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bookmark_borderEigene Grenzen erkennen ....

Medi­zi­ni­sche Stu­di­en durch­zu­füh­ren bedeu­tet - neben den not­wen­di­gen The­ra­pie­kennt­nis­sen - auch über mehr als grund­le­gen­de Sta­ti­stik­kennt­nis­se zu ver­fü­gen. Oder das Glück zu haben, einen Sta­ti­sti­ker als Co-Autor gewin­nen zu können.

Selbst wenn die­se Vor­aus­set­zun­gen vor­han­den sind bedeu­tet das Ergeb­nis einer sol­chen Stu­die nicht, daß jetzt ein all­ge­mein­gül­ti­ges Dog­ma ver­kün­det wür­de - viel­mehr wird eine Aus­sa­ge über eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit * gemacht mit der ein in der Stu­die über­prüf­tes Ergeb­nis ein­tre­ten kann. Aber nicht muß.


Das ist der ent­schei­den­de Punkt.
Hier tren­nen sich Ver­ständ­nis und Urteils­ver­mö­gen
von Wis­sen­schaft­lern und Laien.



Lai­en neh­men Ergeb­nis­se von Stu­di­en also als 'bare Mün­ze' und mei­nen deren Ergeb­nis­se sei­en all­ge­mein über­trag­bar und gül­tig. So kom­men dann Schlag­zei­len wie "Krebs besiegt!" auf die Sei­ten von zweit- oder dritt­klas­si­gen Druckerzeugnissen.

Wis­sen­schaft­ler und wis­sen­schaft­lich Gebil­de­te hin­ge­gen inter­pre­tie­ren der­glei­chen mit der nöti­gen Vor­sicht und erst wenn sich - in wie­der­holt durch­ge­führ­ten Stu­di­en - frü­he­re Ergeb­nis­se wie­der­ho­len las­sen, mes­sen sie ihnen eine gewis­se Bedeu­tung bei. Was noch nicht heißt, daß sie sie für all­ge­mein­gül­tig hal­ten. Sie sind - selbst nach meh­re­ren Wie­der­ho­lun­gen - ledig­lich wahr­schein­li­cher geworden.

Kürz­lich sah ich wie­der ein trau­ri­ges Bei­spiel für die­se man­geln­de Urteils­fä­hig­keit in einem Web­log. Die Inter­pre­ta­ti­on war dem­entspre­chend man­gel­haft und typisch für unbe­darf­te Laien:


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Der geprie­se­ne "Zell­for­scher" hat gleich meh­re­re grund­le­gen­de Feh­ler gemacht die sei­ne "Stu­die" als wis­sen­schaft­li­chen Schrott kenn­zeich­nen:

  • publi­ca­ti­on bias (Ver­zer­rung) **
  • Blindungsfehler ***
  • und

  • unzu­rei­chen­de Fallzahlen ****

Aus der Pres­se­mit­tei­lung haben unzäh­li­ge unwis­sen­de Redak­teu­re/-innen abgeschrieben/wörtlich über­nom­men und so mehr oder weni­ger ver­kürz­te und damit noch weni­ger wis­sen­schaft­li­che Arti­kel 'ver­faßt'. Die Blog­schrei­be­rin, offen­bar bedau­er­li­cher­wei­se natur­wis­sen­schaft­lich nicht sehr gebil­det, konn­te z.B. noch nicht ein­mal sinn­ge­mäß wie­der­ge­ben was da stand und hat eine Pas­sa­ge genau ins Gegen­teil des­sen ver­kehrt was in der Pres­se­mit­tei­lung bekannt gemacht wor­den war [sie­he Her­vor­he­bung]. Bei der man­gel­haf­ten Qua­li­tät der Stu­die fällt das aber kaum noch ins Gewicht.

Stu­di­en mit sol­chen Fall­zah­len - im vor­lie­gen­den Fall waren es elf (!) Pro­ban­den - sind besten­falls Geld­ver­schwen­dung, meist aber Arbei­ten zu nur einem Zweck:
Sie erhö­hen die Zahl der Publi­ka­tio­nen und damit das Blei­be­recht der Autoren im U.S.-Wissenschaftsbetrieb.

Um das beur­tei­len zu kön­nen muß man nicht unbe­dingt dort gelehrt haben.

