... eine wissenschaftliche Grundeinstellung ...

Ver­tei­di­gung der Wis­sen­schaft gegen Ver­leug­nung, Betrug und Pseudowissenschaft

Über­set­zung :
".. eine „wis­sen­schaft­li­che Hal­tung“, bei der die Evi­denz {mit beson­de­rem Wahr­heits­an­spruch auf­tre­ten­de voll­stän­di­ge Ein­sicht} im Vor­der­grund steht, und die Bereit­schaft der Wis­sen­schaft­ler, Theo­rien auf der Grund­la­ge neu­er Evi­denz zu ändern. Die Behaup­tung, der Kli­ma­wan­del sei kei­ne fest­ge­leg­te Wis­sen­schaft, die Evo­lu­ti­on sei "nur eine Theo­rie", und Wis­sen­schaft­ler ver­schwör­ten sich, um die Wahr­heit über Impf­stof­fe aus der Öffent­lich­keit zu ver­ban­nen, ist eine Grund­ar­gu­men­ta­ti­on im rhe­to­ri­schen Reper­toire eini­ger Politiker .."

Ori­gi­nal (ange­passt):
Defen­ding Sci­ence from Deni­al, Fraud, and Pseudoscience
» .. a “sci­en­ti­fic atti­tu­de” in an empha­sis on evi­dence and sci­en­tists’ wil­ling­ness to chan­ge theo­ries on the basis of new evi­dence. For examp­le, claims that cli­ma­te chan­ge isn’t sett­led sci­ence, that evo­lu­ti­on is “only a theo­ry,” and that sci­en­tists are con­spi­ring to keep the truth about vac­ci­nes from the public are stap­les of some poli­ti­ci­ans’ rhe­to­ri­cal repertoire .. «
[Pro­mo­ti­on for Quel­le]

Was ist stets leich­ter als sich in ein bestimm­tes The­ma einzuarbeiten?
Zu behaup­ten das Thema
- sei irrelevant;
- sei noch nicht end­gül­tig erforscht;
- wer­de noch zwi­schen Wis­sen­schaft­lern diskutiert;
- sei ent­we­der ver­al­tet, über­holt oder noch zu neu um dar­über genug zu wissen;
- sei in die­sem Zusam­men­hang nicht von Bedeutung.

Die Fül­le an Aus­re­den ist groß. Tat­säch­li­ches Wis­sen ist rar. Geschwa­fel statt Wis­sen ist wohl­feil, denn reden ohne etwas aus­zu­sa­gen wird immer belieb­ter unter Poli­ti­kern. Sie stu­die­ren Muster­sät­ze ein, die wenig aus­sa­gen aber über­zeu­gend klingen.

Glau­ben Sie nicht?


Dann suchen Sie mal bei you­tube oder ähn­li­cher Quel­le nach Reden der bekann­te­sten Poli­ti­ker - ich fin­de das beste Bei­spiel ist Frau von der Ley­en. Sie begnügt sich nicht mit lee­ren Phra­sen, sie tischt völ­lig *cool* die drei­ste­sten Lügen mit gewin­nen­dem Lächeln auf.

Das muss man erst 'mal können.

 
Und wie war das mit der Wis­sen­schaft von wei­ter oben?
Das war ein "Auf­hän­ger" für das Politiker-bashing.

Aber nun doch noch ganz ernsthaft:
Wis­sen­schaft trifft des­we­gen kei­ne end­gül­ti­gen Aus­sa­gen, weil es an jeder Erkennt­nis im Lau­fe wei­te­rer For­schung etwas zu ver­bes­sern, zu ändern oder ein­zu­schrän­ken gilt. Es ist ein dyna­mi­scher Pro­zess, der immer den jewei­li­gen Wis­sens­stand dar­stellt. Die Metho­den der For­schung ändern sich, die Ergeb­nis­se wer­den immer genau­er, weil die Mes­sun­gen prä­zi­ser und die Maß­stä­be immer klei­ner werden.

"Hypo­the­se" bedeu­tet nicht 'Unsi­cher­heit', son­dern "gesi­cher­tes Wis­sen mit der Mög­lich­keit und Not­wen­dig­keit es in der Zukunft wei­ter zu prä­zi­sie­ren". Das ist es was Wis­sen­schaft­ler antreibt: 

Mehr zu klä­ren, abzu­si­chern, der end­gül­ti­gen Erkennt­nis näher zu kommen.

Wenn Ihnen also näch­stens wie­der jemand zu erklä­ren ver­sucht Wis­sen­schaft­ler wür­den Sie belü­gen oder ihnen etwas vor­ent­hal­ten wis­sen Sie es nun bes­ser und kön­nen den wah­ren Lüg­ner entlarven.


*edit* (16.08.2019)
Eine Pas­sen­de Abhand­lung aus "zeit online" | [Ver­schwö­rungs­theo­rien: Epstein, Epstein, alles muss ver­steckt sein]; Jan Skud­la­rek; 15. August 2019, 20:03 h."

