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bookmark_border19.01.2004 / Bemerkungen über Kannibalismus

Gestern hat­te ich zum Wer­te­ver­fall Stel­lung genom­men und dazu eine gesell­schaft­li­che Facet­te - die Kir­chen - in den Mit­tel­punkt mei­ner Betrach­tun­gen gestellt. Las­sen Sie mich da anknüp­fen: Wenn Men­schen kei­nen Sinn in ihrem Leben sehen haben sie zwei Mög­lich­kei­ten: Auf Suche gehen um einen Sinn zu fin­den, z.B. in Reli­gi­on - oder in "Kult", der ihnen rät ihr Leben vor­zei­tig abzu­schlie­ssen weil sie sicher sein kön­nen, Mög­lich­keit eins wer­de zu nichts führen.

Eine gro­ße Zahl scheint den letz­te­ren Weg gehen zu wol­len, wie eine Zei­tungs­no­tiz vor eini­gen Tagen belegt [Kan­ni­ba­lis­mus].

Da ist ein Mensch (?) ange­klagt, einen ande­ren Men­schen (?) mit des­sen Ein­wil­li­gung getö­tet und dann auf­ge­ges­sen zu haben, na ja, viel­leicht nicht ganz aber doch gro­ße Teile.

War­um ich das hier bespre­che? Wie schlimm muß für das "Opfer" sein Leben aus­ge­se­hen haben, um einem sol­chen Ende zuzu­stim­men? Wo sind Fami­lie, Nach­barn, Arbeits­kol­le­gen gewe­sen, als es die­sem Men­schen so schlecht ging? Konn­te das wirk­lich kei­ner sehen? Oder ist es viel­leicht so, daß die mei­sten Bür­ger weg­se­hen, denn sich "küm­mern" bedeu­tet Auf­wand, Mit­ge­fühl und mög­li­cher­wei­se auch Ein­satz von Zeit und Geld.

Ich höre schon die ver­schie­de­nen Mei­nun­gen aus den vor­herr­schen­den Denk­rich­tun­gen [Aus­wahl!]:

- libe­ral: Das muß doch jeder selbst bestim­men, laßt jeden selbst entscheiden ....

- links: Das ist das Ergeb­nis kapi­ta­li­sti­scher Machen­schaf­ten, die, um Geld zu ver­die­nen den Men­schen in Film, Funk und Fern­se­hen sol­che Irr­we­ge vor­spie­len und dadurch greif­bar machen ....

-rechts: Das ist das Ergeb­nis sozia­li­sti­scher Gleich­ma­che­rei, der Ein­zel­ne ist nichts mehr wert, nur das Kol­lek­tiv zählt ....

und so weiter!

Zynisch gedacht ver­schmel­zen bei­de ein­gangs genann­ten Mög­lich­kei­ten - Reli­gi­on oder Kult - dann doch wie­der zu nur einer Vari­an­te. Wir müs­sen alle ster­ben, wir haben alle Angst davor, na ja, fast alle, und nei­gen gera­de des­halb manch­mal zu absur­den Ent­schei­dun­gen. Angeb­lich sol­len sich ins­ge­samt 204 Per­so­nen bereit­ge­fun­den haben, sich töten und auf­es­sen zu las­sen [sie­he wie­der: Kan­ni­ba­lis­mus]. Küm­mert sich jeden­falls jetzt jemand dar­um, die­se ver­irr­ten See­len einer The­ra­pie zuzuführen?

Um es klar auszudrücken:
Ich leh­ne sol­che idio­ti­schen Ver­hal­tens­wei­sen ab.

Was bleibt ist aber ein Gefühl von Trau­rig­keit, daß wir so weit gekom­men sind - und daß kein Auf­schrei durch das Land geht, der dem Aus­druck verschafft.

Genau­so schlimm fin­de ich es, was sich in letz­ter Zeit für Tou­ri­sten als zuneh­men­de Gefahr auf­tut: Ein paar Stei­ne als Erin­ne­rung mit nach Hau­se neh­men. Doch dazu mor­gen unter der Über­schrift "Bemer­kun­gen über Touristen".

bookmark_border20.01.2004 / Bemerkungen über Touristen

Als ich in den frü­hen 70ern bei der Bun­des­wehr "dien­te", hat­te ich einen Kame­ra­den, Horst Chwal­kow­ski [an den erin­ne­re ich mich noch, weil er sich spä­ter, als er am Gym­na­si­um der Regens­bur­ger Dom­spat­zen zu unter­rich­ten anfing, "Schu­bert" nann­te - und dar­auf bestand, daß ihn alle so nen­nen soll­ten]. Schu­bert behaup­te­te: "Wir sind alle Ver­käu­fer". Aus heu­ti­ger Sicht möch­te ich anfü­gen: "Stimmt, aber mehr oder weni­ger gut!".

Gut machen es die Rei­se­un­ter­neh­men, wenn sie ihre Zie­le anprei­sen. Der durch­schnitt­li­che Tou­rist bekommt die Kli­schees gelie­fert, nach denen sie/er sucht, und sei es "das gut geführ­te Mit­tel­klas­se­ho­tel", manch­mal mit erstaun­li­chem Aus­gang [sie­he dazu: Dal­ma­ti­en]. Der Bil­dungs­bür­ger hat Grie­chen­land mit "Besuch anti­ker Stät­ten" - für einen klei­nen Auf­preis mit deutsch­spra­chi­ger Rei­se­lei­tung - im Visier, der durch­schnitt­lich Gebil­de­te ist mit ein paar Sehens­wür­dig­kei­ten zufrie­den zu stel­len, die besucht wer­den kön­nen wenn's mal zu kalt zum Baden ist oder man ein­fach wegen des Son­nen­bran­des nicht noch einen­Tag in der Son­ne lie­gen kann. Fami­li­en mit Kin­dern wer­den Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en ange­dient: Was durch Sai­son­auf­schlag "abge­zockt" wird tut da nicht so weh, denn die Ein­hei­mi­schen speist man mit Beträ­gen ab, für die hier nie­mand einen (klei­nen) Fin­ger krumm machen wür­de. Und für den Rest gibt's in der Hoch­sai­son sowie­so nur "Bal­ler­mann" - eine Nach­fol­ge fin­det sich da sicher bald - end­lich "die Sau raus­las­sen", bis zum näch­sten Morgen.

Die Tou­ri­sten­wel­len schwap­pen hin- und her, aber eigent­lich regel­mä­ßig dort­hin, wo's schön bil­lig ist. Na, USA scheint nun doch in wei­te Fer­ne zu rücken, der Wech­sel­kurs ist rück­läu­fig, zu Ungun­sten des €.

