Anspruch . . . .

Es gibt Din­ge in unser aller Leben, die erschei­nen völ­lig *nor­mal*.
 
Man erkennt nicht, dass sie irgend­wie wich­tig sein könn­ten.
 
Sie begeg­nen uns Tag für Tag ohne auf­fäl­lig zu sein.
 
Es ist so als ob ein dun­kel geklei­de­ter Mensch vor einer dunk­len Häu­ser­wand steht ....
 
Wenn er sich nicht bewegt fällt nie­man­dem auf, dass er da ist.
 

Vie­le Men­schen wun­dern sich dar­über, dass die Zahl der Ein­woh­ner unse­res Lan­des, die den Schar­la­ta­nen, den Rat­ten­fän­gern, den Ver­füh­rern von Rechts auf den Leim gehen, lang­sam aber ste­tig wächst. Dass so die Gefahr dro­hen­der wird die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in einen auto­ri­tä­ren rechts-dik­ta­to­ri­schen Staat zu verwandeln.
Trotz immer mah­nen­de­ren Hin­wei­sen auf eine sol­che Ver­schie­bung des Spek­trums, trotz der abrut­schen­den Staats­we­sen wie Polen oder Ungarn in unse­rer Nach­bar­schaft, trotz des schlim­men Bei­spiels in den USA, das den Beweis erbracht hat, dass es nie­mals ein end­gül­ti­ges "NIE!" gibt.
 

Wie kann es sein, dass in einem Zeit­al­ter, in dem so viel Infor­ma­ti­on wie nie zuvor zur Ver­fü­gung steht, so weni­ge Men­schen davon Gebrauch machen sich umfas­send und aus­ge­wo­gen die­se Mög­lich­kei­ten zu bedie­nen? Es wer­den Aber­mil­lio­nen tweets, face­book-Ein­trä­ge und Bil­der­ge­schich­ten in den jewei­li­gen Platt­for­men ver­öf­fent­licht und doch - oder gera­de dadurch? - hat sich das poli­ti­sche Bewusst­sein in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eher ver­schlech­tert als ver­bes­sert.
 

Der Grund für den Man­gel ist so offen­sicht­lich,
dass man dar­über hin­weg­sieht:
 
Falsch­in­for­ma­tio­nen, Lügen­ge­schich­ten,
und bewuss­te Irre­füh­rung sind *gra­tis*!
 

Ernst­haf­te Berich­te, Erläu­te­run­gen zu Not­wen­dig­kei­ten des Staats­ge­sche­hens und der Grün­de für man­che der als über­zo­gen ein­ge­stuf­ten Ent­schei­dun­gen sind kurz gefasst erhält­lich, aber für die Mas­sen nicht ver­ständ­lich, es fehlt der 'Unter­bau', die Erklä­rung der Zusam­men­hän­ge - sol­che Infor­ma­tio­nen erhal­ten und kon­su­mie­ren daher nur die, die sie nicht so drin­gend brau­chen. Men­schen, die Zugang zu Medi­en haben, die hin­ter einer *pay­wall* lie­gen. Men­schen, die gewohnt sind sich selbst 'einen Reim auf das Gesche­hen' zu machen, weil es zu ihrer höhe­ren Aus­bil­dung gehör­te.
 


Über­le­gen Sie ein­mal:
 
Die Wer­be­sen­der sind gra­tis, ernst­haf­tes TV kostet Geld, Geld, das die Ärme­ren im Lan­de schmerz­lich ver­mis­sen, und daher sind sie den 'Staats­me­di­en' nicht grün, glau­ben gern die Paro­len der rech­ten Scharf­ma­cher, dort wür­den sie sowie­so nur belo­gen und betro­gen .... und dann lesen sie meh­re­re face­book posts die es so ähn­lich aus­drücken- und ihr Welt­bild wird mehr und mehr gefe­stigt. Bis sie schließ­lich nichts ande­res mehr an sich her­an las­sen als extre­me rech­te Bericht­erstat­tung, die oft den Namen nicht ver­dient, weil sie Stim­mungs­ma­che betreibt, nicht Infor­ma­ti­on bie­tet.
 

 

Jede Art von finan­zi­el­ler Beschrän­kung im Bereich der Infor­ma­ti­on nützt den rech­ten Kräf­ten im Lan­de. In ihren kosten­lo­sen 'Medi­en' wer­den rasch zu ler­nen­de Stich­wor­te ver­teilt, immer wie­der­holt und schließ­lich vom Publi­kum selbst ver­tre­ten.
 