" .. Wer eine Aus­sa­ge in den Raum stellt, muss lie­fern. Argu­men­te. Bele­ge. Bewei­se. So war es jeden­falls frü­her. Heu­te, in der Epo­che des Anti­fak­ti­schen, gel­ten Bele­ge und Bewei­se nicht etwa als abge­wer­tet (schon das wäre schlimm genug), nein, oft sind sie schlicht­weg schnurz­pie­pe­gal. Man braucht sie nicht im Dis­kurs. Der Kon­spi­ra­tio­nist, der sich selbst natür­lich "Wahr­heits­su­cher" nennt oder "kri­ti­scher Geist", befin­det sich in der beque­men Lage, dass allein durch die Unter­stel­lung böser Absich­ten ein Aha- oder auch ein Ja-klar-Effekt bei sei­nen Mit­men­schen ent­steht. Bei sol­chen Mit­men­schen jeden­falls, die auch kri­ti­sche Gei­ster sein möch­ten, aber auf seriö­se (und müh­sa­me) Ver­fah­rens­wei­sen von Wis­sen­schaft, For­schung oder inve­sti­ga­ti­vem Jour­na­lis­mus pfeifen .. "

Kommentare

  1. Wenn es da nicht inzwi­schen schon ein klei­nes Pro­blem gäbe...
    Mitt­ler­wei­le gibt es auch "Wis­sen­schaft", die gewünsch­te Ergeb­nis­se lie­fert. Ist zwar kei­ne Wis­sen­schaft in ihrem ursprüng­li­chen Sin­ne, sie nennt sich aber trotz­des­sen so.

    1. Das bedaue­re ich eben­so wie Sie - gibt es doch den Fein­den der Wis­sen­schaft unnö­ti­ge Muni­ti­on um ALLE zu dis­kre­di­tie­ren deren Arbeit und Ethos sie nicht verstehen .....

      In dem Bei­trag zum "Detox"-Wahn und in dem Bei­trag zu "Pro­bio­ti­sche Pro­duk­te" habe ich eini­ge Anmer­kun­gen dazu ver­fasst. Viel­leicht soll­te ich ein­mal tie­fer ein­stei­gen und das aus­führ­li­cher recherchieren.

    2. Das geht je mehr in die Eso­te­rik-Ecke (so wie ich das jeden­falls aus­drücken würde)...

      Bezahl­te "Wis­sen­schaft" in dem Sin­ne, außer­halb von Mar­ke­ting, da den­ke ich eher in etwas grö­ße­re Din­ge, so wie dass Fett schlim­mer für die Fett­lei­big­keit der Men­schen ver­ant­wort­lich sein soll als Zucker (wur­de in den letz­ten Jah­ren mal auf­ge­deckt, dass das Ergeb­nis eine bezahl­te Num­mer in Über­see war) - oder dass ein Die­sel "umwelt­freund­li­cher" ist als ein Ben­zi­ner (jeder, der mit einer Die­sel-Maschi­ne vor­her schon zu tun hat­te, wuss­te, das ist tota­ler Unsinn) - oder, dass "Schrei­ben nach Gehör" funk­tio­niert (heut­zu­ta­ge hat man fest­ge­stellt, dass die­je­ni­gen, die mit der Metho­de Schrei­ben gelernt haben, als Erwach­se­ne nach wie vor Schwie­rig­kei­ten haben - anders als sol­che, die es nach kon­ven­tio­nel­ler Metho­de gelernt haben).
      Bei letz­te­rem - irgend­wo wer­den da bestimmt auch ein paar bezahl­te Stu­di­en oder der­glei­chen gewe­sen sein, sodass man die­sen Non­sens einst beführ­wor­tet hat. Was sich inzwi­schen als abso­lu­ter Feh­ler her­aus­ge­stellt hat.

    3. 1. Die­se Fett & Zucker Stu­di­en sind in zwei­er­lei Rich­tung zu sehen:

      a. Die Stu­di­en zur Schäd­lich­keit wegen Ein­la­ge­run­gen in die Gefäss­wand waren Phar­ma-finan­ziert und wur­den von For­schern (Medi­zi­nern!) durch­ge­führt, die zuvor jah­re­lang Sti­pen­di­en von den ein­schlä­gi­gen Fach­or­ga­ni­sa­tio­nen bekom­men hat­ten - man hat sich so einen Stamm an *wohl­wol­len­den* Fach­leu­ten her­an­ge­zo­gen. Begon­nen hat das in den spä­ten 70er Jahren.
      Der Zweck war die Ein­füh­rung von Lipid­sen­kern - heu­te ein Mil­li­ar­den­ge­schäft mit zwei­fel­haf­ter medi­zi­ni­scher Bilanz!

      b. Eine ande­re Ziel­rich­tung war es But­ter schlecht zu machen um Mar­ga­ri­ne zu ver­kau­fen, und nach­dem das über vie­le Jah­re in der Wer­bung 'gehäm­mert' wur­de hat­te es wenig Erfolg - da griff man in bester US Manier "If you can't beat them join them" zu Misch­pro­duk­ten [→ https://www.re-actio.com/wordpress/?p=67668%5D.

      2. Zu Die­sel kann ich nichts sagen, da fehlt mir der Hin­ter­grund. Aller­dings braucht man nur hin­ter einem Die­sel her zu fah­ren um zu erken­nen, dass das was da raus­kommt nicht 'gesund' sein kann.

      3. Mei­ne Frau war Leh­re­rin - und ich hat­te das *Ver­gnü­gen* mir indi­rekt alle Bemü­hun­gen der 'neu­en Besen im Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um' anzu­hö­ren und mit­zu­er­le­ben wie sol­cher Unfug ein­ge­führt wur­de - da war wie­der ein neu­er Pro­fes­so­ren­ti­tel in den PHs geschaf­fen .... jede Par­tei hat da ihre Leu­te untergebracht.