Hier bie­tet sich doch gleich an, auf die Zwie­späl­tig­keit im Den­ken der Tou­ri­sten hin­zu­wei­sen: Bush mag kei­ner, aber ab nach USA um bil­lig Jeans ein­zu­kau­fen, das ist "cool". Und wei­ter geht's nach Afri­ka. Baden und Schnor­cheln im Roten Meer, Nil­kreuz­fahrt, Kenia und Safa­ri, Natio­nal­parks - und bloß nicht mit den Ein­hei­mi­schen in Kon­takt kom­men, es sei denn sie sind als Bedie­nungs­per­so­nal nütz­lich - da müß­te man anfan­gen über deren Lebens­si­tua­ti­on nach­zu­den­ken, und die ist geeig­net, sogar dem dick­fel­lig­sten Igno­ran­ten das Schau­dern bei­zu­brin­gen. [Ent­schul­di­ge, Her­ve, das muß­te sein!]

Viel­leicht ist es zuviel ver­langt, nach einem Boy­kott der Län­der zu ver­lan­gen, die sich nicht an demo­kra­ti­sche Grund­re­geln hal­ten, in denen eine klei­ne Ober­schicht ihre Bevöl­ke­rung bestiehlt, die es nicht hin­krie­gen, Men­schen­rech­te lt. UNO-Char­ta einzuhalten.

In die­sem Zusam­men­hang fand ich einen Zei­tungs­ar­ti­kel inter­es­sant, der über eine neu­er­li­che Ver­haf­tung eines - zuge­ge­be­ner­ma­ßen igno­ran­ten - deut­schen Tou­ri­sten berich­te­te, der einen STEIN, antik (!), nach Hau­se mit­neh­men woll­te. Abge­se­hen von der Dumm­heit, so etwas zu tun, nach­dem der Fall aus Mün­ster durch die gesam­te Pres­se gegan­gen war, sieht man dar­an, wie z.B. in der Tür­kei mit Rechts­fra­gen umge­gan­gen wird, wie schnell die "Obrig­keit" reagiert. Ich fra­ge mich, wie stark der Sturm der Ent­rü­stung in tür­ki­schen Blät­tern ware, wenn ähn­li­ches hier bei uns einem tür­ki­schen Staats­bür­ger wider­fah­ren wür­de .... man den­ke an die Wel­len, die schon das KOPFTUCH schlägt .... der Aus­gangs­punkt war ja wohl das Anstel­lungs­be­geh­ren einer Leh­re­rin, die nur mit Kopf­tuch unter­rich­ten woll­te. Was wohl die Schü­ler dazu zu sagen hätten?

bookmark_border21.01.2004 / Bemerkungen über Schüler

Nein, kei­ne Angst, nicht schon wie­der PISA! Obwohl dazu eini­ges zu sagen wäre. Etwa über die lang­jäh­ri­ge "Kon­di­tio­nie­rung" von Schü­lern in Län­dern, die bes­ser abge­schnit­ten haben. "Kon­di­tio­nie­rung", was mei­ne ich? Tests, Tests, und noch­mals Tests und das von der Vor­schu­le an! Kein Wun­der also, wenn die Schü­ler, die so etwas nicht gewohnt sind, schon durch die for­ma­le Glie­de­rung der Fra­gen einen Nach­teil haben. Doch genug dar­über, sol­len sich die haupt­amt­lich mit Bil­dung befass­ten Spe­zia­li­sten die Köp­fe zer­bre­chen wie man ein bes­se­res Abschnei­den erreicht.

Schü­ler spie­geln die Struk­tur, vor allem aber die Wer­te der Gesell­schaft, denn sie ahmen im Schul­all­tag nach, was sie zu Hau­se sehen, hören und füh­len. Eltern ist oft nicht bewußt, wie genau man durch Beob­ach­tung ihres Nach­wuch­ses auf die häus­li­chen Ver­hält­nis­se schlie­ssen kann. Vor­ur­tei­le, Äng­ste, Denk­mu­ster, all das über­trägt sich auf die Schü­ler und zwar eins zu eins!

Schaut man genau hin, packt einen das Grau­sen: Rück­sichts­lo­sig­keit, man­geln­de Manie­ren, hohe Kon­flikt­be­reit­schaft ohne gewalt­freie Lösungs­mu­ster, Ellen­bo­gen­men­ta­li­tät statt Lei­stungs­wil­le, Schum­meln, Täu­schen, Trick­sen, die Liste lie­ße sich belie­big fortsetzen.

Den Schü­lern - oder soll­te ich bes­ser "Kin­dern" sagen - ist kein Vor­wurf zu machen, wohl aber der Eltern­ge­nera­ti­on. Die ist ent­rü­stet und ver­weist - mit Recht - auf ihre eige­nen Eltern. Die [jet­zi­ge] Eltern-Gene­ra­ti­on ist auf­ge­wach­sen wäh­rend ihre Eltern mit Wie­der­auf­bau, Geld­ver­die­nen und Anschaf­fun­gen beschäf­tigt waren, dazu bei­de Part­ner arbei­te­ten und sich natür­lich nicht um die Erzie­hung ihrer Kin­der küm­mern konn­ten. Die­se "Schlüs­sel­kin­der" von damals sind die Eltern der Schü­ler von heu­te. Neben­bei muß­te man sich zu die­ser Zeit "selbst ver­wirk­li­chen" und dabei stö­ren Kin­der ja bekanntlich ....

Was brau­chen wir also, um das Ruder her­um­zu­rei­ßen? Rück­kehr zu gesell­schaft­li­chen Wer­ten, die noch tief in unse­rer Bevöl­ke­rung schlum­mern - dann lösen sich viel­leicht ganz ele­gant ande­re Pro­ble­me mit, wie die des Gesund­heits­we­sens: Statt "Neh­men ist seli­ger denn Geben" mög­li­cher­wei­se "Sinn­vol­les, ver­ant­wor­tungs­be­wuß­tes Ver­hal­ten" und "Vor­beu­gen statt Hei­len" - doch das ist mor­gen The­ma, in den "Bemer­kun­gen zum Gesundheitswesen".

bookmark_border22.04.2004 / Bemerkungen zum Gesundheitswesen

In Deutsch­land wer­den weni­ger Kin­der gebo­ren, als Men­schen ster­ben. Dadurch kehrt sich unse­re Alters­py­ra­mi­de [1 ; 2 ; 3 ] um: Die brei­te Basis wird zur Spit­ze, die Spit­ze ver­brei­tert sich von Jahr zu Jahr. Das durch­schnitt­li­che Ster­be­al­ter schiebt sich wei­ter nach oben, wobei Frau­en offen­sicht­lich einen gewis­sen Vor­teil haben [Män­ner (76,92 Jah­re) Frau­en (83,15)]. Bio­lo­gisch betrach­tet ist das nicht ver­wun­der­lich, denn mit zwei X-Chro­mo­so­men sind sie in Wirk­lich­keit das "star­ke" Geschlecht! *

Was das mit dem Gesund­heits­we­sen zu tun hat?

