Ernährung: Eiweiß

Es wird ja der­zeit nichts so hef­tig dis­ku­tiert als die Fra­ge wie man sich 

1. aus gesund­heit­li­chen Grün­den und
2. aus Grün­den des Umweltschutzes 

ernäh­ren sollte.

Eine wesent­li­che Rol­le für (1) spielt dabei die Zusam­men­set­zung der Nah­rung, was Aus­wir­kung auf (2) hat, weil es dar­um geht die opti­ma­le Ver­sor­gung mit allen wesent­li­chen Nah­rungs­be­stand­tei­len zu beden­ken und des­we­gen die Bau­stei­ne der Diät sinn­voll auszuwählen.

Wie mög­li­cher­wei­se vie­le Men­schen aus ihrem Bio­lo­gie­un­ter­richt erin­nern braucht der Mensch Pro­te­in, zusam­men­ge­setzt aus Eiweiß­bau­stei­nen, in mög­lichst gün­sti­ger - das heißt zu sei­nem eige­nen Muster pas­sen­den - Men­ge der Ein­zel­stof­fe. Die 20 Bau­stei­ne der Eiwei­ße, genannt "kano­ni­sche Ami­no­säu­ren" kön­nen über­wie­gend aus ein­an­der in unse­rem Kör­per her­ge­stellt werden. 

Doch es gibt eini­ge davon, die nicht auf die­sem Wege gewon­nen wer­den können:
Es sind die soge­nann­ten "essen­ti­el­len Ami­no­säu­ren", für deren Her­stel­lung wir nicht die nöti­gen Stoff­wech­sel­we­ge haben.

Sol­che Ami­no­säu­ren müs­sen wir Men­schen dem­nach als Nah­rung zu uns neh­men. Ob sie aus pflanz­li­cher Quel­le stam­men (Gemü­se, Obst, Nüs­se, Samen) oder aus tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln (Fleisch, Milch, Eier) ist dabei uner­heb­lich - sie sind che­misch gese­hen völ­lig iden­tisch. 'Iden­tisch' heißt in die­sem Fall 'aus­tausch­bar' bzw. 'nicht zu unter­schei­den'. Ihre Frei­set­zung aus dem Nah­rungs­ei­weiß und die Zer­le­gung des Eiwei­ßes in die Ami­no­säu­rebau­stei­ne sind ein Teil des Stoff­wech­sels.

Der Unter­schied in der Ernäh­rungs­wei­se - und die Beson­der­hei­ten, die zu beach­ten sind - rührt daher, dass in Pflan­zen die Men­ge der ein­zel­nen Bau­stei­ne von Pro­te­inen sehr ver­schie­den ist von dem, was in tie­ri­schen Nah­rungs­stof­fen vor­han­den ist. Je mehr die­se Ver­hält­nis­se von Ami­no­säu­ren zuein­an­der denen glei­chen die wir in unse­rem Kör­per haben, desto weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit muss der Kör­per leisten. 

Das bedeu­tet: Weni­ger Nah­rung muss (men­gen­mä­ßig) zuge­führt wer­den. Weni­ger Zufuhr wie­der­um ist gleich­be­deu­tend mit weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit und das hat weni­ger Ener­gie­ver­brauch zur Fol­ge. Man nennt die­se Rela­ti­on zwi­schen Nutz­bar­keit und Auf­nah­me­men­ge "Bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit". Pflanz­li­che Pro­te­ine haben meist eine gerin­ge­re bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit, weil sie sich in der Zusam­men­set­zung von der des Men­schen unterscheiden.

Refe­renz­wert für die bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit ist Vollei, des­sen bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit als 100 defi­niert wird. Bei­spie­le fin­det man bei WIKIPEDIA.

"Wer­tig­keit" ist also kein Wert­ur­teil über die in Fra­ge ste­hen­de che­mi­sche Sub­stanz, das Pro­te­in, oder sei­ne Bau­stei­ne, die Ami­no­säu­ren, son­dern ledig­lich über deren men­gen­mä­ßi­ge Brauch­bar­keit für den mensch­li­chen Stoffwechsel.