Ein gewich­ti­ger Grund, war­um durch die Gier der Pri­vat­sen­der und Ver­la­ge - mit­tels Ver­brei­tung von Halb­wahr­hei­ten, die als "Nach­rich­ten" aus­ge­ge­ben wer­den - der Unter­gang der Demo­kra­tie beschleu­nigt wird.
 


 

Kommentare

  1. Einen grund­le­gen­den Fak­tor wür­de ich hier mal auf den Tisch legen: Heut­zu­ta­ge betei­li­gen sich an und kon­su­mie­ren auch die Stroh­dum­men Inhal­te aus dem Internet.
    Das war im Prin­zip vor den Smart­pho­nes und bis etwa, als die noch neu, exo­tisch und vor allen Din­gen TEUER waren, nicht so immens der Fall.
    Selbst das Dumm­drei­ste­ste war noch ein Stück intel­li­gen­ter auf­ge­zo­gen als die Stan­dard-Het­ze aus den aktu­el­len Tagen.

    Eine ande­re Sache, die mir aus der Beob­ach­tung ein­fällt: Wenn ich zurück­schaue wie z. B. You­Tube noch vor 10+ Jah­ren aus­sah, dass im Schnitt wenig pro­fes­sio­nell pro­du­zier­ter Kon­tent dar­auf ver­öf­fent­licht war, und die Platt­form im wesent­li­chen von den klei­nen Wald- und Wie­sen-You­Tubern getra­gen wur­de, die regel­recht neben­an woh­nen konn­ten und kaum vor­ga­ben, eine intel­li­gen­te­re Pell­kar­tof­fel zu sein als man selbst.
    Heut­zu­ta­ge zieht jeder Kanal­be­trei­ber die­sen recht pro­fes­sio­nell auf, sodass selbst der gröb­ste Schwach­sinn den Anschein von Seriö­si­tät erlangt - Men­schen, die ein wenig gebil­de­ter sind, oder sich in einem bestimm­ten Fach­be­reich näher aus­ken­nen, und daher bestimm­te Inhal­te wesent­lich bes­ser ein­schät­zen kön­nen ob ihres Wahr­heits­ge­hal­tes, sind in der Lage, Unsinn zu durch­schau­en und z. B. Vide­os über Ufo-Sich­tun­gen und Rep­ti­lo­iden als den abso­lu­ten Non­sens abzu­tun, der er ist.
    Aller­dings, die gan­zen Holz­köp­fe und Leu­te, die sich für schlau hal­ten, es aber nicht sind, die glau­ben Inhalt von etwa die­sem Grad an Gaga-Sein. Die dar­ge­leg­ten Argu­men­ta­ti­ons­ket­ten sind schließ­lich sehr pro­fes­sio­nell auf­ge­zo­gen und dar­ge­stellt, wir­ken nicht, als wenn sie irgend­wel­che Lücken haben.
    Die­sen Trend zur Pro­fes­sio­na­li­sie­rung stell­te ich näm­lich mit den Jah­ren dar­über fest, was einem in die Video­vor­schlä­ge gedrückt wird und wie die­se Inhal­te mit der Zeit aus­se­hen oder auch nur heißen.
    Da ist immer mehr Zeug dabei, wel­ches sich, auf den ersten Blick, sehr pro­fes­sio­nell und wirk­sam in einem Medi­um insze­niert kriegt, aber inhalt­lich der rein­ste "Stuss" ist.

    Wenn so der gro­ße Teil des Inter­nets aus­sieht, was von den mei­sten Men­schen kon­su­miert wird, na dann, gute Nacht fürs Denken...
    Kein Wun­der, dass dabei jetzt das her­aus­kommt, was an allen Ecken beklagt wird.

    Ein­zig guter Punkt bei die­ser Pro­fes­sio­na­li­sie­rung ist, dass nun zuneh­mend Musik­la­bels Lizen­zen an You­Tube ver­ge­ben, sodass mehr sol­cher Inhal­te dort ver­füg­bar sind und nicht stän­dig die Kanä­le von Musik-Uploa­dern regel­mä­ßig ver­schwin­den, weil sich jemand über irgend­wel­che Kopier­rechts­ver­let­zun­gen beschwert hat, aber die Labels selbst nicht dafür sor­gen, dass man sich ihre Musik irgend­wie legal anhö­ren kann ohne gleich was kau­fen zu müssen.

