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bookmark_border"Rückzugsgefecht"


".. Tari­co gebraucht .. ein Bild von zwei Mau­ern, wel­che die Gläu­bi­gen ein­schlie­ßen: Eine inne­re Mau­er aus Über­zeu­gun­gen, Angst, Ekel und Empö­rung blockie­ren Neu­gier und Wiss­be­gier. Und eine äuße­re Mau­er aus Ver­hal­tens­wei­sen iso­liert die Gläu­bi­gen von Wider­sprü­chen und von Ket­zern, die sie auf gefähr­li­che Ideen brin­gen könn­ten. Der freie Infor­ma­ti­ons­fluss im Inter­net sei, so Tari­co, "sehr sehr schlecht" für das Pro­dukt, das die Reli­gio­nen ver­kauf­ten .. fer­ner die zur Schau gestell­te Mög­lich­keit, ungläu­big und den­noch gut und glück­lich zu sein .. eine Ver­si­che­rung für Gläu­bi­ge, dass sie mit ihrem Glau­ben nicht auto­ma­tisch die Moral ver­lie­ren und schlech­te Men­schen wer­den müssen .."


[Quel­le des Zita­tes; Her­vor­he­bun­gen von mir.] 

Nichts wünscht sich der Athe­ist sehn­li­cher, als daß Ver­nunft ein­kehrt und Bewei­se statt Glau­ben den Sie­ges­zug antre­ten - und nie war der Wider­stand beson­ders der "Fun­da­men­ta­li­sten", egal aus wel­cher Glau­bens­rich­tung! - so groß wie jetzt. Daher bin ich von der Rich­tig­keit der The­sen über­zeugt, die in dem Text von Dr. Tari­co auf­ge­stellt wer­den. Ein letz­tes Auf­bäu­men, bevor die Geschich­te ihnen ein Ende bereitet:
Zumin­dest dort, wo sich das Inter­net frei entwickelt ....

Aber, wie zu beob­ach­ten, ist die Wiß­be­gier rund um den Glo­bus so stark, daß selbst in tota­li­tä­ren Staats­we­sen kein 'Hal­ten' mehr ist. Men­schen, die etwas erfor­schen & ler­nen wol­len fin­den immer Wege ihren Wis­sens­durst zu stil­len. Inso­weit ist das, was die Reli­gio­nen jetzt ver­an­stal­ten das, was man beim Mili­tär als "Rück­zugs­ge­fecht" bezeichnet.

bookmark_border1492

  • Frie­de zwi­schen Eng­land und Frank­reich, letz­te­res bekommt wie­der sei­ne Fest­lands­ge­bie­te von Eng­land übergeben;
  • Colum­bus ver­sucht Asi­en via Atlan­tic zu erreichen; 
  • Gra­na­da fällt nach 780 Jah­ren mus­li­mi­scher Herr­schaft samt Anda­lu­si­en an Spa­ni­en zurück;
  • Beha­im kon­stru­iert den ersten Globus.

bookmark_borderRatta-tat ....

"Sin Muul geit rat­ta-tat - as son olles Schuf­koarn­rad"*
- so spricht der Ham­bur­ger und meint damit, daß jemand sab­belt**, und sab­belt, und sabbelt ....

Es gibt weni­ge Män­ner, die in die Kategorie:
"Viel-und-unun­ter­bro­chen-spre­chend"
fal­len - aber ganz in mei­ner Nähe gibt es so einen Mann.
Was habe ich nur Schlim­mes getan wofür ich so 'gestraft' werde?


*[Sein Maul macht 'rat­ta-tat' wie so ein altes Schub­kar­ren­rad => Sein Mund­werk steht nicht still.]
**[sab­beln => stän­dig & nicht beson­ders durch­dacht reden.]

bookmark_borderDemagogie

Ein gewief­ter Dem­ago­ge läßt Ande­re für sei­ne Inter­es­sen han­deln ohne selbst wei­ter in Erschei­nung zu tre­ten. Er gibt die Ten­denz vor - und die Schar der Anhän­ger erle­digt das 'schmut­zi­ge Geschäft', wäh­rend sich der Dem­ago­ge zufrie­den zurück­lehnt - weil man ihn ja nicht für irgend­et­was ver­ant­wort­lich machen kann.