Es reicht, wenn man ein wenig Sach­ver­stand hat, der nicht vom Gedan­ken des per­sön­li­chen Pro­fits kor­rum­piert ist, kri­tisch liest und vor allem nicht alles, was in ein­schlä­gi­gen Wer­be­blät­tern und Fit­ness­zeit­schrif­ten steht, blau­äu­gig konsumiert ....


*
Test­ver­fah­ren sol­len Hypo­the­sen (=ver­mu­te­te Sach­ver­hal­te) anhand von Ver­suchs­er­geb­nis­sen gegen­über täu­schen­den Zufalls­ef­fek­ten absichern.

Resul­tat eines sta­ti­sti­schen Schlus­ses ist eine bestimm­te Wahr­schein­lich­keit .. Eine getrof­fe­ne Aus­sa­ge .. kann nicht als sicher, son­dern als mehr oder weni­ger wahr­schein­lich gewer­tet wer­den. Immer bleibt eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit, dass die Aus­sa­ge mit einem Feh­ler behaf­tet ist.

[http://user.meduni-graz.at/helmut.hinghofer-szalkay/Biometrie.htm]

Kurz­fas­sung:
Jede Stu­die kann nur Wahr­schein­lich­keit, nie Gewiß­heit darstellen.
Wird daher eine Gewiß­heit postu­liert muß man eine Täuschung(-sabsicht) unterstellen.


**
Bias (Syste­ma­ti­sche Fehler)
HIER => Publi­ca­ti­on Bias:

Es wer­den nur Stu­di­en publi­ziert die einen posi­ti­ven Effekt einer medi­zi­ni­schen Mass­nah­me nach­wei­sen und nega­ti­ve Stu­di­en wer­den nicht publiziert.

[http://www.awanet.ch/nv/EBM/Glossar.asp#Randomisierung%20%28Randomized,%20Random%20allocation,%20Randomisation%29]

Kurz­fas­sung:
Die publi­zie­ren­de Per­son 'will' kei­ne nega­ti­ven Ergeb­nis­se veröffentlichen.
Publi­zier­te Erge­nis­se sind stets posi­tiv hin­sicht­lich der Grundannahme.


***
Blindungsfehler

Blin­dung bedeu­tet, dass die betref­fen­de Per­son (Proband/In, Therapeut/In oder Untersucher/In) nicht gewusst hat, wel­cher Grup­pe der Pro­band zuge­ord­net wor­den ist. Außer­dem wird eine Blin­dung von Pro­ban­den und The­ra­peu­ten nur dann als gege­ben ange­nom­men, wenn davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass sie nicht in der Lage gewe­sen wären, zwi­schen den Behand­lun­gen, die in den ver­schie­de­nen Grup­pen aus­ge­führt wur­den, zu unterscheiden.

[http://www.pedro.org.au/german/downloads/pedro-scale/]

Kurz­fas­sung:
Wis­sen Unter­su­cher und Pro­ban­den von ihrer Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit ist das Ergeb­nis nicht ver­trau­ens­wür­dig. Weiß nur der Unter­su­cher davon ist das Ergeb­nis ver­fälscht. Mit gerin­ge­rer Wahr­schein­lich­keit gilt dies für Probanden.


****
"Gleich­heit"

Eine ech­te Gleich­heit muss in Stu­di­en­zah­len mit wesent­lich höhe­ren Fall­zah­len belegt wer­den .. Eine höhe­re Fall­zahl lie­ße den sta­ti­sti­schen Unter­schied zwi­schen den ein­zel­nen Grup­pen, d. h. die Streu­ung sin­ken, so dass das Kon­fi­denz­in­ter­vall (= Ver­trau­ens­be­reich, je klei­ner, desto bes­ser) enger wer­den wür­de. Lässt somit eine kli­ni­sche Stu­die, auf­grund einer zu gerin­gen Fall­zahl, kei­ne ein­deu­ti­gen Rück­schlüs­se zu, ist sie unter­di­men­sio­niert, d. h. sie lie­fert nicht die aus­rei­chen­de sta­ti­sti­sche Power, um eine fall­zahl­ab­hän­gi­ge Trenn­schär­fe eines sta­ti­sti­schen Tests zu erzielen.

[http://www.uniklinikum-saarland.de/profil/freunde-des-uks/klinische-studien/]

Kurz­fas­sung:
Hohe Fall­zah­len redu­zie­ren die Streu­ung und erhö­hen den Vertrauenesbereich.
Nied­ri­ge Fall­zah­len erhö­hen die Streu­ung und ver­min­dern den Vertrauensbereich.