Der Grund dafür, daß durch­schnitt­lich das Ster­be­al­ter nach oben ver­scho­ben ist, liegt - wenig­stens teil­wei­se - in Fort­schrit­ten der Medi­zin begrün­det. Vie­le aku­te Krank­hei­ten wer­den schnel­ler und frü­her behan­delt, Infek­ti­ons­krank­hei­ten durch immer geziel­ter wir­ken­de Anti­bio­ti­ka ein­ge­dämmt oder ganz aus­ge­merzt, chro­ni­sche Krank­hei­ten wer­den durch ver­bes­ser­te Dia­gno­stik frü­her erkannt und dem­entspre­chend in ihrem Ver­lauf "get­reckt", d.h. bis zu ihrer Voll­ent­wick­lung ver­geht sehr viel mehr Zeit - die Pati­en­ten haben unter­des­sen eine wesent­lich ver­bes­ser­te Lebensqualität.

Doch um wel­chen Preis! Und was ist die "Kehr­sei­te der Medaille"?

Die Gesamt­ko­sten für den "Gesund­heits­be­trieb" sind in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten explo­si­ons­ar­tig gestie­gen, wobei zwi­schen Kosten­stei­ge­rung, Bei­trags­er­hö­hung und Infla­ti­ons­be­ding­ter Stei­ge­rung zu unter­schei­den wäre. Jeder Ver­si­cher­te - und hier gilt der Begriff "Stei­ge­rung" - spürt das an den Abzü­gen für die Kran­ken- (und ande­re Sozi­al-) ver­si­che­rung, seit Jah­res­wech­sel spü­ren es zusätz­lich all jene, die wegen aku­ter Gesund­heits­stö­run­gen in Arzt­pra­xen oder Kran­ken­häu­sern vor­stel­lig wer­den: Mit 10€ sind sie dabei!

Mal abge­se­hen von dem tat­säch­li­chen Nut­zen, der äußerst zwei­fel­haft ist, wel­ches Signal geht von die­ser Gebühr aus? Alle Ver­si­cher­ten wer­den gehal­ten, selbst mehr für ihre Gesund­erhal­tung [Selbst­ver­ant­wor­tung] zu tun. Vor­bei ist es mit der Hal­tung "Sump­fen bis zum Umfal­len, der Dok­tor wird´s schon rich­ten!". Was über Jahr­zehn­te durch ver­schie­de­ne Wel­len der Auf­klä­rung über die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten nicht geschafft wur­de - jetzt, wo es Geld kostet wacht "Deutsch­land" auf.

Der Bruch kam für vie­le plötz­lich, zu plötz­lich nach mei­nem Geschmack. Ich bin zwar der Mei­nung, daß eine Umstel­lung des Ver­hal­tens nötig ist, es wäre jedoch bes­ser gewe­sen all denen, die nicht die Chan­ce hat­ten sich auf ein "ver­schärf­tes" System durch Ände­rung ihres Ver­hal­tens ein­zu­stel­len, eine Über­gangs­lö­sung zu gewäh­ren [Selbst­ver­ant­wor­tung]. Wegen der immensen Geld­not des Gesamt­sy­stems ist das wohl unter­blie­ben - da hät­te frü­he­re Inter­ven­ti­on der Poli­tik ein­set­zen müssen.

Außer­dem haben sol­che Schnell­schüs­se immer Män­gel. Ein wesent­li­cher Man­gel ist sicher die vol­le Ein­be­zie­hung von Betriebs­ren­ten zur Berech­nung der Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, da es sich in die­sem Fall um eine Dop­pel­er­he­bung han­delt, denn die Betriebs­rent­ner haben ja zu akti­ver Zeit auf ihr Ein­kom­men bereits den vol­len Kran­ken­kas­sen­bei­trag gezahlt. Hier wur­de sicher nach dem Prin­zip gehan­delt: Klei­ne Per­so­nen­grup­pe => über­durch­schnitt­li­che Gesamt­be­zü­ge => also wenig Gegen­wehr zu erwar­ten. Ähn­lich ist die Situa­ti­on übri­gens bei der Zins­be­steue­rung, da ver­steht ein nor­ma­ler Mensch auch nicht, war­um die­je­ni­gen, die ihr Geld nicht ver­pras­sen, son­dern spa­ren, dar­auf und auf die Erträ­ge noch­mals Steu­ern zah­len müssen.

Der Schock über die Ände­run­gen im Gesund­heits­we­sen sitzt tief, dem­entspe­ch­end hef­tig sind die Reak­tio­nen von allen Sei­ten, abge­stuft nur nach Grad der Betroffenheit.

Es stellt sich auch die Fra­ge, wer eigent­lich von den über­durch­schnitt­lich gestie­ge­nen Kosten pro­fi­tiert. Jede betei­lig­te Grup­pe Ärz­te - Apo­the­ker - Kran­ken­haus­be­trei­ber - Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler - Kran­ken­kas­sen schiebt den "Schwar­zen Peter" auf die jeweils ande­ren Betei­lig­ten - und nie­mand kann das Dickicht so recht durch­drin­gen. Wo sol­che Beträ­ge im Spiel sind wird alles getan, die Unklar­heit auf­recht zu erhal­ten [Ansatz zur Klä­rung HIER ].

bookmark_border24.01.2004 / Bemerkungen zum Internet

Dem Inter­net ver­dan­ke ich die Freu­de, 1996 einen lan­ge ver­schol­le­nen Freund gefun­den zu haben. Jah­re zuvor war ich der Tele­kom mit BTX auf den Leim gegan­gen - end­lo­se Kosten, z.B. für das hoff­nungs­los über­teu­er­te Emp­fangs­ge­rät, wenig Nut­zen, da über­wie­gend voll­ge­stopft mit ein­schlä­gi­gen XXX-Angeboten!

Mei­ne Toch­ter hat­te vom Inter­net gehört. Sie rech­ne­te zwei und zwei zusam­men, Tele­phon im Haus, Com­pu­ter im Haus = Mög­lich­keit in´s Inter­net zu gehen. Sie nerv­te so lan­ge, bis ich schließ­lich nach­gab und AOL-Kun­de wur­de. Das war der Anfang hoher Rech­nun­gen - sowohl von der Tele­kom in Minu­ten­preis, als auch von AOL, eben­falls in Minu­ten. Monat­lich kamen manch­mal über 250.- DM zusammen.

