Selten, und doch ....

Heu­te sah ich das Video eines Energiefachmannes.
Seit­dem läßt mir der dort ver­kün­de­te Inhalt kei­ne Ruhe.
Es kommt sel­ten vor daß ich ins Grü­beln gerate.
Jetzt aber schon:
Er hat eine Erhö­hung der Kosten um das Vier­fa­che (!) ab 01.10.2022 errechnet.

Zudem kam ein Brief unse­res Gas­ver­sor­gers in dem ange­kün­digt wur­de WIE sich der Gas­preis erhöht:
von der­zeit 11,47 ct/kWh um 20,76 ct/kWh auf 32,23 ct/kWh (inkl. 19 % Mehrwertsteuer).
Inklu­si­ve aller son­sti­gen neu­en Auf­prei­se lan­den wir dem­nach bei ca. drei­fa­chem Gaspreis.
Der Grund­preis ist mit 9,90 € festgelegt.

Anstatt 177 € pro Monat bedeu­tet das 530 € 'Abschlags­be­trag' / Monat.
(Dies unter der Annah­me der Abschlag sei hin­sicht­lich des tat­säch­li­chen Ver­brau­ches ange­mes­sen gewesen.)

Ich befürch­te, wir müs­sen dem­nächst jeden zwei­ten Tag einen Fasten­tag ein­le­gen um das tra­gen zu können.
Und:
Wis­sen Sie was mich am mei­sten umtreibt?
Wenn sol­che Poli­ti­ker wie Herr Spahn (CDU) öffent­lich ver­kün­den die CDU/CSU Regie­run­gen [vor der Ampel­ko­ali­ti­on] hät­ten die *Erneu­er­ba­re Ener­gie* in den Jah­ren ihrer Regie­rungs­zeit enorm ausgebaut.
Wo lebt die­ser Mann eigentlich? 

Ein Ver­gleich der Tari­fe [veri­vox] ergab, daß (bei glei­chem Ver­brauch) der preis­wer­te­ste Ver­trag ca. 6.500 €/Jahr, der der­zei­tig höch­ste Ver­trag 15.700 €/Jahr beträgt. Immer vor­aus­ge­setzt, die Prei­se bewe­gen sich nicht noch stei­ler nach oben. Kann mir jemand erklä­ren wie die Dif­fe­renz von ca. 9.000€ zustan­de kommt? Bei glei­chem Ver­brauch? 750 €/Monat? Wenn man davon aus­ge­hen kann, daß die Ver­sor­ger etwa zu glei­chen Bedin­gun­gen in den glei­chen Märk­ten einkaufen?


Falls ich da nicht irgend­wo einen grund­sätz­li­chen Feh­ler in der Logik gemacht habe bleibt mir nur noch zu sagen:
Ja, ich bin sehr dafür die­sen vor­han­de­nen Wucher zu stop­pen und dazu den Preis für Gas nach oben zu begren­zen!
 

 

Kommentare

  1. Hm... Könn­ten sowohl künst­lich nach unten kor­ri­gier­te Prei­se sein, um Kun­den anzu­locken (und dann erhöht man spä­ter nach Ver­trags­ab­schluss) als auch "beim einen Anbie­ter geht das Gas noch durch 3 Hän­de mehr, die vom Preis mit satt gefüt­tert wer­den wollen" .

    All­ge­mein: Tja... Das ist die erheb­li­che Dif­fe­renz zwi­schen Gaz­prom Tief­prei­sen und Weltmarktpreisen.
    Noch dazu der Unter­schied zwi­schen Gas­pipe­line (wel­che den gering­sten Auf­wand an Trans­port und "Aube­rei­tung" hat) und LNG, wel­ches radi­kal tief­ge­kühlt wer­den muss, um es zu trans­por­tie­ren, tief­ge­kühlt gehal­ten wer­den muss auf sei­ner Rei­se, und dann wie­der auf ein spe­zi­el­les Ter­mi­nal am End­punkt tref­fen muss, der es dann wie­der kon­trol­liert entfrostet.
    So ein auf­wän­di­ger Pro­zess, der eben­falls viel Ener­gie ver­schlingt, will bei der Lie­fe­rung mit­be­zahlt werden...