    Bezüg­lich man­cher The­men - gera­de im Psy­cho­lo­gie­be­reich, auch was Erfah­run­gen von Betrof­fe­nen angeht - ist die­se Pro­fes­sio­na­li­sie­rung auch etwas hilfreich.
    Aller­dings hier gilt, was ich oben schon erwähnt habe, man muss das, was man geschil­dert bekommt, rich­tig ein­zu­ord­nen wissen.
    Und im Ernst­fall, wenn man nach etwas ganz bestimm­tem sucht, Infor­ma­tio­nen oder Berich­te dazu, fin­de ich, dann wird es doch wie­der sehr spär­lich, weil ein gewis­ses all­ge­mei­nes Spek­trum - auch bei tie­fe­rem Fach­wis­sen - zwar abge­deckt wird (das, was die Lehr­bü­cher dazu her­ge­ben), aber kein Wort über Rand­er­schei­nun­gen oder sehr indi­vi­du­el­le Aus­prä­gun­gen von bestimm­ten Stö­rungs­bil­dern zu fin­den ist.
    Da sagt mein Ver­stand regel­mä­ßig so etwas wie "Was nützt mir der Stan­dard, wenn ich ver­su­che, eine Dyna­mik zu ver­ste­hen?". Um eine Dyna­mik zu ver­ste­hen braucht man expli­zi­te Bei­spie­le, damit man eine Vor­stel­lung von einer Dimen­si­on ent­wickeln kann.

    1. Ja, da hat sich durch die tech­no­lo­gi­schen Schrit­te der Ver­ein­fa­chung des Zugangs so man­ches geän­dert. Waren zu Anfang noch Rei­hen von Befeh­len nötig, die ein­ge­tippt wer­den muss­ten um die Ant­wort der Maschi­ne über­haupt zu bekom­men, so wur­de es immer ein­fa­cher und heu­te braucht man von dem was im Hin­ter­grund abläuft über­haupt nichts mehr zu wis­sen - trotz­dem kann man jeden Schrott los­wer­den. Ich wün­sche mir manch­mal, es wäre noch nötig Ein­zel­be­feh­le zu benut­zen, dann wären 99% von all dem Unrat weg ....

      Auch ihre Ana­ly­se der gestei­ger­ten hand­werk­li­chen Sei­te von Vlogs bei gleich­zei­tig sin­ken­dem Qua­li­täts­ge­halt des behan­del­ten Stof­fes ist mir so begeg­net - da ist das Equip­ment teu­er, die Per­son jedoch die damit in Sze­ne gesetzt wird erreicht immer häu­fi­ger nicht ein­mal Klippschulniveau.

      Wenn Sie aber nach ver­tief­tem Wis­sen um bestimm­te Stö­run­gen gesund­heit­li­cher Natur suchen wer­den Sie ver­geb­lich suchen - da müs­sen Sie in Gesprä­che mit Fach­wis­sen­schaft­lern kom­men - und die haben meist neben ihrer Arbeit mit Pati­en­ten und Erle­di­gung der wach­sen­den Büro­kra­tie kei­ne Zeit das im Inter­net zu tun. Ein­zig der Start eines eige­nen Forums sähe ich da als Mög­lich­keit das anzustoßen.

      1. Es müss­te noch nicht ein­mal auf die­ses tech­nisch sehr kom­pli­zier­te Niveau heruntergehen.
        Aber wenig­stens etwas kom­pli­zier­ter als nur ein Gerät ein­zu­schal­ten und "in die Tasten zu hau­en" und hier und da eine Schalt­flä­che bloß anzuklicken.
        Mei­ne Inter­net-Expe­ri­ence (wenn man es so nen­nen will) ist noch sehr durch Foren geprägt, wo man immer etwas Tech­nik mit­ler­nen muss­te (und wenn es auch nur um ein­fa­che For­ma­tie­rung von Text ging), auch mit dem Forum Tech­nik lern­te, und somit das neben­her immer den klei­nen Anspruch von Selbst­ge­stal­tung hat­te (auf der ande­ren Sei­te auch die­se Frei­heit ließ).
        Das ist bei sol­chen Fer­tig­pro­duk­ten wie What's-App oder den moder­nen Social Media nicht mehr der Fall. (Ver­glei­che man das gegen­über dem sehr ein­fach gestrick­ten IRC oder sol­chen Platt­for­men, wo ich mei­ne Zel­te auf­ge­stellt habe - wo zwar die Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten auch inner­halb einer leicht nutz­ba­ren Ober­flä­che gehal­ten sind für alle Nicht-sehr-Tech­nik-affi­nen, dar­un­ter kann man aber inner­halb die­ses Bau­ka­sten­sy­stems trotz­dem immer noch sein Html benut­zen, um das gan­ze etwas indi­vi­du­el­ler zu gestal­ten, wenn man das so will.)
        Da kann sofort dar­auf los­ge­quas­selt wer­den, auch wenn man nichts zu sagen hat.