Anfangs war alles noch sehr über­sicht­lich, und "Such­ma­schi­nen" brauch­te man noch nicht, das wur­de von Dien­sten wie AOL - mehr schlecht als recht, wenn man es vom heu­ti­gen Zeit­punkt aus sieht - "kom­plett" mit ange­bo­ten. Das änder­te sich aber schnell. Eben­so wie bei BTX kamen die ein­schlä­gi­gen Anbie­ter zum Zuge und ver­such­ten das Medi­um zu über­neh­men - was ihnen bis dato nicht gelun­gen zu sein scheint, denn anders als bei BTX ist die Namens­ge­bung und -ver­ga­be bes­ser gere­gelt, "Wild­wuchs" wie "AAAAAA", damit man ganz vorn in einem Ver­zeich­nis steht, ist durch Stich­wort­su­che leicht zu umgehen.

Obwohl man da auch Über­ra­schun­gen erle­ben kann: Als ich neu­lich unter "Falsch­fah­rer" such­te, waren, neben dem übli­chen Schrott, zwei Sei­ten tat­säch­lich zum The­ma Ver­kehrs­über­tre­tun­gen, eine wei­te­re jedoch - ganz harm­los von der Auf­ma­chung her - schick­te mir eine Sei­te mit pop-up und dann ging´s rich­tig los: ein Dut­zend Fen­ster öff­ne­te sich in Sekun­den­schnel­le - natür­lich alle mit ein­schlä­gi­gem Inhalt - und so hart­näckig immer wie­der selbst erneu­ernd, daß schließ­lich nur noch abschal­ten half! Das sind die weni­gen Momen­te, in denen ich mir wün­sche, ich wäre in der Lage, den ent­spre­chen­den Ser­ver mit Virus oder Spam auszuschalten .

Sie erin­nern sich an die erwähn­te Freu­de, einen alten Freund wie­der gefun­den zu haben? Ich hat­te nach eini­gen Ver­su­chen her­aus­ge­fun­den, daß man mit Inter­net - welt­weit - nach Per­so­nen suchen konn­te [zuge­ge­ben, es war schon etwas lang­wie­ri­ger und nicht so zack-zack wie es hier klingt, aber wer denkt schon gern an sei­ne "Nie­der­la­gen", die wer­den schnell ver­drängt!]. In dem Ver­zeich­nis einer US-Tele­fon­ge­sell­schaft gab es die Mög­lich­keit, Name, Vor­na­me und Geburts­jahr ein­zu­ge­ben, dann wur­de eine Liste mit 18 Namen ange­zeigt, wohl­ge­merkt: Tele­fon­num­mer und Wohn­adres­se. Und das zu einer Zeit, als man hier zu Lan­de von der Aus­kunft nicht ein­mal die Ruf­num­mer bekam, wenn man die Stra­ße nicht benen­nen konnte!

Unter den erwähn­ten 18 Namen hat­te ich die freie Aus­wahl, und ich ent­schied mich, ganz oben anzu­fan­gen und mich nach unten durch­zu­ar­bei­ten: Wel­cher Glücks­fall! Gleich der erste Ange­ru­fe­ne war der 33 Jah­re ver­schol­le­ne Freund. Von da an hat­ten Tele­kom und AOL viel Freu­de an mir, die Rech­nun­gen gin­gen in astro­no­mi­sche Höhe - bis mei­ne Frau vor­schlug, doch lie­ber hin zu flie­gen. Gesagt, getan und das war tat­säch­lich billiger!

Sie hat­ten von der Über­schrift her viel­leicht etwas ande­res als Inhalt ver­mu­tet. Mei­ne Ein­schät­zung daher in Kür­ze: Wenn es gelingt,

• das Medi­um von Ein­flüs­sen über­eif­ri­ger Daten­samm­ler und Schnüff­ler frei zu halten,

• den Miß­brauch ein­zu­schrän­ken (z.B. Spam),

• noch mehr Men­schen den Zugang zu ermöglichen,

• die Qua­li­tät der Such­ergeb­nis­se zu verbessern,

• Quel­len "frei" zugäng­lich zu halten,

dann ist das Inter­net - zusam­men mit der Mög­lich­keit, email in Sekun­den um die Welt zu schicken - ein wah­rer Segen, bringt es doch Infor­ma­ti­on und Wis­sen auch in den ent­le­gen­sten Win­kel der Erde, nahe­zu unab­hän­gig vom jeweils herr­schen­den System.

bookmark_border25.01.2004 / Bemerkungen zu Farben

Immer, wenn ich durch ein Kauf­haus gehe, schaue ich mir die Par­fü­me­rie­ab­tei­lung an. Nicht sehr genau, zuge­ge­ben, aber doch von Fer­ne, so beim Durch­schlen­dern. Sie ver­mu­ten jetzt sicher, ich tue das, weil ich mir die Ver­käu­fe­rin­nen anschau­en will - fast rich­tig! Der Grund, den Sie viel­leicht ver­mu­ten ist aller­dings falsch, ich schaue mir mit Fas­zi­na­ti­on an, wie die­se Ver­käu­fe­rin­nen sich bewe­gen, höre zu, wie sie reden und erfreue mich dar­an, wie schön far­big ihre Gesich­ter sind.

Na, end­lich, wer­den sie sagen, jetzt ist er beim The­ma. Jein. Auf die Far­be kom­me ich gleich, zuerst muß ich noch ´was los­wer­den: Ich stau­ne immer wie­der, wie­so die­se vor­neh­men, von aller gemei­nen Welt ent­rück­ten Damen sich her­ab­las­sen, in einem Kauf­haus zu ver­kau­fen. Sie sind doch nach Geha­be und Kun­den­an­spra­che zu Höhe­rem gebo­ren, füh­len sich irgend­wie depla­ziert unter all die­sen igno­ran­ten Käu­fern .... ähn­li­ches fin­det man nur noch in Mode­ge­schäf­ten. Das aller­dings weiß ich nur vom Hören­sa­gen, denn da wo ich kau­fe sind die Ver­käu­fer noch auf dem Weg nach oben und ent­spre­chend beflissen.

Heu­te las ich mit Erstau­nen, daß in einem Münster´schen Kauf­haus ein Mann (!) in der Par­fü­me­rie arbei­tet! Wenn das kei­ne Gleich­be­rech­ti­gung ist. End­lich, nach der männ­li­chen Heb­am­me - per Gerichts­be­schluß zu die­ser Pro­fes­si­on zuge­las­sen - so völ­lig ohne juri­sti­sches Zutun ein Mann als Ver­käu­fer in der Par­fü­me­rie - sie mer­ken, ich bin ganz hin und weg.