Weni­ger Nah­rungs­zu­fuhr bei pas­sen­der bio­lo­gi­scher Wer­tig­keit bedeu­tet natür­lich weni­ger *Logi­stik* - wir nen­nen es ja im All­tags­ge­brauch schlicht *ein­kau­fen* .... und nach Hau­se tra­gen. Bes­se­re Ver­wert­bar­keit bedeu­tet dem­nach zugleich mehr Bequem­lich­keit durch gerin­ge­res Gewicht und Volu­men. Das wird zukünf­tig bestimmt eini­ge Ände­run­gen in den Gewohn­hei­ten erfor­dern - wenn sich, zwangs­läu­fig, die Gewohn­hei­ten umstel­len müs­sen um umwelt­scho­nen­de Ver­sor­gung zu erreichen.

Vor dem Hin­ter­grund von wach­sen­den Beden­ken gegen die Mas­sen­tier­hal­tung und der dar­aus ent­stan­de­nen Beden­ken hin­sicht­lich des Tier­wohls, sowie der öko­lo­gi­schen Nach­tei­le die dar­aus erwach­sen, ist es sinn­voll den Fleisch­kon­sum zurück zu fah­ren und über pflanz­li­che Alter­na­ti­ven nachzudenken.

Dazu abschlie­ßend zwei Hinweise:
Zuerst muss das Lebens­al­ter in Erwä­gung gezo­gen wer­den, denn mit zuneh­men­dem Alter ist die Ver­stoff­wechs­lung redu­ziert, es wer­den leich­ter Man­gel­zu­stän­de ein­tre­ten als bei jün­ge­ren Personen.

Zwei­tens ist eine dra­sti­sche "Sofor­t­um­stel­lung" nicht sinn­voll, denn der Kör­per ( = Stoff­wech­sel) braucht eine Über­gangs­zeit, um sich auf die geän­der­te Nah­rungs­zu­sam­men­set­zung ein­zu­stel­len. Sinn­voll ist daher mit einem Tag pro Woche zu begin­nen und all­mäh­lich zu stei­gern - sofern man die­se Umstel­lung in die Tat umset­zen will.

Sicher ist es mög­lich sich rein pflanz­lich zu ernäh­ren. Ob es aller­dings für die Ein­zel­per­son auch sinn­voll ist sei dahin gestellt. So, wie man 'einen alten Baum nicht mehr ver­pflan­zen soll' oder 'einem alten Hund kei­ne neu­en Tricks bei­brin­gen' kann, ist es eine Fra­ge der eige­nen Lebens­qua­li­tät, wie weit man die­se Umstel­lung trei­ben will. Wahr bleibt auch, dass unser Kör­per auf Misch­kost ein­ge­stellt ist, eine rein pflanz­li­che Ernäh­rung macht zwar einem Ele­fan­ten kei­ne Pro­ble­me beim Mus­kel­auf­bau, uns als Misch­köst­lern schon. Des­we­gen rate ich zu einer modi­fi­zier­ten Kost, in der Fleisch nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen wird.

So wie damals ange­dacht → Öko­fa­schi­sten aber bit­te nicht ...!

Kommentare

  1. Den­ke ich beim The­ma Vega­nis­mus auch immer wie­der - was wur­de einem in Bio­lo­gie in der Schu­le bei­gebracht über Nah­rungs­auf­na­me und Stoff­wech­sel beim Mensch, bei ver­schie­de­nen Tie­ren und bei Pflanzen?
    Eine ganz basi­sche Ange­le­gen­heit ohne viel Schnörkel.
    Und allein dadurch soll­te einem der Gedan­ke auf­kom­men, dass eine rein vega­ne Ernäh­rung auf die Dau­er zu Man­gel­er­schei­nun­gen führt. Weil der Mensch ein­fach kei­ne Kuh (rei­ner Pflan­zen­fres­ser) oder eine Blu­me ist.
    Eben­so soll­te einem dabei däm­mern, dass vie­le Diä­ten Unsinn sind und ledig­lich auf dem Prin­zip "ich esse eine Zeit lang weni­ger" beru­hen, was dann zu dem gewünsch­ten Ergeb­nis namens "Gewichts­ab­nah­me" führt (und wel­ches sich dann wie­der revi­diert, sobald man die gewohn­ten Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten wie­der annimmt).
    Ein­zig, was hilft, ist: Sich dau­er­haft anders zu ernähren.
    Und auf die Prin­zi­pi­en des gewöhn­li­chen mensch­li­chen Stoff­wech­sels muss die­se "Diät" abzie­len, um dau­er­haf­te Ergeb­nis­se zu erzie­len ohne dabei zu hun­gern. (Ähn­lich ist es bei Ernäh­rung um bestimm­ten Krank­hei­ten oder ungün­sti­gen medi­zi­ni­schen Kon­di­tio­nen ent­ge­gen zu wir­ken - bestimm­te Din­ge ver­mei­den, dafür ande­re umso mehr essen.)