        Um es ein wenig vor­sich­tig zu for­mu­lie­ren: Ein klein wenig fehlt einem der klei­ne Wald- und Wie­sen-You­Tuber heut­zu­ta­ge inzwi­schen. Weil es bei die­sen Leu­ten im Wesent­li­chen nicht um Pro­fit ging, son­dern sie ein­fach das in die Umlauf­bahn gepu­stet haben, was ihnen auf dem Her­zen lag (auch repo­stet und geli­ket haben, was ihnen per­sön­lich gefiel). Auch war bei­lei­be nicht jeder Gamer so aus­ge­rü­stet, als wenn er mehr als nur ein klei­nes Hob­by in sei­ner Frei­zeit macht.
        Das fehlt einem inzwi­schen mäch­tig in die­ser gan­zen Mas­se, wo fak­tisch jeder ver­sucht, um Auf­merk­sam­keit zu buhlen.
        Und, was das poli­ti­sche betrifft: Soweit ich auf Erfah­rung zurück­blicken kann - in den weni­ger kom­mer­zi­el­len Zei­ten von You­Tube haben die Leu­te nicht über jeden klei­nen Scheiß dis­ku­tiert und einen Wir­bel pro­du­ziert, als wenn es gleich immer um den Welt­frie­den ging.
        Wenn sie das gemacht haben, dann ging es um eine wirk­lich wich­ti­ge Sache. Z. B. bewuss­te Zen­sur, Ver­schwin­den von Inhal­ten, bei denen offen­sicht­lich war, war­um die ver­schwan­den (und nicht so wie jetzt, dass man bei man­chen Bei­trä­gen sogar zustim­men muss oder sich ob des Gere­des wun­dert, weil man den Inhalt doch fin­den kann).

        Es sind in dem Sek­tor bei mir eher spon­ta­ne Suchen - sozu­sa­gen "wenn mich mal der Hafer sticht". Wenn mir ein kon­kre­ter Gedan­ke mal ein­fällt und das der erste Ort ist, an dem ich anfan­ge, nach Infor­ma­tio­nen zu suchen.
        Es ist sehr teils teils - man fin­det inzwi­schen auch rei­ne Fach­bei­trä­ge, die tat­säch­lich von pro­fes­sio­nel­len aus dem Sek­tor der Psy­cho­lo­gie gemacht sind; man fin­det natür­lich auch die pri­va­ten Berich­te von Betrof­fe­nen einer Sache.
        Wenn man ein gewis­ses Maß an Vor­bil­dung auf der Sach­ebe­ne hat, hat man einen inne­ren Leit­fa­den wie bei­des jeweils ein­zu­schät­zen ist, was man auf die Gold­waa­ge legen soll­te und was nicht.
        Ich den­ke... was nur schwe­rer dazwi­schen zu fin­den ist, sind die Bei­trä­ge, die schon von einem rela­tiv vor­ge­bil­de­ten Zuschau­er aus­ge­hen und daher sich mit Details her­um­schla­gen, die die­ser erst ein­zu­ord­nen weiß.
        Ich kom­me mir öfter vor wie - es sind vie­le Inhal­te für Leu­te gemacht, die kom­plet­te Analpha­be­ten in der The­men­ru­brik sind und erst mal die Grund­prin­zi­pi­en ver­mit­telt krie­gen müssen.
        Ver­ste­hen sie wie ich das meine?