Veröffentlicht in

bookmark_borderPlatteste Plattitüden ....

setzt uns Tag für Tag die Wer­be­bran­che vor:

"Ich lie­be Wasser.
Weil es so ist wie es ist."


Zwar ist es so, aber abge­packt in zukünf­ti­gen Pla­stik­müll der hor­mon­ähn­li­che Stof­fe aus­dün­stet, wird aus "rein" nun mal "ver­gif­tet" ....

Davon sagt die Wer­bung aller­dings nichts.

*edit*
Die­se Wer­bung ist frü­her schon mal 'stil­häs­chen' aufgefallen ....

bookmark_border"fake body"

Man­che "Inve­sti­ti­on" in das eige­ne Aus­se­hen - sofern man denn mit dem natür­lich Vor­han­de­nen unzu­frie­den ist - wird ver­heim­licht. Klar, wo ein wenig 'nach­ge­hol­fen' wur­de muß es nicht an die gro­ße Glocke gehängt wer­den. Es soll ja so getan wer­den als ob es schon immer so gewe­sen sei .... natür­lich eben.
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Ande­re "Inve­sti­tio­nen" schei­nen eher zwei­fel­haft - sieht man ihnen doch die Künst­lich­keit an:
Oft gera­de wegen des Feh­lens jeg­li­cher Feh­ler, einer über­na­tür­li­chen Makel­lo­sig­keit, völ­lig ver­schie­den von 'natür­li­chem' Aus­se­hen, dem eine gewis­se Asy­m­e­trie eigen ist.

Lohnt sich so etwas für die 'Trä­ge­rin'?
Ein­mal Play­boy - und dann?

Wo nur "Kör­per" signa­li­siert wird - sie­he Abbil­dung - wird kaum "Geist" erwar­tet. Wun­dert da noch jeman­den die Asso­zia­ti­on "blond-dumm"?

bookmark_border"busybody"

Im eng­li­schen Sprach­raum gibt es den tref­fen­den Begriff "busy­bo­dy" - er beschreibt die­se eigen­tüm­li­che Art von demon­stra­ti­ver Geschäf­tig­keit die eigent­lich gark­ei­ne wirk­li­che Beschäf­ti­gung ist ....

Die­ses meist ziel­lo­se hin-und-her täuscht dem zufäl­li­gen Betrach­ter wich­ti­ge Akti­vi­tä­ten vor und ist doch nur eine Art Schau­spiel, schlecht und höl­zern, in dem Gesten, Bewe­gun­gen und sogar Gespro­che­nes selt­sam über­be­tont und nur für das ver­meint­li­che (oder tat­säch­li­che?) Publi­kum auf­ge­führt werden.

Gespiel­te Bedeut­sam­keit wo es grund­sätz­lich schon - und wahr­schein­lich schon immer - an Bedeu­tung fehlt.

Eine Vari­an­te von Potjomkin.
Ach­ten Sie mal darauf.
Wenn man genau­er hin­sieht sieht man es häu­fi­ger als zunächst angenommen.

bookmark_border"Schritt-für-Schritt"

Man­che Arbei­ten rund um Haus & Hof erle­digt in die­sen Tagen der Haus­herr* selbst. Mehr oder weni­ger geschickt. Ver­siert vor­wie­gend durch das Sudi­um der in den Bau­märk­ten aus­lie­gen­den "Arbeits­an­lei­tun­gen" für die diver­sen do-it-yours­elf-Wech­sel­fäl­le des Heimwerkerdaseins ....

Das Pro­blem dabei ist, daß es meist nicht so klappt wie dort in "Schritt-für-Schritt"-Bildern gezeigt und ver­spro­chen. Es stellt sich irgend­ein Hin­der­nis ein, des­sen Auf­tre­ten nach­her vom Mit­ar­bei­ter des gewähl­ten Heim­wer­ker­mark­tes etwa so kom­men­tiert wird:
"Da haben Sie irgend­was über­se­hen oder falsch gemacht!"

Klar, der Schrei­ber der Anlei­tun­gen war bestimmt ein Pro­fi. Pro­fis machen kei­ne Feh­ler, nur unge­schick­te, des Lesens unfä­hi­ge Heimwerker.


