock. Man sieht, wie auf­grund des ein­ge­schränk­ten Ver­kehrs und der nie­der­ge­fah­re­nen Indu­strie die roten Häu­fungs­punk­ten hel­ler wer­den und fast ver­schwin­den. Der Clou an der Sache. Die­se Zen­tren der Häu­fungs­punk­te sind nahe­zu deckungs­gleich mit den stärk­sten Coro­na-Virus Zuwachs­ra­ten. Chi­na / Wuhan, Lom­bar­dei, Nord­frank­reich, etc, etc. (Betrifft Sterberaten)
      Das ist natür­li­cher nur sta­ti­sti­scher Zufall!!! Die Luft­ver­schmut­zung hat über­haupt nichts damit zu tun. Schließ­lich ist der Virus ja nicht mit Meß­in­stru­men­ten aus­ge­stat­tet, die ihm sagen: genau hier ver­brei­te ich mich jetzt beson­ders gern.

      1. Gehört habe ich davon, dass man die­se Fest­stel­lung, mehr oder weni­ger bei­läu­fig, machte.
        Wie der Zusam­men­hang dazu zu lesen ist, war dabei aller­dings noch offen.

        Was ihnen sonst auch noch auf­fiel: Gegen­den mit merk­li­cher Luft­ver­schmut­zung, dort konn­te man aus der Luft glatt mal den Boden sehen. (Bzw. dadurch ist ihnen in man­chen Gegen­den der Grad der Luft­ver­schmut­zung auf­ge­fal­len, weil durch den all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und den Pend­ler-Shut­down plötz­lich weit weni­ger Abga­se in der Luft lie­gen als sonst. Der Unter­schied war wohl so stark, dass man in man­chen Gegen­den aus der Luft mal wie­der den Boden sehen konn­te, was wohl schon lang nicht mehr der Fall war.)

      2. @ HKH / @ matrixmann

        Es ist durch­aus bekannt, dass bestimm­te Umwelt­be­din­gun­gen beein­träch­ti­gend auf das Immun­sy­stem wirken:

        Als ich - noch zu Stu­di­en­zei­ten und immer auf der Suche nach einer Ein­kom­mens­mög­lich­keit - in Han­no­ver wohn­te (Anfang der 70er Jah­re), wur­de dort eine Stu­die auf­ge­legt. Es gab an einer gro­ßen Aus­fall­stra­sse zur Auto­bahn ein Wohn­vier­tel, das beson­ders stark unter Ver­kehrs­lärm litt, weil dort die Durch­fahrts­stra­ße nur abge­senkt war, und so ein Lärm­trich­ter ent­stand, der den Schall ver­stärk­te anstatt ihn zu vermindern.

        Die­ser Zustand hat­te zu ver­mehr­ten Krank­heits­fäl­len geführt und nun wur­de unter­sucht wel­che Lärm­ver­än­de­run­gen im Tages­pro­fil vor­han­den waren und wie sich das im Ver­lauf der Tage änderte.

        Der gefun­de­ne Zusam­men­hang deu­te­te dann dar­auf hin, dass es eine Kor­re­la­ti­on zwi­schen Ver­kehrs­auf­kom­men, Abga­sen, Lärm und Krank­heits­fäl­len gab. Abhil­fe war eine kom­plet­te Neu­ge­stal­tung die­ser Gegend - wobei die Abgas­si­tua­ti­on aller­dings nicht befrie­di­gend gelöst wur­de, bis heu­te nicht.

    2. @ matrix­mann

      Dan­ke, das war eine wesent­li­che Ergän­zung - ich habe das völ­lig über­se­hen. Manch­mal ist man so auf eine The­ma fokus­siert, dass nicht alle nöti­gen Aspek­te bedacht werden.

      Wenn aller­dings die Ent­wick­lung so wei­ter geht, wer­den wir in der Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung bestimmt eine *Del­le* haben ....

        1. Weil 1. die Zahl der Gebur­ten fal­len wird und weil 2. die Zahl der Ver­stor­be­nen anstei­gen wird - bei­des redu­ziert die Gesamt­zahl der Erd­be­woh­ner und die Kur­ve bekommt eine nega­ti­ve Tendenz

Schreibe einen Kommentar