        1. Ja, ich den­ke schon.
          Es kommt mir so vor, als ob vie­le Bei­trä­ge erst ein­mal bei "Adam & Eva" anfan­gen um das wer­te Publi­kum 'abzu­ho­len', wie es so schön ver­brä­mend für des­sen Unwis­sen­heit heißt! Vie­le mei­ner Arti­kel zu betrü­ge­ri­schen Machen­schaf­ten mit unwirk­sa­men *Heil­mit­teln*, die nur den Her­stel­ler nüt­zen, indem sie ihnen viel Geld für wert­lo­ses Pflan­zen­ge­häck­sel ein­brin­gen, sind genau so auf­ge­baut. Um die Basis für eine Erklä­rung zu schaf­fen, die anson­sten nur ein ahnungs­lo­ses Kopf­schüt­teln ver­ur­sa­chen wür­den ....und so geht es in vie­len Lebens­be­rei­chen und Fach­ge­bie­ten, die in you­tube und andern­orts auf­ge­ar­bei­tet werden.

          Es ist - da stim­me ich gern zu, weil ich das eben­so ver­mis­se - in vie­len Berei­chen immer mehr der Akzent auf "Geld, Geld, noch mehr Geld!" und die Bei­trä­ge, die aus spon­ta­nem Bedürf­nis sich mit­zu­tei­len ent­ste­hen, sind immer weni­ger geworden.

  2. Ja, so in etwa ist das. "Für Fort­ge­schrit­te­ne" zu fin­den wird dadurch stets etwas schwierig.
    Bei geschrie­be­nen Büchern wird es da auch ähnlich.
    Kann in man­cher­lei Hin­sicht viel­leicht sein, dass ich etwas zu spe­zi­fisch suche, oder schon etwas zu gewählt, weil ich mich selbst nicht im Rah­men von Kli­schees von einem bestimm­ten Stö­rungs­bild bewe­ge, aber so viel wür­de ich da doch schon erwar­ten bzw. den Con­tent-Pro­du­zie­rern zutrau­en, dass sie gei­stig etwas dyna­mi­scher vor­ge­hen. Ich mei­ne, wozu braucht man sonst diver­se You­Tube-Kanä­le über ein Thema/einen The­men­kom­plex, wenn am Ende mind. 75% davon in etwa das­sel­be erzählen/verbreiten?

    Ein wenig habe ich noch die frü­he You­Tube-Sze­ne durch mein erstes Forum mit­be­kom­men. Es waren damals eini­ge von den Stamm­leu­ten dort aktiv. Lei­der war damals kein ver­nünf­ti­ger Rech­ner ver­füg­bar und wei­ter dort hin­ein ein­zu­tau­chen war nicht mög­lich... Ein wenig ist es scha­de dar­um heute.
    Der größ­te Cli­max, der damals statt­fand, und durch den ich unwei­ger­lich ein biss­chen mehr mit­be­kom­men habe, war, als das mit "Sturmgeist89" pas­sier­te. Weil der vor­her auf You­Tube sehr aktiv war.

    1. "2007" und jetzt immer noch nicht abge­hakt son­dern im Hin­ter­grund dro­hend als The­sen­pa­pier und Manifest?

      Die Lek­tü­re von (ver­füg­ba­ren) Aus­zü­gen stellt doch die ver­zerr­te Sicht­wei­se klar heraus:
      Die rhe­to­ri­schen Tricks, wie etwa Vor­weg­nah­me von kri­ti­schen Anmer­kun­gen, die zu erwar­ten waren, sind ganz offen­sicht­lich. Der Schrei­ber hat min­de­stens vor­aus­schau­end gehan­delt als er schrieb - nur war bedau­er­li­cher­wei­se sei­ne Sicht ver­zerrt, etwa so, als ob man durch Rif­fel­glas schaut. Die Welt war da, aber so schwam­mig und unna­tür­lich abge­bil­det, dass nur fal­sche Schlüs­se als Ergeb­nis her­aus kom­men konnten.

      Wir bewe­gen uns da in eine völ­lig ande­re Rich­tung als im Aus­gangs­ar­ti­kel beab­sich­tigt. Da ging es um die Ver­füg­bar­keit von Infor­ma­tio­nen, nicht dar­um, wie Eini­ge die vor­han­de­nen Mög­lich­kei­ten fehl­ge­deu­tet haben. 

      Was eine erwei­ter­te Sicht von medi­zi­nisch-psy­cho­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten, also sehr sel­ten beob­ach­te­ten Syn­dro­men angeht, kann man nicht erwar­ten, dazu umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen in offe­nen Bei­trä­gen des Inter­nets zu fin­den. So etwas wird unter sehr spe­zia­li­sier­ten Fach­leu­ten in sehr spe­zia­li­sier­ten Krei­sen behan­delt, zu denen man als Laie nie Zugang haben wird.