Er ist, dem Bild, und beglei­ten­dem Text nach, aller­dings nicht in "Kriegs­be­ma­lung", wie sei­ne weib­li­chen Kol­le­gin­nen, son­dern ganz nor­mal in Anzug und Kra­wat­te, könn­te glatt für einen Bän­ker durchgehen.

Ein­gangs hat­te ich auf mei­ne Gewohn­heit hin­ge­wie­sen, mir die far­bi­gen Gesich­ter der Par­fü­me­rie­ver­käu­fe­rin­nen anzu­se­hen. Ein wah­res Far­ben­spek­trum, neben dem jeder Regen­bo­gen blaß aus­sieht. Ich fra­ge mich, wie wer­den die­se Damen wohl "unge­schminkt" aussehen?

Dazu muß ich berich­ten, daß ich ein­mal vor Jah­ren zu Besuch in Ber­lin war, bei Freun­den. Die Dame des Hau­ses hat­te ich schon gele­gent­lich getrof­fen, immer top zurecht gemacht und natür­lich auch geschminkt.

Zu dem frag­li­chen Zeit­punkt, als ich dort über­nach­te­te, wur­de es ein "lan­ger" Abend, ich erin­ne­re mich schwach, daß wir es schaff­ten, einer Fla­sche Cal­va­dos - mit ein­ge­schlos­se­nem Apfel (grün) - auf den Grund zu schau­en. Ziel war, den Apfel aus der Fla­sche zu holen und zu essen. Wegen der fort­ge­schrit­te­nen Stun­de - nicht etwa weil wir zu Viert die Fla­sche geleert hat­ten - dau­er­te das gerau­me Zeit.

Der Mor­gen war dem­entspre­chend: Grau­sig! Und damit nicht genug, die Haus­her­rin kam, um zu wecken. Zuerst hat­te ich sie nicht erkannt, dach­te mit schwe­rem Kopf es sei viel­leicht noch jemand zum Über­nach­ten mit­ge­kom­men, doch kein Zwei­fel, das fal­ti­ge, ein­ge­fal­le­ne und fah­le Gesicht war .... das "unge­schmink­te" Gesicht unse­rer Gast­ge­be­rin. In die­sem Moment wur­de aus mei­ner eher schwa­chen Ableh­nung von Schmin­ke ein Kreuzzug!

Um ihnen noch einen aktu­el­le­ren Gedan­ken mit­zu­tei­len: In Hol­land gibt es - das ging kürz­lich durch die Pres­se - eine Gale­rie [KUNSTFABRIEK], bei der man Bil­der bestel­len kann, nach Pho­to oder ande­rer Vor­la­ge, in Öl, auch Aus­schnit­te "Alter Mei­ster". Gra­tu­la­ti­on an die bei­den Inha­ber, die es ver­stan­den haben, eine wei­te­re Markt­lücke ideen­reich zu fül­len! Gemalt wird übri­gens in Chi­na, weil, laut Aus­sa­ge des einen Besit­zers, Seri­en von Ver­su­chen in ande­ren Län­dern nichts so Gutes erga­ben, wie die Ver­su­che bei den Chi­ne­sen. Da sieht man es ´mal wie­der: 6000 Jah­re Kunst­ver­stand und Übung sind eben nicht zu toppen.

Nun habe ich doch mit "Far­ben" abge­schlos­sen. Halt, nein, nicht ganz: Das begehr­te­ste Motiv der Kunst­fa­b­riek fehlt noch - Stilleben. So, das war´s.

bookmark_border26-01-2004 / Bemerkungen über ebay

Die "Non-Sen­se-Wer­bung" oder das "Mar­ke­ting-Over­kill"

Haben Sie das auch schon gehabt? Sie suchen z.B. in GOOGLE nach einer bestimm­ten Sache und wel­che Links Sie auch immer öff­nen: Hin­wei­se auf Ange­bo­te von "ebay", mit gerin­ge­rer Häu­fig­keit auch von AMAZON. Im ersten Fall wer­den dem Sur­fer, der nach etwas ganz ande­rem sucht "gebrauch­te *was-auch-immer*" ange­bo­ten, im zwei­ten Fall Bücher zum The­ma *was-auch-immer*. Schlicht aus­ge­drückt: Das nervt!

Wenn ich z.B. nach "Ear­th­qua­ke" [Erd­be­ben] suche, wird mir angeboten:

Nun fra­ge ich mich, wer mir wohl die­ses Objekt ver­kau­fen könn­te. Hat "ebay" eine gehei­me Sta­ti­on als Kun­den, die in der Lage ist mich mit einem Erd­be­ben aus­zu­stat­ten, kann ich Wün­sche äußern, wo die­ses Erd­be­ben statt­fin­den soll und reicht es, wenn ich für´s Erste einen Ein­satz von €1,oo wage? Wie wird sicher­ge­stellt, daß ich mein "Erd­be­ben" auch bekom­me, wenn ich den Zuschlag habe? Wird mir ein­ge­räumt, vom Kauf zurück­zu­tre­ten, wenn ich mit der Stär­ke des Erd­be­bens [auf der Rich­ter-Ska­la] nicht zufrie­den bin?

Wenn ich die Anzei­ge genau lese, könn­te ich mir auch ein "second-hand-Erd­be­ben" kau­fen. Wel­cher Erd­be­ben­fan macht das? So rich­tig kra­chen kann es doch nur beim ersten Mal - sie­he "Nach­be­ben", die geben doch kaum noch etwas her!

Auch die Suche nach "Ther­mo­dy­na­mik" brach­te ein uner­war­te­tes Ergebnis:

Ther­mo­dy­na­mik

Da bin ich doch platt! Ther­mo­dy­na­mik bei "ebay" im Ange­bot. Und sooo ein lan­ger grü­ner Bal­ken - hoch­in­ter­es­sant. Viel­leicht gibt es einen "Vier­ten Satz der Ther­mo­dy­na­mik" von dem die Phy­si­ker noch nichts wis­sen, der bei "ebay" aber schon zu Bie­ter­an­sturm führt - und bei­na­he hät­te ich nichts davon gewußt, wäre ich bei mei­ner Suche nicht auf das Schnäpp­chen hin­ge­wie­sen worden.