* Natür­lich gilt das eben­so für die heim­wer­ken­de Hausfrau

bookmark_borderHÄ? Wer?

Auf der Mes­se "Du & dei­ne Welt in Ham­burg", "Ham­burgs Ein­kaufs- und Erleb­nis­mes­se" (-> 30.09.2012)

tre­ten ver­schie­de­ne Schau­spie­ler auf:

  • Schau­spie­le­rin Doris Kunstmann
  • Schau­spie­ler Götz Otto
  • Schau­spie­ler Mar­tin Semmelrogge

Hat man das gele­sen ist man bestens über die Qua­li­tät des Ange­bo­tes und die Absich­ten der Ver­an­stal­ter orientiert:
Mit dritt­klas­si­gen, abge­half­ter­ten 'Schau­spie­lern' die Mutt­chen hin­lo­cken und ihnen unnüt­zes Zeug auf­schwat­zen .... eine etwas anders gear­te­te Ver­si­on des­sen, was man unter "Kaf­fee­fahrt" versteht.

Sol­che Mes­sen sind kei­ne schlech­te Ver­dienst­mög­lich­keit für die Aus­rich­ter - sie kas­sie­ren zweifach:
- Zuerst von den Ausstellern,
- dann von den Besuchern.

Unterm Strich bleibt da ein hüb­sches Sümm­chen übrig ....

bookmark_borderWieder einmal um'n Blog™ ....

Ab und zu gehe ich mal auf die Start­sei­te von "two­day" und blät­te­re durch die­se und die Fol­ge­sei­ten. Die mei­sten Blog­ger sind mir wenig­stens vom Namen her bekannt, man­che sogar aus der Anfangs­zeit 2003/2004.

Ande­re wie­der­um sind im Lau­fe der Jah­re hin­zu­ge­kom­men und eini­ge davon haben durchgehalten.

Man sieht:
Mit Regel­mä­ßig­keit blog­gen und - auch für Frem­de inter­es­san­te - Inhal­te über­le­gen und sie dann zu publi­zie­ren ist (unter ande­rem) eine Fra­ge der Stand­haf­tig­keit und des Wil­lens wei­ter­zu­ma­chen - selbst wenn die Reso­nanz nicht den anfäng­li­chen Erwar­tun­gen ent­spricht. Es ist also nicht so mal eben mit Links zu machen, ein wenig Zeit und HIrn­schmalz muß man schon investieren.

So ver­schwin­den die »Ein­tags­flie­gen« meist schon recht schnell wie­der. Ich habe oft den Ein­druck die haben ver­ges­sen, daß sie da irgend­wo ein Blog ein­ge­rich­tet hat­ten. Na ja, die Inhal­te sind dann auch ent­spre­chen dünn, da ist es nicht scha­de, wenn sie schnell wie­der weg sind. Erstaun­lich auch die Beob­ach­tung, daß die mei­sten die­ser Ein­tags­flie­gen der Blog schrei­ben - ob da ein Zusam­men­hang besteht? Irgend­wie schei­nen sie jeden­falls nicht das rich­ti­ge Ver­hält­nis zum Blog­gen zu haben.

Eine Zwi­schen­grup­pe sind - für mich - jene Blog­gen­den, die irgend­ei­ne Geschäfts­idee trans­por­tie­ren wol­len, die »Kom­merz­blog­ger«. Manch­mal selbst­er­nann­te Exper­ten die dann nur hei­ße Luft pro­du­zie­ren - und wenn man denen ein paar Argu­men­te ent­ge­gen­hält wer­den sie ängst­lich(!) unsi­cher (!) und mer­ken, daß man nicht jeden Unfug schrei­ben kann weil es sofort Gegen­wind gibt. Aus die Maus - die sind dann sehr schnell wie­der bei twit­ter und face­book, da kommt es auf Inhal­te nicht so sehr an.

Dann gibt es noch die »spo­ra­di­schen Wie­der­keh­rer«. Die erin­nern sich offen­bar - im Gegen­satz zu den »Ein­tags­flie­gen« - häu­fi­ger mal dar­an, daß sie da irgend­wo noch ein Blog haben das grau­sam ver­nach­läs­sigt ist. Dann wer­den ein, zwei Bei­trä­ge ver­faßt und schon ist es wie­der irgend­wie unwich­ti­ger als das rea­le Leben und es kom­men wie­der für Zei­ten kei­ne Beiträge.