      Ich fand es wit­zig wie man dann spä­ter zurück ruderte:
      Es wur­de nach *Lesen durch Schrei­ben* (die Ortho­gra­fie wird immer man­gel­haft blei­ben!) und *Ganz­wort­me­tho­de* eine neue Rich­tung ein­ge­führt, die hieß "Alpha­be­ti­sie­rung" und dahin­ter steck­te nichts ande­res als das stink­nor­ma­le Alpha­bet, oder wie wir es noch gelernt haben, *ein­zel­ne Buchstaben*.

      {Z.Zt. ist wohl in den Fibeln für Klas­sen I + II eine Mischung aus Anlau­ten, Sil­ben und Buch­sta­ben vor­han­den - und auch auf Recht­schrei­bung wird wie­der von Anfang an Wert gelegt}

    4. Beim Zucker geht es noch frü­her los:
      In den 60ern hat die Sugar Asso­cia­ti­on mal 3 "Wis­sen­schaft­ler" von Har­vard direkt (umge­rech­net mit Infla­ti­on) 50.000 $ bezahlt für die Ver­öf­fent­li­chung eines Berichts, der die Korel­la­ti­on zwi­schen Fett­kon­sum und Herz­krank­heit nahe legt. Die Stu­di­en dafür hat die Asso­ci­ta­ti­on aus­ge­wählt, wel­che natür­lich die Ver­bin­dung zwi­schen Zucker und Herz­krank­heit herunterspielt.
      Kam erst in den ver­gan­gen Jah­ren her­aus, das ist noch nicht ein­mal so lang bekannt...

      Mit der Mar­ga­ri­ne, das hat mir mal jemand erzählt, ursprüng­lich wur­de es wohl mal zum Schmie­ren von Waf­fen ver­wen­det - also, völ­lig ande­rer Zweck als es zu essen.
      Letzt­end­lich woll­te man nur ein (wahr­schein­lich in der Her­stel­lung) bil­li­ge­res Ersatz­pro­dukt zu But­ter auf dem Markt etablieren.
      Misch­pro­duk­te sind in die­sen Tagen eigent­lich sogar rela­tiv "gut" ver­tre­ten, bes­ser als das zur Hoch­zeit war, als es als Mode aufkam.

      Die­sel neh­me ich nur als Bei­spiel, weil, als die Mar­ke­ting-Wel­le dazu aktiv war, hat man fak­tisch schon weis machen wol­len, dass hin­ten aus dem Aus­puff Blu­men­duft 'raus­kommt.
      Inso­fern sogar eine Far­ce, dass man sich heu­te hin­stellt und Die­sel zu Dreck­schleu­dern erklärt, die ver­bo­ten gehö­ren (inklu­si­ve der Maschi­nen, die schon immer mit Die­sel lie­fen), nach­dem sich Leu­te die­se Autos gekauft haben - und dann noch frech mit der unter­schwel­li­gen Stra­te­gie "schmeiß weg, kauf dir was neu­es". Und wäre in Ame­ri­ka ihre Cheat-Soft­ware nicht auf­ge­fal­len, dann wäre bis heu­te über­haupt nichts in der Rich­tung passiert...

      Bezüg­lich 3.): Ich glau­be, man darf ruhig froh sein, wenn man in den 90er Jah­ren im Osten zur Schu­le gegan­gen ist. Ist einem die­ser gan­ze metho­di­sche Non­sens erspart geblie­ben und man hat es nach der alten Metho­de gelernt.

    5. Die Inve­sti­ti­on der "Sugar Asso­cia­ti­on" hat sich in den Jahr­zehn­ten amor­ti­siert, das steht fest - und nun kom­men die schlech­te­ren Jah­re, wenn­gleich ich den Ver­dacht habe, dass da zwar viel getrom­melt wird, in Wahr­heit aber wenig tat­säch­lich getan .... Frau Klöck­ner ist ja eher Indu­strie-freund­lich als Konsumenten-freundlich.

      Ich hat­te in dem Arti­kel zu die­sen Misch­fet­ten schon erwähnt:
      Das ist des­we­gen für mich Unsinn, weil das rei­ne Natur­pro­dukt "But­ter" preis­wer­ter zu kau­fen ist als die Mischung mit mine­ra­li­schen Ölen und künst­li­chen Fet­ten. Noch dazu sind letz­te­re eher umwelt­schäd­lich wenn sie von Plan­ta­gen kom­men, da kön­nen noch so vie­le Bio- und Eco- und ähn­li­che *Sie­gel* nicht dar­über hinwegtäuschen.

      Die Schu­len haben zwar vor­der­grün­dig die Refor­men alle ein­ge­führt und neue Mate­ria­li­en genutzt - klu­ge Leh­rer aller­dings hat­ten dazu Arbeits­blät­ter von frü­he­ren Metho­den, die sie für die Kin­der ein­setz­ten, die mit den 'ver­ord­ne­ten' Vor­ge­hens­wei­sen nicht zurecht kamen.
      Ich habe in der Zeit Nach­hil­fe für Mathe gege­ben. Wenn Kin­der die "Mehr­fach­men­gen von Vier" nicht begrif­fen haben brach­te ich ihnen das "Ein­mal Vier" bei .... und das hat mei­stens gehol­fen ;c)

    6. Es wird wohl eher eine Umstel­lung der Pro­dukt­pa­let­te sein. Süß­stoff wur­de den Leu­ten schließ­lich auch mal als "gesün­der als Zucker" ver­kauft - und wenn man dazu ein biss­chen recher­chiert, kommt man zur gegen­tei­li­gen Ansicht (gera­de bei Aspartam).
      Stevia, das, was jetzt jeden­falls dar­un­ter im Umlauf ist, hat weni­ger mit dem Natur-Stevia zu tun, son­dern ist ein Pro­dukt her­ge­stellt von Nest­lé. (Erkenn­bar dar­an, dass auf den Ver­packun­gen davon "Süß­stoff" steht.)
      Hät­te man eine Anre­gung für das feh­len­de Puz­zle­stück in die­sen Punkt wie es zu Gun­sten der Indu­strie wei­ter­ge­hen könnte...