Sie wer­den den­ken: "Das ist nicht zu über­tref­fen!" Doch! Lesen Sie bit­te fol­gen­des Angebot:

Offen­sicht­lich wird bei "ebay" nichts dem Zufall über­las­sen, gefällt ihnen ihre Reli­gi­ons­ge­mein­schaft nicht mehr - kau­fen Sie sich doch eine neue. Auch hier wie­der der lan­ge grü­ne Über­ein­stim­mungs­bal­ken, das ist wohl die Stan­dard­län­ge, egal wonach man sucht ..... doch Spaß bei­sei­te: Ist das nicht auch eine uner­wünsch­te Art von Blocka­de, "Spam" in Such­ma­schi­nen? Ist "ebay" etwa "bes­ser" oder "exkul­piert wegen Bedeutsamkeit"?

In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich Sie bit­ten, auf ähn­li­che Ange­bo­te zu ach­ten, wenn Sie auf der Suche sind - und mir die Bei­spie­le als screen­shot zu sen­den. Ich habe vor, mich bei Goog­le über die­se Art uner­wünsch­ter Wer­bung zu beschwe­ren. Sie kostet mei­ne - und Ihre - Zeit und ist nach mei­nem Ver­ständ­nis eine noch grö­ße­re Zumu­tung als all die uner­wünsch­te email oder die lästi­gen Pop-Ups.

Nach­trag am 01−03−04:
Die­se Infor­ma­ti­on erhielt ich in GOOGLE als ich heu­te nach "Apo­the­ke" suchte

bookmark_border27.01.2004 / Bemerkungen zur Steuerreform. Welche Steuerreform?

Eigent­lich woll­te ich mich hier doch nur über das "Reförm­chen" vom letz­ten Jahr lustig machen. Nahe­zu ein Jahr krei­ste der Berg und gabar die berühm­te Maus - etwas, das den Namen "Reform" nicht ver­dient. Schon gar nicht den Begriff "Ent­la­stung", denn wie wir erfah­ren haben, han­delt es sich im Schnitt um ca. €300,oo pro Jahr, oder, wie ein Jour­na­list aus­ge­rech­net hat: Ein­mal im Monat Piz­za für die gan­ze Familie!

Bei mir hat jeden­falls die Reform nicht ein­mal dafür gereicht, denn gleich­zei­tig wur­de mei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung um ca. €50,oo monat­lich erhöht, da ist im Gegen­teil nur eine Piz­za weni­ger drin.

Das trau­rig­ste ist doch, daß die wirk­li­chen Exper­ten zwar wis­sen, wie man eine Steu­er­re­form machen soll­te, aber nicht genü­gend "Haus­macht" haben, um sich durch­zu­set­zen. Wenn man dann ihre Model­le durch die Aus­schuß­man­gel dreht, wird ein Kom­pro­miß dar­aus, der viel­leicht noch fünf Pro­zent von dem ent­hält, was ver­nünf­tig gewe­sen wäre.

Es ist sicher rich­tig, daß in USA man­ches schief läuft, von den Fehl­grif­fen, Ver­säum­nis­sen und ras­si­schen Unge­rech­tig­kei­ten ganz zu schwei­gen, den­noch ist das Land ein Bei­spiel dafür, wie ein­fach Steu­ern - oder bes­ser Steu­er­erklä­run­gen sein kön­nen. Durch­schnitt­lich zwei Sei­ten, manch­mal noch zwei wei­te­re Sei­ten Anla­gen, das ist alles! Der Steu­er­satz für einen Durch­schnitts­ver­dienst von $32.000,oo liegt bei 11%, für bei­de Steu­er­ar­ten, Sta­te und Fede­ral zusam­men, die MwSt. beträgt durch­schnitt­lich ca. 4,5%. Und das geht nur, weil alle - wirk­lich alle - Unter­neh­men, die ihre Waren oder Dienst­lei­stun­gen im Land ver­kau­fen, dort auch Steu­ern zah­len. Kei­ne Model­le wie hier, Gewin­ne in´s Aus­land ver­schie­ben, Ver­lu­ste in Deutsch­land anset­zen. Ver­glei­chen Sie das ´mal mit dem, was hier zu zah­len ist, bzw. sich hier abspielt!

Heu­te hat mit dem Beschluß der CDU / CSU zu einer gemein­sa­men Vor­ge­hens­wei­se wenig­stens Ver­nunft ein­ge­setzt wo vor­her Zwist herrsch­te. Es bleibt abzu­war­ten, was schluß­end­lich dar­aus wird. Hof­fent­lich set­zen sich im zwei­ten Anlauf die Fach­leu­te durch.

Etwas liegt mir noch am Her­zen: Ich möch­te für eine Redu­zie­rung der Staats­aus­ga­ben plä­die­ren. Nicht sol­che Aus­ga­ben, die in Sozi­al­sy­ste­me flie­ssen, son­dern sol­che, die in die Taschen von Abge­ord­ne­ten, ihren Mit­ar­bei­tern, Kom­mis­sio­nen, Ver­bän­den wie dem DGB landen.

Wesent­lich wäre auch, bestimm­te Hin­der­nis­se für unter­neh­me­ri­sches Enga­ge­ment zu besei­ti­gen: Hand­werks­kam­mern, Indu­strie- und Han­dels­kam­mern, Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten, Land­schafts­ver­bän­de, kurz all jene "Zwi­schen­be­hör­den", die von nie­man­dem gewählt wer­den, kei­ner demo­kra­ti­schen Kon­trol­le unter­lie­gen, da ihre Mit­glie­der zwangs­wei­se zu sol­chen werden.

Die­se Insti­tu­tio­nen ersticken jun­ge Unter­neh­men mit ihren For­de­run­gen. Die anfangs drin­gend benö­tig­te Liqui­di­tät wird abge­schöpft und vie­le schei­tern des­we­gen - Nutz­nie­sser sind ledig­lich die "künst­lich" gestütz­ten Insti­tu­tio­nen und Ban­ken, die so oder so ihr Geschäft machen. War­um sol­len sie also den Erfolg der Jung­un­ter­neh­mer wün­schen, wenn sie doch das glei­che Geld erhal­ten, egal ob Erfolg oder Miß­er­folg vorliegen.

bookmark_borderBemerkungen über Arzneimittel ....

Es wird immer behaup­tet wir hät­ten viel zu vie­le Arz­nei­mit­tel in Deutsch­land. Falsch! Wir haben im Gegen­teil zu weni­ge Arz­nei­mit­tel. Wie begrün­de ich die­se Aus­sa­ge? Neh­men wir zum Bei­spiel die Hyper­to­nie, den Bluthochdruck. 
Die Ursa­chen für Hyper­to­nie kön­nen (Aus­wahl!) sein: 

• Ver­en­gung der Arte­ri­en (Arte­rio­skle­ro­se)
• Herz­schwä­che (Insuf­fi­zi­enz)
• Nie­ren­er­kran­kung (Neph­ro­pa­thie)
• Stoff­wech­sel­ver­än­de­run­gen (Meta­bo­li­sches Syndrom) 

Da ist es doch jedem Men­schen ein­leuch­tend, daß für die Sen­kung des Druckes in jedem Fall ein unter­schied­li­ches Medi­ka­ment nötig ist. Man benutzt z.B. beim Kochen doch auch unter­schied­li­che Gefä­sse, wie Töp­fe, Kas­se­ro­len, Pfan­nen etc., da zwar alle die Essens­zu­be­rei­tung erlau­ben, aber jedes für einen bestimm­ten Zweck bes­ser als das ande­re Gefäß geeig­net ist. 