Er hat sich nicht expo­niert, das machen nur die treu­en Gefolgs­leu­te .... und sie sind man­gels Urteils­fä­hig­keit nicht in der Lage zu erken­nen, daß sie dem Vogel­fän­ger 'auf den Leim gegan­gen' sind.

Wählt der Dem­ago­ge sei­ne 'Anspra­che' geschickt, so wer­den selbst Men­schen mobi­li­siert, die anson­sten nie den Mund auf­ma­chen oder selbst nie etwas zu sagen haben:
Hier denkt ein Ande­rer vor - sie plap­pern wie die Papa­gei­en nach. Das ist ja auch viel beque­mer als selbst zu den­ken und zu differenzieren.

bookmark_borderAus gegebenem Anlaß ....

Wie schon so oft wird durch die Wis­sen­schaft bestä­tigt was man schon immer ver­mu­te­te. Ein Aus­zug aus einem sehr auf­schluß­rei­chen Bei­trag aus der Forschung*:


" .. Incom­pe­tence depri­ves peo­p­le of the abili­ty to reco­gnize their own incom­pe­tence. To put it blunt­ly, dumb peo­p­le are too dumb to know it. Simi­lar­ly, unfun­ny peo­p­le don't have a good enough sen­se of humor to tell.
This dis­con­nect may be respon­si­ble for many of society's problems.
With more than a decade's worth of rese­arch, David Dun­ning, a psy­cho­lo­gist at Cor­nell Uni­ver­si­ty, has demon­stra­ted that humans find it "intrin­si­cal­ly dif­fi­cult to get a sen­se of what we don't know." Whe­ther an indi­vi­du­al lacks com­pe­tence in logi­cal rea­so­ning, emo­tio­nal intel­li­gence, humor or even chess abili­ties, the per­son still tends to rate his or her skills in that area as being abo­ve average .. "


[Zitiert nach "Incom­pe­tent Peo­p­le Too Igno­rant to Know It"]

Noch schlim­mer:
Wegen der begrenz­ten Erkennt­nis­fä­hig­keit ten­die­ren Min­der­be­gab­te dazu sich zu über­schät­zen - und da kann man ihnen, wie oben dar­ge­stellt, auch kei­nen Vor­wurf machen. Wer sei­ne Gren­zen nicht erken­nen kann wird sich immer für 'kom­pe­tent' halten.

Min­de­stens wird aber so erklär­bar, wie­so es nie gelin­gen kann die­sen weni­ger begab­ten & erkennt­nis­fä­hi­gen Men­schen ihre Gren­zen ver­ständ­lich zu machen. Das ist ver­ge­be­ne Mühe, ja nach­ge­ra­de 'kon­tra­pro­duk­tiv'. Weil sie man­che Din­ge nicht ver­ste­hen wer­den sie schnell ableh­nend oder gar aggres­siv, denn sie emp­fin­den die Erör­te­rung ihres Unver­ständ­nis­ses als Zumutung.


* Über­set­zung des eng­li­schen Textes:

Inkom­pe­tenz ent­zieht Men­schen die Fähig­keit ihre Unfä­hig­keit zu erken­nen. Um es gera­de her­aus zu sagen:
Dum­me sind zu dumm um es zu erkennen.
Ähn­lich ist es mit humor­lo­sen Men­schen, sie haben nicht genug Humor um zu erken­nen, daß sie humor­los sind. Die­se Ent­kop­pe­lung mag für vie­le gesell­schaft­li­che Pro­ble­me ver­ant­wort­lich sein.
David Dun­ning, Psy­cho­lo­ge an der CORNELL Uni­ver­si­tät, konn­te nach jahr­zehn­te­lan­ger Forschung
her­aus­fin­den, daß es extrem schwie­rig ist für sich selbst ein­zu­schät­zen was man nicht weiß:
"Ob nun ein Indi­vi­du­um kei­ne Fähig­keit hat logisch zu argu­men­tie­ren, emo­tio­na­le Intel­li­genz zu zei­gen, humor­voll zu sein oder Schach zu spie­len - die­ses Indi­vi­du­um ten­diert den­noch dazu die eige­nen Fähig­kei­ten als über­durch­schnitt­lich einzuschätzen."