      Aus­schlag­ge­bend ist für einen Kon­zern der Her­stel­lungs­preis im Ver­hält­nis zum End­ver­brau­cher­preis, zu dem man es im Laden schließ­lich ver­kauft. Viel­leicht muss man bei But­ter noch zu viel vom Her­stel­ler­preis tei­len (z. B. den Bau­ern), des­we­gen will man sie "aus­boo­ten" durch ver­schie­de­ne Wer­be­kam­pa­gnen, Öl kann man hin­ge­gen auch aus der zwei­ten und drit­ten Welt impor­tie­ren zum Preis in einer Wäh­rung pro Ton­ne, die umge­rech­net in Euro/Dollar einen läp­pi­schen Betrag aus­macht. Ver­kau­fen kann man es hier aber trotz­dem teu­er. Die Span­ne zwi­schen Her­stel­lungs- und End­ver­brau­cher­preis wan­dert dann in die Tasche des Kon­zerns, respek­ti­ve sei­ner Aktio­nä­re, sei­ner CEOs und sei­ner Aufsichtsräte.

      Ein sehr kon­kre­tes Bei­spiel kann ich für den Vor­gang sogar nen­nen: Die fri­sche Sah­ni­ge (Ost-Pro­dukt).
      Hat­te einen Fett­ge­halt von irgend­was in 40%, war aber ein rei­nes Milch­pro­dukt ohne Zusät­ze von Pflan­zen­fett. Sogar ungesalzen.
      Seit etwa einem hal­ben Jahr gibt es die nicht mehr, weil das DMK die Mol­ke­rei in Ber­gen schließt, die die zuletzt noch her­ge­stellt hat­te. Die Mol­ke­rei selbst ist zwar noch offen (wegen dem Rüge­ner Bade­jun­ge Camem­bert), die Pro­duk­ti­on der But­ter wur­de aber schon etwa zum März eingestellt.
      Soweit wie es sich las, die "But­ter" (wel­che sich hier nur "Milch­streich­fett" nen­nen dur­fe, weil But­ter mind. 82% Fett­an­teil haben muss, Laut Gesetz) konn­te man wohl mit die­sem nied­ri­gen Fett­an­teil her­stel­len, weil die wohl noch mit Pro­duk­ti­ons­an­la­gen aus DDR-Zei­ten her­ge­stellt wur­de. Schein­bar hat man sich da mal ein Ver­fah­ren oder eine Rezep­tur ein­fal­len las­sen, die spe­zi­ell mit die­sen Maschi­nen umzu­set­zen ging (das Pro­dukt gab es auch schon zu DDR-Zei­ten) - also kei­ne neue­re Erfindung.
      Drei Mal darf man sich sei­nen eige­nen Teil den­ken, war­um die­ses Pro­dukt ver­schwun­den ist.
      Bedient den "wenig Fett"-Trend nach wie vor, aber ohne Fusel. (Käu­fer hät­te es wohl für die Mol­ke­rei gege­ben, aber das DMK woll­te wohl nicht verkaufen.)
      Die Indu­strie will schein­bar lie­ber Fusel los­wer­den, weil das für sie bill­ger, aber mit mehr Gewinn, her­zu­stel­len ist.

      (Im Bezug aufs Pro­dukt kann man nur hof­fen, dass die Anla­gen doch nicht ver­schrot­tet wer­den und dass sich dem lang­fri­stig jemand ande­res wie­der annimmt. In den 90er Jah­ren soll es wohl auch so gewe­sen sein, dass die But­ter über Jah­re nicht zu krie­gen war und dann tauch­te sie irgend­wann wie­der auf.)

      1. Ich hat­te mich schon län­ger gewun­dert, war­um es bis zur Zulas­sung von Stevia so lan­ge gedau­ert hat - nun ist klar, dass die Groß­kon­zer­ne erst die groß­tech­ni­sche Her­stel­lung in den Griff bekom­men muss­ten um den Aus­fall an *pro­fit* bei Zucker zu kompensieren.

        Vie­len Dank für die Dar­stel­lung der Moti­va­ti­on - man kann dar­aus natür­lich Rück­schlüs­se auf wei­te­re Güter und Dienst­lei­stun­gen zie­hen, denn es beschreibt ja das System insgesamt.

        Die Sache mit der Pro­duk­ti­on einer fett­re­du­zier­ten But­ter stimmt mit den (all­ge­mei­nen) Gege­ben­hei­ten in der DDR überein:
        Wo Knapp­heit herrsch­te wur­de sehr krea­tiv eine Vari­an­te gesucht - die Moti­ve in den Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben der Groß­kon­zern dage­gen haben Sie ja davor schon erläu­tert. “Milch­streich­fett” und die alternative(-n) Bezeichnung(-en) für Pro­duk­te aus Mar­ga­ri­ne & But­ter hal­te ich nicht für falsch, sind sie doch eine deut­li­che Kenn­zeich­nung für die Ver­schie­den­heit vom 'rei­nen' Pro­dukt "But­ter".