    1. In der Tat, an das, was du zuerst genannt hast dach­te ich schon des­we­gen, weil das noch der Vor­be­sit­zer ein­ge­fä­delt hat. Natür­lich unter­stel­le ich ihm nicht etwas mit Absicht ohne Preis­über­le­gun­gen abge­schlos­sen zu haben - aber es könn­te ja ver­steckt eine Klau­sel gewe­sen sein die für einen Neu­kun­den eine bestimm­te Erhö­hung gegen­über sei­nen Prei­sen (es geht auch um Strom) fest­schrieb. Ohne daß er es gewahr wurde.

      Pipe­line
      Da wun­dert mich zunächst wer wohl über sol­che Tech­nik ver­fügt hin­un­ter zu tau­chen und an den Roh­ren Mani­pu­la­tio­nen aus­zu­füh­ren. 'Pri­vat­men­schen' doch wohl eher nicht!? 

      Beschaf­fen­heit der Gase / Lieferbeginn
      Noch sehe ich kei­ne Ent­la­stung durch den Bezug aus dem Nahen Osten oder USA - bis das greift wer­den hier Vie­le schon im Kon­kurs gelan­det sein. Und Pri­vat­men­schen in der Privatinsolvenz.
      Gera­de die che­mi­sche Natur und die erhöh­ten Gefah­ren­mo­men­te durch die Mani­pu­la­tio­nen zum Trans­port sind hoch gefähr­lich - wie sehr war ja kürz­lich klar gewor­den als in USA ein sol­ches Ter­mi­nal explo­dier­te. Es heißt nicht umsonst im Volks­mund "Gut Ding will Wei­le haben!"

      1. Wenn denn über­haupt Tau­cher bei der Pipe­line unten waren...
        Bei der Errech­nung, wie viel Spreng­kraft in etwa ein­ge­setzt wer­den muss­te, um die gemes­se­ne seis­mi­sche Akti­vi­tät zu erzeu­gen - ver­gleich­bar mit ca. 500 kg TNT wohl -, da ergibt sich für mich eine viel, viel ein­fa­che­re Hand­lung, das anzu­stel­len: Ein­fach eine Rake­te oder einen Tor­pe­do dar­auf abfeuern.
        Ein­fa­che Muni­ti­on hat die­se Men­ge an Spreng­kraft bzw. kann sie errei­chen (kommt drauf an, was man nimmt) und ist wesent­lich weni­ger aufwändig.
        Unter der Annah­me wür­de sich sowohl die Fra­ge nach einem gro­ßen Akteur klä­ren (ein deut­li­ches "Ja!") als auch die Zahl der Ver­däch­ti­gen als Ver­ur­sa­cher eingrenzen.

        In Über­see war auch mal die­sen Som­mer ein Ter­mi­nal in die Luft geflo­gen? Sieh­ste... MIr nicht geläu­fig, dass so etwas statt­ge­fun­den hat.
        Eröff­net aber einen wei­te­ren Aspekt des Gan­zen im LNG: Sicher­heit. Immer­hin arbei­tet man immer noch mit Gas, bei dem ein Fun­ke aus­reicht, um ein "gro­ßes Feu­er­werk" auszulösen.
        Man darf kei­ne Feh­ler machen (muss dem­entspre­chend gutes Per­so­nal für die­se Auf­ga­be anheu­ern; es dür­fen kei­ne Idio­ten oder Leu­te mit gerin­ger Bil­dung dort beschäf­tigt wer­den), man braucht eine abso­lu­te Dis­zi­plin, was die Arbeits­schutz­maß­nah­men angeht, und die ein­ge­setz­ten Gerä­te für die Auf­ga­be müs­sen 1A funk­tio­nie­ren (War­tung muss also auch stim­men und ein­ge­hal­ten werden).
        Wenn man es so will - LNG ist eigent­lich 5 Mal drecki­ger und kli­ma­schäd­li­cher als 1 Mal in in vie­len Jah­ren eine Pipe­line zu verlegen.
        Es kann so vie­les dabei schief­ge­hen, anders als mit der Pipe­line (die Tech­nik ist nun inzwi­schen seit wenig­stens einem hal­ben Jahr­hun­dert bewährt und erprobt), und zudem ist es unge­heu­er auf­wän­dig, das Gas in sei­nen gewünschtne Aggre­ga­zu­stand zu ver­set­zen und dar­in bis zu sei­nem Ziel­ort zu hal­ten (plus der Trans­port selbst).