    Zum Vega­nis­mus noch ein­mal eine klei­ne Anmer­kung zum Schluss: Wird eine Pflan­ze nicht auch gequält, wenn sie auf Hoch­lei­stung wach­sen muss, um dem Men­schen in einer von ihm vor­be­stimm­ten Zeit ein gewünsch­tes Pro­dukt zu lie­fern (Früch­te, oder wenig­stens Rei­fe, um aus ihr etwas ande­res herzustellen)?
    Es ist wohl kaum anzu­neh­men, dass sich eine Pflan­ze Mit­ten auf einer Plan­ta­ge oder auf dem Feld zwi­schen lau­ter gleich­ar­ti­gen Pflan­zen wohl fühlt, wäh­rend man jede Form von Bio­di­ver­si­tät dazwi­schen als "Unkraut" ausmerzt.
    Auch bei dem, was Vega­ner zu sich neh­men, wird Mas­sen­an­bau betrie­ben. (Und ob man jetzt den Regen­wald abholzt, um Soja anzu­bau­en, den man dann selbst isst, oder ob man ihn noch an ein paar Rin­der ver­füt­tert, das Ergeb­nis bleibt irgend­wo das­sel­be. Regen­wald wird platt gemacht für Essen in Europa.)

    1. Genau die­se The­se ver­tre­te ich seit Jah­ren - ein­mal war ich sogar in der Sen­dung von Domi­an, einem 'Nacht­tal­ker', da war 'Ernäh­rung' ein eher sanf­tes The­ma. Meist ging es um extre­me mensch­li­che Gege­ben­hei­ten. Aber ich schwei­fe ab - wobei, eigent­lich nicht, denn unter dem ver­link­ten Bei­trag habe ich eine Rei­he von ande­ren Arti­keln von mir auf­ge­li­stet, die zum The­ma pas­sen und erwei­tern­de Infos liefern.

      Nun zu dem Punkt 'was soll­te man essen?'
      Das kann man dadurch beant­wor­ten, dass man sich vor­stellt was die Urmen­schen zur Ver­fü­gung hat­ten und dem­nach essen muss­ten ...! Das hat unse­re Art über Jahr­tau­sen­de am Leben gehal­ten und kann des­we­gen nicht falsch sein. Heu­te, den­ke ich, soll­te man die Grund­for­mel 30%KH 30%Protein 30%Fett 10%Ballast wäh­len und sich am Tag min­de­stens eine hal­be Stun­de zu Fuß bewe­gen - min­de­stens bei mir hat es 74+ Jah­re gebracht, und das mit Kaf­fee, But­ter, Eiern (und über vier Jahr­zehn­te dazu als Raucher). 

      PS
      Zum The­ma "Pflan­zen­emp­fin­dun­gen?"
      Da bin ich bei einem strik­ten *Nein* ange­kom­men - weil alle Lite­ra­tur dazu - abge­se­hen von gel­ben, gol­de­nen und Blät­tern 'für die Frau' - zwar Reak­tio­nen auf Rei­ze nach­ge­wie­sen haben, für ein *Emp­fin­den* (in dem Sin­ne wie wir bei­spiels­wei­se 'Schmerz' als Ner­ven­im­puls und zen­tra­le Wahr­neh­mung mit Reak­ti­on dar­auf defi­nie­ren kön­nen) aller­dings gibt es nicht ein­mal Hin­wei­se die man ver­fol­gen könnte.