        Wir hat­ten in der EU zuerst nor­ma­le But­ter­men­gen - bis es Prä­mi­en für die Pro­duk­ti­on gab! Dann wur­de der *But­ter­berg* ein­ge­la­gert, schließ­lich zu Schleu­derpei­sen (unter dem Her­stel­lungs­preis, da ja "EU geför­dert) ins Aus­land ver­kauft. Die *Milch­quo­te* mach­te Schluss mit Fehl­pro­duk­ti­on, die Prä­mi­en gab es für ande­re Sachen und so waren die Land­wir­te (CDU/C­SU-Wäh­ler!) immer zufrieden ....

    7. Ich wür­de das nicht mit der wie­der­keh­ren­den west­li­chen Mär der Knapp­heit erklären...
      Es war eben so, dass man sich so ein Pro­dukt hat ein­fal­len las­sen. Teil­wei­se geht so etwas mit auf die Moden im Westen zurück, weil sich irgend­wel­che Leu­te immer dar­über beschwert haben "im Westen haben sie das...".
      Wie auch immer, war in dem Sim­me eigent­lich ein kon­kur­renz­fä­hi­ges Pro­dukt, aller­dings ohne die­se Mate­ri­al­ver­wäs­se­rung (die schmeck­te als But­ter auch sehr mil­chig, weni­ger wie But­ter), war schwie­rig zu krie­gen, weil sie kaum eine Ket­te im Sor­ti­ment hat­te (Kauf­land und Real waren lan­ge feste Bezugs­quel­len, die ande­ren vari­ier­ten im Lau­fe der Jah­re immer mal wie­der) - und da hat­te man den Ein­druck, es lag eher dar­an, weil die dafür zu wenig davon her­ge­stellt haben, als Kauf­land sie vor ein paar Jah­ren eini­ge Zeit aus dem Sor­ti­ment nahm, konn­te sie auch plötz­lich bei ande­ren Ket­ten mal wie­der auf­tau­chen -, jetzt gibt es sie seit knapp einem hal­ben Jahr gar nicht mehr wegen "Markt­be­rei­ni­gung".

      Die Bezei­chung "-streich­fett" ist mir bei ein oder ande­rem Pro­dukt eben­falls auf­ge­fal­len, und da mir im Zuge der Ein­stel­lung der fri­schen Sah­ni­gen das über den Weg gelau­fen war, dass But­ter einen fest­ge­schrie­be­nen Satz Fett ent­hal­ten muss, ergibt das für mich natür­lich Sinn. In dem Sin­ne ist die Regu­lie­rung nicht falsch, auch wenn die mei­sten das nicht wis­sen wer­den und ver­mut­lich auch nicht stört. Es ist so ein "bei der Wahr­heit bleiben"-Ding - sieht man mal ins Aus­land (ganz beson­ders Über­see), dann könn­ten einem gute Grün­de ein­fal­len, war­um das bes­ser so ist.

      1. Die Fra­ge wie *Das Sor­ti­ment* bei man­chen Lebens­mit­tel­ket­ten zusam­men­ge­stellt wird wür­de mich bren­nend inter­es­sie­ren - die Nach­fra­ge selbst kann es nicht sein, denn dann sähe das Ange­bot anders aus. Ich beob­ach­te das gera­de für Eis, für pre-cut Gemü­se (ohne Geschmacks­ver­stär­ker), und Groß­glä­ser Oli­ven. Mei­ne Ver­mu­tung ist, es wer­den ande­re Anbie­ter genom­men um den frü­he­ren zu zei­gen 'du bist ent­behr­lich!' und sie so für die näch­sten Ver­hand­lun­gen *gefü­gi­ger* zu machen. Die paar absprin­gen­den Kun­den wer­den dann in Kauf genommen ....

        Wenn es die gro­ßen Unter­neh­men - in Ana­lo­gie zu Phar­ma, da ken­ne ich mich bes­ser aus - genau so machen, dann ken­nen sie durch ihre Markt­for­scher die wesent­li­che Kon­kur­ren­ten und erken­nen Trends der Ver­brau­cher. Wenn Sie dann her­aus­fin­den wer ihnen gefähr­lich wer­den kann wird gezielt gegen die­se Mar­ke / die­ses Pro­dukt eine Kam­pa­gne gefah­ren. Das führt zu höhe­ren Ein­käu­fen der Ket­ten die­ser Pro­duk­te für einen bestimm­ten Zeit­raum (bei Phar­ma sind das nur die frei ver­käuf­li­chen Pro­duk­te), und schon wer­den die Mit­be­wer­ber­pro­duk­te weni­ger ver­kauft. Wenn dann noch beglei­ten­de Maß­nah­men wie klei­ne Abga­be­ar­ti­kel dazu gege­ben wer­den kann so man­che Kun­de *umge­polt* wer­den. Es ist schon erstaun­lich was sol­che 'Klei­nig­kei­ten' bewir­ken, ein Pla­stik­löf­fel, ein Kugel­schrei­ber, ein Aufkleber ....

        Was den *Man­gel* angeht bin ich mir nicht sicher ob dar­an nicht doch ein Fünk­chen Wahr­heit ist. In der Zeit um '91-'93 habe ich län­ger in Thü­rin­gen gear­bei­tet - und bei net­ten Leu­ten gewohnt, weil Hotels noch knapp waren - da haben wir oft zusam­men geses­sen und gequatscht. Der Mann war in einem Holz­bau­be­trieb tätig, sei­ne Frau in einer LPG, Schwei­ne & Kühe als Schwer­punkt. Es waren eini­ge Geschich­ten von Tausch­ge­schäf­ten (auch Ring­tausch) dabei. Die waren bestimmt nicht erfun­den, denn das waren ehr­li­che Leu­te. Mag aller­dings sein, dass sie in der Ecke des Lan­des ande­re Bedin­gun­gen hat­ten und daher Din­ge anders sahen / berichteten.

