Unter Alkohol ....

lösen sich die Hem­mun­gen - der Stu­ben­hocker wird zum Con­fé­ren­cier, alte Freund­schaf­ten wer­den in Fra­ge gestellt, neue Alli­an­zen geschmie­det, der Ver­klemm­te spielt den Charmeur ....

Allem gemein­sam ist die Ver­gäng­lich­keit des Augenblicks:
Nur für kur­ze Zeit rele­vant, für die Zeit des ange­neh­men Anflu­tens von Alko­hol im System, das Bar­rie­ren bricht und tie­fe Abgrün­de oder völ­lig unbe­kann­te Sei­ten von Men­schen sicht­bar wer­den läßt ....

Nicht, daß sie jetzt denken:
Ein War­ner, ein Spiel­ver­der­ber, ein Neidhammel ....
Nein, ganz im Gegenteil:
Ich fin­de es ist ab und an nötig, ein Ven­til zu schaf­fen, her­aus­zu­las­sen was sich über län­ge­re Zeit ange­staut hat, den Frust über Unzu­läng­lich­kei­ten für eini­ge Stun­den zu vergessen ....

Eine klei­ne Ein­schrän­kung gibt es aber doch. Nichts "geht von selbst weg", nichts "ver­schwin­det über Nacht"
- Pro­ble­me blei­ben Pro­ble­me, die einer Lösung bedürfen
- Alko­hol ver­schafft ledig­lich eine Aus-Zeit ....

Veröffentlicht in Leben

Kommentare

  1. Komisch, wie doch Alko­hol unter­schied­lich wir­ken kann. Ich schla­fe immer ein. Wenn ich mir selbst gnä­dig war. Wenn nicht, dann muß ich zur Stra­fe das Licht anlas­sen, damit die Schmet­ter­lin­ge an der Decke nicht zu sehr kreisen.

    Wie man mit Alko­hol hem­mungs­los wer­den kann, ist mir bis heu­te rät­sel­haft. Wie gesagt: Ich schla­fe im gün­sti­gen Fall ein. Und im ungün­sti­gen Fall ist es wirk­lich nett, wenn einem ein net­ter Mensch den Eimer zum K*** hält. DAS sind doch wah­re Freundschaftsbeweise.

    Mor­gai­ne
    *grinst

    1. Mir geht es .... wie Ihnen, wer­te Frau Mor­gai­ne, ich wer­de auch müde von Alko­hol. Eine blei­er­ne, völ­lig umfas­sen­de Müdig­keit. Dewe­gen trin­ke ich ja auch so gut wie nie Alkohol.

      Aber, wie beschrie­ben, ist das ja sehr unterschiedlich ....

    2. Eigen­ar­tig... Ich wer­de von Alko­hol immer hell­wach. Wäh­rend nach einer Par­ty alles tot auf den Sofas (bzw. auf dem Klo, unter dem Tisch, ...) liegt, schla­ge ich mir die Nacht um die Ohren.

    3. Das stel­le ich mir sehr .... bela­stend vor:
      Zwi­schen so vie­len Sauf­na­sen den Über­blick zu behal­ten ist bestimmt nicht leicht ....und dann noch die Unge­wiß­heit der "Aus­ge­knock­ten" - die ja nicht wis­sen, was sie alles in ihrem Zustand getan haben ....

    4. Mei­ne Schlaf­lo­sig­keit hat­te schon zur Fol­ge, dass ich schon von eine die­ser aus­ge­knock­ten Per­so­nen gefragt wur­de, was sie an denn an besag­tem Abend alles gemacht hat.

    5. Genau .... denn es ist ja so, daß die­sen bedau­erns­wer­ten Men­schen manch­mal eini­ge Stun­den "feh­len" - black­out - und sie sich dann fra­gen, wer ihnen hel­fen kann die Lee­re zu füllen ....

  2. Sie haben offen­bar ein sehr aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zum Alko­hol, und mir gefällt auch die Aus­sa­ge mit dem Ven­til: Blind, wer for­dert, die Men­schen dürf­ten nicht auf irgend eine Wei­se auch mal ausrasten.

    1. Ja, da haben Sie .... eine wich­ti­ge Tat­sa­che ange­spro­chen. In die­ser Welt der Per­fek­ti­on und des Funk­tio­nie­rens wird völ­lig ver­ges­sen, daß wir Men­schen und kei­ne Maschi­nen sind!
      Men­schen müs­sen durch Hochs und Tiefs gehen - erst dann haben sie genü­gend Ver­ständ­nis für andere. 
      Ich fas­se das unter dem Titel: "Erfah­rung" - und das braucht sei­ne Zeit (auch wenn es hier bei two­day - und anders­wo in Web­logs - immer wie­der Bei­trä­ge gibt, die das Gegen­teil zu bewei­sen suchen .... )

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