Daher behaup­te ich: Wir haben zu wenig Arz­nei­mit­tel, denn wir haben noch nicht das beste Medi­ka­ment für jeden Zweck, sprich: Aus­lö­ser von Krankheit. 

Jetzt gibt es aber Inter­es­sen­grup­pen, die behaup­ten, man kön­ne mit 100 Medi­ka­men­ten "gute Medi­zin" betrei­ben. Mag sein. Das ist viel­leicht für Län­der denk­bar, in denen die Men­schen noch sehr viel natür­li­cher - und gesün­der - leben als wir hier in Deutsch­land. Dort rei­chen Mit­tel gegen Infek­tio­nen, Schmerz etc., wäh­rend wir hier Mit­tel gegen Zivi­li­sa­ti­ons­fol­ge­krank­hei­ten wie die oben erwähn­te Hyper­to­nie brau­chen - und das geht eben nicht mit den "100 lebens­not­wen­di­gen Arz­nei­en" lt. WHO [World Health Organization]. 

Wenn nun aber kei­ne neu­en Medi­ka­men­te mehr ver­ord­net wer­den dür­fen? Wenn die Refor­men nur noch "bil­li­ge", nach­ge­mach­te Arz­nei­mit­tel (Gene­ri­ka) zulas­sen? War­um nicht "freie Arz­nei­mit­tel" kau­fen und noch die Pra­xis­ge­bühr sparen? 

Da gibt es ein Pro­blem [trifft nur hier in Deutsch­land so zu, in ande­ren EU Län­dern ist der Markt­zu­gang völ­lig anders und kon­su­men­ten­freund­li­cher gestaltet]: 

Frei ver­käuf­li­che Arz­nei­mit­tel sind - über­wie­gend - sol­che Pro­duk­te, die wegen der Ände­run­gen in der Ver­schrei­bungs­pflicht aus dem Ver­ord­nungs-Seg­ment des Mark­tes her­aus­ge­fal­len sind, oder von Anfang an nicht in die Ver­schrei­bungs­pflicht her­ein genom­men wur­den, weil es Zwei­fel an ihrer Wir­kung gab. Grund dafür ist in den mei­sten Fäl­len - von Aus­nah­men wie Knob­lauch­pil­len ein­mal abge­se­hen - sie haben sich in kli­ni­schen Prü­fun­gen als unwirk­sam erwie­sen. ["Unwirk­sam" heißt hier: Eine Wir­kung konn­te sta­ti­stisch nicht nach­ge­wie­sen wer­den, obwohl sie bei eini­gen Pro­ban­den gese­hen wurde]. 

Was wir brau­chen ist der sorg­fäl­ti­ge­re Umgang mit den Arz­nei­mit­teln, die ver­ord­net wer­den. Kein Arz­nei­mit­tel hilft, wenn es in einer Schub­la­de oder dem Bade­zim­mer­schrank ver­gam­melt. Ein­neh­men hilft.

War­um neh­men vie­le Pati­en­ten ihre Arz­nei nicht ein? Weil sie auf der Infor­ma­ti­on, die bei­gelegt ist, ein wah­res Horr­o­sze­na­rio vor­fin­den. Ist das wirk­lich alles als Neben­wir­kung zu erwarten? 

Nein, nein, nein - in 98% aller Fäl­le! Die Anga­ben müs­sen näm­lich schon dann auf­ge­druckt wer­den, wenn sie ein­mal in ein­hun­dert­tau­send Fäl­len auf­tre­ten, oder wenn bei einer ähn­li­chen Arz­nei ein sol­cher Fall ein­ge­tre­ten ist. Wer weiss das schon oder bekommt es erklärt? Fast nie­mand, wenig­stens sehr weni­ge Pati­en­ten, die das Glück haben, zu einem gedul­di­gen, ver­ant­wor­tungs­vol­len Arzt oder Apo­the­ker gehen zu kön­nen, der nicht nur auf "den schnel­len Euro" erpicht ist [mehr zu die­sem The­ma an ande­rer Stelle]. 

"Inno­va­ti­on" des Pati­en­ten­ver­hal­tens - aber auch der Pro­du­zen­ten-hal­tung - tut Not!

bookmark_border29.01.2004 / "Bemerkungen über Innovation"

[Von Latei­nisch: innovatio]

Vor weni­gen Tagen hat­te "PANORAMA", bis­sig und kri­tisch wie immer, einen Zusam­men­schnitt aus vie­len Jahr­zehn­ten Poli­ti­ker­re­den. Immer wie­der tauch­te das Wort "Inno­va­ti­on" auf, ´mal freund­lich säu­selnd, ´mal dro­hend-unheils­schwer. Was auch immer ver­spro­chen wur­de ist - bis heu­te - nicht wahr gemacht worden.

Wun­dert uns das? Nein, denn auf dem lan­gen Weg nach oben, in ein poli­ti­sches Amt oder zu einem Man­dat, schlei­fen sich die Ecken und Kan­ten, Wider­spruchs­geist und Begei­ste­rung für eine Sache so weit ab, daß nur noch Mit­tel­maß übrig bleibt. Mit­tel­mä­ßi­ge Poli­ti­ker wer­den auch nur mit­tel­mä­ßi­ge Poli­tik machen, sie wer­den mit­tel­mä­ßi­ges Per­so­nal haben, das ihnen zuar­bei­tet .... und so ver­brei­tet sich in Deutsch­land seit vie­len Jah­ren ....? Mittelmaß!

Was aber bedeu­tet "Inno­va­ti­on", von der immer wie­der ver­spro­chen wird, sie wer­de kommen?

Las­sen Sie mich zunächst selbst definieren:
"Inno­va­ti­on ist, wenn Poli­ti­ker nichts Kon­kre­tes anzu­bie­ten haben". Stimmt nicht? Dann viel­leicht besser:

"Inno­va­ti­on oder Erneue­rung bzw. Ver­än­de­rung im tech­ni­schen, sozia­len oder wirt­schaft­li­chen Bereich ist eine neue, fort­schritt­li­che Lösung eines bestimm­ten Pro­blems, zu unter­schei­den in Pro­dukt­in­no­va­tio­nen und Pro­zess- bzw. Ver­fah­rens­in­no-vatio­nen, z. B. Neue­run­gen in der Pro­duk­ti­on oder im Ver­trieb, orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­än­de­run­gen bei admi­ni­stra­ti­ven Abläu-fen" [Quel­le 1].