    8. Das Pro­blem, was ich mit die­ser Mär sehe, ist:

      a) Mit wel­chen Bedin­gun­gen hat der Westen nach dem Krieg ange­fan­gen? Waren die nicht auch einst zer­bombt? Und sind man­che Ent­wick­lun­gen das "Wohl­stands" nicht gene­rell eine Nach­kriegs­er­schei­nung, so wie sie gelau­fen sind? (egal, wel­ches Land der Erde man sich von den wohl­ha­ben­de­ren anschaut)

      b) Mar­shall Plan - die USA haben West Ger­ma­ny mit Wohl­stand gezielt voll­ge­pumpt, als poli­ti­sches Pro­jekt, um den Kapi­ta­lis­mus gegen­über dem Sozia­lis­mus am Nadel­öhr der bei­den System als das bes­se­re zu bewerben.
      Der Rest Euro­pas durf­te dafür am aus­ge­streck­ten Arm ver­hun­gern, denen ging es teil­wei­se sogar noch schlech­ter als zu Kriegs­zei­ten - und das nur für die­ses poli­ti­sche Pro­jekt der Ame­ri­ka­ner. (Man beden­ke hier auch die Lon­do­ner Schul­den­kon­fe­renz '52/'53. - Ein gro­ßer Bau­stein für das soge­nann­te "Wirt­schafts­wun­der" überhaupt.)

      und c) Heu­te genau­so wie frü­her wis­sen die wenig­sten Men­schen etwas dar­über, wie wirt­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge funk­tio­nie­ren - war­um sie z. B. im Laden das kau­fen kön­nen, was sie kau­fen kön­nen. Die mei­sten den­ken nur in "Kann ich hier nicht kau­fen, wie­so? Ihr seid unfähig!".

      Gro­ßer Feh­ler war frü­her, dass man von der Obrig­keit mein­te, man muss dem klei­nen Mann nichts dar­über erzäh­len und ihn statt­des­sen mit blu­mi­gen Phra­sen voll­labern, anstatt ihm eine kon­kre­te Ant­wort zu geben, war­um die Din­ge so sind wie sie sind.

      Bezüg­lich der Pro­duk­te im Regal: Vor einer Wei­le war mal ein grö­ße­rer Streit über Ver­gü­tun­gen zwi­schen Kauf­land und Uni­le­ver, noch etwas län­ger her war da mal etwas zwi­schen Real (?) und es betraf diver­se Milch­pro­duk­te im Kühl­re­gal (z. B. Yogurt), da konn­te man etwas dar­über erfah­ren wie das läuft.
      Die Laden­ket­ten haben Ver­trä­ge mit den Her­stel­lern dar­über, dass sie einer­seits deren Pro­duk­te anbie­ten, zum ande­ren ist dar­in die Ver­gü­tung fest­ge­legt, die die Ket­ten für die­sen Dienst erhal­ten, wie viel sie Anteil am Preis pro ver­kauf­tem Pro­dukt kriegen.
      Der Streit dreh­te sich um die­se Ver­gü­tun­gen - da sich bei­de Par­tei­en nicht einig wur­den, gab es so lang natür­lich kei­nen Warennachschub.
      Bei Kauf­land und Uni­le­ver ende­te es sogar damit, dass Kauf­land die Pro­duk­te des Unter­neh­mens ganz aus den Rega­len ent­fern­te (was bei Uni­le­ver schon einen beträcht­li­ches Reper­toire and Pro­duk­ten aus­macht, weil so vie­le bekann­te Mar­ken dar­an hängen).
      - Weiß nicht wie dort aktu­ell der Stand der Din­ge ist, ob die sich doch noch einig gewor­den sind.
      Aus­schlag­ge­bend dafür, was ins Regal kommt und was nicht, dürf­te also die Bilanz für die ver­kau­fen­de Ket­te mit dem jewei­li­gen Pro­dukt sein. Wie viel bekommt man vom Her­stel­ler fürs blo­ße Anbie­ten, wie viel bekommt man vom Her­stel­ler­preis pro ver­kauf­te Ein­heit, wie vie­le Ein­hei­ten dürf­ten erwar­tungs­ge­mäß im Monat abge­nom­men wer­den usw. (Rabat­te und kurz­fri­stig redu­zier­te Prei­se wegen Halt­bar­keit spie­len hier auch eine Rolle)
      Jeden­falls - so scheint es dort zu funktionieren.

      Des­we­gen haben es Pro­duk­te von klei­ne­ren Her­stel­lern auch deut­lich schwe­rer, sich durch­zu­set­zen, weil die­se nicht zu Prei­sen von Groß­kon­zer­nen pro­du­zie­ren kön­nen und deren Pro­duk­te daher even­tu­ell im Laden teu­rer sein wür­den als die der gro­ßen Mar­ken, wel­che dann auf Grund des­sen aber wie­der weni­ger gekauft wer­den dürf­ten. Oder weil sie bei den Wün­schen der eige­nen Ver­gü­tung nicht so weit run­ter­ge­hen kön­nen, weil ihnen die­se finan­zi­el­len Kapa­zi­tä­ten nicht gege­ben sind.