 
["re-post" v. 05.03.2012; aus gege­be­nem Anlaß.]
 

bookmark_borderL E G ....

Mei­ne Vor­her­sa­ge für die LEG, die jetzt an der Bör­se gehan­delt wird:

Das wird die näch­ste "Bla­se", denn die Sub­stanz der Woh­nun­gen wird zugun­sten einer guten Divi­den­de nicht mehr erhal­ten wer­den, die anfäng­li­che Über­hit­zung wird sich in Eises­käl­te ver­wan­deln - und dann wer­den wie­der vie­le, vie­le Leu­te Geld ver­lie­ren .... mög­li­cher­wei­se nicht mas­sen­haft 'direkt', also aus eige­ner Anla­ge, son­dern 'indi­rekt', als Begün­stig­te aus insti­tu­tio­nel­ler Anla­ge, weil deren Erträ­ge sinken.

Wer's nicht glaubt soll mal nach­se­hen - auf­ge­legt wur­de der 'Schwin­del' Bör­sen­gang von Gold­man Sachs, da klin­gelt doch 'was ....

bookmark_border.... stattlich ....

Nach­dem ich nun schon ein­mal dabei bin mei­ne Nach­barn blog­mä­ßig 'aus­zu­schlach­ten' mache ich gleich mit einem ande­ren The­ma weiter:
Hier aller­dings nicht in mei­ner eigent­li­chen Nach­bar­schaft zu Hau­se, son­dern bei mei­nen Nach­barn im Winterexil.

Kaum sind die ersten grü­nen Blatt­spit­zen zu sehen und die Tem­pe­ra­tur bewegt sich wie­der um 20°C, da wer­den auch schon die Grills her­aus­ge­holt, geputzt, bestückt und dem "Angril­len" steht nichts mehr im Wege.

Es wer­den sich heu­te Abend, am Sonn­abend und den dar­auf fol­gen­den Tagen die 'Hor­den' um die Grills ver­sam­meln, mehr Wür­ste in sich hin­ein­stop­fen als ihnen gut tut, behaup­ten "es schmeckt ein­fach zu gut um auf­zu­hö­ren" oder "eine geht noch" oder "ich weiß, das war wie­der viel zu viel", dazu wer­den sie Bier und Schnaps trin­ken - um dann an den Fol­ge­ta­gen an sich her­ab­zu­se­hen mit den Worten:
"Män­ner mit einem Bauch sind 'statt­lich'!"

Ein Glück, daß sie nicht das Mie­nen­spiel der anwe­sen­den Frau­en sehen ....

bookmark_border.... ganz gefährliches Zeug ....

Wenn ich es recht beden­ke habe ich immer sehr 'beson­de­re' Nachbarn.

Als vor etwa zwei Jah­ren in ca. 2,1 Km Ent­fer­nung von uns - in der Orts­mit­te - eine Mobil­funk­an­la­ge auf und in einem Kirch­turm instal­liert wur­de zog die­ser Nach­bar weg.

Den Grund erklär­te er mir am Zaun stehend:
"Wis­sen sie", sag­te er und paff­te an sei­ner Ziga­ret­te, "die­se Mobil­funk­an­la­gen ver­ur­sa­chen Krebs", wei­ter, nach­dem er einen Schluck aus sei­ner Bier­fla­sche genom­men hat­te, "und zwar in der Ver­dau­ung, der Bauch­spei­chel­drü­se und in der Lun­ge", ein wei­te­rer tie­fer Zug aus der Ziga­ret­te, "wegen der Ionen! Das ist ganz gefähr­li­ches Zeug!"

bookmark_border.... alles zu seiner Zeit ....

