(Hausbau, XVII; vor-letzte Folge)
Von der Flaute zum Sturm ...!
*update* [24.05.2021; 04:00h]

War es vor ein paar Mona­ten noch so, dass die Zei­chen auf Beru­hi­gung des Mark­tes stan­den, so ist es nun genau das Gegen­teil.

Das hat weit­rei­chen­de Folgen:

Zitat FAZ:
".. Im März dann ist die Preis­ral­ly um den Roh­stoff aus dem Wald so rich­tig los­ge­gan­gen. Zwi­schen­zeit­lich ver­teu­er­te sich der Kubik­me­ter im Wochen­takt um etwa 100 Euro, wäh­rend sich Lie­fer­ter­mi­ne teils um meh­re­re Wochen ver­scho­ben haben. Sofern die Händ­ler über­haupt lie­fern. Denn immer wie­der kommt es vor, dass sie bestä­tig­te Auf­trä­ge vom einen auf den ande­ren Tag absa­gen. Von Panik am Holz­markt ist des­halb die Rede. Die Fol­ge: „Bau­en mit Holz wird teu­rer“, sagen Anbie­ter wie Fichtl .."

Wir haben nach eini­gen Mona­ten Suche und Ver­hand­lun­gen, end­lo­sen Men­gen von Unter­la­gen auf Papier und elek­tro­nisch, ein­ge­reicht bei mehr als 15 Hypo­the­ken­ban­ken, vor ein paar Tagen eine Finan­zie­rungs­zu­sa­ge der ING Hypo­the­ken­bank bekommen.
Die Bedin­gun­gen waren gün­stig wie nie:
1,5% Zin­sen und 2,5% Til­gung bei einer Zins­bin­dung von 15 Jahren.

Der "Wer­muts­trop­fen" war aller­dings, dass die Finan­zie­rungs­sum­me anstatt der vom Archi­tek­ten berech­ne­ten Sum­me von 330.000€ auf 310.000€ redu­ziert wur­de, weil die Bank der Auf­fas­sung war, dafür sei das Pro­jekt zu verwirklichen.

Wie sich nun her­aus­stellt war & ist die­se Annah­me falsch. Nicht nur der Preis für Bau­holz allein ist pro Kubik­me­ter von Febru­ar 270€ zu März auf 500€ ange­stie­gen, son­dern auch der Preis für Stahl (Schraub­fun­da­men­te, Git­ter­flä­che in der Zuwe­gung & Zufahrt) hat sich seit ein paar Mona­ten nach oben bewegt.

Ein Gespräch mit dem Archi­tek­ten am Frei­tag (14.05.2021) war dann der letz­te Nagel am Sarg für das Vorhaben:


Wir sehen danach kei­ne Mög­lich­keit das Haus kom­plett zu finan­zie­ren, es wären min­de­stens wei­te­re 90.000€ erfor­der­lich um die extrem gestie­ge­nen Kosten für Holz - den Haupt­bau­stoff des Hau­ses - zu bezahlen.

Zu vie­le 'hät­te', zu vie­le Unwäg­bar­kei­ten, zu vie­le Risi­ken, weil wir als Ruhe­ständ­ler über fixe Bezü­ge ver­fü­gen und kei­ne Mög­lich­keit haben Stei­ge­run­gen durch zusätz­li­che Ein­nah­men auszugleichen.
Schwe­ren Her­zens machen wir uns nun dar­an, die bereits ein­ge­brach­ten Sum­men für Grund­er­werb, Erschlie­ßungs- bzw. Erwerbs­ne­ben­ko­sten, sowie die Aus­ga­ben für den Archi­tek­ten wie­der her­ein zu holen und ver­füg­bar zu machen, indem wir das Bau­ge­län­de verkaufen.

