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@ TC: Es hat den Anschein als ob das Thema für Sie von großer Bedeutung ist.
Es gibt - wie Sie ja auch andeuten - durchaus verschiedene Lebensentwürfe, die sich sehr extrem voneinander unterscheiden. Daraus allerdings eine "Wertigkeit" der Betroffenen oder ihres Tuns/Unterlassens herleiten zu wollen halte ich aber für unangemessene und unzulässige Pauschalierung ....
Nicht alle Haushalte können sich eine Putzfrau leisten, was bedeutet, daß die Wohnung selbst gereinigt wird:
Nehmen wir an ein Zimmer pro Tag, das sind bei einer normalen Wohnungsgröße mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden täglich - und in einem Vier-Personen-Haushalt fällt schon mindestens eine Wäsche und ein Trocknergang täglich an (auch mehr - vor allem wenn die Kinder noch kleiner sind) - dafür können wir getrost eine weitere Stunde ansetzen, denn die Wäsche kommt ja nicht von alleine in den Waschraum und wieder in die Schränke .... Einkaufen dauert bestimmt eine Stunde täglich für frische Nahrung (bei unseren Wocheneinkäufen von dauerhafter Nahrung, Getränkenusw. gehen so 2-3 Stunden mindestens drauf .... ) - und dann muß daraus ja auch noch eine Mahlzeit zubereitet werden ....
Bei den Paaren / Familien - von denen Sie sprechen - bleiben unweigerlich bestimmte Arbeiten liegen oder werden nur flüchtig ausgeführt oder es gibt immer nur Convenience-Food .... mit der Folge, daß irgendwann der Überhang & das Übergewicht so groß werden, daß dafür Extrazeit benötigt wird, zum Abarbeiten der Rückstände und der Körpermasse! Ich habe einige Kollegen, bei denen sich genau dieses ewige Hinterherlaufen hinter den Notwendigkeiten zeigt - zufriedener wird man durch so etwas bestimmt nicht ....
Was nun das Studium angeht:
Es gab Zeiten, da hat man als Student seinen Unterhalt völlig ohne staatliche Hilfe finanziert - klar, die Schulen & Hochschulen kosten Steuern, aber gerade die dort Ausgebildeten zahlen doch die Masse der Steuern, die dieser Staat einnimmt - und an Sozialabgaben gleich nochmal den größten Batzen .... da sollte es bei eigenfinenziertem Studium doch Jede/-r/-m selbst überlassen bleiben, was sie/er mit dem erworbenen Wissen anfängt.
Das Problem sind nicht solche Studierende, die ihre Kenntnisse nicht nutzen, sondern jene Schüler/-innen, die von der Leistung her ungeeignet sind, an einer Hochschule zu studieren, weil man ihnen das Abitur nachgeworfen hat nach dem Motto:
Mehr Schüler ins Studium .... die Aufwertung der ehemaligen FHs zu Hochschulen tat ein Übriges dazu.
Anspruch und Leistung driften immer mehr auseinander:
Die Gehälter sollen auf Akademikerniveau liegen, die Leistungen sind nicht einmal mehr das, was früher ein guter Facharbeiter konnte ....
Wozu das führt ist auch mittlerweile deutlich:
Alle entwickeln eine Mitnahme-Mentalität und wollen die Gelder des Staates 'abgreifen' - und dabei bleiben die Leistungsfähigen und -willigen auf der Strecke, denn die Anderen verstopfen den Zugang zu den Angeboten .... zudem fehlen die Fachkräfte in Hand-Berufen, diese bluten aus, es gibt keinen Nachwuchs ....
Ich glaube übrigens nicht an einen Gott - das ist mir als Naturwissenschftler zu fern - sondern eher an eine schöpferische Kraft, die in der Chemie ihren Ausdruck findet - es kommt schließlich "Alles vom Atom" ....
PS
Theorie und Praxis unterscheiden sich, da werden Sie nicht widersprechen. Ich habe praktische Erfahrung mit einem 5-Personen-Haushalt und kann den tatsächlichen Arbeitsanfall einschätzen .... und ich versichere Ihnen, daß viele Akademikerinnen nur deswegen eine akademische Laufbahn angestrebt haben, weil sie erkannten, daß die Alternative Haushalt & Familie erheblich mehr Anforderungen stellt ....