Mit zeit­li­chem Abstand betrach­tet sehen vie­le "Mode­strö­mun­gen" lächer­lich aus - ich den­ke da an Din­ge wie Pla­teau­soh­len ['70er] oder Ober-Beklei­dung, Män­tel und Jacken, aus pla­sti­fi­zier­tem Wachs­tuch ['60er].

Das war so und wird auch in der Zukunft so sein.
Obwohl es zu der Zeit der Ent­ste­hung nie­mand glaubt.

Inso­weit ist es lächer­lich sich über der­glei­chen zu echauffieren ....

bookmark_border"blending in(-to)*" ....

Man­che Begrif­fe sind in der eng­li­schen Spra­che knapp und aus­sa­ge­kräf­tig, wäh­rend es bei uns vie­ler Wor­te bedarf um den glei­chen Sach­ver­halt zu beschrei­ben. Das mag einer der Grün­de sein, wes­we­gen sich die eng­li­sche Spra­che rund um den Glo­bus so erfolg­reich ver­brei­tet hat.

Aber ich woll­te mit dem Begriff im Titel auf eine ganz ande­re Sache zu spre­chen kommen:
Die Ver­schmel­zung der ehe­ma­li­gen DDR-Bevöl­ke­rung mit der des ehe­ma­li­gen Westens.

"Wie­der­ver­ei­ni­gung" ist da ein hoh­les Schlüs­sel­wort, beschreibt es doch einen Zustand, den es, so wie benannt, nie gege­ben hat. Weder gab es ein "wie­der", denn vor­her war kei­ne Gemein­sam­keit in den Gren­zen des­sen, was nach dem Krieg von Deutsch­land übrig war, noch gab es eine "Ver­ei­ni­gung", denn zu ver­schie­den waren die Syste­me auf bei­den Sei­ten der Todes­gren­ze mit Sta­chel­draht und Selbst­schuß­an­la­gen. Was es gab war eine zwangs­wei­se Zusam­men­füh­rung zwei­er Gesell­schaf­ten mit völ­lig ver­schie­de­nen Lebens­wei­sen, die nicht zuein­an­der paß­ten. Dem­entspre­chend schwie­rig und lang­wie­rig gestal­te­te - und gestal­tet sich noch! - die Vereinigung.

Was es aber zu beob­ach­ten gibt ist das Ver­schwin­den all jener DDR-Genos­sen, die das System dort getra­gen und am Leben gehal­ten haben. Das waren nicht nur eine Hand­voll Men­schen, das waren Mil­lio­nen. Und ich fra­ge mich:
Wo sind die alle geblieben?

"blen­ded in" - in der Mas­se der Ande­ren sind die Mit­läu­fer und Ver­ant­wort­li­chen ver­schwun­den, sie haben sich unsicht­bar gemacht, tun so, als ob es Ver­bre­chen und Unter­drückung nie gege­ben hätte.

Fragt man - beim Zusam­men­tref­fen mit ehe­ma­li­gen DDR-Bür­gern - was sie denn so gemacht haben waren sie alle nur Opfer. Täter trifft man nicht. Die sind wie Nebel im Wind zer­flos­sen, weg­ge­weht und damit verschwunden ....

Das wider­spricht der nor­ma­len Lebenserfahrung:
Denn wo "Opfer" zu bekla­gen sind müs­sen auch "Täter" sein.

Das bedeu­tet für mich, daß die Täter nicht nur schlech­te Men­schen waren, son­dern auch heu­te noch schlech­te Men­schen sind - weil jemand mit gutem Gewis­sen sei­ne Rol­le in die­sem Unrechts­sy­stem doch aus­spre­chen könn­te. Selbst "Täter" könn­ten die Wahr­heit sagen und anfü­gen, war­um sie so und nicht anders gehan­delt haben. Das wäre alle­mal bes­ser, denn dann stün­de nicht bei allen Ost­lern die man so trifft die Ver­mu­tung im Raum sie hät­ten zu den "Tätern" gehört und woll­ten das aber nun lie­ber nicht mehr wis­sen - und schon erst recht nicht zugeben ....

Mie­se Feig­lin­ge, allesamt.


* sich ein­fü­gen, sich inte­grie­ren, sich vermischen.