        Wie so etwas von Grü­nen nur ver­tei­digt wer­den kann - es kann eigent­lich nur mit abso­lu­ter Gehirn­wä­sche ein­her­ge­hen. Jeder, der in Erfah­rung bringt, wie LNG an und für sich (grob) funk­tio­niert, kapiert, dass es zig Mal auf­wän­di­ger ist - von der Gewin­nung bis zum Trans­port an die Orte, wo man es ver­brau­chen will.
        Der­lei Art von Gewin­nung von Roh­stof­fen betreibt man eigent­lich nur, wenn man im Prin­zip das letz­te Biss­chen an sol­chen aus der Erde krat­zen muss, um noch was zu fin­den. - Wie ein Alko­ho­li­ker, der die letz­ten Pfen­ni­ge am Monats­en­de zusam­men­kratzt, um sich noch was für den täg­li­chen Pegel kau­fen zu können.

        1. Da siehst du mal wie ein­ge­schränkt und tun­nel­haft man manch­mal denkt: An Spreng­stoff (ohne zu tau­chen) hat­te ich über­haupt nicht gedacht. Aber klar, das erfor­dert viel weni­ger Auf­wand, aller­dings eine gewis­se Prä­zi­si­on (Tor­pe­do?). DAS wie­der­um kann wirk­lich nicht jeder Feld-Wald-und-Wie­sen­tou­rist .... eine Spez­naz Akti­on ist da aller­dings selbst­re­dend nicht aus­ge­schlos­sen, und wenn das raus­kä­me wäre es nicht gera­de vertrauensbildend.

          Dan­ke für den Hin­weis auf die erhöh­ten Sicher­heits­an­for­de­run­gen bei LNG - ich hat­te es ja nur ange­deu­tet ohne es wei­ter aus­zu­füh­ren. Wie in vie­len hoch­tech­ni­sier­ten Berei­chen der Wirt­schaft wird es da sicher Per­so­nal­pro­ble­me geben, denn man kann ja nicht Jeden und mög­li­cher­wei­se noch ohne Sicher­heits­prü­fung für sol­che Tätig­kei­ten nehmen.

          Was die Aktio­nen der Grü­nen angeht muß man wohl unter­schei­den zwi­schen denen, die in Ämtern sind und den Par­tei­mit­glie­dern. Letz­te­re haben wohl kaum in Mas­sen ihre Über­zeu­gun­gen geän­dert - die Amts­trä­ger dage­gen sind zu Kom­pro­mis­sen gezwun­gen, weil regie­ren nun mal bedeu­tet eige­ne Über­zeu­gun­gen zum Zwecke der Erfül­lung eines höher­wer­ti­gen Gutes fah­ren las­sen zu müs­sen .... und was schließ­lich die immer auf­wän­di­ge­re Erschlie­ßung der Res­sour­cen angeht ist das wohl das letz­te Auf­bäu­men vor dem end­gül­ti­gen "Aus"! Ich habe ja schon oft auf die Expo­nen­ti­al­kur­ve ver­wie­sen. Das ist ein Fak­tum, kei­ne Diskussionsgrundlage.

        2. Allein schon der Wahn­witz, eine gro­ße Gas­pipli­ne zu sabo­tie­ren, ist eine Idee, die kann kei­nem Wald- und Wie­sen­tou­ri­sten ein­fal­len... Oder wenn, dann kommt er damit nicht weit, weil ihm die not­wen­di­gen Mit­tel dazu fehlen.

          Auf Muni­ti­on oder einen Tor­pe­do kom­me ich, weil ich nun mehr über Wehr­tech­nik lese. Da kriegt man ein oder ande­res mit über die Spe­zi­fi­ka­tio­nen von die­sem oder jenem.
          Als die Zahl von den 500 kg TNT (zumin­dest dies als Ver­gleichs­maß) in den Raum gewor­fen wur­de, kam für mich die­se Idee auf, weil Muni­ti­on wie klei­ne Rake­ten bereits solch eine Schlag­kraft besit­zen sollten.
          Allein bei MAN­PAD-Syste­men sind die Gefechts­köp­fe schon meh­re­re Kilo schwer; dar­um kön­nen sie auch ein nied­rig flie­gen­des Flug­zeug (inso­fern es sich nicht beson­ders schnell bewegt) oder einen Hub­schrau­ber vom Him­mel holen. Und MAN­PAD-Syste­me sind noch dafür gedacht, dass sie der Sol­dat selbst tra­gen kann...