Glück­li­cher­wei­se ist unse­re Woh­nung kein 'fau­ler Kom­pro­miss' gewe­sen, son­dern sie wird, so wie seit Novem­ber 2020, in der Zukunft ein gutes Zuhau­se sein. Mit ein paar klei­ne­ren Inve­sti­tio­nen lässt sich hier und da noch ein wenig mehr Kom­fort errei­chen, und wir sind bereit das aus­zu­ge­ben. Wir woh­nen 3 Minu­ten Geh­zeit ent­fernt vom Kur­park. Zur Innen­stadt, dem Markt­platz, sind es 10 Minu­ten Weg. In unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft gibt es Ärz­te­häu­ser, Apo­the­ken und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten für jeden Bedarf - alles nöti­gen­falls zu Fuß zu erreichen.

Aber wer weiß, manch­mal tun sich ganz plötz­lich Gele­gen­hei­ten auf.
So wie beim Ver­kauf des Grundstücks.
Das hat nun mitt­ler­wei­le einen neu­en Besitzer ....

Quel­le der Zita­te (als Abbil­dun­gen): "Die Zeit"
Quel­le Bild "Holz­preis USA": WiWo

→ 1.000 board feet = 2,36 m³; Kubik­me­ter­preis → 707,6 UD$ = 582,70 €

*update* [24.05.2021; 04:00h]

Kommentare

  1. Sol­che Nach­rich­ten über Män­gel von bestimm­ten Roh­stof­fen habe ich auch schon gelesen...
    Seit einer Wei­le betrifft es Holz, mitt­ler­wei­le ist auch Eisen/Stahl wohl dazu gekom­men. Vie­les davon wird wohl von Über­see auf­ge­kauft. (Mir woll­te jemand sagen, es liegt dort dar­an, weil die Bau­bran­che einer gewis­sen Stadt­flucht in die Vor­städ­te nach­kom­men will. Es wird also wie ver­rückt gebaut. - Ich selbst wür­de noch Bidens gro­ßes Erneue­rungs­pa­ket im Wert von 6 Bil­lio­nen (!) als Grund hin­zu­zie­hen, wo die US u. a. ihre maro­de und jahr­zehn­te ver­fal­len gelas­se­ne Ver­sor­gungs- und Infra­struk­tur wie­der auf Vor­der­mann brin­gen will. So viel wie da lie­gen geblie­ben ist, es braucht viel Mate­ri­al, um das zu erneuern.)
    Das geht schon so weit, dass Fir­men Bau­auf­trä­ge absa­gen oder weit nach hin­ten ver­schie­ben müs­sen, weil sie an kein Bau­ma­te­ri­al herankommen.
    Preis­lich, natür­lich, dürf­te es noch ein­mal ein wei­te­res "Brett" sein...

    Ja, ist nun beson­ders "schön", dass das in die Zeit hin­ein­fällt, in der ihr noch mal ein Haus bau­en wolltet...

    1. Wir waren letz­tes Jahr ja schon mal mit eini­gen Archi­tek­ten im Gespräch .... aber was man nie weiß ist, ob nicht die ver­ein­bar­ten Prei­se / Lie­fe­run­gen ein­ge­hal­ten wor­den wären.

      Das Risi­ko ist ein­fach zu groß, denn wenn der erste 'Spa­ten­stich' gemacht wur­de gibt es kein Zurück mehr. Da gilt nur das "Alles oder Nichts", und das war uns ein­fach zu viel und zu plötz­lich .... kein Ende abzu­se­hen ist mit 30 oder 40 (noch nach­voll­zieh­bar) ein rela­tiv klei­nes Risi­ko, da kann man zwei Jah­re war­ten und dann neu über­le­gen - mit 75 ist das schon nicht mehr spa­ßig .... oder vernünftig!