Die »Quar­tals­blog­ger« (die nen­ne ich mal so in Anleh­nung an die "Quar­tals­säu­fer", weil der Rhyth­mus ähn­lich ist) blei­ben schon län­ger bei der Sache. Sie haben inten­si­ve Peri­oden des Blog­schaf­fens mit inter­es­san­ten Arti­keln und wie­der­keh­ren­der Leser­schaft - doch plötz­lich ist es still, toten­still, sie sind unter­ge­taucht und bis zum näch­sten 'Quar­tal' hört und sieht man sie nicht.

Die Grup­pe der eli­tä­ren, abge­ho­be­nen Blog­ger - wahr­schein­lich wür­den sie sich selbst als »Eli­te­b­log­ger« bezeich­nen (wenn das nicht so völ­lig unter ihrer Wür­de wäre, ver­steht sich sowas doch von selbst aus dem, was sie der Welt in ihrem Blog zu bie­ten haben) - ist klein aber fein:
Man spielt sich gegen­sei­tig 'die Bäl­le zu' und ver­grault das lästi­ge, gemei­ne Blog­ger­volk indem man es ein- zwei Mal düpiert und anson­sten igno­riert. "Ihres­glei­chen" wer­den hofiert, man hört förm­lich den Spei­chel fließen ....

Ermü­dend fin­de ich meist die »Welt­ver­bes­se­rer«, mit sehr ein­sei­ti­ger Sicht der Welt, ohne Ein­sicht und ohne je in der Lage zu sein auch mal zuzu­ge­ben, daß sie sich irren, ver­rannt haben oder schlicht Fak­ten unbe­rück­sich­tigt lie­ßen. Die­se stu­re Beharr­lich­keit mit der die Posi­ti­on ver­tei­digt wird erhei­tert mich manch­mal ein wenig. Auf Dau­er aber wird sowas langweilig.

Weni­ger lustig sind die »Gemüts­blog­ger« - da mei­ne ich die "wir-sind-doch-Alle-eine-große-Familie-und-haben-uns-lieb"-Blogger, ein wenig tumb oder unbe­darft, aber durch­aus zum Has­sen bereit. Sie rot­ten sich gern zusam­men ("Gleich und Gleich gesellt sich gern") weil sie glau­ben das mache sie stär­ker, obwohl genau das schon ihre Schwä­che zeigt. Vie­le dar­un­ter die zwar nur mit­tel­mä­ßig begabt, aber davon über­zeugt sind, außer­or­dent­lich klug zu sein.
Eine gewis­se Bau­ern­schläue und Lebens­fä­hig­keit, prak­ti­schen Ver­stand, spre­che ich denen nicht ab. Sie sind aber nun mal kei­ne Ein­steins und schlim­mer­wei­se wol­len sie das soooo ger­ne sein. Man­no! Aufstampf!
Mitt­ler­wei­le weiß man aus Stu­di­en war­um das so ist. In die­ser Grup­pe habe ich eini­ge beson­ders lang­jäh­ri­ge Fein­de. Die gehö­ren wohl irgend­wie dazu.

Die »Kome­ten« sind mir beson­ders ans Herz gewachsen:
Sie tau­chen lang­sam am Blog­ger­ho­ri­ziont auf. Sam­meln rasch eine begei­ster­te Leser­schar. Sind wit­zig, erfah­ren, zuge­wandt und freundlich.
Zissssssch!
Dann sind sie weg.
Um die ist es schade.
Sie waren eine ech­te Bereicherung.

Zwei Hän­de voll Blogs & Blog­ger blei­ben aus der gro­ßen Mas­se übrig - für mich, das ist jetzt eine sehr indi­vi­du­el­le Sicht­wei­se. Die lese ich gern, gehe regel­mä­ßig hin und habe den Ein­druck etwas dazu­zu­ler­nen, etwas Wit­zi­ges ser­viert zu bekom­men - das aber auf hohem Niveau, bzw. Erfah­run­gen, Lebens­weis­hei­ten, und ein­fach eine ande­re Sicht­wei­se ken­nen­ge­lernt zu haben.