    2. Wie Grund­emp­feh­lun­gen da aus­se­hen, dar­über weiß ich nun, ehr­lich gespro­chen, nichts... Es bestimmt aber auch ein The­ma, was mit vie­len pesön­li­chen Mei­nun­gen durch­setzt ist.
      Grund­kon­sens, was man aus allen ent­neh­men kann, wird sein: Man soll­te von allen Stof­fen etwas zu sich neh­men und kei­nen rigo­ros aus­klam­mern (es sei denn, man ist wirk­lich krank und hat mit irgend­ei­ner Sek­ti­on davon Probleme).
      Ich wür­de es z. B. so sehen, dass Koh­len­hy­dra­te noch am mei­sten ver­nach­läs­sigt wer­den kön­nen, weil schließ­lich im mensch­li­chen Kör­per alles zu Zucker umge­baut wird. Ein Man­gel dar­an wird also so schnell also nicht entstehen.
      Pro­te­ine sind dage­gen anders, dabei ent­ste­hen oder sind Stof­fe dabei, die der mensch­li­che Kör­per nicht selbst bil­den kann. Die muss er von außen zuführen.
      Bei Fet­ten ist es ähn­lich - in dem Bereich war es, mei­ner Mei­nung nach, so, dass auch nicht alles in der Form vom Kör­per selbst gebil­det wer­den konnte.
      Jeden­falls sind Fet­te sonst ergie­big dabei, wenn es um Ener­gie­lie­fe­rung geht. Unge­sät­tig­te dabei bes­ser als gesät­tig­te, weil die­se vor­zugs­wei­se wie­der ver­stoff­wech­selt wer­den, wenn der Kör­per Ener­gie benötigt.
      (Des­we­gen ist die­ser Mar­ke­ting-Kniff mit "wenig Fett" rei­ner Unsinn. Einer­seits, dass der Mensch von irgend­et­was satt wer­den muss, zum ande­ren - Fische und Öle sind z. B. sehr fett­hal­tig, sind aber im Gegen­satz zu einer Tüte Chips oder eine Brat­wurst sehr gesund. Nach der genann­ten Logik wären sie dies jedoch genau nicht - was aber fak­tisch nicht stimmt.)
      Muss nicht 100%-ig rich­tig sein, die Annah­me, aber das nur zur Anschauung.
      Wie­der­um jemand ande­res wird wohl eine ande­re Auf­stel­lung formulieren...

      Ich mein­te das gar nicht mal bezo­gen auf "Pflan­zen­emp­fin­dun­gen". Da haben sie mich etwas missverstanden.
      Es ging viel­mehr dar­um - radi­ka­le Geg­ner der Mas­sen­tier­hal­tung, wel­che den Vega­nis­mus ver­herr­li­chen, leh­nen zwar die eine Behand­lung und Vor­ge­hens­wei­se bei Tie­ren ab, aber bei Pflan­zen wie­der­um haben sie kein ethi­sches Pro­blem damit oder insi­stie­ren auf "das Leid der Pflanzen".
      Und das eigent­lich nur, weil Pflan­zen nicht "Au!" schrei­en oder Reh­au­gen machen kön­nen. Weil sie nicht die Art von Lebe­we­sen sind, die mit ihrer Umge­bung sicht­bar inter­agie­ren, sodass es auch ein Mensch ver­seht. (Im Prin­zip dreht sich doch vie­les im Bereich "Tier­ak­ti­vis­mus" um Säu­ge­tie­re und sol­che wei­te­ren Tie­re, die mit Men­schen inter­agie­ren kön­nen. Bis auf den neu­en Akt­vis­mus für Bie­nen ist mir nichts bekannt über Leu­te, die auf die Wich­tig­keit von Gras­hüp­fern, Spin­nen, Frö­schen oder Kro­ko­di­len hin­wei­sen. War­um, das kann ich mir den­ken... Weil dies alles Sor­ten von Tie­re sind, die sich nicht ver­men­scheln lassen.)
      Nur weil sie dies aber nicht tun, heißt es noch lan­ge nicht, dass eine Pflan­ze nicht auch unter Bedin­gun­gen wie in der Mas­sen­tier­hal­tung lei­den kann. Ins­be­son­de­re wenn es sich um auf 150% Lei­stung geeich­te handelt.
      So wie man Hun­de­ras­sen über­züch­ten kann sodass sie bestimm­te Krank­hei­ten, Fehl­bil­dun­gen und Anfäl­lig­kei­ten ent­wickeln, kann man das auch mit Pflan­zen errei­chen. Unter­liegt ja den sel­ben Bedin­gun­gen (Gene­tik und Men­del­sche Gesetze).
      Ich stel­le es mir jeden­falls so vor, dass Pflan­zen selbst auch lie­ber in Mit­ten eines Gemischs von ver­schie­de­nen gro­ßen und klei­nen ande­ren Pflan­zen ste­hen als in Reih und Glied nur mit Indi­vi­du­en der eige­nen Sorte.
      Genau das aber bleibt wei­ter­hin nötig, wenn alle Men­schen mög­lichst Vega­ner wer­den sol­len. Dann ste­hen kei­ne lei­den­den Tie­re mehr im Stall, son­dern auf dem Feld wer­den Pflan­zen in Mono­kul­tur gehal­ten, jeden Gras­halm zwi­schen ihnen ätzt und reißt man weg als "Unkraut" und Bäu­me wer­den auch noch abge­holzt, damit Plan­ta­gen von die­sen Mono­kul­tu­ren von Pflan­zen über­haupt ste­hen kön­nen. Und die Pflan­zen selbst, die man gezielt anbaut, sind irgend­wann so über­züch­tet und von Ent­wick­lungs­pro­ble­men geplagt - es ist nicht bes­ser wie ein Schwein, was sich in sei­ner Buch­te nicht bewe­gen kann.
      Pflan­zen kön­nen das sogar eigent­lich zu erken­nen geben - indem, dass sie ein­ge­hen (oder wenig­stens nicht gedei­hen), obwohl die äuße­ren Bedin­gun­gen zum Wach­sen da sind und kein Schäd­lings- oder Pilz­be­fall vor­han­den ist.