          Beschuss wür­de eben­so auch weni­ger Auf­se­hen erzeu­gen, wenn man es mit dem rich­ti­gen Fahr­zeug macht (z. B ist ein Schiff sicht­bar, eine U-Boot könn­te hin­ge­gen rela­tiv unbe­merkt blei­ben, fällt erst auf dem Radar/Sonar als Hin­der­nis auf), und man braucht kei­ne spe­zia­li­sier­ten Tau­cher, die in der bereits schon recht kal­ten Ost­see arbei­ten müs­sen. - Auch wenn Eli­te­ein­hei­ten nicht über ihre Ein­sät­ze spre­chen, so sind es den­noch alle Zeu­gen und Mit­wis­ser. Von wel­chen man bei sol­chen Aktio­nen eigent­lich mög­lichst weni­ge haben will... (Jeder Mit­wis­ser kann sich immer ver­plap­pern. Nicht exi­stie­ren­de Mit­wis­ser nicht.)

          - Ist wahr­schein­lich nich bes­ser wie wenn ein Dieb sich sei­nen Raub­zug durch­denkt. Es muss schnell gehen, wenig Auf­se­hen erre­gen, am besten kei­ne Zeu­gen hin­ter­las­sen, und das mei­ste an Gewinn erzielen...

          Hm... Ich fin­de, auch die Grü­nen, die man in der Par­tei aus der Xten Rei­he her­aus­sucht, Rea­li­täts­nä­he und tech­ni­sche Aus­führ­bar­keit liegt ihnen fern.
          Zu viel Idea­lis­mus und Wünsch-dir-was.
          Nicht bes­ser als in irgend­ei­ner sel­sa­men Sek­te, wo die Gläu­bi­gen bereits anfan­gen, zu glau­ben, ihr Glau­be allein wür­de die Ber­ge ver­set­zen, Pro­zes­se in der Welt beein­flus­sen und die Welt ret­ten. Und nicht etwa kon­kre­te Hand­lun­gen, die sie täti­gen oder täti­gen müssten.

        3. Da mei­ne Zeit als in den Ruhe­stand ver­setz­ter Reser­ve­of­fi­zier nun schon mehr als 20 Jah­re zurück­liegt ken­ne ich mich nicht mehr in der aktu­el­len Waf­fen- und Muni­ti­ons­tech­nik aus. Daher kann ich auf die­sem Gebiet nur dank­bar die aktu­el­len Bezü­ge zur Kennt­nis neh­men die du hier aufschreibst.
          Es wird tat­säch­lich so sein, daß, wer auch immer Anschlä­ge ver­übt, die Zahl der Mit­wis­ser klein hal­ten wird. Das trifft natür­lich ganz beson­ders dann zu, wenn die­se Taten sich in einer der­ar­ti­gen Span­nungs­la­ge abspie­len wie wir sie hier im Moment beob­ach­ten. Was aller­dings das Ziel - außer sinn­lo­ser Zer­stö­rung oder even­tu­ell 'fal­se flag' zu Dis­kre­di­tie­rung einer Kon­flikt­par­tei - sein soll­te ver­schließt sich mir.

          Die Grü­nen nei­gen - solan­ge ich den­ken kann - dazu weit in die Zukunft zu den­ken und Vie­les zu ver­lan­gen, was dem grö­ße­ren Teil der Bevöl­ke­rung noch uto­pisch oder völ­lig absurd vor­kommt. Weil Vie­le nicht so weit vor­aus zu den­ken in der Lage sind oder es über­haupt nicht wol­len. Den­noch waren eine Rei­he von Anstö­ßen, Vor­schlä­gen und Visio­nen durch­aus hilf­reich. Ich den­ke da vor allem an die Mah­nun­gen zum scho­nen­de­ren Umgang mit der Umwelt und der Nut­zung erneu­er­ba­rer Energiequellen.

          Hät­ten die Groß­par­tei­en nicht so sehr gemau­ert wären wir heu­te in einer bes­se­ren Position.