Trau­rig fin­de ich es immer, wenn gute Blogs nach Jah­ren auf­hö­ren, resi­gnie­ren? Ich kann sie viel­fach ver­ste­hen, denn sich stän­dig mit Kom­men­ta­ren / Kom­men­tie­ren­den aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen die nicht im Ansatz ver­stan­den haben was sie da gera­de gele­sen haben macht auf Dau­er bestimmt kei­nen Spaß.


Ich habe kei­ne Bei­spie­le ange­führt. Das hat gute Grün­de. Für jede Kate­go­rie habe ich den­noch Bei­spie­le parat.

Ein Blog ist mir jüngst auf­ge­fal­len. Es ver­eint Unwis­sen­heit mit nar­ziss­ti­scher Selbst­über­hö­hung. Des­sen "Titel" möch­te ich - bei­spiel­haft - ein wenig näher betrachten:



[Ein "two­day" Blog] 

Was habe ich dar­an auszusetzen?
Es ist ja nur die Über­schrift. Das, was in den Bei­trä­gen steht, ist auch nicht bes­ser. Der durch den Titel ver­mit­tel­te Ein­druck trügt nicht.

  • Mischung von Angli­zis­men mit deut­schem Begriff - das ist noch das gering­ste Übel .... denn
  • hand­so­me [hübsch, nett anzu­se­hen, wohl­ge­stal­tet] ist ein Begriff der zum Klein­hirn paßt wie ein Bol­ler­wa­gen zum Diplo­ma­ten­emp­fang - näm­lich über­haupt nicht!
    Ein Klein­hirn von "X" sieht außen genau­so aus wie das von "Y" - oder von "Z". In der Funk­ti­on gibt es Unter­schie­de, in der Form nicht.
  • Das Klein­hirn "denkt" nicht, das über­läßt es dem Groß­hirn - sofern vorhanden.
  • Das Klein­hirn macht nichts "ran­dom", son­dern spult Pro­gram­me ab, die in den ersten vier Lebens­jah­ren dort 'ein­pro­gram­miert' wurden

Ins­ge­samt ein 'gewollt-und-nichts-gewußt' Titel, da hät­te der Urhe­ber bes­ser vor­her ein wenig Recher­che zum natur­wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund getrieben ....

Wie auch bei ande­ren "Blogs" ist schon die­ser krampf­haf­te aber miß­glück­te Ori­gi­na­li­täts­ver­such (?) im Blog­ti­tel ein Hinweis:

Zu wenig nachgedacht
- da wird der Rest auch nicht bes­ser sein.

Abschlie­ßend sag' ich nur "fick­ha­se"!

bookmark_borderDr. h.c. - der sogenannte "Ehrendoktor" ....
*update* (11.02.2015) | 2. *update* (12.09.2017) | 3. *update* (07.11.2019)

°update° [07.11.2019]
Heu­te lief eine Sen­dung zur "Ent­schlackung", "Ent­säue­rung", "Detox Ent­gif­tungs­kur" .... [Kör­per ent­schlacken mit Detox - Wie gesund ist das?; Ein Film von Bär­bel Merseburger-Sill]


Der bewuß­te Herr, der Dro­gist Dr. h.c. Jent­schura sieht sich dadurch bestä­tigt, dass Men­schen sei­ne Pro­duk­te kau­fen - ein Zir­kel­schluss, typisch für alle Argu­men­te, die in sich selbst ihre Rele­vanz bestä­ti­gen. Das Unge­heu­er von Loch Ness steckt ja auch sei­nen Kopf in mehr oder weni­ger regel­mä­ßi­ger Fol­ge aus dem Was­ser um im Gespräch zu bleiben.

 
Was aller­dings wirk­lich "WAHR" ist:
Der Herr Dr. h.c. Jent­schura ver­dient sein Ver­mö­gen durch die Gut­gläu­big­keit einer­seits und ande­rer­seits oft damit ver­ge­sell­schaf­te­te Unwis­sen­heit in medi­zi­ni­schen Tat­sa­chen (i.e. Grund­la­gen der Ana­to­mie und Phy­sio­lo­gie, sowie der Chemie)

Dr. h.c. - der soge­nann­te "Ehren­dok­tor" - kostet nicht viel. Min­de­stens nicht im Ver­gleich zu einer "ech­ten" Pro­mo­ti­on, die gemein­hin bis zu fünf Jah­re dau­ern kann. Das bedeu­tet natür­lich eini­gen finan­zi­el­len Aufwand. 