      1. Jede Art von Mono­kul­tur ist lang­fri­stig schäd­lich weil immer mehr Dün­ger ein­ge­setzt wer­den muss um den Ertrag lukra­tiv zu hal­ten - und was mit der Aus­wei­tung erreicht wird ist nur ein mehr an kli­ma­schäd­li­chen Bedin­gun­gen: Raub­bau an Natur­flä­chen die die O₂-Ver­sor­gung sicher­stel­len. Ich bin davon über­zeugt, dass min­de­stens die Hälf­te unse­rer Bevöl­ke­rung nicht weiß, dass sie nur atmen kann weil es grü­ne Pflan­zen gibt.

        Defi­ni­tiv reagie­ren Pflan­zen auf ihre Umge­bung - wie alle leben­den Orga­nis­men. Das ist aller­dings nicht mit "Emp­fin­den" zu beschrei­ben, son­dern als eine Ant­wort auf schlech­te oder bes­se­re Wachs­tums­be­din­gun­gen. Vie­le gleich­ar­ti­ge bedeu­tet immer vie­le Fress­fein­de und Pflan­zen müs­sen Abwehr­me­cha­nis­men bedie­nen um sich dage­gen zur Wehr zu set­zen - was wie­der­um die eigent­li­che Auf­ga­be der Erzeu­gung von Früch­ten und Sicher­stel­lung der näch­sten Genera­ti­on gefährdet.
        Ob man aber den Vega­nern die Miss­ach­tung der Pflan­zen­psy­che anla­sten will wo die doch kei­ne See­le haben sei dahin­ge­stellt - ich hal­te es nicht für ange­bracht. Da gibt es gewich­ti­ge­re Gründe.

        Was Ernäh­rung angeht dür­fen Sie gern mei­ne For­mel als 'wahr' anse­hen - min­de­stens im Sin­ne einer aus­ge­wo­ge­nen Ernäh­rung im Blick­win­kel der Wis­sen­schaft. Da mei­ne ich NICHT die Öko­tro­pho­lo­gen, son­dern Bio­lo­gen & Ernäh­rungs- bzw. Stoffwechselmediziner.

        Es ist zwar rich­tig, dass vie­le Stoff­wech­sel­we­ge auf der Zell­ebe­ne in Koh­len­hy­dra­te mün­den (Zucker, Glu­co­se, Trau­ben­zucker & Fruc­to­se), aller­dings wäre es eine ein­sei­ti­ge Betrach­tung, denn alle Stoff­wech­sel­we­ge sind mit­ein­an­der ver­bun­den und bewir­ken sich gegen­sei­tig. In Abhän­gig­keit von zur Ver­fü­gung ste­hen­den Stof­fen, die einer­seits als *Star­ter* ande­rer­seits als *Brem­se* für bestimm­te Stoff­wech­sel­we­ge die­nen. Das hier inten­si­ver zu erör­tern ist recht umfang­reich, ich soll­te viel­leicht ein­mal eine Serie dar­aus machen, so wie die über Herz-Gefäss­se-Blut und die Regu­la­ti­on des Blutdruckes.