  2. Mein Hirn ver­gisst auch lei­der auch wie­der schnell vie­les (weil man auch wie­der etwas mehr liest)...
    Ich wür­de mich auf dem Gebiet aber nach wie vor eher als "ler­nend" bezeich­nen. - Wahr­schein­lich weiß ich aber trotz­dem mehr als der Durch­schnitt über die­ses zer­stö­rungs­kräf­ti­ge "Spiel­zeug"...

    Hm, ein Nut­zen wäre durch­aus in die­ser Zer­stö­rung erkenn­bar. Neben noch einem ande­ren, der mehr mit dem Geschäft an sich zu tun hat...
    Mit kaput­ten Lei­tun­gen gibt es kein Zurück mehr in Sachen "rus­si­sche Gas­lie­fe­run­gen". Sank­tio­nen kann man umge­hen und ver­bie­gen, wenn die Not groß genug ist; sie sind nur Papier. Kaputt Pipe­lines hin­ge­hen kann man nicht ein­fach so umge­hen. Da muss man erst wie­der etwas dran machen, damit die­ser Weg wie­der funk­tio­niert. - Was umfang­rei­che­re Sank­ti­ons­um­ge­hun­gen zur Fol­ge hät­te, damit die Repe­ra­tur erst mög­lich wird. (Was durch die­se Men­ge der Ver­bie­gun­gen aber wie­der­um eher unmög­lich wird bzw. es lässt sich vor ande­ren kaum ver­ber­gen und könn­te Reak­tio­nen nach ziehen.)
    - Kann man sich die Fra­ge stel­len, wem eine sol­che Ver­un­mög­li­chung mehr als recht wäre.

    Ein ande­rer mög­li­cher anführ­ba­rer Grund wäre, sehr schlicht: Kon­kur­renz liquidieren.
    Jemand ande­res will das Geld machen, was die­se Pipe­line sonst macht.
    (Bei die­ser brenz­li­gen Situa­ti­on wür­den die Din­ge lei­der nicht ohne poli­ti­sche Hin­ter­grün­de aus­kom­men... Sonst könn­te es aber durch­aus so sein.)

    Mag alles sein bei den Grünen...
    Mir nimmt inzwi­schen nur die­ser idea­li­sti­sche, träu­me­ri­sche Anteil zu sehr Überhand.
    Man macht sich kaum Gedan­ken dar­über, wie man etwas umset­zen und über­haupt tech­nisch rea­li­sie­ren kann.
    Und dann noch wie man es mit der bestehen­den Wirt­schaft irgend­wie in Ein­klang brin­gen kann, ohne die klein- und mit­tel­gro­ße Wirt­schaft in die Plei­te zu trei­ben. (Die Groß­kon­zer­ne haben Geld, um sich etwas lei­sten zu kön­nen, wol­len oft­mals aber nicht, und alles, was klei­ner als die­se ist, kann die Umset­zung oft­mals nicht bezah­len und dadurch nicht umsetzen.)
    Oben drauf noch: Die Finanzierung.
    Eine Bank leiht einem kein Geld für Aben­teu­er, son­dern ver­langt auch immer etwas als Bür­ge zum Wert­aus­gleich, soll­te der Kun­de aktiv zah­lungs­un­fä­hig werden.
    Selbst in einer regu­lier­ten Ban­ken­wirt­schaft wäre das so.
    Hat man nichts der­glei­chen, leiht einem die Bank auch kein Geld für Projekte...

    Um es kurz zu machen: Zukunfts­den­ken bringt einem gar nichts, wenn es am Ende doch nur hei­ße Luft bleibt.
    Weil der Mensch sich auch in der Pra­xis strecken muss, um ein Ziel zu erreichen.
    Es gibt kei­nen lie­ben Gott oder irgend­ein ande­res himm­li­sches Wesen, was die Zukunft fer­tig dahin­wirft, sodass der Mensch nichts mehr tun muss.

    Die Grü­nen aus die­ser Zeit sind Leu­te, die die Hän­de auf­hal­ten, sich ver­sam­meln und dum­me Lie­der sin­gen, in Erwar­tung dar­auf, dass ihre Gebe­te von oben erhört wer­den, und eine unsicht­ba­re Enti­tät was gra­tis auf sie her­ab­reg­nen lässt.