      1. Äh, nein, da haben sie was falsch verstanden...
        Wäh­rend es mir so lei­der nicht beson­ders mög­lich war damals, viel von der frü­hen You­Tuber-Sze­ne mit­zu­krie­gen, weil die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten dazu nicht so rich­tig dazu gege­ben waren, war das so ein Moment, wo das unwei­ger­lich doch an einen her­an­trat - ein­fach auch aus dem Grun­de: Ent­we­der durch Drit­te, die damals schon auf You­Tube aktiv waren (die der Fall nicht ganz los­ließ oder los­las­sen konn­te), oder weil man das ein oder ande­re Mate­ri­al eben durch Dritt­quel­len (als Kopie) doch mal zu sehen bekom­men hat, die einem tech­nisch nicht die Pro­ble­me berei­tet haben wie die Video­platt­form YT.
        Durch sol­che Umstän­de bekommt man ganz unwei­ger­lich etwas über eine Sze­ne mit, an der man sonst selbst nicht direkt teil­neh­men kann.
        Das ist damit gemeint.
        (Klei­ne Anmer­kung: Zeit­lich geht die frü­he You­Tuber-Sze­ne lei­der soweit wie 2007 zurück. YT ist gegrün­det 2005, 2006 wur­den sie von Goog­le über­nom­men. So etwa um die Jahr­zehnt­wen­de 2010 - kann oder ein oder zwei Jah­re frü­her oder spä­ter gewe­sen sein - fing es lang­sam an mit den ersten kom­mer­zi­el­len und als Show durch­ex­z­er­zier­ten Bei­trä­gen - man den­ke nur an die zahl­rei­chen Memes und frü­hen "Inter­net­sen­sa­tio­nen", die es einst so gab (z. B. "Plan­king") -, die dar­auf­hin in den Fol­ge­jah­ren immer mehr wur­den. Wenn man also über die­se weit­ge­hend unkom­mer­zi­ell und sehr per­sön­lich gestal­te­te Früh­sze­ne von YT debat­tie­ren will, muss man lei­der schon 10+ Jah­re in der Ver­gan­gen­heit zurück gehen... So trau­rig wie das ist... :( )

        Ist wie als wenn man auf Live­jour­nal her­um­hängt, und, obwohl man kein Rus­sisch ver­steht, trotz­dem irgend­wann ein oder ande­ren bekann­ten rus­si­schen Blog (vom Sehen her) kennt, wenn jemand den Namen mal irgend­wo erwähnt.

        1. Nun, das Eine schließt doch das Ande­re nicht aus - es ist ledig­lich ein zeit­lich und metho­disch ver­schie­de­ner Pro­zess. An des­sen Ende steht eine Kennt­nis von Sach­ver­hal­ten und Ideen, deren Inhalt man ent­we­der für wich­tig hält, oder die man ablehnt - und wie üblich alle Zwischenformen.

          Das hat aber kei­nen Ein­fluss auf die Inhal­te selbst, denn die ste­hen so oder so fest.
          Und ich hal­te sie für eine ver­zerr­te Gesellschaftsbeschreibung.

      2. Seufz, ich woll­te dar­aus jetzt eigent­lich kei­ne öffent­li­che Mani­fest-Dis­kus­si­on machen...

        ...So viel: Ich habe sehr wohl zu dem vor­ge­brach­ten Inhalt mei­ne eige­ne Mei­nung, auch mei­ne eige­nen Fra­ge­zei­chen wie es zu man­chem Teil von Pek­kas Ein­stel­lung über­haupt kam (der über­bor­den­de gene­rel­le Men­schen­hass z. B. konn­te nie mit irgend­was wirk­lich erklärt werden).
        Liegt wahr­schein­lich dar­an, dass mein Auge schon immer eine Bega­bung dafür hat­te, psy­cho­lo­gi­sche Zusam­men­hän­ge zu ver­ste­hen und Men­schen dem­entspre­chend kri­tisch zu beleuchten.

        Zum Bei­spiel: Man muss manch­mal nicht unbe­dingt von einer Mate­rie etwas ver­ste­hen, aber man erkennt sehr wohl, wenn jemand über­mä­ßig ange­fres­sen von irgend­was ist und dar­über hin­aus teil­wei­se oder ganz die Objek­ti­vi­tät über Bord wirft.