    9. a) & b)
      Die gehö­ren zusam­men - weil die USA Euro­pa als Absatz­markt ent­wickeln woll­ten und die Gel­der zum Wie­der­auf­bau nicht bedingngs­los und ohne Hin­ter­ge­dan­ken flos­sen .... was aller­dings nicht geklappt hat, weil die Euro­pä­er nicht so leicht­gläu­big ver­trau­ten und sehr zögernd, aber gründ­lich auf­ge­baut haben ohne die Ver­lockun­gen alle anzunehmen.

      c)
      Da hat sich tat­säch­lich nicht getan - was aber dar­an liegt (mei­ne ich), dass wir kei­ne ver­nünf­ti­ge "Wirt­schafts­kun­de für Jeder­mann" haben - was wie­der­um Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und dem Finanz­mi­ni­ster nützt.

      Dan­ke für die Erläu­te­run­gen zu den Lebens­mit­tel­ket­ten / deren Lie­fe­ran­ten, ich dach­te es mir schon, denn in Apo­the­ken läuft es ähne­lich, aller­dings in viel klei­ne­rem Rahmen.

      Egal wie das geht: Mich ärgert es wenn ich suchen muss, wenn ich nicht das Pro­dukt bekom­me, das ich zuvor gekauft und für nütz­lich gehal­ten habe. Wenn plötz­lich Pro­duk­te ver­schwin­den, die ich seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten (!) regel­mä­ßig gekauft habe .... aber ich bin ja ein grum­me­li­ger Alter, der nicht erkennt wie toll die immer neue Vari­an­te von "mehr Volu­men, mehr Glanz" im Sham­poo für mei­ne spär­li­chen 13 Haa­re in 12 Rei­hen ist ....

    10. Nur allein als Absatz­markt, ist in der Bezie­hung ein wenig unter­trie­ben. Da steck­ten ganz kon­kre­te Plä­ne in Rich­tung "Krieg mit der Sowjet­uni­on" dahin­ter; die Geld­ma­che­rei war eher der nütz­li­che Neben­ef­fekt davon, mit der man sei­ne immer noch nicht über­wun­de­ne Gro­ße Depres­si­on über­decken konnte.

      Was ich im Kern damit aber aus­drücken woll­te, ist das: Der "Boom"-Zustand in West Ger­ma­ny war künst­lich erzeugt, er war kein Nor­mal­zu­stand. Ande­re Län­der, die nicht den Sta­tus eines sol­chen poli­ti­schen Pro­jek­tes gegen den Kom­mu­nis­mus bei den Ame­ri­ka­nern hat­ten, in denen waren die Lebens­um­stän­de kei­nes­falls so.
      Das wäre als wür­de man die Mög­lich­kei­ten eines Super­rei­chen mit denen eines Hartz-IV-Emp­fän­gers vergleichen.
      Und man­che Wohl­stands­ent­wick­lun­gen haben gene­rell mit den Zei­ten zu tun. Z. B. 1950 hat­te eben nicht jeder Haus­halt einen Fern­se­her, das braucht man daher nie­man­dem zum Vor­wurf machen.

      "Wirt­schafts­kun­de für jeder­mann" sehe ich dar­in schon schwie­rig, weil es eine Men­ge an struk­tu­rel­lem Wis­sen erfor­dert. Oder, viel­leicht bes­ser aus­ge­drückt: Ein­zeln betrach­te­te Vor­gän­ge in einen gro­ßen Zusam­men­hang zu setzen.
      Für Schul­un­ter­richt ist das z. B. sehr umfang­reich, wäre zu bezwei­feln, ob die jewei­li­gen Leh­rer es über­haupt selbst ver­ste­hen wür­den (genug höhe­re Öko­no­men sind ja selbst noch zu dumm dazu). Und wenn man es ange­hen woll­te, dann darf es nicht in einer nie wie­der­hol­ten Fern­seh­sen­dung sein, die irgend­wann spät um halb 12 läuft, wo kaum jemand sie sieht, weil arbei­ten­de Leu­te da schon schla­fen müssen.
      Ein klei­nes Bei­spiel: Geld­schöp­fungs­kreis­lauf und Giral­geld. War Unter­richts­stoff in der Schu­le. Wann fiel es einem wie­der ein, weil man es plötz­lich ver­stand? Bei der Kri­se 2008/2009.
      So kom­men die gigan­ti­schen Bla­sen an Buch­geld zustan­de - im Übri­gen, beim bar­geld­lo­sen Bezah­len spielt es auch eine Rol­le (da fällt es einem als Näch­stes ein). Bar­geld­lo­ses Bezah­len ist Bezah­len rein mit vir­tu­el­lem Buch­geld. Des­we­gen macht es Sinn, das Bar­geld zu ver­drän­gen. So kann man irgend­wann nur noch mit Buch­geld arbei­ten und gigan­ti­sche Bla­sen an vir­tu­el­lem Geld pro­du­zie­ren, wel­che kei­ne rea­le, durch ech­tes Geld gestütz­te Gegen­fi­nan­zie­rung mehr haben. Man kann buch­stäb­lich Nul­len an die Zah­len hän­gen wie man will. Unge­brem­ste Infla­ti­on betrei­ben (Nul­len an die Zah­len ran­hän­gen ist nichts wei­ter als Inflation).
      - Schwie­rig­keit hier, wür­de ich sehen, liegt einer­seits dar­in, dass die Theo­re­ti­ker, die von den zugrun­de lie­gen­den Mustern der Wirt­schaft Ahnung haben, jeman­dem, der sie nicht hat, die Sach­ver­hal­te und Zusam­men­hän­ge nicht in greif­ba­ren Bei­spie­len erklärt kriegen.
      Umge­kehrt, die­je­ni­gen, die zwar ihre Beob­ach­tun­gen machen kön­nen, ken­nen und ver­ste­hen oft­mals die abstrak­ten zugrun­de lie­gen­den Muster der Pro­zes­se und Beob­ach­tun­gen nicht, selbst wenn man es ihnen erklärt. Es sind kom­ple­xe Ver­bin­dun­gen, die mei­sten geben dabei recht schnell auf, weil es anstren­gend ist, und wol­len doch lie­ber ihr gewohn­tes GZSZ (oder was auch immer), was sie ver­ste­hen und was ihnen nicht das Gefühl gibt, dumm zu sein.