    1. Die Wahr­schein­lich­kei­ten für bestimm­te Grün­de die Hin­ter dem/den Anschlag/Anschlägen ste­hen staf­feln sich sicher so ähn­lich wie du es andeutest.
      Ein­zig Mili­tär und Geheim­dien­ste ver­fü­gen wohl - aus mei­ner Sicht - über aus­rei­chen­de Mit­tel sich da zu betä­ti­gen .... und des­we­gen ist es im Grun­de egal wel­che Beweg­grün­de die Ein­zel­nen haben, die wer­den ihnen zwei­fel­los von *wei­ter oben* vorgegeben.

      In die Zukunft zu den­ken und sich auf mög­li­che Ent­wick­lun­gen vor­zu­be­rei­ten scha­det doch nichts! Kommt es so wie (vor)gedacht ist man prä­pa­riert und kann schnel­ler agie­ren, kommt es anders hat man min­de­stens ein Sze­na­rio das schon aus­ge­schlos­sen ist und man kann sich ande­ren Mög­lich­kei­ten zuwenden.

      1. Nun ja... Ganz so egal ist es nicht, wenn es schließ­lich um die Fest­stel­lung geht, wer war es denn nun.
        Denn mit der Sabo­ta­ge an der Pipe­line hat der Krieg in Ost­eu­ro­pa defi­ni­tiv die­ses Ter­ri­to­ri­um verlassen.
        Es muss nicht zwin­gend sein, dass ein wei­te­rer Akt sol­chen Sche­mas pas­siert, für die gan­ze lan­ge Zeit, die der Krieg noch andau­ern wird, aber den­noch bewirkt es unmit­tel­bar eines: Dass Euro­pa defi­ni­tiv mit ange­spro­chen ist und nicht mehr allein sagen kann "Ukrai­ne, ja, wir schicken euch Waf­fen, im Krieg machen wir aber nicht direkt mit - fech­tet ihr den mal für uns aus".

        Hm, ich glau­be, du ver­stehst da nicht, was ich meine...
        Für mich sind die jet­zi­gen Grü­nen jeden­falls eine sol­che Art von Träu­mer, die in Bah­nen träu­men, die abso­lut unrea­li­stisch sind.
        Also so Marie-Antio­net­te-artig. "Sol­len se doch Kuchen essen, wenn se kein Brot ham'n."
        Sich um Ein­hör­ner küm­mern, die nicht exi­stie­ren, wäh­rend es ganz drin­gen­de Fra­gen in der Rea­li­tät gibt, die geklärt wer­den müs­sen - oder Erfin­dun­gen, die erst noch gemacht wer­den, oder seri­en­reif gemacht und bis in die letz­te Ecke durch­ge­te­stet wer­den müs­sen und nicht durch ihre Erfindung/Entdeckung allein als "schon vom Tüv durch­ge­wun­ken" betrach­tet wer­den dürfen.

        1. Aus dem was du zu den Grü­nen geschrie­ben hast ent­neh­me ich, daß du sie nicht aus­ste­hen kannst.

          Bei Frau Baer­bock bin ich mir nicht mehr so sicher wie ich sie ein­schät­zen soll, da kom­men man­che Sprü­che die nicht ange­tan sind als top-diplo­ma­tisch zu gel­ten. Dage­gen ist mir Herr Habeck sehr sympathisch.
          Weder Träu­me noch Visio­nen fin­de ich unpas­send. Wenn zugleich die anste­hen­den Tages­pro­ble­me angpackt und erle­digt werden.
          Des­we­gen sehe ich da eine unter­schied­li­che Ver­tei­lung von Auf­ga­ben: Die Regie­rungs-Grü­nen arbei­ten (mit Kom­pro­mis­sen) an dem Tages­ge­schäft, die Basis kann der­weil for­mu­lie­ren wie sie sich die Zukunft vorstellt.

        2. Bei dem, was mir von denen qua­li­ta­tiv auf­ge­bo­ten wird, fällt mir nur eine alte For­mu­lie­rung wie­der ein: "Ich kann mich gar nicht mit dir duel­lie­ren, dann ich sehe, du bist unbewaffnet."
          Genau das trifft es für mich, wenn man sich mit den heu­ti­gen (west­li­chen) Grü­nen befas­sen muss.