Da ist der "h.c." ein Schnäpp­chen in zwei­er­lei Hinsicht:
1. Aka­de­misch braucht man dafür nichts zu leisten;
2. Man bekommt ihn für Geld in weni­gen Tagen.


drogist


[Quel­le] Dro­gist Dr. h.c. P. Jentschura



 

Daher hat ihn auch der "ORGON"-Drogist P. Jent­schura (Abbil­dung oben), selbst­er­nann­ter Hei­ler von vie­ler­lei Zip­per­lein. Er hat sei­nen "Dr. h.c." von einer dubio­sen pseu­do-wis­sen­schaft­li­chen Pri­vat­or­ga­ni­sa­ti­on (gegr. am 31. August 1990 in Mos­kau, nähe­res sie­he über­näch­sten Absatz).

Sei­ne Fir­ma ver­treibt die­sen Hum­bug für mäch­tig viel Geld. Es fin­den sich offen­bar immer wie­der "Gläu­bi­ge", die bereit sind sowas zu kaufen ....

".. Die Aka­de­mie für Naturwis­sen­schaf­ten in Mos­kau {nicht zu ver­wech­seln mit der renom­mier­ten "Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten" in Mos­kau} wür­dig­te das Lebens­werk von Peter Jent­schura und ver­lieh ihm am 1. Juni 2007 die Ehren­dok­tor­wür­de im Fach­be­reich Bio­me­di­zin. .." - in Mos­kau kann man Vie­les kau­fen, auch Titel wie "Dr. h.c." - vie­le Leicht­gläu­bi­ge muß­ten blu­ten um das zu ermöglichen ....

Die Aka­de­mie ist mitt­ler­wei­le ver­schwun­den, weg aus dem Inter­net. Die ver­kauf­ten Titel ohne Lei­stun­gen aller­dings blei­ben. Eini­ge baye­ri­sche CSU-Grö­ßen haben von dort* auch "pseu­do-aka­de­mi­sche" Ehrun­gen erfah­ren .... eine Hand wäscht eben die andere ....

ORGON-Ener­gie
" .. Ein­stein bestä­tig­te tat­säch­lich die Reich­schen Vor­her­sa­gen, konn­te das Phä­no­men aber ohne Zuhil­fe­nah­me der Orgon­hy­po­the­se erklä­ren .. " - das sagt in knap­pen Worten:
Nichts dran am ORGON - es gibt kei­ne ORGON-Ener­gie. Einen zwei­ten Brief des ORGON-Apo­lo­ge­ten beant­wor­te­te Ein­stein nicht mehr ....

Trotz­dem wird das Vor­han­den­sein die­ser omi­nö­sen "Ener­gie" bis heu­te behaup­tet. Bewei­se gel­ten in den eso­te­ri­schen Zir­keln nicht, da reicht es an etwas "zu glauben".


* ein "Refe­rent" bei CDU/CSU ist in der Spit­ze die­ser pseu­do-wis­sen­schaft­li­chen Orga­ni­sa­ti­on tätig ....

°update°
Dank an den Herrn Patho­lo­gen für die Über­sen­dung die­ses LINKS zum The­ma - lesen Sie dort die Kom­men­ta­re / Kun­den­re­zen­sio­nen, es lohnt sich ....

°update° [12.09.2017]
Der Link zum Orgon­ak­ku­mu­la­tor - Ver­kaufs­preis 1.250,00 € - ist 'tot' → neu­er Link https://blog.psiram.com/2013/05/der-hildegard-orgonakkumulator-von-jentschura-ein-screenshot/ | unter ande­rem da wird er ver­kauft → https://www.darmvital.net/produkte/jentschura-shop/hildegard-orgonakkumulator.html

bookmark_border.... elitärer Sch****er ....

Man­che Blog­ger sind eli­tä­re Sch****er und mer­ken nicht, daß sie durch die Art ihrer Argu­men­ta­ti­on mehr über sich selbst und ihre Abge­ho­ben­heit vom 'nor­ma­len Leben' preis­ge­ben als ihnen lieb sein kann.

Ein­zel­ne Sät­ze kön­nen noch so gedrech­selt daher­kom­men und den Ver­such machen die Lesen­den über die wah­re Auf­fas­sung des Autors zu täu­schen - sowohl in Nuan­cen des Aus­drucks als auch in ihrer Gesamt­heit stel­len sie die Gedan­ken­welt des Ver­fas­sers dar.