      1. Ja, da lässt sich der­zeit schwer kal­ku­lie­ren wie sich das ent­wickeln könnte...
        Coro­na hat noch kein abseh­ba­res Ende, und damit beglei­tet gehen schon eini­ge Even­tua­li­tä­ten ein­her (wenn z. B. bei der Roh­stoff­ge­win­nung die vollr Arbeits­lei­stung wie­der da ist), zusätz­lich dazu lässt sich schwer sagen, wann der der­zei­ti­ge Bau­boom endet, der auch ein biss­chen was mit Coro­na zu tun hat (zumin­dest hier­zu­lan­de; der Effekt "Qua­ran­tä­ne und Urlaub im eige­nen Gar­ten sind erlaubt"), in Ame­ri­ka wohl eher mit den zuneh­men­den poli­tisch moti­vier­ten Unru­hen in den grö­ße­ren Städ­ten, denen jeder halb­wegs geschei­te Mensch ent­kom­men will.
        Wenn man Pech hat, zieht sich das alles noch ein paar Jah­re hin; im Punk­te der poli­ti­schen Unru­hen wird es eher noch schlim­mer werden.

        Und ich stel­le mir das auch nicht als "lapi­dar" vor, wenn man in dei­nem Alter noch ein Haus bau­en will...
        Die Kre­dit­in­sti­tu­te zei­gen einem alle den Vogel, wegen zu gro­ßem Risi­ko, dass der Kre­dit­neh­mer mor­gen tot umfällt.

        1. Des­we­gen waren die immer so aus­wei­chend wenn sie mei­ne Frau (fast 10 jah­re jün­ger) an die erste Stel­le setz­ten (auf For­mu­la­ren). Außer­dem war sie Beam­tin, das mögen die Geld­in­sti­tu­te beson­ders .... ein­mal kam sogar der Vor­schlag sie möge sich doch 'lebens­ver­si­chern' - für schlaf­fe 490 €/Monat, ein Schnäpp­chen, wie man sofort erkennt ;c)

    1. Mir sind da wesent­lich dra­sti­sche­re Wor­te ein­ge­fal­len, denn der Auf­wand bis­her war nicht ohne .... und man­ches ist da an Zeit ver­tan - ande­rer­seits hat man im Ruhe­stand ja davon genug. 

      Nur eben nicht auf lan­ge Sicht ;c)

      (Selbst die zusätz­li­chen Zah­lun­gen hät­ten wir noch lei­sten kön­nen, aber dann 'an der Kan­te' gelebt, was nicht unbe­dingt wün­schens­wert ist.)

      1. 'an der Kan­te' zu leben, kann durch­aus hilf­reich sein. Es för­dert die Ein­sicht in die Lebens­be­din­gun­gen der mei­sten Men­schen ... und viel­leicht lernt man dann ja auch erst die­je­ni­gen ken­nen, die einem wirk­lich wohl­ge­son­nen sind (ohne einen zum Almo­sen­emp­fän­ger zu machen) ...

        Was ich damit sagen will: Gibt es denn nie­man­den, der wie Sie was davon hat, wenn die­ses Pro­jekt ver­wirk­licht wird, und der sich da als hilf­reich erwei­sen könnte?

        1. Eine Plan­än­de­rung mit einer Eta­ge mehr über dem Erd­ge­schoss hät­te lang­fri­stig Ein­künf­te gebracht - aber das wären auch erheb­li­che Mehr­ko­sten gewor­den. Wir haben wirk­lich alle Vari­an­ten der 'Ret­tung' durchgespielt!

          Ein wei­te­rer wesent­li­cher Nach­teil bei den Kre­dit­in­sti­tu­ten ist das Lebens­al­ter, selbst bei bester Boni­tät. Bei der ING, eine der weni­gen Aus­nah­men, die das Alter nicht inter­es­sier­te, wur­de (fälsch­lich) ange­nom­men, ein noch vor­han­de­nes Gut­ha­ben sei ver­füg­bar, was aber nicht zutraf. Unter ande­ren Bedin­gun­gen (was die Kosten­sei­te angeht) hät­ten wir das durch Ände­run­gen am Gebäu­de gera­de noch hin­be­kom­men. Bei sol­chen Stei­ge­run­gen aller­dings nicht.

          Zu den wei­te­ren Bemü­hun­gen schrei­be ich Ihnen ein Mail, das will ich nicht in Ein­zel­hei­ten im Netz ste­hen haben.

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