      Es dürf­te auch noch ande­re geben, die sol­ches Ver­schwin­den von Pro­duk­ten aus den Rega­len ärgert. Gera­de weil auch Pro­duk­te ver­schwin­den, bei denen es kei­nen Sinn ergibt, die im Ver­kauf eigent­lich nicht schlecht liefen.
      Und nein, das dürf­te nicht nur "grum­me­li­gen Alten" so gehen. (So ist das, wenn der Kun­de ein wenig "Anspruch" hat...)

    11. Den Eng­län­dern ging es so wie Sie es beschrei­ben ... der Ver­fall ihrer Pro­duk­ti­ons­an­la­gen wur­de erst in den spä­ten 60zigern gestoppt, von da an ging es ihnen bes­ser, aber der Unter­schied zum Fest­land war noch in den 80zigern deut­lich [wir waren - als die Kin­der klein waren - mehr­mals an ver­schie­de­nen Stel­len ent­lang der Süd­kü­ste, bis Corn­wall, unterwegs].

      Beim Unter­richt sehe ich nicht so vie­le Pro­ble­me. Es ist (und da gehe ich zu einem Fach, von dem ich mehr ver­ste­he) bei­spiels­wei­se mög­lich die kom­ple­xen Ereig­nis­se der Evo­lu­ti­on und der Genex­pres­si­on im Bio-Unter­richt zu ver­mit­teln ... so viel schwe­rer kann es da bei der Wirt­schaft nicht sein. Es geht ja auch nicht dar­um Wis­sen­schaft­ler aus­zu­bil­den, ledig­lich Grund­la­gen für Berech­nung von Zin­sen und Gebüh­ren, Nut­zen von und Bedarf für Ver­si­che­run­gen und Abschlüs­se wäre doch schon ein guter Anfang. Oder Bewer­bung und Arbeitsverträge.

      Leh­rer: Da ist bestimmt kein Man­gel wenn man die Bezah­lung ent­spre­chend gestal­tet. Man könn­te Reli­gi­on aus den Plä­nen neh­men ... und schon wäre Geld & Zeit dafür vorhanden!

  2. Vie­le wis­sen sol­che Din­ge nicht, son­dern neh­men, ganz spe­zi­ell hier in Deutsch­land, nur die deut­schen, respek­ti­ve die west­deut­sche Lebens­um­stän­de, von einst als Maß­stab aller Dinge.
    Ohne das ent­spre­chen­de Bewusst­sein dafür, dass West Ger­ma­nys Umstän­de künst­lich auf­ge­hübscht waren und nicht dem Stan­dard von ganz Euro­pa entsprachen.

    Es kann natür­lich sein, dass ich dabei auch schon wie­der etwas zu kom­plex den­ke... Obwohl ich mei­nen wür­de, mit der Kom­ple­xi­tät steigt das Bewusst­sein für die Erkennt­nis, dass die jet­zi­ge Wirt­schaft jen­seits von Logik funk­tio­niert, und wie dra­stisch Din­ge eigent­lich gegen den Baum lau­fen. Ein­fach weil die zugrun­de lie­gen­den Mecha­ni­ken teil­wei­se so absurd sind, dass man sonst mei­nen wür­de, jemand erzählt aus einem Mär­chen­buch - oder einem gesam­mel­ten Werk von mensch­li­cher Dumm­heit (z. B. BIP, wel­ches zwar als Indi­ka­tor für Wirt­schafts­wachs­tum genom­men wird, fak­tisch aber nur aus­drückt, wie viel im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als im Vor­jahr pro­du­ziert wir­de - kein Ver­kauf, kein Waren­aus­tausch ein­kal­ku­liert, ein­fach nur auf Hal­de produzieren).

    An und für sich ken­ne ich die­se Teil aus der Wirt­schafts­leh­re - im Gro­ßen wie im Klei­nen - aus Unter­richts­fä­chern, die mit sol­chen blu­mi­gen Namen wie "AWT" (Arbeit, Wirt­schaft, Tech­nik) oder "Wirt­schaft" (in der Ober­stu­fe) fir­miert haben, viel­leicht auch noch etwas aus Sozialkunde.
    Wobei ich, bezüg­lich AWT sagen muss, es kam einem immer vor, als wenn der Lehr­plan Gym­na­si­um und der Lehr­plan Real­schu­le in die­sem Fach sehr vari­iert haben. Real­schu­le ein grö­ße­rer Fokus auf Technik/Handwerk, wäh­rend im Lehr­plan am Gym­na­si­um sol­che grund­le­gen­den wirt­schaft­li­chen Sach­ver­hal­te vor­ka­men. Zum Teil kam eini­ges auch erst gera­de frisch in den Lehr­plan hin­ein (ganz spe­zi­ell alles, was sich um die EU gedreht hat).

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