        Nur noch soviel: Fet­te wer­den - ein­mal abge­se­hen von den hoch unge­sät­tig­ten Mole­kü­len, den *essen­ti­el­len Fet­ten (Fett­säu­ren)* - in uns erzeugt, Ring­struk­tu­ren und Dop­pel­rin­ge wer­den eben­falls nicht auf­ge­baut, sie wer­den nur zu kör­per­ei­ge­nen Stof­fen umge­baut. Ami­no­säu­ren eben­falls, da sind es die *essen­ti­el­len Ami­no­säu­ren* die nur von außen, mit der Nah­rung gewon­nen wer­den können.

        Es ist hier viel­leicht ange­bracht ein­mal zu erwäh­nen, dass ich mei­ne Diplom­ar­beit über ein fett­che­mi­sches The­ma geschrie­ben habe. Es war in 1975-76 noch 'Neu­land'. Damals war ich einer der ersten Nut­zer eines Kapil­lar­gaschro­ma­to­gra­phen für die Fett­un­ter­su­chung, die eine Her­aus­for­de­rung hin­sicht­lich der Lösungs­mit­teln und der ana­ly­ti­schen Bear­bei­tung dar­stellt. Die Fett­be­stim­mung ist eines der schwie­rig­sten Kapi­tel der orga­ni­schen Chemie.

        Wenn ich umge­zo­gen bin wer­de ich das The­ma ein­mal auf­neh­men und als Rei­he ver­öf­fent­li­chen - lai­en­ver­ständ­lich dar­ge­stellt, obwohl dabei die wis­sen­schaft­li­che Genau­ig­keit lei­det, aber es ist min­de­stens ein Ein­stieg zum Verständnis.

    3. Wie gesagt, mir ging es weni­ger um ein "Füh­len" in dem Sin­ne wie es Men­schen ken­nen, son­dern um den Kern­ge­dan­ken, Pflan­zen eben­so als Lebe­we­sen wahr­zu­neh­men und nicht als etwas totes (wie ein Stück Metall), mit dem man nach Belie­ben alles anstel­len kann, was man will.
      Ich fin­de näm­lich, auf der Vega­ner­sei­te kommt das sehr zu kurz. Gera­de wenn das Argu­ment der "Grau­sam­keit" in Bezug auf das gene­rel­le Töten von Tie­ren in den Raum gewor­fen wird.
      Bei Tie­ren fin­den es die­se Leu­te unbe­schreib­lich grau­sam und ent­wickeln den Drang, die­sem Umstand jeg­li­che Legi­ti­mi­tät abzu­spre­chen - bei Pflan­zen jedoch ver­fah­ren sie wie gehabt und die Legi­ti­mi­tät der (hier dann noch erhöh­te­ren) Aus­beu­tung durch den Men­schen wird nicht ein­mal auch nur in Fra­ge gestellt. Nicht ein­mal als die­ses erfasst.
      Für mei­ne Begrif­fe eine psy­cho­lo­gi­sche Sache - sich selbst etwas sug­ge­rie­ren und ein­re­den. Sich selbst mit einem gewis­sen Inhalts­fil­ter zu "tugend­haft" erklä­ren - und ande­re für "sünd­haft" -, obwohl kei­ne sach­li­che Grund­la­ge dafür gege­ben ist.
      Einem ande­ren Lebe­we­sen sein Leben ent­rei­ßen um selbst wei­ter­zu­le­ben - die­ser Umstand bleibt auch dann wei­ter­hin bestehen, wenn man sein Nah­rungs­sche­ma auf Pflan­zen fixiert. Auch wenn die­se nicht blu­ten oder vor Schmer­zen schreien.

      Wenn sie die Lust und die Zeit dazu haben, kön­nen sie zu dem The­men­kom­plex ruhig mehr schrei­ben. Fach­lich ist es ja nicht ohne...

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