Das gefällt Ihnen immer noch nicht? Hier folgt eine wei­te­re Definition:
"Inno­va­ti­on ist eine erfolg­rei­che Über­füh­rung von Ent­deckun­gen in Ver­kaufs­er­fol­ge. Die­ser Sach­ver­halt gilt für jede Inno­va­ti­ons­stra­te­gie (kumu­la­ti­ve Inno­va­ti­on = kon­ti­nu­ier­li­che Wis­sens- und Inno­va­ti­ons­ent­wick­lung; radi­ka­le Inno­va­ti­on = Kom­bi­na­ti­on von Spit­zen­tech­no­lo­gien und Dienst­lei­stun­gen)" [Quel­le 2].

Wie man sieht, gibt es kei­ne "all­ge­mein­gül­ti­ge" Defi­ni­ti­on für die­sen Begriff! Damit ist er gera­de­zu geschaf­fen für Poli­ti­ker, denn alles, was sie brau­chen sind sol­che Wort­hül­sen, die alles oder nichts bedeu­ten kön­nen - hier ist dann kei­ne Mög­lich­keit, ohne lang­wie­ri­ge Erör­te­run­gen die Aus­sa­gen, die gemacht wur­den als lee­re Phra­sen zu entlarven.

Also:Je schwam­mi­ger, desto besser!
Hier­zu ist das Wort "Inno­va­ti­on" bestens geeignet.

Manch­mal wäre es mir lie­ber, die zukünf­ti­gen Schrit­te unse­rer Regie­rung wür­den in plat­tem Deutsch, ohne Fremd­wor­te, erklärt. Und bei man­chem Regie­rungs­mit­glied habe ich die Ver­mu­tung, der Reden­schrei­ber wuß­te zwar, was das benutz­te Wort bedeu­tet - was aber auf den Red­ner kei­ne Schlüs­se zuläßt ....

bookmark_border29.01.2004 / Ergänzung 1

Bemer­kun­gen über Möbel­lie­fe­ran­ten und Möbel
[Hier: SKANDI Möbel, Bösensell ]

Wir haben im Novem­ber, der Auf­for­de­rung fol­gend, "zu kon­su­mie­ren", einen Eßtisch und sechs Stüh­le gekauft. Aus­lie­fe­rung noch vor dem Fest.

Als näch­stes kommt eine Bestä­ti­gung ins Haus geflat­tert: "Wir freu­en uns, Ihnen mit­zu­tei­len, daß Ihre bestell­ten Möbel zwi­schen der 7. und 8. Woche 2004 gelie­fert wer­den." WOW, das wären fast drei Mona­te gewe­sen, genug Zeit irgend­wo in Asi­en das Holz zu schla­gen und zu Stüh­len und Tisch zu ver­ar­bei­ten, da war ich doch platt.

Ein Anruf mit der Dro­hung, per Ein­schrei­ben mit­tei­len zu wol­len, vom Kauf zurück zu tre­ten, ergab das Ver­spre­chen, es wer­de nun doch noch vor Weih­nach­ten gelie­fert. Und tat­säch­lich, am 19.12.2003 kam die Lie­fe­rung. Ein Tisch, zwei Ansteck­plat­ten, OK. Zwei mal drei Stüh­le, schon weni­ger OK. Wir hat­ten 1 x 6 glei­che Stüh­le erwar­tet, nicht 1 x 3 eine Form und noch­mal 3, ande­re Form.

"Hal­looo, wer­den Sie die drei - egal wel­che - gegen ande­re tau­schen, damit alle 6 Stüh­le gleich sind?" Die Gegen­sei­te ver­spricht hoch und hei­lig, das wer­de " ... noch im Janu­ar ... " gesche­hen. Wir warten.

Dann letz­te Woche der Brief: Unse­re Stüh­le sind da! Wann soll man lie­fern? Wir eini­gen uns auf den 29.01.2004, 08:30 - 10:00h.

Die Schel­le geht um 08:30h, das ist pünkt­lich. Nach 10 Minu­ten ist alles abge­schlos­sen, ich betrach­te die Stüh­le " ... alle aus der glei­chen Serie ... ", doch lei­der wie­der zwei, die so ganz nicht pas­sen. Form unter­schied­lich, aber viel­leicht bin ich auch nur zu pin­ge­lig .... auf jeden Fall blei­ben die jetzt hier, ich bin´s satt, zu diskutieren.

Ist das wohl ein gewoll­ter Effekt?

Heu­te Mit­tag kom­men zwei Sofas und ein Ses­sel - ich fürch­te, das wird "Ergän­zung 2"!?

bookmark_border29.01.2004 / Ergänzung 2

Bemer­kun­gen über Möbel
[Hier: UNI-POLSTER, Münster ]

Eins mit Stern für Uni-Pol­ster. Danke!
Es gibt noch Ser­vice in der "Ser­vice-Wüste" Deutschland!

Ein dickes Lob für Uni-Pol­ster, da hat wirk­lich alles geklappt. Die Lie­fe­rung kam zum avi­sier­ten Zeit­punkt - trotz Schnee und dar­aus resul­tie­ren­dem Cha­os. Der Lie­fer­fah­rer und sein Hel­fer waren freund­lich, haben allen Dreck weg­ge­räumt, die Tacker­na­deln nicht in die Gegend gewor­fen, son­dern ordent­lich in einen Ascher getan, und sie haben sogar unse­re alten Sofas samt Ses­sel gegen eine gering­fü­gi­ge Ent­sor­gungs­ge­bühr mit­ge­nom­men. Das war mir ein Trink­geld wert!

Wir haben dann noch eine hal­be Stun­de hin- und her­ge­räumt, aber jetzt steht alles so, wie es uns gefällt. Auf­at­men! Aus­ru­hen! Einen Augen­blick in den neu­en Möbeln sit­zen und froh sein, daß man den Kauf nicht bereut.

PS:
Ich wer­de einen Brief an die Zen­tra­le von UNI-POLSTER schrei­ben, denn man soll sich auch ´mal bedan­ken, wenn etwas gut geklappt hat. Die hören doch sonst immer nur Beschwer­den. Bei der Gele­gen­heit könn­te ich anmer­ken, daß die Web­sei­te noch sehr ent­wick­lungs­fä­hig ist.