Manch­mal ist das, was dabei her­aus­kommt erschreckend.

Ich hät­te nie geglaubt, daß Jemand in der heu­ti­gen Zeit, mit all den Medi­en­an­ge­bo­ten und Infor­ma­ti­ons­fluß ohne Ende, noch so unin­for­miert über sei­ne Mit­men­schen sein kann. Oder so arro­gant, ego­istisch, nar­zi­stisch, ver­mes­sen, bzw. abge­stumpft gegen­über der Not Anderer.

(Ich bit­te die dra­sti­sche Aus­drucks­wei­se in der Über­schrift / dem ersten Absatz zu entschuldigen.
Das schafft das nöti­ge "Ven­til" um nicht vor Ärger zu platzen.)

bookmark_borderJeannine Michaelsen kann 'twittern' ....

Ihre Eltern wuß­ten schon:
Aus die­sem Kind wird ein­mal etwas ganz Beson­de­res - und sie nann­ten es "Jean­ni­ne". So, wie "schan­taal" oder "kew­win" mit ihren Namen auto­ma­tisch zur Unter­klas­se gehö­ren, ist man mit dem Namen "Jean­ni­ne" zu Höhe­rem berufen ....

Ich wun­de­re mich immer wie­der, wel­che Men­schen uns da von den Fern­seh­an­stal­ten vor­ge­setzt wer­den - wer sucht die eigent­lich aus? Ist zu "twit­tern" heut­zu­ta­ge ein Ein­stel­lungs­kri­te­ri­um? Mög­li­cher­wei­se - neben 'Vit­amin B'* das Einzige?

"Jean­ni­ne Michael­sen"
Schau­spie­le­rin und Moderatorin

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".. Oooomm! .. " ".. Nun zeig' ich euch den Hasen .." ".. Ach neee, ihr habt mich nich' lieb! .."

Wie schön, wenn eine Mode­ra­to­rin ihr Publi­kum zwi­schen­durch auch 'mal mit einer Kost­pro­be des schau­spie­le­ri­schen Talents erfreut .... wenn sie sich schon mit den Inhal­ten schwer tut.


Quel­le der screen shots via blog­gen für den weltfrieden

* Vit­amin Bumgangs­sprach­lich für Bezie­hun­gen. die man zum Erlan­gen bestimm­ter Waren oder Posi­tio­nen benötigt(-e)

bookmark_border112%

Dem Herrn step­pen­hund gewidmet:




   




Quel­le

Ich hin­ge­gen fra­ge mich, ob man heut­zu­ta­ge bis zum Abitur über­haupt noch das Fach "Mathe­ma­tik" bele­gen muß. Oder viel­leicht so ausgedrückt:
Braucht man als Jour­na­list kein mathe­ma­ti­sches Grund­ver­ständ­nis, sagen wir "auf Unterstufenniveau"?
Reicht es für die­sen Beruf die vier Grund­re­chen­ar­ten zu beherrschen?

Selbst­ver­ständ­lich sind Pro­zent­wer­te über 100 grund­sätz­lich mög­lich - aller­dings wäre es da bes­ser den Grund­wert zu nen­nen und von einer Stei­ge­rung um x % zu berichten.
Wie im hier vor­lie­gen­den Fall kann aller­dings die Pro­zent­an­ga­be dazu benutzt wer­den der Aus­sa­ge mehr 'Dra­ma­tik' zu ver­schaf­fen, da das all­ge­mei­ne Publi­kum Wer­te über 100 % als beson­ders 'extrem' einschätzt.

bookmark_borderACTION: David gegen Goliath ....

Da war ein gei­stes­ge­gen­wär­ti­ger Pho­to­graph am Werk ....




 
Der Labra­dor hat ein Baby-Eich­hörn­chen zwi­schen den Pfo­ten - des­sen Mut­ter sieht das von oben .... 



 
Action!! Die Mut­ter greift an .... 



 
Der Hund weiß nicht wie ihm geschieht und das Baby-Eich­hörn­chen kann sich auf den Baum retten .... 



 
Die Mut­ter ist wie­der bei ihrem Nachwuchs.
Der Hund schaut eini­ger­ma­ßen ver­dutzt drein:
"Wur­de ich gera­de von einem Eich­hörn­chen verkloppt?" 




Dan­ke an John G. (Inde­pen­dence, MO)