        1. Es ist wahr­schein­lich so: Wenn man sich inten­si­ver in einem bestimm­ten Milieu bewegt, hat man ein bes­se­res Gespür dafür, wo dort die Nor­ma­li­täts­gren­ze liegt, als irgend­wer, der von Drau­ßen hin­ein­sieht. Soweit aller­dings der letz­te Absatz sagen soll: Das Gefühl reicht schon, Fakten/Hintergründe/Basiswissen sind nicht nötig, habe ich Beden­ken hin­sicht­lich der Repro­du­zier­bar­keit. Da bleibt am Ende ledig­lich so eine Art per­so­na­li­sier­te Plau­si­bi­li­täts­ein­schät­zung .... die könn­te ich nur dann gel­ten las­sen, wenn meh­re­re Male *rich­tig* getippt wurde.

      3. Das ist wohl so der Fall, dass man da dann ein gewis­ses Gespür dafür ent­wickelt, was ist so was wie "Stan­dard" in einem Milieu und was ist nun wirk­lich außer­ge­wöhn­lich dar­in (unge­wöhn­lich oder auch außer­or­dent­lich radikal)...

        Bei mir hat das mit rich­ti­gem "Gefühl" rela­tiv wenig zu tun. Wenn man Psy­cho­lo­gie auf der Sach­ebe­ne ver­steht und eini­ger­ma­ßen gut dar­in ist, Men­schen zu beob­ach­ten, fal­len einem mit der Zeit vie­le die­ser klei­nen und teils sub­ti­len Gesten auf, die den mei­sten ent­ge­hen, und man kann sich von einer Per­son ein ent­spre­chen­des Bild mit die­sen Infor­ma­tio­nen "basteln".
        Die­ser Metho­de fol­ge ich viel­mehr - wahr­neh­men, was da ist, und mit best­mög­li­cher Sach­lich­keit vorgehen.

        Wobei so ein Fall wie der von Pek­ka (man könn­te ande­re ähn­lich radi­kal ange­sie­del­te Bei­spie­le neh­men, die noch gar nicht mal ganz so lang her ist, aber blei­be man mal dabei...) - da gehen Sach­ebe­ne, also sei­ne Ansich­ten über Gott und die Welt, und die emo­tio­na­le Ebe­ne (Hass, Wut auf irgend­was) nicht kom­plett von­ein­an­der zu tren­nen. Das eine bedingt das ande­re, das eine beein­flusst das ande­re. Es steht in ste­ti­ger Wech­sel­wir­kung zueinander.
        Man kann zwar bei­des geson­dert betrach­ten, um inhalt­lich ein fai­re­res Urteil dar­über zu fäl­len (auch weil Men­schen, die emo­tio­nal im Aus­nah­me­zu­stand sind oder etwas ver­quer gestrickt sind, durch­aus auch inhalt­lich rich­ti­ge Punk­te fin­den kön­nen), ab einem gewis­sen Punkt muss man die­se Inter­ak­ti­on jedoch wie­der berück­sich­ti­gen, weil es sach­lich nun mal so ist.
        Hät­te ich da ein Beispiel...?
        ...Sage man, ganz pri­mi­tiv, ein Depres­si­ver ist gei­stig auch nicht ganz so 100%-ig lei­stungs­fä­hig wie jemand, der die­ses Pro­blem nicht hat. Zurech­nungs­fä­hig bleibt er dadurch noch völ­lig, aber... es sind in der gei­sti­gen Lei­stung mög­li­cher­wei­se leich­te Abstri­che zu machen, und man sol­le sich über nicht so posi­ti­ve Lebens­an­sich­ten nciht wundern.
        Ein Depres­si­ver ist eben kein klei­ner Sonnenschein.

        1. Ich habe von Psy­cho­lo­gie nur rudi­men­tä­re Kennt­nis­se - soviel, wie man es als All­ge­mein­me­di­zi­ner braucht, um zu erken­nen wel­che Pati­en­ten bes­ser bei einem Psych­ia­ter auf­ge­ho­ben sind. Da ich eini­ge Zeit als Geschäfts­füh­rer eines Phar­ma­un­ter­neh­mens arbei­te­te und wir psy­cho­tro­pe Pro­duk­te hat­ten muss­te ich deren Wir­kung & Neben­wir­kung über­schau­en - daher und von viel Eigen­stu­di­um rüh­ren mei­ne Basis­kennt­nis­se. Da wis­sen Sie bestimmt mehr als ich. Wenn Sie das so ein­set­zen, dass Sie erken­nen, wer am Abglei­ten ist, dann ist das eine nütz­li­che Sache, denn die­se Leu­te brau­chen Hil­fe - und dafür muss man erst ein­mal erken­nen was die Anzei­chen sind.