          Ich tei­le auch die Ansicht, die letz­tens umging und dem Think-Tank "RAND Cor­por­ti­on" ange­la­stet wur­de: Stark dog­ma­tisch, über­eif­rig, immun gegen­über wirt­schaft­li­chen Argu­men­ten, unfä­hig eige­ne Feh­ler einzugestehen.

          Mei­ne Anfü­gung zusätz­lich dazu wäre: Von vorn bis hin­ten von cor­po­ra­te-manu­fac­tu­red opi­ni­on gekauft und mani­pu­liert, ohne es zu merken.

        3. An dem Abdrif­ten des bestim­men­den Kerns ist zu erken­nen, daß sich eine 'rei­ne' Idee immer wan­delt wenn es dar­um geht an der Macht im Lan­de teil­zu­ha­ben - das macht ja gera­de die Poli­tik­ver­dros­sen­heit der Mehr­heit der Bür­ger aus .... und spielt damit den Rech­ten in die Hän­de. Kom­pro­mis­se sind Bestand­teil demo­kra­ti­scher Vor­ge­hens­wei­se, sie kön­nen jedoch das Wesen der Grund­sät­ze so stark ver­än­dern, daß die Par­tei nicht wie­der­zu­er­ken­nen ist.

          Für mich das beste Bei­spiel ist die Abkehr der Par­tei "Die Lin­ke" von frü­he­rem Stand­punkt in Sachen Religion/Kirchen/Glaube: Da wur­den - sehr bedau­er­lich - ganz neue Stand­punk­te *pro* ein­ge­nom­men. Die frü­her nicht denk­bar waren, weil eine der Kern­the­sen "Reli­gi­on ist Opi­um für das Volk" auf­ge­ge­ben wur­de als man in der Par­tei­zen­tra­le Leu­te hat­te denen das nicht mehr wich­tig vor­kam bzw. die auf der ehe­ma­li­gen DDR Kir­che fußten.
          Ein sehr schwe­rer Feh­ler, der Absturz unter 5% ist eine der Fol­gen von sol­cher Zwiespältigkeit.

        4. Ich sehe das nicht als ein Ergeb­nis des­sen an, dass man zum Mit­re­den Kom­pro­mis­se machen muss.
          Bei den Grü­nen ist schlicht­weg etwas pas­siert, was man "übers Ziel hin­aus­schie­ßen" nennt.
          Oder, para­no­id wie ich bin - im Hin­ter­grund wur­de die Num­mer irgend­wann vom System unter­lau­fen und jetzt wer­den die nai­ven jun­gen Rehe der näch­sten Genera­ti­on von Mit­glie­dern vor sich her getrie­ben mit ihrer Nai­vi­tät übers Leben, über Tech­nik, und ihrer Ahnungs­lo­sig­keit über das poli­ti­sche Geschäft (dass es auch nur wie bil­lig­ste "cut­throat com­pe­ti­ti­on", inklu­si­ve "die Kon­kur­renz liqui­die­ren", funktioniert).

        5. Wie ich schon wei­ter oben andeu­te­te wer­den wir in die­ser Sache nicht auf einen gemein­sa­men Nen­ner kommen.

          Zwar lie­gen die Ergeb­nis­se so oder so betrach­tet ganz eng neben­ein­an­der, aber die Moti­va­ti­on beur­tei­len wir doch sehr verschieden.
          Wenn du aller­dings schreibst ".. im Hin­ter­grund wur­de die Num­mer irgend­wann vom System unter­lau­fen .." ist das zwar eine mög­li­che Erklä­rung für ver­schie­de­ne Abwei­chun­gen von der anson­sten gepfleg­ten Par­tei­li­nie - jedoch fehlt mir da eine kon­kre­te Benen­nung der Ver­ant­wort­li­chen samt der Argu­men­ta­ti­on die die jun­gen Grü­nen umzu­po­len geeig­net ist.

          Kurz also:
          - Wer hat mit wel­chen Argu­men­ten wen zuge­la­bert und dadurch von wel­chem frü­he­ren Stand­punbkt abge­bracht? - Wie ist der neue Stand­punkt für einen Scha­den anstatt einen Nut­zen der Gesell­schaft zu beurteilen?
          usw.

          Laß' uns ein­fach ein paar Mona­te war­ten und dann das The­ma noch­mal betrach­ten - einst­wei­len kön­nen wir Fak­ten sam­meln um die Ein­schät­zung zu untermauern

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