"Es ist nie zu früh und selten zu spät" - daran werden sich nur die Älteren erinnern, denn es war 1956 der Slogan für eine Werbekampagne von Diplona:
".. Es ist nie zu früh und selten zu spät für Diplona - die wirksame Haarnährpflege .."
[Kosmetik, 1956]
Diplona wurde später - nur um das noch zu erwähnen - von L'Oreal Paris überrundet, ist nicht untergegangen, sondern produziert immer noch.
Was für einen ganz anderen Zweck erfunden wurde paßt manchmal erstaunlich präzise auf völlig unterschiedliche Angelegenheiten oder Ereignisse. So wie dieser Spruch für eine Shampoo-Werbung, der zum geflügelten Wort wurde.
Hier soll es allerdings um das "LAUFEN" gehen.
Diese Tätigkeit, die Urmenschen den lieben langen Tag lang ausüben mußten um nicht hungrig einzuschlafen. Wir haben heute eine völlig andere Situation: Wir laufen viel zu wenig!
Abhilfe sollen da allgemeine Ratgeber in einschlägigen Magazinen und den Seitenfüllern in Verschenk-Zeitungen bringen, in denen meist Laien für Laien etwas propagieren was der Gesundheit dienlich sein soll. Manches davon hilft, manches ist wenigstens nicht schädlich, aber vielfach sind die Ratschläge schlicht Unfug und deswegen eher ungesund als hilfreich um gesund zu bleiben.
Vergessen Sie alle teuren Gadgets mit Pulsmessungen, Herzfrequenz-Monitoring, Blutgasgehalten etc. - das sind allesamt völlig unnötige und überteuerte Möglichkeiten die sich sehr einfach ersetzen lassen:
Durch selbst-ertasten und Frequenz-Zählung von Puls und Atmung. Fragen Sie ihren Arzt - nicht den Apotheker, der ihnen solche Geräte verkaufen möchte.
Hilfreich ist zudem eine einfache Näherungsmessung durch eine App [ohne Weitergabe der Daten!] nur auf ihrem Mobiltelefon:
Ein Schrittzähler! Eingerichtet anhand der Anweisungen braucht man nur die persönliche Schrittlänge zu bestimmen und einzugeben - und schon kann man die stündlichen, täglichen und weiteren Schrittintervalle bestimmen und als Grafik oder Tabelle festhalten.
Empfohlen werden durchschnittlich 7.000 Schritte am Tag, die Zahl 10.000 entbehrt wissenschaftlicher Grundlage, hält sich dennoch zäh im allgemeinen Bewußtsein und wird mal hier, mal dort in den bunten Blättern weiter benutzt - obwohl längst widerlegt.
Ich persönlich strebe 6.000 Schritte an und erreiche sie fast täglich - das auf Grund meines Lebensalters, denn ab 60 dürfen es pro Jahrzehnt 1.000 Schritte pro Tag weniger sein ....(²,³)

(¹) Counting steps for health? Here's how many you really need; August 14, 20255:00 AM ET; By Will Stone
Basis [Daily steps and health outcomes in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis; Ding, Ding et al.; The Lancet Public Health, Volume 10, Issue 8, e668 - e681]
(²) Wie viele Schritte am Tag sind optimal?
(³) 10.000 oder weniger – wie viele Schritte am Tag sollten es sein?

Es folgt eine Übersetzung eines Artikels der für den US amerikanische Raum Gültigkeit hat (¹). Im Grundsatz jedoch hierzulande ebenfalls als *wissenschaftliche Grundlagenarbeit* angesehen werden kann.
Das Zählen von Schritten ist für viele Menschen die wichtigste Methode, ihre tägliche Aktivität – oder deren Fehlen – zu erfassen. Viele Amerikaner verbringen täglich mehr als neun Stunden im Sitzen und könnten wahrscheinlich ein paar Schritte mehr vertragen. Aber wie viele Schritte braucht man täglich, um seine Gesundheit zu verbessern? Neue, in The Lancet Public Health veröffentlichte Forschungsergebnisse legen nahe, dass 7.000 Schritte ein gutes Ziel sind. Je mehr man sich bewegt, desto geringer ist das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Leiden zu sterben. Die Studienergebnisse widerlegen jedoch nicht den Wert von mehr als dieser Anzahl an Schritten pro Tag. Hier sind weitere Ergebnisse der Studie:
🚶♀️ Das häufig zitierte Ziel von 10.000 Schritten basiert nicht auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern wurde durch eine japanische Werbekampagne populär gemacht.
🚶♀️ Die Studie ergab, dass 7.000 Schritte pro Tag das Risiko für Typ-2-Diabetes um 14 %, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 25 %, für Depressionen um 22 % und für Demenz um 38 % senken.
🚶♀️ Die Studie konnte keine endgültigen Schlussfolgerungen darüber ziehen, ob die Geschwindigkeit der Schritte einen Unterschied macht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Intensität zu messen, und beobachtete Unterschiede könnten einfach auf eine bessere allgemeine Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit hinweisen.

Ich glaube, ich nehme zuerst mal das Shampoo, bevor ich zu laufen anfange. ;)
(Ab September beginnt die Herbstwandersaison.)
Sehr gute Idee! Denn wenn man frisch gewaschen in den Tag geht wirkt man besser auf Alle die man trifft! Zudem ist dann das Duschen nach dem Lauf schneller erledigt - die Haare sind ja schon 'frisch'.
[Ich mache öfter solche Verweise auf Älteres - wer sonst sollte die Erinnerung daran aufrecht erhalten wenn nicht die noch verbliebenen Zeitzeugen ...?]
Ich fürchte, ich komme auf keine 2000 Schritte am Tag. Ich habe mir über Jahre angewöhnt, auch kürzere Strecken mit dem Fahrrad zu fahren, so dass ich mittlerweile kaum mehr zu Fuss gehe. Ich will's mir aber wieder angewöhnen, denn als mein Fahrrad neulich kaputt war, hatte ich ein echtes Problem. Hoffentlich ist's noch nicht zu spät!
Moin Ingrid,
du hast doch ein Mobiltelefon oder nur das Tablett? Mit dem Telefon kannst du schnell feststellen wieviel du tatsächlich läufst wenn du die App die ich oben verlinkt habe lädst und dann den Anweisungen zur Grundeinstellung folgst.
[Alle Daten aus dieser App bleiben *lokal* - auf deinem Telefon, du könntest sie allerdings exportieren, dafür gibt es einen Tab.]
Zudem, wie der Titel schon sagt:
Es ist nie zu früh und selten zu spät mit dem Laufen wieder verstärkt anzufangen ....
Moin Wolfgang,
danke für den Tipp, aber dann muss ich ja den ganzen Tag das Smartphone mit mir rumtragen. Da sträubt sich bei mir was gegen. Ich habe nur das kleine Klapphandy in der Hosentasche dabei, das kennt keine Apps. Werde den Tipp aber trotzdem gerne weitergeben! Und einfach wieder mehr zu Fuss gehen.
Nachdem man ein paar Tage & Wochen gemessen hat bekommt man ein gutes / annähernd genaues Bild der Schrittzahl für Standardwege die man öfter geht ... und dann wird das tatsächliche Messen immer weniger notwendig sein.
Außerdem:
Fahrrad fahren ist ja ebenfalls eine Herz-Kreislauf-Beanspruchung, das sollte man nicht unterschätzen, die gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Selbstredend ist das eine eher weniger *natürliche* Bewegungsart und deswegen anders belastend als Gehen. Ein Mix aus beiden Formen wird wohl am ehesten die Lösung sein.