          Auch dem Hin­weis, dass Depres­si­on eine Ein­schrän­kung der Fer­tig­kei­ten eines Men­schen her­vor­ruft, ist durch­aus zuzu­stim­men. Es wird da Abstu­fun­gen geben, aber wenn man an Sui­zid­ge­fähr­de­te denkt liegt die Wahr­neh­mungs­ver­ar­bei­tung bestimmt ein gutes Stück unter 100%!

      4. Sicher­lich wer­de ich nicht von allem ein Ver­ständ­nis haben - ins­be­son­de­re sol­che Din­ge, die ich selbst nicht ver­ste­he -, aber wahr­schein­lich doch mehr als der durch­schnitts­ge­bil­de­te Bürger.
        Die­sen Blick aller­dings für das Sub­ti­le, muss ich sagen - ich glau­be, der ist erst ent­stan­den, seit dem ich lang mein eige­nes phy­si­sches Han­di­cap habe.
        Hängt wahr­schein­lich auch mit dem syste­mi­schen Den­ken zusam­men. Das muss man sich auch erst mal zu eigen machen...

        1. Da könn­te etwas dran sein, weil es ja die­ses Phä­no­men der "selek­ti­ven Wahr­neh­mung" gibt, durch das man bestimm­te Din­ge häu­fi­ger wahr­nimmt als sie tat­säch­lich (sta­ti­stisch) vorkommen.

          " .. Die selek­ti­ve Wahr­neh­mung ist jenes psy­cho­lo­gi­sche Phä­no­men, dass bei der Wahr­neh­mung nur bestimm­te Aspek­te der Umwelt auf­ge­nom­men und ande­re aus­ge­blen­det wer­den .. " (Stangl, 2020).

          [Ver­wen­de­te Literatur/Quelle: Stangl, W. (2020). Stich­wort: 'selek­ti­ve Wahr­neh­mung'. Online Lexi­kon für Psy­cho­lo­gie und Päd­ago­gik. (2020−08−17)]

      5. Hm... Nein, ich wür­de mei­nen, das geht nicht in eine sol­che Richtung...
        Es ist eher... wie wenn man lernt, aus einer Situa­ti­on, die mit vie­len Details gefüllt ist, gei­stig auch mal her­aus­ge­hen und sie aus der Vogel­per­spek­ti­ve betrach­ten kann. Den Sprung vom Klei­nen ins gro­ße Gan­ze schafft und umgekehrt.

        Syste­mi­sches Ver­ste­hen (und Wahr­neh­men der Welt) folgt einem Ansatz wie... Man nimmt wahr, dass selbst klei­ne Details sich in ein gro­ßes Gan­zes ein­fü­gen, wie lau­ter klei­ne­re und grö­ße­re Zahn­rä­der in einem Uhr­werk inein­an­der grei­fen und eine Sache einer­seits zu dem machen, was sie ist, und ande­rer­seits die Uhr selbst am Lau­fen halten.

        Es ist ein biss­chen schwie­rig zu erklären...

        Gene­rell wür­de ich mei­nen, seit mein Han­di­cap "on" ist und lang­sam vor­an­schrei­tet, das Han­di­cap selbst bewirkt bei mir eini­ges an nerv­li­chen Über­emp­find­lich­kei­ten - also, die Sin­ne sind wie etwas offe­ner als bei ande­ren. Regi­strie­ren etwas schnel­ler als ande­re oder etwas macht sich schnel­ler unan­ge­nehm bemerkbar.

        1. Sehr indi­vi­du­el­le Wahr­neh­mun­gen sind für Außen­ste­hen­de kaum fass­bar - das mag der Grund sein, wenn es trotz umfas­sen­der Erläu­te­rung schließ­lich doch nie so ganz 'greif­bar' wird. Es gibt eben Zustän­de, da muss man es so hin­neh­men und kann damit leben es nie kom­plett ver­ste­hen zu können.

      6. Ich habe ledig­lich irgend­wann mal die Begrif­fe dazu gelernt wie sich die­se Art zu den­ken nennt. Damit man jeman­dem wenig­stens das als Erklä­rung oder als Hin­weis geben kann, was er mal nach­schla­gen sollte.
        All­ge­mein ist Syste­me zu ver­ste­hen eine Sache, die mein Gehirn sehr gut beherrscht...

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